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unüberwindlich ist, weil es Männer hat mit Nerven von Stahl und mit einem Glauben von Erz.

Aus dem Tagebuch eines Kriegsfreiwilligen:Es ist kein Zufall, daß ich jetzt noch lebe, ein Wunder ist es. Es ist nichts anderes als Gottes Fügung, dessen heiligen Willen, mich am Leben zu erhalten, ich vor dem Gefecht ganz deutlich empfunden habe. Wie herrlich ist es, daß ich Gott so deutlich empfinden darf, meine ganze Kraft und Ruhe schöpfe ich nur aus innigen Gesprächen mit meinem geliebten himmlischen Vater. Wie bin ich glück­lich darüber! Jetzt fürchte ich den Tod überhaupt nicht mehr, weil ich das Jenseits erlebt oder deutlich em­pfunden habe!" . . .

Aus dem Briefe einer Pfarrfrau: Neulich kommt ein Arbeiter in das Pfarrhaus. Man merkts dem Mann an, er hat etwas Besonderes auf dem Herzen. Der Sohn, der tüchtige und brave, ist gefallen (der andere, ein Taugenichts, lebt), eine Karte des Feldwebels be­zeugt es:Ihr Sohn fiel wie ein Held. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden." Kein Wort der Klage vernimmt man von dem armen Vater, nur eine Bitte bringt er vor, der Pfarrer möchte am Sonntag zum Gedächtnis feines Sohnes das Lied von A. Sile- sius:Mir nach spricht Christus, unser Held" beten, be­sonders Seit VersFällt's euch zu schwer, ich geh' vor­an, ich steh' euch an der Seite." Beim Abschieösgottes- dienst des Regiments sangen die Soldaten dieses Lied und der Sohn schrieb damals an seine Eltern:Dieser Augenblick wird uns unvergeßlich sein. Mit diesem Liede ziehen wir hinaus in den Kampf. Wenn ich falle, dann laßt es für mich beten." Das ist halt das letzte, was wir ihm tun können, meinte der Vater.Nun wollen wir ihm noch einen Kranz in die Kirche hängen: das übrige wollen wir unserem Herrgott überlassen." Am nächsten Sonntag liegt ein duftiger, frischer Kranz vor dem Altar. Der, dessen Grab er decken sollte, lag freilich noch draußen im feindlichen Schützengraben, und erst nach Wochen erhielten die Eltern die Gewißheit, daß ihr lieber Sohn nun in einem ehrlichen Soldatengrab ruhe.Es hat halt müssen sein," meinte der Vater. Seither grüß' ich den schlichten Mann immer mit einer Besonderen Hochachtung."

Ein Soldatendorf.

Vorn Gebirgskrieg in den Vogesen geht derNeuen Zürcher Zeitung" folgende Schilderung eines Soldaten- dorfs hinter den deutschen Schützengräben zu: Tief im Walde versteckt, in ganz geschützter Lage, liegt ein Sol­datendorf mit allen möglichen Bequemlichkeiten.Jn- dianeröorf" wird es im Soldatenmunde auch genannt. Da gibt es geräumige Küchen, in denen das schmorende Schweinefleisch gar lieblich duftet und das Sauerkraut verlockend dampft. Die Leute leben herrlich. Auch eine mit schwarz-weitz-roten Fähnchen geschmückte Marketen- derei gibt es da freilich ohne Marketenderin, wo Wein und Schnäpse, zuweilen auch bayerisches Bier aus­geschenkt werden. In der Nähe des Soldatenöorfes ist ein laufender Brunnen mit gedeckter Feuerstelle. Da finden die Leute stets warmes Wasser zum Reinigen des Körpers und der Leibwäsche. Ein Tiefbautechniker aus der Truppe hat die Quelle entdeckt und gefaßt. Vor dem OffiziersquartierVilla Walöfriede" begrüßt mich ein Kompagnieführer, der in Friedenszeiten der edler Kunst der Malerei obliegt.Ah, Sie kennen wir schon ' erwidert er lebhaft, wie ich mich ihm vorstelle.Ihr Kriegsberichte kommen auch zu uns." Auch hier sink Schweizer Zeitungen häufige und gerngesehene Gäste Etwas abseits des Dorfes liegt die von der Truppe selbst

