Einzelbild herunterladen
 

Ruhe vor den Dardanellen.

»M- Konstantinopel. 1. April. (T. U.) I« den Dar­danellen dauert nach demB. T." die Ruhe seit -er Schlacht am 18. März an.

* * *

Englands farbige Hilfsvölker.

DerKöln. Ztg." zufolge berichtet dasGiornale d'Jtalta" aus Kairo, in dortigen politischen Kreisen glaube man, daß die dort vereinigten Truppen nickt nach den Dardanellen, sondern nach Smyrna oder Sy­rien geschickt würden, um für die kommenden Friedens- verhandlungen ein fait accompli zu schaffen.

Der Zar auf dem Wege nach Odessa.

Einer derKöln. Ztg." über Bukarest übermittelten Privatnachricht aus Odessa zufolge werden dort große Vorbereitungen getroffen in Anbetracht der Ankunft des Zaren, der die zur Landung für die Türkei bestimmten Truppen besichtigen will.

Ein stürmischer Kriegsrat.

Wie aus Athen nach einem Mailänder Kriegstele- gramm derNat.-Ztg." gemeldet wird, hat der Kriegsrat des verbündeten Flottenstabes vor den Dardanellen, der auf Lemnos tagte, einen sehr stürmischen Verlauf ge­nommen. An der Sitzung nahmen die englischen und französischen Admirale, sowie der französische General d'Amade teil, und es scheint zu heftigen Auseinander­setzungen gekommen zu sein. General d'Amade verfocht den Standpunkt, daß die bisherige Beschießung der Dar- danellenforts so gut wie kein greifbares Ergebnis ge­zeigt habe und ohne jegliche praktische Wirkung geblie­ben sei. Der Plan, mit Landungstruppen die Aktion weiterzuführen, sei unausführbar, da die versammelten Truppen, die etwa 32 000 Mann betragen, nicht hin- reichten, und weitere Truppenmassen aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht zusammengezogen werden könnten. Weder sei auf der Insel für Unterkunft gesorgt, noch seien genügend Nahrungsmittel vorhanden, um die Soldaten zu verpflegen,' auch seien bereits Krankheiten zum Ausbruch gekommen, die wegen des Aerztemangels sich noch mehr auszubreiten drohten. Die englischen Teilnehmer am Kriegsrat standen hingegen auf bem Standpunkt, daß die nun einmal begonnene Aktion un­bedingt zu Ende geführt werden müsse, wofür schon po­litische Momente ausschlaggebend seien. Es sei ganz unmöglich, von der Forciernng der Dardanellen abzu- lassen, wenn auch die Durchführung dieser Operationen größere Opfer erheische. General d'Amade war jedoch zu einer gegenteiligen Anschauung nicht zu bekehren und erklärte seinerseits, sein Kommando niederlegen zu wollen, wenn die Alliierten auf einer derzeitigen Durch­führung der Aktion bestehen blieben. Ohne einen be­stimmten Entschluß gefaßt zu haben, ging der Knegs- rat auseinander, und General d'Amade gab Befehl, bie auf den Inseln befindlichen Truppen wieder emzu- schiffen. Diese sind bereits abgefahren und befinden sich auf dem Wege nach Aegypten. Auch General d'Amade ist nach Aegypten abgereist, was als ein Zeichen dafür angesehen wird, daß der Zwist zwischen den Alliierten nicht «verdrückt werden konnte. Vorläufig wird die Aktion gegen die Dardanellen nicht fortgesetzt, oder, doch nur in formaler Weise, sodaß die Tätigkeit der. Kriegs­schiffe mehr auf eine Demonstration hinauslauft, als daß sie den praktischen Wert für die Angreifer besäße. Als Ursache für die Differenzen wird auch angegeben, daß bisher in den Verhandlungen über die Zukunft Konstantinopels unter den Verbündeten keine Einigung ersten werden konnte, weil die Forderungen Rusilands weder in London noch in Paris annehmbar erschienen.

