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MMf verantwormry MS, öen ®FaB au Bredels, aber wir dürfen erwarten, daß künftig schwierige Unterneh­mungen Führern anvertraut werden, die ihre Kraft und Umsicht in früheren Kriegstaten Bewiesen. Das goß, das French dem General Douglas Haig spendete, wird ein Echo in England finden, aber um es voll würdigen zu können, müssen wir sicher sein, daß es nicht von Be­förderungen und Auszeichnungen nnd Lobsprttchen für Männer begleitet wird, von denen bekannt ist, daß sie sich nicht anszeichneten.

Die Arbeit unsere U-Boote.

De Gesamtziffer der Schiffsverluste unserer Feinde m Monat März stellt sich, wie dieNattonalztg." er- ährt, auf 20 englische und 3 französische Dampfer, die ämtlich durch unsere U-Boote versenkt wurden. Davon entfallen allein auf das UnterseebootU 29" fünf Schiffe.

Die deutschen Vergeltungsmaßnahmen.

Zur Wiedervergeltung für die Behandlung der deutschen Unterseebootsmannschaften in England wur­den nach derMagdeb. Ztg." aus dem Offiziersgefan­genenlager in Halle a. S. zehn englische Offiziere, da­runter der Sohn des früheren englischen Botschafters in Berlin, nach Magdeburg in Einzelhaft überführt.

Der Türkenkrieg.

Feindlicher Panzerkreuzer vor den Dardanellen in Brand geschossen.

Konstantinopel, 16. April. (WTB.) Aus dem Hauptquartier wird mitgeteilt: Gestern nachmittag be­schoß ein feindlicher Panzerkreuzer in größeren Zeit- abständen nnd ohne Erfolg die Befestigungen der Dar­danellen von der Einfahrt aus. Bier Granaten aus un­seren Batterien trafen den Panzerkreuzer, auf dem ein Brand entstand. Das Schiff fnhr sofort in der Richtung auf Tenedos ab.

Die russische Flotte beschoß gestern Eregli und Zun- guldak und dampfte hierauf in nördlicher Richtung ab. Der ganze Erfolg war die Versenkung einiger Segel­schiffe. Auf den anderen Kriegsschauplätzen keine Ver­änderung.

Die Neutralen.

Italien lehnt die Beteiligung am Kriege ab.

Rom, 16. April. (WTB.) Ministerpräsident Sa- landra empfing den radikalen Deputierten Apuelli, der im Namen vieler interventionistischer Gesellschaften und Körperschaften um eine Audienz ersucht hatte, um dem Minister die Wünsche des Landes vorzutragen und zu verlangen, daß sich Italien zur Beteiligung am Kriege entschließe. Salandra lehnte diese Aufforderung ab und bemerkte, was heute nötig sei, sei vor allem Ruhe, Be­sonnenheit nnd Disziplin. Er erwarte, daß die Ver­treter der Meinung Apuellis im gegenwärtigen, für Ita­lien schwerwiegenden Momente auch in dieser Richtung ihre Pflicht tun würden.

Im Flugzeug aus Tsingtau entkommen.

Der Oberleutnant z. S. Plüskow, der bei der Belage­rung von Tsingtau durch die Japaner als einziger Flieger wertvolle Aufklärungsarbeit leistete, gibt in der neuen Nummer desOstasiatischen Lloyd" eine Darstellung seines letzten Fluges, der ihn aus Tsingtau über die feindlichen Linien hinweg auf neutrales chinesisches Gebiet führte:

Am 5. November abends (bem Tage vor der Ueber- gabe der Stadt) stand ich dann vor meinem Festungsgou­verneur unb sagte:Ich melde mich gehorsamst aus der Festung". Das war wohl die einzige Meldung dieser Art, die bisher in einer belagerten deutschen Festung gemacht worden ist. . . .

