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[ Aus dem großen Hauptquartier

o-* Großes Hauptquartier, 26. Februar 1915. (Amt­lich. WTB.)

Von beiden Kriegsschauplätzen ist nichts Wesent-

liches zu melden.

Oberste Heeresleitung.

[ Vom österr.-ungar. Generalstab ^

Wien, 26. Februar. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart:

In Russisch-Polen war gestern in den Gefechtsab­schnitten östlich Przodverg lebhafter Geschützkampf. An der übrigen Front nördlich der Weichsel und in West- galizien herrschte größtenteils Ruhe.

In den Karpathen scheiterten feindliche Angriffe auf Ondavatal, sowie auf unsere Stellungen nördlich des Sattels von Belovec.

Bei Erstürmung einer Höhe wurden in den Käm­pfen in Südostgalizien neuerdings 1240 Russen ge­fangen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant.

^ Wien, 27. Februar. (T. U.) Vom Österreich ungarischen Kriegsschauplatz wird nach demB. L--A. gemeldet, daß bei Stanislau die osterreichisch-ungarnchen Truppen vorgestern und gestern sehr whhge Teiler­folge errungen haben, die ei« baldiges gunstiges Ge­samtergebnis haben werden. Die Zahl der rufithen Gefangenen wächst täglich. In den heftigen Kämpfen nördlich von Uug und Bereg hat Tauwetter in den Tälern des 1000 Meter hohen Gebirges dem rumschen Train und Nachschub ungeheure Beschwerden gebracht. Einem vorgestern gemeldeter Vorstoß bei Grybow in Westgalizien kommt große Bedeutung zu.

Vom serbischen Kriegsschauplätze.

Petersburg, 27. Februar. (T. U.) Nach hier vorliegenden Meldungen sind die serbischen Truppen an verschiedenen Stellen von ihren Positionen an der Donau abgedrängt worden. Einzelne serbische Divi­sionen befinden sich auf dem Rückzüge, da ihnen das Vorhandensein überlegener Österreicher Streitkrafte gemeldet wurde. Die Berichte betonen, öay die strate­gischen Bewegungen der serbischen Truppen fast stets völlig freiwillig ausgeführt wurden, ohne da« sie über­haupt in Berührung mit deutzAegner gekommen waren. Eigentliche Gefechte hätten seit fast zwei Monaten nicht stattgefunden, und die Operationen beider Gegner be­schrankten sich fast ausschließlich auf Artilleriekampfe.

Nach der Einnahme von Praszuysz.

Die LondonerEvening News" erfahren nach der Tgl. Rösch." aus Petersburg, daß dort Gerüchte über die Einnahme der befestigten Stadt Praiznysz durch die Deutschen Umläufen. Die Deutschen hatten bei Prasz- nysz abermals mit einem angeblich neuen Armeekorps eine große Angriffsbewegung ausgeführt. Festige Ge­fechte hätten stattgefunden, und, da Nicht genügend schnell Verstärkungen hätten herangeführt .werden sonnen, seien, wie gerüchtweise verlautet, zwei russische Briga­den abgeschnitten worden. Der russische Kunchchafter- dienst habe die Anführung sehr erheblicher deutscher Truppenmassen gegen Vrasznysz festgestellt. Man ver­mutet, daß der deutsche Plan der ist, die ruffthe Linie, die von Wyschegorod der Weichsel entlang in nördlicher Richtung vor der Narewlinie. sich hnrzieht, zu durch­brechen, um die Eisenbahnverbindung Warschau-Peters­burg abzuschneiden. Es wird befürchtet, daß nach dem Fall von Prasznysz der linke russische Flügel, der Wy- schegorod, nördlich Kamion am südlichen Weichselufer sich nicht der Gefahr einer Umzingelung -ückgehen muß.

Nutzung berechnen. Rußland besitzt große Kanonen- fabriken, vor allem die Putilow-Werke, aber ihre Lei­stungsfähigkeit ist wenig bekannt. Nach alledem zu ur­teilen, schreibt die russenfreundliche Zeitung, ist daher der jetzt erlittene Verlust an Artilleriematerial für Rußland so gut wie unersetzlich.

