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schiRpft lvorden. Me Niederträchtigkeit dieser durch die französische Zeitung verbreitete« Verleumdungen ist so offenkundig, daß eine Widerlegung überflüssig ist.

Treffendes Urteil eines Neutralen.

In denBaseler Nachrichten" bespricht der Baseler Unversitätsprofessor Werule die massenhafte Versendung des Berichts der französischen Untersuchungskommission über angebliche deutsche Greueltaten in besetzten Ge­bieten und zittert zwei eklatante Fälle, nach denen er genug gehabt hätte von all den absolut unkontrollier- baren Schauergeschichten. Am Schluß stellt er fest, daß der ganze Bericht nur den Wert besitzt, uns zu zeigen, was alles ein leidenschaftlich erregtes Volk in Kriegs­zeiten dem Feinde zutraut. Dann handelt es sich auch um einen Versuch, durch Verbreitung von offiziell fest­gestellten Greueltaten die Herzen der Neutralen für sich zu gewinnen. Das verdient die Bezeichnungdreckige Propaganda".

Von U-Booten verfolgt.

Der UeberseedampferNiagara", welcher die Be­satzung des bei Newport versenkten DampfersFlo­rida" an Bord hatte, begegnete nach einer- Meldung der Agence Havas auf der Rückfahrt von Neuyork auf der Höhe von Cherbourg am 25. März einem deutschen Un­terseeboot, welchem er dank seiner höheren Geschwin­digkeit entrann. Als der DampferTychos" der Wil- sonlinie, vom Bombay nach Hull, am Sonntag sich den Downs näherte, wurde beobachtet, daß ein deutsches Unterseeboot auf den Dampfer lossteuerte. Der Kapi­tän gab Volldampf. Trotzdem holte das Unterseeboot das Schiff ein und schoß einen Torpedo ab, der am Bug vorbeiging.

Ein neues Unterseevootopfer.

Reuter meldet aus Liverpool: Der DampferVos- ges" ist an der Küste von Cornwall durch Geschützseuer zum Sinken gebracht worden, wahrscheinlich von einem Unterseeboot. Der erste Maschinist ist getötet und drei Mann von der Besatzung sind ernstlich verletzt worden. Die übrigen 30 Mann landeten in New Quay.

Ein englisches Wrack in der Frischen See.

o-£ Haag, 29. März. (T. U.) DieDaily News" meldet nach derTgl. Rösch." aus Dublin: In der Fri­schen See trafen Fischdampser auf das Wrack eines großen englischen Dampfers, das sich in sinkendem Zu­stand befand. Torpedoboote sind nach der Nnfallstätte, abgegangen.

Von der untergegangenenDelmira".

Nach einer Meldung desDaily Chronicle" aus Portsmouth erklärt die Admiralität. daß dieDelmira" offenbar nicht gesunken ist, da berichtet wird, daß sie bei St. Vaast Lahogue gestrandet ist und brennt. Der Wert des Schiffes wird mit 36 000 Pfunö Sterling angegeben. Der Kapitän erzählte, da der Dampfer ein ichnelles Schiff war hätte er wahrscheinlich dem Angriffe des Un­terseeboots ausweichen können, wenn nicht die Heizer, die aus Chinesen bestanden, als sie hörten, daß das Schiff von einem Unterseeboot verfolgt wurde, die Kessel im Stiche gelassen hätten und auf Deck geeilt wären. Dadurch verlor dieDelmira" Dampf und mußte an­halten. Das Unterseeboot schleppte die Rettungsboote derDelmira" eine Stunde lang gegen die englische Küste und ließ sie fahren, als das HandelsschiffLizzie" in Sicht kam, welches die Bemannung aufnahm.

Der Türkenkrfea.

Konstantinopel, 29. März. (WTB.) Das Haupt­quartier teilt mit: Freitag abend versuchten Torpedo­boote und Minensuchschiffe des Feindes in die Darda­nellen einzudringen. Sie wurden aber durch das Feuer unserer Batterien vertrieben.