Der Balkan.

Was Bulaarien von Rußland erwarten kann.

Das bulgarische BlattDnewnik" erfährt von Flüchtlin­gen aus Monastir, daß kürzlich eine Abordnung aus den bul­garischen Dörfern in der Umgebung von MonasUr bet dem dortigen russischen Konsul erschienen sei, um 'ich über die unerträglichen Grausamkeiten, bte die serbischen Behörden gegen die bulgarischen Dorfbewohner verüben zu bejchwe- Der Konsul habe die Abordnung kaltblütig angehort erwidert:Wenn ihr keine Serben werden wollt, mo-

ren. und gen

sie euch alle erschlagen.

Die Verwicklungen in Ostasien.

Laut Meldung desRott. Courant" bringtDaily Telegraph" folgende Depesche aus Peking vom 29. März: Es wird täglich deutlicher, daß die Verhand­lungen mit Japan nicht viel länger hingezogen werden können, und daß sich ein entscheidender Augenblick nähert. In kurzem kommt die fünfte Gruppe der ja­vanischen Forderungen an die Reche, die die Lebens- interessen Chinas als s Korrespondent des ,,T

seit Chinas als souveränen Staat berühren. Der pondent desTelegraph" erklärt nachdrücklich, daß China keine dieser Forderungen bewilligt, besonders «richt die siebente, in der die Erlaubnis zur Propaganda für den Buddhismus verlangt wird, worin zugleich das Bestreben liegt, die Tätigkeit der christlichen Missionen zu untergraben. Japan zeigt sich in keiner Hinsicht ge­neigt, seine Forderungen zn ermäßigen. Es ignorierte in seiner Antwort auf die amerikanische Note, die es am 22. März erteilte, fünf kategorische Fragen, die Amerika gestellt hatte. Es ist sicher, daß Japan der chinesischen Regierung unbefriedigende Erklärungen über die Ab- sendung neuer ansehnlicher Truppenmassen gab. Für den April sind größere Verwicklungen zu erwarten.

^ Christiania, 1. April. (T. U.) Aus London meldetMorgenbladet" nach derBl. Mp. . Einge­weihte Regierungskreise feien überzeugt, daß die i«pa- nisch-chinesischen Verhandlungen fast auf dem toten Punkt angelangt seien.

Die Finanzierung des Weltkrieges.

Der Professor der Nationalökonomie, Cassel, schreibt imSvenska Dagbladet" einen Leitartikel über die Fi­nanzierung des Weltkrieges. Er sagt darin, öas Er­gebnis der zweiten deutschen Krieg^anleihe. sei sicher für die Feinde Deutschlands eine ebenso große Ueber- raschung wie für die Deutschen selbst^ gewesen. Neun Milliarden seien eine so ungeheure'Kimme, daß man unbedingt fragen müsse: Kann wirklich ein Land wah­rend der Kriegszeit einen solchen Betrag zusammen- bringen? Die Frage könne Nicht so einfach aus der Welt geschafft werden, wie die englische und französische Presse tut, welche die ganze Sache als einen Bluff er­klärt. Cassel betont, der Krieg müsse, wenigstens was Deutschland betreffe, ganz überwiegend uiit den Ergeb­nissen der laufenden nationalen Arbeit während der Kriegszeit selbst finanziert werden.. Die Größe des Einkommens und der Ersparniße eines Volkes hinge selbstverständlich in hohem Maße von der Fähigkeit der ganzen Volkswirtschaft ab, sich dem Kriege anzupassen. Das außerordentliche Ergebnis der zweiten Kriegsan­leihe, welches sogar das des ersten übertreffe, zeige auf­fallend, wie groß diese Fähigkeit bei dem deutschen Volke Ze4. ,^Deutschland konnte während des ersten Kriegs- jahresüber 12 MMäköen Mark in reellen Werten für die Kriegführung aufbringen.

Skleasallerlei.

Der Reichskanzler znr Erörterung der Friedensziele.