Brummend kreiste der Propeller, als ich am 6. No­vember, früh um 5Vs Uhr, an mein startklares Flugzeug herantrete. Meine brave Maschine, die mich so oft dicht über Geschoß^ und Schrapnellhagel geführt hatte, sollte nun zum letzten Male ihren Meister tragen. Noch eine ver­antwortungsvolle Ausgabe hatte ich zu erfüllen. Schitell noch eine kurze Prüfung des Motors; dann war keine Zeit mehr zu verlieren; denn seit acht Tagen zerpflügten die feindlichen Granaten förmlich den ganzen Platz, der gleich­zeitig mein einziger Start- und Landungsplatz war, und niemand, den nicht die eiserne Pflicht hier hielt, wagte sich in diesen Höllenpfuhl hinein. Noch ein kräftiger Hände- druck meiner vier braven Leute zum Abschied; nochmals streichelte ich den Kopf meines treuen HundesHushei", der mich traurig mit seinen klugen treuen Augen , ansah; dann gab ich Vollgas, und wie ein Pfeil schoß dich,Taube" in die Luft. Da plötzlich, als ich etwa 30 Meter hoch und über der Mitte des Platzes war, erhielt mein Flugzeug einen furchtbaren Stoß, und nur mit eiserner Faust konnte ich die Maschine vor einem Absturz bewahren. Eine feind­liche Granate war ge rade unter mir krepiert und der Luftdruck der Detonation hätte mich beinahe zu Boden geschleudert; aber Gott lob würbe ich nur mit Erde über- schüttet, unb außer einem faustgroßen Loch, das ein Granat­splitter in meine linke Tragfläche riß, war kein weiterer Schaden angerichtet worden. Nun kamen noch einige Schrapnells hinter mir her. Es waren bte nötigen Ab­schiedsgrüße der Japaner an mich. Als ich hoch genug war, drehte ich nochmals um. Da hegt ba§ kleine Tsingtau, das soviel durchgemacht und ausgchalteu hatte! Bis in meine einsame Höhe drang das Dröhneu der Geschütze, der des begonnenen Sturmangriffs und der verzweifelten Ge­genwehr. Ob wir diesen dritten Sturmangriff noch aus­halten würden? Sehr schwer wurde nur dieser Abschied. Als die Sonne aufging, schwebte ich schon hoch rm blauen Aether über südlich liegende wilde Gebirge. Der Blockade- bruch war mir gelungen.

Wie inzwischen besannt geworden ist, hat Oberleutnant Plüskow bei diesem seinen letzten Flug die Fahne des o. .Seebataillons mitg enommen unb wohlbehalten aus Ziel gebracht.

geführt. ^ie amitmown »u* Halten japanische Freihafen-

Tsingtau japanischer Festlandshafen.

^ Kopenhagen, 17. April. (T. U.) Nach einer Pe­tersburger Meldung aus Tokio erklärte, wie dieTgl. Rundschau" berichtet, ein Dekret desMikado Tsingtau zum zweiten Festlandshafen der japanischen Flotte.. Die chinesisch-japanischen Verhandlungen werden mit Zuziehung eines Bevollmächtigten des japanilchen Kriegsministerinms weitergeführt. Die WueMchen Ha­se, t Ningpo und Amoi erhalten japanische Freihafen­gebiete. ,

nein äWlrcti von Deutschen vorge-

nommen würden, wovon zum Teil auch die zurückge­bliebenen Beamten betroffen würden. Die dem Land­sturm angehörenden Männer seien ohne .lusnahme ge- mittelbar nach der Rückkehr des iranischen Generalgou- verneurs aus Tokio, so daß die Bernurtung nahe liegt, daß der Befehl von der japanischen Regierung ausge- ßanaeit ist =?n^^ 170 deutsche Gefangene m VellbleckZbaWn unter militärischer Bedeck untergMacht. - - -

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Japanische Landung in Kalifornien.

