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aVends 20 Seemeilen von Peterheao gesunken. Der Ka­pitän sagt aus, daß nach einer Heftigen Explosion das Schiff nach zwei Stunden gesunken sei. Der Kapitän glaubt, daß das Schiff von einem Torpedo getroffen sei.

Anmerkung des WTB.: Nach einer gestrigen Mel­dung hat der Kapitän an seine Reederei telegraphiert, daß das Schiff auf eine Mine gelaufen sei.

17 überfällige englische Dampfer.

Nach einer Genfer Meldung derMagdeb. Ztg." wurden am 15. April insgesamt 17 englische Dampfer für die Zeit vom 1. bis 14. April als überfällig gemeldet. Sie sind mutmaßlich torpediert.

Bewaffneter Dampfer.

e-^ London, 19. April. (T.-U. ) DieTimes" bringt ben Brief eines Passagiers eines White-Star-Post- dampfers, worin mitgeteilt wird, daß das Schiff tat­sächlich zwei Geschütze von 4,7 Zentimeter mit Bedie­nungsmannschaften führte. Der Kapitän habe erklärt, er würde sich nicht ohne weiteres von einem Untersee­boot versenken lassen, sondern sich kräftig verteidigen.

Der Türkenkrieg.

Neue britische Verluste vor den Dardanellen.

Konstantinopel, 19. April. (T. 11.) Das eng­lische PanzerschiffSwiftsure", das den Kampf in der Sarosbucht fortsetzte, nachdem, wie gemeldet, dieMaje- stic" sich beschädigt zurückgezogen hatte, wurde nach dem B. T." gestern ebenfalls von vier Schüssen getroffen und durch eine darauf folgende Explosion schwer beschä­digt. Das durch die türkischen Landbatterien in den Dar­danellen versenkte englische Unterseeboot verlieh, wie jetzt bekannt wird, Plymouth am 28. März, blieb sechs Tage im Hafen von Mudros und 24 Stunden im Hafen von Tenedos. Vorgestern nach Mitternacht traf es vor den Dardanellen ein, wurde aber von den türkischen Scheinwerfern entdeckt. Es tauchte unter, wurde, aber von der starken Strömung gegen das Ufer getrieben. Gegen Morgen wurde es bemerkt und sofort beschossen. Gleich der erste Schutz traf und tötete den Kommandan­ten. Ein zweiter Schutz zerstörte die elektrische Maschine, wodurch drei Mann tödlich verwundet wurden. Durch weitere Schüsse wurde das Boot zum Sinken gebracht. Das Eingreifen englischer Flieger blieb fruchtlos. Durch einen Aeroplan wurde in Erfahrung gebracht, daß acht feindliche Kriegsschiffe vom Typ derMajestic" und der Jrresisttble", ferner derKingfield" und derPrmce vs Wales", zwei andere große Kriegsschiffe, 10 Torpedo­boote, 19 Minensucher und 9 Kohlendampfer ber den Inseln vor dem Eingänge der Dardanellen liegen. Eurer der Kohlendampfer wurde durch eine Bombe unserer Aeroplane zerstört.

Die englische Herrschaft auf den griechische» Inseln.

Nach der WienerPolitischen Korrespondenz" be­richten aus Mythilene in Salomki elngetroffene Rei­sende daß die Engländer Anstalten treffen, auch die Insel Mythilene als Operationsbasis gegen die Dar­danellen zu besetzen. Die englische Militärbehörde hat sich der dortigen Telegraphenämter bemächtigt und ubt strenge Zensur aus. In Saloniki wurde bekannt gege­ben, daß alle Reisende, die sich nach Tenedos oder Lem- nos begeben wollen, vorn englischen Konsul visitiert werden und Reisepässe haben müssen.

Der Kampf in Deutsch-Ostafrika.

