Ott Engländer aber doch wohr selbst nicht. Es Beweist nur, mit wie fassungslosem Hasse fie der neuen U-Waffe gegenüberstehen. Das geht auch aus einer Meldung des „Echo de Parts" hervor, wonach Admiral Lord Charles Veresford, gestützt auf ein altes Gesetz des Kriegsrechtes, die formelle Anwendung dieses Gesetzes fordert, wonach die gefangenen Offiziere des deutschen Unterseebootes „aufgehängt" werden sollen.
Ein Cunard-Dampfer torpediert?
te^ Haag, 11. März. Aus England zurückkehrende Holländer, die zu Reederkretsen in guten Beziehungen stehen, erzählen nach der „Tgl. RSfch.", daß in Liverpool ein Gerücht mulief, wonach ein 30 000 Tonnen-- Dampfer der Cunard-Linie in der vorletzten Woche 32 Seemeilen westlich Liverpool torpediert worden sei. Das Schiff sei aber nicht zum Sinken gebracht, da glücklicherweise die Schotteneinrichtung gewirkt habe und fünf Schottenräume geschlossen werden konnten. Begleitet von zu Hilfe herbeigeeilten Dampfern und Torpedobooten konnte das Schiff in den Hafen gebracht werden. Der Vorfall werde in England streng geheim gehalten, nm in dem Passagierverkehr zwischen England und Amerika keine Störung eintreten zu lassen.
Nenn britische Dampfer in einer Woche überfällig.
In der Woche vom 1. bis 6. März sind, wie das „Hamburger Fremdenblatt" meldet, auf der Fahrtstraße England—Holland und England—Skandinavien neun englische Dampfer überfällig. Die englischen Reedereien beschränken weiter die Annahme von Frachtgütern nach Holland und Skandinavien.
Der Türkerrkrieg.
Die Beschießung der Dardanellenforts wird täglich fortgesetzt, jedoch mit stets nachlassender Kraft. Alle aus den Dardanellen zurückkehrenden Offiziere halten die englischen Durchbruchsversuche für völlig aussichtslos. Das ist auch die Ansicht verschiedener fremder Mtlitärattachees, denen Gelegenheit gegeben wurde, den Kämpfen beizuwohnen. — Englische Schiffstrümmer und verschiedene andere, von feindlichen Schiffen stammende Gegenstände sowie Matrosenkappen wurden, wie aus Smyrna gemeldet wird, an der Küste angespült. Man nimmt an, daß die Gegenstände von einem feindlichen Minensucher stammen, der bei dem Bombardement der Forts von Smyrna untergegangen ist.
Der türkische Erfolg im Persischen Golf.
Der „Agenze Milli" zufolge besetzten die Türken nach der vom Hauptquartier gemeldeten Schlacht in Mesopotamien die Städte Ahmaz und Ut«z. Der vollständig in die Flucht geschlagene Feind verschanzte sich in der Umgebung von Schaubie.
Die Beschießung türkischer Häfen.
oe* Konstantinopel, 11. März. (T.-U.) Die Nachricht von der Beschießung der türkischen Häfen an der Südküste des Schwarzen Meeres hat hier große Erregung und Erbitterung hervorgerusen, da sich das Feuer der feindlichen Linienschiffe fast ausschließlich gegen offene und nnverteidigte Städte gerichtet hat. Der angerichtete Schaden ist nicht unbedeutend, dagegen ist nur wenig Menschenverlust zu verzeichnens, jedoch sind fast ausschließlich Zivilpersonen der russischen Beschießung zum Opfer gefallen.
Die Neutralen.
Der Ausbau der amerikanischen Rüstung.
Der Pariser „Heralö" meldet aus Neuyork: Der Kongreß tritt in der ersten Aprilwoche unmittelbar nach den Ostertagen abermals zusammen, um die neuen Gesetzentwürfe des Präsidenten zu beraten, m denen 900 Millionen Dollars für Zwecke der nationalen Berteidi- gnng, besonders des Küstenschutzes, gefordert werden.
Japan lehnt Amerikas Vermittlung ab.
Die Petersburger „Wremja" meldet aus Tokio: Der Kabinettsrat hat beschlossen, dem Ersuchst Nordamerikas um amtliche Bekanntgabe der japanischen Forderungen an China zu entsprechen, jedoch die angebotene Vermittlerrolle Nordamerikas in den Verhandlungen mit China freundschaftlichst abzulehnen.
Venizelos in Ungnade beim König?
