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WW MM in Duopolen und den Wen etfolgrein nögeioiefen

Aus dem großen Hauptquartier ]

Großes Hauptquartier, 7. März 1915. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen ber See «nd der Somme fanden im all­gemeinen nur Artilleriekämpfe statt. Nächtliche Ver­suche des Feinöes südlich von Aper« vorzustotzen wurden vereitelt.

In der Champagne machten unsere Truppen Fort­schritte. Wir nahmen dem Feind einige Gräben und etwa 60 Gefangene ab. Ein franzöfischer Massenangriff gegen nnsere Stellung nordöstlich von Le Mesnil brach unter schweren Verlusten für die Franzosen in unserem Infanterie- und Artilleriefeuer zusammen.

Oestlich von Badonviller wurden feindliche Vorstöße zurückgeworfen.

In den Vogesen kamen gestern eingeleitete Kämpfe westlich Münster nnd nördlich Sennheim noch nicht zum Abschluß.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Bewegungen nordwestlich von Groduo ver­laufen planmäßig. Ein rnsfischer Ngchtangriff auf Mo- carce nordöstlich von Lomza wurde abgeschlagen. Auch westlich Prasznysz wurden stärkere rnsfische Angriffe znrückgewiese».

Unsere Angrifse südöstlich Rawa waren erfolgreich. 3400 Russen wurden gefangen nnd 16 Maschinengewehre

erbeutet.

Oberste Heeresleitung.

Von der Westfront.

Frankreichs aussichtslose Offensive.

Ein Berichterstatter der Baseler „National-Zei- tung" bezeichnet die fortgesetzten Angriffe der Franzosen auf dem westlichen Kriegs,chauplatz als aussichtslose Frontalkämpfe, denen eine direkte Wirkung auf dre strategische Lage nicht mehr zukomme. — Dre deutsche Tiefengliederung in Nordfrankreich und Flandern sei stark genug, um dieses Abtasten der Front noch monate­lang auszuhalten. In sämtlichen onrzrosen Mitteilun­gen der französischen Heeresleckung liege m den ^Ta­gen zwischen den Zeilen der Beweis, daß sie selbst an die optimistischen Darstellungen ihrer Teilerfolge und an deren Wirkung auf die Gesamtlage nicht mehr glau­be«. Die Siegesberichte, in denen kaum erwähnens­werte örtliche Erfolge durch geschicktes Verschweigen feststehender Tatsachen in ihrer Wirkung gesteigert wer­den, bezweckt nicht die richtige Darstellung der Lage, sondern Die notwendige Belebung der Hoffnungen des französischen Volkes. Früher oder später, muß die zu lange festgehaltene Illusion von der Wirklichkeit der Tatsachen zusammenbrechen. Ebenso wenig wie der Frontstrotz der Franzosen im Westen vermöge die seit acht Tagen wieder aufgenommene Offensive der Rüsten die allgemeine strategische Lage im Osten zu ändern.

Ei« Zeppelin über Calais gesichtet.

Amsterdam, 8. März. (T. U.) „Daily Chro­nicle" berichtet nach der „Bl. Mp." aus Nordfrankrelch: Am 5. März abends wurde ein Zeppelin über Calais gesichtet. Er fuhr in der Richtung Boulogue. Alles wurde zum Angriff bereit gemacht. Das Luftschiff war jedoch plötzlich verschwunden. Die Nacht war feucht und neblig. Später wnrde das Luftschiff über Graveliues gesichtet. Es ist ««bekannt, wie weit westlich von Ca­lais es vorgedrunge« ist.

Vor dem Wendepunkt?

Aus W ien läßt sich die „Köln. Ztg." melden: Nach hiesiger Auffassung der Lage wird es immer deutlicher, daß wir an einem Wendepunkt des Weltkrieges ange­langt sind. Die Enthüllung, was eigentlich das Krieas- ziel Rußlands ist, durch Sasonow und der Beginn der Operationen, die zu diesem Ziele führen sollen, durch seine Verbündeten, die dadurch unter Aufgabe und Ver­leugnung ihrer ganzen bisherigen Politik ihr Einver­ständnis damit öffentlich bekunden, haben, wie man hier in Wien meint, auf die dadurch betroffenen Neutrale« einen starke« Eindruck gemacht und sie veranlaßt, ihre Haltung danach einzurichten. Am wichtigsten ist, daß zu diesen Neutralen auch Italien gehört und sogar an erster Stelle steht. In welcher Richtung Italiens Ent-

Verstrickt.

