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Aus dem großen Hauptquartier

** Großes Hauptquartier, 22. April 1915. (Amt­lich WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südlich des La Bassee-Kanals und «ordwestlich von Arras nahmen wir erfolgreiche Minensprengnngen vor.

I» den Argonnen und im Gelände zwischen Maas und Mosel fanden heftige Artilleriekämpfe statt.

Nach Fenerüberfall griffen die Franzosen heute nacht im Westteile des Priesterwaldes an, wurden aber unter schweren Verlusten zurückgeworfen.

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Nordhang des Hartmannsmeilerkopfes zerstör- gestern einen feindlichen Stützpunkt und wie- Abend einen feindlichen Angriff ab.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage im Osten ist unverändert.

> Oberste Heeresleitung.

£ Vom österr.-rmgar. Generalstab '

Wien, 22. April. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:

I« Rustisch-Polen und Westgalizren vereinzelte Ge- schützkampfe.

An der Karpathenfront wurde ein erneuter An­sturm gegen unsere Stellungen au und beiderseits des Uzsoker Passes blutig abgewiesen. Bei den heftigen An­griffen, die teils in wirkungsvollstem Feuer unserer Ar­tillerie zusammenbrachen, teils durch Gegenangriffe der Infanterie zurnckgeschlagen wurden, erlitt der Gegner abermals sehr schwere Verluste. Vor den Stellungen einer vom Feinde wiederholt angegriffenen Kuppe lie­gen allein über 400 russische Leichen. Das Infanterie- Regiment Nr. 12, die Brasfoer und Maros-Bassar- Helyer Honved-Jnfanterie-Regimenter Nr. 24 und 22, sowie die gesamte an den Kämpfen beteiligt gewesene Artillerie haben sich besonders ausgezeichnet. 1200 Rus­sen wnrden gefangen.

In den sonstige« Abschnitten der Karpathenfront, dann in Südostgalizien und in der Bukowina nur stel­lenweise Geschützkampf und Geplänkel.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. H o e f e r, Feldmarschallentnant.

Kräftige Offensive der Verbündeten auf galizischem Boden.

os* Wien, 23. April. (T. 11.) Mit den einzelnen rus­sischen Vorstößen bei Magypolany im Cziroka Tale hat nach demB. L.-A." wohl der letzte Versuch des Feindes auf der Strecke Ducla bis Uzsok durchzustotzen, geendet. Während auf dieser Front die russische Offensive znm gänzlichen Stillstand gebracht wnrde, begann auf der Strecke Uzsok-Rozanko-Nadworna eine kräftige Offen­sive der Verbündeten auf galizischem Boden, die täglich langsam Raum gewinnt nnd besonders im Stryjtale be­reits eine starke Ausbuchtung nach Norden zeigt. Aus den Kämpfen in Südgalizien beginnen sich gleichzeitig solche im äußersten Osten zu entwickeln.

Hat Rußland noch neue Millionenheere?

Zu dem Riesenverlust der Russen in den Karpathen wird der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben: Die Bedeutung des Verblutens der russischen Heere in den Karpathen ist darum so groß, weil auch die anschei­nend unerschöpfliche Menschenzahl Rußlands im Ver­siegen ist. Bei Beginn des Krieges wiesen wohl die Russen, wie die Franzosen und Engländer aus Anlaß der ungeheuren Verluste, welche die Russen in den Schlachten bei Tannenberg und in den masurischen Seen sowie bei Lemberg erlitten hatten, darauf hin, daß die Verluste für Rußland ganz ohne Belang wären, da noch neue Millionen zur Verfügungständen. Nun haben die weiteren Kriegsvorgänge den Russen immer neue unge­heure Verluste gebracht. In Ostpreußen und in Polen, vor Przemysl und in den Karpathenkämpfen hat das russische Heer durch das rücksichtslose Vorgehen der rus­sischen Heerführer Verluste erlitten, die bisher in der .Kriegsgeschichte noch nicht dagewefen sind. Es sollten Erfolge um jeden Preis erzielt werden, und darum wur-

In» Stätten des Verdachts.

Roman ven Fritz Skowronuek.

18) (Nachdruck verboten.)

