Aus dem großen Hauptquartier
ob* Großes Hauptquartier, 19. März 1915. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
I« der Champagne scheiterten wieder zwei französische Teilangriffe nördlich von Lemesnil und nördlich von Beansejonr. 2 Offiziere, 70 Franzosen wurden gefangen genommen. Nach schweren Verlusten zog sich der zurückgeschlagene Feind in unserm erfolgreichen Feuer in seine Stellungen zurück.
Südöstlich von Verdun machten die Franzosen mehrere Vorstöße. In der Veuvre-Ebene wurden sie abge-
wiese«, kämpft.
Am Ostrande der Maashöhen wird noch ge-
Die
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Lage bei Memel ist noch nicht geklärt. An
scheinend sind schwache russische 8lVteilu«ge« in Memel eingedrnngen. Gegenmatzregeln sind getroffen.
Sämtliche russischen Angriffe zwischen Pissek vnd Orzyc sowie nordösllich und westlich von Praszuysz Witte den abgeschlagen, znm Teil unter sehr schweren Verlusten für den Feind.
Die Verhältnisse südlich der Weichsel sind unverändert.
Oberste Heeresleitung.
^, Amsterdam, 20. März. (T.-U.) Der Korrespondent der „Työ" in Dünkirchen meldet seinem Blatte nach dem „B. T.": Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die allgemeine Offensive der Verbündeten in diesem Monat ausgenommen werden wird. Die Bank von Frankreich nimmt die belgischen Banknoten zu Pari in unbeschränkter Menge in Zahlung. Das soll zur Besserung des belgischen Geldwertes beitragen. Die meisten Betriebe in Nordfrankreich stehen still, mit Ausnahme der landwirtschaftlichen, für die es aber an Arbeitern fehlt.
Die englischen Verluste.
Rotterdam, 20. März. (T.-U.) Die „Times" veröffentlicht nach der „Tgl. Rdsch." den Brief eines englischen Stabsarztes, in dem es heißt: Tag und Nackt gehen uns Verwundete zu, alle Spitäler sind überfüllt. Ich behandelte in zwei Tagen mindestens 200 Offiziere.
Englische Vorbereitungen an der Aserlinie.
Dem „Daily Telegraph" zufolge herrscht zurzeit auf dem ganzen südlichen Teil der Aserfront lebhafter Artilleriekampf. Alle Anstrengungen wären darauf gerichtet, den wichtigen Stützpunkt La Bassee, den die Engländer seit Monaten zu nehmen versuchen, zu gewinnen, was durch die neuhinzugefügten Verstärkungen des Jahrgangs 1915, namentlich durch sehr kräftige artilleristische Verstärkungen, zu erzielen versucht wird. Wie verlautet hätte die Front von Neuve Chapelle bis Npern seit Monatsbeginn 120 neue, von Creuzot gelieferte 7L-Zentimeter-Geschütze und 20 englische 15- Zoll-Geschütze erhalten. Auf der Yserfront würden deutscherseits sehr viele schwere Geschütze zum Abschießen der Bedienungs- und Beobachtungsmannschaften verwandt. Alle neuen Geschütze seien deshalb mit neuen verbesserten Schutzschildern versehen, die jetzt auch, um eine bessere Beobachtung zu ermöglichen, in den Schützengräben verwendet werden.
Vom österr.-ungar. Generalstab
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Wien, 19. März. (WTB.) Amtlich wird gemeldet:
In den Karpathen im Ranme bei Lupkow und
Smolnic lebhafter Geschützkampf. Ein auf den Höhe« südwestlich Baligrod angesetzter Nachtangriff der Russen wurde nach kurzem Feuerkampf zurückgeschlagen. Stärkere feindliche Kräfte griffen vormittags unsere Stellungen nördlich des Uzsoker Passes an. So wie am 14. d. Mts. wurden sie auch gestern unter schweren Verlusten abgewiesen.
A« mittags die der Flügel
der Schlachtfront in Südostgalizien mnrde vorerbittert gekämpft. Die zahlreichen Angriffe, Feind diesmal gegen die Mitte und den linken der Stellung richtete, scheiterten durchweg an
der feste« u«d standhaften Haltung unserer braven Truppen. Der Gegner erlitt sehr schwere Verluste. Das Angrisfsfeld ist bedeckt von Toten. 5 Offiziere und 500 Mann des Feindes wurden entwaffnet und gefangen.