Roman von A. von der Elbe.

62) (Nachdruck verboten.)

Als Minna gegangen war und Adele den Trost eines freundlichen Zuspruchs entbehrte, stieg die Angst über das, was sie getan, von Stunde zu Stunde. Sie erkannte immer mehr, wie tief sie in der Klemme stecke, wie furchtbar sie sich durch ihre Lüge vergangen habe. Ihre Beängstigung war jetzt so groß, daß sie die Erleich­terung durch Tränen nicht mehr sand. Sie irrte hin und her, preßte ihre Hände gegen die Schläfen und zer- martete ihren Kopf mit den Fragen: Was nun, wie kann ich heraus, wie kann ich mich retten und ihn mir erhalten?

So vergingen die kurzen Tagesstunden? die Aus­sicht auf ihres Vaters Heimkehr am nächsten Mittage er­schien ihr als der einzige Lichtpunkt in all der düsteren

Gegen Abend kam ein Brief. Susannens Hand­schrift. Adele erinnerte sich der Erlaubnis ihres Vaters, an ihn adressierte Briefe oder Depeschen, die etwa aus Montreux eingehen würden, zu öffnen und zu lesen.

Wie mochte es der Mutter gehen? sie war nach den letzten Nachrichten krank gewesen. Voll Sorge und Spannung löste Adele den Umschlag und las:

„Mein geliebter Vater und meine liebe Schwester!

Tief erschüttert komme ich heute zu Euch, um Euch die Trauerkunde vom Tode unserer armen Mutter mit- zuteilen. Ihr Leiden artete, wie der Arzt befürchtet hatte, in Lungenentzündung aus, und dieser ernsten Krankheit vermochte der geschwächte Körper nicht lange zu widerstehen.

Sie ist versöhnt geschieden und hat mir einen Gruß M Dich aufgetragen, mein teurer Vater. „Sage ihm/' waren ihre letzten verständlichen Worte, „daß ich Zwie- ipaft Wtz MtzverständEk, die zwischen uns herrschten,

schlietzungen gehen werden, weiß man noch nicht, in­dessen braucht man nicht von vornherein anzunehmen, daß sie zugunsten des Dreiverbandes ausfallen werden. Im Gegenteil deutet man hier verschiedene Anzeichen dahin aus, daß Italien mit der eigenmächtigen Lösung der Dardanellenfrage durch den Dreiverband zugunsten Rußlands und der dadurch herbeigeführten Vorherr­schaft des Dreiverbandes im Mittelmeer ganz und gar nicht einverstanden ist. Aeußerungen mancher bisher franzoseufreunölicheu italienischen Hetzblätter verrieten den Wunsch, eine Schwenkung zu vollziehen. Noch be­deutsamer aber sei, daß einerseits der russische Bot­schafter iu Rom, Krupenski, abberufen worden sei. und daß der französische und englische Botschafter, von denen der erstere auch bereits als ersatzreif bezeichnet worden sei, Salandra Erklärungen abgegeben hätten, die dieser binnen 24 Stunden zu beantworten versprochen, und daß ferner die italienische Regierung die letzten gesetz­lichen Vorbereitungen für einen Krieg getroffen habe, daß anderseits aber der italienische Militärattachee zu Berlin, der bisher dort verblieben war, zum deutschen Hauptquartier zugelassen worden sei. Diese Anzeichen sprächen, meint man hier, für sich. Hinzu komme noch, daß die Stimme der Vernunft Italien sagen müsse, daß mit der Besetzung Konstantinopels durch Rußland Ita­liens Rolle unter den Großmächten als ansgesptelt gelten könne, daß es dazu verurteilt sei, England, Frankreich und Rußland zu Willen zu sein für alle Zei­ten, wie es Portugal und Spanien schon sind. Was aber die Balkanstaaten, Rumänien, Bulgarien und Griechen­

