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,___________________________________________________a seit gestern nicht geändert. Die seit einigen Tagen ein- Friedrich" zum „Frye", zurüKehrt^ Hier fehlt die Fort-
P aroken ^auvtauartier | getretene Kälte erreichte auf den Höhen der Karpathen setzttNg des Berichts, die wohl durch die engllsche Zensur
L g ° J y j fünfundzwanzig Grad unter Null und lähmte Sie gestrichen ist.
w> Großes Hauptquartier, 12. März 1915. (Amtlich. MTV.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zwei feindliche Linienschiffe, begleitet von einigen Torpedobooten, feuerten gestern auf Bad Westende mit über 70 Schutz, ohne irgend welchen Schaden a«z«- richten. Als unsere Batterien in Tätigkeit traten, entfernte sich das feindliche Geschwader.
Die Engländer, die sich in Neuve Chapelle festsetzten, stießen heute nacht mehrmals in östlicher Richtung vor. Sie wurden zurückgeschlage«. Auch nördlich von Neuve Chapelle wurden gestern schwächere englische Angriffe av- gewiesen. Der Kampf in jener Gegend ist noch im Gange.
I« der Champagne herrschte im allgemeinen Ruhe. In deu Bogesen war wegen heftigen Schneetreibens die GefechtStätigkeit nur gering.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nördlich des Angustower Waldes wurden die Russen geschlan««. Sie entzogen sich durch schleunigen Abmarsch in Richtung Grodno einer völligen Niederlage. Wir machte« über 4000 Gefangene, darunter zwei Regimentskommandeure und eroberten 3 Geschütze und 10 Maschinengewehre. Auch aus der Gegend von Augustow hat der Feind den Rückzug auf Grodno angetreten. Nordwestlich Ostroleuka nahmen wir im Angriff 3 Offiziere und 220 Mann gefangen. Nördlich und nordwestlich von Praszuysz schreiten unsere Angriffe fort. Ueber 8200 Gefangene blieben hier gestern in unseren Händen.
Zwei große Siege haben sich die Russen in ihren amtliche« Bekanntmachnngen zugesprochen, den Sieg bei Grodno und den bei Prasznysz. In beiden Schlachten behaupten sie, je zwei deutsche Armeekorps geschlagen oder vernichtet zn haben. Wenn die russische oberste Heeresleitung im Ernst dieser Meinung war, so werden die Ereignisse der letzten Tage sie über die Kampflust unserer Truppen eines anderen belehrt haben. Ihre mit so beredten Worten verkündete Offensive bei Grodno durch den Augnstower Forst ist bald gescheitert. Die Erfahrungen der dort vorgegangeueu Truppen schildern die ersten Sätze unserer heutigen Veröffentlichung. Bei Prasznysz stehen unsere Truppen nach vorübergehendem Ausweichen wieder vier Kilometer nördlich der Stadt. Seit ihrer Anfgabe sind anf dem Kampffelde zwischen Weichsel und Orzyc 11460 Russen gefangen genommen.
Oberste Heeresleitung.
Vom österr.-ungar. Generalstab
Wien, 12. März. (WTB.) Amtlich:
Die SitnaNon nuserer Truppe« in den neu ge- wo«nenen Stellungen in Rnssisch-Polen und West- galizien hat sich weiter gefestigt. Angriffe des Feindes haben sich nicht mehr wiederholt. Bei Jnowlodz an der Pilica brächte die eigene Artillerie gestern nach kurzem, heftigem Feuerkampfe mehrere feindliche Batterien zum Schweigen.
In den Karpathen wurde nach erbittertem Kampfe eine Ortschaft au der Straße Ciosena—Baligrod genommen und die anschließenden Höhen im Laufe des Tages während dichtem Schneegestöber vom Feinde ge- sänbert. Im westlichen Nachbarabschuitt scheiterte unterdessen ein starker feindlicher Angriff. An der übrigen Front in den Karpathen sowie in Südostgalizien keine besonderen Ereignisse, da während des ganzen Tages heftiger Schneesturm anhielt. Auch nördlich Czernowitz herrscht Ruhe.
Am südlichen Kriegsschauplatze hat sich seit längerer Zeit nichts ereignet. Unbedeutende Plänkeleien a« der montenegrinische« Grenze fanden stellenweise statt.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant.
