M^ „Eine heilsame Lehre für die Neutralen^
Ueber die Vernichtung des französischen Dampfers
„Ville öe Lille" schreibt das holländische Blatt „Het Vaderland": Der Vorfall beweist, daß die deutsche An- kündigung schärferer Maßnahmen auf See bitterer Ernst ist. Aber die Vorgänge bei der Aufbringung des rauzösischeu Dampfers, daß, während die Besatzung sich n die Rettungsboote begab, der Dampfer zu entkommen versuchte und deshalb, weil er nicht schnell genug war, torpediert wurde, dürften nicht dazu beitragen, die Kommandanten der deutschen Tauchboote wohlwollender zu machen. Die Art und Weise, in der das Unterseeboot gegen ein Schiff vort unzweifelhaft feindlicher Nationalität vorging, war humaner, als die deutsche Ankündigung erwarten ließ. Die Tatsache aber, daß durch den Fluchtversuch die Absicht des deutschen Unterseebootes, das Schiff zu vernichten, nicht vereitelt werden konnte, bezeichnet „Vaderland" als eine heilsame Lehre für die Neutralen.
Weigerung nordischer Seeleute, nach England zu fahren.
Kopenhagen, 19. Februar. (T. lt.) In Aar- Hus liegen nach dem „B. L.-A." eine Anzahl dänischer und norwegischer Dampfer, die nach England abgehen sollten, deren Mannschaften und Offiziere sich aber weigerten, die Fahrt zu machen, so daß die Schiffe die Reise aufgeben mußten. Von dem dänischen Dampfer „Aga- tyr" weigern sich die Matrosen und Heizer, von den norwegischen Dampfern „Courier" und „Remus" die Offiziere und Mannschaften und von dem norwegischen Dampfer „Haarderaade" ebenfalls die Heizer. Alle vier Dampfer waren nach englischen Häfen bestimmt.
Ein dänischer Dampfer verloren?
Kopenhagen, 19. Februar. (T. U.) Der dänische Dampfer „Ulfsborg" nach Amerika unterwegs ist nach einer Meldung des „B. L.-A." wahrscheinlich unter- gegangen. Ein Mann der Besatzung telegraphierte aus London an seine in Kopenhagen wohnenden Angehörigen: „Schiff untergegangen. Bin selbst wohl." Die Besatzung zählte 22 Mann. Die Reederei ist noch ohne Nachricht.
Die englischen Reeder sollen den Verkehr nicht einschränken.
Brüssel, 19. Februar. (T. U.) Die Delegierten von 28 englischen Reedereien hielten nach der „Dtsch. Tgsztg." in London eine Konferenz ab, der auch ein Regierungsvertreter beiwohnte. Der letztere ermähnte die Versammlung im staatlichen Interesse, keine Ern- schränknng des regelmäßigen Schiffsverkehrs vorzn- nebmen.
Die Teuerung in England.
o-t London, 19. Februar. (T. U.) Die Teuerung in England erstreckt sich nicht nur auf Nahrungsmittel, sondern beinahe auf jeden Verbrauchvartitel. Kohlen sind fast überhaupt nicht zu haben. Der Kohlenmangel verursacht Störungen in allen industriellen Betrieben.
Der Türken krieq.
Der Wiederbeginn der türkischen Offensive im Kaukasus.
Nach Meldungen aus Konstantinopel haben, wie der „B. L.-A." aus Wien berichtet, im Kaukasus die Kämpfe in großem Umfange wieder begonnen. Die Operationen waren infolge ungewöhnlich starker Schneesälle und Stürme in der letzten Zeit fast unmöglich geworden. Es verlautet, daß die Türken die Offensive ergriffen hätten.
Ein Gefecht an der Küste Kleinasiens?
Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Die Mailänder „Jtalia" berichtet aus Athen, die Kapitäne und Reisenden der Schiffe, die am Mittwoch von Samos und Chios eintrafen, versichern, daß während des ganzen Taaes lebhafter Geschützdonner von der kleinasiatischen Küste her gehört worden sei. Man schließt daraus auf eine Beschießung der Forts von Smyrna,' es seien Schiffe der verbündeten Flotten bemerkt worden. Wahr- Meinlich sei eine Landung an der kleinasiatischen Küste beabsichtigt.
Chinesischer Hilferuf an Amerika.
„Corriere della Sera" erfährt aus Neuyork: Das Staatsdepartement erhielt eine Note der chinesischen Regierung mit der Bitte um freundliche Intervention im "^^^penhagen, 19. Februar. (T. lt.) Der ame- SÄ MÄ» Äff« japanisch-chinesische Konflikt friedlich gelöst «erde, andernfalls eine Zuspitzung der rapanisch-anlerrkanischen Beziehungen unvermeidlich sein mußte. Japan mußte im eigenen Interesse der Welt seine Friedensliebe beweisen.
Neue japanische Truppen in Schantung.
Das Stockholmer „Dagbladet" meldet aus Tokio: In Tsingtau und auf der Halbinsel Schantung smd neue japanische Truppen gelandet. Tsingtau selcht ist mit 4000 Mann japanischer Truppen belegt worden, darunter zahlreiche Artillerie.
Japanische Freiwillige für Frankreich?
Die „Rjetsch" meldet aus Tokio, daß sich eine Kommission zur Sendung japanischer Freiwilliger nach Frankreich gebildet hat. Ein Kostenbetrag von 40 Millionen Yen ist durch englische und französische Gaben
gesichert.
kriegsallerlet.
Neue Bundesratsveschlüsse.
In der Sitzung des Bundesrats am Donnerstag wurde dem Entwurf von Bekanntmachungen wegen Aenderung der Bekanntmachungen über das Auswahlen von Brotgetreide und die Bereitung von Backware sowie der Vorlage betr. das Verbot der Verwendung von Mehl jeder Art zur Herstellung von Seife die Zustimmung erteilt.
Die Mehlversorgnng.
Berlin, 19. Februar. (Amtlich. WTB.) Zu der Uebergangszeit, bis die Mehlzuwersung vollständig in Tätigkeit ist, haben sich manchenorts Stockungen in der Mehlversorgung gezeigt, wobei es nicht an Mehl überhaupt, sondern nur an Roggenmehl fehlt. Um derartige Verlegenheiten zu beseitigen, hat der Bundesrat den Landes- zentralbehörden oder den von ihnen bestimmten Behörden die Befugnis gegeben, die einschlägigen Vorschriften über das Auswahlen von Brotgetreide sowie über die Bereitung von Backware vorübergehend im Falle eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses abzuandern. Die Behörden sollen ermächtigt werden, je nach den Umständen vorzuschreiben, daß dem Weizenmehle nicht 30, sondern z. B. nur 15 Prozent Roggenmehl zuzu- mischen sind, oder daß die Bäcker bei der Bereitung von Weizenkrot an Stelle des Roggenmehl-Zustrtzes einen Zusatz von Kartoffeln, von Gerstenmehl, Maismehl, Hafermehl oder ähnliches zu verwenden haben.
Die Frühjabrs-Bestellung.