land angehe, so, meint man hier, sönne man sicher»sein, daß sie von der Aussicht, Rußland als Herrn Konstan- tinopels und der Dardanellen zu sehen, durchaus nicht erbaut sind. Mit ihrer Unabhängigkeit ist es dann ein für allemal vorbei. Rumänien und Bulgarien würden sich bestenfalls in russische Satrapieu verwandeln, denen über kurz oder lang Finnlands Schicksal bevorstände. Griechenland aber müßte seine Jahrhunderte lang ge­hegten Hoffnungen auf Wiederaufrichtung des griechi­schen Kaiserreiches begraben und sich mit der Rolle eines Trabanten Rußlands begnügen, wenn es ihm gelingen sollte, seine Unabhängigkeit zu behaupten. Aber so

sollte, seine Unabhängigkeit zu behaupten, völlig, wie es gewünscht wird, dürften die

wuiy, wil iv ycwuuiiyi wiw, dürsten tHCfC StOdtCH Nicht der Suggestion des Glaubens an die Unüberwind-

lichkeit der Dreiverbandmächte unterstehen. Man nimmt hier an, daß sie in letzter Stunde sich hoffentlich auf­lehnen werden, mutig gemacht durch die Erkenntnis, daß die russischen, französischen und englischen Heere Niederlage auf Niederlage erleiden, und daß das stolze England durch die deutsche Tauchbootsperre in die pein­lichste Klemme gebracht worden ist. Der Athener Kron- rat hat im Beisein des Generalstabschefs wichtige Be­schlüsse qefatzt. Wenn man den unerschütterlichen Glauben der Griechen an ihre große Zukunft in Be­tracht zieht, sollte man nicht daran zweifeln, daß diese Beschlüsse nicht bezwecken, Griechenland zum Henker seiner eigenen Zukunft zu machen. Die nächsten Tage werden es deshalb, so glaubt man hier, an den Täg bringen, daß sich ein Umschwung zugunsten der Zentral- mächte vollziehen wird.

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Vom österr.-ungar. Generalstab

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Wien, 7. März. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart:

In einige« Frontal-Abschnitten in Rnssisch-Polen waren gestern heftige Kämpfe im Gange, die sich stellen­weise auf den nächsten Distanzen abspielten. Durch gute eigene Artilleriewirkung wurden russische Abteilungen unter beträchtlichen Verlusten zur Räunmng vorge­schrittener Stellungen gezwungen.

In den Karpathen, wo verschiedene örtliche Käntpfe an günstigen Höhenstellungen andanern, wurden Nacht­angriffe der Russen überall abgewiesen, 8 Offiziere und 570 Mann gefangen genommen.

In Südostgalizien hält die Ruhe an.

Der Stellvertreter des Generalstabes,

v. Hoeser, Feldmarschalleutnant.

w> Berlin, 8. März. (T. U.) Der Kriegsberichter­statter des „B. L.-A." meldet aus dem Kriegspresiequar- tier: Trotz Nebel und Tauwetter fanden Vorstöße der Russen gegen unsere Stellungen in den Karpathen selbst und an der Ptlica-Niöa-Front statt. Sämtliche An- griffsversnche wurden blutig zurückgeschlageu.

Begegnung mit einem ^k-Boot.

Der „Nieuwe Notterdamsche Courant" meldet: Der Kapitän des norwegischen Dampfers „Röska", der in

bedauere, und Gott bitte, ihn und Adele in seinen gnä­digen Schutz zu nehmen."

Vorher hatte sie, als ihr die Todesahnung aufstieg, bestimmt, daß niemand zu ihrer Beerdigung kommen solle. Ich mußte ihr fest versprechen, Euch erst zu be­nachrichtigen, wenn die Beisetzung bereits erfolgt sei; und so war ich außer stande, dies früher zu tun. Ob dies Rücksichtnahme war, oder ein Rest von Bitterkeit, vermag ich nicht zu entscheiden. Tatsache ist aber, daß sie völlig versöhnt entschlief. Ich sah mich an ihren früher geäußerten Wunsch gebunden, und so ist jetzt schon alles vorüber.

Unter gütigem Beistand vieler freundlicher Hotel- genossen ist die Beerdigung auf dem schönen Friedhof von Clarens heute morgen erfolgt, und ich sammele mich mit Mühe so weit, Euch diese Trauerkunde schreiben zu können.

