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Mit großer Transport-ampfer an ver spanischen Küste gesunken?

Nach derFrkf. Ztg." berichtetDaily News" aus Madrid: Ein Telegramm von Ferrol meldet, daß an der Küste in der Nachbarschaft dieses Hafens eine große Anzahl Pferde und Vieh angetrieben wurde, was da­rauf schließen lasse, daß dort ein großer Transport­dampfer gesunken sei.

Ein Baummolldampfer gestrandet.

Nach einer Meldung derWeserzeitung" aus Wyk auf Führ ist der amerikanische DreimasterPatz of Bal- maha" von Neuyork nrit Baumwolle nach Bremen un­terwegs bei Sylt gestrandet. Die Rettungsstation We- sterlanö der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger meldet, daß sieben Personen durch ein Ret­tungsboot der Station Westerland gerettet wurden.

Der TüMenkrieg.

Unbedeutende Aktionen vor den Dardanellen.

Konstantinopel, 16. März. (WTB.) In den letzten Tagen haben nur unbedeutende Unternehmungen der verbündeten Flotte bei den Dardanellen stattgefunden. Die Tätigkeit der feindlichen Linienschiffe beschränkte sich auf Demonstrationen. Zwei neue Versuche des Geg­ners, durch nächtliche Vorstöße von Kreuzern und Zer­störern an die äußersten Sperren heranzukommen und Minen wegzuräumen, wurden durch die Wachsamkeit und wirksames Feuer des Verteidigers vereitelt. Die durch die gegnerische Presse verbreiteten Nachrichten über eine Landung und Erfolge feindlicher Streikräfte bei Smyrna sind frei erfunden. Die bisherige Sorg­losigkeit der verbündeten Flotte scheint nach dem erfolg­reichen Vorstoß türkischer Seestreitkräfte beeinträchtigt. Die Stimmung in Konstantinopel ist vollkommen ruhig. Die Bevölkerung ist fast gleichgültig geworden gegen die Blockade der Dardanellen.

Die Neutralen.

Griechenland will nicht mit dem Dreiverband gehen.

m> Cöln, 17. März. (T. U.) LautKöln. Volks­zeitung" erklärte der griechische Minister des Auswär­tigen einem Mitarbeiter desGiornale d^Ftalia": Griechenland wolle nicht mit dem Dreiverband gehen, weil es keine bestimmten Versicherungen über die zu erlangenden Vorteile sowie über die teilweise Verwirk­lichung seines nationalen Programms erhielt. Griechen­land beabsichtigt, eine konservative, statt eine Abenteuer­politik zu treiben. Nach einer Sofioter Meldung der Köln. Ztg." betreibt der Dreiverband hartnäckig das Buhlen um Bulgarien.

Japanische Truppenlandung in China?

Eine Pekinger Meldung des LondonerDaily Te­legraph" berichtet nach derFrkf. Ztg." aus zuverlässiger Quelle, daß Japan bereits 27 000 Mann in China ge­landet habe oder daß diese für die Landung bereitge­halten würden. Am Abend des 12. März sei in Peking bekannt geworden, daß 2000 Mann im Hafen von Sa- sebo für China eingeschifft worden seien. Ein anderer Bericht meldet, baß die Vorhuten von zwei weiteren Divisionen eingeschifft worden seien mit noch nicht näher bezeichneter Bestimmung. Präsident Juanschikai teilte seinen Freunden mit, daß er den Zustand als hoffnungs­los betrachte, und daß er vor allen Dingen mutlos sei über die Unterhandlungen mit Japan, wobei China be­reits bis zum Aeutzersten gegangen sei. Wenn die dro­hende Sprache, die ihm persönlich gegenüber geführt werde, noch durch die Landung einer großen japanischen Truppenmacht unterstützt werde, dann müßten die Un­terhandlungen abgebrochen werden. Demnächst werde China sich an England wenden, da der Zustand ieöen Augenblick so ernsthaft zu werden drohe, daß die Diplo­matie ihn nicht mehr beherrschen könne.