gebaute Waldkapelle. Der etwas verblichene Schmuck der Weihnachtsfeier hängt noch drin und dran. Hier wurde im Freien, mitten im Walde, unter dem Sternen­zelt, im blitzenden Schnee am heiligen Christabend eine ergreifende Weihnachtsfeier abgehalten, wie mir der Kompagnieführer erzählt. Ein unsichtbarer Chor sang hinter der KapelleStille Nacht", in der offenen Halle leuchtete der Christbaum. Alle Leute waren hingerissen von der Weihe dieser Feier. Am Sonntag wird hier stets Waldgottesdienst abgehalten.

8er Ieldpsßbr es eines Försters.

Von einem Angehörigen der grünen Gilde stammt folgender, in derBayr. Forst- und Jagdztg." veröffent­lichter Feldpostbrief:

. . . Eines schönen Tages kam der Besehl vom Re­giment, sämtliche Forstleute sollen sich beim Komman­deur einfinden. In den dichten Wäldern der Argonnen regte es sich verdächtig. Vereinzelte Schüsse fielen war es als Signal, war es auf Posten und Meldeläufer? Zivilpersonen wurden mit Brieftauben gesehen, die hinterrücks unsere Stellungen verrieten. Das Ende vom Liede war, daß ich mit sechs Mann die Wälder durchstreifen mußte. Wer die französischen Wälder kennt, weiß, was das zu bedeuten hat. Endlose Strecken dich­ten Gestrüpps, durchsetzt mit Dornen und Schlingge­wächsen, ziehen sich an den Bergabhängen hin. Schritt für Schritt arbeitet man sich vor, im Notfall das Seiten­gewehr benützend. Hier und dort liegen auf Blößen unter Büschen Waffen, Tornister, zerstrente Patronen, von den vorhergegangenen Gefechten herrührend. Hier haben unsere braven Infanteristen und Jäger jeden Fußbreit Boden mit deutsche Blut erkauft, zerschnittene Drahtverhaue kennzeichnen den Weg. So durchstreif­ten wir Tag für Tag die Wälder, verirrte Granaten fchlugen unmittelbar vor oder hinter uns ein, unheim­lich pfiffen die Querschläger über die Köpfe. Es war eine unheimliche, todöräuende Birsch.

Als ich wieder bei meiner Kompagnie eintraf, hatte man mir einen anderen Posten aufgehoben. Als Ange­höriger der grünen Gilde mußte ich natürlich auch schießen können! Sechzig Meter von unserem Schützen­graben zieht sich der französische hin. Eine deutsche Granate hatte in die Brustwehr eine Bresche geschossen. Bei der Ablösung der Posten mußten die Feinde die Oeffnung passieren. Ich stand, gedeckt durch Sandsäcke, im Laueranschlag, es war ein ungleich andererAn- stand" als daheim auf Reh und Hasen! Plötzlich ein ganz kurzes Leuchten drüben, eine rote Hose! Schon krümmt sich mein Finger, pfeifend saust das Geschoß hinüber. Die rote Hose stürzt zur Seite, ein Arm ragt aus dem Schützengraben. Noch manch guten Schuß konnte ich anbringen, bis die Franzosen furchtbar vor­sichtig wurden, ein Mützenrand zeigte sich nun höchstens noch.

