* --------- Die Zukunft CalatS.
Die „Köln. Ztg." berichtet aus Zürich: Die italienische Nachrichtenagentur der „Correspondenza" schreibt in einem viel beachteten Aufsatz: In politischen Kreisen hege man ernste Besorgnisse für die Zukunft von Calais. Dort seien sämtliche französischen Behörden zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. Es seien dort keine französischen Truppen mehr. Dagegen würden große Kasernen für die Engländer und elegante Villen für die englischen Offiziere gebaut. Schon einmal sei Calais während zweier Jahrhunderte in englischem Besitz gewesen. Außerdem habe Frankreich bewiesen, daß es allein nicht imstande sei, die Nordküste zu verteidigen. Offenbar fühle England hier die Pflicht, selbständig vorzugehen.
Eindrücke hinter der nordfranzösischen Front.
Schilderungen eines Pariser Berichterstatters aus den von den Engländern „beherrschten" Städten Nordsrankreichs sind auf dem Wege über das neutrale Hol- laud zu uns der französischen Zensur entgangen. Die „Voss. Ztg." entnimmt den Beschreibungen folgendes: Mehr als ein Offizier hat mir in den letzten Tagen, die ich an der Küste in Erwartung einer Ueberfahrtsmög- lichkeit verbrachte, mit bitterstem Lachen erklärt, daß die Anmaßungen der Vertreter Englands schwer vernar- bende Wunden in den Herzen der Franzosen zurücklassen müßten. Diese Behandlung schreie zum Himmel. Der französische Kommandant komme sich nur noch als Werkzeug des Willens von John Bull vor. Er habe nichts mehr zu sagen, sondern nur noch dem Befehl des Fremden zu gehorchen. Seit dem 4. Februar seien die Lebensrnittel im Durchschnitt um 25 vorn Hundert gestiegen. Innerhalb der letzten 8 Tage habe die Schifffahrt einen jähen Sturz erlitten. Die Ueberzeugung werde immer allgemeiner, daß, selbst wenn Deutschland die Blockade nicht gelinge, wenn nur der gegenwärtige Zustand bestehen bleibe, Englands Not von Tag zu Tag brennender werde und die Stunde nicht mehr fern ist,» roo die Regierung gezwungen sein werde, für den sparsamen Verbrauch der vorhandenen Lebensmittel nicht nur die gleichen Maßnahmen zu treffen wie Deutschland, sondern noch zu weit anderen Mitteln ihre Zuflucht zu nehmen. Englische GetreiöebLnöler hätten ausgerechnet, daß, wenn der jetzige Zustand weiter an- hält, die Lebensmittelvorräte Mitte Juni dieses Jahres erschöpft sein werden.
Kanadische Truppen in Frankreich.
Ein Reutertelegramm aus Ottawa meldet nach Berichten aus dem Haag: Der Präsident des kanadischen Unterhauses verlas im Unterhause ein Telegramm des britischen Kolonialsekretärs, in dem mitgeteilt wird, daß das kanadische Truppenkontingent sicher in Frankreich angekommen sei.
Die englischen Streitkräfte in Aegypten betragen, wie die „Jtalia" einer Genfer Meldung zufolge berichtet, 80 000 Mann erster und 50 000 Mann zweiter Linie. Die anders lautenden Angaben von 250 000—300 000 Mann englischer Truppen in Aegypten sind, wie das Blatt feststellt, übertrieben.
Der Krieg in den Kolonien.
Der Feldzug gegen Deutsch-Südwestafrika.
Wie das Amsterdamer „Handelsblaö" aus Pretoria meldet, sind zahlreiche Dienstverweigerungen bei dem Feldzuge gegen Deutsch-Südwestafrika vorgekommen. Man wisse noch nicht, was die Regierung mit den Dienstverweigerern tun werde.
kkieasallerlei. .
Der Kaiser in Berlin.
Berlin, 17. Februar. (Amtlich. WTB.) S. M. der Kaiser ttt zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen.
Mafsenprotestverfammluug der Deutschamerikaner.
Nach einer Reutermelöung aus Neuyork planen die Deutschen Amerikas in dieser Woche an allen Orten große Protestversammlungen, in denen die Deutschamerikaner der Regierung ihren Unwillen wegen der scharfen Sprache gegenüber Deutschland und ihrer schlappen Haltung England gegenüber kundgeben wollen. Mehr als 30 Versammlungen dieser Art sind bereits ange- kündigt.
Urbarmachung von Ländereien durch russische Gefangene.