Ein weiterer französischer Kreuzer vor den Dardanellen gesunken?

»-#> Athen, 29. März. (T. U.) Der Sonderbericht­erstatter des BlattesEstia" meldet aus Mudros vom 22. März, daß ein französischer Kreuzer, dessen Name verheimlicht wird, in der Nähe der Befestigungen von Dardanos von Land aus torpediert wurde. Der Kreuzer ging in anderthalb Minuten mit der ganzen Beiatzung unter.

Französische Offiziere erklären die schweren Verluste der Franzosen in den Dardanellen dadurch, daß die Eng­länder ans größter Entfernung die Forts beschießen und die französischen Schiffe vorschicken. Es wird angenom­men, daß sich die Türken eines neuerfundenen, bisher nicht bekannten Torpedolanzierrohres bedienen, das Torpedos mit erstaunlicher Sicherheit abschietzt. Von türkischer Seite ist die Vernichtung eines nanzosifchen Kreuzers in den Dardanellen bisher nicht bestätigt worden.

v. b. Goltz über die Dardanellen.

Bukarest, 28. März. (WTB.) In einem vomAd- verul" veröffentlichten Interview hat öer Generalselö- marschall Frhr. v. d. Goltz-Pascha über die Lage in Kon­stantinopel und an den Dardanellen sich folgendermaßen

Die'Bevölkerung ist durchaus ruhig: der Sultan be­wohnt. wie bisher, sein Schloß am Meere und denkt nicht daran, die Stadt zu verlassen. Die Zuverstcht, öle fett dem letzten Siege noch gestiegen ist, ist allgemein. Die Tatsache, daß ich gerade jetzt von Konstantinopel abgereist bin, mag als Zeichen dafür gelten, daß keine Gefahr vorhanden ist. Die Türken waren überzeugt, daß der Angriff der Flotten der Alliierten mißlingen werde. Der Erfolg übertraf allerdings die Erwartungen, denn er wurde von den schwächsten Befestigungen außerhalb des Minenfeldes errungen. Ein neuer Angriff der al- ..... Flotten ohne eine glerchzeltige Truppenlandung rhrscheinlich, aber auch für diesen ist die Türkei tet, Va an den in Betracht kommenden Stellen

liierten

ist unwa, vorbereitet, vu »» eine Armee bereit gehalten wird.

Den Gerüchten über Munitionsmangel hielt Frhr. v. -Goltz entgegen, daß die Türkei nicht nur beträcht­liche Mengen davon vorrätig habe, sondern daß sie auch selbst Munition erzeuge. Der Wunsch der Türkei nach einer Verbindung mit Europa habe seine Ursachen öa- rim daß die tUMche Waffenindustrie nicht so entwickelt sei wie die mitteleuropäische. Die Türken konnten eine halbe Million Mann mehr ins Feld stellen, wenn die Ausrüstung mit Munition für diese sichergestellt wäre. Uebriaens sagte Frhr. v. d. Goltz: möge der Feind kom­men und sich von dem, was ich age, überzeugen.

v. b. Goltz: möge der Feind kom- dem, was ich sage, überzeugen.

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Eine englische Abfuhr vor Smyrna.

Der englische Vizeadmiral vor Smyrna hat, Kon- stantinoveler Meldungen zufolge, nachdem er eingesehen batte daß ein rechtmäßiger Angriff auf Smyrna erfolg­los bleiben muß die Schamlosigkeit besessen, durch einen Bestechnngsversnch den Wali von Smyrna, Rahmy Bey, «IV Neberaabe der Stadt veranlagen zu wollen. Der 8eberbrinaer des an den Wali gerichteten Schreibens war der ?n Konstantinopel gut bekannte Engländer Deeds der bis zum Kriegsausbruch Staatsrat im tür­kischen Ministerium war. Der Vizeadmiral weist auf die Vorteile hin, wenn seine Forderung, die er doch er­zwingen würde, ohne Blutvergießen erfüllt werden würde. Deutschland, sagt er weiter, sei niemals em auf­