Berlin, 18. April. (WTB.) Aus Deutschostafrika sind die nachfolgenden amtlichen Nachrichten eumetrof- fen: In zweitägigen Gefechten wurde der starke Gegner am 18. und 19. Januar bei Jassini geschlagen. Er ver­lor etwa zweihundert Gefallene, vier Kompagnien sind gefangen. Gesamtverlnst des Gegners etwa uebenhnn- dert Mann, dreihundertfünfzig Gewehre, ein Maschinen- aewehr, zwei Reittiere, sechzigtausend Patronen erbeutet. Die Insel Mafia wurde am 10. und 11. Januar von den Engländern besetzt. Leutnant der Reserve Schiller ist schwer verwundet. Sämtliche Deutsche sind gefangen- genommen, mit Ausnahme des Landsturmmannes Bel- king, der sich mit Dau nachts nach Kiltva durchgeschlagen bat Die Landung erfolgte ber Rav Kisimani. Das Ge­fecht begann bei Bodeni und endigte bet Ngombeni. Die Gefangenen sind mitKinfauns Castle" nach Nairobi ge- schafft Verwaltung und Gerichtsbarkeit ist von den Engländern übernommen, Sitz anscheinend Tscholo. Aus der Insel sollen dreihundertfünfzig englische Truppen, zur Hälfte Neger, zur Hälfte Inder, unter europäischen Befehlshabern sein. In Ngombeni stehen drei Ma­schinengewehre. Bei der Landung warenChatam, Fox",Kinfauns Castle" undAdjutant" zugegen. Das Gefecht endete mit dem Fall des Führers bei Ngombeni. Unteroffizier Doerfer zog sich mit den Askarrs nach 9ior= den zuW Er soll sich dann später mit den Askaris er- geben^haben^cke^n usberseer in Ostafrika hatten, wie er­innerlich schon am 3., 4. und 5. November bei Tanga einen glänzenden Sieg gegen den überlegenen, von der Landseite und bom Meere her angreisenden Femd erfoch­ten Nur 2000 Deutsche kämpften da gegen 8000 Eng­länder, die damals über 3000 Mann an Toten, Verwun­deten und Gefangenen verloren. Den letzt, gemejdeien zwei­ten deutschen Sieg in Ostafrika hat unsere Schutztruppe vereint mit Freiwilligen icn Januar bei JafsiNi davon- aetraaen. Der Schauplatz dieser Kampfe liegt im Bezirk Tanga, nördlich der Hafenstadt gleichen Namens und un- ...... ber Grenze von Britisch-Ostafrika. Die Na-

mittelbar an der Grenze von BrltUw-^siasrliu.^yc ^a- men all der Tapferen, die für Deutschlands Lassenebre fern von der Heimat kämpften und starven, wird das Va­terland mit Stolz und Dank in bie Liste l einer Besten

eintragen.

* kciessnlierlei.

Eisenbahttvergünstigun^enfür landwirtschaftliche

en Ver

Der Reichsanzeiger" teilt mit: Mit sofortiger Gül­tigkeit werden zur Wrderuug der Feldbestellungsarbe - ten in der Nähe größerer Städte aus den jj3reiiBtfcßs^ef« nschen und auf den übrigen Staats-, Reichs- und ver­schiedeneil Privatbahnen während der Dauer des Krie- mÄnna von Baugelände^ anr Belehrung der Ansiedler und Bewirtschaftung auf MnoMMchaftl^ herangezogene weibliche Hilfskräfte, die sogclianttt«>r

Helferinnen. _

Die Bombenopfer von Freiburg.

Der Stadtrat von Freiburg (Breisgau) beschütz, die acht Opfer des letzten Fliegerangriffs arrf städtische Ko- swn der Krienerbegräbnisstätte am Sonntag beifetzen /ö ka^n Das badW liest Seit tt^ städtische Rektorat

sein Beileid ausdrücken.

Eine Absage an General Knropatkin.