Alle geschäftlichen Abwickelungen sind erledigt. Meta hat mir treulich zur Seite gestanden und unsere Sachen eingepackt. So können wir morgen früh ab­reisen, und ich werde schon einen Tag nach dem Ein­treffen dieser Zeilen bei Euch in Berlin ankommen.

Mein Herz ist noch so schwer, daß ich es nicht wage, meiner Freude über die Hoffnung, Euch wiederzusehen Ausdruck zu geben.

Eure tief ergriffene Susanne."

Voll Trauer, Spannung und Bestürzung hatte Adele diesen Brief ausgelesen? jetzt ließ sie oas Blatt in den Schoß sinken und starrte verwirrt vor sich hin. Die Mutter tot — sie sollte weinen und außer sich sein vor Betrübnis? es gab ja wohl keinen schwereren Ver­lust — allein, es war da etwas stumpf in ihr und über- wuchert von anderen Schmerzen unb Sorgen. Und die arme Mama war ja auch immer in der Fremde und immer krank gewesen, und so mochte ihr selbst am wohl- sten fein, daß sie nicht mehr zu leiden brauchte. Und Su-

Swansea aittam, erzählte, daß er sechs Meilen von der französischen Küste einem deutschen Tauchboot begegne« sei. Als die Deutschen sahen, daß das Schiff keine La­dung führte, feien sie wieder untergetaucht.

Der englische Dampfer „Malborough" begegnete einer Meldung des „Daily Chronicle" zufolge am Don­nerstag 40 Seemeilen von der HuMbermündung einem großen deutschen Unterseeboot. Der Kapitän des Schif­fes stellte alle Mann an die Kessel und suchte die größt­mögliche Geschwindigkeit zu erzielen. Trotzdem gelang es kaum, der Verfolgung zu entgehen, da das Untersee­boot eine verhältnismäßige große Geschwindigkeit ent­wickelte^ Im entscheidenden Moment erschienen redoch zwei englische Torpedoboote, die auf die Rufe des Damp­fers sofort herbeielten, worauf das Unterseeboot tauchte und verschwand.

Die Geretteten von „U 8" in Dover gelandet.

Die „Times" berichtet, daß Offiziere und Mannschaft des deutschen Unterseebootes „U 8" in Dover gelandet worden sind.

Der „Sicherheitsdienst" im Kanal.

Nach einer Meldung des Pariser „Temps" sind jetzt 40 französische und 50 englische Torpedoboote zum stän- digen Sicherheitsdienst im Kanal stationiert, 20 davon am Südeingang zur Irischen See und 25 längs der eng­lischen Ostküste.

Wie eine Taube ein englisches Handelsschiff angriff.

Ein Londoner T.-U.-Telegramm berichtet: Der englische Dampfer „Dalblair", der auf dem Wege von Kaltutta nach Dundee mit Jute unterwegs war, sichtete 20 bis 30 Meilen von der Küste von Essex entfernt, eini­ge Flugzeuge, die in einer Höhe von ungefähr 2000 Fuß aus öst- und südöstlicher Richtung kamen. Sie flo­gen im Kreis über das Schiff und schlugen dann den entgegengesetzten Kurs ein. Plötzlich jedoch kehrte eines der Flugzeuge zurück. Es wurde ein lautes Pfeifen in der Luft gehört und ein rundes schwarzes Ding flog Backbord der „Dalblair" in die See. Ein Donnerschlag folgte und eine hohe Wassersäule sritzte in die Luft. Als die unter Deck befindlichen Mannschaften durch die Ex­plosion alarmiert sich auf Deck begaben, flog eine zwecke Bombe, die besser gezielt war, in unmittelbarer Nach­barschaft des Schiffes in die See. Die Maschine hatte die Form der Tauben. Der Aeroplan kreuzte nochmals über dem Schiff und warf eine dritte Bombe ab, die kurz hinter dem Schiff in das Kielwasser des Dampfers flog. Der Kapitän ließ die Dampfsyrene heulen, um Unterstützung heranzuhvlen, die Flugmaschine ver­schwand jedoch in wenigen Augenblicken über dem Ho­rizont in der Richtung, die seine Gefährten eingeschlagen hatten.

Die englische Neutralitätsverletzung gegen Schweden.

