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Aus dem großen Hauptquartier
W> Großes Hauptquartier, 19. April 1915. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Südöstlich von Apern wurden die Engländer aus dem noch gehaltenen kleinen Teil unserer Stellung vertrieben. Mit starken Angriffen längs der Bahn Npern- Comines versuchten sie gestern abend sich erneut in den Besitz der Höhenstellung za setzen. Der Angriff brach unter schwersten Verlusten zusammen.
Bei Jngelmnuster ist der französische Fliegerlent- nant Garros zum Landen gezwungen und gefangen ge- nommen worden.
Zwischen Maas und Mosel verlief der Tag unter Artilleriekämpfen. Ein schwächlicher französischer An- grlsfsversnch gegen die Combresstellung wurde durch unser Feuer im Keime erstickt.
In den Vogesen mißglückten zwei französische Angriffe gegen die von uns genommene Sattelstellung westlich des Reichsackerkopfes und ein Angriff gegen die Höhe« nördlich Steinabrnck. Nach starken Verlusten zogen sich die Franzosen zurück.
Oestlicher Kriegsschauplatz, Die Lage ist unverändert.
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Das Ausland wird von Frankreich nnd England aus scheinbar sogar von amtlicher Stelle mit Siegesnachrichken über angebliche Erfolge unserer Gegner anf dem West- kriegsschauplatz überschwemmt. Alle diese Berichte sind einfach erfunden. Ihre Widerlegung im Einzelnen lohnt sich nicht. Es wird vielmehr lediglich anf ihre Nachprüfung an Hand der dienstlichen deutschen Kriegsberichte verwiesen.
Oberste Heeresleitung.
Dom österr-ungar. Generalstab
Wien, 19. April. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:
In Russisch-Polen und Westgalizien keine besonderen Ereignisse.
An der Karpathenfront herrscht, abgesehen von «n- bedentenden Kämpfen im Waldgebirge, in deren Ver- l«nf 197 Mann gefangen wurden, Rnhe.
In Südostgalizien und der Bukowina vereinzelte Artilleriekämpfe.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschallentnant.
90 000 russische Offiziere bisher verloren. ____Das russische Heer baUck einer soeben auf GrnnL der amtlichM VerKtstlisteu geniachten Aufstellung des „Rutzkt Invalid" insgesamt mehr als 90 000 Offiziere verloren, von denen 71608 als tot und 18 622 als gefangen ausgewiesen wurden.
Die „Rückkonzentrierrmg" des russischen Karpathenheeres.
Vor einigen Tagen bezeichneten wir in einem Aufsatz, „Die Riesenverluste des russischen Heeres in freu Karpathen" diese Schlacht als das „Grab des russischen Heeres". In den folgenden Ausführungen ist der Zusammenhang zwischen den Verlusten und der Rückwärtskonzentrierung des russischen Heeres klargelegt.
„Die Schlacht der Giganten" — wie die Karpathen- schlacht jüngst genannt wurde — neigt sich, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, nunmehr nach wochenlanger Dauer ihrem Ende entgegen. Der amtliche russische Telegraas verkündet, daß die russische Karpathenarmee die „Rückkonzentrierung" begonnen habe, da sie das schlechte Wetter dazu zwinge. Man kennt dieses „schlechte Wetter" schon von den Kämpfen um die Dardanellen her. Auch dort verhinderte angeblich das schlechte Wetter kriegerifche Matz- nahmen, nachdem die feindliche Flotte aber vorher erst stark geschwächt worden war. Zuerst hieß es in den russischen Blättern, daß das Wetter der beste Bundesgenosse Rußlands sei. Anscheinend aber hat sich dieser Bundesgenosse schlecht bewährt. Jedenfalls war dieses „Ringen der Millionen" in den Karpathen eine
Jm Schatten des Verdachts.
Roman von Fritz Skowronuek.
15) (Nachdruck verboten.)
Früher, als Heimbacher noch eifrig Karten spielte, hatte er sich nie darum gekümmert. Da war es ihm lieb, wenn seine Frau Unterhaltung fand und nicht an die Heimfahrt mahnte. Jetzt fühlte er eine Empfindung in sich aufsteigen, die mit Eifersucht eine verteufelte Ähnlichkeit hatte. Mit einer unmutigen Handbewegung suchte er das Gefühl von sich zu weisen.
