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Hersselder Tageblatt

für den Kreis Hersfeld

Mimt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be- zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder­holungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags.

Nr. 47

Donernstag, den 25. Februar

1915

Die amtlichen Bekanntmachungen befinden sich aus der letzten Seite.

Bus der Heimat.

* (Rückfahrt nachO st Preußen.) Bekannt­lich gewährte die Eisenbahnverwaltung ostpreußischen Flüchtlingen bei nachgewiesener Mittellosigkeit Frei­fahrt zur Rückkehr in die ungefährdeten Gebiete von Ostpreußen. Neuerdings wird auch Freifahrt zur Rückkehr in die bisher gesperrten Landesteile Ost­preußens gewährt, jedoch nur solchen Personen, die sich im Besitze einer ausdrücklichen Erlaubnis ihres für den jetzigen Aufentsaltsorts zuständigen Landrats, Polizeipräsidenten oder ersten Bürgermeisters für diese Rückkehr befinden. Personen, die auf eigene Kosten dorthin zurückfahren, laufen Gefahr gemäß An­ordnung des Oberkommandos der Ostarmee unterwegs polizeilich angehalten und zurückgewiesen zu werden.

*(Senöungenaninderösterreichischen

Front kämpfende deutsche Soldaten.) Feldpostbriefe an die deutschen Truppen, die in ge­schlossenen Verbänden mit unseren Bundesbrüdern zusammen auf österreichischem oder ungarischem Boden gegen die Russen sümpften, sind ebenso zu adre­ssieren, wie Feldpostbriefe an die anderen deutschen Truppen. Sie erhalten die Post durch die ihnen zu­geteilten eigenen Feldpostanstalten. Dabei macht es keinen Unterschied, daß etwa die von den deutschen Heeresangehörigen in der Heimat eintreffenden Briefe etwa bei einer österreiischen oder ungarischen Feld­postanstalt aufgeliefert worden sind. Wohl zu unter­scheiden ist hiervon die Adressierung von Feldpost­briefen an solche deutschen Heeresc gehörigen, die zu österreichischen oder ungarischen Truppenteilen ab­kommandiert sind und deshalb ihre Feldpostsendungen aus der Heimat durch Vermittelung österreichischer oder ungarnischer Feldpostanstalten erhalten. Sendungen dieser Art müssen in der Feldadresse die Nummer der österreichischen oder ungarischen Feld­postanstalt tragen, wie dies in Oesterreich und Ungarn für die Adressierung der Feldpostsendungen vorge­schrieben ist.

* Die Ausführung wichtiger baulicher Verände­rungen im Bereiche der Eisenbahnstrecke Bebra Eisenach und Seitenstrecken wird von der Eisenbahn­verwaltung geplant. Mit Rücksicht auf den gesteigerten Verkehr auf der genannten Hauptstrecke, der durch die Einleitung der Bahnstrecken aus dem Kaligebiet des Werratales und auch aus der Richtung Nieder­hone bezw. MühlhausenTreffurtWartha großen Zuwachs erfahren hat, sollen in diesem Jahre mit einem Kostenaufwande von etwa V2 Mill. Mk. bei der Station Wommen zwei neue Ueberholungsgleise er­baut werden. Hierdurch wird eine Entlastung der stark in Anspruch genommenen Rangierbahnhöfe Bebra, Gerstungen und Eisenach herbeigeführt und auch eine raschere Zugaufeinanderfolge im Personen- und Güterverkehr erreicht werden. Ferner sollen in Verbindung mit dem zweigleisigen Ausbau der durch das Werratal und Kaligebiet führenden Eisenbahn­strecke GerstungenSalzungen sämtliche Bahnhöfe dieser Strecke erweitert werden. Die Baukosten be­tragen ungefähr 3 800 000 Mk. Die Arbeiten sollen als beschleunigte Notstandsarbetten ausgeführt werden. Der Bau der Umgehungsbahn bei Bebra ist nahezu beendet.

