Einzelbild herunterladen
 
  

„H 28“ in vier Tagen sieben Schiffe versenkt.

Aus dem großen Hauptquartier

»e* Großes Hanpignariier, 2. April 1915. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Maas und Mosel fanden heftige Artillerie- kämpse statt. Die Jnfanteriekämpfe am nnd im Priester- malde wurden fortgesetzt und dauerten die Nacht hin­durch an. Westlich des Priester-waldes brach der fran­zösische Angriff in unserem Feuer zusammen. Im Gegenangriff brachten wir dem Feinde schwere Verluste bei und warfen ihn in seine alten Stellungen zurück. Nur im Walde sitzen die Franzosen noch in zwei Block­häusern unserer vordersten Stellung.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage auf der Ostfront ist ««verändert.

Oberste Heeresleitung.

[ Vom österr -ungar. Generalstab

Wien, 2. April. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

An der Front in den Ostbeskiden herrschte im all­gemeinen Ruhe, da alle russischen Angriffe in den letz­ten Tagen blutig abgewiesen wurden.

I« den östlich anschließenden Abschnitten der K«r- pathenfront, wo starke russische Kräfte angriffen, wird gekämpft.

An der Reichsgrenze zwischen Pruth und Dnjestr schlugen unsere Truppen einen überlegenen Angriff der Russen zurück. I« zehn bis fünfzehn Reihen hinter­einander griff der Feind tagsüber an mehreren Stellen der Schlachtfront an. Bis zum Abend währte der Kampf.

Unter schweren Verluste« wurde der Gegner überall zum Rückzug gezwungen und wich namentlich vor dem südlichen Abschnitt fluchtartig zurück.

In Polen und Westgalizien keine Veränderung. Ei« Nachtangriff der Russen an der unteren Nida schei­terte im wirkungsvollstem Fener der eigene« Stellung.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.

v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Der Kriegsberichterstatter der Wiener „Neuen Freien Presse" Roda Roda meldet: Geradezu über­menschliche Anstrengungen stellt der Kampf an unsere Truppen, denen es bestimmt ist, in der etwa 70 Kilo­meter breiten Mitte der Karpathenfront zwischen dem Lupkower und Uzsoker-Patz dem nun schon seit Tagen währenden Ansturm stets verstärkter russischer Kräfte die Spitze zu bieten. Die Höhen auf dem nördlichen Ab­fall der Karpathen, die sie, durch die beispiellose Ungunst der Witterung behindert, in langem Ringen erobert haben, sind jetzt das Ziel russischer Angriffe, die dem Feinde den Weg zum Hauptrücken des Karpathenwalles bahnen sollen. Noch zeigen die Russen kein Erlahmen ihrer Kraft in diesen wechselvollen Kämpfen. Hier setzen sie offenbar stets neue Reserven ein, während der öst­liche Flügel schon seit längerer Zeit passiv bleibt und der Angriffseifer auf dem westlichen in der Duklasenke offenbar im Erlahmen Begriffen ist.

Lob einer österreichischen Kavalleriedivisio«.

Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Ar­meeoberkommandant Feldmarschall Erzherzog Fried­rich erließ folgenden Befehl: Ich spreche der vielbe­währten 4. Kavallerietruppendivision, insbesondere ihrem hervorragenden, zielbewußten, energischen Kom­mandanten Generalmajor Otto Berndt sowie speziell dem Dragoner-Regiment Nr. 9 für das heldenmütige Verhalten und unerschrockene zähe Ausharren gegen­über einem überlegenen Feinde in den Kämpfen am 28. März meine Bewunderung und vollste Anerkennung aus. Ich bringe diese Anerkennung mit umso größerer Befriedigung und Freude zum Ausdruck, als die 4. Kavallerietruppendivision schon wiederholt und durch ihren Heldenkampf am 28. März nuerdings ht beispiel­gebender Weise dargetan hat, was unsere Kavallerie rm Gebirge zu leisten vermag, wenn sie, von modernem Reitergeiste beseelt, unerschrocken, umsichtig und mit Initiative geführt wird und wenn Führer und Reiter von dem Gedanken und unbeugsamen Willen durch­drungen sind, sei es mit dem Säbel oder mit dem Ka­rabiner, jeden Feind, auch überlegene Infanterie, jeden Schritt Bodens nur durch Blut erkaufen zu lassen. Die­ser Befehl ist sofort im ganzen Armeebereiche der Mann­schaft in ihrer Muttersprache zu verlautbaren.