„Ach was, Unsinn! Ich langweile mich und da kom- men die dummen Gedanken. Teilte gute Olga, mein treuer Kamerad! Es ist eben ihr Temperament."
Aber heute hätte sie doch dem Wolf gegenüber mehr Zurückhaltung zeigen müssen. Sie war doch auch von dem jungen Menschen dadurch beleidigt, daß er seit drei Wochen ihr Haus mied — und aus einer so geringfügigen Ursache. — Seine Frau und Wols waren ja ausgelassen lustig gewesen, da er sich darüber ärgerte und ihnen unwirsch zurief, sie möchten doch die Kindereien lassen. Darauf war Wolf mit frostigem Abschied gegangen und hatte sich nicht wieder in der Försterei blicken lassen. — Sollte womöglich Wolf —? Aber nein — das war gar nicht denkbar, daß ein Mensch so niederträchtig sein könnte. —
Als Karl zum erstenmal mit Therese au dem offenen Fenster, an dem Heimbacher saß, vorüberging, glaubte er seinen finsteren Blick auf sich gerichtet. Beim nächsten Rundgang merkte er, daß Heimbacher seine Frau und Wolf mit den Augen verfolgte. War der unglückliche Mann auf den jüngeren Kollegen eiferfüchtig? Als die Polonaise mit einem luftigen Hopfer endete, brächte Karl seine Partnerin zu einem Stuhl und fetzte sich neben sie. Sie flüsterte ihm zu:
^BM, Krrr SAmMer Asien Sitz mich aMin, ehe
der gewaltigsten Kriegsschauspiele der Weltgeschichte. Dreimal setzten die Russen mit ungeheuren Kräften gegen die Verbündeten an, um die Front — koste es was es wolle — zu durchbrechen. Dreimal hielten die schwächeren Verbündeten mit zähem Heldentum diesem furchtbaren Ansturm stand. Der letzte Angriff war von allen der furchtbarste. Noch größere Truppenmassen als früher, wurden von den Russen ins Feld geführt. Als Przemysl während dieser dritten Offensive fiel, ging ein Jubeln durch Rußland, denn jetzt waren genug Kräfte frei, um den zähen Widerstand zu brecheu. Aber die Truppen wurden eingesetzt und nutzlos geopfert. Uu- schütterlich stand unser Wall. Darm ging er vorwärts, anstatt rückwärts. Zuerst im Osten, in der Bukowina! Hier holten unsere Verbündeten im starken Siegeslauf ihre Truppen weit hervor bis zum Dnjester. Dann errangen sie Erfolg anf Erfolg im Gebiet der Pässe. Die Russen zeigten sich ermattet. Vom 12. April an, wo der russische Angriff zum Stillstand gekommen war, bis zu ihrer Rttckwärtskouzeutrieruug, die diesem Stillstand folgen mußte, vergingen nur wenige Tage. Aber sie waren von größter Tragweite und Bedeutung. Die ungeheuren Verluste, welche die Russen in den drei Karpatheuoffensiven erlitten haben, haben auch dieses Millionenheer in nicht wieder gutzumacheuder Weise geschwächt. Auch für die zukünftige Gestaltung der Kämpfe sind diese Verluste von ungeheurem Eiuflutz. Die Karpathen sind darum nicht nur das Grab des rttf= fischen Heeres geworden, sondern sie werden auch noch weiter auf die Machtstellung dieses Heeres und auf seine kriegerischen Maßnahmen schwächend wirken. Die amtlich angekündigte „Rückkonzentrierrmg" ist der erste Beweis von der starken Schwächung, welche das russische Heer in diesen monatelangen Kämpfen erhält«: hat.
Serbiens fehlende Angriffskraft.