§ Hersfeld, 24. Februar. Eine Kriegs-Arbeits- gemeinschaft für das Baugewerbe, welches sich über ganz Deutschland erstreckt, ist gebildet worden. Für den Bezirk des Großherzogtums Hessen, der Provinz Hessen-Nassau und einiger angrenzender Ge­biete besteht in Frankfurt a. M. eine Bezirks-Kriegs- arbeitsgemeinschaft. Die Organisation hat den Zweck, durch Belebung der Bautätigkeit die Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit zu vermindern. Um solches zu er­reichen, haben die Kriegsarbeitsgemeinschaften alle staatlichen-, städtischen- und Gemeindebehörden, Firmen und Einzelpersonen, welche Bauarbeiten vergeben, um Unterstützung gebeten. Auch haben Behörden be­reits diese Zusage durch die Tat bewiesen. Jedoch genügt das Vorgehen der Behörden zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit allein nicht. Es ist deshalb er­forderlich, daß außer der öffentlichen Bauarbeit eine Belebung der privaten Bautätigkeit erfolgt.

):( Hersfeld, 24. Februar. Vergangene Nacht wurden 3 aus dem Arbeitshaus Breitenau ent­wichene Sträflinge durch die hiesige Polizei hier festgenommen und vorläufig in Gewahrsam gebracht.

):( Hersfeld, 24. Februar. Herr Postassistent O r t h von hier, welcher zur Zeit als Feldwebel-Leutnant im Felde steht, wurde mit dem Eisernen Kreuz aus­gezeichnet.

Marburg, 23. Februar. Der Rektor der Univer­sität Marburg gibt bekannt, daß daS Gerücht, die Universität Marburg würde im Sommersemester ihren

Lehrbetrieb einstellen, unbegründet ist, daß vielmehr die Vorlesungen und Uebungen in der angekündigten Weise gehalten werden.

Weimar, 23. Februar. Am Sonnabend erschoß sich in Jena die Tochter des früher hier wohnhaft ge­wesenen Schriftstellers Dr. Roltsch. Bekanntlich ist dieser, sowie ein Sohn ebenfalls durch Erschießen frei­willig aus dem Leben geschieden; ein anderer Sohn hat sich ertränkt. Den Hauptanteil an dem tragischen Geschick haben vermutlich mißliche Familienverhältnisse.

Erfurt, 23. Februar. Ein gemeingefährlicher Postdieb konnte hier unschädlich gemacht werden. Es ist ein 26 Jahre alter, stellenloser Kaufmann namens Schliphake aus Erfurt, der die Dreistigkeit besaß, im Hauptpostgebäude von den Geldbeträgen, die Frauen und Mädchen aufzählten, einige sich zuzulangen. Einmal war ihm sogar ein Hundertmarkschein zur Beute gefallen.

Abgeordnetenhaus.

