L? Der Türkenkrieg.
Neuer Angriff auf die Dardanellen?
Paris, 25. Februar. (T. U.) Aus verschiedenen Aeußerungen der Presse läßt sich voraussehen, daß die verbündete französisch-englische Flotte ihren Angriff auf die Dardanellenforts bald wiederholen dürste. So schreibt der „Temps": Die freie Durchfahrt vom Schwarzen zum Mittelmeer besitzt ein unmittelbares Interesse für die allgemeine Führung des Krieges und steht in direkter Verbindung mit ihr. Rußland und Rumänien haben keinen anderen Weg nach dem Mittelmeer. Die russischen Getreideschiffe können das Schwarze Meer nicht mehr verlassen, der Weltverkehr leidet darunter, und die Verpflegung der westlichen Hälfte der Erde sieht sich durch die Kanonen und Minen des Sultans behindert. Unsere Verbündeten sehen sich ihrer Haupthandelsstratze beraubt.
24 unschuldige Aegypter von den Engländern erschossen.
6-^ Konstantinopel, 25. Februar. (T. U) Nach hier eingelaufenen Informationen erschossen sie Engländer in El Kutba am Suezkanal 24 unschuldige Aegypter als Spione. Sie verurteilten einen ägyptischen Offizier zu lebenslänglicher Kerkerarbeit. Die Engländer behalten am Suezkanal die englischen und indischen Truppen, die australischen Truppen schicken sie nach dem Innern des Landes. Einige australische Soldaten wurden erschossen, weil sie ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck brachten. Zwischen dem neuen Generalkommissar und dem Oberkommandierenden sind Differenzen entstanden. Beide handeln nach einer .Meldung des „B. T." gegeneinander.
Der Balkan.
Die Stimme eines rumänischen Politikers.
Der Rektor der Universität Jassy, Sters, der bekannte liberale Politiker, schreibt in einer Veröffentlichung über Rumänien und der europäischen Krieg: „Es ist vom europäischen Standpunkte aus gleichgültig, ob England allein die Oberherrschaft über das Meer hat oder sie mit Deutschland teilt, ebenso ob Elsay- Lothringen zu Frankreich oder zu Deutschland gehört; nicht gleichgültig dagegen ist es, ob für Jahrzehnte Europa unter die Kosakenherrschaft gerät. In Rumänien gibt es ängstliche Gemüter, die zum Verzicht auf Bessarabien bereit waren. Vor allem und andern muß aber Rumänien die Pflicht gegen sich selbst erfüllen. Schwerwiegende Gründe wirtschaftlicher und finanzieller Art, nicht nur politische, machen den Kampf an der Seite der Zentralmachte einzig und allein für Rumänien möglich, wenn mit großen Interessen der Weltgeschichte unser nationales Interesse solidarisch ist. Es würde ein Selbstmord bedeuten, diese Erwägungen zu mißachten."
Ueber eine Million Kriegsgefangener.
Nach der Zusammenstellung der „Frkf. Ztg." be- läuft sich die Zahl an Kriegsgefangenen in deutscher und österreichisch-ungarischer Verwahrung nach der siegreichen Schlacht in Masuren auf über eine Million. Die Zahl der kriegsgefangenen Russen in Deutschland beträgt danach ungefähr 462 000. Oesterreich-Ungarn dürfte ungefähr 230 000 Russen gefangen halten. Bisher haben die Russen an Gefangenen eingebußt 692 000, die Franzosen mindestens 237 000, die Belgier 37 000, die Engländer 19 000 und die Serben 50 000 Mann. Aus diesen im einzelnen eher zu niedrig als zu hoch gegriffenen Zahlen ergibt sich das riesige Heer von 1043 000 feindlichen Kriegsgefangenen, von denen Deutschland etwa ^, Oesterreich-Ungarn etwa % beherbergt. % der gesamten Gefangenenzahlen haben die Russen geliefert.
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Die Jagd auf die „Königsberg".