Der Wert Serbiens als militärischer. Faktor ist, wie aus Petersburger Meldungen hervorgeht, nur noch gering. Bei Beginn der großen Offensive in den Karpathen wurde die serbische Regierung von der russischen Heeresleitung aufgefvröert, zu gleicher Zeit an der Sava offensiv vorzugehen. Das serbische Armeeoberkommando konnte dieser Aufforderung aber nicht nachkommen, da das Heer nicht mehr über die genügende Artillerie verfügt. Einer zweiten dringenderen Mahnung zu einer Wiederaufnahme der Angriffstätigkeit, die während des Höhepunktes der Karpathenkämpfe erfolgte, konnte gleichfalls nicht Folge geleistet werden. Die Zuspitzung des bulgarisch-serbischen Konfliktes hatte zu dieser Zeit Serbien zu einer größeren Truppensammlung an der bulgarischen Grenze gezwungen.
Die Kämpfe bei Praszuysz.
Der Krakauer „Kurjer Codzieuny" entnimmt dem russischen Blatte „Rutzkij Wiedvmosti" folgende Mitteilungen über die Lage in der Stadt Prasznysz (südwestlich von Lomscha) und über die dort stattgefundenen Kämpfe. Die in diesem Raume gewesenen Kämpfe zwischen deutschen und russischen Truppen waren von außerordentlicher Hartnäckigkeit, so daß die Stadt fast einem einzigen Trümmerhaufen gleicht. Die Mehrzahl der Häuser bilde nur einen Schutthaufen. Was nicht in ^tttmtter getegtwurde, ist durch Geschosse schwer beschädigt. Das Geschützfeuer hielt Tag und Nacht an und m allen Straßen gab es erbitterte Stratzenkämpfe. Die Mehrzahl der Bewohner war geflüchtet, und diejenigen, die zurückgeblieben waren, verbrachten die ganze Zeit hindurch in Kellerräumen. Die Kirche ist gänzlich verwüstet, Türen und Fenster fehlen, die innere Einrichtung ist vernichtet, und auch das Altarbild, ein Muttergottes- bild, ist an vielen Stellen von Geschossen durchlöchert. Bewohnbare Räume gibt es fast keine mehr in der ganzen Stadt.
Von der Westfront.
Erweiterte französische Heeresorganisation.
»-* Genf, 20. April. (T. U.) Der erste Heeresaus- fchutz der französischen Kammer beschloß nach dem „B. T.", die Heereskommission zur Annahme des Antrags Dalbiez zu ersuchen und bei der Regierung die Zustimmung zu dem Gesetz zu befürworten. Der Gesetzantrag bestimmt, daß alle waffenfähigen Männer der Armee zur Verfügung gestellt und die Dienststellen im Lande durch Dienstuntaugliche ersetzt werden. Der Ersatz soll methodisch stattfinden, damit die Herstellung von Kriegsmaterial, Munition und Sprengstoffen keine Verzögerung erleidet. Nur Spezialisten können nicht ersetzt werden und bleiben in ihrem Wirkungskreise.
Teures Geld für Frankreich.
Die Amerikauer stellen den Franzosen immer schwerere Bedingungen für ihre Kriegsanleihen. Für die bisherigen 50 Millionen Dollars Schatzscheine zahlt
der Tanz aufhört. Sonst komme ich gleich mit ihnen ins Gerede. Die Zungen sind hier alle scharf und spitz."
Karl stand sofort auf und verabschiedete sich mit einer angemessenen Verbeugung. Er wäre gern still neben ihr sitzen geblieben, aber sie hatte wohl recht, ihn darum zu bitten. Das Mädchen war ihm in der kurzen Zeit so lieb und wert geworden, daß er sich nicht ins Gerede bringen mochte. Als er durch den Saal ging, faßte ihn Wolf unter den Arm:
„Mensch, Kollege, Sie sehen ja aus, als wenn Ihnen die Petersilie verhagelt wäre. Haben Sie schon Her- zenskummer hier gekriegt? Ist die sanfte Therese spröde?"
„Lieber Wolf, nicht diesen Ton. Das Mädel trauert um meinen Bruder, den sie sehr lieb gehabt hat."
„Ich Habs wirklich nicht böse gemeint, Kollege. Und nun kommen Sie, ich will Ihnen als der Aeltere e«eu Vorschlag machen. Wir kaufen uns eine Buddel alten Rotspon und trinken Brüderschaft. Ist es Ihnen recht?"
„Gern lieber Wolf, das Schicksal hat uns ja zu- sanrmengeführt."