In den zuständigen Reichsämtenr und preußi chen Ministerien ist man fortgesetzt mit Arbeiten beschäftigt,
um Sie für unsere Volks- und Viehernäyrung so wichtige Frühjahrsbestellung sicher zu stellen. Von landwirtschaftlichen Körperschaften liegen nach dieser Richtung viel Anregungen vor, insbesondere spielt die Frage der Festsetzung von Höchstpreisen für die Düngemittel eine Rolle. Jedoch ist eine Entscheidung noch nicht "wanken und das Bild
getroffen. Die Meinungen sch ändert sich mit jedem Tage. Nu .....___a_ setzlich festgelegte Preise. Aber nicht jeder Böden eignet sich zur Kalidüngung. Den Kräftestand von Pferden und Zugochsen zur Frühjahrsbestellung hofft man, soweit der Hafer nicht ausreicht, durch Fütterung mit der allerdings nicht billigen Braugerste, die durch die neue Bierverorönung frei wird, hochzuhalten. Vielleicht wird man außer den zuckerhaltigen Futtermitteln auch noch andere enteignen und zur zweckmäßigen Verteilung bringen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Arbeitermangel auf beut Lande, jedoch will man voll der Beschäftigung städtischer Arbeitsloser, die nicht früher in der Landwirtschaft tätig waren, diesmal möglichst absehen, weil für diese Leute die ungewohnte Arbeit sich als zu schwer erwiesen hat. Letzten Endes werden Kriegsgefangene zur Frühjahrsbestellullg herangezogen werden.
ur für Kali gibt es ge-
Kriegsgefangene im Bergbau.
In Bochum sind nach der „Frkf. Ztg." die ersten Kriegsgefangenen angekommen, die auf den benachbarten Bergwerken zur Arbeitsleistung verwendet werden sollen.
Ein feindlicher Flieger über Freiburg i. Br.
Nach einer Meldung der „Frkft. Ztg." erschien Mittwoch nachmittag %3 Uhr ein feindlicher Flieger über der Stadt Freiburg i. Br. Er warf drei Bomben ab, durch welche der Dachstuhl eines katholischen Mädchen- instituts beschädigt und Häuserschaden angerichtet wurde. Es ist niemand verletzt. Kein militärisches Gebäude wurde getroffen.
4000 deutsche Gefangene in Marokko.
Die „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Laut einer aus Madrid nach Parts übermit- telten Schätzung nimmt man in Tanger an, daß die Zahl der bis 1. Februar nach Marokko gesandten deutschen Kriegsgefangenen etwa 4000 betrage, die acht Stunden täglich an öffentlichen Arbeiten beschäftigt werden. Dafür erhalten sie Lohn und Verpflegung wie die französischen Truppen.
Begegnung zwischen einem deutschen Luftschiff und einem holländischen Dampfer.
Der im Hafen von Rotterdam mit einer Ladung Steine aus Kjöge eingelaufene niederländische Dampfer „Helene" von der königlich niederländischen Dampf- schiffahrtsgesellschaft begegnete nach einer Meldung des „B. T." am Dienstag morgen 10 Uhr 40 Meilen von Ameland einem deutschen Luftschiff, das aus östlicher Richtung kam. Als das Luftschiff immer niedriger her- absank, salutierte der Kapitän mit der niederländischen Flagge. Dieser Gruß wurde von der Besatzung des Luftschiffes, die deutlich zu erkennen war, mit Mützen- schwenken lebhaft beantwortet. Das Luftschiff schwenkte uimben Dampfer herum und kehrte in östlicher Richtung zurück.
Vermischtes
Vier russische Gefangene entwichen. Mittwoch abend sind aus dem Gefangenenlager in Döberttz vier russische Gefangene, darunter ein Unteroffizier und zwei Einjährige, entwichen. Die Flüchtlinge trugen ihre Uniform, an der sie ebenso wie an ihrem mangelhaften Deutsch leicht zu erkennen sein dürften.
Ein Preis für unsere U-Boote. Ein Leipziger Bürger hat 3000 Mark für die Mannschaft desjenigen Unterseebootes gestiftet, das den ersten englischen Truppen- transportdampfer unschädlich macht oder sich durch sonst eine mutige Tat hervortut.