Ein Seekadett auf einem der leichten britischen Kreuzer an der Küste Westafrikas gibt nach der „Voss. Ztg." in einem Briefe an seine Angehörigen einige Einzelheiten über die Suche nckch dem Kreuzer „Königsberg", der in einem ostafrikanischen Flusse eingeschlossen liegt. „Eines Tages," so schrieb der Seskadett, „versuchten wir, bte „Königsberg" mit Hilfe eines Wasserflugzeuges zu zerstören. Bor allen Dingen mußten wir feststeilen, in welchem Teile des Flusses der Kreuzer lag. Wir unternahmen verschiedene sehr erfolgreiche Flüge, aber jedesmal, wenn wir Bomben Mitnahmen, um dem Kreuzer den Garaus zu machen, erlitt unser Flugzeug einen Motordefek? An einem Tage flog der Pilot ohne Begleiter aus. Als die Maschine 3000 Meter über dem Flusse stand, ging sie plötzlich mit großer Schnelligkeit nieder. Mit zwei Mann wurde ich im Motorboot ausgeschickt, um das Flugzeug zurückzu- holen. Auf eine Meile Abstand von der Küste erhielt ich Feuer von den Deutschen nnd änderte sofort meinen Kurs, umfuhr einen Teil der Küste und lenkte in die Mündung hinein, wo ich dann durch das Fernglas das Flugzeug entdeckte. Wir fuhren bis fünf Meter an das deutsche Gebiet heran und befestigten das Flugzeug an einem Boot. — Der Pilot war nirgends zu sehen. Kaum waren wir abgefahren, als die Deutschen das Feuer eröffneten. Aber wir entkamen, wie durch ein Wunder. Das Flugzeug hatte 300 und und unser Boot ungefähr 80 Löcher. Der hier erwähnte Fluß ist der Rufidji in Deutsch-Ostafrika.
Der Nachruf einer Mutter.
Ein herrliches Zeugnis für die Größe der Empfindung, mit der eine deutsche Mutter in diesem Kriege dem Vaterlande ihr Liebstes hingegeben, bietet ein Gedicht, das in dem demnächst erscheinenden neuesten Kriegsgedicht-Band der von Diederichs in Jena herausgegebenen Tat-Bücher für Feldpost „Sieg oder Tod" veröffentlicht wird. Als Verfasserin dieser Verse wird Frau Oberpostschaffner Kraufe aus Königsberg genannt: sie weiht das Gedicht ihrem Sohne Kurt, der als Soldat des 3. Garde-Regiments zu Fuß am 17. Januar
Mein Junge fiel in der Schlacht In seiner Jugend Reinheit und Wacht. Die Kugel hat ihm dieHtirn zerschnitten. Dann hat er noch drei Minuten gelitten, Bis sie ihn haben
In fremder Erde begraben. Sein Blut ist so kostbar, so g Das macht gewiß Deutschland
[Ut und treu,
। von Feinden frei, Das muß dem Siege zu Gute kommen, Aber mir hat's meinen einzigen Jungen genommen. Warte, mein Junge, ich komme bald
Warte, mein Junge, ich komme bald 8u dir in den heiligen Todeswald, $o Winde um Fahnentücher weh'n, Wo Eichen zu euren Häupten steh'n. Dort leg' ich mich hin, Weil ich, mein Kind, deine Mutter btu. Dann erzählst du leise von deiner Schlacht Und wie tapfer du deine Sache gemacht.
Vermischtes.
Ueber die Vereitlung eiues MordaufchlageS auf einen Berliner meldet das „B. T." aus Leipzig: Bei einer alleinstehenden Dame, die am Postplatze wohnt.
hafte ein Mann, der eine auffallend schwere Tasche trug, ein Zimmer gemietet. Da die Wohnungsinhaberin Verdacht schöpfte, machte sie der Kriminalpolizei Mitteilung, die in Abwesenheit des Mieters die Tasche durchsuchte. In dieser befanden sich zwei schwere Hämmer, ein Dolchmesser und eine Schlinge. Die Polizei verhaftete den Verdächtigen, der sich als Musiklehrer Bermann aus Berlin entpuppte. Er will in Gemeinschaft mit einem ihm unbekannten Manne- beabsichtigt haben, einen vermögenden Berliner Privatmann nach Leipzig zu locken und diesen dann in dem Zimmer zu ermorden und zu berauben. Vorher gedachten die Verbrecher die Zimmervermieterin aus dem Wege zu räumen.
