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Japans Fristverlängerung an China.

DieNationalzeitung" meldet aus Kopenhagen: Wie die PetersburgerRjetsch" aus Peking erfahrt, wurde die an China gestellte Frist zur Erledigung der japanischen Forderungen um nochmals vierzehn Tage verlängert. Die gleiche Nachricht veröffentlichtNowoje Wremja":

In Ergänzung früherer Mitteilungen über die Ver­handlungen zwischen China und Japan ist nach der Köln. Ztg." ein Bericht derExchange Telegraph Com­pany" zu erwähnen, wonach China zugestimmt habe, japanische Berater und Instrukteure auf den politischen, finanziellen, militärischen und Polizetänüern zu er­nennen. Weiter hat China sich bereit erklärt, Japan den Vorzug au Eisenbahnen sowie auf Staatsanleihen zu gewähren. Japan hat Chinas Gegenvorschlag an­genommen, wonach die bestehenden Verträge mit Be­zug auf die Mandschurei in Kraft bleiben sollen. Dieser letztere Punkt ist von besonderer Wichtigkeit, weil Ja­pan in dem Vertrage Chinas. Hoheitsrechte auf die Mandschurei anerkannt hat.

Die Schwierigkeiten nach dem Kriege.

DieTgl. Rdsch." berichtet aus Kopenhagen: Des Krieges Fazit" bespricht ein Leitartikel inGöteborgs Astonblad" vom 19. März. Es wird darin gesagt: Der Buhtnft bleibt es vorbehalten, ob es den Engländern und Franzosen gelingt, die deutsche Westfront zu durch­brechen. Aber das ist schon jetzt klar, daß die Fran­zosen ihr gewünschte Revanche nimmer finoen werden. f Wenn die Deutschen aus Frankreich vertrieben, wenn Belgien befreit, wenn Elsaß-Lothringen zurückerovert würde, ist Frankreichs Stellung als erste Macht Enro- pas doch nnwiderbriuolich verloren. Als Großmacht hat Frankreich abgeöankt, und die Auseinandersetzung mit England nach dem Kriege schon in finanzieller Bezieh­ung wegen der großen Ausgaben, die Großbritannien für Frankreich gemacht hat, wird schwierig und uner­freulich genug sich gestalten. Wenn Frankreich auf die Verwüstungen seiner reichsten Provinzen verweist, so wird dadurch die Mißstimmung zwischen den beiden Mächten nicht beseitigt werden, eine Mißstimmung, die ein Krieg hervorgerufen hat, der im besten Falle mit der völligen Ermüdung der Streitenden endigt. Alles in allem ist das gewiß, daß nach dem Kriege Frankreich in einem anderen Kielwasser segeln muß, als in dem es jetzt fährt.

England wird der Krieg zn teuer.

Wie Lloyd George den Bankdirektoren klagend mit- teilte, stellt der Krieg ganz ungeheure, von mernanden voransgesehene Anforderungen an die Geldtraft Eng­lands, wobei er insbesondere auf die gewaltigen Mehr- kosten hinwies, die die Operationen gegen die Darda­nellen und die finanzielle Unterstützung Rußlands, Bel­giens und Serbiens verursachen, die weit größere summen erfordern, als die, mit denen man gerechnet hatte.

Wie lange wird der Krieg noch dauern?

Zu den Friedensäutzerungen Sir John Frenchs.