Nun sagen Sie mir noch eins, Krupkat. Der Heimbacher ist wohl sehr verschuldet?"

Das ist offenes Geheimnis. Er hängt bei jedem Kaufmann und bei jedem Krugwirt. In der letzten Zeit Hat er, soviel ich gehört habe, einiges bezahlt. Man sagt, die Schwester hätte ihm ihr Erbteil, vielleicht tau­send Mark, dazu hergegeben."

Der Wolf soll auch viel Schulden haben."

Davon ist wir nichts bekannt. Daß er hier und da mit ein paar Mark hängt, kann schon möglich sein. Aber schlimm kann es nicht sein, sonst würde schon darüber gesprochen werden. So etwas bleibt hier auf dem Lande, wo jeder dem andern in die Tasche sieht, nicht verborgen." ,

Siebentes Kapitel.

Mit dem Herbst war in Litauen die Zeit der Talkas gekommen. Das Wort läßt sich am besten durchAr- beitsfest" übersetzen. Nur kommt darin nicht die Ge­meinsamkeit der Arbeit zum Ausdruck. Früher wurde nämlich alle Feldarbeit gemeinsam verrichtet. An einem Tage pflügten alle Bauern den Acker des einen, am nächsten Tage den Acker des zweiten, und so fort. Da­für lag dem Bauern, bei dem die Talke abgehalten wurde, die Verpflichtung eurer reichlicherr Bewirtung ob.

Allmählich schwanden den Litauern mit der Sprache die alten Gebräuche. Zuerst kamen die Salzburger ins Land. Als arme Gebirgsbauern waren sie aus der Heimat fortgezogen. Dort in Litauen erhielten sie fruchtbares Land reichlich zugemessen. Sie schafften fleißig und lebten sparsam, so daß sie bald zu bedeuten- -em Wohlstand gelangten. Von den Litauern schlössen ür M^vv lK Md ließen ihre Söhne und Töchter nur

reihen Hinter einander griffen die Russen an, sodaß, wenn die vordersten Reihen niedergemetzelt waren, die dahinterstehenden Linien über die Berge der Leichen vor- stürmen mußten. Die Ergänzung des russischen Heeres war demgemäß auch in den letzten Monaten schon sehr mangelhaft. In Memel hauste schon die überall berüch­tigteReichswehr", da aktive und gediente Mannschaften nicht mehr vorhanden waren. Die Jahresklasse 1915 steht schon unter den Waffen und die Jahresklasse 1916 ist bereits eingezogeu worden. Die russische Heeresver­waltung hat sich schon genötigt gesehen die Reservisten in fremden Ländern aufzufordern, sofort zu den Waffen zu eilen. Damü wird sie aber kein Glück haben, denn auch im russisch-japanisch« Kriege kamen nach Berech­nungen der russischen Heeresverwaltung nicht mehr als 2 Prozent der Reservisten aus fremden Ländern zu­rück. Man ersieht aber daraus, daß Rußland schon zu ungewöhnlichen Mitteln seine Zuflucht nehmen muß, um das dezimierte Heer wieder anfsnfrifcöen. Zur Ver­teidigung seiner langen Grenzen hat Rußland ungeheuer viel Menschen nötig. Da ein wirklich kriegsbrauchbarer Ersatz dem russischen Heere nicht mehr zur Verfügung steht von Millionenheeren ganz zu schweigen so wird die Verblutung in den Karpathen in der Zukunft die schwersten Folgen haben.

Von der Westfront.

Deutschlands günstige Kriegslage von Frankreich zugegeben.

DieKöln. Ztg." berichtet aus Kopenhagen:Ber- lingske Tidende" erfährt über Neuyork aus London: Der amerikanische Oberst House hat von amtlicher Pa­riser Seite auf eine Anfrage über die Möglichkeit der Einleitung von Friedensverhandlungen die Antwort er­halten, die Zeit sei noch nicht gekommen, da der Abschluß des Krieges jetzt nur Deutschland nutze, und der Plan der Verbündeten, den preußischen Militarismus zu ver­nichten, vereitelt würde. Eine amtliche französische Per­sönlichkeit stattete House einen Besuch ab und erklärte ihm, jede Friedensmission sei zwecklos, solange die deut­schen Truppen in Belgien und Frankreich ständen.

