Einzelbild herunterladen
 

MOW MW AM in den tonomeii WWW Weil unserer U-Boote

Aus dem großen Hauptquartier

»-#> Großes Hauptquartier, 14. März 1015. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Einige feindliche Schiffe feuerten gestern nachmittag aus Gegend nördlich von La Panne-Nieuport wirknngs- los auf unsere Stellungen.

Bei Neuve Chapelle fand, abgesehen von einem vereinzelten englischen Angriff, der abgeschlagen wurde, nur Artilleriekampf statt.

In der Champagne wiederholten die Franzosen öst­lich von Souain und nördlich Lemesnil anch gestern ihre Teilangriffe. Unter schweren Verlusten für den Feind brachen sämtliche Angriffe im Feuer unserer Truppen zusammen.

In den Vogesen sind die Kämpfe nach Eintritt bes­serer Witterung wieder ausgenommen.

Die Franzosen verwenden jetzt auch in den Argon- «en die neue Art von Handgranaten, durch deren Explo­sion die Luft verpestet werden soll.

Anch französische Infanterie-Explosivgeschosse, die beim Aufschlag Flammen erzeugen, wurden in den ge­strigen Kämpfen erneut festgestellt.

O e st l i ch e r K r i e g s s ch a » p l a B. Die Lage km Osten ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Rege Tätigkeit der Deutschen auf der Nordwestfront.

Das AmsterdamerHandelsblaad" berichtet nach derFrkf. Ztg." aus Sluis unterm 12. März: Die Deutschen haben bei Midöelkerke verschiedene 42-Zenti- meter-Geschtttze in Position gebracht, womit sie, wenn der Nebel es möglich macht, versuchen, die Schleusen von Palenbrüske am Eingang des verwüsteten Städt­chens Nieuport zu zerstören, um auf diese Weise die Nserüberschwemmung abströmen zu lassen, was allein nröglich ist, wenn die Schleusen vernichtet werden. Die Aktion der Deutschen ist in eine neue Phase eingetreten. Gestern nachmittag wurde südlich von Dirmuiden, das noch immer in den Händen der Deutschen ist, ein heftiger Angriff durchgeführt, der durch schwere deutsche Artil­lerie unterstützt wurde.

In den Kellern von Reims.

Morning Post" meldet nach derB. 3." vom 6. März aus der Champagne: Reims ist verw..äet. Wäh­rend des Bombardements der letzten zehn Tage ver­loren über hundert Einwohner ihr Leben. Der einzig wirklich sichere Aufenthalt sind die Keller, die sämtlich vollgedrängt sind. Dort bilden die Einwohner kleine Gemeinschaften. Kinder werden unterrichtet und Geist­liche halten Gottesdienste ab. In der ganzen Stadt steht keine einzige Apotheke oder Bäckerei still- sie alle müssen für das Heer liefern.

E Dom österr.-ungar. Generalstab f

Wie», 14. März. (WTB.) Amtlich wird gemeldet:

In Polen und an der Front in West-Galizien hat sich die allgemeine Lage nicht geändert. Vorstöße des Feindes wnrden an der unteren Nida, sowie bei und südlich Gorlice nach kurzem Kampf zurückgeschlagen.

In den Karpathen scheiterte« wieder in zahlreichen Abschnitten heftige Angriffe der Rnsfen, so an der Kampffront zwischen dem Sattel von Lupkow und dem Uzsoker Patz, dann im Opor-Tal, wo auch nachts erbit­tert gekämpft wurde, »nd bei Wyszkow. Außer den vie­len verwundeten Rnsse«, die in unsere Hände fielen, wnrden über 400 Mann des Feindes, die sich im Nah- kampf ergaben, gefangen genommen. Anch an den Stel­lungen südlich des Dnjestr entwickelten sich Kämpfe. Die von starke« Jufanteriekräften des Gegners eingesetzten Angriffe kamen iu wirkungsvollstem Fener unserer Truppen bald zum Stehen und brachen unter großen Verlusten des Feindes völlig zusammen. Weiter öst­lich wurde zu Fuß vorgehende feindliche Kavallerie abermals zurückgeworfen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Verstrickt.