DerDeutsche Kurier" berichtet: Auf die von den deutschen Wirtschaftsverbänden an den Reichskanzler gerichtete Eingabe, in der angeregt wurde, die Erörte­rung der Friedensziele freizugeben, hat der Reichskanz­ler mit folgendem Schreiben an den engeren Vorstand des Bundes der Landwirte geantwortet: In voller An­erkennung der in ihr zum Ausdruck gekommenen heißen Wünsche für das Wohl und Gedeihen des Vaterlandes, muß ich mir ein Eingehen auf ihren sachlichen Inhalt zurzeit aus den Gründen eines gebieterischen Staats­interesses versagen, die den unterzeichneten Verbänden aus meinen, die Frage einer Erörterung der Friedens- ziele betreffenden Verlautbarungen in der Presse be­kannt sein dürften.

Die deutschen Verteidiger in Südwest.

DieTimes" veröffentlicht den Brief eines Frei­willigen aus Deutschsüdwestafrika, der den Zug auf Swakopmund mitgemacbt und darüber schreibt: Die Deutschen zogen sich landeinwärts zurück und überließen die Stadt unbeschädigt, unbewohnt, aber unterminiert. Zwei Mann von der Vorhut mürben beim Einmarsch von einer Mine in Stücke gerissen. Die Sappenre ent­deckten alle anderen Minen und entfernten sie. Die Deutschen gebrauchen, um Verwundete zu bergen, gern die weiße Flagge, mißbrauchen sie jedoch nie. Sie sol­len die Gefangenen gut behandeln. Die deutschen Streit- kräfte sind ziemlich zahlreich; sie verfügen über ein fchönes Bahnsystem und reichliche Munition.

Glückwunsch des Kaisers an das Regiment Graf Werder.

Der Kaiser hat anläßlich der hundertjährigen Zu­gehörigkeit des Infanterieregiments Graf Werder (4. Rheinischen) Nr. 30 zur preußischen Armee einen Er­laß an das Regiment gerichtet, in dem er seinen könig­lichen Gruß entbietet und in dankbarer Anerkennung seiner treuen, vielfach besonders im gegenwärtigen Kriege mit Auszeichnung geleisteten Dienste Säkular- ahnenbünder verleiht. Der Kaiser bittet den Allmäch- igen, seine Hand auch fernerhin über das Regiment zu imiten und dessen ruhmgekrönte Fahnen überall zum Siege zu führen.

Spionage im russischen Hauptquartier?

Nach einer Meldung des StockholmerSozial- demokrad", der die Nachricht von zuverlässiger Seite er­halten hat, ist nach derFrkf. Ztg." folgender aufsehen­erregender Fall von Hochverrat in der russischen Armee vorgekommen: Der Chef der russischen Felogendarmerie, ein Beamter hohen Ranges des Polizeiwesens und eine Anzahl Mitschuldige wurden verhaftet, weil sie wich­tige, geheimzuhaltende Akten den Deutschen mitgeteilt hätten. Durch diesen Aufschluß über die Dispositionen der russischen Armeeleitung sollen die Hochverräter so­gar möglicherweise zum Teil den letzten Sieg mit vor­bereitet haben. In der offiziellen russischen Note ist zugegeben worden, daß sogar im russischen Hauptquar­tier Spionage vorgekommen sei.

Der neue Kommandant von Memel.

Major V. Luck ist, wie das , Memeler Dampfbovt" be­kannt gibt, zum Kommandanten von Memel ernannt wor­den und hat sein Amt angetreten. Der neue Kommandant war vor dem Kriege im Infanterie-Regiment Nr. 43 und machte den ganzen Feldzug in Ostpreußen mit. Nach der Schlacht bei Tannenberg wurde er durch das Eiserne Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet; im Feldzuge in Poleu erhielt er das Eiserne Kreuz erster Klasse. Major v. Luch gab den Behörden Memels die Versicherung, daß zum Schutze des Kreises Meine! ninfas'ende militärische Maßnahmen getrof­fen seien, so daß die Bevölkerung in jeder Hinsicht be­ruhigt sein kann.