Wie die Engländer die Rekrutierung ansznnittzen verstehen, geht aus einem Urteil hervor, das das Gericht in Belfast fällte. Vor den Kriegsrichtern stand ein gewisser George Downeys, der es verstanden hatte, sich Anfang Januar in fünf verschiedenen Rsgimentern anwerben zu lassen. Er steckte regelmäßig das Handgeld ein, ließ sich Vorschuß auf seine Löhnung zahlen und verschwand. Der brave Vaterlandsverteidiger wurde zu einem Jahr Zuchthaus und Ausstoßung aus dem
teil
r-
Heere verurteilt.
Folgenschwere Explosion in einer Gasanstalt. In der Gasanstalt der Gemeinde Juditten bei Königsberg ereignete sich beim Ausbessern eines Kessels infolge Entzündung von Benzol einer Lötlampe eine heftige Explosion. Der Betriebsleiter und ein Vorarbeiter wurden getötet, drei andere Arbeiter schwer verletzt.
Drohender Eisenbahnerstreik in England. Die Delegierten der englischen Eisenbahn-Vereine beschlossen in einer besonderen Londoner Versammlung angesichts der täglich zunehmenden Lebensmittelteuerung für den 15. März eine 20prozentige Lohnerhöhung zu fordern, und falls die Forderung unerfüllt'bleibt, am genannten Tage in den Ausstand zu treten.
Tale» der A. 21.
Von Otto v. Gottberg. (Aus der K. Z.)
„Durch einen Schutz aus diesem Rohr versenkte am 5. September 1914 der Kommandant den englischen Kreuzer „Pathfinder", Heitzt's auf kleiner Silbertafel, die Frennde des Kapitänleutnants Hersing an ein Torpedorohr von „lt 21" nageln ließen. Jenes Schusses laut durch die Welt hallendes Echo wird nämlich nie verstummen und die Kriegsgeschichte den Namen des Offiziers an ihren Tafeln "tragen als den des ersten Soldaten, der mit der neuen Unterwaffe einen löblichen Schlag gegen ein feindliches Kriegsfahrzeug führte. Seither hat er in der Irischen See Dampfer umgelegt, ist zu kurzer Rast wieder daheim und trägt unter lachendem Gesicht das Kreuz erster Klasse am Bordjakett. Die Post bringt ihm Liebesgaben und Heiratsanträge. Maiglöckchen, die er selbst nicht kaufte, blühen auf der schmalen stählernen Tischplatte in seiner Kammer. Aber Auszeichnungen und Erfolge haben ihn weder verwöhnt noch redselig gemacht: „Zu erzählen ist eigentlich nichts,- der „Pathfinder" wollte in den Firth of Forth einlau- fen und ich lag davor, also konnte ich fchießen." „Und die englischeil Zerstörer?" „Ja, einer verfolgte mich, aber dann taucht man halt unter! . .
Aehnlich beschrieb er in drei kurzen Sätzen ,einen jüngsten Fischzug in die Irische See mit jenem Humor, der am liebsten auf eigene Kosten lacht, und vergaß oder unterschlug seine verwegenste Tat, das Beschießen einer enflÄnÄÄ war „USl^u^toto. Also lag es nahe zu fragen: ' ' geburtstag gefeiert?" , „Es ,
Also lag es nahe zu fragen: „Wie haben Sie Kalfers- aeburtstag gefeiert?" „Es war alles wie sonst. Nur spielte das Grammophon „Heil Dir im Siegerkranz , und wir bemühten uns zu Ehren des Tages womöglich noch schärfer als sonst auszuspahen." — Bald darauf lag Hersing vor dem Hafen von Liverpool auf Lauer. Zwei Masten und ein dicker Schornstein kommen heraus.
oot zum
Darunter wälzt sich ein schwarzer Dampfer mit rotem Bauch im Was,er. Von „U 21" ragt nur die Spitze des Seerohrs über das leichte Wellengekräusel. Gerade darauf zu hält die „Bencruachan" und ist dicht heran, als
Hersing sein Boot aus den Fluten hebt. Wie Neptun aus Meerestiefen steigt er mit dem wachhabenden Offizier und dem Rudergänger aus dem schnell geöffneten runden Turmluck, zeigt die kaiserliche Kriegsflagge ultd ruft durchs Sprachrohr „stop!" Abwartend legt er die
Hände aufs Geländer der engen Brücke, ruft die Bedienung an ein Geschütz und reicht den Blechtrichter seinem Leutnant. Er soll mit den Briten verhandeln, während der Kommandant tein Auge von ihnen läßt.