Zuchthaus für eine Hyäne des Schlachtfeldes. Wegen Beraubung gefallener preußischer Soldaten hatte sich vor einem Feldkriegsgericht in Strasburg (West- preußen) der polnische Mechaniker Boleslaus Stoyke aus Swinikowice zu verantworten. In der Nähe seines Wohnortes hatte ein blutiges Patrouillengefecht statt- gefunden. Später die Gegend passierende preußische Soldaten sahen, wie ein Zivilist sich an einer Leiche zu schaffen machte, dann aber, als er sich beobachtet sah, Hinter sein Gehöft floh. Er wurde festgenommen und zu den Leichen geführt. Einem toten Gefreiten war ein Stiefel abgezogen. Bei einem gefallenen Feldwebel war die Uniform aufgeknöpft und alle Taschen waren geleert. Als sich Stoyke bei der Besichtigung zu einer Leiche herunterbeugte, fiel ihm eine elektrische Taschenlampe aus der Tasche, die von den Soldaten als das Eigentum des Feldwebels erkannt wurde. Ferner wurden bei Stoyke zwei Zwanzigmarkscheine gefunden, über deren Erwerb er sich nicht ausweisen konnte. Obwohl Stoyke hartnäckig leugnete, wurde er durch die Beweisaufnahme für völlig überführt erachtet und zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt.
Kurpfuscherprozetz eines „Wunderdoktors". Ein mit großer Spannung erwarteter Kurpfuscherprozeß nahm unter Aufgebot eines großen Apparates von Zeugen und Sachverständigen vor der Strafkammer in Reichenbach (Schlesien) seinen Anfang. Es handelt sich um die Wunöerkuren des Reicheubacher Heilmagnesi- teurs Seifert, der sich die Leichtgläubigkeit der Bevölkerung zunutze machte. Tausende von Patienten bestürmten fortgesetzt sein Haus, sodatz oft an einem Tage mehr als hundert Kuren von ihm bewältigt werden mußten. Der Angeklagte, der sich wegen Betruges zu verantworten hat, tauchte vor zwei Jahren in Reichenbach auf, nachdem er zuvor Fabrikarbeiter in Freiburg gewesen war. Er hatte nicht einmal so viel Geld, daß er die Frachtkosten für den Umzug bestreiten konnte, bald aber brachten ihm seine Patienten so viel Geld ins Haus, daß er sich ein Grundstück im Werte von 32 000 kaufen konnte. Nach seinem Kassenbuch hatte er täglich über hundert Mark Einnahmen. Der Angeklagte will nach und nach in sich eine wunderbare Kraft entdeckt und entwickelt haben, die ihn zur Heilung fast aller auf der Welt existierenden Krankheiten befähigte. Schon seit seiner Schulzeit habe er sich mit wissenschaftlichen Studien beschäftigt, und später sei er durch das eifrige Lesen von Büchern auf den Magnetismus gekommen, nachdem er sich vorher allein mit der Einwirkung von Sympathie und sympathische Handlungen auf den menschlichen Körper befaßt hatte. Versuche, die er in seiner Familie machte, hätten ihm überraschende Heilerfolge bei Zahnschmerzen und Kopfschmerzen gebracht und so habe er bald auch an Fremden praktiziert. Die Verhandlung dauert fort.