Russische Plünderungen in Polen.

o-t Krakau, 27. Februar. (T. II.)Naprzod" mel­det, daß die Russen nicht nur in den besetzten Orten Ga- liziens, sondern auch in Polen ihre Plünderungen be­treiben. So melden die Warschauer Blätter, daß aus dem berühmten polnischen königlichen Palais in War­schauLazienki Krolewskie" alle Wertschätze, die be­rühmte Gemäldesammluug und sonstigen Kunstwerke in Kisten verpackt und eil:gst nach Moskau überführt wurden.

Russische Truppen auf rumänischem Gebiet interniert.

^ London, 27. Februar. (T. U.) Der Spezial- korrefpondent desDaily Chroniele" in der Bukowina befindet sich jetzt auf rumänischem Boden, in unmittel­barer Nähe der österreichischeil Grenze. Wie er mit- teilt, sind russische Truppenabteilungen, die auf der Flucht vor den Oesterreichern die rumänische Grenze überschritten, von den rumänischen Truppen entwaffnet «nd interniert worden.

Durchhalten des Unterseebootkrieges.

DieKreuzzeitung" bespricht die Frage, ob wir, falls auf amerikanische Anregung hin England Lebens­mittel und Rohstoffe frei zu uns hereinläßt, unsern Unterseebootkrieg einstellen oder abschwächen wollen. In dem Schlußsatz unserer Note an Amerika hatte un­sere Regierung die Bereitwilligkeit ausgedrückt, beim Eintreten solcher Voraussetzungen die Folgerungen da­raus zu ziehen. Das Blatt weist nun darauf hin, daß jedenfalls in unserer eigenen militärischen oder wirt­schaftlichen Lage nicht der geringste Anlaß vorhanden sei, auf das Mittel des Unterseebootskrieges zu ver­

Reeder der Ansicht sind, England werde die drohende vollständige Isolierung unmöglich länger als einen Monat ertragen können. Die City sei schon jetzt aufs höchste erregt. Der Stillstand des Verkehrs treffe Mil­lionen Angestellte und Arbeiter, deren Not schon jetzt eine soziale Gefahr bedeute. Da die Verluste an Trans­portschiffen England auch militärisch lahmlegen, glaubt man in Amsterdam, England werde bald zu neuen Ent­schlüssen kommen müssen.

Wo bleibt Englands Gegenwehr?

Die LondonerDaily Mail" schreibt in ihrem Leit­artikel: Seit sechs Tagen ist die deutsche Blockade in Kraft, seit 19 Tagen ist sie angekündigt. Wo bleibt die Antwort der Verbündeten? Seit acht Tagen hören wir Drohungen der Minister gegen Deutschland. Am 15. sagte Churchill, der ganze Druck der Flotte impt gegen Deutschland ausgeübt werden. Am 19. warnte Grey Deutschland. Gestern sagte Asguith, daß Repressalien überlegt würden. Also weiß man noch gar nicht, was man will. Die englische Nation lebt in der Illusion, Deutschland sei streng blockiert, das ge­naue Gegenteil ist Tatsache.

Februar

werde prompt

zichten, und sagt:

Denn für uns selbst ist es in keiner Beziehung eine Lebensfrage, daß England Lebensmittel und Rohstoffe zu uns hereinläßt. Wir können den Krieg auch ohne­dem durchhalten bis zur nächsten Ernte und darüber hinaus, bis voller Erfolg uns zuteil geworden. Man vergegenwärtige sich doch, was es bedeutet, einem Volke von 70 Millionen das Brot bis in den einzelnen Haus-

besetzt hält, um , auszusetzen, zurück« eh en muß.

Rußlands unersetzliches Artilleriematerial.

Die StockholmerDagens Nyheter" entnimmt ei­ner deutsch-militärischen Fachzeitschrist verschiedene Zah­len über die Artilleriewaffen der verschiedenen Mächte und knüpft hieran folgende Betrachtung: Die Zahlen reden eine beredte Sprache. Nach den Verlusten, die die russische Artillerie vorher erlitten hatte, stellen die jetzt verlorenen Kanonen sicherlich wenigstens mehr als 10 v. H. von allem Artilleriematerial dar, über das die russische Armee verfügt. Wir müssen ja außer dem, was als Kriegsbeute verloren ging, auch die Materialab-

verstrickt.

Roman von A. von der Elbe.

55) (Nachdruck verboten.)