Japan bringt von neuem.

Kopenhagen, 17. März. (T. U.) DerPeters­burger Kurier" meldet nach derVoss. Ztg." aus Pe­king: Der japanische Botschafter hat Juanfchikai die Mitteilung seiner Regierung zugestellt, wonach Japan die grundsätzliche Erledigung aller Verhanblnngspunkte bis znm 30. März verlangt.

100 000 Schutz in 24 Stunden.

Die ungeheuren Maße dieses Krieges kommen auch in dem Verbrauch von Munition zum Ausdruck. Unser Generalstabsbericht über die Winterschlacht in der Cham­pagne enthält die ungeheuerliche Tatsache, daß oft mehr als 100 000 Schuß in 24 Stunden von der französischen schweren Artillerie gegen unsere Truppen abgegeben worden sind. Von der Größe dieses Munitionsver­brauchs kann man sich, wie der KorrespondenzHeer und Politik" geschrieben wird, eine Vorstellung machen, wenn man die Zahlen der früheren Kriege zum Ver­gleich heranzieht. 100 000 Schutz in 24 Stunden bedeuten in einer einzigen Stunde eine Abgabe von mehr als 4000 Schutz, das heißt, es wurden in einer Minute mehr als 60 Schutz abgegeben, oder jede Sekunde brächte nnn- öestens 1 Schutz der schweren Artillerie. In früheren Kriegen war der Munitionsverbrauch geringer. Wäh­rend noch bei St. Privat 53 und bet Sedan 37 Schuß als durchschnittlicher Munitionsverbrauch der Feldar­tillerie und nur ganz selten einzelne Geschütze die Höchstgrenze mit 200 Schutz erreichten, galt diese Zahl für den russisch-japanischen Krieg allgemein als Durch­schnittsverbrauch. Daraus ist zu ersehem Satz der Mu­nitionsverbrauch der Artillerie große Fortschritte ge­macht hat, denn noch in der Schlacht am Schaho kam man auf 130 Schutz, bei Liauyaug auf 240 Schutz. Auch der Verbrauch der Infanterie ist bedeutend gestiegen. Das russische Generalstabswerk über den mandschurischen Feldzug von 1904/05 enthält darüber authentische An­gaben, die im gegenwärtigen Augenblick erhöhte» Inter­esse beanspruchen dürfen. Es erhellt daraus, daß die rus- sifche Infanterie in der Schlacht bei Mauyang 170, in der Schlacht am Schaho 195 und bei Mulden 196 Pa­tronen auf den Kopf benötigte. Dabei ist ab^ zu be­rücksichtigen, daß diese Zahlen nur den Durchschnitts­verbrauch darstellen. Für besonders exponierte Regi­menter, die durch ihr Feuer die Verteidigung am stärk­sten durchzuführen hatten, stellte er sich wesentlich höher. Es ist für solche Truppenteile sogar ein täglicher Pa- tronenverbrauch von 400 Patronen pro Gewehr zu ver­zeichnen gewesen. Die entsprechenden japanischen Zif- fern sind leider nicht bekannt, sodaß man, um vergletch- wetse Feststellungen zu ermöglichen, audie Verhält­nisse im deutsch-französischen Krieg zuruckzugreifen ge­nötigt ist. Für den Felözna 1870 hat man einen Durch­schnittsverbrauch von 56 Patronen für jedes Gewehr ausgerechnet, während der Höchstverbrauch an einem Schlachttage mit 200 Patronen erreicht wurde. Man er- K also, daß der Munitionsverbrauch der Infanterie inem Kriege der Gegenwart sich um das Doppelte und Dreifach gesteigert hat. Ja, die letzten Balkankriege lassen sogar noch den Schluß zu, daß inzwischen ein weiteres Zunebmen öes Munitionsverbrauches singe« treten ÜL