Der deutschfeindliche Elsässer von 1870. Den „Mü- N. N." wird geschrieben: Aus einer Feldwache vor Straßburg führte ein verstohlener Weg bt die Brauerei von Königshöfen, die zu gewissen Tageszeiten manchen Besuch von Offizieren, Militärärzten und Einjährigen erhielt. Eines Tages saßen wir frohgemut im bombensicheren Keller bei Bier, Gesang und Schnurren zu- sammen und gaben uns alle Mühe, dem uns bedienenden echt allemanischen Bräuknecht seine Zugehörigkeit zu unserm Volk begreiflich zu machen. Umsonst! Brummend zog er von bannen, bis ihn eine im Hof platzende Granate zu uns hereintrieb, wo wir eben den „Guten Kameraden" zu Ende sangen. Triumphierend drehte nun unsrer Gegner den Spieß herum, indem er mit den Worten: „Ihr singet so au von unsere Lieder" seinen letzten Trumpf ausspielte . . .___________________________
Eine MenbMfchrl über Dynamik.
Eine furchtbare Eisenbahnfährt über Dynamit mitten durich die Feinde, hat eine österreichische Landsturmbrigade, die große Werte vor den Russen retten wollte, mit glücklichein Erfolge vor einiger Zeit gemacht. Ein Mitkämpfer berichtet die folgende Begebenheit: Die Landsturmbrigade stand in T. in Galizien, Eines Tages liefen Meldungen ein, daß größere russische Truppenkörper, insbesondere Kavallerie im Anmärsche sind, ferner, daß sich in den Militärmagazinen in K. große Borräte an Wüstlings« und Bekleidungssorten und im Tabakmagazin etwa 50 000 Kronen befinden, d ie dem Feinde als Beute zufallen könnten Der Proviantoffizier Oberleutnant F. erhielt also den Auftrag, unter Zuziehung von freiwillig sich Meldenden, die gefährdeten Güter zu bergen. Zwei Freiwillige meldeten sich und in der Morgendämmerung wurde ein Güterzug zusammengestellt, der nach K. abdampfte. Hier wurde unter Zuhilfenahme von Zivilarbeitern und Privatfuhrwerken bis in die späte Nacht gearbeitet und in 20 Waggons wertvolles Gut verladen; dieses wurde am nächsten Tage konsigniert, die Wagen plombiert und gleich ins Hinterland abgeschoben. Die drei tapferen Krieger- übernahmen die Bergung der noch verbliebenen beträchtlichen Staatsgüter. Nachmittags traf die Meldung ein: „Russische Truppen sind bn Anmärsche und nur mehr 5 Kilometer von T. entfernt!" Nach kurzer Beratung wurde beschlossen, weiter zu arbeiten und alles zu bergen. Alle verfügbaren Fuhrwerke und Arbeiter wurden zusammengebracht und um ValO Uhr abends war die Arbeit beendet ‘ sämtliche Güter verladen, die noch zurückgebliebenen Bahnangestellten einwaggoniert und vorwärts gings. In der Station L. der letzten vor dem Ziel, wurde der Zug durch Signale des einzigen Bahnbediensteten aufgehalten, der die Meldung erstattete, daß sich längs der Bahnstrecke russische Reiter befinden und dort russische Artillerie die nördlich von L. ausgestellt ist. Wieder kurze Beratung und vorwärts! Kaum 3 Kilometer von der Station ertönt plötzlich eine Detonation, eine zweite, dritte.. Der Zug wird hin- und hergeworfen .b. . was ist geschehen? Dynamit auf den Schienen . . . - Kosaken in der Nähe, die auf Beute lauern. Wie es geschah, daß oer Zug dem Verderben entging, ist schwer zu sagen, aber kurz: ^as Un- akaubliche gelang! Die Schienen wurden verbogen, zerrysen, aber der Zug entkam und wieder waren 29 Waggonladun- gen kostbaren Staatsgutes gerettet._________________—
Das Schicksal her „vermißten".
