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traten AuSlaüöeS berücksichtlgt, und auf ihre Ltzahr- cheinlichkeit hin abschätzt, dann wird man zu der Kesd- tellung gelangen, daß die französischen Offiziersverkuste die Höhe von ungefähr 27 500 Mann erreicht haben. .In Anbetracht der langwierigen Stellungskämpse sind diese Verluste aber auch sehr bedeutend.

Wie Zeppelinbomben wirken.

Ueber die Beschießung von Bailleul (Norbfrauk- reich) durch einen Zeppelm berichtetPetit Parisien^ noch folgende Einzelheiten: Das Luftschiff schleuderte auf die Altstadt 10 Bomben. Ein Geschoß fiel in der Rue de Moulin nieder, zerstörte zwei Häuser völlige tötete zwei Personen und verwundete eine dritte Per­son. Eine andere Bombe schleuderte Pflastersteine 15» Meterhoch und ritz Löcher von 3 Meter Tiefe, 6 Meter Breite in die Stratze. Ein Haus wurde vom Dach SiA zum Erdgeschoß durchschlagen, ein englischer Soldat schwer verletzt und mehrere Pferde der englischen Armee, getötet.

Deutsche Fliegerbomben auf Luueville.

^ Genf, 24. April. (T. U.) Ueber ein heftiges Bombardement von Luneville durch deutsche Flieger ant Mittwoch berichten nach derBl. Mp." französische Blät­ter. Gegen 7,45 Uhr wurden die Bewohner durch ge-- maltige Explosionen aufgeschreckt. Bald bemerkte man deutsche Tauben und Aviatik-Flugzeuge, die sich in be­trächtlicher Höhe hielten. Ueber der Vorstadt Einville ließen sie Bomben Niederhalten, darunter zahlreiche. Brandbomben, die beträchtlichen Schaden anrichteten. Man fand über vierzehn Geschosse.

Rnssische Fliegerbomben auf einen Lazarettzug.

Aus Soldau (Reg.-Bez. Allenstein) wird gemel­det: Ein russischer Flreger, der auf dem Bahnhof Soldau zwei Munitionszüge bombardieren wollte, traf einen gerade haltenden Lazarettzug. Die Bomben töteten acht Verwundete, beschädigten mehrere Zugwagen und ver­letzten zwanzig Personen auf dem Bahnhof. Der Flieger warf 13 Bomben. Er führte fälschlich das deutsche Fliegerabzeichen.

Die deutschen Flieger im Osten.

London, 24. April. (T. U.) Nach Meldungen der Times" und anderen Blättern aus Petersburg ist der Schaden, den die kühnen Flüge der deutschen Aviatiker täglich den Russen zufügen, sehr beträchtlich. Man.em­pfindet in Rußland sehr schmerzlich den Mangel emes zahlreichen eigenen Fliegerkorps zur Abwehr der feind­lichen Luftangriffe. Das Kriegsministerium wird vor­aussichtlich zu einem Appell an die französischen und englischen Flieger zur Hilfeleistung auf den östlichen Kriegsschauplätzen gezwungen fein.

Die Anklagen gegen die englische Regierung

Mark Kriegskosten au' Monaten kaum eine r

dauern fort. Reisende, die aus England nach Holland zurnckqekehrt sind, erzählen, daß vor kurzem in London in vielen Druckereien Haussuchungen vorgenommen worden sind. Die Nachforschungen galten Broschüren, die sehr heftige Angriffe gegn die Regierung und na­mentlich das Marineministerinm enthielten. Darin wurde u. a. ausgeführt: Obwohl der ganze Krieg, Eng­land monatlich im Durchschnitt 1% bis 1^ Milliarden Mark Kriegskosten aitferlege, habe die Front seit.sech^ Monaten kaum eine Veränderung erfahren. Gelanöe- qewinne vmr weniger als zwei Kilometer kosteten die Engländer bei Neuve Chapelle mehr als 12 000 Tote und Verwundete. Die Flugschrift ist angeblich m mehreren Hunderttausenden von Exemplaren verbreitet worden, t'lls Herausgeber vermutet man Anhänger der irischen Partei. Nach einer Privatdepesche desRotterd. Eou- rant" schreibt dieMorningpvst" in einemDw Dumm­heit mit den Dardanellen" betitelten Leitartikel, dag das ganze Unternehmen ein unverständiges Abenteuer war. Die Verantwortung für das Mißlingen falle allem aus Churchill. Bekanntlich hatte dieMorningpost" auch seinerzeit wegen Antwerpens heftigen Tadel an Chur­chills Haltung ausgesprochen.