Keine Eisernen Kreuze für Frauen.

Aus dem Großen Hauptquartier ist, wie derR. Pol. Tagesdienst" mitteilt, dem stellvertretenden Mi narusivek- teur der Freiwilligen Krankenpflege zum Zweäe der tich- ttgstellung mannigfache^ anderer irrtümli her Mit.euun en bte Nachricht zugegangen, daß nach den dort vorliegen en amtlichen Listen bisher vier Krankenpflegerinnen das Ei­serne Kreuz übergeben ist. Diese Uebergabe sei aber ver­sehentlich und entgegen der alle höchsten Willensbestimmung erfolgt. Es sei d aher den vier Krankenpflegerinnen nur einmalig gestattet worden, das Kreuz zum Andenken als Brosche, nicht als Dekoration zu tragen.

Vermischtes.

Neue Tenerungsunruhen in Italien. DieKöln. Ztg." meldet aus Zürich:In der Ortschaft Ginosa (Provinz Lecce) fanden infolge der Teuerung und der Arbeitslosigkeit schwere Unruhen statt. In ben letzten Tagen ist Befehl erteilt worden, die Mehlvorrätc des deutschen Konsuls Cappola zu beschlagnahmen. Der Er­laß war aber infolge einer Einsprache nicht ausgeführt worden. Gestern nun versammelten sich etwa 2000 Bauern vor der Mühle, vertrieben die wenigen Karabi- nieri und verletzten einen Polizisten schwer. Der Volks­haufe zerstörte sämtliche Maschinen des Unternehmens, steckte die Mühle in Brand und plünderte die vor­handenen Mehlvorräte. Zum Schluß wurde der Kassen- schrank gesprengt und eine Summe von 5000 Lire ge­raubt. Die Bauern schnitten soöannn die Fernsprech- örähte ab. Der Präfekt schickte im Laufe des Tages 300 Mann Truppen und 50 Karabinieri nach Ginosa. Auf der Insel Chioggia in der venezianischen Lagune fanden ebenfalls Kundgebungen gegen die Steuerung statt. Die Bäckerläden wurden mit Plünderung bedroht. Auch hier gingen Militär und Karabinieri gegen die Menge vor.

Zur Naturgeschichte des russischen Generals.Die Szene ist ein Restaurant auf dem Newsky-Prospekt. Der große Saal der ersten Etage ist fast leer, da die Haupt­tischzeit vorüber ist. Ein General in Uniform tritt ein, ein sehr alter General. Sogleich stürzt der Portier auf ihn zu, hilft dem General aus seinem Mantel, nimmt ihm Kopfbedeckung und Säbel ab, zieht ihm die Ueber- schuhe aus, und der General setzt sich an einen Tiuh, der mit weißem Tischtuch bedeckt ist. Beim Kellner der seine Wünsche entgegennimmt, bestellt er die St. Petersburger Zeitung sonst nichts und beginnt eifrig darin zu blat- kern Das dauert eine halbe Stunde. Plötzlich unter­bricht der General seine Lektüre und nimmt eine Seite des Tischtuches, putzt sich geräuschvoll und lang darin seine Nase, läßt das Tischtuch wieder fallen, steht auf und wendet sich zur Tür, wo er wreder denselben Por­tier trifft, der ihm ebemo eilfertig uub ehrfürchtig Lsa­bel und Mantel anlegt und die Ueberschuhe zurechtstellt. Worauf der General hinausgeht, ohne, etwas verzehrt zu haben, und auch ohne dem Portier ein Trinkgeld ge­geben zu haben." Diese kleine Aufnahme nach dem Le­ben findet sich nach derKöln. Ztg." nicht etwa in dem Buch eines deutschenBarbaren", tonbern in dem 1908 M Parts herausgegebenen Werk: Moeurs intimes du pasiee" von Dr. Cabanees, und der Verfasser leitet sie est«. mit -dLU-Worken:-Wollen. Sje eine Vorstellung von der Sauberkeit unserer lieben Bundösaenösien und

Freuttöe haben?" Ob ein so freimütiges Urteil über russische Generale wohl heute in Paris gedruckt werden dürfte?