Der Mailänder „Sera" meldet nach der „Magöeb. Ztg." aus Athen: Venizelos ist ohne Handschreiben des Königs in voller Ungnade entlassen worden. Es bestätigt sich, daß Venizelos dem Dreiverbände bindende Erklärungen gegeben hatte, ohne die Zustrmmung des Königs und der Ministerkollegen zu besitzen.
Französische Wnt gegen Griechenland.
In einem von der Zensur stark beschnittenen Artikel mst Clemenceau weiter gegen Griechenland,- er erklärt, nicht die Verbündeten brauchten Griechenland, sondern Griechenland hätte von den Verbündeten Vorteil haben können. „Es ist möglich, daß der Tag kommt, wo Griechenland die Verbündeten um Begünstigung bitten wird. Dann wird es erfahren, daß es kein Recht auf diese hat!"
Fürst Bülow bei Salandra.
o^ Rom, 11. März. (T. U.) Fürst Bülow hatte gestern im Ministerium des Innern mit dem Ministerpräsidenten Salandra eine längere Unterredung. Eine offiziöse Mitteilung besagt hierüber, der tarn habe keinerlei besondere Bedeutung, da Fürst Bülow auch in den letzten Tagen mehrfach mit Salandra Besprechungen gehabt habe.
Eidesleistung des neuen griechischen Ministeriums.
ot> Athen, 11. März. (Meldung d.Ag. d'Athenes.) Das neue Ministerium legte gestern die Eidesleistung ab. In der der Presse mitgeteilten ministeriellen Kundgebung wird gesagt, daß Griechenland nach seinen siegreichen Kriegen das dringende Bedürfnis nach einer langen Frieoensperiode habe, um am Gedeihen des Landes arbeiten zu können. Unter diesen Umständen war vom Beginn der europäischen Krise an für Griechenland die Neutralität geboten.
Pressestimmen zur Rede Helfferichs.
Zu der Jungfernrede des Schatzsekretärs Dr. Helffe- rich in der Mittwoch-Sitzung des Reichstages sagt der „Berl. Lok.-Anz": Mit begreiflicher Spannung sah man dem Auftreten des neuen Staatssekretärs entgegen. Er gehört zweifellos zu denen, die etwas zu sagen haben. Er beherrscht seinen Stoff und besitzt die Gabe des Humors, der auch in ernsten Stunden seine Berechtigung hat.
Die „Tägliche Rundschau" schreibt: Weit über das Durchschnittsmatz der sonst üblichen Aneinanderreihung und Gegenüberstellung von Riesenziffern und -Positionen erhob sich diese Etatsrede zu der Hohe eines klaren und plastisch anschaulichen Bildes der deutschen Finanzkraft, der ungeheuren Arbeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft.
Im Berl. Tagebl." liest man: Je länger die Rede dauerte, desto mehr steigerte sich das allgemeine Staunen über das umfangreiche Wissen des neuen Mannes, über die anscheinend mühelose Beherrschung des ganzen Gebietes der Reichswirtschaft.
Die „Voss. Ztg." berichtet: Der neue Schatzsekretär spricht leicht und elegant. Seine Ausführungen hatten keine toten Strecken und zeichneten sich durch feine Gliederung aus. Der neue Schatzsekretär hat sich beim Reichstage gut eingeführt.
Sriensaveriei.
Ein Fall unerhörter Grausamkeit, der alles, was man bisher über die „Heldentaten" der russischen Soldateska erfahren hat, in den Schatten stellen dürfte, wird jetzt aus Ostpreußen bekannt. In Troizk bei Orenburg im Uralgebirge starb in russischer Gefangenschaft im Alter von 90 Jahren die Bewohnerin eines ostpreußischen Dorfes, Frau Bauer. Die Frau war trotz ihres hohen Alters beim Einfall der Russen in Ostpreußen aus ihrem Dorf weggeschleppt und nach Sibirien gebracht worden. Dort ist sie an Gesichtsrose gestorben. In dem Totenschein, den die russische Polizei ausgestellt hat, wird die arme Alte als „militärpflichtig" bezeichnet. Wie der russische Polizeiarzt zu dieser Bezeichnung der Toten gekommen ist, wird ein ewig ungelöstes Rätsel bleiben. Bestehen bleibt dagegen die Tatsache, daß die russischen Soldaten unter dem Auge ihrer Befehlshaber das fertig gebracht haben, eine Frau im Alter von 90 Jahren als Kriegsgefangene zu behandeln und die 90jährige obendrein nach Sibirien zu verschleppen. Mit militärischen Rücksichten wird man diese Maßnahme nicht entschuldigen können,- sie bleibt ein Akt unerhörter Grausamkeit, wie solche leider der Heerführung unserer östlichen Feinde nicht fremd sind.