General Kuropatkin, der seit einiger Zeit in Pe- teräbni a lebt hatte lautNat.-Ztg." deiil Zaren ein Ge- ucb unkerbrKtet nach d Lab, wieder in die Armee liM^ B einiger Zeit erhielt Kurv- pgtkin vom GMßMÜW Nikolai NMlajMusch ein in

acht Opfer ften an

höhnischem Tone gehaltenes Rückschreiben, worin ihm mitgeteilt wurde, daß Rußland leider gezwungen sei, auf die militärischen Fähigkeiten des Generals zu verzichten.

Neue kanadische Hilfstrnppe».

Nach Londoner Privatmeldungen verlautet in den Kreisen der Admiralität, daß Ende April ein Transport von 12 000. Wann kanadischer Infanterie erwartet werde.

Anstauschverhandlungen über Zivilgefangene und Aerzte mit Frankreich.

Der französische Deputierte Pascal, der als Re- servehallptmailn in Maubenge gefangen genommen wurde, ist mit Bewilligung der deutschen Behörden in Genf eingetroffen. Er erhofft einen baldigen Abschluß eines deutsch-französischen Uebereinkommens betreffs der Zivilgefangenen und des Aerztepersonals. England und Rußland würden sich dem Abkommen anschlietzen. Wie gemeldet, findet ein neuer Austausch schwerverwun­deter Gefangener zwischen Deutschland und Frankreich in den ersten Tagen des Mai statt. Vorläufig sind deut­scherseits 1200 schwerverwundete Gefangene, die für den Kriegsdienst nicht mehr tauglich sind, zum Austausch vorgesehen. lieber 200 schwerverwundete Franzosen sind bereits in Konstanz eingetroffen.

Gegen die amerikanischen Waffenlieferungen.

DieMorning Post" meldet aus Washington vom 16. April: Auf Veranlassung der 300 000 Mitglieder zäh­lenden Zentrale der Arbeitergewerkschaften fand in Neu- york eine von 3000 Männern und Frauen besuchte Ver­sammlung statt, in der die Angestellten der Fabriken für Kriegsbedarf zur Arbeitseinstellung aufgefordert werden, um die Lieferung von Waffen und Munition an die Kriegführenden unmöglich zu machen. Präsident Wilsou wurde heftig angegriffen, weil er keinen Kon­greß der neutralen Nationen einberufen hätte, um die Lieferung von Waffen, Munition und Lebensmitteln an die Kriegführenden zu verhindern.

Die Behandlung deutscher Kriegsgefangener in Marokko.

In einem an eine rheinische Familie gerichteten Brief aus einem französischen Gefangenenlager in Ma­rokko bittet der Briesschreiber seine Angehörigen, keine Pakete mehr zu schicken, da nichts ausgehändigt werde. Wiederholt seien dort leere, ihres Inhalts völlig be­raubte Schachteln aus der Heimat eingetroffen. Die Ge­fangenen würden beim Straßenbau beschäftigt: sie hätten täglich zehn Stunden Dienst, auch Sonntags. Ein Ge­fangener, der die Arbeit verweigerte, wurde zu 10 Jah­ren Zwangsarbeit verurteilt. Die Beköstigung sei schlecht und ungenügend. Des Nachts kampieren die Nnglück- lichen auf bloßer Erde. Dadurch, daß der Brief in platt­deutscher Mundart abgefaßt war, passierte er auffallen­derweise unbehelligt die französische Zensur.

Eine plumpe Erfindung.

Die KopenhagenerNationaltsheNde" vom 12. April will aus Paris erfahren haben, die deutschen Offiziere in Belgien seien mutlos und überzeugt, sie müßten das Land' in Kürze verlassen. Während der letzten Nächte der vorigen Woche habe man schon große Uebungen zur Räumung von Brüssel innerhalb zweier Stunden vorgenommen. Die- cherlulsien dieser plumpen Erfindung wird am besten durch! bte Tatsache bewiesen, daß in ben letzten Tagen von den deutschen Militärbehörden ben belgischen Landwirten Kar- toifeln und Hafer zur Aussaat gegen Rückerstattung in natura nach der Ernte in großen Mengen zur Verfügung gestellt worden sind. Die maßgebenden militärischen Kreise in Belgien scheinen danach über die Dauer ihres Aufent­halts in Belgien recht beruhigt zu sein.