richtiger Freund der Türken gewesen und habe öle Türkei in Krieg und Unglück gestürzt. Das russische Heer rücke siegend im Kaukasus vor, Konstantinopel sei im Begriff, sich zu übergeben. Enver und seine Ge- siunungsgenossen seien von Deutschland für den Krieg gewonnen worden England aber sei ein treuer Freund der Türkei. Der Bevölkerung von Smyrna werde, wenn der Wali sich fügt, jede Sicherheit und Notlinderung zugesagt. Wenn aber der Wali die kurze Bedenkzeit, die ihm gegeben werde, verstrichen lasse, so droht ihm der Vizeadmiral einen energischen Angriff an. Der Wali erwiderte, der Vizeadmiral solle nur komme« und sich die Antwort selbst holen. Bis jetzt hat aber der Vizeadmiral dieser Einladung keine Folge geleistet.

Tanin" sagt zu diesem von ihm veröffentlichten Schreiben des englischen Vizeadmirals, wenn es ohne Unterschrift wäre, so müßte man an einem plumpen Versuch glauben, Englands Ansehen vor der Welt herab- zuietzen,- der englische Vizeadmiral werde sich übrigens inzwischen überzeugt haben, daß das ganze Osmanen- volk Gesinnungsgenosse Envers sei.

Die Neutralen.

Rumänien bleibt neutral.

DieFrkf. Ztg." meldet aus Bukarest: Die poli- tische Lage in Rumänien ist augenscheinlich unverändert. Der Ministerpräsident Bratianu beharrt bei der im Kronrat beschlossenen Politik der abwartenden Neutra­lität.

Rumänische Verurteilung russischer Kriegführung.

In zwei langen Artikeln beschreibt der Bukarester .^Unwersul" die Greuel der Russen in der Bukowina und sagt: Das gesamte veröffentlichte Material ist höchst be­lastend für die russische Besatzungsarmee, eine ganze Stufenleiter von Schandtaten, von Plünderung und Ein­äscherung bis zur bestialischen Behandlung rumänischer Bewohner und insbesondere der Frauen und Mädchen sind darin vertreten.

Einberufung chinesischer Provinztruppen.

s^ Genf, 29. März. (T. lt.) Nach einer Meldung des New Aork Herold" aus Pekina soll der Präsident aus B^rttbloo der Konferenz der Broniuzgonverueure eine Teilmobilisiernna von 130 000 Mann chinesischer Provinztruppen eingeleitet haben.

Aufständische Inder.

Das AmsterdamerHaudelsblad" teilt nach Blättern aus Delhi über die Meuterei in Singapore mit, daß indische Truppen stell weigerten, an die Front zu aehen. Ein engstscher Offizier schoß, als die Truppen auf er­neute Aufforderung sich nochmals weigerten, den An­führer nieder, wurde aber im selben Augenblick tödlich opb n'f-'n «o begann der Tumult. Am folgenöen Tage zogen die Meuterer auf das Telegraphenamt und schössen die Euroväer nieder.

Ein Blatt in Meöana (Sumatra) erfährt aus Sa- bang: Am 23. Februar brach ein Aufstand unter den Sikbs aus. Sie erklärten, sie wollten nicht in Europa als Kanonenfutter dienen. Sie erschossen ibre englischen Offiziere und raubten die Regimentskasie. Einige Trup­pen begaben sich dann nach der Tanglinkaserne, wo die Deutschen interniert waren und erschossn die europäi­schen Rosten. 17 Deutsche verließen die Kaserne und sollen nach einer holländischen Insel südwestlich Ma­lakka entkommen sein. Von den britischen Bolunteers sollen 300 gefallen sein.

WesMpM.

Ein deutsches Flugzeng über Lüderitzbncht.

Reuter meldet: Ein feindliches Flugzeug hat bei Garub östlich von Lüöerttzbucht einen neuen Angriff auf ein Lager unternommen. Das Flugzeug näherte sich bei Tagesanbruch ungewöhnlich hoch, beschrieb einen weiten Bogen nach Norden und warf einige Bomben und Handgranaten ab, wodurch ein Eingeborener leicht verwundet wurde.

