Die russische offensive in den Karpathen ausgehalten
[ Aus dem großen Hauptquartier 1 ß-Km"Wu A Deutsche Vcrgeltungsmahregcln.
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** Großes Hauptquartier, 12. April 1915. (Amtl. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
In den Argonue» scheiterten kleinere französische Teilangriffe.
Zwischen Maas und Mosel war der Sonntag verhältnismäßig ruhig. Erst in den Abendstunden setzten die Franzosen zum Angriff auf die Combrcs-Stellnng an.
Nach zweistündigem Kampfe war der Angriff abgeschlagen. Im Walde von Ailly und im Priesterwalde fanden tagsüber örtlich beschränkte Nahkämpfe statt, in denen wir die Oberhand behielten. Ein in der Nacht erneut einsetzender Angriff wurde abgewiesen.
I« Erwiderung des am 5. Slpril erfolgten Bombenwurfes durch feindliche Flieger anf die offene, außerhalb des Operationsgebietes liegende Stadt Mülheim, wobei drei Frauen getötet worden sind, wurde Nancy, der Hauptort der Befestignngsgrnppe gleichen Namens, von uns ausgiebig mit Spreng- und Brandbomben belegt.
Nach Aussagen französischer Offiziere sind die Kathedrale Notre Dame in Paris und in Troyes sowie hervorragende Staatsgebäude, wie Nationalbibliothek, Kunstgebäude, Jnvalidengebäude, Louvre usw. mit militärischen Einrichtungen wie Scheinwerfern, drahtlosen Stationen, Maschinengewehren versehen.
Oestlicher Kriegssch anplatz.
Bei einem Vorstoß von Mariampol in östlicher Richtung nahmen wir den Russen 9 Offiziere, 1350 Mann sowie 4 Maschinengewehre ab.
Nordöstlich von Lomza warfen die Russen aus Wurfmaschinen Bomben, die nicht platzten, sondern langsam ausbrennend erstickende Gase entwickelten.
Die in der Presse amtlich gemeldete Verstümmelung eines russischen Unteroffiziers in Gegenwart deutscher Offiziere bedarf als grobe und sinnlose Lüge keiner weiteren Erörterung.
Oberste Heeresleitung.
Verzweifelte feindliche Anstrengungen in Ostfrankreich.
„Daily News" meldet aus Frankreich über die Kämpfe bei Verdun: Alle Wege hinter der französischen Front längs der Linie Flomezey (bei Verdun), St. Mi- Hiel und Pont-a-Mousson sind mit Kriegsmaterialtransporten und Truppen bedeckt. Von der mittleren und nördlichen französischen Front kommen über Reims und andere französische Orte fortgesetzt Mannschaften an, die auf die Front südlich von Verdun geworfen werden. Ungeheure Schietzbedarfsmasseu und Geschützparks sind nach der Fortlinie an der Maas südlich von Verdun unterwegs. Dort sind die Forts Tavannes, Moulin- villers, Rozelliers, Genicourt und Troyes als Artilleriedepots ausgerüstet worden. Bei Verdun werden angeblich auch englische Truppen zur Verstärkung bereit gehalten._______________________________________________
[ Dom österr.-ungar. Generalstab ]
Wie», 12. April. (WTB.) Amtlich wird verlaut* iurh *
Die allgemeine Lage ist unverändert. In Russisch- Poleu und Westgalizien stellenweise Geschützkämpfe.
An der Karpathenfront wurden im Waldgebiet. besonders in den Abschnitten östlich des Uzsoker Passes mehrere russische Angriffe unter großen Verlusten des Feindes abgewiesen. In Summa 880 Mann gefangen genommen.
In Südostgalizien und in der Bukowina vereinzelte heftige Geschützkämpfe.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Generalleutnant.
Wien, 12. April. (WTB.) Aus dem Kriegspresse- guartier wird weiter gemeldet: An der ganzen Kar- pathenfront ist es wesentlich ruhige^geworden. Im westlichen Abschnitte wird, nachdem der von den Russen im Ondawa-Laborcza-Tale mit starken Kräften versuchte Durchbruch in der Schlacht der Ostertage unter außerordentlich schweren Verlusten des Gegners vollständig
5m Schatten der Verdachts.