Eine Protestnote Chinas an Japan.

^ London, 24. April. (T. U.) Nach.einer Pekmaer Meldung desDaily Telegraph" hat Cüina formell ber Japan gegen einen neuen japanischen uebergriff m die chinesischen Hoheitsrechte protestiert. Die Japaner haben 100 chinesische zum Tode verurteilte Rebellen an Bord eines japanischen Schiffes, ausgenommen, ^ dann nach Tsimo an der Schantungeiienbahn gebracht, mit Waffen und Proviant versehen und aus Land gesetzt. Die Re­bellen zerstörten die Eisenbahnlinie und plünderten Dör­fer nnd Hänser reicher Chinesen. Als reguläre chinesische Truppen sich der Bande bemächtigen wollten, erhielten die Verbrecher von den japanischen Truppen Unter­stützung, sodaß die chinesischen Soldaten dem überlegenen Gegner weichen mußten.

Aus dem englischen Unterhaus.

London, 24. April. (WTB.) Im Unterhause sagte' Kolonialsekretär Harcourt über den mngsten Auf- ruhr in Singapnr: 35 britische Untertmien feien getötet worden. Ob die Meuterer von irgend einer Seite mit Geld unterstützt wurden, sei nicht bekannt. 17 Gefangene entflohen. Sechs wurden wieder sestgenommen. Bor der Meuterei seien alle Deutsche interniert oder deportiert gewesen. Er habe nichts davon gehört. daß die Gefan­genen mit den Meuterern eine Verbindung lmterhalten hätten. Lloyd George sagte aus eine Anfrage: Er sei nicht der Lage gegenwärtig eine Erklärung über die Ab- sickn der ReM der nächsten allgemeinen Wahlm abzugeben. Grey pries die Heeresorganisation

Lord Kitcheners.

Die Gesamtverluste an Kriegsschiffen.

DieKoloniale Korrespondenz" schreibt: DieNeu- vorker Staatszeitulig" vom 26. März, die wegen.Sei eng­lischen Kabelherrschaft in erster xiuie auf fenrölichc Mel duuaen anaewiesen ist und daher bezüglich der fc ind - liMen Verluste als zuverlässig angesehen werden darf, bringt eine Zusammenstellung der vernichteten Kriegs­schiffe sämtlicher kriegführender Mächte. ^anach stellen sich die Gesamtverluste unserer Femde an Kriegsschiffen anf 305 580 To., an Hilfsschiffen auf 60/OO To^, während sich die von Deutschland, Oesterreich und der ^il^ei er­littene Einbuße an Kriegsschiffen

fMifSfchiffen auf 47 050 To. belauft. Amtlich bestrit- ?ene Verwstebeispielsweise der in der Nordseeschlacht nidn witaereckinet worden. Die alv deutscher Verlust Ätfne SnigöÄ noch unversehrt in etner Bucht von Ostafrikas Küste. Verluste an kleineren Fahr- Luaen wie Torpedo-, Untersee-, Kanonenbooterr usw., die nur schwer zu kontrollieren sind, sind infolge der viel-

SÄÄSÄ

von den LondonerTimes veröffentlichten Angabeir.