Roman von A. von der Elbe.

68) (Nachdruck verboten.)

17. Kapitel.

Adele Hatte nun bereits drei Wochen in der selbst- gewählten Verbannung ausgehalten, indes je länger diese währte, je schwerer wurde sie ihr. Nach den freund­lichen Worten des Vaters zählte sie sehnsüchtig die Tage und Stunden bis zur Abreise.

Unglücklich war und blieb sie- ihre selbstverschul­dete Trennung von dem Geliebten würde sie nie ver­schmerzen, aber sie war dann doch wieder mit den Ihren

vereint, würde

sie gewiß noch besser verstehen als das

arme Mienchen, das jetzt sie wußte nicht weshalb immer bedrückt erschien. Wie fröhlich hatten sie früher miteinander gescherzt und gelacht, und jetzt! Aber Ehlers durften nicht merken, wie sie sich fortsehnte, die behandelten sie alle mit großer Güte.

Und wirklich empfand die ganze Familie für den Gast, der sich unter ihre Obhut begeben, die herzlichste Teilnahme.

Ist es denn möglich, Otto," sagte Frau Ehlers zu ihrem Sohn,wie das verwöhnte Kind so fleißig und bescheiden bei uns aushält. Was hat sie hier für 'ne kalte kalte Kammer und wie schön hat sie es auf Morse.

^^ W auch nicht so, wie sies zu Hause sein. Ich kann ihr keinen Braten vorsetzen, sie laßt sich aber nie merken daü es rhr Nicht schmeckt, und macht nie ein Gesicht sie ißt was auf den Tisch kommt. Und Mienchen hat schon Hilfe von ihr- ich habe nicht geglaubt, daß sie so anstellig wäre." 1 c

Otto pflichtete bei und beobachtete schon lange mit einem Gefühl, das an Rührung grenzte, dies vor­nehm erzogene Mädchen, welches so von Reue burch-

Eine Waffentat ersten Ranges.

, Der Berichterstatter desB. L.-A." meldet aus dem Kriegspreffeauartier: Das in den Karpathen namentlich stark zur Geltung kommende Tanwetter hat die öster- reichtsch-ungarischen Truppen nicht gehindert, gestern eure Waffentat ersten Ranges zu vollbringen. Es ge­lang ihnen an der Straße von Cizna eine heißumstrit­tene Höhe zn nehmen und tausend Rnssen, trotz der hef­tigsten Gegenwehr, zu Gefangenen zu machen. Die Kämpfe der östereichisch-ungarischen Karpathenstreit- kräfte stehen an Heldenmut in der Geschichte ganz ohne­gleichen da. An der ganzen Front dauerte die Gefechts- tatigkert an, ohne daß es jedoch sonst zu größeren Er- eigmssen gekommen wäre.

Russische Sorgen um Ossowietz.

Sämtliche russischen Blätter zeigen große Unruhe über das Schicksal der Festung Ossowietz und sprechen ihre Verwunderung aus darüber, daß nach den gemel­deten großen russischen Siegen Ossowietz immer noch bedroht und dadurch der Uebergang über die Bobrlinie gefährdet sei.

Die Sündenböcke für die russische Niederlage in Masuren.

Das WienerDeutsche Volksblatt" meldet aus Pe­tersburg: Das Verfahren gegen die infolge des Unter­gangs der 10. russischen Armee in Masuren zur Dis- position gestellten 19 russischen Generale hat zur Dienst- entlassung von 12 Generalen geführt, darunter zwei Di- visionskommandeuren.

Auf der Spur einer politischen Verschwörung in Rntzland?

Großes Aufsehen erregt nach derB. Z." in Peters­burg die Verhaftung des früheren Gendarmerieobersten Messojedow, der sich vor einigen Jahren mit dem frü­heren Dumapräsiöenten Gutschkow duelliert hat. Die Haussuchung dauerte 20 Stunden. Ganze Wagenla­dungen von Dokumenten wurden nach der Geheim­polizei gebracht. Im Zusammenhang mit dieser Affäre sind, nach derRuskija Wjeöomosti" weitere 36 Verhaf­tungen vorgenommen worden. Man glaubt vielfach, daß es sich hier um Aufdeckung einer großangelegten politischen Verschwörung handle.

