Mmen entfernk weroen uns yterzu sei ein Waffenstillstand notwendig, wofür auf keiner Seite Geneigtheit vorhanden sei.
Vom Zeppelin-Angriff auf Calais.
^ London, 1. März. (T.-U.) Der Korrespondent des „Daily Chronicle", der sich in Calais aufhielt, als der Zeppelin die Stadt bombardierte, beschreibt das Bomoardement wie folgt: Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges ist Calais das Opfer eines Zeppelinüoer- falles geworden, der überraschend im Dunkel der Nacht ausgeführt wurde. Unglücklicherweise ist der Angriff nicht ohne traurige Folgen geblieben. In der Nacht vom 21. zum 22. Februar wurde um 4 Uhr 19 Minuten das unheilverkündende Krachen der Explosion der ersten Bombe in der Stadt gehört, deren Bewohner ruhig im Schlase lagen. Man begriff sofort, was geschehen war. Ein großer Zeppelin in Begleitung einer Taube hatte von der Gelegenheit einer merkwürdig wolkenlosen und stillen Nacht Nutzen gezogen und die Stadt überfallen. Er schwebte in der Höhe von ungefähr 3000 Fuß über der Stadt. Aus meinem Fenster konnte ich deutlich die Silhouette des langgestreckten Luftschiffes sich gegen das Dunkelblau des Himmels abheben sehen. Der Mond war am Horizont verschwunden. Das Bombardement dauerte nicht länger als 5 bis 6 Minuten und es wurden ungefähr ein Dutzend Bomben abge- worfen. Der Zeppelin blieb aber eine Viertelstunde über der Stadt, bevor er in östlicher Richtung verschwand. Das Luftschiff war aus der Richtung Dün- kirchen gekommen, und hatte erst mehrmals den Leuchtturm von Calais umkreist, bevor es über die Stadt kam, um dort seine Bomben abzuwerfen. In der Rue Dagnin, in der Vorstadt Fontiets wurden drei Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Eine einzige Bombe, die auf dem gemeinschaftlichen Hof der Häuser explodierte, legte alles in Trümmer.
Im Flugzeng über Warschan.
Der Spezialberichterstatter des Pester „A Nap" in Polen meldet: Gestern sprach ich einen Oberleutnant, der gerade von einem Flug über Warschau zurückgekehrt war. „Wir sind, erzählte er, „über Warschau geflogen. Nachdem wir abends halb zehn Uhr aufgestiegen waren, hielten wir uns ständig in einer Höhe von 900 bis 1500 Meter. Ueber Warschau angelangt, warfen wir eine Bombe nach der anderen in der Richtung der Festungswerke hinunter. Um von der Solidarität der verbündeten Heere die Russen zu überzeugen, befestigten wir auf den Bomben kleine Fähnchen, bald in deutschen, bald in österreichischen, bald in ungarischen Farben. In Warschau verursachten wir bedeutenden Schaden. Am wichtigsten aber ist, daß wir die Befestigungsarbeiten störten und daß wir gelungene Aufnahmen machen konnten. Diese Photographien zeigen, wie die Arbeiten infolge der durch die Bomben verursachten Schäden ruhen. Auf die Stadt selbst warfen wir selbst
Ätlich wenig Bomben. Als man uns wahrnahm, e starkes Geschützfeuer auf uns gerichtet, doch kamen wir unbeschädigt zurück."
Oesterreichische Flieger über Serbien.
Aus Budapest meldet die „Frkf. Ztg": Unsere Flieger kreisen fast täglich über die nördlichen Gebiete Serbiens und liefern sehr wertvolles Nachrichtenmaterial. Bor einigen Tagen, gerade als in Belgrad eine Feier begangen wurde, erschienen unsere Flieger über Belgrad und warfen Papierstreifen mit der Mitteilung von dem glänzenden Sieg Hindenburgs in Masuren ab. Sonst herrscht derzeit an der Sawe volle Ruhe.
Der Türken Krieg.
Die Beschießung der Dardanellen.
Der Konstantinopler „Tanin" bespricht nach der „FrUt. Ztg." die neuerlichen Angriffe der englisch-französischen Flotte auf die Dardanellen und hält es für wahrscheinlich, daß die Engländer sich zu einer einfachen Demonstration entschlossen haben, um den schlechten Eindruck der unbestreitbaren deutschen Erfolge in der Meerenge von Calais wett zu machen.