Verurteilte Landesverräter.

Jtl beut Spionage-Prozeß vor dem zweiten Straf­senat des Reichsgerichts wurde Sonnabend nachmittag das Urteil verkündet. Es lautet gegen den Schreiber ^lrthnr Heyduck auf vier Jahre, gegen die Schreiber Bruno Schulz, Willy Frenske auf je drei Jahre Gefäng­nis, gegen den Handlurrgsgehilserr Wladimir Kaszu- bowski auf zwei Jahre Gefängnis und gegen den Hand- lungsgehilfen Waclaw Kontecki auf vier Jahre und sechs Monate Zuchthaus uub zehn Jahre Ehrverlust. Jedem der Angeklagteil wurden acht Monate auf die Unter­suchung angerechnet.

Ilus der Beweiserhebung ging solgendes hervor: Die Angeklagten Heyduck, Kontecki und Kaszubowski waren im April 1911 in Alexandrowv mit russischen Offizieren in Verbindung getreten, um diesen den Besitz eines Schlosses eines im deutschen Heere eingeführtell Gewehres zu verschaffen. Zu einer Ausführung dieser Absicht ist es jedoch iiicsit gekommen. Um nun diese in Alexandrowv angeknüpften Beziehungen auszunützeu, setzten sich Heyduck uub Koniecki mit Schulz und Frenske in Tborn in Verbindring und ließen sich eine von Frenske in dem Militärbureau gestohlene Zeichnung aushändigen, die sie dem russischen Spionagebllreau zu übermitteln aebadjteit. Sodann versuchten sie von einem preußischen Unteroffizier den Mobilmachungsplatt uub Zeichnungen von der Festung Thorn zn bekommen, um diese gleichfalls dem russischen Nachrichtenbureau aus- zuliefern. Bei allen diesen Gegen,landen handelt es sich um Schriftstücke und Zeichnungen, dessen Geheimhaltnug im Interesse der Sicherheit des Deutschen Reiches gebo­ten war. Daß die Arlgeklagien sich dessen bewußt ge­wesen sind, hat das Gericht als erwiesen angesehen. Da es jedoch zu einer Auslieferung der Gegenstande an das russische Nachrichtenbureau nicht gekommen ist, so blieb es nur bei diesem Versuchsverrat mckitaratfcher Gehecm- nisse im Sinne des § 3 des Spionagegesetzes. Als straf­mildernd ist nur die Jugend der damals noch nicht 18 J^ahre alten drei Angeklagten wodurch diese vor dem Zuchthaus bewahrt worden sind - berücksichtigt worden.

Vermischtes#

Doppeltes Todesurteil. Aus Bayreuth meldet der Draht: Das Oberfränkische . Schwurgericht verurteilte ben tebiacii Dienstknecht Heinrich Sieger aus Unter« vokau wegen zweifachen Mordes zweincal zum Tode. Steaer hatte am 20. November 1914 in Joditz bei Hof die Landwirtsfrau Tietsch uub deren 69jährige Mutter e mordet. Er war in das Haus eingedrungen, um. wie er selbst eingestand, die beiden Frauen zu toten und das vorhandene Geld der Eheleute 4.iehdj zu rauben. In- folge des Geschreies der Kinder der Ermordeten floh er jedoch, ohne etwas mitzurlehmen.

Verheerungen durch einen Zyklon. Nach einer Atel- duua aus Paris wütet in der Sambava-Gegend am Ma­dagaskar ein Zyklon, der Gebäude in Smbava und meh­rere Eingebvrenendörfer zerstört hat.