^ Frankfurt a. M., 17. April. (T. U.) DieFrkf. Ztg." meldet aus Neuyork: Die amerikanische Presse bringt beunruhigende Berichte aus Kaliformen über Landung von 4000 Japanern aus der Turtle Bai in Mittelkalifornien auf mexikanischem Boden, wo das ja­panische KriegsschiffAsama" auf Grund liegt. Japan entsandte mehrere Kriegsschiffe dorthin und erklärte dies für notwendig, um dieAsama" gegen feindliche Kreu­zer zu schützen. Seitdem haben die japanischen Truppen ein Lager bezogen und eine Funkenstation errichtet.

Ueber das Ziel der deutschen Luftangriffe gegen England wird demB. L.-A." geschrieben: Es ist unsere Pflicht, mit allen Mitteln die Versorgung Englands mit Leoens- mttteln zu verhindern. Dazu würde die Zerstörung der Fischerflotte von Lowestoft nicht wenig Beiträgen. Der Flug weiterer Luftschiffe galt Essex, kam also London beträchtlich näher. Die plötzlich auftretende Gefahr, un­mittelbar vor den Toren Londons wird sicherlich große Aufregung hervorrufen.

Aus einem indischen Gefangenenlager schreibt ein Pfälzer an seine Eltern lautB. T.": Als wir von Bombay fortgeschafft wurden, behandelte man uns tatsächlich als Verbrecher. Wir leben hier in der Gefangenschaft sozusagen wie in einem großen Käfig. Das Essen, das wir bekamen, hätte man bei uns einem Hunde vorgesetzt. Später wurde es besser, doch ist es unzureichend.

Ueber sechs Milliarden Kriegsanleihe bar eingezahlt.

Berlin, 16. April. (Amtlich. WTB.) Das Ergeb­nis der Einzahlungen zum ersten Einzahlungstermin liegt jetzt vor. Nach den getroffenen Bestimmungen waren bis zu diesem Termin die kleinen Zeichnungen bis zu tausend Mark einschließlich voll, und auf die größeren Zeichnungen 30 Prozent, zusammen also rund 3360 Millionen Mark oder 37 Prozent der Gesamt­summe zu zahlen. Tatsächlich sind gezahlt worden 6076 Millionen oder 67 Prozent der Gesamtsumme, also 2716 Millionen gleich 30 Prozent mehr als fällig waren.

Brandstiftungen in Petersburger Munitionsfabriken.

DerB. L.-A." berichtet aus Wien: Aus russischen Meldungen ist zu entnehmen, daß die Kommission ihre Untersuchung über die mysteriösen Brandstiftungen in zehn Fabriken, die zur Munitionsherstellung übergegau- gen waren, fortsetzt. Es sind nach derNowoje Wremja" zahlreiche Verhaftungen politisch Verdächtiger vorge­nommen worden, ohne daß die Brandstifter entdeckt werden konnten. Vielmehr haben sich in den gleichen Fabriken nach Arbeitsschluß neue Brandstiftungen zu­getragen. M

Einheitliche Grundsätze znr Familienuntersttttzung.

In den letzten Tagen fanden im Reichsamt des Innern unter Vorsitz von Direktor Dr. Lewald Verhandlungen über Aufstellung von einheitlichen Grundsätzen für das ganze Reich bei Anwendung des Gesetzes vom 28. Februar 1888, betreffend Gewährung von Unterstützungen an Fa- milren von Kriegsteilnehmern statt. Zu den Verhandlun­gen .hatte bte größte Anzahl der Bundesregierungen Ver­treter entsandt. Ueber alle Fragen ist, wie wir hören, ein Einverständnis erstell worden. Eine Erhöhung der in den Sommermonaten zu zahlenden Mindestsätze von 9 Mark auf 12 Mark wurde beschlossen. Dieser Betrag wirb seinerzeit den Lieferungsverbänden vom Reich er­stattet werden.

Vermischtes.