Der Kriegskorrespondent der „Neuen Freien Presse" meldet vom 11. März: Die Kampflage auf der ganzen Front von Russisch-Polen bis Süd-Ost-Galizien hat sich
Veestriekt.
Roman von A. von der Elbe.
67) (Nachdruck verboten.)
Bald aber kamen sie auf die Gegenwart zurück und auf Aöelens verworrene Lage. Susanne sagte: „Daß Du jetzt nicht nach Berlin kommen magst, begreife ich. Eine Begegnung mit Dr. Brüggen wäre schwer zu vermeiden und würde jetzt für euch beide peinlich sein. Die Auflösung von Tante Josefinens Haushalt ist noch gar nicht in Angriff genommen, es gibt also immer noch kleine geschäftliche Fragen und Abwicklungen, denen Brüggen sich nicht ganz entziehen kann, auch scheint er sehr befreundet mit Papa. Ich bin aber dafür, bald wieder nach Morse zu gehen und daher in der Kur- fürstenstratze, so rasch es sich tun läßt, abzuschließen. Und wenn wir nach Morse heimkehren, mußt Du natürlich wieder zu uns kommen."
„Will Papa mich denn haben?" fragte Adele kleinlaut.
„Anfänglich wollte er nichts von Dir wissen, mein armer Liebling. Du kennst Papa, er braust auf, zürnt, verschwört sich; bald aber, wenn der erste Aerger überwunden ist, tritt seine Güte umso wärmer zutage, und ich bin überzeugt, er empfindet schon jetzt große Sehnsucht nach seinem Herzblatt."
„Ach, laß mich nur hier, ich schäme mich zu sehr." ^^."^^ Hierbleibeu aus die Dauer kann doch keine
Schmerz, Dich zu missen, was würden alle Bekannten von Deinem längeren Besuch bei Ehlers denken? Nein Du kommst nach Hause." '
„Und wie geht es Brüggen, Du hast ihn gesehen? Hat er von mir gesprochen?"
„Ja, er kam gestern abend,- ich war zugegen, als « Papa begrüUe und mußte dableiben, weil Papa es
Kampfoperattonen. Der Schutz der Truppen gegen die Kälte ist die Hauptsorge geworden. Wenn auch jeder Soldat mit Kälteschutzmitteln reichlich ausgestattet ist und in den Schützengräben die bewährten Schwarm- öfen ausgezeichnete Dienste tun, so sind doch so große Kältegrade wie sie jetzt eingetreten sind, schwere Gefahren. Die Haltung unserer Truppen unter solchen Umständen ist besonders bewundernSwert. Ihre Kampfenergie hat nirgends gelitten, wo es zu Zusammenstößen mit dem Feinde kam, wie im Raume von Gorlice und Russisch-Polen wie bei Nadworno, wo überall russische Angriffe erfolgreich abgewresen wurden. Auch in den Karpathen fanden an einzelnen Stellen Kämpfe statt, obwohl dort die Gefechtstätigkeit durch die strenge Kälte behindert ist. Die gemeldete Absicht der Russen, fünfzehnhundert Juden in unsere Feuerlinie zu treiben, wurde bisher nicht ausgeführt, vermutlich schreckt sie davor die allgemeine Entrüstung zurück.
Acht Schiffe vom deutschen Hilfskreuzer „Prinz Eitel Friedrich" versenkt.
Nach Reuterberichten aus Neuyork ist der deutsche Hilfskreuzer „Prinz Eitel Friedrich" in Nieuport News (Viogina) eingelaufen, da er reparaturbedürftig war. Angeblich ist der deutsche Hilfskreuzer durch einen englischen Kreuzer solange verfolgt worden, bis er sich in den amerikanischen Gewässern befand. Der deutsche Hilfskreuzer hatte 350 Personen an Bord, die ans Schiffen stammten, die er in den Grund gebohrt hatte, und zwar von drei englischen, drei französischen, einem russischen und einem amerikanischen Schiffe. Letzteres wurde in den Grund gebohrt, weil es Konterbande an Bord hatte. . t
Die Liste der vom Hilfskreuzer „Prinz Eitel Friedrich" versenkten Schiffe enthält folgende Namen: Dampfer „Charchas" (englisch), Barke „Kildaton" (englisch), Barke „Jean" (französisch), Barke „Jsabelle Browne" (russisch), Barke „Pierre Lott" (französisch), „William „Frye" (amerikanisch), Barke „Jacobsen" (französisch), Barke „Jnvercoe" (englisch), Dampfer „Mary Ada Short" (englisch), Dampfer „Florida" (französisch).