5m Schatten der Verdachts.

Roman von Fritz Skowronuek.

2) (Nachdruck verboten.)

Der an der Mordstelle gefundene Papp-Pfropfen sei auch Kaliber 12, ferner habe er eine litauische Zeitung gefunden und beschlagnahmt. Ob er darauf­hin den Burschen verhaften und nach der Oberförsterer bringen sollte? Nach kurzem Besinnen bejahte der Forstmeister die Frage. Es lägen doch ganz erhebliche Verdachtsmomente vor. Und solche Burschen, die etwas auf dem Kerbholz haben, pflegen spurlos über die rus­sische Grenze zu verschwinden.

So fand dann die Gerichtskommision, als sie kurz nach Mittag eintraf, bereits einen der Mordtat Ver­dächtigen im sicheren Gewahrsam der Oberförsterei vor. Der Befund am Tatort war leicht festgestellt. Der Schutz mit groben Posten war in einer Entfernung von höchstens fünfzehn Schritt abgegeben worden. Die Ver­wundung war so schwer, daß sie den sofortigen Tod zur Folge gehabt haben mußte. Die Kugel des Drillings war abgeschossen, der Hahn des linken Schrotlaufs war

noch gespannt.

Diese Tatsachen waren schwer zu erklären. Augen- scheinCch hatte Birkner das Gewehr gespannt im rech­ten Arm getragen. Sinn waren zwei Möglichkeiten vor­handen. Entweder war der Schuß beim Herabfallen des Gewehrs von selbst losgegangen. Oder Birkner

«Äücft, entweder im Todesschreck oder vor-

Nun entstand die Frage: vflcßtc ex nuch^A Idt^Io^ buxd) bett Alt oebett oder vorsichtig mit bereitgehaltenem Jmleb- terem Falle mußte er etwas Verdächtiges gehör? ober gesehen haben, daß er sich schußbereit machte

Dann lag die Erklärung nahe, daß er sich einem Wilddiebe gegenüber befunden und auf ihn geschossen hatte, woranj -«Zweite von binten den Schuß auf ihn

Das Dragoner-Regiment Nr. 9 ergänzt sich aus Ostgalizien und besteht größtenteils aus Ruthenen.

Oesterreichische Flieger über Cetinje.

Paris, 2. April. (WTB.) Das Generalkonsulat von Montenegro teilt mit: Oesterreichisch-nugarische Flug­zeuge überflogen fortgesetzt Cetinje und warfen Bomben. Gestern um Mitternacht warf ein feindlicher Flieger neben Bomben, welche mitten in der Stadt niederfielen und vier Personen verletzten, darunter eine schwer. Mehrere Häuser wurden schwer beschädigt.

Hindenburg über die Ursachen des Krieges.

Der amerikanische Senator Beveridge, der den Kai­ser, Tirpitz und Hindenburg besucht hat, veröffentlicht nach dem „B. T." darüber jetzt weitere Berichte, die „Daily Chronicle" wiedergibt. Beveridge wurde vom Kaiser im Hauptquartier empfangen und zum Früh­stück eingeladen. Er schildert ausführlich die Persönlich­keit des Kaisers, teilt aber kein Wort aus der Unter- haltung mit. Es sei nichts Pomphaftes, nichts Stolzes im Benehmen des Kaisers. Emer der ersten Eindrücke sei der eines großen Mannes, der auch ein angenehmer, einfacher Gentleman sei von sympathischer Persönlich­st und mit jener gewinnenden Eigenschaft, die man Magnetimus nennen könne. Der zweite Eindruck sei der immenser Kraft, reicher physischer Stärke und blitzar­tiger geistiger Regsamkeit. Dabei sei er von einer Ruhe und Festigkeit, die überrasche, weil so oft in Berichten das Gegenteil gesagt werde.