Vermischtes«

Was die Russen alles fortschleppen. Aus dem Ge­fangenenlager bei Bütow berichtet derBüt. Anzeiger": Hier wurde einem Russen ein Photographiealbum abge- nommen, das er von einem auch in Bütow bekannten Amtsgerichtsrat in Lyck gestohlen hatte. Ein Feldwebel der Bewachungsmannschaften kannte zufällig den Be- stohlenen, der zurzeit in Lyck weilt, um zu sehen, was aus seinem Hab und Gut geworden ist, so daß diesem das Album wieder zugestellt perden kann. Einem an­dern Kriegsgefangenen wurde ein Lesebuch für höhere Mädchenschulen abgenommen.

Speisekarten als Dokumente für die Neutralen. Der amerikanische Generalkonsul in München hat die Mün­chener Gastwirte aufgefordert, ihm Speisekarten von der letzten Woche zu überlassen. Der Generalkonsul will diese Speisekarten nach Amerika schicken, damit man sich dort überzeugen kann, daß die aus englischer Quelle stammenden und in amerikanischen Zeitungen verbrei­teten Nachrichten, Deutschland stehe infolge der Steige­rung der Lebensmittelpreise vor einer Hungersnot, un­wahr sind.

Das unselige Spiel mit der Schußwaffe. Ein 20= jähriger Jüngling in Basel spielte in der Küche mit einem scharfgeladenen Revolver. Plötzlich entlud sich die Waffe und das Geschoß drang einem neunzehnjäh­rigen Ausläufer, der dabeistand, in das rechte Knie. Der Zustand des Verletzten ist besorgniserregend. Der siebzehnjährige Schlosserlehrling Goldammer in Gommern bei Mügeln im Bezirk Dresden hatte sich ohne Wissen seiner Eltern eine Pistole verschafft, die er versteckt hielt. Als eine Schwester die Waffe entdeckte, teilte sie dies der Mutter mit, der der Sohn nun die Waffe zeigest sollte. Hierbei entlud sich die Pistole und traf die Mutter so unglücklich in den Hals, daß sie im Krankenhaus an der erhaltenen Verletzung gestorben ist.

Aus der winlerschlacht in Rasuren.

Am 3. Februar, morgens 4 Uhr, waren wir ver­laden worden und trafen am 5. Februar, morgens 10 Uhr, in ... . ein, wo wir ausstiegen und schon begann der Marsch, der bis zum 20. Februar etwa anhielt. Jeden Tag und jeden Tag von margens früh bis abends 10 bis 11 Uhr. Die ersten Tage ging's noch, wenn auch eine fürchterliche Kälte war. Die erste Nacht in einer Scheune, ich glaube, daß ich sie nie vergessen werde. Wir lagen dicht nebeneinander wie die Heringe, deckten uns mit Zeltbahnen und den Decken zu, die je­der mit sich führte. Außerdem wurde das noch in der Scheune befindliche Stroh herangeschleift und wir ver­krochen uns hinein. Das ging die ersten Stunden gut, aber so gegen 2 Uhr nachts schon war es mit dem Schlaf aus. Die Knochen zitterten vor Kälte und die Finger waren blau gefroren. Jetzt begann ein Trampeln wie verrückt, alles war auf den Beinen und hüpfte von ei­nem Fuß auf den anderen. War wan wieder etwas durch- gewärmt, so konnte man's wieder ein Stündchen aus­halten. Froh waren wir, als der Morgen kam, aber o weh, die Kameraden, die ihre Stiefel ausgezogen hat­ten, fluchten wie wild und gaben sich die größte Mühe, dieselben wieder anzukriegen. Vergeblich, die waren so steif gefroren, daß man Kruppsche Panzerplatten, aber keine preußischen Kommißstiefel vor sich zu haben glaubte. Ich hatte die meinen Gott sei Dank anbehalten, habe sie in Rußland nur zweimal ausgehabt, der reinen Strümpfe wegen. Die Stiefel mußten erst in der Küche des ostpreußischen Gutsbesitzers aufgetaut werden, ehe sie anzuziehen waren.

