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Aus dem großen Hauptquartier
~ o-* Großes HauptquaMer, 18. April 1915. lich WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nach Vornahme von Sprengungen drangen abend die Engländer südöstlich von Npern in
(Amt
gestern unsere
Höhenstellung dicht nördlich des Kanals ein, wurden aber im Gegenangriff sofort wieder znrnckgeworfen. Nur um drei von den Engländern besetzte Sprengtrich- ter wird noch gekämpft.
In der Champagne sprengten die Franzosen neben der vorgestern von uns eroberten Stellung einen Graben ohne Vorteil zu erringen.
Zwischen Maas und Mosel fanden nur Artilleriekämpfe statt.
In den Vogesen bemächtigten wir uns südwestlich von Stotzweier am Sattel einer vorgeschobenen fra»- zöfischen Stellung.
Südwestlich von Metzeral wurden unsere Vorposten vor überlegenem Feuer auf ihre Unterstützungen zurück- genommen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Im Osten ist die Lage unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Dom österr.-ungar. Generalstab
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w ...... ■ in—।
Wien, 18. April. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:
Die allgemeine Lage ist unverändert. In den Wald- karpathen wurden bei Nagypoany, Zellö nnd Telepocz russische Angriffe blutig abgewiesen. 7 Offiziere, 425
Mann wurden gefangen genommen. Au allen übrigen Fronten nur Geschützkämpfe.
Am südlichen Kriegsschauplatz keine Ereignisse. Serbisches Artilleriefener aus der Gegend von Belgrad wurde, wie schon öfter, erfolgreich erwidert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant.
Erweiterung der Landsturmpflicht in Oesterreich.
In einer amtlichen Bekanntumchung wird nach einer WTB.-Meldung ans Wien gesagt: Es erscheint dringend notwendig, einen Ausbau der geltenden Be- Muunungen über den Landsturm nach der Richtung eintreten zu lassen, daß einerseits die Landsturmpflicht auf weitere Jahrgänge ausgedehnt, und andererseits eine ausgiebige Ergänzung des Heeres und der Laud- wehr sichergestellt werde. Um diesen unabweislichen Erfordernissen Rechnung zu tragen, ist in Aussicht genommen, die Landsturmpflicht in beiden Staaten der Monarchie in Znknnft schon mit dem Jahre, in dem das 18 Lebensjahr vollendet wird, beginnen und bis znm Ende des Jahres der Voüstrecknng des 50. Lebensjahres währen zu lassen. Auch soll das erste Aufgebot die Jahrgänge bis zur Vollstreckung des 42. Lebensjahres umfassen und die Möglichkeit geboten werden, in ganz besonderen Ausnahmefällen auch die dem zweiten Aufgebot Angehörenden zu Zwecken der Ergänzung des Heeres und der Landwehr heranzuziehen. Die Schaffung neuer Landsturmkategorien bedeutet jedoch keineswegs, daß auch alle diese neuen Kategorien zugleich sofort oder auch nur in allernächster Zeit tatsächlich zum Landsturmdienst werden herangezogen werden.
Vorwärts in den Karpathen.
In dem schweren Ringen in den Karpathen ist jetzt, wie der Korrespondenz „Seer und Politik" geschrieben wird, eine günstige Wendung eingetreten. Die russischen Durchbruchsversuche sind überall gescheitert, und die geschlossenen deutsch-österreichischen Heeresfäulen haben sich, nachdem sie den mächtigen Anprall der russischen Massen aufgehalten haben, langsam an mehreren Stellen nach vorwärts in Bewegung gesetzt. Daran konnte auch die Einsetzung der freigewordenen russischen Belage- rungsarmee von Przemysl nichts ändern, die nicht einmal ausreichte, um die ungeheuren russischen Verluste auszugleichen. Der „General Winter", nach russischen Erklärungen der beste Bundesgenosse Rußlands, hat den Russen tatsächlich keinerlei Erfolge gebracht. Jetzt,
Jm Schatten der Verdachts.
Roman von Fritz Skowronuek.
14) (Nachdruck verboten.)