Hinrichtung eines Lustmörders. Im Hofe des Land­gerichts in Bittau wurde Freitag früh der Lustmörder Max Dietze aus Meuselwitz mittels Fallbeils hingerich- tet. Der Mörder hatte am 20. Juli v. I. die achtjährige Tochter eines Gutsbesitzers in Grobsdorf bei Ronne- burg (S.-A.) ermordet.

Feuer in der Bugra. Der Tanzpalast auf dem Ge­lände der Bugra, der Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik, der in den ersten Monaten der Buchgewerbe- ausstellung 1914 zu den belebtesten Stätten des Ver­gnügungsparkes gehörte, ist in der Nacht zum Freitag einem verheerenden Großfeuer zum Opfer gefallen. Er Bräunte in zwei Stunden vollständig nieder. Der Scha­den ist zum Teil durch Versicherung gedeckt.

Die Sehnsucht nach der Heimat. In Edinburgh sind aus Kirkwall acht deutsche Kriegsgefangene eingebracht worden, die in einer norwegischen Bark sestgenommen wurden, welche sie von Südamerika nach Hamburg brin­gen sollte.

Mit Hi»denb«rg.

Der deutsche Krieg iu Feldpostbriefen.

Aus einem neuen, soeben von Georg Müller in München erschienenen Bande von Feldpostbriefen aus dem Osten unseres Vaterlandes, von den tapferen Ver­teidigern unserer Grenzen gegen den russischen Feind, " " .....* des Verlages, drei

leidigern unserer Grenzen gen s o m r o & teilen wir hier, mit Einwilligung des Verlages, drei Proben mit. Der Reinertrag des Bandes soll zum Teil der Kriegshilfe zugeführt werden.

Nach der Schlacht bei Stallnpönen.

Schon am Montag schwirrten Gerüchte durch Kö­nigsberg, daß zwischen Eydtkuhnen und dem etwa zehn Kilometer westlich davon gelegenen Städtchen Stallu- nnnen ein Beftiaer Zusammenstoß zwischen unseren

Pötten ein heftiger Zusammenstoß zwischen tut Truppen und den Russen stattgemnöen habe. D ens- tag mittag wurde bereits in der Kaserne bekannt ge­macht, daß mehr als drei tausend Russen gelangen eien, bald hörte man, daß die Gefangenentrattsporte bereits Königsberg passierten. Da ließ ich es mir denn nicht nehmen, rasch nach dem Güterbahnhof zu. gehen und mir die lebenden Zeugen unseres neuesten Sieges naher an-

Auf dem Wege zum Bahnhof begegneten mir Mili­tärautomobile mit Schwerverwundeten. Auf dem ®u= terbahnhof war soebm ein langer Zug aus Stallnpönen angekommen, dessen Wagen zum si e fiteren -reit leicht­verwundete deutsche Soldaten, zum größeren Teil ge- sauaene Russen bargen. Unsere Leute waren Bet guter Stimmung. Die Verwundeten sowohl als auch die den Gefangenentransport bewachenden Grenadiere erzählten mit Stolz von ihren ersten Wasfentaten. Am Sonn­abend halten schon kleine Trupps einen Abstecher nach Rußland gemacht, sich aber wieder zurückgezogen, da der Feind in gedeckten Stellungen sich befand. Am Montag war es dann zum ernsthaften Zusammenstoß gekommen.