Erfolgreiche Arbeit unserer U-Boote.

S-^ Genf, 15. März. (T. u.) Nach Meldungen ans

London versenkte demB. T." zufolgeU 29" am Don­nerstag den französischen DampferAuguste Conseil" 22 Meilen südlich von Start Point. Die Mannschaft wurde gerettet und in Falmouth gelandet.

«-£ Rotterdam, 15. März. (T. U.) Die britische Admiralität nennt nach demB. T." noch vier Namen von Schiffen, die vonU 29" torpediert sind, nämlich Hadland",Andalusia",Jndian City" undAden". Jndian City" wurde am Sonnabend um 8 Uhr bei St. Marie auf den Scilly-Jnseln angegriffen. Sie war in nur kurzer Entfernung von der Küste, wo die Menge zu- schaute. Die Besatzung rettete sich in Booten. Zwei Pa- trouillenschiffe, die im Hafen lagen, liefen sofort zur Verfolgung aus. Das U-Boot tauchte und erschien erst weiter westlich an der Oberfläche. Es war auch schneller als die Patrouillenschiffe. In derselben Gegend Hat das U-Boot auch den DampferHadland" angegriffen.

Die steigende Wirkung des Unterseebootskrieges.

I der tn

eebooten

Nachdem die britische Admiralität am Sonnabend die bislang noch verheimlichten Verluste von acht wei­teren britischen Dampfern zugibt, steigt die Zah der vorigen Woche von den deutschen Unterst________ torpedierten Dampfer auf 12 oder 13. Wie das hol­ländische PressebureauHagas" aus London meldet, ver­lautet dort noch von einer Torpedterung dreier werterer Dampfer französischer Nationalität, was von der fran­zösischen Admiralität verheimlicht wird. Um die Oessent- lichkeit zu beruhigen, wird vom Londoner Pressebureau eine Note in den englischen Blättern veröffentlicht, wo­rin behauptet wird, trotz besonders großer Regsamkeit der deutschen Unterseeboote wäre in der abgelaufenen Woche der größte Umfang der Einfuhr gefrorenen und eingemachten Fleisches seit Kriegsausbruch festgestellt. In Mersey wären in der vergangenen Woche 13 Schiffe mit 140 000 Stück geschlachteten Schafen und 110 000 Vierteln geschlachteter Ochsen angekommen. Demgegen­über sei festgestellt, so sagt derHaager Courant", daß angesichts der Blockade die Einfuhr Englands mehr und mehr hauptsächlich zur Lebensmitteleinfuhr wird. Die für Lebensrnittel bezahlten hohen Preise liefern natür­lich dazu besondere Anreizung. Diese Preissteigerung,

drungen war, daß es ein völlig anderes Leben willig ertrug. Er überlegte hin und her, wie ihr zu helfen und ob nicht in versöhnlichem Sinn zu vermitteln sei.

Von Mienchen hatte er genaue Mitteilungen über Adelens verkehrte Handlungsweise und ihre jetzige Stimmung erhalten und viel über das Wesen des un­besonnenen jungen Geschöpfes nachgedacht, das er feit seiner Kindheit kannte. Als Pädagoge interessierten ihn die besonderen Karaktere der Menschen, er machte sich die bei der Erziehung begangenen Fehler klar und sah, wie das Leben härter anfaßte, als die strengste Vaterhand in der Kindheit tun konnte.

Otto dachte oft und mit dankbarer Verehrung arr den jungen Arzt, der so warmherzig und selbstlos ver­sucht hatte, seinem sterbenden Vater Hilfe oder Lin­derung seiner Leiden zu bringen. Es war ihm eine aufrichtige Freude gewesen, zu hören, daß Brüggen und Adele wahrscheinlich ein Paar werden würden. Er traute dem Doktor zu, daß er imstande sei, einen förder­lichen Einfluß auf das reizvolle aber unreife junge Ge­schöpf zu gewinnen, das ihm, wie Mienchen sagte,, mit zärtlicher Liebe anhänge.