Als sie Schmollis getrunkerr hatten, nahm Karl Wolfs Hand. „Als Freund und Bruder will ich Dir etwas sagen, Hugo. Ich habe vorhiu gesehen, wie Heimbacher Dich und seine Frau mit bösen Blicken verfolgte. Er ist auf Dich eifersüchtig.
„Dazu hat er durchaus feinen Grund", erwiderte Wolf lachend. „Ich tanze mit seiner Frau gern, weil sie besser tanzt wie alle anderen Frauen und Mädchen zusammengenommen. Früher hat er sich nicht darum gekümmert, als er uoch die Nächte am Kartentisch saß. Da hat er manchmal zu mir gesagt, ich möchte mich doch seiner Frau annehmen."
„Jetzt scheint er aber die Sache mit anderen Augen anzuseheu."
-Das kümmert mich nicht, lieber Karl, Da könn»
5er französische Finanzminister nicht nur 6 Prozent Zinsen, sondern er muß die letzteren auch noch im voraus bezahlen. Trotzdem ist die Geldnot in Paris so groß, daß Finanzminister Ribot mit den Neuyorker Banken wegen Erhöhung des französischen Kredits in Amerika auf 100 Millionen Dollars unterhandelt. Die Summe dient zur Bezahlung der in Amerika gemachten Kriegsbestellungen.
Minister Grey in Kopenhagen.
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o-£ Hamburg, 20. April. (T. U.) Von einer gut mt* terrichteten Hamburger Bank verlautet nach der „Voss. Ztg.", daß der kenglische Minister Grey sich zurzeit iu Kopenhagen befindet, wohin er aus Holland gekommen ist, da er glaubt, sich von dort aus sicherer nach London zurückbegeben zu können als von Holland aus, nachdem feine dortige Anwesenheit bekannt geworden ist. Reuter hatte bereits vor einigen Tagen, und zwar zur Jrre- führung gemeldet, daß Grey bereits wieder in London eingetroffen sei. Grey traf in Kopenhagen mit Vertretern der russischer: Regierung zusammen.
Neutrales Urteil über französische Siegesmeldungen.
Das Gefecht bei Les Eparges, das von den Franzosen als großer Sieg gefeiert wird, findet nach Genfer Meldungen in der neutralen Presse nicht dieselbe Beurteilung. „Guerre Mouöiale" schreibt: Wir gestatten uns diskret zu lächeln, wenn der französische Kriegsminister den Kampf bei Les Eparges mit der Eroberung der Stellung bei Malekoff vergleicht. Die Maashöhen sind noch lange nicht genommen. Die französische Armee ist durchaus nicht sicher, die Höhen baldigst zu nehmen. Seit sieben Monaten spricht man von der Ueberlegenheit der französischen Truppen. Die Deutschen sind aber noch mmer auf demselben Fleck oder weichen so wenig zurück, daß dies auf der Karte Frankreichs kaum sichtbar ist. Die erdrückende Ueberlegenheit zeigt sich nirgends.
Das letzte deutsche Luftbombardement auf Reims.
Die „Nationalzeitung" berichtet aus Luxemburg: Ueber das letzte deutsche Luftbombardement auf Reims melden die Luxemburger Zeitungen, daß insgesamt 38 Personen getötet wurden. Die durch die Bomben entstandenen Brände dauerten die ganze Nacht hindurch und den folgenden Tag. Die Zeitungen bestätigen, daß die Franzosen wieder auf dem Turm der Kathedrale Be- obachtnngsposten und Maschinengewehre ausgestellt haben.
Kriegsernüchterung in England.