Das Abgeordnetenhaus fetzte am Dienstag die Beratung des Etats des Staatsministeriums fort. Abg. Frhr. v. Zedlitz (frk.) berichtete über die Aus­schußberatung in den Fragen der Preßfreiheit und des Belagerungszustandes. Man war der Ansicht, daß die Preßfreiheit nicht über die Gebühr einge­schränkt werden dürfe und nach Friedensschluß ein Reichsgesetz über den Belagerungszustand in Angriff genommen werden müsse. Die Freigabe der Mein­ungsäußerung dürfe nicht erst bei Beginn der Friedensverhandlungen erfolgen. Weiter berichtete Redner über den Wiederaufbau Ostpreußens. Die Maßnahmen der Regierung verdienen vollste Aner­kennung. Die Rückkehr der Geflüchteten müsse zu gegebener Zeit erleichtert Werd««. Minister v. Loebell führte aus, daß mit der Feststellung der Schäden schon begonnen wurde. Die Landesbehörden haben diese Arbeit mit Eifer geführt, keine Beschwerde sei in diesen Sachen eingelaufen. Jetzt gälte es vor allem dem Wiederaufbau der Kunstbauten, der Wieder­errichtung landwirtschaftlicher und gewerblicher Be­triebe näherzutreten. Hoffentlich gelinge es, die innere Kolonisation gut zu fördern; auch sei eine Elektrisierung der Provinz in großem Umfange vor­gesehen. Niemand in Deutschland würde vergessen, was das Land im Osten gelitten habe. Unsere armen Landsleute werden sich aufrichten an der Fürsorge ihres Königs und seines Gelöbnisses, daß alles ge­schehen solle, um neues Leben aus den Ruinen blühen zu lassen. (Beifall.) Abg. v. Spaeth (kons.) gab als Ostpreuße dem Danke seiner Landsleute Ausdruck für die Teilnahme und Hilfe, die ihnen geworden ist. Zur Sicherung der Frühjahrsbestellung fei die Be­schaffung von Motorpflügen und von Düngemitteln erforderlich. Das Wege- und Eisenbahnnetz müsse ausgebaut werden. Das Wichtigste sei aber die Wiederbevölkerung des Ostens. Es sei zu befürchten, daß ein großer Teil der Landarbeiter nicht zurück­kehren würde. Abg. Gram (Ztr.) wünschte größere Aufmerksamkeit für die Frage der zweiten Hypotheken, sowie schnelle Durchführung der inneren Kolonisation und Ausbau des Ostkanals. Abg. Fuhrmann (nl.) stimmte den Vorrednern zu. Alles, was zur Früh­jahrsbestellung notwendig sei, müsse durch den Staat in Angriff genommen werden. Die unerwünschte Fideikommißbildung sei zu verhindern. Aufgabe der Regierung werde es sein, den Einwohnern des Ostens das Gefühl einer größeren Sicherheit beim Friedens­schlüsse zu geben. Im Namen Hindenburg verkörpere sich alles, was das Heer geleistet habe. Abg. Kanzow (fortschr.) betonte, daß eine großzügige Siedelungs- politik die Wiederbevölkerung ermögliche, und daß die bodenständige Bauweise angewendet werde, während Abg. Hofer (Soz.) bedauerte, daß in der Hilfskommission für den Wiederaufbau kein Arbeiter sich befinde. Abg. Frhr. v. Gamp (frk.) mißbilligte die zwangsweise Räumung ganzer Bezirke durch die Militärbehörde und bezeichnete den Vorwurf der Spionage als eine Beleidigung der Bevölkerung. Der Etat des Staatsministeriums wurde darauf an- genommen. Nach Erledigung einiger weiterer Etats vertagte sich das Haus auf Mittwoch: Fortsetzung.

1. Saferforten - Anbauversuch der Landwirtsch. Kreisvereinr Serrseld im

Jahre 1914.

Der Versuch wurde auf einem im Fuldatale ge­legenen Grundstück des Herrn Valentin Bieber- Niederaula ausgeführt. Der Boden daselbst rst leicht- kiesiger, schwachlehmtger Sand; er ist durchlässig und nicht drainiert. Der Grundwasferstand ist günstig. Die Ackerkrume hat eine Tiefe von 1820 cm.

Vorfrüchte waren: 1912 Klee; 1913 Roggen. Da die Ueberfrucht des Klees mit einer starken Kali- und Phosphorsäuregabe versehen wurde, blieb der Roggen ohne Düngung.

Bodenbearbeitung; Im Spätjahr 1913 wurde das

Feld tief gepflügt, im Frühjahr 1914 zeitig abgeeggt und vor der Bestellung kultiviert und nochmals geeggt.

Düngung: Ende Februar wurden mit der Dünger­streumaschine pro V4 ha 2 Ztr. Thomasmehl und zwei Zentner Kainit gestreut. Als Stickstoffdünger wurde Chilisalpeter gegeben und zwar 50 Pfd. bet der Saat, 30 Pfd. als Kopfdünger am 12. Mai.