Das größte vom „Eitel Friedrich" versenkte Schiff ist der französische Dampfer „Florida", der eine Besatzung von 78 Mann und 86 Passagiere an Bord hatte.
Auf eine Anfrage habe Präsident Wilson gesagt, daß eine möglichst gründliche Untersuchung über den Verlauf angestellt werden solle. Stile Gefangenen des „Prinz Eitel Friedrich" sind freigelassen worden, mit Ausnahme von vier Personen, die sich weigerten, einen Revers zu unterschreiben, in dem sie sich verpflichten, nicht die Waffen gegen Deutschland zu erheben. Der Kommandant des „Prinz Eitel Friedrich" erklärte, daß er zur Ausbesserung der Maschinen und Kessel drei Wochen brauche. Die Behörden von Norfolk sind beauftragt worden, den Umfang der notwendigen Reparaturen festzustellen.
Nach den letzten Reuteröepeschen dürfte Englands Erwartung, daß der Hilfskreuzer „Prinz Eitel Friedrich" interniert werde, nicht in Erfüllung geben. Die Neutralitätskommission riet der Regierung an, dem Schiffe Zeit und Gelegenheit zu notwendigen Ausbesserungen zu g^ben, die unter Aufsicht der amerikanischen Marinebehörden vorgenommen werden sollen. Voraussichtlich sollen hierfür 25 Tage gewährt werden. Nach einer Mitteilung der „Central News" beträgt der Wert der von dem deutschen Hilfskreuzer seit dem 27. Januar vernichteten Schiffe 1400000 Dollar.
Die Arbeit des „Prinz Eitel Friedrich".
8-$= Haag, 13. März. (T. U.) Ueber die Vernichtung des amerikanischen Schiffes „Frye" melden nach der „Tgl. Rdsch." die „Central News": Kapitän Kiehne agte aus, daß sein Schiff unter amerikanischer Flagge Uhr, als am 27. Januar „Prinz Eitel Friedrichs ihm den Weg versperrte und einen Schutz abgab. Das Schiff toppte. Ein Boot kam längsseits und nach Durchsicht )er Schiffspapiere teilte der Offizier mit, daß die Ladung (Lebensmittel) Konterbande sei, da sie offenbar für englische nnd französische Heereszwecke bestimmt sei, weshalb dre Ladung über Bord geworfen werden sollte. In diesem Augenblick wurden bei Sicht eines zweiten Seglers die Offiziere und Mannschaften durch Signal zurückgerufen, kamen jedoch bald in einem Boot zurück, unterdessen die Besatzung unter Leitung des Offiziers begann, die Ladung über Bord zu werfen. Inzwischen dampfte der Hilfskreuzer fort, um den zweiten Segler zu versenken. Es war das französische Schiff „Pierre Lotti" aus Nantes, von San Franzisko mit Korn beladen nach England unterwegs. Eine Fenersänle am Horizont verkündete sein Schicksal, worauf „Prinz Eitel
befahl. Der Doktor schien mir gezwungen und unglücklich. Beklommen sagte er, daß die schmerzliche Erfahrung, die er gemacht, seine näheren Beziehungen zu unserer Familie ausschlüsse, daß er aber Papa bitte, ihm sein Wohlwollen und seine Freundschaft deshalb nicht zu entziehen."
„Und was sagt Papa?"
„Der umarmte ihn und erwiderte, sie trügen beide am selben Leid: er wäre sehr böse über all die Ver- kehrtheiten, die sein Kind gemacht habe, und sie wollten zusammen einen Schleier darüber decken und nicht mehr davon sprechen."
„Also abgetan — begraben!" schrie Adele auf. „O, ich wußte, daß es so kommen würde! Nun siehst Du es selbst, daß er mir nie vergeben wird."