Zur Trockenlegung von Sumpfstrecken, Urbarmachung von Oedland und zum Deichbau, wobei 30 000 Russen aus den Gefangenenlagern Stenöal, Gardelegen und Salzwedel verwendet werden, sind zurzeit unter Beteiligung des Staates, der ein Drittel der Kosten trägt, in der Altmark Genossenschaften in der Bildung begriffen. Die Gesamtkosten betragen pro Morgen sechs bis acht Mark, die Ertragsteigerung wird für den Morgen auf dreißig bis vierzig Mark geschützt.
Ergriffene Ausreißer.
Die zwei entflohenen französischen Offiziere, die in dem Gefangenenlager in Fort Zinna bet Torgau interniert waren, sind wieder ergrif en worden.
Unwürdige Behandlung deutscher Gefangener in Indien.
Italienische Reisende, die aus Indien in Neapel ankamen, berichten nach der „Frkft. Ztg." über unwürdige Behandlung bürgerlicher Kriegsgefangener durch die Engländer. Angesehene deutsche Kaufleute werden zu Stratzenarbeiten verwandt. Der Kapitän eines Handelsschiffes muß unter der Aussicht von Eingeborenen Teller aufwaschen. Die mit ihren Frauen von Ostafrika nach Indien verbrachten Missionare wurden von ihren Frauen getrennt und in Konzentrationslagern festgehalten, während die Frauen allein ohne Schutz den Belästigungen in Feindesland ausgesetzt sind.
Luftgespenster in Kanada.
Die Zeppelinfurcht scheint jetzt auch nach Kanada übergeschlagen zu sein. Laut einem in Toronto eingegangenen Telegramm aus Ottawa sind zwei mct star- keu Scheinwerfern versehene Luftichiffe über Brockeville 100 Kilometer südwestlich von Ottawa in der Richtung auf dieses geflogen. Auf diese Meldung hin wurden in Ottawa in der Nähe des Parlamentsgebauöes alle Lichter geblendet. Es erschien jedoch kem Luftschiff.
Wieder ei« Attentat in Indien.
In Britisch-Jndien ist nach einer Meldung der „Frkf. Ztg." wiederum ein Anschlag ausgeführt worden: Wie die „Times" berichtet, haben sechs bewaffnete junge Bengalen einen Wagen angehalten, der 1200 Pfund Sterling enthielt, die für Lohne bestimmt waren. Es sanunelte sich sofort eine große Anzahl von Bengalen an, doch wurden diese mit Revolvern von den Räubern in Schach gehalten. Drei der Täter sind verhaftet worden.
Der Ringkämpfer im Feld.
In der illustrierten Kriegschronik des „Daheim" plaudert der im Felde stehende Münchner Schriftsteller Sfeorg Queri über allerlei „Dinge vorn Kriegsrand" (in Äthringen) und erzählt dabei eine Kriegslegende,
die ihm die zweite österreichische Mörserdivision von L. mitgebracht habe: Ein unbändig starker deutscher Soldat. Er stürzt auf meinen Freund Chaffusz zu, oder eigentlich auf dessen österreichische Uniform und sagt: „Ich bitt' gehorsamst um Entschuldigung, Herr Oberleutnant, aber es freut mich halt, daß ich einen Oester- reicher feh. Ich hab nämlich schon in Wien gearbeitet." — „Wie lang?" — ,,Vierzehn Tag." — Denkt sich mein Freund Chaffusz: vierzehn Tag — ein netter Arbeiter, oen's nach vierzehn Tagen schon nimmer freut. „Warum denn nur vierzehn Tag?" Und der andere, seine Riesengestalt noch strammer aufreckend und den bärenhaften Brustkasten noch um einige Zoll dehnend: „Ich bin hall ein Ringkämpfer." — „Ah, Respekt! Das is ja gor nix Schlechtes im Krieg! Ham S' alsdann schon g'rungen auch im Krieg?" — „Melde gehorsamst, Herr Oberleutnant, mit sechs auf einmal!" — „Oho! Und wie is das nausqangen?" — „Für die ersten fünf ganz schlecht. Aber der sechst, der Lump hat mich mit dem Bajonett derwischt. Grad im obern Haxen. Und da fall ich halt um, und er kniet sich auf mich nauf-- Herr Oberleutnant, was sagen sie dazu!" Chaffusz kommt aber nicht dazu, seine Ansicht über diese Kampfesweise an den Mann zu bringen, weil der Ringkämpfer mit aller Entrüstung wetterfährt: „Lump, schrei ich, was willst! Naufknieglu willst dich auf mich!?? Hanswurscht, trauriger. . ." Und dann beschreibt er etwas sonderbar, grausige Augenblicke mit Athletenfachworten schildernd, wie der Franzose in seinen Händen stirbt . .. „Und dann?" frägt Chaffusz — „Ja, der Bajonettstich halt. Auf einmal hat's mich auch packt — da hab ich halt mein Geist aufgebn." Lang scheint aber der Ringkämpfer nicht ohne Geist gewirtschaftet zu haben: die Sanitäter fanden ihn, und er genas in der Folge wieder zum Riesen von ehedem. „Und jetzt solln sieben oder acht kommen, ein Franzos um den andern — Herr- Oberleutnant, fragen S' nur den Cyganiewicz, der roo bei die Oesterreicher dient — mit dem hab ich fchon einmal gerungen, ich glaube in der Alhambra. Sie, der hat aber Augen gemacht . .. ."
