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Die Erstürmung von Eydlluhnen

und Wirb allen

£ Aus dem großen Hauptquartier J

Großes Hauptquartier, 25. Februar 1915. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In der Champagne setzte der Gegner gestern seine verzweifelten Anstrengungen fort. Sie blieben wie die vorhergehenden trotz der eingesetzten starken Kräfte ohne den geringste» Erfolg.

Sonst nichts Wesentliches.

Oestlicher

Die Gefechte am dauern a«.

Die festungsartig

Kriegsschauplatz.

Njemen, Bobr und Narew

ausgebaute Stadt Praszvysz

W»rbe gestern von oftprentzischen Reservetrnppen nach hartnäckigem Kampf im Sturm genommen. Ueber 10 000 Gefangene, 20 Geschütze, ein großes Lager von Maschinengewehren und sehr viel Gerät fiel in unsere Hand.

In anderen Gefechten nördlich der Weichsel find in den letzte« Tagen 5000 Gefangene gemacht. In Polen südlich der Weichsel besetzten die Russen «ach einem mit fünffacher Ueberlegenheit ausgeführten Angriff das Vorwerk Mogily südöstlich Bolimow.

Sonst nichts Wesenüiches.

Bemerkenswert ist, daß der bei A«g«stow gefangen genommene Kommandeur der russischen 57. Reservedi- vifion deutsche Osfiziere fragte, ob es wahr sei, daß das von den Deutsche» belagerte Antwerpen bald falle» werde. Als ihm darauf die Lage im Westen erklärt rvnrde, wollte er nicht daran glauben, daß das deutsche Westheer auf franzöfischem Boden steht.

Oberste Heeresleitung.

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns über die Kämpfe bei Wirballen am 10. Februar folgendes geschrieben:

Unter den größten Anstrengungen, welche die tief­verschneiten Wege verursachten, waren die Truppen des Generals von Lauen st ein am 9. Februar an den Feind herangekommen und warfen diesen in leichten Kämpfen aus dem Schureller Forst hinaus. Wie aus erbeuteten russischen Befehlen hervorgeht, glaubte der Gegner, sich vor dem deutschen Ansturm in eine bereits wohlvorbereitete, stark befestigte Stellung Pillkallen- Stallupönen zurückziehen und dort behaupten zu kön­nen. Aber der starke Flankenöruck, den die deutsche Offensive ausübte, zwang den Feind zur Aufgabe die­ses Planes und veranlaßte ihn, sich nach einer dritten, gleichfalls vorbereiteten Stellung südlich Wirballen zu- rückzuziehen.

Es waren anderthalb russische Divisionen, die sich am Nachmittag des 10. Februar dort entfernten und in Eydtkuhnen, Kirbarty und Wirballen zur Ruhe über- gingen. Obwohl man vom Anmarsch der deutschen Kräfte wußte, hielt mau es für ausgeschlossen, daß die Deutsche« bei dem herrschenden Schneesturm an diesem Tage noch herankommen könnten. Man wiegte sich derart in Sicherheit, daß man sogar auf das Aufstellen irgend­welcher Sicherungsposten gänzlich verzichtete.

Nur so konnte es kommen, daß die Angreifer, die sich durch die Naturgewalt «icht aufhalten ließe», noch am 10. Februar an die russische Unterkunft herankamen, allerdings nur mit Infanterie und einigen Geschützen, denn alles übrige war in den Schneewehen stecken ge­blieben. Es war Abend, als Eydtkuhnen, und es war Mitternacht, als Wirballen überfallartig angegriffe« und erstürmt wurde«. Auf der Chaussee standen zwei russi­sche Batterien mit zwölf Geschützen und einer großen Anzahl von Munitionswagen, anscheinend rastend. An sie kam die deutsche Infanterie, ohne einen Schuß zu tun, bis auf fünfzig Meter heran. Die sämtliche« Pferde wurde« «iedergeschosse« «nd dann die Geschütze und M«»ittonswage« genommen. Der Rest der Bedie- unngsMannschaft flüchtete.