Roman von Fritz Skowronuek.
9) (Nachdruck verboten.)
Er blieb stehen, um zu lauschen. Im selben Augenblick stürmte der Hund mit einem gewaltigen Satz vorwärts und riß seinem Herrn den Riemen aus der Hand. Mit dem nächsten Satze war er, laut Hals gebend, in der Schonung verschwunden. Zwei Sekunden später krachte ein Schutz, der Hund heulte mit einem Schmerzeuslaut anf. — Er hatte sein Ungestüm mit dem Leben bezahlt.
Aber sein plötzlicher Angriff hatte den Wilddieben einen so Heftigen Schrecken eingejagt, daß sie ohne Besinnung die Flucht ergriffen. — Deutlich hörte Karl, wie sie durch das dichte Unterholz davonstürmten. Die dürren Aeste am Boden raschelten unter ihren Füßen. Nach höchstens fünfzig Schritten war die Schonung beendet. Dahinter war lichter, hoher Wald mit manneshohem Unterholz, in dem sie besseren Schutz zu finden hofften, als zwischen den dürren Stämmen der Schonung.
Ohne sich auch nur einen Augenblick zu besinnen, stürmte Karl vorwärts. Da schallte durch die stille Nacht laut und scharf:
„Halt! Gewehre weg."
Wie ein vom Blitz gefällter Baum schlug Karl ins hohe Gras nieder. Aber schon nach wenigen Augenblicken wurde ihm klar, daß der Ruf nicht von einem Wilddieb herrührte und nicht ihm galt. Das konnte nur ein Kollege fein, der die Wilddiebe gestellt hatte.
Vorsichtig kroch er weiter bis zum Rande der Schonung. Hinter einer kleinen krausen Saune, die ihm Deckung gab, hob er sich empor auf die Knie. — Sein Herz begann so ungestüm zu schlagen, daß er alle Willenskraft aufbieten mußte, um sich zur Ruhe zu zwingen. Da, kaum zehn Schritte vor sich, hatte er die Wilddiebe. UM Mk, iM MgLUicheinlich kein Gewehr hatte, lag
Henden Truppen waren während der letzten Tage in der Linie Telepoc—Zellö-Juhaslak-Patakoelahl ane Abgriffe zuriickgeschlagen. Auch hier lassen die russischen Augrine nach. Die den Uzsoker Paß nördlich deckenden Höhen sind von unseren Truppen in dreitägigem heftigem Kvrnpfe behauptet worden. Gestern waren hier nur Ge- schützkampfe. Nördlich von Tucholka und Slavsko ge- MitO es den deutschen und unseren Truppen, mehrere Stellungen zu erobern und ®eräugenc zu machen. Die seit dem Fall von Przemysl andauernde russische Offensive ist somit an der ganzen Karpathenfront znm Stehen gekommen und durch Gegenstöße unserer Truppen an mehreren Stellen empfindlich getroffen worden.
Aufruf der letzten Klassen der russischen Reichswehr.
öen östlichen Gouvernements Rußlands und in Sibirien wurden der „Nat.-Ztg." zufolge die letzte» Maßen der russischen Reichswehr durch kaiserlichen Uras zur sofortigen Stellung anfgernfen. Nur in ganz besonders dringlichen Fällen sollen Reklamationen Berücksichtigung finden. Zur landwirtschaftlichen Früh- jaßrsbestellung sollen nach einer Verordnung des Land- wirtschaftsminrsteriums Frauen möglichst viel herangezogen werden. Auch Kriegsgefangene werden für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden.
Die Riesenverluste des russischen Heeres in den Karpathen.