Nach den E^ählungen unserer Leute hat sich vor anen unsere Artillerie als der russischen sehr Überlegen ge­zeigt, sowohl was die Trefssicherheit als auch was die Wirkung der Geschosse betrifft, die russischen Granaten sollen vielfach nicht krepiert sein. Von der russischen Infanterie erzählte man, taß sie sich selten aus gedeck­ten Stellungen herauswagt. Nachdem man festgestellt hatte, daß die russischen Schützen namentlich gern aus den Fenstern der Häuser, insbesondere aus Kellerfen­stern, schießen, hat man sie durch Artilleriefeuer schnell daraus vertrieben. Offenen Kampf sollen die Russen scheuen.Sobald wir aufsprangen und stürmten," er­zählte mir ein Berliner,rissen sie aus, und wenn wir sie einholten, warfen sie die Flinten weg und ließen sich gefangen nehmen." Ein Berliner erzählte mit Stolz, daß er allein fünf Russen gefangen nahm, die er in ei­nem Graben überraschte. Es waren fast alles Infan­teristen in graugrünen Kitteln und gleichfarbigen Mützen. Zum größten Teil waren es Leute aus den Grenzgouvernements, sie konnten fast alle etwas Deutsch und versicherten, daß sie höchst ungern in den Krieg ge­gangen seien, da sie Rußland nicht als ihr Vaterland betrachten könnten, einer erklärte, er hätte überhaupt keine Kugel in seinem Gewehr gehabt. Alle waren sehr ausgehungert und warteten sehr auf Essen. Mit neidi­schem Blick stierten sie hin auf jeden unserer Soldaten, der eine Zigarette rauchte, ich glaube, die Entbehrung des gewohnten Tabakgenusses schmerzte manchen mehr als der Hunger. Ein hübscher junger Russe wollte et- ivas Stimmung für sich machen, er zeigte das Bild sei­ner jungen Frau, die, wie er andeutete, jetzt wohl in Sorgen daheim sei, da sie nicht wisse, wie es ihm ginge. Als man den Russen erzählte, daß der Zar mit seiner Familie nach Moskau gegangen sei, schrien sie gleich: Er hat Furcht!" In einem Abteil für sich war ein ge­fangener russischer Hauptmann untergebracht, der einen sehr guten Eindruck machte. Es schien ihm ganz gut zu gehen, er nickte meinem kleinen Neffen freundlich lächelnd zu und sagte zu dem ihm bewachenden Grena­dier, der etwas russisch verstand, er habe auch einen klei­nen Jungen zu Hause. Freimütig erlärte er auch, daß er sich hier viel sicherer fühle als auf dem Schlachtfelde.

Der Sangesbrnder in der Schlacht.

Eine Generalprobe habe ich mitgemacht. Dirigent: Exzellenz Hindenburg, Lokal: Tannenberg. Das hättest Du hören sollen, die vielen Bässe. 1. und 2. Baß. 1. Baß: Feldgeschütz, 2. Baß: Haubitze, da hörte man nicht viel von den Tenören. Verschiedene Grammophone (Maschinengewehre) hatte man mit dabei, die spielten den ganzen Tag. Am 25. August abends Schützengraben auswerfen, am 26. Artillerieöeckung, am 27. zur Ver­stärkung der Schützenlinie vor. Artur, als uns die er­sten Pseifer um die Ohren sausten und über uns die russischen Nagelkisten platzten, da haben wir den Hui eingezogen, als es dann hieß: Gruppenweise vorsprin- gen, Heere mei Gutster, da konntest Du die alten Herren flitzen sehen. Als meine Gruppe dran kam, hatte ich mein Testament gemacht, denn Du weißt ja, wo Pech ist, bin auch ich mit mang. Mein letzter Gedanke war bei euch, hoch und los ging's. Pch, Pch, Pch sauste es durch die Luft. Drei Sprünge, da waren wir im Gra­ben, der am Abend vorher verlassen worden war. Nun kam das schwerste Stück Arbeit, die nächsten 400 Meter bis zum anderen Graben. Auch diesen Zlbschnitt nah­men wir unter die Stiefel, einige kurze Sätze, schon waren wir drin. Am 28. mittags Signal: Pflanzt auf die Pieke! Die Spicknadel raus und drauf giugs mit Hulda. Die Juchtenbrüder rückten ab oder hoben die Händchen hoch.