Susanne zog die Schluchzende in ihre Arme: „Verzeih, daß ich so offen das Geschehene ausspreche. Ich habe mirs lange überlegt, ob ich es tun solle. Allein es ist besser, Du erfährst, wie es steht, und machst Dir keine Hoffnungen. Der Mann, den Du liebst, scheint leider mit euren Beziehungen abgeschlossen zu haben. Auch war ja noch kein bindendes Versprechen gewechselt, so- datz von der Lösung einer Verlobung kaum die Rede sein kann. Aber er leidet jedenfalls schwer unter der Trennung. Papa sagt auch, er sei verändert."
„O, Suse — Suse — wie soll ich das ertragen?"
„Sei stark, mein armes Herz. Das Leben ist ernst. Bis jetzt hast Du es wie ein Spiel genommen. Gut, daß es Dich mit größeren Aufgaben so lange verschonte. Nun kommt die Prüfungszeit. Glaube mir, sie kann Dir zum Heil dienen."
„Ja, ich will alle Deine guten Lehren beherzigen, will mein Unglück ertragen und nichts, gar nichts mehr verlangen." Sie weinte still für sich.
Susanne kehrte bald nach Berlin zurück und nahm die demütigsten Bitten um Ver- sebung Nr den Vater mit.
„Prinz Eitel Friedrich" im Dock.
t^ Amsterdam, 13. März. (T. U.) Nach hierher gelangten Meldungen wurde, dem „B. L.-A." zufolge „Prinz Eitel Friedrich" gestern abend ins Dock gebracht. Die Besatzung der torpedierten Schiffe wurde an Land gelassen. Die Passagiere blieben auf dem „Prinz Eitel Friedrich". Der Kapitän des Dampfers „Willesby" erzählte, daß es ihm beinahe gelungen wäre, den ,/Prinz Eitel Friedrich" bei einem Zusammentreffen mit ihm
auf hoher See zu rammen.
Wütende Angriffe der amerikanisch«» Hetzpresse.
6-^ Nenyork, 13. März. (T. U.) Das Blatt „Eve- ning Sun" erklärt: Das Anlaufen des „Prinz Eitel Friedrich" in Newport News, sei nach Vernichtung eines amerikanischen Schiffes eine kräftige Unverschämtheit.
6-^ Rotterdam, 13. März. (T. U.) Das Reutersche Bureau berichtet aus Longbeach in Kalifornien: Sewell, einer der Eigentümer des „Frye", hat ein wütendes Gesuch an die amerikanische Regierung gerichtet, den „Prinz Eitel Friedrich" als Seeräuberschiff zu betrachten, auch die Besatzung als Piraten zu behandeln sowie bei der deutschen Regierung kräftige Vorstellungen zu erheben.
Das englische Kriegsziel.
Ein wertvolles britisches Geständnis.
Die „Köln. Ztg." berichtet aus Rom: Die eng- landfreundliche „Tribuna" teilt einige Erklärungen mit, die ein dem britischen Kabinett Asquith angehörender Diplomat auf der Durchreise in Turin einem ihrer Mitarbeiter gegeben hat: England werde Frieden mit Deutschland nur unter Bedingungen schließen, die durchaus erdrückend für Deutschlands Handel und Seefahrt seien. Auch wenn England im Kampfe allein bleiben sollte, werde es an Frieden erst denken, wenn es die Gewißheit habe, daß Deutschland sein Leben auf den Meeren von Anfang an neu beginnen müsse. Das sei nur gerecht, denn England hätte niemals die Blüte des deutschen Kolonialreiches gestört ohne die tolle Herausforderung, die durch diesen Krieg an England ergangen sei. Man belästige nicht ungestraft die englische Marine. Für England habe der Krieg jetzt erst begonnen. Er werde langsam und unwiderstehlich entwickelt. Siegen genügt uns nicht, schloß der Diplomat, wir wollen Deutschland furchtbar strafen in seinen Nebenorganen, und England wird, welche Opfer es auch kosten mag, Deutschland zwingen, seine nationale Existenz von Anfang an neu zu schaffen.