Sowohl in Eydtkuhnen wie in Wirballen kam es dann zu nächtlichen Straßenkämpfen, die mit der Ge­fangennahme von zehntausend Rüsten endete. Die Zahl der Gefangene« war so groß, daß matt kaum wußte, was man mit ihnen ««fange« sollte. Nach der Einnahme der beiden Orte fielen auch die dortigen Bahnhöfe in deut­sche Hände, mit ihnen eine schier unermeßliche Beute; es standen hier drei Lazarettzüge und ebensoviel Ver­pflegungszüge.

Vetfhi^t

Roman von A. von der Elbe.

54) (Nachdruck verboten.)

Gleich nach Neujahr muß ich wieder zur Stadt kom- men, dann gucke ich wieder vor und treffe ihn vielleicht. Aber könntest Du mich nicht mit Deinen Bräutigam besuchen? Es ist ganz leicht, eine kurze Fahrt vom Schle- sischen Bahnhof. Ihr sollt mal zum Kaffee herüber kom­men, Mutter würde sich sehr freuen und nun Otto erst. Wir Habens freilich einfach, aber Du weißt ja, wie es bei uns zugeht."

Ich käme gern, aber ich weiß nicht, ob Werner Zeit haben wird." Sie führten ihren Plan näher aus, und Adele freute sich an dem Gedanken, daß Mienchen ihren Liebste»» ohne Frage bewundern werde.

Es war einige Tage später, 18c cnßammeö kramte an seinem Schreibtisch und ordne:e öti Papiere, die er morgen mit aufs Gut nehmen wollte. Brüggen saß Adelen gegenüber am breiten, mit grünen Gewächfen freundlich ausgestatteten Fenster, sie plauderten.

Es schien ihm fast unerträglich, daß er die Geliebte nun einige Tage nicht sehen sollte. Außerdem fühlte er sein Gemüt heute ganz besonders bedrückt. In sei­nem Beruf und unter den Pfleglingen des großen Krankenhauses kam doch entsetzlich viel Elend und Ge- zutage. Ihm beuchte, als könne nur der Blick ein« - die ihm als Spiegel

SMtÄSÄ* - ",n BtteÄ ®Ä Sauen g|Ä K » el" Mama nicht ganz gut, sie war ja vtel^rmck ^nS Vorsicht eine Erkältung, aber die liebe Suse pNeate^L sewiß wie ein Engel, und dann hatte sie auch no& die vernünftige Meta.

"Ich wollte, Sie kennten meine Schwester, sserr Dok­tor- Sie würden Susanne bewundern, sie ist himmlisch

Einer dieser Züge war der Lazarettzug der Zarin, der von dem Fürsten Lieven und zahlreichern Personal begleitet wurde. In ihm fand der Stab des Generals von Lauenstein ganz unerwartet ausgezeichnetes Nacht­quartier. Die übrigen Züge waren mit einer großen Menge Hafer, ausgezeichneten Konserven, sehr viel Schokolade, ferner mit Stiefeln und Pelzwerk in großer Zahl beladen. Jeder berittene deutsche Soldat war im­stande, eine Pelzweste an sich zu nehmen.

Augenblicklich noch wichtiger aber war für die seit Zwei Tagen auf eiserne Portionen angewiesenen deut­schen Truppen die Erbeutung von hnndertzehn russi­schen Feldküchen, die fast durchweg mit warmen» Essen gefüllt waren. Man kann sich den Jubel unserer sieg­reichen Truppen vorstellen, als diese Beute in ihre Hände gefallen war. Es war augenblicklich der schönste Lohn für die jungen Truppen, die an diesem Tage teil­weise zum ersten Male ins Gefecht gekommen waren und sich glänzend geschlagen hatten.

Der russische Marsch nach Berlinein Unsinn".

DasB. T." meldet aus Wien: Die hier vor­liegenden Petersburger Zeitungskommentare heben die numerische Ueberlegenheit der Verbündeten als Haupt- ursache der russischen Rückzugsbewegungen hervor. In einem militärischen Artikel heißt es, man müsse sich mit der Tatsache abfinden, daß die Russen nun zum zweiten Male Ostpreußen geräumt hätten. Der Marsch nach Berlin, von dem die Toren faselten, habe sich als das erwiesen, was jeder vernünftig Denkende wußte: als ein Unsinn. Die Russen seien aber noch immer unüber- troffen in ihrem zähen Widerstände und ihrer Gegen­stoßkraft. Im allgemeinen wird mit Nachdruck darauf verwiesen, daß es nun abzuwarten gelte, ehe man ein abschließendes Urteil über die Lage und die Zukunfts­absichten fälle.