DieKöln. Ztg." bemerkt hierzu: Wir entnehmen dieser Erklärung von französischer Seite mit Befrie­digung, daß man auch dort die gegenwärtige militärische Lage der Zentralmächte tatsächlich als sehr günstig an- sieht, sodaß ein Friedensschluß zur Stunde einen vollen Sieg Deutschlands und seiner Verbündeten ergeben würde. Die Aeußerung beweist, wie wenig die Prah­lereien der feindlichen Presse die ernhafte Auffassung in jenen Ländern widerspiegeln. Im übrigen geben wir den Franzosen recht, wenn sie House erklären, Frie­densverhandlungen seien im Augenblick aussichtslos; da unsere Feinde noch nicht gewillt sind, sich vor den Be­weisen unserer militärischen Kraft, die wir ihnen ge­geben haben, zu beugen, so müssen die Waffen weiter sprechen, bis sie unseren Gegnern die heute noch man­gelnde Einsicht unserer Unüberwindlichkeit eingehäm­mert haben.

Schwere englische Verluste bei Bpern.

** Amsterdam, 23. April. (T. U.) Times und Daily Mail veröffentlichen «ach derBl. Mp." Berichte über den Kampf um die Höhe 60 bei Aper«. Eine ge­waltige Explosion hatte einen Krater gebildet, wie er so groß während des ganzen Krieges noch nicht dage­wesen ist Ein ganzes Bataillon setzte sich darin fest. Bei Anbruch der Nacht kamen frische Truppe» zur Ver­stärkung des Laufgrabens. Die deutschen Kanonen hielten jedoch das Gelände direkt unter Feuer, so daß es die ganze Nacht Granaten regnete und die Engländer sehr schwere Verluste hatten. Bei Tagesanbruch machten die Deutschen einen wütenden Angriff. Trotz des ver­nichtenden Schnell- und Maschinengewehrfeuers stürm­ten sie tollkühn und erreichten die Laufgräben, wo ein Bajonettkampf einsetzte, der über den ganzen Tag au- hielt.

o-* Haag, 23. April. (T. U.) Nach Londoner Privat- meldungen verlautet, wie dieTgl. Rdsch." berichtet, in den Kreisen des Kriegsministeriums, daß bei den letzten Gefechten an der Eisenbahn Apern-Comines nnd um die Höhen westlich die von den Engländern erlittenen Ber­lnste 4000 Tote nnd Verwundete betragen.

Glanzleistung eines deutschen U-Bootes.

Berlin, 22. April. (WTB.) Von besonderer Seite erführt eine Berliner Korrespondenz: Ein in diesen Tagen von einer Unternehmung zurückkehrendes deut­sches Unterseeboot hat den englischen Fischdampfer Glencarse" an der schottischen Küste in der Nähe von

altschen Fischdampfer Liste in der Nähe von

untereinander heiraten. Dann kamen Jahre, in denen die Litauer von der Auswanderungslust wie von einem Fieber ergriffen wurden. An ihre Stelle traten deutsche Besitzer. Wohl hielten die Litauer mit Zähigkeit an ihrer Sprache fest, aber sie blieb auf die Familie be­schränkt.

Von dem Arbeitsfest war nur uvch eines übrig ge­blieben, die Linutulka, das gemeinsame Flachsbrechen. Es wurde merkwürdigerweise stets des Nachts abge­halten. Mit Sonnenuntergang versammelten sich Män­ner und Frauen bei bem Bauern, der die Talka feierte. Jeder Mann brächte eine Flachsbrake, jede Frau ein breites, blankes Holzmesser. Zuerst gab es einen kalten Imbiß, um Mitternacht folgte ein reiches, warmes Mahl, um vier gab es Kaffee und nach Beendigung der Arbeit noch einen Imbiß.

Für die alten Mäner, die nicht mehr mitarbeiteten, waren auf der rein gefegten Tenne Tische aufgestellt. Sie wurden mit Alans, einem starke«, selbstbereiteten Bier, das trübe ist und säuerlich schmeckt wie Weißbier, reichlich bewirtet. Die jüngere« Leute erhielten einen dünneren Aufguß, der stark genug war, sie fröhlich zu stimmen, ohne sie zu berauschen. Die ganze Nacht hin­durch fangen sie bei der Arbeit ihre Dainvs, uralte, schöne Volkslieder heiteren und schwermütigen In­halts.