* » DieEmden"-Besatznna im Kampf mit arabischen Räubern.

korps S. M. Schiff Emden) ist am N^ März in dem »rabtschen Hafen Lidd, südlich von Dschidda, angekom­

men, nachdem es ihr gelungen war, zum zweiten Male sich den englisch-französischen Bewachnngsstreitkräften zu entziehen und den 300 Meilen langen Seeweg von Ho- deida nach Lidd unbemerkt vom Feinde zurückznlegen. Auf dem Weitermarsch zu Lande wurden sie von Ara­bern, die von den Engländern bestochen waren, ange­griffen. In hartem dreitägigem Kampfe wurden die All- griffe der Räuberbande abgeschlagen, bis der Weg zur Hedschasbahn frei war. Leider hatte die tapfere Schar hierbei schwere Verluste erlitten. Ein Telegramm aus dem türkischen Hauptguartier meldet, daß der Leutnant zur See Roöerich Schmidt, Matrose Rademacher und Heizer Lnuig gefallen sind, während einige Leute der türkischen Begleitmannschaften und die Matrosen Man- ritz und Koschinsky 4 und der Matrose Witte verwundet wurden. Die Verwundeten befinden sich in guter Pflege im Militärlazarett in Dschidda.

Die Neutralen.

Offene bulgarische Sprache gegen Rußland.

Zu den Drohungen der russischen Presse, daß der russische Gesandte Sawinski Sofia verlassen werde, und die diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und Bulgarien abgebrochen werden würden, schreibtDnew- nik" unter der UeberschriftReisen Sie Herr Sawinski": Die russische Diplomatie, die von einer Kamarilla denk­fauler Großfürsten geleitet wird, fennt keinen anderen Gedanken, als Bulgarien mit der Faust zu drohen. Reisen Sie Herr Sawinski und bringen Sie ihre Pa­trone zur Vernunft. Unsere Wege gehen auseinander. Sagen Sie in Petersburg, daß das bulgarische Volt aus Achtung vor dem Vermächtnis des Zarenbefreiers nicht als Verräter nnd sein eigener Totengräber sterben will.

Eine warnende Stimme in Italien.

Die römischen Blätter veröffentlichen eine Unter­redung mit einem früheren Minister, der auf die Not­wendigkeit hinweist, einen Bruch mit Deutschland zu vermelden. Ohne Rückhalt an Deutschland wäre Italien in der Adria den Russen und Serben auf Gnade oder Un­gnade ausgeliefert. Das Volk solle nicht auf die Drei- verbandsschreier hören, die heutige billige Lorbeeren ein- heimsen. Folge Italien den Lockungen des Dreiverban­des, so gehe es bitteren Enttäuschungen und einer trau­rigen Zukunft entgegen.

Kleine Kriegsnachrichten.

^. Petersburg, 24. April. (WTB.) Aus Jrklltsk wird gemeldet: Auf eine Anfrage der amerikanischen Regierung antwortete Japan, daß sich die Verhandlnn- gen zwischen Japan und China nicht gegen die Ver­einigten Staaten richteten.

«e* Petersburg, 24. April. (WTB.) DerRjetsch" meldet: Im Gouvernement Wilna nahm die Trunksucht erschreckende Formen an: In der zweiten Hälfte des Jahres 1914 wurden allein im Gouvernement Wilna 58 heimliche Wutkifabriken entdeckt.

^ Paris, 24. April. (Meld. b. Ag. Hav.) Eine Taube überflog Donnerstag morgen Amiens und warf zwei Bomben ab. Zwei Personen wurden verletzt. Das Flugzeug wurde dann vertrieben.

kkieasallerlel.

Zum Jubiläum des Großadmirals v. Tirpitz schreibt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitutzg" u. a.: Zu einer Zeit, in der Deutschland, von allen Seilen Über­fällen, gegen eine Welt von Feinden sümpft, darf Tir­pitz, obwohl der geplante Ausbau der Flotte noch nicht zur Vollendung gekommen ist, die Früchte seiner rast­losen, zielbewußten Arbeit ernten und mit Stolz auf seines Lebenswerk blicken. Wenn heute die kaiser­liche Marine ihrem 9Jteifter Dank und Glückwunsch dar- bringt, so tut sie es gleichzeitig im Namen des gesamten denlichen Volkes. Möge es uns vergönnt sein, den hoch­verdienten Staatssekretär noch lange an der Spitze der deutschen Marineverwaltung zu sehen, zu Nutz und Frommen unserer allezeit kampfbereiten Flotte, in deren Annalen der Name Tirpitz mit unvergänglichen Lettern eingeraßen sein wird.