Einberufung aller waffenfähigen Mannschaften in Rußland.

Die russische Gesandtschaft in Paris gibt nach einem Genfer Telegramm desB. T." bekannt, daß alle Auf- schubsbewilligungen für im Auslande weilende Russen jetzt aufgehoben sind. Es werden alle waffenfähigen Mannschaften der Reserve und der Territorialarmee, besonders Offiziere, Aerzte und Verwaltungsbeamte, bis zum Alter von 55 Jahren, falls sie nicht in öeit ver­bündeten Heeren dienen, anfgefordert, sich sofort nach Rußland zu den Fahnen zu begeben.

Vom österr.-ungar. Generalstab

Wien, 25. Februar. (WTB.) Amtlich wird ge­meldet:

In Russisch-Polen keine Veränderung.

An der Westgalizischen Front brächte der Vorstoß einer Gefechtsgrnppe, die den Russen östlich Grybow mehrere Stützpunkte entriß, fünfhundert Gefangene und sechs Maschinengewehre ein.

I« den Karpathen ist wieder starker Schneesall etn- getreten, der die Gefechtstätigkeit beeinflußt. Die allge­meine Situation hat sich nicht geändert.

Der Angriff unserer Truppen i» den Gefechten süd­lich des Dttjestr schreitet mit Erfolg vorwärts. In den Kämpfen am 21. und 22. Februar wurden zehn Offi­ziere und 3338 Mann gefangen genommen. In der Bn-

kowiua

Der

herrscht Ruhe.

Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Hoefer, Feldmarschalle«t»a«t.

Die Bukowina völlig gesäubert.

oe* Cöl«, 26. Februar. (T. u.) Nach einer Buka- rester Meldung derKöln. Ztg." sind die Russen nach mehrtägigen Sümpfen in der Gegend von Boian, die sie stark befestigt hatten, trotz ihrer numerischen'Ueber­legenheit aus ihren Stellungen vertrieben worden und haben sich fluchtartig 20 Kilometer jenseits des Pruth zurückgezogen. Hiermit ist der letzte Widerstand der Russen gebrochen und die Bukowina vollständig von den Russen gesäubert.

Don der Westfront.

Eine verfehlte französische Hoffnung.

DerB. L.-A." berichtet aus Genf: Vom Vorstoß zweier französischer Divisionen bei Perthes erwartete am Dienstag General Joffre, wie Vorberichten des Temps" zu entnehmen ist, eine entscheidende Wendung für das gesamte Champagnegebiet. Das Scheitern die­ses als Revanche für das Reimser Bombardement von» Temps" angekündigte»» Unternehmens wird im fran­

und gut, zehnmal besser als ich, denn das sage ich vsfeu, mit der Mama hielte ich es nicht aus."

Sie sind vielleicht nicht übermäßig geduldig, Fräu­lein Adele, Geduld ist gewöhnlich kein Vorzug lebhafter Naturen. Sie fanden auch kaum Gelegenheit, diese Tu­gend zu üben. Sie sind ja noch so jung. Ihre Haupt- eigenschaft ist eine natürliche Reinheit, eine Unberührt- Heit, so klar wie Kristall, und die entzückt mich immer wieder, mich armen, durch Schmutz getriebenen Kämp­fer." Von einer plötzlichen Wallung ergriffen, der er nicht zu widerstehe»! vermochte, nahm er ihre Rechte und küßte sie mehreremale. Er war kaum je zuvor so von ihrer Nähe und Persönlichkeit hingerissen worden.

Erschrocken entzog sie ihm ihre Hand, er sah ihr ins Auge, es schimmerte feucht, und ihre weichen Züge spannten sich wie im Schmerz, ein Farbenwechsel über- flog ihr Gesicht, der ihn befremdete.

Adele, was ist Ihnen?"