Seine rechte Hand war schon mehrmals zögernd in die Brusttasche seiner Uniform gefahren, als wolle sie sich von dem Vorhandensein eines Gegenstandes überzeugen, den der Förster für außerordentlich wichtig hielt. Nach einem scheuen Blick auf seine Umgebung zog Heimbacher wirklich ein Schriftstück aus der Tasche. Einen Brief. Ein großer Bogen gelben Papiers war zusammengefaltet, wie man es bei amtlichen Schreiben, die keinen Umschlag benutzen, noch jetzt findet, und auf der Rückseite mit Schellack geschlossen.
Unentschlossen drehte er den Brief in den Händen. Dann betrachtete er in dem ungewissen Licht, das aus dem Feuer fiel, die Handschrift, die bei näherem Betrachten den Eindruck machte, als wäre diese Regelmäßigkeit der Buchstaben eine Verstellung.
„Das erstemal wars eine Frauenhand, diesmal scheint ein Mann die Adresse geschrieben zu haben. Vielleicht ängstige ich mich ohne Ursache, vielleicht ist es ein ganz harmloser Brief —"
Aber er glaubte selbst nicht an diesen Gedanken, der ihn dazu trieb, den Brief zu öffnen. Er fühlte deutlich, was er enthielt.
Endlich erbrach er den Siegel und entfaltete das Papier — Da stand oben über die ganze Seite in unge- Wöhnlich großer Schrift dick unterstrichen:
„An den Mörder seines Kollegen Birkner."
Die Buchstaben tanzten ihm vor den Augen, bis sie verschwamme«. Hastig faltete er den Brief zusammen und barg ihn wieder in der Tafche Kalter Angstschweiß war ihm auf die Stirn getreten. Aengstlich forschend sah er sich nach den anderen Tischen um, ob er von irgend jemand beobachtet würde. Wie Feuer brannte
da dreier General trotz einiger neuer Schneefälle feine Herrschaft dem beginnenden Frühling abtreten muß, werden die besserwerdenden Wege und Kampfesmöglichkeiten die Schlacht noch weiter so unser Heer günstig beein- flussen. Die letzten Generalstabsmeldungen ließen alle erkennen, daß sich unsere Truppen dem Gegner als ge= wachren erwiesen. In den Karpathen und in Galizien haben sowohl die deutschen wie die österreichischen Truppen Erfolge erzielt. Wenn auch die Russen manche Erfolge aufzuweisen hatten, so sind diese doch nicht Be= stimmend für den Ausgang der Schlacht. Schon in Ben früheren Offensiven hatten die Russen mehrfach Erfolge aufzuweisen ohne daß es ihnen jemals gelang, ihr Ziel zu erreichen, nämlich nach Ungarn einzubrechen. Wie oft auch die Russen drrrch ihre Zahlenüberlegenheit vor- drangeii, stets erwiesen sich die Verbündeten doch am Ende überlegen urrd zwangen die Russen ihre Offensive auszugeben. Am 17. und 18. Januar begann die österreichische Offensive. Schlag auf Schlag folgte nun dem Gegenstoß Oesterreichs gegen das russische Heer und immer deutlicher zeigte es sich, daß die russische Stoßkraft gebrochen war. Dies fam nicht nur in dem stetigen Vordringen der österreichischen Truppen, sondern auch in der großen Arlzahl von Gefangenen, welche die Oester- reicher machten, znm Ausdruck. Schon am 25. mußten die Russen in den Karpathen mehrere Paßhöheii räumen. Auch bei Tarnow erlitten sie Niederlagen. Einen Tag später machten die Russen noch einen erheblichen Aligriff, die Pässe des Ung-Tales, die von den Oesterreichern bei ihrer Gegenoffensive genommen waren, wieder zu erobern. Aber sie wurden hier völlig zurückgeschlagen. Aber im oberen Ung-Tale hätten die Russeli sich noch weiter behaupten können. Ihre Stellung war hier un- gemein wichtig, da sie den berühmten Uszoker-Paß bereits seit fast vier Wochen in den Händen hatten und dadurch die Möglichkeit Besamen, ihn stark zu befestigen. In richtiger Erkenntnis der Bedentung, welche dieser Patz für den Verlauf des Krieges in den Karpathen hat, haben die Russen ihn vom ersten Tage an, da sie ihn am 1. Januar erstürmten, vorzüglich befestigt. Die Kämpfe um Biesen Patz dauerten drei Tage. Am 27. Ja- nuar gelang es den Oesterreichern, nach hartem Kampfe den Russell auch diesen wichtigen Patz in den Karpathen wieder zu entreißen. Fünf Wochen dauerte das zweite Ringen, bis die Russen sich Anfalkg Februar wieder zurückziehen mußten: Unser verbündetes Heer hatte trotz aller Siegesrufe der Russen im zähen Widerstand die Oberhand behalten. Die Eigentümlichkeit der bisherigen Karpathenschlachten wiederholte sich wieder bei der dritten Offensive. Die Russen drangen wieder mit ungeheuren Massen vor. Wochenlang tobte der Kampf ohne Entscheidung. Die russischen Massen errangen hier und da Erfolge, aber sie hielten nicht bis zum Schlüsse aus. Die größere Zähigkeit unserer Truppen behielt wieder das endliche Uebergewicht und wird es behalten.