Die Schlacht in den Karpathen, die einen günstigen Verlauf für unsere Waffen nimmt, steht, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben wird, unter rem Zeichen der ungeheuerlichsten Menschenverschwett- oung auf Seiten der Russen. Die Verluste, welche das russische Heer in den drei großen russischen Offensiven an dieser Stelle erlitten hat, erreichen darum auch eine Höhe, die fast märchenhaft anmutet und nur von einem so menschenreichen Land wie Rußland getragen werden können. Die Verluste bei der Belagerung von Przemysl waren schon ungewöhnlich, aber die Verluste der Riesen- schlacht in den Karpathen übertreffen alle bisherigen Vorstellungen. Abgesehen von den Gefangenen, welche die verbündeten Truppen an dieser Stelle gemacht haben, und welche die Zahl 100 000 schon überschreiten, werden die rein tatsächlichen Verluste an Toten und Verwundeten in mehreren englischen und französischen Zeitungen sowie in neutralen Blättern auf rund 500 000 Mann angegeben. Schon die erste Offensive der Russen tu den Karpathen, die im November einsetzte, brächte mehr als 150 000 Mann Verluste, da damals die Russen mit aller Wucht das österreichische Heer überrennen und die österreichischen Linien durchbrechen wollten. Alle diese Versuche scheiterten aber an der eisernen öster- reichischen Heeresmauer, trotzdem die russische Heeresleitung unausgesetzt neue Armeekorps zum Ersatz für die Gefallenen gegen die österreichischen Linien warf. Es sollte ohne Rücksicht auf Menschenverluste der Durch- vruch, der für den Sieg als notwendig erachtet wurde, durchgeführt werden. Die ungeheuren Verluste, welche die Russen hier bei der ersten Offensive erlitten hatten, zwangen sie, im Dezember ihre Offensive wieder ein- zustellen, da sie in der'Zwischenzeit das Heer ergänzen wollten. Schon aus der Tatsache, daß es Wochen dauerte, wo das russische Heer wieder völlig angriffs- fähig war, kann man erkennen, wie ungeheuer die Verluste an dieser Stelle gewesen sein müssen. Am 1. Weihnachtsfeiertage waren die Russen soweit, daß sie die neue Offensive beginnen konnten. 5 Wochen lang stürzten sie in 8—10 Linien gegen die heldenmütige österreichische und deutsche Armee an, wobei sie dasselbe Ziel verfolgten, wie bei der ersten Ofsensive. Der Erfolg war aber auch diesem Angriff nicht beschieden. Auch hier wurde wieder eine wahnsinnig anmutende Verschwendung mit Menschenleben von Seiten der Russen getrieben. Armeekorps auf Armeekorps wurde eingesetzt und Berge von Leichen türmten sich vor den österreichischen Stellungen auf. Anfang Februar war auch dieses ungeheure russische Heer wieder soweit zusammengeschmolzen, daß es sich zurückziehen mußte. 200 000 Mann Verluste zeichnet nach englischen Blättern das Ergebnis der zweiten Offensive. Der dritte Vorstoß begann, nachdem die Russen ihre stark gelichteten Reihen wieder durch neue Menschenmaßen ergänzt hatten. Von den ersten Tagen des Monats März bis zu den letzten Tagen waren die Verluste der Russen gleich groß. Besonders die Anzahl der Gefangenen wuchs von Tag zu Tag. Fast täglich wurden mehrere tausend Mann sestgcnvmmen, sodaß die Zahl der Verluste im Monat März allein 100 000 Mann bei weitem überschritten. Man wird begreifen, daß die Karpathenschlacht von einem militärischen Kritiker als das Grab des russischen Heeres bezeichnet wurde.
lang ausgestreckt hinter einer diesen Kiefer. Der zweite kniete, das Gewehr im Anschlag, dicht daneben hinter einem anderen Baum.
Dieser Anblick gab ihm die Ruhe wieder. Jetzt konnten ihm die Kerle nicht mehr entwischen. — Vorsichtig brächte er seinen Drilling an die Backe und donnerte: „Gewehr weg!"
Die beiden Kerle hatten augenscheinlich keine Ahnung, daß sie von dieser Seite verfolgt worden waren, und ein Blick lehrte sie, daß jeder Versuch, Widerstand zu leisten, ausgeschlossen war. Der Kniende ließ das Gewehr sinken und stand auf. — Der andere richtete sich langsam empor. Das Gewehr im Anschlag, stand Karl auf. Dann rief er laut:
„Kollege, ich habe die Burschell fest, kommen Sie her."