14. Kapitel.

Franz Denta ging gedankenvoll, doch freudig erregt in seinem Zimmer im Verwaltungshause zu Lindental auf und ab

Es war ihm bis jetzt nicht gelungen, zum 1. Ja­nuar eine neue Stelle zu finden, und da brächte nun eben der Brief eines Freundes aus der Heimat einen Vorschlag, der ihm ungemein lockend erschien. Der Freund schrieb:

Liebes Franzel',

Komm Dir mit schönem Plan, habe Dir anzuzei- gen, dc s ich Aranka Zalaplen, fesche Erbtochter von altes Ladislaus Zalapl^tr, heiraten und auf ihr Gut Zalaplen, schönes Besitzung, ziehen werde.

Das Herrengut me rnges, Broday in fruchtbares Soproner Komitat, w'.ll ich verpachten. Du kennst das gute alte Haus unter den hohen Wamußbäumen. Wir bauen viel Hanf und Kukuruz aber auch Gewürze kannst Du ziehen: Paprika, Senf, Anis und dergleichen, bringt alles was ein und sehr neu in nahes Oedenburg flott in bar um. Hast Du Lust zu pachten, will ich Dich nicht drücken und schrauben. Du bist ordentlicher Land- wwt und wirst wir das Mein? nicht verschandeln.

^" kleines Kapital hats nötig Senf n? fn $ntb^ vet Dir damit nicht glänzend bestellt ist, so fragt sich s, ob Du die 5 bis 6000 Gulden ^ auf treiben können, die es braucht für Inventar und Anfang. Da Du aber ein so schöner Kerl fS2 den Leuten gefällst, wird Dir Freund oder Freundin wohl Nötiges vorstrecken. Freundin

Gib bald Nachricht, ob Dus wirst machen können Deinem getreuen Jugendfreunde '

Matthias Marofsen auf Broday."

Eskortierung der nordischen Schiffe?

London, 27. Februar. (T. U.) Mehrere hie­sige Blätter versichern auf das Bestimmteste, daß die Regierungen der drei nordischen Reiche beschlossen hätten, ihre Handelsschiffe zu Gruppen zu vereinigen, und jede einzelne durch die Blockadezone eskortieren zu lassen. Da die vereinigten Kriegsflotten der drei Staa­ten jedoch nicht über eme genügende Zahl von Kriegs­schiffen verfügen, um diese Begleitung stets durchführen zu sönnen, so sollen die skandinavischen Regierungen beabsichtigen, 30 Dampfer aufzukaufen, dieselben durch besondere Zeichen als Kriegsschiffe kenntlich zu machen, und sie den Handelsschiffen mitzugeben.

Der Türkenkrieg.

Die Beschießung der Dardanellenforts.

halt hinein zuzumessen, und wie glatt über alle Schwie­rigkeiten hinweg diese Maßnahme sich vollzieht. Welch großartige Fülle organisatorischer Kraft und welch herr­liche Festigkeit opferwilliger Entschlossenheit ist auch hierbei wieder zutage getreten. Jetzt ist der volle Nach­weis erbracht, daß wir auskommen werden. Daran zweifeln auch diejenigen Kenner unserer landwirtschaft­lichen Verhältnisse nicht mehr, die *m Herbst vor zu günstiger Schätzung unserer Ernte gewarnt und des­halb die nunmehr getroffene Regelung des Verbrauchs schon viel früher gefordert haben. Wir hatten zunächst keinen Anlaß 'zu der Annahme, daß die jetzt zugeteilte Brotmenge voll zwei Kilogramm für den Kopf und die Woche die Vorräte zu schnell aufzehre. Aber selbst ein­mal angenommen, daß wir sie, um bis zur nächsten Ernte durchzuhalten, noch herabsetzen müßten; jeder Zweifel daran, daß unser Volk auch dieses Opfer gern und willig bringen würde, wäre geradezu ein Verbrechen an dem herrlichen Opfersinn des deutschen Volkes.

