heftige MG n Der Kttpsthetiftnilt. Englische Dampfer tarpfMert
Aus dem großen Hauptquartier
»g* Großes Hauptquartier, 9. März 1915. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Auf der Lorettohöhe entrissen unsere Truppen den
Franzosen zwei weitere Gräben, machten 6 Offiziere,
250 Mann zu Gefangenen und eroberten zwei Maschinengewehre und zwei kleinere Geschütze.
In der Champagne find die Kämpfe bei Souai« noch nicht zum Abschluß gekommen. Nordöstlich von
Le Mesnil wurde der zum Borbrechen bereite Gegner durch unsere Truppe« am Angriff gehindert.
In den Vogesen erschwerten Nebel und Schnee die Gefechtst »tigkeit. Die Kämpfe westlich von Münster und nördlich von Sennheim dauern noch au.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Oestlich und südlich von Angustow scheiterten rus- fische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind.
Nordöstlich von Lomza ließ der Feind nach einem mißlungenen Angriff 800 Gefangene in unserer Hand.
Nordwestlich von Ostrolenka entwickelte fich ein Kampf, der noch nicht znm Abschluß'kam.
I« den für uns günstig verlaufenen Gefechten nordwestlich und westlich von Praszuysz machten wir 3000 Gefangene. Ruffische Angriffe nördlich von Rawa und nordwestlich von Nowe Miasto hatten keinen Erfolg. 1750 Russen wurden hier gefangen genommen.
Oberste Heeresleitung.
Joffres Angriff ein „blutiges, «unützes Spiel".
Gustave Hervee, der in seinem Blatte „Guerre Sociale" seit Kriegsbeginn schon mehr als einmal die Zustände in Frankreich und die Kriegsereignisse einer scharfen Kritik unterzogen hat, bespricht jetzt die mißlungene französische Offensive in der Champagne: Trotz des Optimismus, der in den französischen ^rchlachtbe- richten an den Tag gelegt wird, wird man finden, daß es in der Champagne nicht vorwärts geht, und daß man da ein blutiges, unnützes Spiel unternimmt, um sich die Köpfe gegen eine Mauer einzure««e». Es wäre bei weitem besser gewesen, wenn man eine deutsche Offensive gegen die französische Linie abgewartet hätte, und den Feind an den französischen Grüben sich hätte erschöpfen lassen und dann mit frischen Truppen zu einem kräftigen Gegenangriff vorgegangen wäre.
Hervee vermutet, daß der russische Generalstab, der vor drei Wochen in der Winterschlacht in Masuren eine große Niederlage erlitt, den französischen Generalstab ersucht habe, zum Angriff vorzugehen, koste es, was es wolle, um die Deutschen zu beschäftigen und sie zu verhindern, die Westgrenze von Truppen zu entblößen, ja vielleicht sie zu zwingen, von der Ostgrenze noch Truppen dorthin zu senden.
Generalangriff anf allen Fronte«.
Aus Kopenhagen wird dem „B. T." gemeldet: Dem „Extrablaöet" wird aus London telegraphiert: Niemand in England zweifelt daran, daß das Darda- nellenbombaröement die Einleitung einer großen Offensive der Verbündeten anf allen Fronten ist. Dieser Generalangriff wird auf allen Fronten gleichzeitig einsetzen und bis zum letzten Blutstropfen durchgeführt werden. In Großbritannien sind in allen Lazaretten die außerordentlichsten Vorbereitungen getroffen worden.
Strengere Behandlung der deutschen Kriegsgefangene« in Frankreich.
o-^ Genf, 10. März. (T.-U.) Die deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich erfahren jetzt nach der „Tgl. Rösch." eine wesentlich strengere Behandlung als in der ersten Zeit ihrer Gefangenschaft. Die Fleischration ist auf 125 Gramm für den Tag herabgesetzt und auch die Brotration ist vermindert worden. Auch die Korrespondenz mit der Heimat ist Beschränkungen unterworfen worden. Sie erhalten von jetzt ab weder Tabak noch Taschengelv; die freien Spaziergänge und sonstige zu Anfang des Krieges gewährten Erleichterungen sind fortgefallen, an Geld dürfen die Gefangenen nicht mehr als 25 Franken besitzen.