Von Hindenburg bekam Beveridge denEinöruck hohen Selbstvertrauens, das auch anderen Vertrauen einflötze. Das sei ein Mann, der, wie man instinktiv fühle, wisse was er wolle. ?,Wer ist im Grunde verantwortlich für den Krieg? Das möchte man in Amerika gern wissen," fragte der Besucher — „England!" platzte der Feldmar- schal heraus. — „Warum England?" — „Es war nei­disch !" antwortete Hindenburg, „die englischen Kaufleute haben diesen Krieg gemacht: es ist ein englischer Ge- schästskrieg." — Frager: „Die meisten Amerikaner glau­ben, daß Deutschland den Krieg anfing, weil es zuerst den Krieg erklärte." — Der Feldmarschall: „Deutsch­land fing nicht au, das tat Rußland. — Frager: „Wenn Rußland anfing, warum sagen Sie, daß England verant­wortlich ist?" — Hindenburg: „Es hätte ihn verhindern können. Rußland hätte nicht angefangen, wenn Eng­land Nein! gesagt hätte. Aber England wünschte es,- es dachte, daß es mit Rußlands und Frankreichs Hilfe Deutschland vernichten könne. Wir haben keine Abnei­gung gegen Frankreich, noch gegen Rußland. Wir hal­ten viel von den Franzosen. Aber England! Wir hassen England! Es ist der Urheber."

Erfolgreiches Arbeiten unserer U-Boote.

Reuter meldet: Drei britische Fischdampfer wur- den Freitag früh durch ein deutsches Unterseeboot auf der Hohe von Shields zum Sinken gebracht. Die Mann­schaften wurden gerettet.

Weiter meldet Reuter: Der englische Dampfer „Se- ven Seas" ist aus der Höhe von Beachy Head ohne vor­herige Warnung durch ein deutsches Unterseeboot zum Anken gebracht worden. Das Schiff sank innerhalb drei Minuten. Von der 18 Mann starken Besatzung sind 11 ertrunken.

Wie Amsterdamer Blätter melden, ist der norwe­gische Dampfer „Unita" Donnerstag früh mit 11 Mann einer in der Nordsee torpedierten norwegischen Bark in Hoek van Holland angekommen.

Der Nieuwe Courant berichtet aus London, daß ein unbekannter französischer Dampfer im Kanal torpediert wurde. Zwei Mitfahrende und zwei Leichen wurden nach Dover gebracht. Die meisten scheinen ertrunken zu sein.

Es handelt sich anscheinend um den Dampfer „Emma", von dem bereits berichtet wurde. Das Schiff wurde auf der Höhe von Beachy Head torpediert. Es sank sofort. Von der Besatzung von neunzehn Mann sollen siebzehn ertrunken sein.

7 Schiffe in 4 Tagen von „U 28" torpediert.

Das Reiutersche Bureau meldet: Dev Dampfer „Crown of Castile^ fuhr von Neufundland nach Havre. Als ein Unterseeboot in Sicht kam, rief der Kapitän Freiwillige als Heizer auf, denn die chinesischen Hei­zer waren so erschrocken, saß sie keine Arbeit leisten konnten. Der Dampfer hoffte, dem Unterseeboot zu entkommen, aber nach einer Jagd von dreiviertel Stun­den wnrden Kajüte und Brucke von Schüssen getroffen. Die Bemannung erhielt eine halbe Stunde Zeit, um das Schiff zu verlassen. Sie wurde nach sechsstündigem Rudern gerettet. Die Deutschen brauchten zwei Stun­den, um den Dampfer durch Schüsse zum Sinken zu bringen.

abgab. Man mußte also damit rechnen, daß zwei Per­sonen an der Untat beteiligt waren. Der Papp- Pfropfen, der dicht an der Schonung lag, gehörte in der Tat zu einer Flinte Kaliber 12, das in der ganzen Gegend sehr selten geführt wurde. Die zwei Pfrop­fen aus Zeitungspapier, der näher an dem Toten lag, war unzweifelhaft von der litauischen Zeitung genom­men, von der der Heimbacher ein Exemplar bei Jurgis Schettulat beschlagnahmt hatte. — Ueber den Zeitpunkt der Tat konnte der Arzt nichts genaues feststellen. Er war aber der Meinung, daß der Tod schon vor Mitter­nacht eingetreten sein mußte. Nur, wenn jemand die zwei Schüsse hätte fallen hören, war der Zeitpunkt genau festzustellen.