So geschieht es nicht in unserem eigenen Interesse, wenn wir uns in Verhandlungen der von Amerika ge­wünschten Art einlassen, sondern in dem Bestreben, der von England brutalisierten Kriegführung einen huma­nem Charakter zu geben, und in weitgehender Rücksicht auf die Neutralen. Diese Beweggründe sind von un­serer Regierung gewiß unbedingt ehrlich gemeint. Aber ihnen gegenüber können unmöglich die militärischen Notwendigkeiten zurücktreten, die dieser von England angestiftete Vernichtungskrieg uns aufzwingt. Es geht doch nicht an, daß wir aus Rücksicht auf Neutrale ein Mittel unbenutzt lassen, das durch Niederzwingung Eng­lands den Krieg abzukürzen geeignet ist, während die­selben Neutralen ihn durch Waffenlieferungen an un­sere Feinde verlängern. Wir können auch nicht den militärischen Trumpf, den wir mit den Unterseebooten haben, aus der Hand geben, ohne daß Zustände herbei- geführt werden, die für uns einen vollen Erfolg be­deuten. Nur nach diesen Gesichtspunkten müssen und werden unserer Ueberzeugung nach die Bedingungen aufgestellt werden, die den Gegenstand der bevorstehen­den Verhandlungen bilden sollen.

* >!- *

England in Not.

Der Amsterdamer Korrespondent der WienerNeuen Freien Presse" berichtet, daß maßgebende Holländische

Franz Denta hatte die Zeilen seines redlichen Freundes Matthias, die ihm einen herrlichen Ausblick in die Zukunft eröffneten, schon ein paarmal gelesen, und seine Gedanken beschäftigten sich jetzt mit dem Auf­bau glänzender Lustschlösser.

Ja, er erinnerte sich vollkommen deutlich an das schön gelegene Broday, an die Nutz- und Kastanien- bäume, die Weinberge und den üppigen Gemüsegarten. Wie ein Paradies erschien ihm der Ort, uuö da Mat­thias so glänzend heiratete, ließ er sicherlich ihn, seinen Franzel, ungestört wie im Eigenen, lebenslang auf Bro­dey hallen und walten.

In all den lachenden Phantasiebildern sah Denta das geliebte Mädchen an seiner Seite, sah ihr glückliches Lächeln, wenn er sie als Herrin in das stattliche Haus sührte, wenn er ihr alles zeigte, was nun ihnen ge­hörte, sah sie emsig schalten und walten und genoß ihre zärtliche Liebe und Hingabe, vor der sie jetzt scheu zu- rückwich. Er fühlte, daß er immer mehr und über alle Maßen in das Mädchen verliebt sei, und daß er sich kaum an den prächtigen Zukunftsaussichten, die sich ihm öffneten, würde freuen können, wenn ihm jene nicht zu­gleich die Hoffnung auf Mienchens Besitz gewährt ha­ben würden.

Und dies sollte sie ihm verschaffen sie, die kleine Närrin, die ihn so schwer getäuscht und beleidigt hatte. Und ihr Hochmütiger Vater mit der Hundepeitsche sollte auch sehen daß er, der verachtete Lump, es verstand, sich zu rächen, indem er sie entweder blamierte oder tüchtig schröpfte.

Mienchen hatte ihm erzählt, daß Adele von der ver­storbenen Tante 10 000 zu freier Verfügung geerbt habe, die mußten sein werden, als Preis für ihre bei ihm sicher verwahrten Andenken, zur Begründung sei-

Glückes. Ferner wußte er von seinem Liebchen, wp^ ^älh roleber besucht hatte, daß Adele mit dem Steffen der Seligen verlobt war, und daß Bernhammer

Die BerlinerNationalztg." berichtet aus Mai­land:Unione" meldet: Der Angriff der englisch- französischen Flotte auf die Dardanellen hat keinen großen Schaden gestiftet, vielmehr sind die Schiffe der Verbündeten von den türkischen Forts sehr beschädigt worden, denn sonst wäre es unbegreiflich, daß der An­griff nicht weitergeführt worden ist und man den Tür­ken Zeit läßt, die angeblich erlittenen Beschädigungen wieder auszubes ern. Bereits früher hat ein Schiffs­angriff auf die Dardanellen mit einem Mißerfolge ge-

eru. 'Bereits früher hat ein Schiffs-

______ _____ etzten Vorstoß, der zwei Tage währte, büßte die englisch-französische Flotte mehrere Torpedo- türkische Minen aufliefen und mit der

endet. Bei dem

boote ein, die au Besatzung gesunken sind.