Mit Sonnenuntergang war Karl aus dem Walde heimgeommen. Bei den Holzschlägern, die eine Scho­nung durchforsteten, hatte er Heimbacher getroffen, der ihn fragte, ob er sich schon nach dem Leumu«d seines Freundes Wolf erkundigt. Ruhig gab Karl zur Ant­wort:

Es werden hier über manchen Forstbeamten böse Dinge erzählt."

Ueber mich auch! Natürlich! Ich habe es aller- diuas, wie ich offen gestehe, ein bißchen toll getrieben. Deshalb bin ich froh, daß ich die Kraft gehabt habe, ein

...... ....... ....... ihm in einen deutschen Nordsechasen eingelaufen.

Einem unserer Unterseeboote ist es also möglich ge­wesen, einen an entlegener feindlicher Küste aufge­brachten Fischdampfer in langsamer Fahrt unbehelligt über die ganze Nordsee hinweg in einen deutschen Hafen einzubringen. Diese Tatsache kennzeichnet in schlagen­der Weise die Unhaltbarkeit der von englischer Seite verbreiteten Behauptung, daß die britische Flotte die Nordsee beherrsche.

Der Passagierverkehr mit England ruht.

Nach Londoner Depeschen verfügte die britische Re- öierung jetzt endgültig die Aufhebung des Passagier- verkehrs zwischen England und Holland bis aus wei­teres. Der englische Generalkonsul in Rotterdam gibt auch die Einstellung allen Schiffahrtsverkehrs zwischen England nnd Belgien bekannt.

»-* Kopenhagen, 23. April. (T. U.) Nachdem eine große Anzahl schwedischer Dampfer von den Engländern beschlagnahmt wurde, haben nach derTgl. Rdsch." die schwedischen Staatsbahnen den Verkauf von direkten Fahrkarten nach England eingestellt.

Acht Fischdampfer für verloren erklärt.

Rotterdamer Blätter melden aus London: Die seit dem 6. April im Kanal als überfällig gemeldeten acht englische« Fischdampfer aus Grimsby sind am 18. April amtlich für verloren erklärt.

Die Geschosse mit erstickenden Gasen.

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrie­ben: In einer Veröffentlichung vom 21. d. M. beklagte sich die englische Heeresleitung darüber, daß deutscher­seitsentgegen asten Gesetzen zivilisierter Kriegführung" bei der Wiedereinnahme der Höhe 60 südöstlich von Npern Geschosse, die beim Platzen erstickende Gase ent­wickeln, verwendet worden seien. Wie aus den deut­schen amtlichen Bekanntmachungen hervorgeht, gebrau­chen unsere Gegner seit vielen Monaten dieses Kriegs­mittel. Sie sind also augenscheinlich der Meinung, daß das, was ihnen erlaubt sei, uns nicht zugestanden wer­den könne. Eine solche Auffassung, die in diesem Kriege ja nicht den Reiz der Neuheit hat, begreifen wir be­sonders im Hinblick darauf, daß die Entwicklung der deutschen Chemiewissenschaft es uns natürlich gestattet, viel wirksamere Mittel einzusetzen als die Feinde, können sie aber nicht teilen. Im übrigen trifft die Be­rufung auf die Gesetze der Kriegführung nicht zu. Die deutschen Truppen verfeuern keineGeschosse, deren ein­ziger Zweck ist, erstickende oder giftige Gase zu verbrei­ten" (Erklärung im Haag vom 29. Juli 1899), und die beim Platzen der deutschen Geschosse entwickelten Gase sind, obschon sie sehr viel ««angenehmer empfnnde« wer­den als die Gase der gewöhnlichen französischen, rus­sischen oder englischen Artilleriegeschosse, doch nicht so ge­fährlich wie diese. Auch die im Nahkampf von uns ver­wendeten Rauchentwickler stehen in keiner Weise mit den Gesetze« der Kriegführung in Widerspruch; sie brin­gen nichts weiter als die Potenzierung der Wirkung, die man durch ein angezündetes Stroh- oder Holzbündel erzielen kann. Da der erzeugte Rauch auch in dunkler Nacht deutlich wahrnehmbar ist, bleibt es jedem über­lassen, sich seiner Einwirkung zu entziehen.