Zu Lismauks Gedächtnis.

DieNorddeutsche Slllgemeine Zeitung" widmet Bismarcks 100. Geburtstage einen Artikel, in dem es heißt: Ein Kampf um Leben und Tod tobt rings um das Deutsche Reich, das Bismarck an der Seite seines Königs uno Kaisers geschaffen hat. Eine halbe Welt ist aufgestanden, um eS zu vernichten.

Der erste Kanzler des neuen Reiches hat alles daran gesetzc, ihm durch Rüstungen und Bündnisse einen lan­gen Frieden zu sichern, auf daß es in Europa selbst er­starke und sich befestige. Dieser Friede und die sich in ihm frei enwickelnde Schaffenskraft des bis in den un­tersten Kern tüchtigen Volkes hat der Nation einen Auf­schwung fast ohne Beispiel gebracht. Gerade diese Enr- wicklung aber war es, die dem Reiche zu den alten euro­päischen Feindschaften neue Neider und Gegner schaffte.

Gegen deren Vereinigung hat es heute in einem Kampfe ohnegleichen seinen Bestand zu verteidigen, daß er Kindern und Enkeln als ein ringsum unantastbarer Besitz verbleibt. An dieser Aufgabe wollen wir Deut­schen, die wir von dem großen Manne den Sinn für die rauhe Wirklicbkeit gelernt haben, unser Letztes setzen.

Wir, die Epigonen des Mannes, der an der Seite seines Königs die deutsche Frage gelöst und dem zer­rissenen Lande Friede und Einheit gegeben hat, haben die Aufgabe geerbt, dieses deutschen Reiches Stellung in der Mitte Europas zu stärken und durch solche Stär­kung die europäische Frage im Sinne des dauernden Friedens und der gesicherten Freiheit und Selbstbestim­mung seiner Völker zu lösen.

Mögen die Minister der uns feindlichen Staaten in grenzenloser Unkenntnis deutschen Wesens zu be­weisen versuchen, daß ein deutscher Sieg die Unter­drückung und Vernichtung der großen und kleinen Staa­ten bedeutet: Wir, bereit Reich nicht aufgebaut ist auf der Knechtung und Vergewaltigung fremder Völker, missen, daß altem fremdem Uebelwollen zum Trotz wir es sind, bte in Wahrheit für Europa und seine Freiheit kämpfen. I

Heer nnd Flotte zum Bismarcktag.

Seine Majestät der Kaiser hat folgende allerhöchste Kabinettsorder erlassen:

Ich beauftrage Sie, heute, an dem Tage» an dem vor hundert Jahren der verewigte Fürst Bismarck ge­boren wurde, an dessen Denkmal auf dem Königsplatz zu Berlin im Namen meines Heeres und meiner Ma­rine gemeinsam einen Kranz niederzulegen. Ich will dadurch deren «uauslöschlichett Dank für die unsterb­lichen Verdienste des großen Kanzlers in der festen Zu­versicht Ausdruck verleihen, daß der Allmächtige auch ferner und wider alle das Vaterland jetzt bedrohenden Feinde schirmend und schützend seine Hand halten wird über dem Lebenswerk des großen Kaisers und seines Getreuen, dem die heutige Feier gilt.

Großes Hauptquartier, 1. April 1915. Wilhelm.

Weitere Drahtnachrichten.

Die Tätigkeit unserer Flieger.

te* Paris, 1. April. (WTB.) DerTemps" meldet aus Bethuue: Ein deutsches Flugzeug warf Bomben auf Essars. Es wurdemur. Sachschaden angerichtet. Ein französisches Flugzeug stellte fest, daß alle Brücken in der Umgegend von Maubeuge wieder Hergestellt worden sind.