Was ergriff sie plötzlich so tief? War seine ehr­furchtsvolle Liebkosung diesem zarten Wesen zu viel, wurde sie dadurch verletzt? Aber sie wußte ja, wie sie zueinander standen, und hatte eingewilligt, die seine zu werden. Nun kam auch schon die Farbe in ihre Wangen zurück, und sie sagte mit etwas fremdem Ton:

Sie dürfen mich nicht so loben das beschämt mich ich bin ja gar nicht nicht so nett, wie Sie denken."

Also Bescheidenheit, Schreck vor seiner lebhaften An­erkennung: welch eine rührend demütige Seele. Er schwelgte in Entzücken über den Besitz dieses Kleinods.

Heute nahm Brüggen Abschied von der Geliebten, für die Tage, wo ihr Vater fern sein werde, aber dann dann!

Am anderen Morgen rüstete sich Bernhammer zur Abreise. Kurze Zeit vor seinem Aufbruch kam wieder ein Brief von Susanne. Sie legte die Verlobungsan-

Adolf von Holmsteins Mit einer Dame aus Dresden ein. Adele fühlte sich durch diese Nachricht

zösischen Hauptquartier daher als peinvolles Mißgeschick

empfunden. . t

Während des Einladens von Militär in der Bann, meile von Nancy warf ein deutsches Flugzeug eine An­zahl Bomben ab, deren Wirkung geheim gehalten wird.

Die Wirkung der deutschen Geschosse.

In einem Bericht über die Kämpfe bei Hurlus teilt Excelsior" nach derMagdeb. Ztg." mit, daß die neuen geräuschlos heransausenden Geschosse der Deutschen von furchtbarer Zerstörungskraft sind. Die von den Fran­zose»» mitFusaines" bezeichneten Projektile vernichten einen Schützengraben von 500 Metern Länge. Die Ge­töteten sind von einer dicken Rußschicht bedeckt. Stun­denlang erfüllt ein gräßlicher Geruch die Luft und er­schwert den benachbarten Grubenmannschaften das Atmen. Bisher scheiterten alle Anstrengungen, einen der feindlichen betonierten Laufgräben zu nehmen.DieM Hausstrategen können sich keine Vorstellung von der Widerstandskraft des Feindes machen, sie wissen nicht, daß wir Zoll um Zoll ringen und bluten müssen," schreibt das Blatt.

Nachtflüge zur Verteidigung von Paris.

Agence Havas" meldet vom 25. Februar: Vergan­gene Nacht überflogen acht französische Flugzeuge au verschiedenen Stunden in einer durchschnittlichen Höhe von zwölfhundert Metern Paris. Nachtflüge Zur Ver­teidigung der Stadt finden jetzt regelmäßig statt.

Mangel an Pionieren bei den Engländern?

DieKöln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Der englische Minister des Innern hat einen Allsschuß eingesetzt, der die Lage im Kohlenbergbau da­hin prüfen soll, ob auf Grund einer Verständigung zwischen Unternehmern und Arbeitern sich ermöglichen lasse, Bergleute, die sich für den Heeresdienst eignen, für diesen frei zn machen, ohne daß die Kohlenförderung darunter litte.

Ein Drittel der französischen Streitkräfte tot, ver­wundet oder gefangen.

Aus zuverlässiger Quelle kann nach einem Brüsseler Telegramm derMagdeb. Ztg." über die französischen Verluste in öen ersten sechs Kriegsmonaten das fol­gende qemelüet werden: In einer vom französischen Kriegsministerium angeordneten, vorläufig nicht für die Oeffentlichkett Bestimmten Zusammenstellung wird die Zahl der Gefallenen anf rnnd 250 000, die der Ver­wundete»» auf 700 000 und die der Gefangenen, Ver­mißten, Deserteure usw. auf rund 200 000 angegeben. Bo»» den Verwundete»! sind etwa 400 000 leicht verletzt, und das Kriegsministerium nimmt an, daß ein großer Teil davon in der Lage sein wird, zur Kampffront zu- rückzukehren. Der Gesamtverlust der Franzosen in der Zeit vom 1. August bis 1. Februar würde sich somit auf nicht weniger als 1150 000 Mann stellen, also über ein Drittel der überhaupt verfügbaren Streitkräfte der Re­publik. Die früher über Genf gekommene Angabe, die 450 000 gefallene Franzosen zu melden wußte, ist jeden­falls übertrieben.