Ueber die Grenze

Heute mittag 3 Uhr die russische Grenze überschrit­ten, durch eine sehr ergreifende und zugleich anfeuernde Rede unseres Hauptmanns wurde dieser Augenblick ge­feiert. Die Häuser hier in ... , einer Stadt, bestehen aus Holz, den Mittelpunkt bildet ein riesiger Markt mit einem großen Ziehbrunnen. Alles sieht so unermeßlich weit aus, da die ganze Gegend kahl ist. Wir hoffen hier, einen Teil der feindlichen Armee abzufangen. Auf un­serem Marsch kamen wir heute auch durch Marggra- bowa, wo die Leute unendlich glücklich waren, die Russen endlich wieder los zu sein. Sie haben uns mit allem möglichen bewirtet. Wein, Eier, Butter, Obst, Schoko­lade usw. Es war direkt rührend. Die Polen hier sind ganz fidel, wo sie wissen, wir tun ihnen nichts.

Gestern hatten wir wieder eine kleine Plänkelei mit dem Feinde, mein Nebenmann hatte einen Schuß durch seinen Tschako bekommen, der im direkt einen Scheitel ins Haar gezogen hat. Er liegt jetzt im Lazarett in Lötzen.

Wir sind eben dabei, die Russen aus S. zu ver­treiben. Haben hier bis znr Entfaltung und Aufmarsch einige Zeit Aufenthalt und benutze ich die Gelegenheit, Euch des weiteren zu unterrichten über unser Dasein. Liegen in einem Gehöft und haben soeben warme Milch getrunken in bemGemach", bin aber schnell geflüchtet auf die offene Veranda, da es drinnen vor Fliegen nicht auszuhalten ist. Ihr könnt Euch davon gar eine Vor­stellung machen. Es liegt drin ein kleines Kind in der Wiege, das Gesichtchen ist schwarz von Fliegen und trotzdem schläft es ganz ruhig. Da ist mir der Regen hier draußen doch lieber, eS orüscht nämlich seit gestern ununterbrochen. Nettes Vergnügen! Na, mein ver­patzter Russenmantel schützt mich ja einigermaßen vor den Unbilden der Witternug, wenn er auch sehr schwer ist! In einem früheren Briefe bat ich Euch, mir Ga­maschen zu besorgen, doch hat diese Angelegenheit sich inzwischen erledigt, und zwar aus folgende Weise: Hier gibt es selbstverständlich keine Gamaschen zu kaufen. Im Chausseegraben liegend sehe ich da auf der Straße einen russischen Juden, uni wahrhaftig: er trägt tadel- wse Gamaschen! Ich kriege tßn ran, er soll sie mir ver­kaufen. Er wollte erst nicht, Hatte sie sich im Sommer in Königsberg gekauft. Das half ihm jedoch nicht, er mußte sie rausrücken und bekam dafür l2 Maru Da­mit kann er sehr zufrieden sein. In der ersten runnchen Stadt wurden für 12 Mark die dazu gehörigen Schuhe

nue.

erstanden.

WeifereDrahfnachrichfen.

Ausländische FaUchmelhungen.

^ Wien, 17. April. (WTB.) Das heutigeFrem- denblatt" schreibt: Ausländische, besonders französiiche Blätter veröffentlichen feit einiger Zeit jeder Grundlage entbehrende Gerüchte über die angebliche Absicht Oester­reich-Ungarns, einen Sonoertriwu ei# Rußland zu schließen.

Aus dem besetzte» Belaie»

s^ Brüssel, 17. April. (WTB.) Das leitende Ko­mitee des belgischen Roten Kreuzes weiaerte sich, an der planmäßigen Bekämpsuug des gegeuwartiaeu Notstan­des in Belgien teilzunehmeu. Es wurde deshalb auf­gelöst und Graf v. Hatzfeldt, Herzog von Tracheuberg mit der Verwaltung der Zentralstes brttum.