An den Fronten in Westgalizien und Polen keine Veränderung.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschallentnant.
Ein Srasonerstiiachen in Subland.
Die erbeutete Kriegskasse.
Ueber ein keckes Reiterstückchen preußischer Dra- gouer auf dem russischen Kriegsschauplatz erhält die „Köln. Ztg." von einem Kriegsteilnehmer die folgende interessante Schilderung:
Es war am 13. Februar. Dem Führer eines kleinen Detachements, dem auch die rheinischen Dragoner als Borhutkavallerie unterstellt waren, und das den Auftrag hatte, den Feind zu belästigen und aufzuhalten, wo es ihn antraf, war durch die geschickt gerittene Patrouille bekannt geworden, daß der Feind hauptsächlich zwei gwße, etwa sieben Kilometer auseinander liegende tratzen zum Abzug benützte. Die erste dieser Straßen im beschleunigten Marsch zu erreichen, war das Ziel unserer Dragoner. Gleich nach der Ankunft wurde der marschierende Feind unter Feuer genommen, in diesem Feuer aufgehalten und dadurch die Straße solange gesperrt, bis das nachrückende Detachement Herangekommen war. Während dieses hier noch mit dem Feind beschäf- tifit blieb, überschritten die beiden Dragotterschwadronen selbst und rückten dann ohne rückwärtige ^Äk)^^»^ wiede, o schnell wie möglich bis Äbzuässtratze vor. Unterwegs machte die des Leutnants v. P. durch eine Attacke allein etwa 200 Gefangene her sühne des Städtchens S. bemerkte jetzt die Spitze unserer Dragonerabteilung auf der soeben erwähnten Strafe eine große Kolonne unter Bedeckung einer Abteilung Kosaken, die ihrerseits unsere Spitze beim Her an nahen unter Feuer nahm. Dessenungeachtet rückten wir schnell vorwärts bis zu einem kleinen, etwa 800 Meter von der Straße entfernten Hügel. Hier wurde zum Gefecht zu
**. Wien, 20 .März. (T.-U.) Die Offiziere, die in Munkacs eintrasen, erzählen, daß die Angriffe der Russen im Oportale gegen die vororingenden Deutschen sehr hartnäckig waren. Ein Bajonettangriff nach dem andern mußte ausgeführt werden, bis es gelang, die Russen in die Verteidigung zu drangen. Das Gelände ist mit Russenleichen noch heute bedeckt. Die Reserven, die die Russen hier einsetzten, waren der Besatzung von Lemberg entnommen und es waren russische Kerntruppen.
Das russische Menschenheer.
Man schreibt den „L. N. N." von der russischen Grenze: Wer hier die russischen Gefangenen, die in den letzten Wochen gemacht worden sind, gesehen hat, stellte fest, daß die Bekleidung, namentlich aber das Schuhwerk, sehr mangelhaft ist und daß das Aussehen der Leute auf unzureichende Verpflegung schließen läßt. Gleichzeitig ist auch festzustellen, wie die russische Heeres- verwaltung mehr und mehr gezwungen wird, auch weniger taugliche und militärisch mangelhaft ansgebilöcte Leute an die Front zu senden, wie sie auf die jüngsten Jahrgänge zurückgreifen muß, unter denen sich viele be- finden, die den Anstrengungen des Feldzuges nicht gewachsen sind. Die Bestände der russischen Kerntruppen vermindern sich fortgesetzt. Auch wird man beachten müssen, daß ein großer Teil der Kranken und Leichtverwundeten nicht wieder hergestellt oder nicht mehr kampffähig wird, weil die Gesundheitspflege im russischen Heere ebenso unzureichend ist wie das Verpfle- gungs- und Nachschubwesen. Daher leert sich das russische Menschenmeer, das unerschöpflich schien, viel schneller, als selbst die Russen erwartet haben mögen. Die russischen Heere sind auch heute noch ein nicht zu unterschätzeuöcr Gegner: aber ihre Stoßkraft muß immer mehr erlahmen, auch ihre Defensivkraft fortgesetzt abuehmen. Auf einen schließlichen Sieg hofft heute kein deutender Russe mehr.
Die englischen Verlustevor den Dardanellen.