Bald ging's weiter. Wir hatten um 8 Uhr 14 Grad Kälte, also muß es die Nacht sicher 20 Grad gewesen sein. Wir waren noch nicht fünf Minuten marschiert, da waren uns allen, so unglaublich es klingt, die Stie­fel an den Füßen gefroren, knüppelhart, sodaß nur mit der größten Mühe marschiert werden konnte. Erst als die Füße ordentlich warm gelaufen waren, ging's wie­der besser. Der Schnee lag sehr hoch und dazu schneite es immer noch feste und der Wind pfiff um die Ohren, die trotz Kopfschützer am Frieren waren. An diesem Tage sind drei Mann die Ohren am Kopfe erfroren und mußten daher amputiert werden. Wie gesagt, der Schnee, dazu noch aufgeweht, lag stellenweise meterhoch. Und die Wagen rechts und links sah man im Graben liegen. Geschütze, Protzen, Feldküchen, Bagage und Pa- tronenwagen. Das war der letzte Tag, daß wir die Feldküche hatten. Andern Tages, an dem der Marsch noch stärker war, blieb sie zurück, mit ihr die Lebens­mittelwagen und die ganze Bagage. Wir kamen an diesem Tag schon bis zur Stellung der Russen, morgens um 3 Uhr waren wir alarmiert worden und ohne Kaffee und ohne den geringsten Happen zu essen aufgebrochen. Es wurde mittag, eine halbe Stunde Pause, dann wei­ter, immer weiter.

Da in der Ferne der erste Kanonendonner, jetzt das erste zerstörte Haus. Ob es heute noch ins Gefecht geht? Wir marschierten bis zum Abend, ohne Unter­brechung nur immer vorwärts, der Durst wurde trotz der Kälte quälend, und wie drückte der Tornister. Die Wege, man kann sie nicht als solche bezeichnen; stellen­weise marschierte das Bataillon Mann hinter Mann, also im Gänseschritt. Dann kamen wieder bessere Wege, nun wieder angeschlossen zu vieren, und das heißt Laufschritt für eine 8. Kompagnie. Endlich gegen vier Uhr machten wir Halt. Am andern Morgen sollten wir die Russen angreifen. Es wurde ein Kalb geschlachtet und ganz nahe bei den Russenstellungen (die Kanonen donnerten immer noch) gemütlich abgekocht. Ehe das frische Fleisch gar war, waren meine Kartoffeln zu Püree gekocht, das schmeckte gar nicht so übel, und nun gings ins Quartier, das ich mir gewitzig bei den Pfer­den aufschlug. Es war zwar eng, doch noch mehr, wir waren so schlau, aber es ließ sich immer noch im Sitzen besser schlafen, als wie im Liegen erfrieren. Es war ganz mollig warm bei den Gäulen der Dragoner.

Das war die erste Nacht vor den Feinden. Am an­dern Morgen ging's früh los.. Unsere Division hatte den Feind in der Front anzugrelfeu, während links und rechts von uns ebenfalls die Russen angegriffen wur= den. Also es ging los und jeder hatte das Gefühl, daß es nun ernst wurde. Aber es kam anders. Unser Re- aiment rückte näher in Reservestellung und um 10 Uhr hieß es, der Feind zieht sich zurück; und weg waren sie schon. Die flinken Ulanen auf ihren Pferöchen hinter den Russen her. Auch wir brachen bald auf und nun beaann das elende Laufen von neuem, immer hinter den Russen her, bis sie sich uns zuerst am 13 2. stellten.

(Köln. Ztg.)

Aus den Kämpfen in der Champagne.