Unauslöschlich hat sich die folgende Stunde in mein Gedächtnis eingegraben. Fünfzig Meter unter mir platzte eine feindliche Granate, die zweite folgte näher, dann hatten sie sich eingeschossen, ist doch unsere Stellung Festungsgelände. Ich warf mich platt in den Schützen­graben, vier bis fünf Granaten schlugen zugleich ein, Eisenstücke und Steinsplitter flogen, Erde bedeckte mich, alles war in dicken, schwarzen Rauch gehüllt: zerrissene Sandsäcke flogen, Blindgänger fuhren zischend in den regendurchweichten Boden. Da werden Minuten zu Ewigkeiten, da hört das Gehirn auf zu arbeiten. Solche

Minuten sind unmöglich zu beschreiben, daheim kantt man sich das überhaupt nicht vorstellen. Als ich nach dem Granatenfeuer zurückkroch, hielt ich ein Gewehr mit zerschmettertem Kolben, einen Tornister von einem Granatsplitter durchschlagen, in Händen. Meinv> Re­servehemden, die Schnürschuhe, derEiserne Bestand", alles war von dem Eisenhagel durchlöchert, zerrissen. Vierzehn Tage später heftete mir für mein mutiges Ausharren in der vordersten Linie unser Bataillons­kommandeur dasEiserne Kreuz" an die Brust. Hurra!

Ich habe seither noch manch' ähnliche Stunde er­lebt, Stunden, die mir unvergeßlich bleiben werden und die wohl jeder meiner tapferen Kameraden zur Genüge kennt. Das ist der Krieg- Hoffentlich kann manch' lieber Kollege derartige Kriegserlebniffe zum Besten geben, wenn wir wieder deutsche Wälder durchstreifen und in deutschen Wäldern jagen."

Vermischtes.

Das Festessen für den Herrn General. Wir lesen in denBasler Nachrichten": Da reist unser General Wille von Kanton zu Kanton, um die Soldaten, die nun sieben Monate treu die Grenze gehütet haben, noch ein­mal zu inspizieren. Natürlich muß dabei der General auch festlich bewirtet werden. Da sitzen in einer Stadt an der Nordgrenze mittags zwölf Uhr alle Honoratioren, Regierungsräte, Stadträte, Staats- und Zeitungs­schreiber im besten Hotel der Stadt, haben ein seines Mittagessen von mehreren Gängen bestellt, einige höhere Offiziere haben sich auch schon eingefunden. Nur der General fehlt noch. Die Mägen knurren, die Speisen duften. Aber der General kommt immer noch nicht. Schließlich setzt man sich zu Tische. Es wäre doch schade um alle die Künste der Küche und die Herrlichkeiten des Kellers, wenn sie ihren Zweck nicht erfüllen könnten. Man tafelt und hat sich schon bis zum Dessert durchge­gessen. Draußen schlägt es 2 Uhr. Da auf einmal ein Automobil! Auf der Treppe ertönt eine Stimme: Wo sind denn die Herren?" Der General tritt ein. Begrüßungen, Entschuldigungen und zuletzt die Auf­klärung: Alles war aufs beste zugerichtet worden, nur eine Kleinigkeit hatte man bei diesem Ehrenschmaus vergessen: den Herrn General auch dazu einzulaöen.

Warum die Schiffe weiblich sind. DerFrkf. Ztg." schreibt eine Leserin: Ein alter Seebär geht mit seinem Sohne am Hamburger Segelschiffhafen spazieren.Vad- der, was is öat fürn Schiff?"Dat is die Siegfried." Vaöder, was is dat fürn Schiff?"Dat is die Sturm­vogel."Vaöder, was is öat fürn Schiff?"Dat is die Polarstern."Vaöder, warum sind denn die Schiffe allens weiblich?"Dummer Jung, öat is doch ganz klar: weil ihre Takelage so bannig viel Geld kostet."

Weitere Drahtnachrichten.

Glänzendes Ergebnis der zweiten Kriegsanleihe.

^ Berlin, 20. März. (T. IT.) Wie SieTal. Rdsch." erfährt, werden die Ergebnisse der zweiten Kriegsan­leihe in Bankkreisen auf mindestens sechs Milliarden geschätzt. Das sei ein neuer glänzender Sieg deutscher Kraft und Hingabe.

Eine russische Sozialistenzeitung unterdrückt.

^ Paris, 20 März. (WTB.) DieHumanitee" berichtet, daß die in Petersburg erscheinende russische SozialistenzeitungMysl" auf Anordnung des Mini­sters der Innern unterdrückt wurde.

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