die Vergewaltiguvg Chinas.
Während in Europa die Völker aufeinanderschlagen, fchickt sich Japan an, ganz China in die Tasche zu stecken. Nachdem es unter Verletzung der chinesischen Neutralität Kiautschou erobert hat, bedrängt es jetzt die Regierung in Peking, ihm ein Protektorat mindestens über die östlichen Gebiete des Himmlischen Reichs einzuräumen. In der Mandschurei und östlichen Mongolei fordert Japan Vorrechte, in Schantung will es Erz- und Kohlengruben haben, Gendarmerie und Militär soll seiner Aufsicht unterstellt werden usw. Es ist ungefähr dasselbe System, das Japantu Korea an- wandte, um dieses ehemals von China abhängige Königreich zu einer japanischen Kolonie zu machen. Mag sich der Präsident Juanschikat sträuben, wie er mag, und das chinesische Volk protestieren, Japan wird sich nehmen, was es kriegen kann, und mit Hilfe feiner militärischen Ueberlegenheit vor keinem Druckmittel zurück- fchrecken. Solange der europäische Krieg dauert, gibt es für China keine Rettung.
Kläglich ist die Haltung der Ententebrüder in Paris und London. Was haben die Clemenceau, Pi- chon und Delcassee nicht alles geschrieben und schreiben sollen, um die Japaner oinzuladen, ihr Blut an der Maas und Marne zu vergießen! Jetzt tun sie so, als ob sie den Gewaltstreich ihres gelben Freundes Nicht verstehen könnten, und zittern für ihren eigenen Besitz in Jndochina. Die Londoner Presse, die sich von Rechts wegen beinahe ebenso entrüsten müßte wie über tue Verletzung der belgischen Neutralität, tröstet sich damit, daß ja die chinesische Unabhängigkeit.in mehreren internationalen Verträgen garantiert fen An ernen Einspruch gegen das Vorgehen des zum Raub von Kiaut- chou aufgestachelten Bundesgenossen in Ostasien ist natürlich nicht zu denken. Und Onkel Sam, der so lange eine liebe Not mit der japanischen Einwanderung an einen Westküsten gehabt und den Panamakanal extra gebaut hat, um die Vormachtstellung im Stillen Ozean zu behaupten und seinen Handel in dem zukunftsreichen China noch mächtiger zu entwickeln? Es hat die Zeit mit Lieferung von Konterbande an dte guten Freunde Japans in Europa vertrödelt und über die Erringung vorübergehenden Nutzens die von seinen Nebenbuhler in Ostasien drohenden dauernden Nachtecle nicht beachtet.
Was sich jetzt in China zum Schaden aller alten Kulturnationen an neuen Wirren vorbereitet, ist der Fluch der bösen Tat Englands, daß es in dem großen Kampf mit Deutschland die Hilfe der Japaner, rote die feiner schwarzen und braunen Völkerschaften, in Anspruch nahm und den Raub Kiautschous anstiftete. Die Wirkung auf die bisher so englandfreundliche Stimmung in den Vereinigten Staaten kann nicht ausbleiben, denn Geschäft ist Geschäft.
Ein russisch-japanisches Abkommen.
Kopenhagen, 18. Februar. (T. U.) Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphenagentur aus Peking ist zwischen Rußland und Japan ein Abkommen über die Abgrenzung der Interessensphäre in China zustande gekommen. Rußland erhebt keinen Einspruch gegen den Bau einer japanischen Eisenbahn von Port Arthur nach Mukden.