Die bereits von der Agentur Milli verbreitete Meldung vom Untergang der englischen Linienschiffe „Jrre- sistible" und „Afrika" wird jetzt vom türkischen Hauptquartier bestätigt und darüber gemeldet: Die englischen Linienschiffe „Jrresistible" und „Afrika", die gestern als schwer beschädigt gemeldet wurden, sind um Mitternacht durch die Batterien in Grund geschossen worden.
Das türkische Hauptquartier meldet ferner: ganze Kampf, der sieben Stunden dauerte, endete dem Siege unserer Forts. Mit Ausnahme leichter schädigungen einiger unserer Erdwerke erlitten keinen Schaden.
Vom „Bouvet" nur 25 Mann gerettet.
Der mit Be- wir
We
o-* Paris, 20. März. (WTB.) Während der schietzung der Dardanellen am 18. März wurde das französische Linienschiff „Bouvet" durch eine Mine zum Sinken gebracht. Das französische Linienschiff „Gaulois" wurde außer Gefecht gesetzt. Zwei englische Panzer wurden versenkt. Die Besatzung des „Bouvet" soll teilweise gerettet sein. Die Operationen dauern fort.
ob* Athen, 20. März. (WTB.) Nach einer Privat- meldung sind von dem vor den Dardanellen gesunkenen Schlachtschiff „Bouvet" nur 25 Mann und 5 Offiziere gerettet worden.
Die Verluste an Bord des „Amethyst".
fe* Rotterdam, 20. März. (T. U.) Der englische Marineminister gibt nach dem „B. L.-A." die Namen von 23 getöteten und 37 vermißten Mannschaften bekannt, die in der Nacht vom 13. März an Bord des englischen Kreuzers „Amethyst" in den Dardanellen getroffen wurden.
15 000 Schutz gegen die Dardanellenforts.
es* Konstantinopel, 20. März. (T. U.) Die feindliche Flotte hat, wie „Tasvir-i-Evkiar" nach dem „B. T." berichtet, über 15 000 Schutz gegen die Befestigungen der Meerenge abgegeben. Die Menschenverluste auf türkischer Seite sind trotz dieser Munitionsverschwen- dung, die natürlich auch zahlreiche Schiffsgeschütze völlig abgenutzt hat, außerordentlich gering.
Nach einer Meldung der „Frkf. Ztg." aus Konstantinopel feuerten die englischen Panzerschiffe bei dem letzten, vor fünf Tagen eingeleiteten Bombardement auf ein Fort rund 13 000 Schutz ab, von denen nicht ein einziger Schutz traf. Bis auf einige Flurschäden blieb das Bombardement wirkungslos.
Ein neues englisches Geschwader für die Dardanellen.
o-* Haag, 20. März. (T. U.) „Daily Chronicle" meldet nach der „Tgl. Rdsch." aus Gibraltar: Hier kam ein neues englisches Geschwader von vier Kreuzern an, das nach den Dardanellen bestimmt ist. Weitere Kriegsschiffe werden erwartet, um für die beschädigten Schiffe in Tätigkeit zu treten.
Fuß abgesessen und das Herannahen der Kolonne, die zwischen dem Eingang des Städtchens und einer mehrere 100 Meter entfernt liegenden Bodenerhebung für uns sichtbar werden mußte, abgewartet. Der nunmehr erfolgte Feuerüberfall gelang glänzend. Die ersten Wagen ergriffen schleunigst die Flucht, die ganze Kolonne, die hinter der Bodensenkung unserm Feuer noch nicht ausgesetzt war, gerieten ins Stocken und hielten an. Dieser Augenblick wurde nun von uns ausgenutzt. „An die Pferde! Aufgesessen!" erscholl das Kommando und im gestreckteil Galopp ging es bis zum rückwärtigen Ausgang des Ortes, so daß die Rückzugsstraße gesperrt war. Ein Werk weniger Minuten.