Lebensmitteltenerung in Spanien.

Pariser Blätter melden, daß die Lebensmitteltene- rung in Spanien beängstigende Formen annimmt. Die Industrie, namentlich in dem südlichen Teile, liegt voll­ständig brach.

Bombenexplosion in Indien.

Aus Kalkutta wird gemeldet: Durch die Explosion einer Bombe wurden in Sailati, einen Unterd.strikt von Kisboraany, sechs Dorfbewohner getötet und 12 ver­wundet. Die Bombe war von einem Unbekannten aus Rache in das Bett eines Dorfbewohners gelegt worden. Dieser trug die Bombe ins Freie und versuchte sie zu öffnen, wobei sie mitten unter den Zuschauern explo­dierte.

Friede im Stieg.

Wenn vorgestern ein feindlicher Flieger über der Ge­gend von St. . . . in Wesislandern gekreuzt hat, dürfen wir uns nicht wundern, wenn heute oder morgen im Matin, der Daily Mail oder meinetwegen tm Arizona Kicker of Snaketown etwa folgendes Telegramm zu finden ist:Bru­derkrieg im deutschen Heere! Mörderische Schlacht zwischen deutschen Truppen! Ureigenes Telegramm unseres ganz be­sondern Spezialberichterstatters auf dem west-östlichen Di- van: Sicherm Vernehmen nach sind, die deutschen Bar­baren endlich daran, sich gegenseitig zu zerfleischen. (Wahr­scheinlich sind sie infolge der Hungersnot zum Kannibalis­mus zurückgekehrt. Anm. d. Red.). Ein englischer Flieger sah d eutlich, wie zwei Abteilungen, die er auf je zwei Ba­taillone schätzte, sich gegenseitig dezimierten. Dem leb­haften Gewehrfeuer nach zu schließen, müssen die gegen­seitigen Verluste enorm sein. Einzelheiten fehlen noch."

Ein altes Wort sagt:ohne Feuer kein Rauch", und so ist auch an der angeblichenSchlacht zwischen deutschen Truppen etwas Wahres. Was aber der englische Flieger nicht gesehen hat, das waren die Vorbereitungen zu dieser Schlacht, die sich zwar durchaus kriegsmäßig aber doch im Rahmen einer schönen Friedensubung abspielte. Wir fin­den in Feindesland, zwischen den Schlacht- und Kampf­tagen Muße, eine regelrechte Kömpaguiebesichtigung vor dem kommandierenden General abzuhalten! Jedermann, der Soldat war oder auch nur Frhrn. v. Schlichts Militär­humoresken gelesen hat, weiß, daß das WortBesichti- gung" wie ein Damoklesschwert über aller Häuptern schwebt. Unsere Ersatzreservisten, die nur eine Kriegsausbiwuug ge­nossen haben, verstanden nicht den Gram zu würdigen, der unsalten Leuten" wie ein Geier au der Leber fraß. Einer Besichtigung Pflegen doch 100 000 Appelle in Stiefeln, Un­terhosen, Anzügen und all dem unzähligen Kleinzeug vor- auszugehen, das nun einmal zum Soldaten gehört. Wir machten die Sache nun ziemlich kurz und schmerzlos. Die Kochgeschirre wurden neu schwarz lackiert, die Uniformen . geflickt und gewaschen, die Kerle rasiert und dann harr- i ten wir der Dinge, die da kommen sollten. Und sie kamen. ! Und zwar zunächst in Gestalt einer Vorbesichtigung, bei s der dann das von unserm Kompagnieführer aufgestellte Pro­gramm so gründlich umgeworfen wurde, wie ein Fort durch unsere 42-Ztm.-Granaten. Die neueSpeisenfolge" wurde in d'er Eile noch durchgesprochen, die neuen Richt­punkte festgesetzt, und so fanden wir unL denn krisch-krödlich i

zur Besichtigung vor Sr. Exzellenz ein ^ um sofort it erfahren, daß unser neues Programm ebenfalls bereits ver« altet war.