Wenn ich mich recht entsinne, so heißt es in einem Feldpostbrief derKöln. Ztg.", schrieb ich auf einer trliüeren Karte, daß hier in der Champagne etwas zu

erwarten sei, und so ist es auch gekommen. Wir haben seit drei Wochen tagtäglich die heftigsten Gefechte. Die Franzosen greifen mit einer bewundernswerten Energie immer wieder aufs neue au. Es grenzt oft an Wahn­sinn. Hunderte von Toten füllen oft den Raum zwischen den beiden Drahtverhauen aus. Aber kaum ist einige Ruhe nach einem hitzigen Gefechte eingetreten, so be­ginnt die französische Artillerie ihr Konzert schon wie­der von neuem, und wie? Einen französischen Ar­tillerieangriff schildern, halte ich für ausgeschlossen, und stundenlang einem solchen ausgesetzt sein, für mit das Schrecklichste, was der Krieg bringt. Wo man gerade ist, da bleibt man liegen, stundenlang. Unsere Gräben und Drahtverhaue haben schon ausgesehen, als wenn sie mit einem riesigen Pflug umgepflügt morden seien. Unser Lager war schon derart zerschossen, daß man keine Unterstanoe und nichts mehr sehen konnte. Das geht Salve auf Salve, ein Getöse, daß einem die Nerven nachher wie erlahmt sind. In letzter Zeit sind wir, um uns besser gegen dieses wahnsinnige Artilleriefeuer zu schützen, dazu übergegangen, in den Schützengräben und Unterständen 34 Meter tiefe Stollen in die Erde zu treiben, wo wir dann das Unwetter an uns vorüber­gehen lassen. Aber auch dies hilft noch nicht vollkom­men. Vor kurzem erst wurde noch so ein Stollen durch eine Granate zugeworfen. Solange nun die französische Artillerie arbeitet, sind wir lahmgelegt, nur einzelne Lauscherposten halten Wache. Plötzlich verstummt die Kanonade, und dies ist der Augenblick, wo die fran- zösische Infanterie vorstürmt. Aber auch wir stehen scholl auf dem Posten, und mit einem Schnellfeuer gehts dazwischen, dazu rattern noch die Maschinengewehre, so daß sie meistens noch nicht bis an unsere Draht­verhaue herankommen. Wohl sind die Franzosen an verschiedenen Stellen auch schon bis in die vordersten Grübelt hereingekommen, aber nie haben sie sich dessen lange erfreuen können. Bei Anbruch der Dunkelheit, oder andern Morgens war die Strecke wieder rein. Und wenn es nicht mit Infanterie allein ging, dann spuckten ihnen unsere Minenwerfer eine derartige Portionin ihr neues Bett, daß wir bloß ein wenig nachzuhelfen brauchten. So geht's aber hier schon wochenlang tag­täglich und oft nachts; hin und her wogt der Kaurm zwischen den vordersten Gräben. Diese Erde ist mit Blut getränkt. Aber die Franzosen lassen noch nicht nach. Wie in Heller Verzweiflung kommen sie jeden Tag aufs wogt der Kampf zwichen den vordersten Graben. P neue vor; erreicht haben sie noch nichts; wohl hat es uns auch schon manchen guten Kameraden gekostet, aber unsere Stellung ist noch immer die alte. Ja, wenn die französische Infanterie so wäre wie ihre Artillerie, dann wäre es vielleicht anders. Die unsere heißt aber Nicht umsonst die eiserne Infanterie. Gefangene, die wir machen, werden von uns freundlich ausgenommen; Re­spekt muß man ja vor den Franzosen immer noch haben. Vor kurzem erzählte uns so ein blutjunger Franzling, es wäre ihnen gesagt worden, sie sollten nach Coln zur Besatzung und da steckt man die armen Teufel in die­sen Hexenkessel. Ein anderer meinte:Eure Infanterie und Maschinengewehre liegen uns schwer im Magen." Und das ist auch so, kommen wir bis an einen Graben heran, gibts für die Kerle kein Halten mehr; entweder sie versuchen fortzukommen, oder sie geben sich gefangen; auf eine Metzelei lassen sie sich nicht ein. Heute ist merk­würdiger Weise der erste Tag, wo es mal etwas ruhiger ist, eine Ruhe, die einem ein wenig unheimlich vor« kommt.