In Londoner Marinekreisen wird nach dem „B. L.-A." nicht angenommen, daß die Operationen vor den Dardanellen in der nächsten Zeit zu einem Ergebnis führen. Damit die Kriegsschiffe den Eingang sicher passieren können, müssen die Forts an der Gablipoli- enge vollständig zerstört werden. Die Erfahrung habe bewiesen, daß das Beschießen der Landbefestigungen S Kriegsschiffe zu keinem entscheidenden Ergebnis
. Selbst wenn die Forts eingenommen oder unhaltbar gemacht worden seien, werde lange Zeit mit der Unschädlichmachung der Minen vergehen.
Ernste Bedenken Amerikas gegen Japans
Eroberungslust.
fc* Kopenhagen, 1. März. (T.-U ) Nach hier vorliegenden Neuyorker Berichten glaubt man dort, daß ein Krieg zwischen China und Japan dem Weltkrieg ein Ende machen würde, da England und Rußland nicht gleichzeitig in Europa Krieg führen nnd ihre bedrohten Interessen in China wahrnehmen könnten. Es sei nach amerikanischer Ueberzeugung die höchste Zeit, gegen Japans Eroberungslust einen Damm anfzurichten, dessen herausfordernde Pläne in Washington die ernsten Bedenken hervorrufen.
Die japanische Regierung stellt nach Londoner Meldungen die Mobilisierung der gesamten japanischen Land- und Seestreitkräfte in Abrede. Sie habe nur die Einberufung einiger Jahresklassen anaeorönet zur Ablösung der in der Mandschurei stehenden Truppen.
H»^ Wien, 1. März. (T.-U.) Die Petersburger Telegraphenagentur meldet nach der „Dtsch. Tgsztg." aus Tokio, daß die dortigen Deutschen wegen des Konflikts mit China Japan verlassen mußten. Die deutschen Kriegsgefangenen würden jetzt strenger bewacht.
Verstärkung der amerikanischen Flotte im
Stillen Ozean.
Der Pariser „New York Gerald" meldet aus Neu- york, daß das erste nnd zweite Schlachtschtffgeschwader nach dem Stillen Ozean «-gegangen ist. Das amerika- nische Geschwader in Ostasien, das gegenwärtig vor Schanghai liegt, ist um sechs Kriegsschaffe vermehrt worden.
Englische Besorgnisse.
Welche arge Verlegenheiten Japans Politik in China den Ermländern tatsächlich bereiten, beweist die Tatsache, daß Jrey in den letzten Tagen mehrfach lange Unterredungen mit dem Londoner japanischen Botschafter hatte, über deren praktisches Ergebnis aber nichts verlautet. Zahlreiche in China interessierte englische Gesellschaften und Firmen haben der Regierung einen Protest gegen die von Japan geplante Monopolisierung des chinesischen Handels nbersandt, und ein besonderer Kabinettsrat wird sich mit der Angelegenheit befassen.
Der militärische Mitarbeiter der „Basler Nachrichten" stellt in seinem Wochenbericht über die letzten Ereignisse die offiziellen deutschen und französischen Be
richte gegenüber und kommt zu folgendem Schluß: „Wie aus dieser Zusammenstellung hervorgeht, sind bis jetzt alle Anstrengungen der Verbündeten vergeblich gewesen, die deutsche Kampffront zu durchstoßen."
Japanische Truppen in Indien.
Der Petersburger „Rjetsch" meldet aus Singapur vom 20. Februar: Japanische Soldaten besetzten die Kasernen der aufrührerischen rndischen Truppen und verfolgten die geflüchteten indischen Soldaten.
kcieasallerlei.
Kriegshilfe der Gewerkschaften.
c^ Berlin, 1. März. In den ersten sechs Kriegsmonaten haben die Gewerkschaften laut „B. T." über 17% Millionen Mark an die Arbeitslosen und 5 Millionen Mark an die Familien der Kriegsteilnehmer gezahlt.
Ein chilenischer Dampfer beschlagnahmt.
^ Turin, 1. März. Ein Geschwader französischer Kriegsschiffe beschlagnahmte nach dem „B. T." auf der Höhe von Marseilles den mit Salpeter-nach Venedig bestimmten chilenischen Transportdampfer Rancagna.
Politische Rundschau.