Und nun sollte diese große, schöne Lebenshoffnung für beide Menschen vernichtet sein? Vernichtet, weil ein mangelhaft erzogenes und behütetes Kind Unbe­sonnenheiten beileibe keine Schlechtigkeiten be­gangen hatte? Es mußte dafür ein Verzeihen und Ver­gessen geben- sollte sich wirklich kein Ausgleich finden lassen?--

Doktor Werner Brüggen war, seit er Adelens Brief und ihre Korrespondenz mit Denta erhalten hatte, in einer verzweifelten Gernütsverfassung, die er nur durch rastlose Arbeit zu übertäuben vermochte. Die formelle Versöhnung und Verschleierung, die Herr Bernhammer vorgeschlagen, schuf die Möglichkeit, in alter Weise und scheinbar freundschaftlich zu tzLrtMren-,

die sich immer weiter fortsetzt, ruft immer neue Aus- stände und Lohnerhöhungen hervor, und gerade dadurch wird Englands industrielle und wirtschaftliche Stellung aufs schwerste geschädigt.

Englische Verdächtigungen.

Das Reutersche Bureau meldet aus Hull: Der schwedische DampferHanna" vom Thyne kommend, wurde Sonntag früh auf der Höhe von Scarborough torpediert. Sechs Mann ertranken, die übrigen wurden nach Hull gebracht.

Nach früheren Erfahrungen ist es naheliegend, daß der Dampfer auf eine englische Mine ausgelaufen ist. Reuter hat ein Interesse daran, die Verluste neutraler Schiffe auf Konto der deutschen Unterseeboote zu setzen.

Wieder vier englische Dampfer vernichtet.

Reuter meldet nach derB. Z.": Die britische- miralitä gibt bekannt, daß noch sieben weitere britische Dampfer, deren Tonnengehalt zwischen 1794 und 4658 betrügt, seit dem 10. März im englischen, im Bristol- und im Irischen Kanal von deutsche« Unterseebooten angegriffen wurden. Zwei wurden versenkt, drei ent­kamen, der Untergang der übrigen zwei ist bis jetzt un­bestätigt. Drei Personen verloren ihr Leben.

Der Wagemut unserer U-Boot-Helden.

ss^ Hamburg, 15. März. (T. U.)Daily Chronicle" meldet: Trotz der scharfen Bewachung der Kriegshäfen durch Torpedoboote gelang es Freitag abend beinahe einem deutschen Unterseeboote, den Eingang des Hafens von Dover zu erzwingen. Die Wachmannschaften der Küstenbatterien entdeckten jedoch das Periskop, soöatz das Unterseeboot durch Schüsse wieder vertrieben wer­den konnte.

Englische Furcht vor Vergeltnngsmatzregeln.

Die gesamte Londoner Presse lehnt nach derFrkf. Ztg." die Anregung des Admirals Beresford ab, die ge­fangenen Mannschaften deutscher Unterseeboote als Pi­raten zu behandeln, weil in diesem Falle schwere deut­sche Vergeltungsmaßnahmen an den 20 000 englischen Kriegsgefangenen in Deutschland zu befürchten seien.

Ganz Ostafrika frei vom Feinde.

e^ Berlin, 14. März. (T. U.) DerB. L.-A." schreibt: Das Reichskolonialamt hat eine nene Fort­setzung der Denkschrift über die Vorgänge in unsere» Kolonien seit Ausbruch des Krieges herausgegeben, de­ren Bedeutung mehr als in det neuen Tatsachenmate­rial in der Ergänzung früherer Berichte und der Be­leuchtung bekannter Ereignisse liegt. Das Ergebnis der avttlichen Mitteilungen ist, daß die Feinde nicht ver­mochten, unsere großen Schutzgebiete, abgesehen von Küsten- und Grenzbezirken, in ihre Gewalt zn bekom­men. Am wenigsten, oder richtiger gar nichts, haben sie in Deutsch-Ostafrika erreicht, wie man ergänzend er­fährt, daß die Versuche der Engländer in Ostafrika ein- zudringen, mit für sie schweren Verlusten gescheitert sind, daß darauf schon Ende November ganz Ostafrika frei vom Feinde war und sogar noch Teile englischen Gebiets von unseren Truppen besetzt worden sind.