Wer einen Einblick in die Arbeit des Zentral-Nach- weise-Büros des Kriegsministeriums hat tun können, wirb nur mit bewundernder Anerkennung von der aufopfernden Tätigkeit der großenteils ehrenamtlich wirkenden Persönlichkeiten und von der sorasam durch
dachten Organisation des BüroS sprechen können. WaS zur Feststellung des Schicksals, des Befindens oder des Aufenthaltsortes eines Kriegsteilnehmers geschehen kann, das geschieht hier. In einer außerordentlich zweckmäßig angelegten Kartothek werden, wie in der „Frkf. Ztg." ausgeführt wird, die eingehenden Meldungen ge- fammelt und geordnet, daß auf Anfragen, die mit genügenden und richtigen Angaben versehen sind, in kürzester Frist die entsprechenden Auskünfte erteilt werden können. Diese Angaben und Unterlagen für die Anfragen fassen allerdings häufig an Genauigkeit und Vollständigkeit viel zu wünschen übrig. Bei der großen Zahl der Reserveformationen und Ersatztruppenteile mag es freilich besonders ländlichen Angehörigen von Kriegsteilnehmern häufig schwierig sein, die Angaben richtig zu machen. Die Unbeholfenen sollten sich daher bet ihren Anfragen durch Geistliche, Lehrer oder sonstige gebildete Ortsbewohner raten und helfen lassen, was diese sicherlich gern tun werden. Bei Tausenden von Anfragen fehlt Unterschrift und Adresse oder der Wohnort ist nicht genau genug bezeichnet. Bei Ortsnamen, die in verschiedenen Gegenden vertreten sind, ist oft die Angabe des Kreises oder Regierungsbezirkes unterlassen.
Die Anfragen sollten eigentlich mit den roten Doppelkarten erfolgen, die bet allen Postanstalten zu haben sind. Falls jedoch, wie es auf dem Lande vorkommen kann, die Erlangung solcher Karten schwierig sein sollte, so beantwortet das Zentral-Nachweise-Büro auch briefliche Anfragen mit größtem Entgegenkommen. Bei der Arbeitslast, die dem Büro obliegt, sollten aber alle überflüssigen Mitteilungen über Familenverhältnisfe u. dergl. vermieden werden. Andererseits veranlaßt das Zentral-Nachweis-Büro, wenn die ihm selbst vorliegenden Angaben nicht ausreichen, soweit es nur möglich ist, alle erforderlichen Feststellungen bei den Truppenteilen selbst. Oft sind zur Ergänzung private Mitteilungen aus den Reihen der Kameraden und der Familien sehr willkommen. Die Lazarette erstatten durchschnittlich alle fünf Tage Bericht über die Neuein- lieferungen und die Entlassung der Geheilten oder den Tod von Verwundeten. Namentlich bei den Feld- und Etappenlazaretten sind bei der großen Zahl der Kriegsteilnehmer und den wechselnden Schicksalen mancher solcher Lazarette Schwierigkeiten und Ungenauigkeiten nicht zu vermeiden.
Man möge sich in der Bevölkerung also mit dem Gedanken abfinden, daß man recht oft längere Zeit über das Schicksal eines ins Feld gezogenen lieben Angehörigen im ungewissen bleiben muß, und daß das Schicksal vieler sogar niemals aufgeklärt werden kann. Den Schwierigkeiten, die sich aus der Unmöglichkeit einer amtlichen Todeserklärung ergeben, muß zunächst in derselben Weise wie bei ähnlichen auch im Frieden vorkommenden Fällen mit den Mitteln, die das Gesetz bietet, begegnet werden, also in erster Linie Bestellung eines gerichtlichen Pflegers. Die Familien der verschwundenen Kriegsteilnehmer erhalten zunächst die in Betracht kommenden Unterstützungen und Beihilfen weiter gezahlt; ein Jahr nach dem festgestellten Zeitpunkt der Vermitztseins werden die Vermißten, über die bis dahin keine zweiselsfreie Feststellungen möglich waren, in den Stammrollen gestrichen, und ihre Angehörigen erhalten die den Hinterbliebenen der Gefallenen zustehenden Gebührnisse. Bei der Marine findet dies, den besonderen Verhältnissen entsprechend, bereits früher statt, nämlich sobald der Befehlshaber pflicht- mätzig die Erklärung abgeben kann, daß der Tod mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist.