Sir John French, der Oberkommandierende des englischen Heeres in Frankreich, hat, wie der Korrespon­denzHeer und Politik" geschrieben wird, zu einem Ver­treter der französischen DepeschenagenturHavas" die Bemerkung gemacht, daß der Krieg nicht mehr lange dauern könne, und hat damit eine ganz neue Anschau­ung der englischen Heeresleitung kund getan. Bisher haben die leitenden Männer Englands stets von einem ungeheuer langen Kriege gesprochen. Zuerst hieß es, der Krieg werde 20 Jahre dauern, dann wurde diese Zeit durch Kitchener heftig abgekürzt und zwar auf 4 Jahre. Grey erklärte jüngst im Parlament, daß Eng­land 2 Jahre Krieg führen wolle und jetzt bemerkt grench, daß der Krieg nicht mehr lange dauern würde, as ist eine sehr zweideutige Bemerkung. Was French über unsere wirtschaftlichen Schwierigkeiten berichtet, ist das weiß French allein sehr genau vollendeter Unsinn. Wenn er daraus seinen Kriegsplan aufbaut, dann wird er wieder so siegen wie bisher. Nein, diese Worte Frenchs haben eine ganz andere Bedeutung. Sie ollen die bedrückten und mißmutigen Gemüter in Eng- and und Frankreich aufheitern. Aus diesem Grunde inö die Worte auch so nebelhaft abgefaßt, ohne daß man sich eine genaue Vorstellung machen kann, was French eigentlich gemeint hat. French weiß sehr genau, daß in Frankreich Stimmung gegen den Krieg vorhan­den ist. Es bildeten sich dort schon vor Wochen große Komitees, die für die Herbeiführung des Friedens ar­beiten wollen. Auch in England, wo der Krieg weniger gespürt wird als in Frankreich ist die Kriegsstimmung nicht sehr stark. Die vielen bangen Fragen, die ver­steckt in der Presse und ganz unverblümt in der russi- ^Ä französischen Oeffentlichkeit mfttauchen, wann endlich der Krieg beendet sein wird, sollen durch diese geheimnisvolle Aeußerung Frenchs beruhigt werden. Es wäre ein Fehler, sich über die Hilfsmittel unserer Feinde zu täuschen. England kann noch manches Armee­korps ausbilden, Frankreich wird noch mehrere kranke und schwächliche Regimenter aufstellen, die ohne große militärische Beöeutunü sind und Rußland hat auch noch eine Anzahl von Menschen zur Verfügung. Aber Deutsch­land steht fest gegründet in Frankreich und Rußland. An diesem eisernen Wall, der täglich stärker wird, wer­den alle Angriffe abprallen. Unser Krieg wird fast aus­schließlich in Feindesland geführt. Sowohl Deutschland als auch Oesterreich verfügt noch über viele Millionen frischer Reserven, die kampfesfroher und tüchtiger sind als die der Feinde. Deutschlands Ueberlegenheit, die in 8 schweren Kriegsmonateil immer offenbarer wuröq, wird jeden Tag größer und ausgeprägter. Wir leiden weder an Waffen noch an Munition, weder an Geld noch an Getreide und das muß immer wieder er­wähnt werden stehen in Feindesland. An einem früh­zeitigen Ende des Krieges haben darum unsere Feinde ein hundertfach größeres Interesse, als wir. Was French von den Dardanellen sagte, ist Kriegsgeschwätz. Wenn mit großen Redensarten Schlachten gewonnen werderr würden, dann würde heute kein Deutscher mehr übrig sein. Die Tatsachen sprechet! aber auch an den Dardanellen eine andere Sprache.Der Krieg wird nicht mehr lange dauern." Aber wenn er dabei mit einer Nachgiebigkeit Deutschlands rechnet, so wird er auf Gra­nit beißen.

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Auszeichnungen für v. Häseler und v. -. Goltz.

Dem Generalfeldmarschall Grafen v. Häseler wurde das Eichenlaub zum Orden Pour le märite und dem Generalfeldmarschall Freiherrn v. d. Goltz die könig­liche Krone zunr Grotzkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe verliehen.

Der Austausch Schwerverletzter.