Die englischen Verluste zur See.

DerNieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt zu dem neuesten Schiffsverlust Englands: England ist mit seinen Hilfskreuzern recht unglücklich gewesen. Das ist nun der dritte, der in den englischen Gewässern gesun­ken ist und jedesmal war ein großer Menschenvertust zu verzecchnen. Die beiden ersten gingen mit Mann und Maus unter und man weiß nicht, wo das geschehen ist. Im Unterhause wurde die Vermutung ausgesprochen, daß diese Schiffe durch die darauf angebrachten .stmnouen seeuntüchtig geworden sind. Man vermutet, daß sie im Sturm kenterten. Die Regierung gab beruhigende Er­klärungen ab.

Verluste, die Reuter zugibt.

ac. Reuter meldet aus Loudou: Die am 13. März ver­öffentlichten amtlichen Statistiken zeigen, daß seit Be- gmn des Krieges 54 britische Handelsschiffe von feind­lichen Kreuzern zum Sinken gebracht oder gekapert wurden. 11 stießen auf Minen und versanken. 22 wur­den von Unterseebooten versenkt, was einen Totalver- lust von 88 (?) ausniacht.

*

*

Neutralitätsschutz fürPrinz Eitel Friedrich".

, .^Reuter meldet aus Washington: Die Regierung Hai beschlossen, die dem deutschen HilfskreuzerPrinz Eitel allein Brüggen hätte vielleicht weniger gelitten, wenn er nie wieder etwas von der Familie Bernhammer zu hören und zu sehen gebraucht hätte. In seiner jetzigen Stimmung bildete er sich wenigstens ein, daß ein völ- siges Abbrechen aller Beziehungen ihm Entlastung durch Schonung der breynenden Herzenswunde gebracht haben würde. Vermochte er sich doch innerlich nicht ganz von ihr, der kürzlich noch Heißgeliebten zu lösen - er hatte die kleine leichtfertige Lügnerin zu innig ge­liebt, zu tief im Herzen getragen, und er liebte sie noch lmmer, so sehr er sich auch dieses Gefühls schämte. Er suchte und fand sogar nach und nach Milderungsgründe für sie, aber er wehrte sich dagegen, ihnen Gehör zu geben und verschloß ihnen seine Seele.

Es erleichterte Brüggen, als der Aufbruch Bern­hammers aus der Wohnung seiner Schwester nahe be- vorstand, er wußte auch, daß Adele Ehlers verlassen und mit den Ihrigen nach Morse zurückkehren werde. Zugleich fühlte er, daß Vater und Schwester der Sün­derin vergeben hatten und sich des Wiedersehens mit ihr freuten. O, warum stand er außen und konnte nicht empfinden wie sie?

War er doch vielleicht, angesichts der moralischen Bersunkenheit, mit der er in seinem Berufsleben in Be­rührung kam, zu streng in seiner Forderung geworden? Hatte er das milde Lächeln über den Unverstand ver­lernt, oder lag Duldsamkeit nicht in seiner Natur? Er hatte geglaubt, Adelens Wesen sei der Inbegriff lau­terster Reinheit und nun fand er, aus einer schmerz­lichen Enttäuschung heraus, kein Verständnis für ihre Mangel.

dieser Zeit bekam er ein Briefchen von Otto Ehlers mit der Anfrage, wann er ihn sprechen könne. Brüggen erschrak. Kam der junge Lehrer in AdelenS Auftrag, oder war der kerngesunde Mensch krank ge­worden und brauchte seinen ärztlichen Rat?

tLWtletzWg Mau