Die bürgerliche Todeserklärung nicht wieder ae? fundener Vermißter ist im § 15 des B. G. B. dahin geregelt, daß die während des Krieges Vermißten und Verschwundenen als tot erklärt werden können, wenn seit dem Friedensschlüsse drei Jahre verstrichen sind; hat ein formeller Friedensschluß nicht stattgefunden, so beginnt der dreijährige Zeitraum mit dem Schlüsse des Jahres, in dem der Krieg beendet worden ist.
Weitere Drahtnachrichten.
König Ludwig au die Rekruten.
»^ München, 25. Februar. (WTB.) Im Hofe der Prinz Arnulf-Kaserne fand gestern die feierliche Vereidigung von Rekruten sämtlicher Truppenteile des Standortes München statt, zu der sich auch König Lud- wig eingefunden hatte. Der König begrüßte in seiner Anfprache die jungen Leute und wies nach den M. N. N. auf den schweren und ehrenvollen Kampf hin, in dem das deutsche Volk gegen eine Welt von Feinden stehe, aus dem es aber so Gott wolle siegreich hervorgehen werde. Der Krieg sei noch nicht zuenoe. Auch die raM* gen Mannschaften würden wohl noch alle vor den Feind kommen. Er erwarte, daß auch sie gleich ihren vor dem Feinde stehenden Brüdern dem guten Ruf der Bayern Ehre machen würden.
Untergang eines französischen Minensuchers.
s-K- Paris, 25. Februar. Der „Temps" meldet: Der Minensucher „Marie" stieß am Sonnabend im Osthafen Dünkirchens auf eine treibende Mine und versank sofort. Vier Mann der Besatzung ertranken. Mehrere Mann, darunter der Kapitän, wurden schwer verletzt.
Unwetter in Südfrankreich.
w> Lyon, 25. Februar. (WTB.) „Nouvelliste" meldet: In ganz Südfrankreich herrscht furchtbares Unwetter. In den Gebirgsgegenden liegt hoher Schnee. Die Bahnverbindungen können nur mit Mühe aufrechterhalten werden. Zahlreiche Telegraphenlinien wurden zerstört. Auf dem Mittelmeer herrscht schwerer Sturm, dem mehrere Fischerbarken zum Opfer fielen.
Amerika erbittet von Japan Aufklärungen.
eines
Genf, 25. Februar. (T. U.) Nach hierher gelangten Nachrichten aus Neuyork über Paris bat das Staatsdepartement der Vereinigten Staaten in Befolg chinesischen Ersuchens in freundschaftlicher Weise civilen, die mit dem Zusammenhang stehen.
chinesischen Ersuchens in freundschc japan einige Aufklärungen erbeten, kt Japans und Chinas im Zusamm
von Japan Konflikt Japans
Bandei und Verkehr
Die zweite Sentsche Kriegsanleihe wird vom 27. Februar bis 19. März zur öffentlich« Zeichnung aufgelegt. Sie besteht ebenso wie die erste aus fünfprozentigen Schuldverschreibungen des Reiches und fünfprozentigen Reichsschatzanweisungen. Der Zmsenlauf beginnt am 1 Juli 1915. Der erste Zinsichein ist am 2. Januar 1916 fällig. Die Tilgung der Schatzanw"'-" durch Ausführung von 1921, 1. Juli 1921, 2. Die Reichsanleihe ist I
, .anweisungen erfolgt e einer Serie zum 2. Januar anuar 1922 und 1. Juli 1922. ........ . s zum 1. Oktober 1924 seitens des Reiches unkündbar. Der Zeichnungspreis beträgt 98,50 Mark und für die Reichsanleihe, soweit Eintraguna in das Reichsschuldbuch mit Sperre bis zum 15. April 1916 beantragt wird, 98,30 Mark für je hundert Mark Nennwert. Die Reichsanleihe wird ohne Begrenzung ausgegeben und es können alle ernsten Zeichner aus volle Zuteilung der gezeichneten Beträge rechnen.