Dem Kriegsministertum werden fast täglich An­fragen übersandt, ob Angehörige beim Austausch Schwerverwundeter zwischen Deutschland und Frank­reich berücksichtigt worden sind. Der erste Austausch ist z. Zt. beendet. Die Zurückgekehrten haben sofort Nach- ktcht von ihrer Heimkehr an ihre Angehörigen gesandt. ;

Wer also bis jetzt noch nicht im Besitze einer solchen Mitteilung ist, muß annehmen, daß der von ihm Zu­rückerwartete sich noch in französischer Kriegsgefangen­schaft befindet. Das Kriegsministerium führt über alle Schwerverwundeten, deren Namen ihm bekannt werden, Listen, um sie für den Austausch in Vorschlag zu brin­gen. Ob aber die französische Regierung sie freigeben wird, ist nicht vorauszusehen. Wann der nächste Aus­tausch stattfinöet, läßt sich z. Zt. noch nicht angeben. Ver­handlungen hierüber sind im Gange.

Russische Erbitterung gegen Italien.

DerFrkf. Ztg." zufolge schreibt dieNowoje Wremja", es wäre ein Skandal, wenn Rußland er­laubte, daß Italien Triest nehme, und kritisiert scharf die westeuropäischen Diplomaten, weil diese die Abtre­tung empfehlen.

Mehmed Tschausch, der Dardanellenheld.

Aus Konstantinopel wird berichtet: Die halbamt­licheAgence Milli" veröffentlicht bereits die 2. Spen­denliste für den Feldwebel Mehmed Tschausch, seine ver­wundeten Kameraden und die Familien der bei einem in der Türkei berühmt gewordenen Kampf Gefallenen. Die Sammlung, an -er sich der Sultan, der Thronfolger und die höchsten Reichsbeamten beteiligten, ergab bis­her schon nahezu 70 Pfund. Aber was will selbst das größte Ergebnis besagen, neben dem ungeheuren volks­tümlichen Ruhme, der den tapferen Tschausch seit dem Tage umstrahlt, da er an der Spitze seines Häufleins die letzten der gelandeten Engländer aus dem mit Bom­ben überschütteten Außenforrs der Dardanellen auf ihre Barken zurückjagte, dabei sein Gewehr verlor und nun in wildem Kampfesmut o.em fliehenden Feind unter dröhnenden Juha-Nusen noch handfeste Steine nach- schleuderte. Nun ist der Tapfere, desgleichen das Os- manenheer gewiß noch viele Tausende zählt, ein be­rühmter Mann geworden, ein Volksheld, dessen Gestalt sicherlich schon demnächst in einem türkischen Kriegs­drama verewigt werden wird. Dem Europäer draußen mag die Entstehung solchen Heldentums einigermaßen verwundern. Und doch ist sie hier wohl verständlich. SHcßt nur dem demokratischen Sinn der Türken, sondern auch dem derben Volkshumor entspricht es, sich einen bisher unbekannten Krieger vorzustellen, wie er den Geschtttzhagel der größten Flotte nur verächtlich mit Steinwürfen erwidert. Und noch ein wesentlicher Um­stand kommt hinzu. Während in Europa die Gestal en zahlreicher Heerführer, wie Hindenburg, schon bei Leb­zeiten vom Heldenruhm umstrahlt sind, vermeidet es die türkische Kriegsleitung sorgfältig, auch nur die Na­men der gewiß nicht wenigen Helden ihres Heeres zu nennen. Alles geschieht im Zeichen Allahs und der Na­tion. Aber das Volk will seinen Helden, und seine Wahl fiel auf Mehmed Tschausch!

Neues über die englische Kampfesweise

Zur weiteren Vervollständigung ihrer Mitteilungen über die Niedertracht englischer Soldaten, die sich deutschen Schüt­zengräben unter dem Schuhe der weihen Flagge näherten, und dann die aus den Gräben ahnungslos heraustreten­den Deutschen mit Maschinengewehrsetter empfingen, ver­öffentlicht dieKöln. Volksztg." den Feldpostbrief eines bei Labassee stehenden deutschen Offiziers, worin es u. a. heißt: Ich habe auch hier wieder einmal die Engländer kennen gelernt ui ihrer gemeinsten Art. Zu den deutschen Jägern liefen die Inder ohne Gewehre und ohne Patronentaschen über. Kaum sind die Ueberläufer in unseren Schützen­gräben, dann kommen auch die Engländer zum Sturm, und die Inder ziehen aus ihren malerischen Gewändern ihre furchtbaren Messer hervor, um die Jäger von hinter­rücks niederzustechen, während diese sich bereit machen, die Engländer abzuwehren.