Versuchsforten: Angebaut wurden Petkuser Gelb­hafer, Strubes Schlanstedter Hafer, Beseler 11 und Svalöfs Ligowo. Jede Sorte wurde auf 2 von ein­ander getrennt liegenden Parzellen angebaut. Die Größe der einzelnen Parzellen betrug 525 qm.

Aussaat, Entwicklung und Pflege der Pflanzen: Die Aussaat erfolgte am 11. April auf 18 cm. Reihen­entfernung. Von dem feinkörnigen Pethuser Gelb­hafer wurden ca. 55 Pfd., von den anderen Sorten 6265 Pfd. pro V4 ha. ausgesät. Vor dem Auflaufen des Hafers wurde das Feld mit der leichten Walze überfahren und drei Tage später mit der leichten Saategge abgeeggt. Hinsichtlich des Auslaufens und der Entwickelung der einzelnen Sorten wurde wieder genau dieselbe Beobachtung gemacht wie bei dem An­bauversuch im Jahre vorher. Während Strubes Schlanstedter Hafer bei der Besichtigung am 11. Mai wiederum die größte Triebkraft zeigte, blieb Petkuser Hafer anfänglich in der Entwicklung zurück; die beiden andern Sorten standen in der Mitte. Im Verlauf der nächsten Woche konnte jedoch Petkuser das Versäumte wieder nachholen. Um das Unkraut zu bekämpfen und den Boden in seiner oberen Schicht zu lockern, wurde das Versuchsfeld am 27. und 28. Mai mit der Handhacke gehackt. Petkuser Gelb­hafer und Ligowo wurden am 10. August, Strubes Schlanstedter und Beseler am 17. August geschnitten. Lagerstellen kamen bei keiner Sorte vor.

Ergebnisse: Die Korn- und Stroherträge waren bei den einzelnen Sorten pro ^ ha folgende:

Sorte

Korn­ertrag Ztr

Stroh­ertrag infl. Spreu Ztr.

1000 Korn- gcwicht.

g

Petkuser Gelbhafer

15,31

24,20

36,26

Strubes Schlanstedter

14,36

24,20

38,44

Beseler

13,76

17,90

38,90

Ligowo

13,05

16,66

42,00

Es ist bemerkenswert, daß die Reihenfolge der einzelnen Sorten hinsichtlich ihrer Ertragsfähigkeit genau wieder dieselbe ist wie bei dem Anbauversuch im Jahre 1913. Bei diesem waren die Körnererträge bei Petkuser Gelbhafer 17,50 Ztr., bei Strubes Schlanstedter 16,60 Ztr., bei Beseler ll 16 Ztr. und bei Ligowo 15. Ztr. Den Landwirten unseres Kreises kann also der Anbau von Petkuser Gelbhafer besonders empfohlen werden.

Albion Kulturnation!

Fünfzig Schilling sannst Du Dir erwerben Von dem bibelfesten Engelland, Läßt Du einen frechen German sterben Oder fesselst ihn mit kühner Hand." So schreit Albion Die Kulturnation!

Wohl sind Neger Menschen zweiter Klasse, Doch wir brauchen sie zum Meuchelmord Und da fragen wir nicht nach der Rasse, Nur vernichtet sei das Deutschtum dort!" So denkt Albion Die Kulturnation!

Plündert nur, ihr schwarzen Höllengeister Deutsche Häuser uns in Kamerun Wir gehn Euch noran im Werk als Meister, Lernt von uns die ganze Arbeit tun!" So spricht Albion Die Kulturnation!

Lasset brenneu tierische Gelüste, Prügelt Eure dummen, deutschen Herrn, Ihre Frauen reist an Eure Brüste, Denn das sehen wir, bei Gott, sehr gern!

So hetzt Albion

Die Kulturnation!

Ist der German aus dem schönen Lande, Schwarzes Pack mil Deiner Hilfe, Müh': Dann beglücken wir Dich, Sklavenbande, Wie wir's machen jeder Kolonie!"

So denkt Albion Die Kulturnation!

» Armin Kraft.