Der Reichsetat im Zeichen -es Krieges. Nach dem Neichsetat und dem Etat dir Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1915 verlangt der Krieg einerseits die Bereitstellung aller Mittel des Reiches in erster Linie für Kriegszwecke: andererseits macht es die Unsicherheit der Lage unmöglich, die Bedürfnisse des Rechnungsjahres 1915 zurzeit mit genügender Zuverlässigkeit ein- zuschätzen. Der Etat könne daher vorher nur die Grundlage schaffen, auf der die Verwaltung in der bisherigen Weise fortgeführt werden kann. Erst wenn der Krieg beendet ist und die Verhältnisse sich geklärt haben, wird der Etat durch Ergänzungen oder Nachträge weitergehenden Bedürfnissen angepatzt werden können. Der Wehrbeitrag wird nach den bisherigen Ergebnissen der Veranlagung im ganzen etwa 900 Millionen Mark bringen. Er ergibt gegenüber dem Bedarf bis einschließlich des Rechnungsjahres 1915 einen Fehlbetrag von 53 325 877 JL Was den Etat im ganzen betrifft, so sind durch Anleihen 9 961842 782 aufzubringen.
Bei der Reichstagsersatzwahl im Kreise Schleswig 6 (Pinneberg-Elmshorn-Glückstadt) wurde anstelle des verstorbenen Abgeordneten Vraüanö (f. Vp.) Stadtrat Carstens gewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt.
Vertrauensvotum für Salanöra. Die unifizierten Sozialisten stellten ist der italienischen Kammer einen Antrag, daß aus die Tagesordnung von Dienstag das Budget des Ministeriums des Innern gesellt werde, damit die Erlatze der Regierung, die darauf hinzielen, Versammlungen und jede andere für die öffentliche Ordnung gefährlichen Umzüge zu verbieten, besprochen werden könnten. Ministerpräsident Salandra widersprach, indem er die Vertrauensfrage stellte. Er hob in seiner Rede hervor, daß die innere Politik des Kabi- netts übrigens unverändert immer noch die sei, die sie bisher gewesen und die wiederholt den Beifall der Kammer gefunden habe. Der Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit 314 gegen 44 Stimmen abgelehnt.
Vermischtes.
BU-erdte-stahl in Wien. Im Palais im neunten Wiener Bezirk wurden Sonnabend nacht aus dem Mn- stkzimmer sieben kostbare Bilder im Werte von mehr als einer Biertelmillion Kronen gestohlen, nachdem sie aus dem Rahmen geschnitten worden waren.
m Starke Explosion bei Bethune. Der Lyoner „NouvelUste" meldet aus Bethune (Nordfrankreich): Vorgestern nacht fand eine starke Explosion bei den Bergwerken von Bruay statt. Das Sprengstofflager des Bergwerksbetriebes soll in die Lnft geflogen sein. Die Explosion, die in einem Umkreis von vierzehn Kilometern gehört wurde, ist angeblich auf die Unvorsichtigkeit eines Wächters zurückzuführen. Zwei Tote wurden geborgen, doch soll die Zahl der Toten größer sein.
Teuerungsrevolten in Italien. Die Gemeinde Co- machio (an der Pomündung) ist infolge der Teuerutig und andauernder Arbeitslosigkeit in eine äußerst schwierige Lage geraten. Am Freitag stürmte eine große Volksmenge das Rathaus und verlangte die sofortige Herabsetzung der Mehlpreise und die Beschäftigung der vielen Tausenden von Arbeitslosen. Die Menge drohte, die Kundgebungen täglich so lange zu wiederholen, bis Abhilfe geschaffen sein würde.
Eine österreichische Ehrung Bismarcks. Der Führer der österreichischen Alldeutsche n Georg von Schoenerer versendet einen Aufruf, in dem er die alldeutschen Gemeinden in der Ostmark auffordert, anläßlich des hundertsten Geburtstages Bismarcks im Hinblick auf die deutsche Treue Spenden zur Errichtung eines Denkmales zu sammeln. Das Denkmal soll nach dem Kriege errichtet werden.
Ausbruchsversuch gefangener russischer Offiziere. Eine Anzahl russischer Offiziere, die im Gefangenenlager zu Osnabrück untergebracht sind, versuchten nachts auszubrechen, konnten aber im letzten Augenblick dingfest gemacht werden.
Wahnsinnstat im Erdbebeugebiet. In dem durch das letzte Erdbeben halbzerstörten italienischen Städtchen Cucollo tötete der Besitzer eines baufällig gewordenen Hauses, das niedergelegt werden sollte, in einem Wahnsinnsanfall einen Ingenieur, einen Polizei- kommissar, zwei Karabiniere und eine Dame durch Revolverschüsse. Darauf verrikadrerte er sich in seinem Hause, das von der Polizei belagert wird.
Die deuische» Truppen in den Karpathen.
Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: , . , .
Seit etwa drei Wochen operiert eure deutschen Heeresgruppe in unmittelbarer strategischer nnd taktischer Anlehnung an die österreichisch-ungarische Armee in den Karpathen. Das Gelände der erbitterten Kämpfe liegt in der allgemeinen Linie Delatyn-Tucholka-Kiezera Schilska-Bereznican und nordwestlich
In Eis und Schnee, in Geröll und Schlamm ringen hier deutsche und österreichisch-ungarische Truppen gemeinsam um die teilweise noch von den Russen besetzten Pässe. Hier, in den Karpathen, wird die Entscheidung angestrebt, die den Feind zurückdrängen soll in die Ebenen Galiziens.
Die Entwicklung der Operationen verbietet augenblicklich noch eine Beschreibung der bisherigen schweren Kämpfe. Soviel kann aber bereits heute gesagt werden:
Deutschland darf stolz sein auf seine Söhne, die in den Karpathen unter unerhört schweren Verhältnissen, im Schnee und in die Eiskälte des Hochgebirges, ihrer harten Dienst erfüllen.
Im Schnee ausgehoben find die Schützengräben und die Feuerstellungen der Artillerie. Ueber glatte Schnee- flächen, über steile Hänge führen die Angriffe. Schneebedeckte, enge und gewundene Pässe müssen gestürmt oder im feindlichen Feuer überwunden werden. Die Gefechte sind überaus heftig. Es liegt in der Natur des Gebirgskrieges, daß die Angriffe häufig nur frontal durchgeführt werden können. Umfassungsbewegungen erfordern im Hochgebirge unendliche Zeit, die der Gegner ausnutzt, um der Umfassung eine neue starke Front auf den die Nebentäler beherrschenden Höhen entgegen zu stellen. So mußte häufig in einem heftigen Frontalkampf der Feind niedergerungen und auf rückwärtige Stellungen zurückgedrängt werden.
Mit überraschender Schnelligkeit haben sich unsere Truppen an die schwierigen Verhältnisse des Gebirgs- krieges gewöhnt. Führer und Truppen haben sich den neuen Bedingungen des Kampfes in Hochgebirge angepaßt. Die mangelnde Querverbindung zwischen den einzelnen Paßstraßen ist durch ein ausgiebiges Netz von Drahtleitungen ersetzt worden. Auf Schneeschuhen gleiten ganze Kompagnien oder einzelne Patrouillen die Hänge entlang. In Baracken biwakieren die Truppen, denen mangelhafte und wenig zahlreiche Ortschaften im Gebirge keine ausreichende Unterkunft gewähren.
Unter militärischer Aufsicht arbeiten starke Kolonnen von Landeseinwohnern an notdürftiger Ausbesserund der Wege und Paßstraßen: eine fast vergebliche Arbeit, wenn die Mittagssonne die ausgefahrenen Gleise und tiefen Wagenspuren in Schneeschlamm und tiefe Wasserlöcher verwandelt.
In langem Anstieg oder in zahlreichen steilen Kurven ringen sich die Wege zu den Patzhöhen (über 1000 Meter) hinan. Zerstörte Gehöfte, wenige schwarze aus der Schneedecke ragende Trümmer und Mauerreste bezeichnen die Stätten ehemaliger Gebirgsdörfer. Für die aus der Feuerlinie in die Feldlazarette abgefchobe- nen Verwundeten und für die Kolonnen und Trains sind an Teilstrecken der endlosen Paßstraßen behelfsmäßige Erfrischungsstationen in Baracken errichtet worden.
Unter denkbar schwierigsten Verhältnissen vollziehen sich die Kolonnenbewegungen hinter der Front: eine Riesenarbeit, zu deren Bewältigung nur eisernes Pflichtbewußtsein fähig ist. Hier im Hochgebirge, leisten die Kolonnen mit ihren erschöpften Pferden in Eis und Schnee Taten stillen, aber desto eindrucksvolleren, ent- sagungsreichen Heldentums.