Wie weit Joffre heute hätte sein müssen.
Ei« Wort zn den „Fortschritten" der Franzosen «ach den französische« Generalstabsberichten.
Es verlohnt sich, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" von militärischer Seite geschrieben wird, einmal
Verstrickt.
Roman von A. von der Elbe.
64) (Nachdruck verboten.)
16.
Minna Ehlers hatte ihre Freundin in großer Sorge verlassen. Adele war auch gar zu keck, wenn das nur gut ausging. Sie erzählte ihrer Mutter von den in Berlin gemachten Besorgungen und ohne näheres Eingehen von ihrem Aufenthalt bei Bernhammers, dann aßen sie zu Mittag, und nach Tisch sagte Frau Ehlers, sie habe Käthe versprochen, ihr bei der Wäsche zu helfen, und gehe jetzt zu ihr.
Die Schneiderarbeit ruhte noch nach .dem Feste, und Mienchen begann ihre Einkäufe auszupacken und in die Kommode einzuräumen- Die Beschäftigung ging ihr aber nur langsam von statten.
Alles, was sie über Denta gehört hatte, lag ihr schwer auf der Seele, und sie stand oft in Gedanken ver- : loren. Wie war es möglich, so zweizüngig zu sein? Und sie hatte ihn für den edelsinnigsten, treuesten Menschen gehalten. Wem sollte man nun noch trauen? Sie stützte : die Ellbogen auf die Knie, legte den Kopf in die Hände und weinte bitterlich. Wie furchtbar schwer, die Hoffnung auf Glück fahren zu lassen.
Es klopfte. Mienchen richtete sich auf, strich über ; ihre Augen und rief: „Herein!"
Die Türe össnete sich und Franz Denta trat mit stegesgewissem Lächeln ins Zimmer. Minna fuhr em- vor und starrte ihn an. Ein heißer Schmerz zuckte durch sdre Seele, als sie den vor sich sah, an den sie eben mit so bitteren Empfindungen gedacht hatte.
Er bemerkte ihre Verstörtheit nickt eilte froh auf sie zu und streckte beide Hände nach ihr aus 0 r „Mienchen — liebes Mienchen, bitt schön! Nun komme ich endlich halt doch als Freier; das Glück ist da Du sollst mein Weibchen werden!" 1 ^
Sie wich erschrocken zurück.
„Was ist Dir, Mienerle — was hast nur? Weiß i ja doch, daß Du mich liebst."
M — nein — nun nicht mehr," stammelte fix. !
das näheren auf die Generalstabsberichte Joffres ein- zugeherr, die täglich zweimal am Nachmittag und am Abend ausgegeben werden, und beide Male von erheblichen Fortschritten der Franzosen zu berichten wissen. Der Bericht vom 7. März, der letzte, der heute hier vor- liegt, bringt sowohl am Nachmittag als auch am Abend Mitteilungen von Fortschritten auf allen Stellen des Kriegsschauplatzes, beim Meere angefangen und bei den Vogesen endend. Wenn Joffre tatsächlich täglich zweimal so große Fortschritte macht, so müßte man das doch an den französischen Stellungen merken, und es läßt sich ungefähr ausrechnen, wo er heute stehn würde, wenn . . . feine Berichte wahr wären.
Man erinnert sich noch an eine eigentümliche Tatsache im russisch-japanischen Kriege. Es wurden hier nämlich so viele Opfer tn jeder Schlacht telegraphisch gemeldet, daß sich ein amerikanisches Blatt den Scherz machte, einmal die gesamten Zahlen der Opfer, die immer in die Hunderttausenöe gingen, zusammen zu zählen. Es ergab sich die erstaunliche Tatsache, daß nicht weniger als 20 Millionen Menschen gefallen wären, wenn die Berichte wahr gewesen wären. Aehnliches läßt sich auch bet den Berichten von den täglichen französischen Fortschritten feststellen. Die Stellungskämpfe nahmen ungefähr in der zweiten Woche des Monats September ihren Anfang. Wenn wir als den Zeitpunkt des Beginns der Stellungskämpfe den 14. September betrachtet, dann wären sie heute rund 6 Monate oder 180 Tage. Wenn der Bericht eines Generalstabes von Fortschritten erzählt, und täglich mehrere Male allerlei Erfolge melden, dann müssen wir annehmen, daß es sich nicht um ein schrittweises Vorrücken handelt, sondern man kann wohl das Mindeste, was als Erfolg bezeichnet werden kann, ein Vorrücken von nur einigen hundert Metern bezeichnen. Das ist wohl recht bescheiden, insbesondere, wenn man daran denkt, daß unser Generalstab mit recht genauen Zahlen arbeitet. So meldete er jüngst bekanntlich einen Fortschritt in einer Breite von 20 Kilometer und einer Tiefe von sechs Kilometer. Auch unsere Erfolge bei Soissons waren recht genau beschrieben worden.