Irr der Oberförsterei wurde der verhaftete Bauer vor dem Untersuchungsrichter sofort einem strengen Verhör unterzogen. Er bestritt alles. Der Pulver­schleim im rechten Rohr seiner Flinte rührte von einem Schusse her, den er vor zwei Tagen in seinem Garten auf Spatzelt abgegeben Habe. Dies könne er durch Zeu- gen beweisen. Als ihm das seltene Kaliber seines Ge­wehres, das mit dem an der Mordstelle gefundenen Pfropfen übereinstimmte, vorgehalten wurde, verlor er einen Augenblick seine Kaltblütigkeit. Er wurde blaß und stammelte, der Pfropfen könne auch von jemand dort­hin gelegt worden fein.

Nun legte ihm der Richter den Papierfetzen vor, der als Deck-Pfropfen für das Schrot gedient hatte und die bei ihm gefundene Zeitung daneben. Jetzt schüttelte Jurgis Schettulat den Kopf.

„Herr Richter, diese Bettung finden Sie in jedem Bauernhaus."

Jetzt brächte der Arzt einige der groben Posten, | die er bei der Sezierung gefunden hatte. Schrot von > genau derselben Größe hatte der Förster Heimbacher i unter den Munitionsvorräten des jungen Bauern ge- l funden. Jurais ruckte mit den Achseln.

Die „Crown of Castile" führte nach einer wetteren Reuter-Meldung eine Ladung Viehfutter an Bord. Das Unterseeboot, das.das Schiff zum Sinken brächte, war „U 28". Die Nummer war übermalt, aber in der Nähe wahrnehmbar. Der Dampfer lief höchstens 12 Knoten. Der Offizier des Unterseebootes rief den Engländern zu, er habe binnen vier Tagen sieben Schiffe in Grund gebohrt. Als die Besatzung das Schiff verließ, lag der dänische Dampfer „Finlandia" nahebei und nahm die Schiffbrüchigen auf.

Ein weiteres Opfer.

o-* Rotterdam, 3. April. (T. U.) Der englische Dampfer „Beeswing", 2002 Tonnen, der am 2. März von Tyne abging, werd nach der ,,Dtsch. Tgztg." als stark überfällig bezeichnet. Wahrscheinlich ist er torpediert worden oder auf eine Mine gelaufen.

Im Kampf mit einem Unterseeboot.

Der Dampfer „City of Cambridge" aus Glasgow, der in Liverpool eingetroffen ist, begegnete an der West­küste Englands einem deutschen Unterseeboot. Dem Ka­pitän gelang es, durch geschicktes Manövrieren, das Un­terseeboot vor seinem Bug zu halten und dadurch zu verhindern, daß es einen Torpedo abschoß. Der Damp­fer wurde jedoch eine halbe Stunde lang mit Granaten beschossen. Boote und Kajüte wnrden zerstört. Kein Of­fizier wurde getroffen. Das Unterseeboot war schließlich genötigt, den Angriff aufzugeben, da es Wind und See gegen sich hatte.

Folgen des Unterseebootskrieges.

Der Korrespondent des „Daily Telegraph" für See­versicherung schreibt: Angesichts der Tatsache, daß seit Montag der Verlnst von sechs Dampfern gemeldet ist, ist es nicht wunderlich, daß die Versicherer das Geschäft eingestellt oder die Prämien erhöht haben. Diejenigen, die noch versichern, verlangen Prämien, die 30 bis 40 Prozent höher sind als die in der letzten Woche ver­langten.

Nach einer Meldung aus Santanöer vorn 31. März berichtet die Besatzung des spanischen Dampfers „Augustina", der aus England dort eintraf, daß der Dampfer im Kanal von „U 28" angehalten wurde und nach Prüfung seiner Papiere weiterfahren durfte.

Weitere feindliche Schiffverlnste.

Die „Morningpost" meldet: Der französische Schoner „Madeleine", nach Swansea unterwegs, wurde bei der Einfahrt in den Hafen von Leixoes durch eine Sturm­bö zum Kentern gebracht. Vier Mann der Besatzung wurden gerettet. Zwei ertranken. — Der Dampfer „South Pacific", von Glasgow nach Neuyork unter­wegs, ist Dienstag nacht bei der Insel Arran mit einem unbekannten Schiff zusantmerlgestoßen. Die Besatzung wurde gerettet.