^ Lyon, 1. April. (WTB.) DerSkocivelliste" mel= bet: Ein deutsches Flugzeug konnte sich infolge Nebels unbemerkt Francy nähern. Von drei abgeworfenen Bomben richtete nur die dritte Schaden an, die das ober­ste Stockwerk eines Hanses beschädigte. Verletzt wurde niemand.

Der Unterseebootsschrecken.

c^ London 1. April. (WTB.) Der Marinekorre- spondent der Times schreibt: Das Auftauchen von Unter eebosien mit 20 Knoten Geschwindigkeit in den britischen Gewässer läßt neuerdings die Frage nach ausreichenden Verteidigunesmitte rr für Handelsschiffe laut werden. Die Ausstattung der Schiffe mit Kanonen ist schwer durchführbar. Das vorgeichlagene System der Begleitung durch Kriegsschiffe werde die Bewegungs­freiheit der Handelsschiffe zu sehr einschränken. Der Angriff anf die Unterseeboote, der Versuch, sie zu ram­men, ist die wirksamste Berteidianna. Es wäre besser, wenn die Schiffe die vcrhältnisinäßig kurze Strecke, für die eine Unterseebootgefahr in Frage käme, nur nachts zurücklegten.

Schiffsstockung in Liverpool.

m> London, 1. April. (WTB.) In Liverpool sind infolge Platzmangels 35 Dampfer ausgehalten, die nicht ausladen können. Der Handel mit frischem Gemüse, die sofortige Ausladung erfordern, wurde nach Man­chester abgelenkt.

Krise in der englischen Bauwollenindustrie.

e-^ London, 1. April. (WTB.) In einer gestrigen Konferenz zwischen Arbeitgebern und Arbeitern der Baumwollittdustrie in Manchester weigerten sich die Fabrikanten, den Arbeitern die verlangte Kriegszulage von 10 Proz. zu geben, da die Banmwollindustrie sehr unter dem Krieg gelitten habe.

Schandtaten der Russen in der Bukowina.

o* Wien, 1. April. (WTB.) Aus dem Kriegs- preffeauartier wird eine lange 9teihe schändlicher Gewalt­akte gemeldet, die die Russen au der rumänischen Be­völkerung in der Bukowina verübten. So/ivurdc ein Gutsbesitzer wurde schwer mißhandelt, ein miderer ohne Grund ntebergefdioffen. Die Tochter eines notablen ru­mänischen Bürgers wurde in Gegenwart ihrer Mutter durch fünf russische Soldaten gezüchtigt. Auch viele an­dere Frauen wurden mißhandelt und beraubt. Alle diese Grausamkeiten geschahen unter den Augen von russischen Offizieren, die ihre Soldaten ruhig gewahren

ließen.

Unruhe in der russischen Finanzwelt.

Petersburg, 1. April. (WTB.) Die russische Finanzwelt und Kaufnrannschaft zeigen große Unruve über die Ausgabe einer weiteren Milliarde Papiergeld. Man betrachtet dies als eine starke Veeintrachtigung der russischen Währung. Professor Migultti erklärt, die Ausgabe des Papiergeldes sei ein großer Fehler. Ruß­land werde für lange Zeit nicht von der Wirtschaft des Papiergeldes lobfommcn. DieNowoje Wremja" sucht die öffentliche Meinung mit dem Hinweis zu be­ruhigen, daß immer noch vierzig Prozent Golddeckung vorhanden seien.

Ein amerikanisches Urteil über England.

e-> Washington, 1. April. (WTB.)Washington Post" schreibt: Der Krieg ist der Selbstsucht Großbri­tanniens zuzuschreiben. Kaufmännischer Wettbewerb und industrielle Rivalität habe niemals einen Krieg ge­rechtfertigt, sie sind aber tatsächlich die Ursache, gegen den eigene« Vetter zu kämpfen.