Die französischen Berichte dagegen melden immer nur „Fortschritte", ohne sich jedoch das Näheren mit Zahlen zu beschäftigen. Wenn wir nun Joffre diese Arbeit abnehmen und recht bescheidene Zahlen annehmen wollen, so kommt man doch bei 360 Generalstabsberichten, die in 180 Tagen ausgegeben worden sind, zu sehr schönen Ergebnissen. Die Fortschritte werden vielleicht nicht immer gleich groß sein, sondern einmal beträchtlicher und einmal geringer. Nehmen wir darum eine Durchschnittszahl von nur 200 Metern an, eine recht bescheidene Zahl, wenn man an den dortigen Fortschritt von 20 Kilometer Breite und 6 Kilometer Tiefe denkt. In den 360 erfolgreichen Generalstabsberichten hätten die Franzosen demgemäß nicht weniger als 72 Kilometer vordringen müssen, wenn die Berichte wahr gewesen wären. Dieser Fortschritt wäre von Reims aus nördlich und von der Linie Verdun-Nomeny-Lune- ville östlich erfolgt. Die Franzosen hätten dann auf der nördlichen Front ungefähr in Namur stehen müssen, und auf der östlichen Front wären sie schon weit über Straßburg hinaus, wenn ... die Berichte wahr wären.
Man kann aus dieser kleinen Berechnung allein aufs beste erkennen, welche „Tatsachen" den französischen Berichten zu Grunde liegen. Tatsächlich wurde aber in der ganzen Zeit, in der Joffre zweimal täglich Fortschritte meldete, der eiserne Ring um Frankreich immer enger gezogen.
Dom österr.-ungar. Generalstab ■„____——---——.—
Wie«, 9. März. (WTB.) Amtlich.
An der Front nördlich der Weichsel hielt der lebhafte Geschützkampf auch gestern an.
Südlich Lopnszno wurden Angriffe der Russen mühelos abgewiesen. Der im Raume bei Gorlice durch- geführte Vorstoß brächte noch weitere Gefangene ein. Die gewonnenen Stellungen wurden trotz mehrfacher Versuche des Feindes, sie wieder zurückzuerobern, überall behauptet.
Ununterbrochen wiederholen sich an der Karpathen- front feindliche Angriffe, die je nach Entwicklungsmög- lichkeit bald mit starken, bald mit untergeordneten Kräften dnrchgeführt werden. So wurden auch gestern wieder an mehreren Stellen heftige Angriffe der Russen, die bis an unsere Verhaue herangekommen waren, unter schweren Verlusten des Gegners zurückgeschlagen. Wei-
„Nicht mehr, Sag's, was soll das heißen?"
„Daß ich weiß, wie schlecht Sie sind."
Ihm stieg eine Ahnung auf. „Schlecht? Ein hartes Wort! Du bist mein kleines Schäfchen. Der Mann, der sich Heuer durch die Welt ellbogen will, muß zugreifen, wenn die Dummen das Geld auf die Straße werfen"
„Es lag nicht auf der Straße, Sie haben es erpreßt — meiner Freundin abgeängstigt. Und schlecht war's auch, daß Sie mir von Liebe sprachen, während Sie Adelen zärtliche Leidenschaft heuchelten."
„Pah! Das können halt reiche Mädel nicht anders erwarten. Die werden alle so eingefangen." Er sprach noch immer scherzenden Tones.
„Abscheulich, solch Lügenspiel!"
„Davon weißt Du nichts. Daß Du solch kleiner ge- wissenhafter Engel bist, schickt sich für ein Frauenzimmer. Aber laß die albernen Geschichten ruhen und höre mir zu."