Die „Köln. Ztg." bemerkt hierzu: Es ist dankenswert, daß auch dieser englische Diplomat so offen die Zwecke und Ziele darlegt, die England in diesem Kriege verfolgt. Ueber all den Vorschußlorbeeren, die er da in echt englischer Ueberheblichkeit in Anspruch nimmt, vergißt der Mann, daß zu einem solchen Kampfe zwei gehören.
Erneutes Bombardement von Reims.
es» Paris, 13. März. (T. U.) Nach den Berichten der Blätter aus der Front findet seit dem 5. März ununterbrochen ein heftiges Artilleriednell in der Umgegend von Reims statt. Die Bewohner verlassen von neuem scharenweise die Stadt. In Paris werden Hilfs- aktionen für die Flüchtlinge eingelettet. Die Pariser Militärkritiker versuchen ihren Besprecht „ tegischen Lage um Reims, dem französischen Oberkommando den Gedanken einer großen Offensive gegen die dortigen deutschen Stellungen zu suggerieren.
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Frankreich kann Japans Forderungen nicht unterstützen.
Die Agentur Havas hat am 10. März eine französische Note ausgegeben, wonach Frankreich Japans Forderungen an China nicht unterstützen könne.
Die englischen Verluste vor denDardanellen
^ Hamburg, 13. März. (T.-U.) Das holländische Pressebnreau Hagas meldet ans Athen, daß nach dort eingelaufenen Meldungen die Verluste der englischen Flotte vor den Dardanellen jetzt 140 Tote und 310 Verwundete betragen. Zwei englische Torpedoboote find gesunken. Auch zwei Minenräumer sind vernichtet sowie vier englische Schlachtschiffe außer Gefecht gesetzt. Bei Landungsversuchen sollen, wie den „Hamburger Nachrichten" ans dem Haag gemeldet wird, ferner 700 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen verloren sein.
Konstantinopel, 12. März. (WTB.) Der Feind versuchte in der Nacht vom 10. auf den 11. März unter dem Schutze von Kreuzern und Torpedobootszerstörern die äußerste Minensperre wegzuräumen, nachdem zuvor größere Schiffe die Scheinwerferstellungen wirkungslos
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Adele blieb tief betrübt zurück. Allein sie ging jetzt mit stetigerem Sinn an die selbstgewählte Buße, vet einer unzusagenden Beschäftigung auszuharren. Was ihr anfänglich eine Laune gewesen, wurde ihr mehr und mehr zur Pflicht. Sie wollte sich Ehlers für ihre Güte dankbar erweisen, indem sie versuchte, ihnen zu nützen. Still und fleißig saß sie neben dem ernst gestimmten Mienchen an diesen trüben, kalten Wintertagen im dumpfen Nähstübchen.
Susanne schrieb oft und berichtete von häuslichen Arbeiten, vom Inventar, von Ueberlegungen, wer dies und jenes Andenken oder Kunstwerk erhalten solle, und wie ungern die Böhme zugreife und an das Aufgeben ihrer bequemen Stelle denke. Sie aber betreibe den Abschluß mit Eifer, denn sie sehne sich unbeschreiblich nach dem lieben Morse.
Ihr Vater sei jetzt auch für einen baldigen Aufbruch, und sie sehe immer deutlicher, daß er nach der Wiedervereinigung mit ihr, seinem Liebling, großes Verlangen trage. Zu Ehlers möge er nach dem Vorgefallenen nicht kommen, er erkenne aber an, daß er ihnen zu Dank verpflichtet sei für alles Gute, was sie seinem kleinen Mädchen zu erweisen bereit wären, und würde seine Dankbarkeit später betätigen. Adele solle sich nicht fürchten,' wenn sie komme, ihr Schwesterchen nach Morse abzuholen, werde ihr guter Papa sie sicherlich mit offenen Armen zn Hause empfangen.
Endlich lag auch von des Vaters Hand ein Zettel im Brief, der lautete:
„Flüchtling Du, nun wirb mir aber die Geschichte bald zu bunt, und ich will meinen Nestküken nicht länger missen. Die Suse holt Dich an einem der nächsten Tage zu Deinem alten Vater."
Adele war überglücklich, als sie diese versöhnlichen Zeilen erhielt, küßte das Blatt und fühlte, daß endlich wieder etwas wie Freudigkeit in ihr Herz einziehe.
lLortietzuna folatl