Anstatt des erwarteten Kompagnieexerzierens erwartete uns ein Gefecht mit Sturmangriffen und allen Schikanen/ Schützengräben und Drahtzäunen, daß uns Hören und Sehen verging. Das Regiment ... ist als sehr schneidig bekannt. Seinen Oberst B. ^.. undunsern" Major H. zierst das Eiserne Kreuz 1. Klasse. In diesem Regiment steht unsere brave 10. Kompagnie nun noch ganz hbesonders im Rufe einerDraufgängerkompagnie" ein Ruf, der in Tagen vom 19.21. Oktober teuer verkauft wurde. Es war uns nun in diesen letzten Wochen nicht vergönnt, diesen Ruf angesichts des bösen Feindes zu befestigen. Daher mußten mir uns mit demmarkierten Feind" begnügen­der höhnisch lächelnd uns herankommen und stürmen ließ, um dann einfach die Gewehre zusamnrenzusetzen und in

^.uartiere abzurücken, während wir noch unter Troin- melwrrbel und Hohnruf über die Schützengräben sprangen. Als wir nach der Kritik mit klingendem Spiel in die Quar- twre abruckten, störte nur das Brüllen der schweren Ge­schütze vor Dpern den Eindruck des tiefsten Friedens mitten im Kriege. (Köln. Ztg.)

Vermischtes.

Befinde« der Herzogin von Braunschweig. herzogltchen Oberhchmarschallamt wird unterm 28. März folgendes bekannt gegeben: Ihre Kgl. Hoheit die Frau Herzogut und öer neugeborene Prinz befinöen sich auch heute allsgezeichnet. Bei weiterem günstigen Verlaufe wtrö von einer regelmäßigen Berichterstattung abgesehen werden. '

Drei Schüler auf einer Segelfahrt verunglückt. Wie

L^a^^r Scttmm" meldet, unternahmen Sonn­abend nachmittag drei Danziger Schüler eine Segelfahrt auf die See. Zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags wurde das leere Boot tretbeuö in geringer Entfernung von dem Zoppoter Seesteg bemerkt. Beim Segelsetzen war das Boot anscheinend von einem plötzlichen Stoßwind über­rascht und zum Kentern gebracht worden. Die Leichen der drei Schüler sind bisher noch nicht gefunöen.

die Ringe aus Eisen wendet sich dieNordö.

Ztg." m folgender beherzigenswerter Auslassung: Die Falle mehren sich, in denen Vereine und Sammel- stellm Publikum zur Ablieferung entbehrlichen MetalG.zum Besten irgend eines vaterländischen Zwek- kes aufjordern und für die Spenden eiserne Ringe mit dem Eisernen Kreuz oder mit besonderen Inschriften in 2(u§ftcht steilen. So sehr die Sammlung alter, aus­gedienter Metallsachen erwünscht ist, um sie noch irgend einem vaterländischen Zwecke zuzuführen, so kann an- öerseits die Zusicherung eines eisernen Ringes als Ge­genwert hierfür nicht gutgeheitzen werden. Die Erinne­rung an die Vorfahren, die in der tiefsten Not des Va­terlandes wertvolle Schuntcksachen und Trauringe op­ferten. um die Mittel zur Befreiung ooit dem Bedrücker zu beschaffen, und die sich der eisernen Ringe als Ersatz für oas geopferte goldene Symbol bedienten, sollten davon abhalten, die Anpreisung eiserner Ringe zu be­nutzen, um das Publikum zu derartigen Sammlnngeu anzuregen. Im Übrigen musi-ansdrücklich betont wer­den, daß Deutschlands wirtschaftliche Lage gewiß von jedem einzelnen persönliche Opfer erheischt, daß sie aber zurzeit nicht derart ist, um eine freiwillige Entäußerung der Trauringe, dieser heiligsten Familienstücke, als er­wünscht oder auch nur als zulässig erscheinen zu lassen.