Er erzählte ihr von dem günstigen Anerbieten seines Jugendfreundes, schilderte das in lachender, fruchtbarer Gegend liegende Broday, das er nun mit dem Kapital, das er besitze, annehmen könne, und daß er nichts sehnlicher wünsche, als sie recht bald als Fine liebe Frau dahin zu sichren. „Sei kein Narrle," schloß er, „zier' Dich nicht mehr und komm, daß ich Dir endlich e' Busserle geb', mein bist Du doch!^ Er wollte sie umarmen, an sich ziehen, ein zärtliches Lächeln umspielte seine Lippen. Daß sie ihre Ablehnung aufrecht halten werde, sie, dies kleine, sanfte, weiche Ding, das hielt er nicht für möglich.
Sie stand da, während er sprach, mit gesenktem Kopie, die eine Hand auf den Tisch gestützt, und schien seinen Worten zu lauschen. In der Tat aber hörte sie wenig von dem, was er sprach. Der Jammer über ihn und die Verurteilung seiner Handlungsweise erfüllten und beherrschten mit so großem Schmerz ihre Seele, daß jeder andere Gedanke dadurch verdrängt wurde.
Als er ihr ganz nahe kam und sie umfassen wollte, M^n^ X«£ul ^^ Aersunkenhett, und beide Hände von sich streckend. rief sie:
tere 600 Mann des Feindes blieben bei diesen Kämpfen als Gefangene in unseren Händen.
Die seit den letzten Tagen in den Karpathen wieder vorherrschenden Witterungsverhältnisse fordern von den in dieser Gefechtsfront verwendeten Armeekörperu ganz antzergewöhnliche Leistungen. In ständigem Kontakte mit dem Gegner sind die Truppen oft Tag und
Nacht im Kampfe und vielfach gezwungen, auch bei strenger Kälte und hohem Schnee Angriffsbewegnngen ausznführen oder in der Verteidigung Angriffen meist überlegener feindlicher Kräfte Stand zu halten. Dem
Verhalten unserer braven Truppen, sowie jedem einzelnen, der an diesen Kämpfen Anteil hat, gebührt uneingeschränktes Lob.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant.
Eine große Schlacht an der Pilica.
Wie den französischen Blättern aus Petersburg gemeldet wird, nehmen die Kämpfe in der Gegend der Pilica den Charakter einer großen Schlacht an. In den Karpathen, zwischen Ondava und San schreiten die österreichischen Angriffe fort.
Ein Stimvtnngsbild aus Rußland.
6-^ Stockholm, 10. März. (T. u.) Eine Person, die längere Zeit in Petersburg gelebt Hat und eben nach Stockholm zurückgekehrt ist, erzählt nach der „Bl. Mp." ausführlich über die dortige Lage. Die Offiziersver- luste der Garderegimenter betragen durchschnittlich 60 Prozent. Es gibt auch Regimenter, in denen von 75 Offizieren nur ein Dntzend übrig geblieben sind, ja von einem Kavallerieregiment nur wr. Ueberall besteht der Wunsch, möge der vernichtende Krieg je eher desto lieber enden. Natürlich hört man den Wunsch nur in vertrauten Kreisen. Während des Krieges sind keine Unruhen zu befürchten, aber nach der Beendigung sehr wahrscheinlich, und wenn der Krieg unglücklich enden sollte, sicher. Jeder Versnch zu streiken, wird mit Erschießen binnen 24 Stunden bestraft. Die Cholera wütet nutet den russischen Truppen in Polen und Galizien. Die Soldaten sehen schlapp und interesselos aus, ihre Führer find unfähig.
Englische Dampfer torpediert.
e^ London, 10. März. (WTB.) Die Admiralität meldet: Der britische Dampfer „Tawgistan" wurde bet
Scarborough torpediert. Von der 38 Mann starken Besatzung wurde ein Mann gerettet. Ferner wurden die Dampfer „Blazkwood" mit 17 Mann Besatzung bei Ha- stings und „Prinzeß Viktoria" mit 34 Mann Besatzung torpediert. Die Besatzungen konnten gerettet werden.
Die Torpedierung aller Dampfer erfolgte Dienstag morgen.