Die inzwischen bekannt gewordenen näheren Um- stände bestätigen nach einem Stockholmer Telegramm der „Voss. Ztg." die gemeldete Tatsache einer schwere« Neutralitätsverletzung eines schwedischen Dampfers im Kanal durch England. Der Frachtdampser heißt „Goß- bridge" er steht im Eigentum der gleirtmamtgeu Helsing- borger Reederei, und wird von dem schwedischen Kapitän ^ Anders Niltzon befehligt.' Er führte eine KupfeEft W englische Rechnung von Bilbao nach Middlesbrough, aU er in Dover von den Engländern angehalten wurde und zwangsweise eine Besetzung durch zwölf Marine- soldaten dulden mußte. die während der Weckerfahrt von Dover bis Middlesbrough an Bord des .ueu ra en Schiffes blieben. Während die englischen Soldaten offen davon sprachen, sie hätten den Befehl erhalten, von dem schwedischen Schiff aus auf deutsche Unterseevool« zu schießen, bemäntelte ihr Befehlshaber den Uebergrni mit dem Borwand, England wolle sich durch die mili­tärische Besetzung des schwedischen Schiffes,davor schüt­zen, daß die Kupferlast nicht statt nach Mtdölesbrougl nach einem deutschen Hafen ginge. Natürlich ändert auch diese untergeschobene Begründung, wie die schwediichen Zeitungen mir Recht betonen, nicht das geringste an der Tatsache der krassen Neutralitätskränkung, die mit der Kommandierung englischer Marineinfanterie aus ein neutrales Fahrzeug begangen ist.

Der Türkeukrieg.

Der Bericht des türkischen Hauptquartiers.

Das türkische Hauptquartier teilt unterm 6. März mit: An der kaukasischen Front ist seine Veränderung eingetreten. — Zwei Regimenter englischer Kavallerie in Stärke von fünfzehnhundert Mann griffen, unter­stützt von einer Maschinengewehrkompagnie und Artil- lerie, unsere Vorhuten bei Vcssile südlich von Korna

sänne, wie hätte sie sich gefreut, mit der geliebten Schwester wieder vereinigt zu werden, wenn — wenn —

Die verworrene Lage, in der sie sich befand, kam plötzlich mit schneidendem Schmerz und noch nie erfaßter Klarheit über sie und erfüllte ihr ganzes Bewußtsein- Sie stieß einen Schrei ans und vergrub ihr Gesicht in den Händen. ?

Morgen konnte Susanne hier eintreffen^ welche Wonne würde es ihr gewesen sein, sie zu empfangen, in ihre Arme zu schließen, sie da zu haben, bei ihrem Glücke, wenn Werner um sie warb, und sie ihm verlobt wurde, und nun — nun alles verpfuscht und verloren! O, wie furchtbar werde sie für ihre Unbesonnenheiten, ihre Dummheiten und Torheiten bestraft. Es gab ja keine Rettung und keinen Ausweg für sie. Nun konnte auch ihr Vater nicht helfen, denn die rechte Susanne ließ sich nicht verstecken noch verleugnen.

Ihre Lüge, das gefügige Mienchen als Schwester vorzuschieben, und diese für sich einstehen zu lassen, er­schien ihr jetzt ganz ungeheuerlich und ebenso verwegen wie unhaltbar. Es war eine unglückliche und ungeschickte Eingebung gewesen, und sie hätte die größten Opfer bringen mögen, um nur dies letzte ungeschehen zu machen.

Sie erinnerte sich, wie streng Werner jede Umvahr- Heit getadelt hatte. Ihr fiel sein Gespräch Mit Tante Jose ein, damals auf der Veranda in Morse, das sie ungesehen belauscht. Werner wollte nichts als Reinheit und Wahrheitsliebe von seiner Frau, und gegen beide Bedingungen hatte sie nun schwer gefehlt.

Ein so tief schmerzliches Verzagen ergriff sie, daß es an Selbstverachtung grenzte. Sie hatte dergleichen noch nie in ihrer kindlichen Sorglosigkeit empfunden, und ganz fremde Gefühle regten sich in ihrer Brust. Was sollte sie beginnen — wohin mit sich — wie sich retten vor aller der Beschämung?

(Fortsetzung folgt.)