In endlosem Zuge arbeitet sich hier mit Pferde- und Menschenkraft eine Munitionskolonne auf Schlitten zur Paßhöhe hinauf. Die schwerfälligen Fahrzeuge einer geleerten Verpflegungskolonne begegnen ihr aus ihrem Marsch talabwärts. Schwere Bremsschuhe verhindern nur mit Mühe das Abgleiten der Wagen auf den schmalen glatten Serpentinen des Weges. Kraftwagen der höheren Befehlshaber keuchen mühsam bergauf und winden sich zwischen den Fahrzeugen hindurch. Hier hilft ein Trupp zurückgeführter russischer Gefangener einen an steilem Absturz im Schnee festgefahrenen Kraftwagen befreien. Am stahlblauen Wmterhimmel kehrten ratternd zwei Flugzeuge von der Erkundung der russischen Stellungen zurück. Die abgeworfenen Photographien zeigen deutlich erkennbar die feindlichen Schützengräben und Truppenansammlungen auf der abgebildeten Schneefläche als schwarze Linien und Rechtecke.
Ein eiserner Wille nur scheint hier auf diesen verschneiten Gebirgsstraßen zu herrschen:: den droben sümpfenden Kameraden unter allen Umständen Munition und Verpflegung herbeizuführen. Der Begriff des „Hindernisses" hat in den Karpathen feine Bedeutung verloren.
Schwere Kämpfe haben unsere Truppen in den Karpathen hinter sich: harte Kämpfe auf den Paßhöhen finp augenblicklich in der Entwickelung, härtere stehen vielleicht noch bevor. Die deutschen Karpathentruppen aber werden in ihren Leistungen nicht zurückstehen hinter den Kameraden, die von der Nordsee bis zur «vchwerzer Grenze, die von Gumbinnen bis Südpolen kampfen. Dafür bürgt der Geist der Leute, den die SchwrerigrÄ- ten dös winterlichen Hochgebirges nicht erschrecken
hinter der Front.
In den „Münchener Neuesten Nachrichten" setzt Ludwig Ganghofer seine Feldzugsberichte aus dem Westen fort. Er erzählt u. a., wie gut für die neuankornmen- den Truppen gesorgt wird, wie behaglich sie untergebracht sind. „Auf einer Etappenstatwn wurden 1500 Mann einquartiert. Bevor sie ruhen durften, mußten sie sich aber noch säubern. Und da hab' ich ein Bild gesehen, das mir mein Leben lang in froher Erinnerung bleiben wird. Die Tuchfabrik, in der die Fünfzehnhundert einquartiert wurden, hat eine mächtige Wäschereihalle. Die Maschinen, die Rohrleitungen, die Transmissionen, die Treibriemen, alles ist noch da. Aber jede Wasserpumpe ist in eine Badebranse umgezaubert, und in tun tiefen, halbstubengrotzen Holzkufen, in denen früher die neugewobenen Tücher gesotten und ausgewaschen wurden, sitzen jetzt unsere deutschen Jungen im dampfenden Wasser, ein Dutzend in jeder Kufe, die Arme und Köpfe von Seifenschaum bedeckt, rippelnd und scheuernd und plätschernd, munter und schreivergnügt wie pritschelnde Dorfbuben. Beim Anblick dieser lustr- gen Köpfe und dieser blinkweißen Jünglingsschultern mußte ich mich der schwarzgrau gewordenen Gesichter und Fäuste jener 53 toten Franzosen erinnern, die seit acht Wochen vor dem feindlichen Schützengraben von Maricourt liegen, verlassen von ihren Brüdern, verlassen von ihrer pietätlosen Heimat! . . . Wie ich Unterkunft, Verpflegung und Hygiene unserer Truppen hier an einem Einzelfall im Kleinen geschildert habe, so wird es innerhalb der Möglichkeitsgrenzen im Großen durch das ganze deutsche Heer gehalten, immer nach dem Grundsatz: die Gesundheit des Soldaten ist fein ü-chllö und seine stärkste Waffe. In jedem mit deutschen Gruppen belegten Städtchen, sogar in jedem Dorfquartrer wurde eine Badegelegenheit eingerichtet. Wo nur zwanzig Feldgraue beisammen sind, gibt es wenigstens ein mit Blech ausgeschlagenes Fußbad und eine Warm- wasserdusche. In Peronne wurde eine militärische Badeanstalt installiert, in der immer hundert Mann gleichzeitig baden können. Ein Erquicken ist es, das anzu- sehcn: wie die Leute, die nach der Ablösung aus dem Schützengraben dreckig da hineinwandern, frisch und sauber wieder herauskommen, jeder mit dem zusammengewickelten Handtuch unter dem Arm. In dieser Badeanstalt gibt es sogar ein elektrisches Lichtbad zur Bekämpfung der Swützengraben-Rbenmatismen — eine große Warenkiste, deren Deckel mit einem Halsausschnitt versehen ist, und deren Inneres mit Wachsleinwand tapeziert und mit Glühlampen behängt wurde."