Die Gefahr des Bergarbeiterausstandes in England wächst.

Das GeriferJournal" meldet aus London: Die in London zusammengetretenen Delegierten der Berg­werksverwaltungen haben einstimmig beschlossen, die 20 Prozent Lohnforderung der Arbeiterschaft beding­ungslos abzulehnen und eine Intervention der Regie­rung nur über die den Bergarbeitern bereits zugestan- denen 10 Prozent Lohnerhöhung anzunehmen. Der Ausschutz des Bergarbeiterverbandes verüffeutlicht, datz er für 965 000 in seinen Listen als Mitglieder einge­tragene englische Bergarbeiter die Kündigung zum 31. Mai aussprechen werde.

Anstvanderungsverbot in Frankreich.

Infolge eines neu erlassenen Ministerialerlasses dürfen Franzosen im Alter von 1650 Jahren das fran­zösische Staatsgebiet nicht mehr verlassen. All der fran­zösisch-schweizerischen Grenze ist eine große Zahl von Kolonialgendarmen zur Ueberwachung des Grenzver- kehrs eingetroffen.

Der neue Befehlshaber des Dardauellenkorps.

e-> Mailand, 24. April. (T. U.)Corriere della Sera" meldet nach demB. L.-A.", es bestätigt sich, daß General Hamilton zum Oberbefehlshaber der neuen Ex- peditiollsarmee für die Dardanellen ernannt worden ist. Während einer Truppenschau in Alexandrien wurde General Hamilton von General d'Itmade mit den Wor­ten begrüßt:Mein Chef!"

w> Genf, 24. April. (T. Uu Gelleral Hamilton hat nach demB. L.-A." als Rangältester deit Vorrarlg vor dem französischen General ö'Amaöe.

Russische Zustände.

^ Petersburg, 24. April. (WTB.) DerRjetsch" bespricht mit Entrüstung die Freisprechnng eilies Dienst­mädchens vor den Geschworenen, das sich nacsj seiner eigenen Aussage Eigentum seiner deutschen Herrschaft angeeignet hatte. Zu seiner Verteidigung hätte das Mädchen ausgeführt, daß es durch die Hetze der Zeitun­gen veranlaßt, eine derartige Hatlölullgsweise für er= laubt gehalten hätte.

Nuerschrockenheit im Geschotzhagel.

Am 16. Februar bezogen die 4. nnb 5. Batterie des Feldartillerie-Regiments 35 und ein Bataillon In­fanterie Ortsunterkunft in S. Borgeschickte Patrouillen ineldeten die Umgebung vom Feinde frei. Umso größer war die Ueberraschung, als am 17. früh eingeschtagene Gewehrkugeln die unmittelbare Nähe des Feilldes an- kündeten. Der Gegner hatte in der Nacht die das Dorf beherrschende Höhe besetzt nnd sandte einen wahren Ku­gelregen auf jedes sich zeigende Ziel. Von Norden, Osten und Süden wurde der Parkplatz beschossen. Ohtie- gern begab sich Unteroffizier Lernte aus Jodzuhnen, Kreis Gumbinnen, durch den Geschotzhagel an die Ge­schütze, protzte mit Hilfe der Kanoniere Lemke aus Neu- teichenwalöe, Kr. Marienburg, und Schnell ans Berlin ab und eröffnete das Feuer. Hierdurch wurde es den Batterien ermöglicht, einen nordwestlich gelegenen- henzug ohne erhebliche Verluste zu erreichen und dahin­ter in Feuerstellung zu gehen. Unteroffizier Lemke stand aufrecht vor der Batterie und richtete ein Geschütz nach dem anderen ein. Da streckte ihn eine Kngel, die ihm die