Wieder ein Truppentransport vernichtet?

o-* Mailand, 26. Februar. (T. U.) DerCorriere della Sera" meldet nach öemB. L.-A." aus London: Nach einem Lloydtelegramm ans Eastbourne ist am 24. Februar nachmittags 4 Uhr einige Seemeilen von East- vonrne ein Dampfer mit 1800 Mann nntergegangen.

Eastbourne liegt in der Grafschaft Sussex am Kanal.

Wieviel Mann und Kriegs,naterial enthält ein Trnppev-Transportöampfer?

Dazu schreibt die KorrespondenzHeer und Poli­tik": Wenn wir die Mitteilung lesen, daß ein Truppen- Transportdampfer von unseren Unterseebooten versenkt worden ist, so erhebt sich die Frage, was öamtt für ein kriegerischer Erfolg erreicht worden ist, oder mit an­deren Worten, wieviel Mann und Kriegsinaterial durch die Vernichtung eines solchen Dampfers dein englischen ?>eere verloren gehen. Wir Haber» bei der Meldung von er Vernichtung des ersten Trupperrtransportschiffes gehört, daß dabei 2000 Mann ihr Leben verloren haben. Man »vird diese Zahl als richtig ansehen sönnen und schon daraus den Schluß ziehen üMfen, daß auch diese Meldung, die bekanntlich aus Norrvege»! kam, öen Tat­sachen entspricht. Vor» vornherein kann man natürlich nicht sagen, daß ein Schiff so und soviel Menscher: und Kriegsmaterial enthält, da jeder weiß, daß die Größe der Schiffe verschieden ist. Nun hat aber Churchill bei Beginn des Krieges selost einmal nähere Mitteilungerr gemacht, welche Schiffe für den Truppentransport zur Verwendung kommen sollen. Es ist selbstverständlich, daß England schon vorher die umfassendsten Maßnahmeri getroffen hatte, um in den Krieg eingreifen zu können.

merklich es lastet. Gut, daß er sich so bald getröstet hatte. Wenn seine Neigung für sie so rasch verflogen war, konnte ihn ihre Ablehnung nicht tief getroffen haben.

Ueber den Zustand der Mutter schrieb Susanne, daß es nicht sonderlich gut damit gehe, der Arzt fürchte Lun­genentzündung. Ihr Vater möchte aber keinesfalls kom­men, bevor sie ihn rufe. Die Kranke wünsche keine Stö­rung durch feine Anwesenheit und der Arzt pflichte ihrem Wunsche bei. Sollte die Krankheit eine ernste Wendung nehmen, werde sie telegraphieren.

Bernhammer dachte: Könnte mir mordsschlecht passen, jetzt nach der Schweiz zu gondeln, habe genug anderes zu tun, als Kranke zu pflegen und obendrein solch eine, die mich nicht leiden kann. Wenn fie aber wollte, müßte ich mir einen Stoß geben, meines Ge­wissens und der Leute halber.

Nachdem er unverständlich etwas gemurmelt, sagte er zu Adele:Hör au, Kleines, wenn Briefe oder De­peschen von Deiner Schwester kommen, mach sie auf und gib mir Nachricht, wie es steht, am liebsten mittels Te­legramm."

Ja, Papa. Glaubst Du, daß es schlimm ist?"

Kann ich nicht wissen. Deine Mutter macht aus schnupfe« eine Begebenheit. Und hier sind die Schreibtischschlttssel; ein riesiger Mammon ist nicht vor- handen, aber ganz ohne darf ich Dich nicht lassen. Wenn ich zurückkomme, sollst Du mir zum erstenmal den Jux machen. Deine Kupons abzuschneiden." Er lachte, reisen Töchterchen und ging, um nach Morse abzu-

blieb mit dem Wunsche zurück, daß die Zeit Flügel haben möge, und der Ueberzeugung, daß, wenn ihr Vater Heimkehre, das größte Erdenglück ihr ge­sichert sei.

(Fortsetzung folgte