Gehorsam dreht der Engländer bei. Der Leutnant hebt den Trichter: „Was für Ladung tragen Sie?" „General Cargo" (gemischte Ladung), ruft der Kapitän von der weißen Brügge des Dampfers zurück, und der Rudergänger aus Hamburg platzt heraus: „Wat de hevven den General Cargo an Bord!" Der Leutnant singt weiter gedehnte Worte in den Trichter: „Sie haben
10 Minuten, um mit der Besatzung von Bord in die
Boote zu gehen. Die Schifsspapiere nehmen Sie mit und liefern Sie hier ab!"
Zaudernd kraut oben der Engländer sich hinter dem blau-roten rechten Ohr. Seine Leute liegen mit den
Unterarmen auf der Bordwand und starren aus weiten
Augen auf des Weltmeeres jüngstes Schrecknis und
Gespenst, — die schlanke leichtgraue Zigarre von Stahl unter deutscher Kriegsflagge. Auf „U 21" wird der Mund eines Geschützes gegen den Danwfer gedreht. Da ruft der englische Kapitän in Hast einen Befehl. Seine Matrosec, rennen zu den Kojen und stolpern mit Bündeln unter den Armen wieder an Deck. Hüben und drüben sinkt von beiden Fahrzeugen ein B
Wasser. In dem von „It 21" sitzen vier Mantl. In das der „Brencruachan" springt ihre Besatzung und rudert
zur grauen Zigarre. , t
„Wo sind ihre Papiere?" Der Brite kratzt wieder hinter dem rotblauen Ohr: „Vergessen? Also steigen Sie zu meinen vier Leuten ins Boot. Ihre Leute kommen als Geiseln zu mir an Bord!" Von vier deutschen Matrosen gerudert betritt der Engländer nochmals sein Schiff, holt die Papiere und sieht, wie die Unsern eine Sprengpatrone an seinem Schiff befestigen. — Der Kahn mit vier Deutschen und einem Briten schaukelt wieder zur Zigarre. Ein Donnerschlag hallt über den Irischen See. Eine Rauchsäule spritzt auf, und in ihrem Qualm füllt taumelnd der schwarze Dampfer auf die linke Seite. Fünf Minuten später ist er versoffen. Mit der Harcö winkt Hersing dem Brrten einen Abschieds- gruß, steigt mit den Seinen ins Luck und läßt die Zigarre unter Wasser verschwinden. Wieder hebt das graue Gespenst nur die Spitze des Rüssels über die Flut.
Der die Engländer nach Liverpool tragende Kahn ist in der Ferne noch als schwarzer Punkt durch das Periskop zu sehen, als gemächlich und nichtsahnend ein weiter schwarzer Kasten sich aus dem Hafen rakelt. „Auch ein schmackhafter Dampfer," sagt Hersing und be- schleicht ihn unter Wasser. Fast vor dem Bug auftauchend ruft er sein: „Stop!" — Bündig wie, vorher wird die erschrockene Mannschaft von Bord gewiesen. Dann hat auch die „Linda Blanche" gelebt.