Hinter einer Gruppe von dicken Kiefern trat ein Grünrock hervor und kam schnell näher. Ohne sich um Karl zu kümmern, der ihn noch nicht kannte, ging er auf die Wilddiebe zu, nahm das Gewehr vom Boden auf und entlud es. Dann sah er ihnen in die geschwärzten Gesichter. —
„Na, wir werden euch schon abwaschen. Kollege, das haben wir gut gemacht. Mein Name ist Wolf, und Sie sind wohl der neue Kollege." —
„Jawohl, Nenrenter ist mein Name. Was machen wir jetzt mit den Kerlen?"
„Hier ist fein Kerl," rief jetzt der größere der beiden Wilddiebe, der ohne Gewehr im Grase gelegen hatte, „ich bin der Gutsbesitzer Halls Becker und das ist mein Inspektor Ions Grigoleit."
„Becker, plagt Sie der Teufel?" rief Wolf im höchsten Erstaunen.
Der Gutsbesitzer zog verlegen die Schlittern hoch. Er hatte bis jetzt freundschaftlich mit den Grünröcken l der umliegenden Oberförstereien verkehrt, sie waren oft
Berlin 12. April. (Amtlich. WTB.) Die von der englischen Regierung ungeordnete Maßregelung der in trenester Pflichterfüllung in ihre Gewalt geratenen Besatzungen von Unterseebooten, durch Versagung ehrenhafter Kriegsgefangenschaft und Unterbringung in Na- val Detention Barocks hat die deutsche Regierung zu der Maßnahme veranlaßt, für jeden Gefangenen der Unterseebovtsbesatzung für die Dauer seiner völkerrechts- wldrigen harten Behandlung einen kriegsgefangenen englischen Offizier ohne Ansehen der Person in gleicher Weise zu behandeln Dem entsprechend find heute, am 12 April 1915, aus dem Offizier-Gefangenenlager 39 englische Offiziere in entsprechende Haft in Militär- Arrestaustalten überführt worden.
Fliegerangriff anf einen englischen Dampfer.
Der „Nieuwe Notterdamsche Courant" meldet: Der euglnche Dampfer „Serula" aus Cork, der Sonntag nacht, von Manchester kommend, in dem Neuen Wasser- wege emtraf, berichtet, daß Sonntag nachmittag bei Noorohlllder deutsche Flugzeuge 20 Bomben nach dem schiffe warfen, ohne es zu treffen.
Ein englischer Passagierdampfer torpediert.
. London, 12. April. (WTB.) Reuter meldet: Das britische 9000 Tonne» große Passagierboot „Wayfair" wurde auf der Höhe der Scillyinfeln torpediert. Das Schiff wurde nach Queenstown geschleppt.
Ein englischer Dampfer gescheitert.
„Petit Journal" zufolge scheiterte der englische Dampfer „Elmira" von 4000 Tonnen an der französischen Küste in der Nähe von Barfleur. Der Dampfer, der von einem deutschen Unterseeboot beschossen und in Brand gesteckt wurde, wurde von der Besatzung verlassen und konnte, von Schleppdampfern bugsiert, nach Cherbourg gebracht werden.
Der japanische Kreuzer „Asama" endgültig verloren.
Nach Meldungen aus Sau Franciseo muß der japanische Kreuzer „Asama", der au der kalifornischen Küste gescheitert war, endgültig verloren gegeben werden. Die Flottmachungsarbeiten sind eingestellt worden. — „Asama" war ein 10 000 Tonnen-Kreuzer und entwickelte 21 Knoten Geschwindigkeit. Er war mit starker Artillerie versehen und bildete eine wertvolle Kampfeinheit der japanischen Flotte.
Die Neutralen.
Eine neue amerikanische Note an England und Frankreich.
„Sera" meldet aus Neuyork: Das Staatsdepartement hat ein neues Ersuchen an England und Frankreich in Sachen der Blockade gegen Deutschland abgehen lassen.