Von der Westfront.
Die militärische Lage im neutralen Urteil.
in
Der Berner „Bund" kommt nach der „Frkft. Ztg." seinem Ueberblick über die letzte Kriegswoche zu folgendem Urteil: Wie sich die Dinge jetzt gestaltet haben, liegen die nächsten Entscheidungen, vielleicht die ausschlaggebenden des Krieges, in den Karpathen, bei den Dardanellen und, wenn auch noch ziemlich versteckt, bei der großen englisch-französischen Offensive, deren erste Grundzüge in der Champagne, bei Neuve Chapelle und zwischen Maas und Mosel in die Erscheinung getreten sind, also auf allen drei Kriegsschauplätzen. Strategische Offensive der Ententemächte und strategische Defensive der Zentralmächte, letztere bisher glücklich, erstere aber weder völlig aufgegeben, noch überhaupt völlig zur Entwicklung gelangt. Einen Ausblick auf den Frieden läßt diese Lage nicht zu.
Der nächtliche Luftschiffangriff auf Straßburg.
Ztg." un-
die Bom-
Aus Stratzburg i. Elf. wird der „Frkft. term 16. April gemeldet:
Heute morgen erschien gegen halb zwei Uhr, wie schon kurz gemeldet, ein feindliches Luftschiff über der Stadt und warf, in westsüdlichem Bogen das Weichbild bestreichend, etwa acht Granaten schwersten Kalibers herab. Eine glückliche Fügung wollte es, datz die Bomben mit einer einzigen Ausnahme sich in Höfen, auf Straßen und Plätzen entündeten und von abgeschwächter Wirkung waren. Soweit bis jetzt in Erfahrung gebracht werden konnte, sind immerhin ungefähr sieben Personen teils schwer» teils leicht verletzt worden. Erfolge von militärischer Bedeutung hat der Feind nicht erzielt.
Wenige Personen, die sich gerade aus der Straße befanden, hatten das Propellersummen des Luftschiffes
ihm der Brief in der Tasche. Einen Augenblick dachte er daran, ein Streichholz zu entzünden und den Brief ungelesen zu verbrennen.
„Du bist doch ein elender Feigling," dachte er eine Sekunde später, „daß du dich von einem anonymen Brief in Angst setzen läßt. Das bezweckt ja der Kerl nur. — Ob er wieder mit Anzeige droht."
Noch einige Minuten kämpfte er mit seiner Unent- schlossenheit. Tann holte er den Brief hervor mit) las:
„Du elender Verbrecher, Du glaubst wohl, daß keiner Dich gesehen hat? Zittere vor der Vergeltung! Es ist ein Zeuge vorhanden, der den Schutz hat blitzen sehen. Er hat Dich deutlich erkannt. Noch acht Tage geben wir Dir Frist, dann geht die Anzeige an die Staatsanwaltschaft!"
Ein gequältes Lächeln spielte um seinen Mund, als er das Schreiben zusammenfaltete und etusteckte.
„Wenn der Kerl mich dadurch zu schrecken hofft, dann irrt er sich. Aber nicht dumm. Es fragt sich bloß, ob er entschlossen ist, seine Drohung wahr zu machen und Anzeige zu erstatten."