Hersing hat Appetit, aber nicht nur auf Essen bekommen, laßt sich das Pökelschweinefleisch mit Back- ps aumen nach oben in den Turm bringen und blirczelt auf der Suche nach „Schmackhafterm" zwischen je zwei Happen durch das Seerohr. Er fühlt, daß er heute eine glückliche Hand hat, und . . . .richtig ein dritter Engländer, ein Kohlenschiff, dampft ihm ins Netz. Schnell wirds zu den beiden anderen geschickt. — „U 21 liegt wieder unter Wasser auf Lauer Aber eine Echo des Donuerschlags, der die „Bencruachan" ms Wellen- grab warf, Haben elektrische Funken, Panik weckend in febes Kontor britischer Reeder getragen. Es wird ihm sauer, denn er schämt sich vor der Welt und schämt sich ür die Männer auf den fchivimmenden „Bollwerken von Olö-England", aber . . . ein klügerer obschon geknickter Maini, gibt er Befehl zur Einstellung der
Schiffahrt in der Irischen See.
Vergebens wartet Hersing darum für Tage auf neue Beute. Kein Fahrzeug unter britischer Flagge wagt sich in ben Hafen von Liverpool oder hinaus. Des Wartens müde, kreuzte Verfing auf der Suche nach neuen Abenteuern in der Irischen See. Mit den Geschützen befestigter Werke durfte er sich nicht hermuschießen, aber eine Luftschiffhalle nahm er unter Feuer Ge rof en hat er sie. Doch ließ sich der Schaden nicht feststellen, weil ein benachbartes Fort ihn mit Granaten bewarf. Als sie endlich dicht beim Boot einichlugen, verschwand er mit den Seinen unter der Klappe, zog den Juiüel ein, machte sich davon und durste wohl lachen. Eiuervin- zige Zigarre von deutschem Stahl, keine fünfzehn Meter lang hatte ihren Angriff bis ins Heim und Herz der gewaltigsten, einst die Meere beherrschenden Seemackst getragen! Kein Wunder, daß die britische Admiralität ihren Landsleuten davon nichts verriet. Sie schickte 3l> Zerstörer aus, um nach Hersing und feiner „Basis in der Irischen See" zu suchen. Gefunden haben sie weder ihn noch die „Basis". Er stillt nach getaner Arbeit abends seine Ballasttanks wieder fröhlich bei Loheyde, und die Basis unsrer Mrterseebootserfolge yt keme Oel- station in der Irischen See, sondern der dreiste Wagemut unserer Seeoffiziere, die Lelstungsfarsigkeit^ deutscher Technik und die gewissenhaft treue Pflichtübung
gut einexerzierter Besatzungen.________________ _
Weitere Drahtnachrichten.
Zur B-!-tzu»g"-°«"T»emoÄttz" durch die O-ft-r- reicher schreibt die „Kreuzzeitung", die militärische Bedeutung dieses Erfolges sei nicht übermäßig groß, umso einschneidender sei aber dre politische. Auf keinem an- feiÄ««^ HÄÄ SÄ SÄ» russischen Ankündigungen auf gewaltige Kanipfe um
Czernowitz gefasst E^E hatte
siegreichen Vorgehen der beiden äußersten .fiecresflügel der Verbündeten gegen die Flanken, und rückwärtigen Verbindungen ver russnchen Haupt- kräfte ergibt sich eine außerordentlich günstige strate- gtsche Lage. Es ist kaum anzunehmen, daß die Nußen »och weitere bedeutende Reserven haben, um einen für sie aünttiaen Umschwung herbeiführen zu können.
^ie Köln Ztg." meldet aus Zürich : Nach dem Werner Bund" ist die russische Front tatsächlich auf beiden Flügeln eingedrückt worden. Die russischen Verluste sollen 150 000 Mann übersteigen.
Beilegung des türkisch-griechischen Zwischenfalles.
^ Konstantinopel, 19. Februar. (WTB.) Die end- giltige Regelung des türkisch-griechischen ZwischensalleS wird in hiesigen Kreisen mit lebhafter Genugtuung ausgenommen. Der österreichisch-ungarische Botschafter, der gestern mit dem Grotzvezier eine lange Unterredung hatte, stellte fest, welch versöhnlicher Geist d e türkischen Staatsmänner bei dieser Angelegenheit ge? leitet hat.