Aus erbeuteten ralRftbett NWMW.

Der Oberbefehlshaber gibt bekannt, daß die Fami­lienangehörigen der unverwundeten Gefangenen keine Unterstützung erhalten.

gez. General Oranowsky. Dies ist allen bekannt zu geben.

gez. Oberst von Olöorogge.

In ganz kurzer Zeit sind bei der 29. J.-D. allein Fälle von TyPhuserkrankungen vorgekommen

gez. General Rosenschild.

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Es ist festgestellt worden, daß die Gemeinen ihre Ausrüstung und Stiefel öfters verkauft haben. Dies ist schon in Friedenszeiten strafbar, umsomehr jetzt im Kriege. Die einzelnen Führer haben in dieser Hinsicht besonders darauf zu achten. Die Schuldigen werden den Kriegsgerichten übergeben.

Immer wieder werden Versprengte hinter der Front angetroffen. Der Oberbefehlshaber macht be­kannt, daß die Kommandierenden Generale und Etao- penkommandeure solange nicht zu Auszeichnungen ein­gegeben werden, bis sie nicht auf energischste Weise da­gegen einschreiten. , , ,

Der Oberbefehlshaber gibt bekannt, daß in den von uns besetzten Gebieten in Ostpreußen keinerlei Sachen der Einwohner zum Heizen pp. benutzt werden dürfen. Zum Heizen dienen lediglich Kohlen und Holz, die reich­lich vorhanden sind. t

Es ist anzunehmen, daß die ansteckenden Krank­heiten von den Deutschen aus zu uns übertragen wur­den. Dies ist darauf zurückzuführen, daß unsere Leute Kleidung, Etzwaren pp. von den Gefangenen, Verwun- deten und toten Deutschen an sich nehmen. Es ist streng­stens verboten, deutsche Uniformen zu tragen, ebenso irgend welche Etzwaren von den Gefangenen mit) Ver- wnnöeten zu nehmen. ~ r

gez. General Oranowsky.

Der Oberbefehlshaber will über folgende Fälle so­fort Meldung haben: .. . . n

Selbstverstümmelungen, die in den Lazaretten fest- gestellt werden, überhaupt über jegliche Fälle, in denen angenommen wird, daß die Betreffenden Versuche ma­chen, sich dem Frontdienst zu entziehen.

gez. General Siewers.

Oberst Swezizki, Hauptmann Svsieöow, Kurmin, Alcrandrom und Albow, der Oberleutnant Jitkomsky, die sich seit sechs Wochen krank gemeldet haben, und von denen gar keine Nachrichten über ihren Verbleib bei ihren Truppenteilen eingelanfen sind, werden von ihrer Stellung enthoben. , ,

gez. General Bulgakow.

Da in meinem Korps tm Laufe des Dezembers die Typhuserkrankungen sich vermehrtem weise ich noch­mals auf den Korpsbefehl vom 24. Oktober hm.

gez. General Bulgakow.

Der Stab der Armee fetzt eine Prämie von 100 Ru­bel für jeden gefangenen Seit Wett fest. Es ist gleich, auf welche Art er in unsere Hände fallt.

gez. General von Rosenschild.

Befehl des Generals Rutzky:

Es ist festgestellt worden, daß deutsche Bauern die auf dem rechten Weichselufer wohnen, den deutschen Truppen Lichtsignale geben. Der Hochstkommandte- renöe (Großfürst Nikolai) ordnet an,solche Leme ohne Untersuchung an Ort und Stelle zu hangen. Sämtliche deutsche Bauern aus der Weichselgegend sind zu ent-

fernen.

aer. General Oranowsku.