Er stützte den Kopf in die Hand und begann zu grübeln. Eine Anzeige konnte ihm in der Tat die fnrcht- Barften Widerwärtigkeiten bereiten. Niemand hatte gehört, wann er in jener Nacht nach Hause gekommen war. Seine Frau schlief fest, sie konnte mit gutem Gewissen kein Zengnis darüber ablegen. Anst dem Wege nach Hause war ihm keine Menschenseele Begegnet. — Die leere Drohung, die dieser Brief enthielt, schreckte ihn also nicht, aber es war schon genug, wenn das Gericht ihn zur Untersuchung zog. - Dann würde er vom Dienst suspendiert, auf halbes Gehalt gesetzt und womöglich gar noch verhaftet — er wagte nicht weiter zu denken.
Gedankenlos hob er das Glas zum Munde. Es war leer. Ein brennendes Verlangen nach einem Getränk, das seine Nerven aufstachelte, überkam ihn. Er stand
gehört und sich vorsichtshalber in den Schutz der Häuser begeben. Bald aber folgte ein dröhnendes Bombardement, bei dem nicht mehr zu unterscheiden war, wann Bomben und wann Kanonenschläge steten. Erst nach etwa 20 Minuten tränten sich da und dort einige Neugierige wieder aus den Häusern heraus. Anscheinend fiel die erste Bombe auf den hellerleuchteten Bahnhofsplatz. Eine Brandgranate soll eilten Lokomotivführer verletzt haben. Die zweite Bombe bohrte auf dem Balm- Hofsplatz unmittelbar vor dem Postgebäude ein Loch in das Pflaster. Sprengstücke der Bombe hatten die eine Seite eines ^oftivagen^ wie ein Sieb durchlöchert. Der Luftdruck, den die Explosionen erzeugten, hat zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Die nächste Bombe ging 150 Meter entfernt in der Kronenburgerstratze vor den Häusern Nr. 70 und 72 nieder. Sie wühlte die Straße
auf und zerriß das Straßenbahngeleise. Die schweren Pflastersteine waren weit umhergestreut. Am Tage wäre die Wirkung der Bombe wahrscheinlich fürchterlich gewesen, da an dieser Stelle meist ein lebhafter Verkehr herrscht. Noch eine Bombe platzte auf dem Kleberplatz zwischen dem Denkmal des Generals Kleber und dem Hotel zum „Roten Haus". An dem Hotel wird kaum eine Fensterscheibe unversehrt geblieben sein. Ein Reisender aus Nürnberg eilte auf die ersten Bombenwürfe hin aus seinem Zimmer in das Vestibül des Hotels. Da fiel die Bombe auf den Kleberplatz, ein Eisenstück traf ihn nnd zerschmetterte ihm den Arm. Auch der Portier des Hauses erlitt eine leichte Verletzung. Die letzten Bomben fielen auf den Kanfhausstaöen und Beit Nikolausstaöen, ohne nennenswerten Schaden an- zurichten. Wieder eine andere Bombe fiel in den Hof des Hauses Kellermanstaden 5 und schlug dort ein Loch von respektabler Größe. Zwei Damen wurden verletzt. Im verwinkelten Thomasgätzchen im Hause Nr. 12 fuhr eine Bombe in die Wohnung des Packers Ostermann. Hier schliefen in drei Betten 6 Kinder, 3 Buben und
gewesen, da an kehr herrscht. N
3 Mädchen im Alter von 18 bis 4 Jahren. Au den jüngsten ging die Bombe haarscharf vorbei, aber keines der Kinder wurde getroffen. Doch die Wohnung der armen Leute ist böse zugerichtet.
Der französische Fliegerangriff auf Rottweil.