Der Fall von Przemysl im Offiziersgefangenen- Ä« & M»K»» LL SXÄ © »SM Wien miteinander, sprachen erregt auf die Wachmann­schaften ein, schrieben freudige Briefe und erklärten, daß ihre Gefangenschaft nun bald ein Ende habe, da mit dem Fall von Przemysl der endgültige Sieg der Rüsten vor der Türe stehe. Um Krawallen vorAuueimeiL hielt

der Kommandant des Gefangenenlagers in der folgen« den Nacht eine verschärfte Aufsicht für geboten. Er selbst begleitete die Patrouille bei ihrem Rundgang durch die Schlafsäle. In einem der Säle ertönte bei seinem Er­scheinen der Ruf:Przemysl ist gefallen! Hurra!" Der Kommandant kehrte sofort um, stellte den Rufer es war der rusfifche Unterleutnant Eugen Philemon fest und befahl ihm, aufzustehen. Philemon kam dieser und einer zweiten Aufforderung nicht nach, so daß der Kommandant schließlich einigen Landsturmleuten den Auftrag gab, Philemon aus dem Bett zu tragen. Der russische Unterleutnant hatte sich nun vor dem Halleschen Kriegsgericht wegen Ungehorsams und Achtungsver- letzuug zu verantworten. Er gab an, daß er in der Nacht angeheitert gewesen sei, da er nicht nur die ihm zustehende Bierration, sondern auch bte einiger Kamera­den getrunken habe. Er habe mit seinem Ilusruf nicht den Koucmandanten gemeint, er habe ihn vielmehr seinen Kameraden als Gutenachtgruß gewidmet. Der Anklage­vertreter hielt demgegenüber, daß Philemon, der nur gebrochen deutsch spreche, seinen Ausruf in deutscher Sprache getan habe. Er habe damit zweifelsohne die deutschen Offiziere und Mannschaften verhöhnen wollen. Bet dem Strafmaß sei allerdings zu berücksichtigen, daß Philemon als russischer Offizier sich über den Fall von Przemysl freuen durfte. Er halte daher 14 Tage stren­gen Arrest für ausreichend. Für die Gehorsamsverwei­gerung bitte er aus zwei Monate Gefängnis zu erkennen. Das Gericht erkannte auf vier Wochen strengen Arrest wegen der Achtungsverletzung, für die Gehorsamsver­weigerung würbe auf drei Monate Gefängnis ersannt; beide Strafen wurden zu 3% Monaten Gefängnis zu- fammengezogen.

Heldentod eines Sanitälshundsührers.

Der Berliner Radierer und Kupferstecher Ludwig Schäfer ging, nachdem er im Auftrage des Ministeriums einen großen Kupferstich ausgeführt hatte, im vergan­genen Oktober als freiwilliger Sanitätshundführer ins Feld. Er wurde bald zum Gefreiten befördert, hat aber am 6. März in den Karpathen den Heldentod gefunden. Jetzt ist bei der Schwester des Gefallenen nach demB. T." ein Brief eingetroffen, in dem es heißt:

Nach der Kommandierung Ihres Bruders von der Sallitätskompagnie zu meinem Bataillon habe ich bald Gelegenheit gehabt, auf den Märschen der Truppe und bei unserer gemeinsamen Tätigkeit unseren Sanitäts­hundführer als pflichttreuen, zu jeder Zeit bereiten Hel­fer schätzen lernen, der sich in rührender Fürsorge für unsere verwundeten und gefallenen Kameraden vor kei­ner Arbeit scheute, und, was er tat, mit Geschick und Um­sicht verrichtete. An seinerLiesel" hing der Vorstorbene mit großer Liebe, die von dem braven Tiere in gleichem Maße erwidert wurde, uub mit aufrichtiger Bewun­derung haben wir 'das innige Zusammenleben und Ver­stehen von beiden beobachtet. Von dem großen Erfolge Ihres Bruders und seines treuen Begleiters bei der Ab- suche des Schlachtfeldes bei der Erstürmung einer Höhe am Lysapaß wissen Sie bereits. Mir werden jene schwe­ren Tage unvergeßlich bleiben, und mit an erster Stelle werde ich dabei immer der wahrhaft aufopfernden Tä­tigkeit Ihres Bruders gedenken: bemi es war eine Glanzleistung, die nicht so leicht überboten werden dürfte. Nach einem äußerst anstrengenden Aufstieg und mehr als 20 Grad Kälte war Ihr Bruder noch im­stande, eine ganze Nacht hindurch das schwierige Gelände abzusuchen und elf Verwundete, die, zum Teil leicht ver­letzt, abseits zusammengebrochen und bei der eisigen Kälte unbedingt dem weißen Tod- der Berge verfallen waren, zu retten und der ärztlichen Behandlung zu- zuführen. Danach war es rührend, wie bescheiden er alle anerkennenderl Worte über diesen glänzenden Er­folg mit den Worten ablehnte, daß er nur seine Pflicht getan hätte.