Der Oberbefehlshaber weist nochmals darauf hin, daß auf peinlichste Verbindung zwischen den einzelnen Verbänden geachtet werden muß. Die Nachlässigkeit in dieser Hinsicht ist so weit gegangen, daß sich vor kurzem folgender Vorfall ereignete:

Zwei Verbände, die den Gegner angreifen mntz- ten, griffen sich gegenseitig an und merkten dies erst, als sie zum Bajonettangriff schritten. Der Oberbe­fehlshaber verlangt, daß nun endlich für Verbindung gesorgt wird und macht die einzelnen Führer dafür ver­antwortlich. Dieser bedauerliche Borfall ereignete sich beim 2. sib. A.-KV

Airs Zugelaufenen Meldungen ersehe ich, daß einige Truppenteile nicht die vorschriftsmäßige Brotration er­halten, was völlig unzulässig ist.

gez. General Oranowsky.

Beim Stellungskrieg beim längeren Verweilen in denselben Stellungen werden die vordersten Truppen durch die dahinter liegenden Reserven abgelöst. Dabei dürfen die Truppen in vorderster Linie niemals ihre Stellungen verlassen, ehe nicht Reserven dort eingetrof­fen sind. In einer der Armeen ereignete sich in dieser Hinsicht ein trauriger Vorfall. Ein Truppenteil war zurückgegangen, ohne das Eintreffen der Reserven ab- zuwarten Die Deutschen, die dies merkten, oesetzten diese Stellung und vernichteten dabei durch Flanken- feuer die daneben liegende vorgeschobene Kompagnie. Dieses beweist zugleich, daß auch die vorgeschobene Kom­pagnie keinerlei Sicherung ausgestellt hatte. Nochmals weist der Oberbefehlshaber auf Verbindung und Auf­klärung hin.

gez. General Siewers.

Bor kurzem ist es vorgekömmen, daß der anterikani- sche Militärattaches mit einigen amerikanischen Berichter­stattern bei einer der Armeen war. Der Oberbefehlsha­ber weift uochlnals darauf hin, daß dieses ohne besondere Genehmigung strengstens verboten ist.

gez. General Oranowsky.

Aus dem Tagbeuch des russischen Infanterie-Re­giments Nr. 113, 14. Kompagnie: Am 17. November rückten wir aus Goldap aus. Als wir durch die Stadt gingen, sah man nur brennende Häuser, die augerich- teten Verwüstungen durch unsere Soloaten

Auszug aus der Uebersetzung eines Befehls der russischen Obersten Heeresleitung:

Verwundete oder kranke Offiziere haben sich be­reits im Stadium der Rekonvaleszenz wieder zu ihrem Truppenteil zu begeben.

Die Offiziere haben den Mannschaften die Ueber­zeugung beizubringen, daß bei Friedensschluß die Kriegsgefangenenznrttckgeauft" und in Rußland erschossen werden. WTB.

Vermischtes»

Ein menschlich schönes Entgegenkommen hat die deutsche Militärbehörde der Frau eines in Gefangen- schas. besindtichen schwerverwundeten Hauptmanns gegenüber bekundet. Der Hanptmann liegt in einem Lazarett in Zrveibrücken. Hier sollte er sich einer schweren Operation nnterziehen. Er äußerte deu Wunsch, vorher noch einmal seine Gattin sehen zu dürfen. Diese rourde über die neutrale Schweiz von dem Wunsche ihres Gat­ten telegraphisch verständigt und von der deutschen Po­lizeibehörde wurde sofort auch die Genehmigung erteilt, daß die Frau unbehelligt nach Zweibrücken reisen dürfe. Es wurde ihr gestattet, zehn Tage bei ihrem Gatten zu weilen. Die Frau hat sofort von dieser Erlaubnis Ge­brauch gemacht und ist bereits in Zweibrücken einge- trofsen, wo man ihr in der entgegenkommendsten Weise das Zusamurenfeiu mit ihrem Gatten gestattet.