Das ist der Fluch der bösen Tat". Wir lesen im Hannov. Kur." folgende lehrreiche Begebenheit: Zu einem Mehlhändler kam kürzlich eine Frau und klagte lebhaft über die schlechte Beschaffeubeit des Mehls, in dem Würmer zu sehen seien. Der Mehlhändler wider­sprach. und es erhob sich ein Wortwechsel, dessen Ergeb­nis war, öatz die Frau eingestand, sie habe das Mehl im August vorigen Jahres aekauft und bis jetzt in der Wohnung aufbewahrt. Wenn es nicht um des Mehls willen zu bedauern wäre, daß es verdorben ist könnte man der Frau nur sagen, ihr sei ganz recht ge­schehen: womit jemand mnöiat, damit wird er auch ge­straft. Ein anderer Fall: Ein Mittel gegenmulsirt- ges" Mehl forderte dieser Tage eine Frau bei einem Dro­gisten. Sie erzählte, daß sie 50 Pfund Mehl auf Vor­rat gekauft habe, das jetzt einen so schlechten Geruch an- aenammen habe, daß ihr Mann den aus dem Mehlc gebackenen Eierkuchen nicht mehr essen wolle. Der Dro­gist konnte der Frau nur den guten Rat geben, das ver­dorbene Mehl fortzuwerfen, da es ein Mittel gegen mvU'rioeS" Mel'l nicht aebe. S" wird es wohl vielen gehen, die zum Schaden ihrer Mitmenschen sich in un­vernünftiger Weise mit Vorräten versehen haben.

Weitere Drahtnachrichten«

Die Arbeit deutscher Flieger.

ö^ Paris, 29. März. (WTB.) Die gestrigen Abend­blätter melden: Ein deutsches Flugzeug warf 14 Bom­ben auf Gerardmer, durch die ein Soldat getötet wurde. Der Sachschaden war unbedeutend. Eine Taube warf aul Düukirchen sechs Bomben, eine andere auf Calais ein. Bombe. In beiden Fällen wurde kein Schaden ange- richtet.

Ueber den letzten Angriff deutscher Flieger auf Calais berichtet lautV. T." die Mannschaft des in Englanö angekommenen DampfersDiana, der gerade in den Docks von Calais lag, daß die Besatzungen der Schiffc sofort unter Deck flüchteten, als die Flieger über die Docks der Stadt hinflogen. Die Flugzeuge warfen eine große Anzahl Stahlpfeile auf die Schiffe und Kais. Die Schlffsbesatzuugen kamen nicht vor dem nächsten Morgen hervor. Sie fanden dann das Deck mit Wurspfelten besät.

Ueber die Gefangennahme französischer Flieger im Breisgau in voriger Woche teilt dieVoss. Ztg." mit: Die beiden Flieger, zwei Unteroffiziere, entstiegen un­versehrt dem Flugzeug und zündeten dasselbe an, so- daß es sofort lichterloh bräunte. Die Flieger ließen sich ruhig gefangen nehmen. Das Flugzeug, aus dessen Sitz einige Schriftstücke gerettet werden konnten, wurde ab­montiert.

Revolten in Sibirien.

Hamburg, 29. März. (WTB.) Nach demHamb. Fremdeuvl." veröffentlicht das StockholmerAftonbla- oet" einen Brief aus Tomsk in Sibirien über Revol­te» bei der Truppenaushebuttg. In mehreren Städten hätte die Bevölkerung in Barrikadenkämpfen gegen das Militär Widerstand geleistet. Dieses konnte nur mit Kanonen und Maschinengewehren die Aufrührer be­zwingen.

Die japanischen Parlamentswahleu.

London, 29. März. (WTB.) DieTimes" melden aus Tokio: Am 26. o. M. fanden nach heftiger Wahl­kampagne die Wahlen statt. Nach einer Schätzung der Konservativen erhielt die Regierung eine kleine Mehr­heit. Man glaubt, öatz die Negieruug imstande sein wird, vor dem Zusammentritt des Parlaments im Mai eine Arbeitsmaiorität zu bekommen.