Die Anzeichen dafür, daß in England eine gewisse Ernüchterung Platz zu greifen beginnt, mehren sich, so wird der „D. T. Z." aus Brüssel gemeldet, mit jedem Tage. Die zu Kriegsanfang gegründete „Jndependence Labour Party", die unter Führung einiger Parlamentsmitglieder die Politik des Ministeriums Asguith bekämpfte, aber anfaugs nur eine geringe Zahl von Anhängern zählte, ist jetzt zur stärksten Arbeitspartei fit England ausgewachsen, und die „Times" ist genötigt, ihren steigenden Einfluß anzuerkennen. Diese Partei steht aber auf dem Starrdpunkt, daß der gegenwärtige Krieg für das englische Volk gar kein Nationalkrieg, sondern daß er nur ein Krieg der Herren Asguith, Grey und Winston Churchill sei. Daß die Euttttuschung aber auch die bürgerlichen Klassen und nicht aum geringsten die in England bekanntermaßen so einflußreiche Fiuauz- welt erfaßt, beweist ein aufsehenerregender Artikel des „Economiste", der größten und verbreitetsieu HaudelS- und Finanzzeitung in London. Der „Eeouomiste" bezeichnet nämlich das Eingreifen Großbritanniens ut den Weltkrieg offen als einen verhängnisvollen Fehler und stellt fest, daß besser gewesen wäre, Neutralität zu bewahren, wie Gladstone im deutsch-französifcheu Kriege von 1870.
Lebhafte Tätigkeit in der Nordsee.
Amsterdam, 19. April. (WTB.) „Telegraas" meldet aus Blissingen: Die Besatzung des Leuchtschiffes „Noordhinder" meldet, daß zwei englische Fischdampfer, die bei dem Leuchtschiffe Wachdienst tun, gestern von deutschen Fliegern mit Bomben beworfen wurden, die jedoch ihr Ziel verfehlten.
„Nieuws van den Dag" meldet aus Ninniden: Ein Dampfer, der aus London in Nmuiden ankam, sah bei Noordhinder fünf Torpedoboote kreuzen. Ein aus 0lew= castle ankommender Dampfer traf 25 Meilen von ghmtn den ein Torpedoboot und vier Unterseeboote unbekann- ter Nationalität. Ein zurückfahrender Fischdampfer fuhr durch eine Flottille von Kriegsschiffen.
Die „Katwyk" durch einen englischen Torpedo getroffen?
öe£ London. 20. April. (T. u.) Die geheimnisvolle Torpediernng des holländischen Dampfers „Katwyk", die in Holland große Erregung hervorrief und besonders der deutsch-feindlichen Presse Anlaß zu gehässigen Aus-
ten ja alle Förster auf die jüngeren Kollegen eifersüchtig sein, die mit ihren Frauen tanzen."
„Ich habe es Dir nur gesagt, lieber Hugo, weil ich es für meine Pflicht hielt. Dann will ich Dir noch etwas mitteilen, aber nur gegen ehrenwörtliche Verpflichtung, es geheim zu behalten."
„Meine Hand darauf."
„Nuu denn: Becker hat mit Birkner wenige Tage vor seiner Ermordung einen heftigen Streit gehabt."
„Donnerwetter, das ist eine wichtige Neuigkeit."
„Ich meine auch, es ist, wie Du schon vermutet hast, Eifersucht im Spiele. — Becker hat sich ungezogen gegen Therese Heimbacher benommen und mein Bruder kam hinzu."
„Das samt Dir nur Therese erzählt haben."
„Freilich. Sie wurde von ihrer Schwägerin in rücksichtsloser Weise damit geneckt, daß sie um Birkner trauere. Da sagte ich ihr ttacßOer, als wir allein waren, daß es mein Bruder wäre. Sie ist ihm wirklich gut ge= weseu. Was meinst Du nun aber dazu? Verstärkt das nicht freit Verdacht gegen Becker?"
Wolf sah sich um. Am Nebeutische ließen sich eben zwei Gutsbesitzer nieder. „Das wollen wir nachher besprechen. Jetzt wollen wir uns in das Gewühl stürzen. Komm, ich werde Dir ein paar nette Mädchen vor- stellen."
„Ich tanze nicht, Wolf."
Er setzte sich in eine Ecke, so daß er den Saal übersetzen konnte, und hing seinen Gedanken nach. Unaufhörlich freisten seine Gedanken um Becker. Auch mit Heimbacher beschäftigte er sich. Es gab womöglich heute noch ebte häßliche Szene, denn Wolf hatte die Warnung in den Wind geschlagen und tanzte fast nur mit Frau Heimbacher. Das fiel nicht nur ihm auf, sondern auch den andern. Neben ihm standen zwei Männer, die er nicht kannte. Den einen hörte er sagen:
(Foxtfetzung folgt.)