Deutschland wirtschaftlich unbesiegbar.

Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich hat sich gegenüber dem Berliner Vertreter derUnited Preß", Carl W. Ackermann, in einer Unterredung über die Folgen des Wirtschaftskrieges u. a. wie folgt ausgesprochen:

Wenn der gegenwärtige Krieg mitSilberlugeln" entschieden werden soll, so ist Deutschland zur Genüge vorbereitet. Auch falls Wallstreet mit den Verbünde­ten ist, hat Deutschland nichts zu fürchten. Das deutsche Volk hat in den beiden Kriegsanleihen gewaltige »nmmett ausgebracht, und nach meiner Meinung wird die dritte Kriegsanleihe im Herbst dieses Jahres, wenn der Krieg noch so lange dauern sollte, denselben kmrch- schlagenden Erfolg haben wie die vorherigen.

Mit dem grüßten Vertrauen in die gegenwärtige Lage Deutschlands, die seine ganze Haltung und seine« Wert ken«zeichnet, erklärte der Reichsschatziekretär wei­ter: Der Reichstag hat bisher zwanzig Milliarden Kriegsanleihe bewilligt, und über 13^ Milliarden sind bereits gezeichnet. Ich glaube, daß die gezeichneten An­leihen bis zum nächsten Oktober oder November aus­reichen werden, wenn der Krieg bis dahin währen sollte. Im Falle jedoch der Krieg länger anhalten sollte, wür­den wir rnhig eine dritte Kriegsanleihe ausschreibe«.

Die Kosten des Krieges werden von Deutschland selbst bezahlt. Alles, was das deutsche Volk, das Heer und Marine benötigen, wird im Lande selbst angefer-

Ende zu machen. Sonst kann man mir nichts nach­sagen."

Karl hatte darauf nichts erwidert und sich unter einem Vorwand bald entfernt. Müde und hungrig kam er nach Hause. Aber vergeblich wartete er darauf, daß seine freundliche Wirtin erscheinen würde, ihm den Tisch zu decken. Endlich kam Krupkat in feierlicher Ge­wandung.

Heute wird bei Abromeit Talka gefeiert. Wenn Sie etwas essen wollen, müssen Sie mitsammen."

Ich bin sehr nuide Krupkat, ich will zu Hause blei­ben und in die Klappe kriechen. Wenn Sie mir bloß ein Stück Brot und Fleisch geben wollte«, bi« ich zufrieöe«."

Aber, Herr Neureuter, man geht doch zur Talka, wenn eine im Dorf gefeiert wird. Da gibt es gut zu essen und gut zu trinken, ganz alten Alaus, der macht lustig. Es geht bloß in die Beine."

Dem Alten war es unverständlich, daß jemand eine Talka versäumen konnte. Er ging kopfschüttelnd ab und brächte etwas zum Essen. Kaum hatte Karl sich an den Tisch gesetzt, als Wolf eintrat.

Mensch, Karl, was fällt Dir ein? Weißt Du nicht, daß bei Abromeit Talka gefeiert wird? Ziehe Dir einen guten Rock an und summe mit. Frau Heimbacher und Therese stehen vor der Türe und warten auf Dich."

Auch jetzt weigerte sich Karl, mitzugehen. Da steckte Frau Heinibacher den Kopf zur Türe herein.Was ist denn mit Ihnen los? Sie Duckmäuser? Sie werden uns doch nicht allein gehet! lassen?"

Um nicht unhöflich zu erfdjeüien, mußte Karl der Aufforderung Folge leisten. Es war ihm aber gar nicht lieb. Er wollte seiner aufsetutenden Neigung für Heim­bachs Schwester nicht neue Nahrung geben. Mit Mühe hatte er der Versuchung widerstanden, in die Försterei zu geheu und mit Therese zu Pfändern. Jetzt sollte er den ganzen Abend mit ihr zubringen und sich stundeu- lana mit ihr unirrhalte». (Fortsetzung folgt.).