Der Kaiser znm Geburtstage der Königin Luise.
Der Kaiser ließ am Mittwoch am Geburtstage der Königin Luise von Preußen, einen prachtvollen Kranz am Denkmal der Königin am Berliner Tiergarten nie- derlegen. Die Schleife trug die Inschrift: „Gewidmet vom Urenkel aus Feindesland in Frankreich 10. März 1915". Die Kaiserin besuchte mittags das Denkmal, dessen Umgebung in herrlichem Frühlingsschmuck prangt.
Ha also!
Endlich kommt die Wahrheit auch in England an den Tag. „Herr von Bethmann hat Recht" schreiben die „Times". Nicht für die belgische Neutralität kämpft England, sondern „aus Gründen des Eigennutzes, sogar der Selbstsucht" nimmt England am Kriege teil. Das eigene Interesse hätte England gezwungen, sich Frankreich und Rußland anzmchlietzen, selbst wenn Deutschland die Rechte feiner kleinen Nachbarn peinlich genau gewahrt und seine Offensive gegen die französischen Sperrforts statt gegen Lüttich gerichtet Hütte. Und auch das sagen die „Times" ganz frei heraus, worin das eigene Interesse Englands besteht: das Auswachsen einer großen Macht gegenüber der englischen Osttüste darf nicht geduldet werden.
Wie England in den napoleonischen Kriegen die Kontmentalstaaten mit Geld unterstützte, wie es früher schon gegen Ludwig XIV. und Philpp II. stritt (die Times hätten auch die Dränier in Holland noch Hinzufügen können), so unterstützt es jetzt auch Belgien und Serbien lediglich zu seinem eigenen Vorteil. Das ist die alte historische Politik des europäischen Gleichgewichts, bei der die Festlandsmachte gegenseitig im Schach gehalten werden, um die seebeherrschende britische Weltmacht zu bewahren. Endlich schiebt das Londoner Blatt in seinem Anfall von brutaler Wahrheitsliebe anch die Frage beiseite, ob England vertraglich verpflichtet gewesen sei. Rußland in seiner Schützerrolle für die serbischen FÜrstenmörder zu unterstützen. Verpflichtet nicht, aber es habe Rußland und Frankreich „hinreichend wiffen" lassen, daß sie auf die militärische Hilfe Englands rechnen könnten.
Damit ist das ganze von Grey und Asquith erbaute Kartenhaus hinweggeblafen. Schutz der schwächeren Staaten? Ein erwünschter Vorwand, weiter nichts. Kampf gegen den Militarismus? Es lebe die englische Marine, die Beherrscherin des Völkerrechts. Freiheit der Völker? Lieber mit den Moskowitern, als Emporwachsen des deutschen Handels. Alles aus Gründen des Eigennutzes, sogar der Selbstsucht. Herr von Beth- mann hat Recht, die anderen haben geheuchelt.
Vermischtes.
Die Psendo-Gräfin als Betrügerin. Eine bekannte Berliner Lebedame, Alwine Lewandowsky, geborene Freiin von Kroff-Schmiesing, die vor einigen Jahren im Mittelpunkt eines großen Prozesses in Berlin stand, wurde vom Dresdner Landgericht wegen versuchter Erpressung, Betruges und Urkundenfälschung zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte hatte sich mit 19 Jahren mit einem angesehenen Dresdner Kaufmann verheiratet und nach Scheidung einen wohlhabenden Darmstädter Kaufmann geehelicht, den sie aber bald nach der Heirat verließ. In einer Berliner- Wohnung überraschte sie ihr dritter Gatte Lewandowsky mit einem Liebhaber. Er schoß durch die Tür und traf den Liebhaber so unglücklich, daß er bald darauf starb. Lewandowsky wurde wegen fahrlässigen Todes zu drei Jahren Gefängnis, seine Frau zu vier Jahren zehn Monaten Zuchthaus verurteilt. Als sie aus dem Zuchthaus entlassen wurde, siedelte sie sich in Dresden unter dem Namen einer Gräfin Bernsdorf an. Sie arbeitete dort in großem Stil mit gefälschten Telegrammen und Testamenten, bis sie schließlich verhaftet wurde.