Der Schaden bei der britischen Handelsflotte.

In einem Briefe aus Liverpool, der in mehreren Londoner Blättern veröffentlicht wird, wird der Scha­den, der der britischen Handelsfotte von den Deutschen seit August 1914 zugefügt wurde, bis Anfang März auf 2 914 571 Pfund Sterling für Schiffe und 4 474 817 Pfund Sterling für Ladungen beziffert, zusammen also rund 150 Millionen Mark.

Die deutsche Wacht im Nordseekaual.

Aus Rotterdam berichtet die „Deutsche Tagesztg.", daß Zeppeline, Flugzeuge und Tauchboote eifrig in und über dem Nordseekanal kreuzen. Nach dem „Figaro" seien derselben Quelle zufolge zwei neue deutsche Unter­seeboote dabei, die englischen Gewässer unsicher zu machen, die viel größer wären als die bisher gesehenen. Infolge des vermehrten Auftretens deutscher Untersee­boote sollen von den 45 französischen Schiffahrtsgesell­schaften, die direkten Handel mit Großbritannien unter­halten, 17 Linien ihren Betrieb seit Anfang März biS zu 40 Prozent eingeschränkt haben.

Von der Westfront.

Der „große französische Offensivstoß".

Ein Pariser Brief des „Corriere della Sera" schil­dert nach dem „B. T." den neuerwachenden Offensivgeist des ganzen französischen Volkes. Namentlich sei es die Ueberlegenheit der Artillerie, die den Franzosen volle Siegeszuversicht einflöße. Der „große Offensivstoß" scheine für Mitte April geplant zu iein.

Die englischen Verluste in vier Wochen.

Der „Daily Telegraph" veröffentlicht die britischen Verluste vom 24. Februar bis zum 26. März. Die Ge- samtverluste für diese Zeit betragen an Offizieren 1081, an Mannschaften 18 794. Die Gesamtverluste an Offi-

„Herr Richter, wer auf die Jagd geht, hat doch verschiedenes Schrot, auch feines, auch grobes."

Ganz zuletzt tat der Richter die Frage, ob er bewei­sen könne, wo er sich gestern abend und in der Nacht aufgehalten habe. Bei dieser Frage wurde der Ange- schuldigte blaß und schwieg. Der Richter ließ nicht locker.

„Schettulat, Sie sind der Tat verdächtig. Wenn Sie nicht Ihr Alibi völlig einwandfrei beweisen kön­nen, wenn Sie nicht durch Zeugen Nachweisen können, wo Sie gestern abend und nacht gewesen sind, muß ich Sie verhaften."

Der junge Btann wurde abwechselnd blaß und rot. Er kämpfte augenscheinlich mit sich. Endlich brächte er mit Anstrengung die Antwort heraus:

„Herr Richter, ich bin unschuldig. — Ich habe es nicht getan. Ich bin gestern abend weggegangen und erst in der Nacht nach zwölfe nach Hause gekommen, aber ich bin ganz wo anders gewesen, weit weg."

„Diese Versicherung wird Ihnen wenig helfen, wenn Sie keinen Zeugen dafür angeben können. Mann, be­sinnen Sie sich, die Sache ist für Sie von der größten Wi Wichtigkeit! Haben Sie nicht jemand unterwegs getrof­fen, der Sie kennt?"

„Nei,i, Herr Richter."

„Sind Sir denn die ganze Nacht allein gewesen?"

„Herr Richter," erwiderte Jurgis, während ihm der Angstschweiß auf die Stirne trat, „ich kann es beim besten Willen nicht sagen. Eher lasse ich mich in Stücke reißen, ehe ich es sage."

„Na, Schettulat, wenn es sich um Kopf und Kragen handelt, werden Sie doch wohl reden müssen."

„Herr Richter, ich kann nichts anderes aussagen. Der Schein spricht gegen mich. Aber ich kann Ihnen schwören, daß ich es nicht getan habe, ich bin unschul­dig."

lLortletzunL fohitj