Der Ausruf in Mexiko.

Ein Londoner T.-U.-Telegramm meldet: Nach Reuter-Depeschen aus Washington sind die Unruhen in der Stadt Mexiko sehr ernster Natur. Der Aufstand Begann mit der Erstürmung des Nationalpalastes durch 2000 Mexikaner, die 250 im Palaste gefangene Priester befreien wollten. Nachdem der schwache Posten des Pa­lastes niedergemacht und die (gefangenen Befreit wor­den waren, begannen die Aufrührer den Palast zu plündern. Unterdessen war ein ansehnliches Gendar- merieaufgebot angekommen und ging gegen die Auf­rührer vor. Es entspann sich ein wütendes Handge­menge, Bei dem die numerisch bedeutend schwächere Po­lizei zurückgeschlagen wurde. Der Polizeipräsident selbst erhielt einen Messerstich in die Brust. Nach ihrem Sieg über die Gendarmen durchzogen die Ansruhrer die Straßen der Stadt und fingen an, überall z« plün­dern und Brandstiftungen zu verüben. Mehr als hun­dert Personen wurden bei den Straßenkämpfen teils getötet, teils verletzt. Ein englisches Warenhaus wurde von Grund auf geplündert und dann angesteckt.

Nach einer letzten Reutermeldung aus Washington ist während der Unruhen auch ein angesehener Ameri- kaner, Mae Manus, ermordet worden. Die amerika- nische Regierung hat umgehend dem augenblicklichen Kommandanten Mexikos, dem General Salazer die Aufforderung zugehen lassen, die Mörder ermitteln und gebührend bestrafen zu lassen. Nach einer spater ein« laufenden Meldung derTimes" sind die Beziehungen zwischen Washington und Mexiko sehr gespannt, man kaun sie fast als abgebrochen bezeichnen. Die Lage er« regt große Besorgnis. Die Erwiderung des Generals Carranza auf die amerikanischen Protestnoten werden als völlig ungenügend angesehen. Eine neue Note Amerikas wird umgehend überreicht werden. Die eng« lischen Kohleumineu in South Douglas sind von den Aufrührern fast völlig zerstört worden.

Weitere Drahtnachrichten«

Bom lothringischen Kampfgebiet.

^ Basel, 17. März. (WTB.) Oberst stiller schil­dert die im lothringischen Kampfgebiet ä^egenen Be­festigungen. Große Anerkennung hat Oberst Müller für die Blockhäuser, an deren Vervollkommnung dauernd gearbeitet werde in dem Bestreben, die Ge­sundheit und das Wohlbefinden der Mannschaft zu för- dern. Sodann äußert sich Oberst Mutter über die Riesenarbeit bei der Befestigung der natürlichen Ba­stionen, wobei dem fortwährenden NcichUüizcu des Erdreiches Einhalt geboten werden muß. Oft muß das Gelände fortwährend vermählt und verankert werden. Es habe sich, so sagt Oberst Müller, hrer um wahre Si­syphusarbeit gehandelt.

Kritische Lage in der englischen Kohlenindustrie.

»-> Rotterdam, 17. März. (WTB.) Nach demNot- terdamschen Courant" wird die Lage in der englischen Kohlenindustrie immer kritischer. Der Bergarbeiterver- vand beschloß, alle bestehenden Kontrakte auf den 1. Juni zu kündigen. In einem neuen Kontrakte sollen die Mindest- und Höchstlöhuc erhöht werden. In einer heute stattfindenden Bergarbeiterversammlung wird wahrscheinlich eine Kriegszulage von 20 Prozent gefor­dert werden.