Ein Ueberfall anf deutsche Landsturmreiter in Russisch-Polen bildet den Hintergrund einer Anklage wegen Kriegsverrats, die von dem Kriegsgericht der Laudwehrinspektion m Bromberg 'verhandelt wurde. Am 23. September v. I. rückte eine Anzahl preußischer Landsturmdragoner in die russisch-polnische Ortschaft Radziejew ein. Nachdem sie abgesattelt hatten, wurden sie plötzlich von Kosaken und von Einwohnern aus den Häusern des Ortes beschossen, wobei ein Dragoner den Tod fand. Die Reiter wären wahrscheinlich sämtlich niedergemacht worden, wenn nicht rechtzeitig Hilfe ge­kommen wäre, nach deren Eintreffen strenges Gericht gehalten wurde. Die Hauptschuldigen wurden auf der Stelle erschossen und eine Anzahl anderer verhaftet. Sechs von diesen hatten sich wegen Kriegsverrats zu verantworten. Zwei Angeklagte, der Apotheker von Jaraczewski und der Bäcker Zampvlinski, wurden zu je 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die vier andern mußten freigesprochen werden.

Folgenschwerer Familienzwist. Anläßlich eines Familienzwistes kam es in Buer bei Essen in der Fa­milie des Bergmannes Sowa zu einer wüsten Messer­stecherei unter der ganzen Familie. Dabei wurde der 56 Jahre alte Vater von seinen Söhnen durch eine An­zahl Messerstiche getötet. Zwei Söhne erlitten eben­falls schwere Verletzungen.

Weitere Drahtnachrichten.

Ein amerikanisches Tauchboot gesunken.

^ Amsterdam, 27. März. (T. lt.) Aus Neuyork berichtet nach demB L.-A." ein Rcutertelcgrannn: Aus Honoluln wird gemeldet, daß das amerikanische TauchbootF 4" bei Schietznbnngen untertanchte und nicht wieder an der Oberfläche erschien. Die Versuche, das Boot zu heben, waren ergebnislos. Die Besatzung von 25 Mann gilt als verloren.

von 25 Mann gilt als verloren.

Felndliche Flieger über Metz.

»^ Metz, 27. März. (WTB.) Von amtlicher Seite wird mitgeteilt: Ueber Metz erschienen gestern nach­mittag mehrere feindliche Flieger, die einige Bornben auf den südlichen Stadtteil warfen, dann aber durch Artilleriefeuer vertrieben wurden. Drei Soldaten wur-

den tödlich getroffen, Sachschaden nicht augerichtet.

Die Kämpfe nordöstlich Tilsit.

Berlin, 27. März. Die russischen Truppen wur­den aus den nördlich Tilsit gelegenen Gebietstellen über die Grenze geworfen, liniere Truppen drangen laut L.-A." bis Weitsten, Russisch-Krottingen und Jaku- bow vor. Die Schäden des russischen Raubznaes sind nicht so groß, wie anfänglich angenommen wurde. Die Kämpfe nordöstlich Tilsit haben einen günstigen Ab­schluß gefunden. Die Artillerie konnte wegen Nebels nur beschränkt an dein Gefecht teilnehmen. Auch die Infanterie hatte in dem ausgeweichten Boden große Schwierigkeiten zu überwinden. An dem Erfolg ist die Kavallerie nicht nnerbeblich beteiligt. Unsere Truppen verfolgen den Feind energisch. Eine erneute Offensive dürfte in Anbetracht der Kampflage an den anderen Fronten kaum wieder ausgenommen werden. Von einer Bedrohung Ostpreußens kann nicht gesprochen werden.

en drangen laut .......16 Jaku-

Hondel und Verkedr.

Die Ergebnisse der Viehzählung vom 1. Dezember 1914. ImReichsanzeiger" veröffentlicht das Kaiserliche Statistische Amt die vorläufigen Ergebniffe der Viehzäh­lung vom 1. Dezember 1914. Danach waren vorhanden: Pferde (ohne Ntilstärpferde) 3 442 067, Rindvieh 21817 769, Schafe 5 448 539, Schweine 25 339 627 und Ziegen 3 533 744.