Zwölf Zerstörer anf der Jagd hinter „U. 8".
In einer Mitteilung der englischen Admiralität heißt es laut „Köln. Ztg.", daß an der Jagd auf „U. 8" insgesamt zwölf Zerstörer beteiligt gewesen seien. Das Unterseeboot sei schließlich durch zwei von ihnen zerstört worden.
Ein englisches Unterseeboot schwer beschädigt.
Der norwegische Dampfer „Galatha", der aus England mit einer Kohlenladung für die norwegische Marine in Horten eintraf, hatte bei Shields einen Zusammenstoß mit einem englischen Unterseeboot, das schwer beschädigt wurde, die Fahrt aber noch allein sort- setzen konnte. Das Unterseeboot war plötzlich dicht vor dem Bug des Dampfers aufgetaucht, sodast der Zusammenstoß unvermeidlich war. Die „Galatha" zeigt Beschädigungen am Bug.
Der Türkeukrieg.
Die russische Schwarze-Meer,Flotte regt sich.
Aus K o n st a u t i n o p e l wird berichtet: Eine russische Flotte, bestehend aus fünf Linienschiffen, drei Kreuzern, zehn Torpedobooten und mehreren Dampfern, ist am 7. März vormittags vor Kohlenhäfeu des Eregli-Gebietes an der Südküste des Schwarzen Meeres erschienen und hat die Häfen Zungulöak, Koslu, Eregli und Alabl beschossen. Auf Zunguldak wurden über 1000 Schutz abgegeben, ein Dampfer wurde versenkt. In Koslu gerieten einige Häuser in Brand. In Eregli, auf das über 500 Schutz abgegeben wurden, wurden vier Dampfer, ein Segler zum Sinken gebracht,
„Nie nie — ich kann Sie nie achten, und darum auch nicht mehr lieben — wir — wir sind geschieden — geschieden für alle Zeit!"
„Minna!" Wie sie dastand, wie ihre sanften Augen blitzten, er konnte das nicht glauben. „Ist ja nicht möglich — Deinetwegen tat ichs — und nun so — so! Sag — sag halt ein gutes Mörtel, Du Liebes — Liebes" — die Erregung übermannte ihn und raubte ihm für den Augenblick die Sprache.
Sie lehnte, weit zurückgewichen, mit dem Rücken am Fenster und sagte, so fest sie konnte: „Gehen Sie, Herr Denta, es ist mir trauriger, bitterer Ernst. So wahr mir Gott helfe — ich — kaun nicht anders, ich kann Sie nicht heiraten, denn — ich verachte Sie."
Er fuhr zurück, wie vor den Kopf geschlagen: mußte er ihr doch mauben — es war aus zwischen ihnen — aus. Sein Mienchen verloren. Er machte auf den Hacken kehrt und stürmte davon. Zorn, gekränkte Eitelkeit, Schmerz und das Verlangen, sich vor sich selbst zu rechtfertigen, erfüllte feine Seele.
Auf dem Wege zum Bahnhof suchte er sich einzu- reden, daß dies eigentlich eine günstige Wendung für seine Zukunft bedeute. Frei würde er nach Broday kommen, und schöne Mädchen gab es genug in Ungarn, schönere und reiche. Er war ein Tor gewesen, sich an diese arme Lehrerstochter wegzuwerfen: ein verliebter Tor. Gut, daß er von ihr loskam! So sprach sein Verstand, und doch bohrte im Grunde seines Herzens ein beschämendes Weh, von dem er fühlte, datz er es nie überwinden werde, das Weh, sie, die er zärtlich geliebt, verloren zu haben, und die demütigende Ueberzeugung, daß sie ihn streng und vielleicht mit Recht tadle.
Auf der Fahrt nach Berlin prüfte er seine Lage. Er hatte gleich, nachdem er die Obligationen von Adele erhalten, an Matthias geschrieben, daß er die Mittel besitze, Broday zu übernehmen und baldmöglichst nach Ungarn kommen werde. Was wollte er noch hier? Mienchen hatte von „Erpressung" gesprochen, wenn sogar solch ein Kind seine Handlungsweise so nannte, wie viel näher würde Bernhammer diese Auffassung liegen?, MMMüNg folgt.), ,