Die amerikanische Arbeiterpresse gegen Kriegsmateriallicfernngen.
Die „Nationalzeitnng" berichtet aus Genf: Die Neuyorker Arbeiterpresse veröffentlicht einen Aufruf an die amerikanischen Arbeiterverbände, im Interesse der amerikanischen Neutralität und zur Erzwingung eines baldigen Friedens für Europa, die ferneren amerikanischen Kriegsmaterial-Transporte nach England nnv Frankreich durch allgemeine Arbeitsverweigerung unmöglich zn machen. Gleiche Aufrufe bringen die Arbetterblätter in den Hafenstädten Boston, Philadelphia und Galveston.
Tsingtau unter den Japanern.
Der Korrespondent der „Times" in Tokio meldet nach der „Dtsch. Tgztg.", daß das Auftreten der Japaner in Schantung und Tsingtau seit der Eroberung der deutschen Kolonie die Kritik aller Fremden in Ginna herausfordere. Da die Engländer unter den Fremden sich in der Mehrzahl befinden, so sind es zumeist englische Klagen, die man hört. Die Japaner drängen sich immer mehr in den chinesischen Handel ein und legen die Handelstätigkeit der Engländer völlig lahm. Der britische Kaufmann muß jetzt die Folgen des Bündnisses mit Japan am eigenen Leibe spüren. Korea ist für den englischen Handel bereits gänzlich verschlossen, die Japaner haben da eine undurchdringliche Tarifmauer errichtet. Auch in der Mandschurei findet er verschlossene Türen. Und nun kommt dazu das Auftreten der Japaner in Schantung und Tsingtau. In den Engländern steigt jetzt so langsam der Verdacht auf, daß die Japaner es nicht nur auf das deutsche Pachtgebiet abgesehen ha- ten, sondern ihr Auge auf die gesamte Provinz gewvr- fen haben. 3u Beginn des Krieges wurden alle deutschen Ladungen im fernen Osten soweit als möglich nach
Gäste in seinem Hause. — Wolf hatte noch vor wenigen Tagen den Abend bei ihm zugebracht.
„Haben Sie wirklich einen Bock geschossen?"
„Ja, leider — das gewaltige, prächtige Gehörn hat mul) verführt. — Aber an meinem Pech ist der Grigo- leit schuld. — Wenn ich bloß das Gehörn abgeschlagen hätte, waren wir schon längst über alle Berge. Er wollte aber den Braten nicht im Stich lassen."
„Sie irren sich," warf jetzt Karl ein. „Ich war Ihnen dicht auf den Fersen, und der Spaß wird Ihnen teuer zu stehen kommen. Einer von Ihnen hat meinen Hund erschossen und hier, Herr Grigoleit, hat auf den Anruf des Kollegen Wolf Widerstand geleistet. Er kniete hinter dem Baum mit dem Gewehr im Anschlag."
„Ja, das war die größte Dummheit," meinte Becker.
„Und Sie sind daran beteiligt, denn Sie hätten auf= stehen können. — Als Revierbeamter möchte ich fragen: Wer hat den Bock geschossen und wer hat meinen Hund erschossen?"
„Der Bock kommt auf mein Konto, der Hund auf Grigvleits Konto," erwiderte Becker ruhig.
„Na, dann können wir die Herren also nach Hause gehen lassen. Gute Nacht. — Kommen Sie, Kollege, wir wollen uns den Bock und das andere Gewehr holem"
Ohne Mühe fanden sie die Stelle. Der Bock, der ein geradezu kapitales Gehörn trug, war bloß an'gebrochen, aber zum Ausweiden waren die Wilderer nicht gekommen.^ Während Karl nach seinem Hunde suchte, nahm Wolf das Gewehr zur Hand, das Becker bet seiner kopflosen Flucht hatte stehen lassen. Karl hörte thu laut rufen: „Donnerwetter ja, das ist ja Kaliber 12."
„Was hat Sie denn so aufgeregt," fragte Karl, als er von seinem toten Nestor, der von einem Blatt- schusse getroffen war, zurückkehrw.
(Fortsetzung folgt.)