Ein russischer Botschaftsattachee am schwarzen Brett. Das schwarze Brett des Landgerichts 2 in Berlin weist auch den Namen des russischen Botschaftsattaches in Paris, Pierre v. Bensson, auf. Wie so manche andere Diplomaten von uns feindlichen Ländern hat er ver- Sen, seine finanziellen Angelegenheiten in Berlin tzeitig zu ordnen. Gegen ihn klagt nun im Wechselprozeß eine bekannte Bertiner Dame der Berliner Gesellschaft.
9 Monate Gefängnis für einen 13 Jahre alten Straßenränder. Wegen Straßenraubes wurde in Köln ein öreizehnjühriegr Schüler zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Er stahl Kindern, die zu Besorgungen ausgesandt waren, das Geld, und raubte einer 02 Jahre alten Frau in der Dunkelheit eine Handtasche mit 200 Mark. Das Geld hatte er vernascht und auf Vergnügungsplätzen ausgegeben.
Schwere Unruhen in italienischen Städten. Die Arbeiterkammer von Carrara erklärte den Generalstreik aller Kategorien mit Einschluß der Stadtangestellten. Die Agitation ist durch das gänzliche DarmederlMen der Marmortndustrie, in der 10 000 Personen beschäftigt werden, veranlaßt. Aus verschiedenen Orten Vene- tienS werden schwere Ausschreitungen der Bevölkerung webest der Arbeitslosigkeit und Brotteuerung gemeldet,
ebenso aus Perugia. Bei den Provinzialratswahlen in Ronciglione in der Provinz Rom brachen in Caprarola schwere Unruhen aus. Karabinier und Soldaten wurden mehrfach verwundet. Bon den Tumultanten sind nach dem „Messagero" 7 tot und über 20 verwundet.
Unsere Eisenbahnen im Kriege.
Man schreibt uns: Durch die Bedeutung der Eisenbahnen für den Verlauf der Operationen ist durch die letzten großen Stege im Osten wieder ins hellste Licht gerückt. Die deutschen Eisenbahnen sind im Osten ein hervorragendes Instrument der Heeresleitung, das von den Militär-Eisenbahnbehörden mit fester und sachkundiger Hand geführt wird.
Sämtliche Eisenbahnen Deutschlands befinden sich seit dem Tage der Mobilmachung im Kriegsbetriebe. Das bedeuter, daß ö;e Bahuverwaitungen bezüglich der Einrichtung, Fortführung, Einstellung und Wiederaufnahme des Bahnbetriebes den Anordnungen der Militärbehörde Folge zu leisten haben. Die Ausführungs- der Chef des Feldeisenbahnwesens im Großen Haupt- anweisungen für die Regelung des Kriegsbetriebes gibt quartier durch die. Militär-Eisenbahnbehörden-Linien- kommandanturen im Frieden für jede Eisenbahnverwaltung (Eisenbahndirektion) bestimmt sind. Die Linien- kommcmöanturen sind dafür verantwortlich, daß den Anforderungen der Heeresleitung so entsprochen wird, wie es nach der Leistungsfähigkeit der Bahnen nur irgend möglich ist. Daß ein enges Zusammenarbeiten der Linienkommandanturen und Bahnbevollmächtigten Vorbedingung für den Erfolg der Arbeit ist, liegt auf der Hand.
Im Unterschied zum Heimatgebiet führen in den eroberten Gebieten die Militäreisenbahnbehöröen — Mil.-Eis.-Direktionen und Linienkommandanturen — auch den Eisenbahnbetrieb selbständig. Hierzu sind ihnen Eisenbahn-Telegraphen-Kolonnen u. s. w. unterstellt. Diese Kolonnen werden aus Personal der Het- matverwaltungen gebildet, das in den Heeresdienst Übertritt.
Truppenverschiebungen im Kriege werden meist kurzerhand befohlen. Sie können sich nur dann pünktlich vollziehen, wenn die Linienkommandanturen weit- vorausschauend vorgesorgt habem Ohne Umfang, Zeitpunkt, Richtung, Beginn und Ende der bevorstehenden Transportbei', egungeu mit Bestimmtheit voraussagen zu können. Darin liegt der wesentlichste Unterschied zwischen den Anforderungen an die Eisenbahnen im Frieden und im Kriege und gleichzeitig die schwierigste Aufgabe für die Linienkommandanturen und Bahnbevollmächtigten.