Ueber den französischen Fliegerangriff auf die Pulverfabrik in Rottweil werden nach dem „B. T." folgende Einzelheiten bekannt: Gegen 9 Uhr vormittags wurde dem Kommando der Laudsturmkompagnie, die in Rott- weil den Wachtdienst versieht, gemeldet, daß über dem basischen Schwarzwald ein feindlicher Flieger gesichtet werde, der die Richtung nach Rottweil einschlüge. Um 1410 Uhr erschien ein französischer Doppeldecker über Rottweil, wo er in beträchtlicher Höhe mehrere Kreise beschrieb und rasch aufeinander eine Anzahl Bvmbev warf. Die Wachmannschaft hatte dafür gesorgt, daß die Bewohner der Stadt in den Häusern blieben. Mehrere Bauarbeiter, die sich in der Kantine der Pulverfabrik aufhielten, konnten ihre Neugierde nicht bezähmen. Sie traten in dem Moment auf den Hof, als eine Bombe niederfiel. Zwei Arbeiter wurden so schwer verletzt, daß sie kurz darauf starben. Der Bauunternehmer Müller aus Rottweil erlitt ebenfalls schwere Verletzungen, so daß ihm ein Bein abgenommen werden mußte. Es scheint fraglich, ob er mit dem Leben davonkommen wird. Von den Arbeitern, die in der Pulverfabrik beschäftigt waren, wurde niemand verletzt. Der Flieger wurde heftig beschossen. Er warf im ganzen sechs Bomben ab Nachdem das Flugzeug, das mehrere Treffer erhalten hatte, etwa eine Viertelstunde über der Stadt gekreist hatte, flog es in der Richtung mxf) dem südlichen basischen Schwarzwald davon.
Erfolgreiche Arbeit deutscher Flieger.
o-^ Kopenhagen, 19. April. (T. U.) Zwei deutsche Flieger belegten vorgestern mehrere französische Orte im Wasgenmalve mit Bomben und richteten bedeutenden Sachschaden an. Die Franzosen eröffneten heftiges Geschützfeuer gegen die Flieger, die indessen die deut- schen Linien unversehrt wieder erreichten.
Der Unterseebootskrieg.
Ein griechischer Dampfer torpediert?
Das holländische Marinedepartement erhielt die Nachricht, daß der griechische Dampfer „Etlespontos", der Sonnabend Amuiden verließ, in der Nordsee torpediert worden ist. Die Besatzung von 21 Mann und der holländische Lotse konnten sich anf das Leuchtschiff „North- linder" retten.
Der Dampfer „Eglantine", 1312 Sonnen groß, ist Bet dem Versuch, einem Unterseeboot zu entkommen, Bei Filey auf Strand gelaufen. Man hält das Schiff für verloren.
Ein schwedischer Dampfer gesunken.
Der schwedische Dampfer „Folke" mit Holz von Stavanger nach London bestimmt, ist am 14. April
auf und ging langsam zu dem Ausschank am Scheiben- stand, wo die Schankmamsell eben im Begriff war, ihre Vorräte in einen Korb zu packen. Niemand war in der Nähe. Schnell ließ er sich einen großen Kognak einschen- ken, noch einen zweiten.
Als er zu seinem Platze zurückkehrte, hatte sich feine Stimmung etwas gebessert. Neue Gedanken stiegen in ihm auf — er Begann darüber zu grübeln, von wem die Drohbriefe geschrieben fein könnten. Beim ersten, der unzweifelhaft von einer ungeübten Frauenhand her- rührte, hatte er sofort an Agusche Abromint gedacht. Natürlich war Jurgis Schettulat der Anstifter. Der zweite Brief brächte diesen Verdacht ins Wanken. Er zog ihn hervor und betrachtete die Schrift. HnverfennBar eine ausgeschriebene Männerhand, die sich verstellt hatte.
Aber wem sollte er diese Niederträchtigkeit zutrauen? Einem Kollegen? Bei diesem Gedanken überlief ihn ein kalter Schauer. Wäre es möglich, daß er schon bei seinen Kollegen im Verdacht stand? Unmöglich! Sie hatten ihn alle so herzlich und teilnehmend begrüßt. Mancher hatte ihn durch freundliche Znsprache anfzu- muntern versucht. — Nein, der Brief konnte nur von jemand herrühren, der sich an ihm rächen wollte.—
An dem offenen Fenster sogen die Paare vorüber — eben kam seine Frau mit Wolf vorbei — sie sah zu ihm auf und lachte. — Er ärgerte sich über feine Frau. Sie wußte doch ganz genau, wie ihm zumute war, und sonnte so ausgelassen lustig sein! Den ganzen Nachmittag hatte sie sich nicht um ihn geflimmert, aber dem jungen Menschen sonnte sie freundlich, vertraut zu- lächeln. Und den ganzen Abend würden die beiden mit- einander tanzen.
(Forisetzung folgt.)
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