Die Engländer haben sich schor: öfters die Köpfe an den Dardanellenforts blutig gestoßen. Die jetzt mehr­fach gemeldeten Beschießungen der Dardanellen-Forts müssen, so urteilt Kapitän z. S. a. D. Persius imB. T.", als ziemlich zwecklose Demonstrationen angesehen werden. Die Aufgabe für eine Flotte, Küstenforts niederzukämpfen, um in die von ihnen verteidigten Ge­wässer eindringen zu könuen, gilt als eine der schwie­rigsten. Einigermaßen gefechtstüchtige Küstenbefesti­gungen konnten bisher nur überwältigt werden, wenn der Angrckf von der See- und Landseite gemeinschaftlich erfolgte. Gegen in starken Panzertürmen aufgestellte- Küstengeschütze und gegen Haubitzbatterien üt guter Deckung können die FlachbahngeschÜtze der Schiffe wenig ausrichten. Hinzu treten für die Küstenvericidiguna Minen. und sonstiges Sperrmaterial. Sie müssen erst beseitigt werden, und das kann nur geschehen, wenn du Küstenartillerie vorher niedergekümpst wurde. Man darf annehmen, daß die türkischen Dardanellenbefesti. gungen in letzter Zeit moderursiert wurden. Ganz um fach dürfte sich also der Einmarsch der englischen Flotte in die Dardanellen nicht gestalten!

Eine griechische Insel als Stützpunkt für die feindliche Flotte?

DieKöln. Ztg." berichtet aus Zürich:L'idea Nazionale" meldet aus London, es verlaute, daß Grie­chenland eine kleine Insel im Aegäischen Meere den Verbündeten als Verpflegungsbasis zur Verfügung ge­stellt habe, wofür es im Falle der Aufteilung der Tür­kei Smyrna erhalten soll.

Verwicklungen in Ostasien.

»e* London, 27. Februar. (T-U.) Nach- hier vor- lregenden Meldungen aus Peking hat Auanschikai im Einverständnis mit allen Mitgliedern der Regierung dem japanischen Geschäftsträger mitteilen lassen, daß China sämtliche japanische Forderungen in Bausch und

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die Partie außerordentlich wünsche. Kein Wunder, der Doktor hatte mit ihm geerbt, und so kannte der Alte genau seines Schwiegersohnes Vermögen, und reich mußte die Turnau gewesen fein, das stand fest.

Wollte man ihm, oem mißhandelten Denta, nicht den Willen tun und -.je Liebesgaben hoch bezahlm, w würde er noch ein Wort in hieben, ein Wort, das dem rertrauensselicen Herrn Bräutigam, dem Xugeubbiüb, wie Otto ihn schilderte, die Augen öffnete über seiner Schönen luftige Streiche in jüngster Vergangenheit.

Wie er hörte, kam Bernhammer heute nach Morse zurück, um den Jahresabschluß mit Kasselmann fertig- zustellen. Sein Ganserl war also in Berlin allein, das konnte ihm gerade passen, denn wenn er ehrlich gegen sich selbst sein wollte eine Begegnung mit dem wü­tigen Alten wäre nicht sonderlich nach seinem Geschmack gewesen. Wer konnte wissen, was der anstellte, und ob voll dem das Geld zu erlangen sein würde. Viel­leicht trotzte er ihm, setzte seine Sache auf nichts oder kam ihm mit der Pistole über den Hals. Die Kleine aber, pah! Die war leicht ins Bockshorn zu jagen, mit der wollte er hon fertig werden. Und unternehmend genug war sie auch, um auf eigene Hand zu handeln.

Morgen verließ er seinen Dienst und konnte dem steifen Herrn v. Eggeruck, der ihn mehr unb mehr zu- samnundrückte und' wie einen Dienstboten behandelte, Valet sagen. Jetzt war er durchaus mit dieser Verän­derung zufrieden, die ihn anfänglich arg verdrossen hatte, aber nun konnte er als Pächter von Broday viel besser tun, und er lachte siegesgewiß vor sich hin.

Nach des Vaters Abreise fühlte sich Adele' sehr ver­lassen Sie hatten aus Josefin-nts Verkehrskreise bald nach dem Tode der Tante einige Trauerbesuche erhal­ten und erwidert, aber nirgends angeknüpft, sahen sie sich doch als Gäste an in der Stadt und wollten mit dem ersten Frühlingsahnen, wenn hier alles Geschäftliche abgewickelt sein würde, nach Morse zurückkehren.

(Fortsetzung foiatJ