Brust durchbohrte, zu Boden. Ein Offizier und vier Mann teilten fast zu gleicher Zeit sein Los, sodaß eine begreifliche Unruhe die Geschützbedienung erfaßte. Als Unteroffizier Lemke dieses bemerkte, raffte er sich, not­dürftig verbnnden, auf und begab sich trotz dringender Vorstellungen mühsam zur Batterie zurück.Meine Stelle dort scheint noch nicht besetzt zu sein," erklärte er mit fester Stimme. Den Kameraden ein leuchtendes Beispiel von Unerschrockenheit Bietend, richtete er im feindlichen Geschoßhagel auch den Rest der Geschütze ein. Als das letzte feuerbereit war, brach die Kraft des durch Schmerz und Blutverlust geschwächten Körpers, der bis dahin durch eisernen Willen aufrecht erhalten war. Ohn­mächtig lag Unteroffizier Lemke am Boden, während die nunmehr gefechtsbereite Batterie den feindlichen An­griff abschlug. Unteroffizier Lemke ist seit langer Zeit im Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Klasse. Auch die Ka­noniere Lemke und Schnell wurden mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

Vermischtes.

Wie unsere Gefangen verpflegt werden. Ueber den Monatsverbrauch in einem einzigen Gefangenenlager, dem von Altengrabow, maeßt die Teutsche Fleischerzei­tung folgende Mitteilung. Es werden gebraucht 25 000 Kilogramm Hammelfleisch, 15 000 Kilogramm Schweine- flersch, 10 000 Kilogramm Rindfleisch, 915 000 Kilo­gramm Kartoffeln, 10 000 Kilogramm grüne Bohnen, 40 000 Kilogramm Mohr- und Kohlrüben, 25 000 Kilo­gramm Weißkohl, 25 000 Kilogramm Sauerkohl, je 5000 Kilogramm Reis, Graupen und Salz.

Der Gockel als Verräter. Aus St. Jugbert in der Pfalz wird denMünchener Neuesten Nachrichten" be­ruhtet: Schlau und doch nicht schlau genug war ein Mann in unserem Bezirk. Er stand in Verdacht, grö­ßere Vorräte an Brotgetreide verheimlicht zu haben, doch bestritt er dies ganz entschieden. Eines Tages kam nun ein Mann auf seinen stattlichen Geflügelhof und wollte einen Hahn kaufen. Man wurde auch bald han­delseinig, und der Gockel wechselte seinen Besitzer. Da- mrt war der Hereinfall fertig. Der Hahn wurde ge- Uhlachtet, und der mit Brotgetreide gut gefüllte Kröpf diente als Beweis dafür, daß der Mann seine sämtlichen Hühner mit Getreide fütterte, anstatt es für menschliche Nahrung abzugeben. Bei einer Haussuchung wurden dann auch große Vorräte beschlagnahmt, die bei der Ge- trerdeaufnahme verheimlicht worden waren.

Wegen Diebstahls von Liebesgaben wurde der Oberpostschaffner Hermann Karge, der seit 23 Jahren auf dem Berliner Hauptpostamt als Sortierer beschäftigt rst, von der Strafkammer zu einem Jahr Gefängnis und Aberkennung zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf ein Jahr verurteilt und sofort verhaftet. Der Vor­sitzende bemerkte in der Urteilsbegründung, das Urteil wäre angesichts der großen Verwerflichkeit der Haud- lungsweife des Angeklagten bedeutend höher ausgefal­len, wenn nicht Medizinalrat Dr. Störnwr begutachtet hätte, daß der Angeklagte infolge eines schweren Un­falls an Nervenzerrüttung leide.

Das Wiederaufnahmeverfahren im Flandersbacher Mordprozetz. Der Fall der Bauersfrau Hamm aus Flaridersbach, die im Jahre 1908 vom Schwurgericht des Landgerichts Elberfeld wegen Beihilfe zu der Er­mordung ihres Mannes zu 14 Jahren Zuchthalts ver­urteilt worden ist, und von dieser Strafe rund sechs Jahre verbüßt hat, beschäftigt vom Freitag ab zum zwei­tenmal das Schwurgericht in Elberfeld, da die 1. Straf­kammer des Elberfelder Landgerichts die Wiederanfuahme des Verfahrens anaeordnet hat. DerFall Hamm" hat die Oeffentlichkeit in weitestem Umfang und auch die Parlamente beschäftigt, weil in der Verurteilung der Frau Hamm nach Ansicht weiter Kreise ein Fehlsprnch erblickt wird.