Jetzt konnte der Feind uns nicht mehr entweichen. In Karriere, vorn übergebeugt und die Lanzen gefallt, ging es durch die nassen und schmutzigen Gassen des Ortes, die widerhallten von dem brausenden Hurra und dem dröhnenden Pferdegestampfe. Mit welchen Gefühlen mögen wohl die erschreckten Einwohner des Ortes diese wilde Jagd vorüberbrausen gesehen haben. Zunächst ging es den Kosaken nach, die an dem jenseitigen Dorfausgang verschwunden waren. Zu deren weiterer Verfolgung wurde eine Schwadron bestimmt, während die andere Schwadron kehrt machte, um die feindliche Bagage zu nehmen. Der Führer derselben, ein russischer Rittmeister, hatte inzwischen die Begleitmannschaften zur Abwehr des Angrisfes vor der Bagage gesammelt. Als diese unserer anstürmenden Dragoner ansichtig wurden, eröffneten sie ein wütendes Feuer, das jedoch zum Glück, wohl infolge der gelungenen Ueber- raschung und des moralischen Eindrucks, nicht die beabsichtigte Wirkung hatte. Dem Feind wurde auch nicht lange Zeit gelassen, sein Feuer, das unserm Ansturm auch nicht die geringste Stockung zusügte, länger zu un- I AHÄ^m Im Nu waren wir heran und mitten in die ' Bernde hinein forenaten unsere Dragoner mit einem
Neue U-Boot-Opser.
&* London, 20. März. (T. U.) Reuter meldet: Zwei Dampfer sind auf der Höhe von Beachy Head torpediert worden. Der eine wurde leicht beschädigt und konnte Gravesend erreichen. Die Besatzungen sind gerettet, außer einigen Mann von dem Dampfer „Hynd- fort".
s^ Rotterdam, 20. März. (T. U.) Lloyds gibt nach dem „B. L.-A." bekannt, daß fünf englische Schiffe vermißt werden, die stark Überfällig sind.
Die Ueberlegenheit unserer U-Boote.
Der „Nieuve Rotterdamsche Courant" meldet: Die englischen Dampfer „Advocat" und „Lestris", die in der Nordsee von deutschen Unterseebooten verfolgt wurden, sind hier angekommen. Der Kapitän des „Advocat" sagte aus, sein Schiff sei dem deutschen Unterseeboot vier Meilen von der holländischen Küste begegnet. England besitze keinen so großen Typ, wie es dieser deutsche sei.
Japan und die Vereinigten Staaten.
fc* London, 20. März. (WTB.) „Daily Telegraph" meldet aus Petersburg: Die Verhandlungen zwischen China und Japan bieten stets neue Ueberra- schungen. Das Auftreten der chinesischen Regierung ist bedeutend fester geworden, da sie erfahren hat, daß die Vereinigten Staaten am Sonnabend Japan eine energische Note übermittelt haben, in der auf die Bestimmungen des Uebereinkommens vom Jahre 1908 hingewiesen wird. Gegenüber dem amerikanischen Hinweis betont Japan, daß es wünsche, alle vertragsmäßigen Bestimmungen zwischen Japan und China sowie zwischen Japan und anderen Mächten loyal zu erfüllen. Im übrigen sei die Stimmung in Tokio so, daß man sich auf große Ueberraschungen gefaßt machen könne.
Wachsende amerikafeindliche Stimmung in Japan.
Wie der „B. Z." aus Kopenhagen gedrahtet wird, meldet die Petersburger Zeitung „Rietsck" aus Jr- kutsk: Der Widerstand Chinas gegen die Forderungen Japans beginnt in Japan große Entrüstung hervorzu- rufen. Die Presse beschuldigt nach wie vor Amerika, daß es sich als den Schutzherrn Chinas aufwerfe und daß es China den Rücken steife. Die Zeitung „Rint- nizzt" bereitet das japanische Volk auf ernste Ereignisse vor. Japan stehe wiederum vor der Unvermeiölichkeit eines Krieges mit Amerika, so schreibt das Blatt. Es scheine, daß zwei Riesen nicht im Frieden leben könnten.
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Die österreichisch-italienischen Verhandlungen.
Wie die „Köln. Ztg." erfährt, hat sich in Ronn der „Stampa" zufolge, die optimistische Auffassung in bezua auf den Ansgang der Verhandlungen ziemlich verstärkt. Salandra beabsichtigt offenbar, deshalb die Kammer zu vertagen, um sich ganz diesen Verhandlungen widmen zu können.
Neue Bestimmungen über das Eiserne Kreuz.