In erster Linie richtet sich die Vorsorge darauf, daß auch bei plötzlich eintretendem Bedarf Leerzüge zur rechten Zeit zur Stelle sind. Die diesbezüglichen Weisungen der Militär-Eisenbahnbehörden sind von der jeweiligen Kriegslage abhängig,- sie müssen darauf rücksichtigen, welche Transporteinrichtungen in Frage kormnen.
Die Linienkommandanturen entwerfen den Fahr- plan für die Militärtransporte, der dichte Zugfolge der vollster Betriebssicherheit bieten muß. Auch die Verpflegung von Mann und Pferd während der Eisenbahn- fahrt bedarf der gründlichsten Vorbereitung.
Für das Heimatgebiet setzen die Bahnbevollmäch- tigten das Ergebnis der vorbereiteten Arbeit der Linien- kommanöantureu in die Tat um; für sie fällt erschwerend ins Gewicht, daß, wie oben erwähnt, ein großer Teil des Eisenbahnpersonals wie auch des Wagenparks und der Lokomotiven zum Betriebe auf den eroberten Bahnen abgegeben ist
Die militärischen Stellen sind bet ihren Anordnungen natürlich ebenso wie die Ellenbahnverwaltungen bemüht, den Personenverkehr — auch mit Schnellzügen — nicht wesentlich zu stören, während der Güterverkehr den großen Militärtransportbewegungen ganz oder teilweise weichen muß.
Sobald der Befehl zum Truppentransport an die Linienkommandanturen ergeht,gilt es schleunigst in enger Fühlung mit den Truppenbehörden und unter Berücksichtigung der Bahnverhältnisse das Ein- und Aus- ladegebiei zu bestimmen, dort die Vorbereitungen für Massen-Ju- und Ausladungen für Truppen zu, treffen und pünktliche Heranführung der Leerzüge an die Ein- laöebahnhöfe zu bewirken. Die untergebenen Dcenst- stellen und Nachbargebiete erhalten Weisung oder Nachricht, damit sie die nötigen Maßnahmen für die Transportdurchführung, für die Verpflegung der Truppen, die Versorgung der Lokomotiven mit Wasser und Kohle usw. treffen können.
Die Linienkommandaturen und Bahnbevollmächtigten verfolgen mit angespanntester Aufmerksamkeit bei Tag und Nacht den Lauf der Transportbewegung durch ihr Linteugebiet. Trotz der vortrefflichen Schulung unserer Eisenbahner sind Störungen solcher gewaltigen Trans- portbeweguna wohl möglich. Da gilt es Stockungen in ihren ersten 'Aufäugen zu erkennen und zu beseitigen, unter Umständen auch bei größeren Störungen mit ener- aischer Hand verantwortungsfreudig einzugreifeu, um durch Umleitung der TranSportbewegung oder sonstige geeignete Maßnahmen dem vorzubeugen, daß die Truppen nicht rechtzeitig an den Feind kommen.
Die Vorbereitungen der Linienkommandanturen und Babubevollmächtigten im Ausladegebiet müssen derartig sein, daß sich die Truppenausladungen und der Abfluß der entleerten Züge ohne Verzögerung vollziehen, da sonst die nachfolgenden Züge aufgehalten werden und die ganze Bewegung ins Stocken gerat. Die Ableitung der entladenen Züge, die sich oft zu Hunderten folgen, muß nach wohl erwogenem Plan erfolgen, damit schwer entwirrbare Verstopfungen wichtiger Balm- liuien vermieden, die Leerzüge vielmehr ohne Aufenthalt neuen Aufgaberr zugeführt werden können.
Weitere Drahtnachrichten.
h> Berlin, 10. März. (Amtlich. WTB.) Nach einer Bekanntmachung der britischen Admiralität ist das deutsche Urrtersceboot „U 20" heute durch den englischen Zerstörer „Ariel" gerammt und znm Sinken gebracht worden. Die Besatzung wurde gerettet
Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.
(gez.) Behncke.
Rntzlands wirtschaftliche Verhältnisse.
Petersbnrg, 11. März. (WTB.) Die Teuerung nimmt in allen Städten immer schärferen Charakter an. Dagegen sind die Lebeusmittelpreise auf dem flachen Land gesunken. Der Unterschied zwischen dem Einkaufs- nno dem Verkaufspreise für Lebensmittel, der vor dem Kriege durchschnittlich hundert Prozent betrug, stellt sich jetzt auf 500 Prozent. Die Ursachen sind der große Wagenmangel und der Fortfall des Wasser- lveges.