Ueber 2500 Ritter des Eisernen Kreuzes 1. Klasse. dem über 7^monatigen Ringen auf dem west- und östlichen Kriegsschauplatze haben unsere Truppen in Ge­meinschaft mit der österreichisch-ungarischen Armee er­folgreich gekämpft. Auch zur See haben unsere Blan- lacken nicht minder sich hervorgetan. Die Zahl der ver­liehenen Kriegsauszeichnungen legt ein beredtes Zeug­nis davon ab. Die Zahl der Krieger, die das Eiserne Kreuz zweiter Klasse tragen, ist groß, und auch die Zahl der mit der ersten Klasse ausgezeichneten Ritter in der deutschen, österreichisch-ungarischen und türkischen Armee betrügt bereits über 2500. In den Freiheitskriegen von 1813 bis 1815 wurden nur 568 Offiziere und 64 Mann­schaften mit dem Eisenkreuz erster Klasse allsgezeichuet, wogegen es im gegenwärtigen Kriege die Brust von 47 fürstlichen Truppenführern, 210 Generalen, 5 Ministern und Staatsbeamten und 1792 Offizieren schmückt. Auch 168 dem Unteroffizierstaude angehörende Personen und 97 Mannschaften sind im Besitze der hohen Kriegsaus- zeichnuttg. Bei der jüngsten Waffengattung, der Feld- fliegertruppe und Luftschisferabteilung wurden außer den vorgenannten noch 131 Eiserne Kreuze erster Klasse verliehen, und zwar erhielten es 122 Offiziere und 9 dem Uuteroffizierstande angehörende Personen. Von den Angehörigen der Marine erhielten 42 bereits die erste Klasse. Auch beim Sanitätswesen sind 15 im Besitz der Auszeichnung, während vom Jirtendanturpersonal die Zahl der Ritter sich aus 5 belauft. Von der Feldpost und dem Freiwilligen Automobilkorps trägt nur je 1

- Angehöriger das Ordenszeichen.

Weitere Drahtnachrichten.

Angriffe gegen Asgnith.

w London, 24. April. (WTB.) DieTimes" er­neuern in einem Leitartikel den Angriff auf Premier­minister Asgnith wegen seiner Rede in Newcastle, die i des Mutes der Anfrichtigkeit ermangelt habe. Er habe sein Wort davon gesagt, daß die Deutschen erst aus den Stellen hinauszuwerfen seien, die sie bereits über sechs Monate hielten. Asgnith habe ganz richtig gesagt, daß die Armee gut ausgerüstet gewesen fei, nur mit der Ausnahme, daß sie zuviel Marmelade und zn wenig Ge­schosse gehabt habe. Anstatt zu sagen, wie die Lage in Wirklichkeit fei, habe Asgnith gesagt, alles fei gut und nichts versäumt worden. In einem zweiten Artikel stellt dieTimes" die Rede Lloyd Georges den Aeußerungen Lord Kitcheners gegenüber, der über Mangel an Muiti- tion klagte.

i Auf der Suche nach der englischen Flotte.

Cvristiauia, 24. April. Der hier augekommene DampferFoldin" meldet nach derVoss. Zig.", er habe ' am Sonntag auf der Reise von Amsterdam nach Nor­wegen eine größere deutsche Kriegsflotte südwestlich von i Helgoland passiert. Während des Besuches auf dem : Dampfer sagte ein deutscher Offizier, daß man hoffe, jetzt endlich die englische Flotte anfzustöbern.

DieVoss. Ztg." schreibt dazu: Wohl bewahrt Lorh I Churchill seine Flotte vor schmerzlichen Verlusten, aber ! er verzichtet damit, aus der Papierblvckaöe eine talfäd> ließe zu machen. Wir können zu unserer Flotte das Vertrauen hegen, daß sie auch den Wahlspruch, mit dem sie in den Kampf gezogen ist, zum Wahrsprtlch macht: Die Meere sind frei!