Der Reichs- und Staatsanzeiger bringt folgende königliche Verordnung: Das Eiserne Kreuz soll in geeigneten Fällen auch an Angehörige der verbündeten Mächte verliehen werden. Ziffer 2 der Urkunde vom 5. August 1914 erhält folgende Fassung: Die zweite Klasse wird an einem schwarzen Bande mit weißer Einfassung im Knopfloch getragen, sofern es für Verdienst auf dem Kriegsschauplatz verliehen wird. Für daheim erworbenes Verdienst wird es am weißen Bande mit schwarzer Einfassung verliehen, soweit nicht auf Grund besonderer militärischer Verdienste die Verleihung am schwarzen Bande mit weißer Einfassung erfolgt. Die erste Klasse wird auf der linken Brust, das Großkreuz um den Hals getragen.
Die Bombenwürfe auf Schlettstadt.
Zu den Bombenwürfen über Schlettstadt schreibt das „Schlettstadter Tageblatt": Gegen 4 Uhr nachmittags, kurz vor Schulschluß, erschien ein feindlicher Flieger über Scklett- stadt. Er warf sechs Bomben ab und zwar auf die Fabrik Lang, das Notariat Grasser am Weinmarkt, das Haus Waag in der Salzgasse, das Haus Römer in der Plauder- gasse, das Pfarrhaus St. Fides und endlich aus dem Krautmarkt gegenüber dem Lehrerinnenseminar. Diese Bombe hatte eine entsetzliche Wirkung Der Mittelschüler Stumpf, der Sohn eines Bahnverwalters war sofort tot, die Schüler Röther und Kirchner wurden schwer verletzt. Die achtzehnjährige Seminaristin Stasser (Sablon) wurde sofort getötet, die Seminaristin Mohr wurde schwer verletzt. Sie ist spater gestorben. Vier Seminaristinnen haben leichtere Berlet- zungen erlitten. Schwer verletzt wurden außerdem vier Personen. Durch Glassplitter wurden mehrere Personen leichter verletzt. Der Flieger wurde vergeblich beschossen, er entkam in südlicher Richtung.
Deutsche Söhne und deutsche Väter.
Zwei ergreifende Zeugnisse von schlichtfrommem, deutschem Heldentum an der Front und daheim bietet Reinhold Braun in „Sonntag und Alltag" vom 14. März. Sie sprechen ohne weiteren Zusatz für sich und geben ein Unterpfand für den Sieg Deutschlands, das
durch Mark und Bein dringenden Hurra, daß der Feind erschreckt auseinanderstob und sich hinter den Wagen und in den nahegelegenen Häusern verkroch, um nun aus den gedeckten Stellungen heraus den Widerstand und sein Feuer fortzesetzen. Die Folge war ein Kampf Mann gegen Mann, bei dem sich jedoch bald Heraus- stellte, daß der Russe einem solchen Angriff mit der blanken Waffe nicht lange standhalten konnte. Wer von den Feinden in seinem Versteck mit dem Säbel nicht zu erreichen war, demgegenüber wurde vom Pferde herab von der Schußwaffe und Lanze Gebrauch gemacht. So sank auch der russische Rittmeister, der bis zuletzt seine Leute zur Verteidigung anfeuerte, von einem Pistolenschuß durch die Brust getroffen, schwer verwundet zu Boden. Sterbend überreichte er dem Führer der Dragoner, Rittmeister v. H., seinen Degen.
Der Kampfplatz bot ein Bild der Verwüstung. Groß aber war die Beute, die die kleine Dragonerabteilung gemacht hatte. 84 bespannte Wagen mit Lebensmitteln und neuen Ausrüstungsgegenständen, ein Scheinwerfer, viele Munitionswagen, mehrere neue Feldküchen und schließlich auch noch eine Kriegskasse mit einem Barbestände von 87 000 Rubel fielen unsern Dragonern in die Hände. Ueber 100 unverwundete Gefangene wurden gemacht, womit sich die Zahl der von den beiden Schwadronen seit dem 9. Februar gemachten Gefangenen auf über 1300 erhöhte. Unsere Verluste waren dagegen zum Glück nur gering. Einem Vizewachtmetster der Reserve, der sich bei der Attacke besonders ausgezeichnet hatte und durch einen Brustschutz verwundet worden war, wurde noch an demselben Abend von dem Kommandierenden General das Eiserne Kreuz verliehen. Am nächsten Morgen ßeglücfwünfchte auch der Kommandierende den Führer zu der schönen Reiter- tat, bei der unseren Dragonern durch ein schneidiges Draufgehen ein so reicher Erfolg beschieden war.