Das Unglück geschah dann eines Nachts ganz uner­wartet gegen 12 Uhr. Eine schwere Granate schlug in das Gebäude, das Ihr Bruder mit mehreren Kameraden bewohnt und das gänzlich zertrümmert wurde. Ich eilte auf das Krachen sofort aus dem Nachbarhause hinzu und fand den Braven in bewußtlosem Zustande unter den Krümmern liegend. Die nähere Untersuchung er­gab eine schwere innere Verletzung, wahrscheirrlich Schlagaderzerreitzuug in der linken Brustseite durch Gra­natsplitter. Nach etwa einer halben Stunde trat dann der Tod durch innere Verblutung ein, ohne daß der Ver­letzte das Bewußtsein wieder erwngte. Tags darauf ha­ben wir ihn neben Kameraden des Bataillous gebettet, deren Gräber seine geschickte Hand mit hübschen Kreu­zen und zierlichen Inschriften darauf geschmückt hatte. Das Grab befindet sich in Orawa, etwa 400 Meter nord­westlich der Kirche, und ist mit einem schlichten Holz- kreuz und deutlicher Inschrift versehen. Der beste Freund des Verstorbenen, dieLiesel", war gleichfalls nicht nnerheblich verletzt und fand sich gänzlich verstört und traurig am nächsten Morgen bei der Leiche ein. Da mit dem sonst so munteren Tier absolut nichts allzusan- gen war, sandten wir es nach einigen Tagen zur ®ant= tätskompagnie zurück. Wir werden den beiden wackeren Helden ein treues Gedächtnis bewahren. (Unterschrist.)

Weitere Drahtnachrichten,

Eine Liste der N-Bootopfer.

^ Berlin, 19. April. (WTB.) Verschiedene Blät­ter berichten: Eine Amsterdamer Versicherungsfirma veröffentlicht eine Liste der vom 15. März bis. '»lprii von deutschen Unterseebooten torpedierte« Schiffe. Es werden darin 38 englische, 5 französische, 6 holländische Schiffe, von denen allerdingo zwei auf Mmen lusen, so­wie je ein russisches, PprtmveMti^ W pfner Rotterdamer Meldung durchaus nicht die deZsche Mark?, es dürfte also die Torpedierung durch die Engländer erfolgt sein.

Verabschiedete belgische Generale.

Rrüssel, 19. April. (WTB.) Die ZeitungLes Bruxelles" will erfahren haben, daß seit Ausbruch des «/ißeaes neun belgische Generale, darunter der Komman- dank^er Festung Namur, und fünf Regimentskomman­deure verabschiWet und zwei Generale zur Dispositior gestellt worden sind.

Die Kämpfe in Mesopotamien.

Konstantinopel, 19. April. (WTB.) Das Haupt­quartier teilt mit: Jnsolge eines von der Vorhut un- serer T uppen tu der Gegend von Bassorah unternom­menen Angriffes fanden in der Umgebung von Schabio und Alberdjeissizih Kämpfe statt. Unsere Truppen dran­gen in die befestigten Stellungen des Feindes ein, zo­gen sich aber infolge der Ankunft englischer Verstärkun­gen aus dem Gebiet dieser Befestigungen zurück.