Militärische Vorbereitungen Japans.
Nach einer Depesche des „Daily Chronicle" aus Tokio trifft Japan, wie aus einem Haager Telegramm des „H. K." hervorgeht, große militärische Vorbereitungen. Auf allen Kriegswerften werde fieberhaft gearbeitet. Die japanischen Kriegsschiffe, die noch vor einigen Wochen im Südsee-Archipel lagen, seien fast alle in japanische Häfen zurückgekehrt und nach den chinesischen Gewässern abgegangen. 20 000 Mann Marine- Infanterie feien in der letzten Woche auf 16 Kriegsschiffen eingeschifft worden. .Etwa 35 japanische Kriegs- fahrzeuge kreuzen an der chinesischen Küste. Die Mobilisierung dreier Jahresklassen des Heeres und die Ver- hangung des Kriegszustandes über Korea seien bereits erfolgt.
Abgewiesener sranzösischer Lnrchdruchsversuch.
Von einem gelegentlichen Mitarbeiter wird der „Schles. Ztg." folgendes Stimmungsbild übermittelt, das die Abwehr eines französischen Durchbruchversuches durch ein Infanterie-Regiment schildert: „
Die von dem französischen Generalissimus Joffre angetündigte Offensive ist !Wü6 gegeifert, und ver- geblich hat das enttäuschte französische Volk auf das an- getündtgte „Weihnachtsgeschme gewartet, ttebe'all, wo Sie französische Offensive ehtfeü*e. scheiterte sie an der Wachsamkeit und Tapferkeit unserer Truppen. Auch ein in der Nähe von R. . . . von den Franzosen sorgfältig vorbereiteter Durchbruchsverium am Nachmittag des 22. Dezembers 1914, der in der N ichr zum 23. fortgesetzt wurde, mißlang gänzlich. Er richtete sich gegen etu bei dem von der französischen Artillerie zerschossenen
Schlosse Les Comelles gelegenes Wäldchen, das schock mehrere vergebliche Angriffe der Franzosen erlebt hatte. Die auffallende Ruhe bei den Franzosen seit schon mehreren Tagen begegnete bei uns einer verschärften Wachsamkeit. Besonders die 8. Kompagnie, deren Schützengräben bereits mehrere Tage vorher durch das Feuer der französischen schweren Artillerie sehr gelitten hatten, späten scharf hinüber nach den feindlichen Stellungen.
Es war am Nachmittag des 22. Dezembers, 3 Uhr. Kein Schuß fiel von drüben. Unsere Posten konnten durch die Schießscharten nichts auffälliges beobachten. Nur die Tätigkeit der Flieger beider Parteien war ziemlich lebhaft. Auf einmal scheint sich bei den Franzosen ein Höllenrachen zu öffnen. Französische Jnfanterie- und Maschinengewehre knallten wie besessen auf unsere Schützengräben los. Wir decken uns, und die Geschosse fliegen über unsere Köpfe hinweg. Ein Witzbold meinte: „Die französischen Rekruten werden sich einschietzen," und wir waren höchst belustigt über das Höllenkonzert. Bald aber sollte er und sollten wir alle eines anderen belehrt werden. Von allen Seiten setzte plötzlich um 4 Uhr das Feuer der französischen leichten und schweren Artillerie ein. Besonders arm linken Flügel im Wäldchen wirkten die französischen Granaten und Schrapnells verheerend. Im Nu war der Schützengraben verschüttet, Graben und Unterstände bildeten einen wüsten Trümmerhaufen. Durch ein hier nicht zu erörterndes Manöver wurden aber bei uns Verluste vermieden. Als
eine Beruhigung wurde es schließlich von allen Kämpfern empfunden, als unsere Artillerie einsetzte.
Gegen 6 Uhr — es war finster geworden — setzte Feuer der französische» Artillerie auf das Wäldchen und wurde weiter nach hinten verlegt, anscheinend das Herankommen von Reserven zu verhindern, diesem Augenblick nisteten sich unsere Schützen in tiefen Granatlöchern ein, und wie sich jetzt zeigte,
das aus um In den
gerade zur rechten Zeit.
Denn schon machten sich französische Pioniere an den 20 Meter vor dem Schützengraben befindlichen Drahthindernissen zu schaffen. Infanterie, durch Stahlschilde geschützt, kroch vor, ein Bild, das sich in dem Schein der Leuchtraketen gespensterhaft abhob. Bei unseren Schützen ertönte ein kurzes Kommando, und die französischen Pioniere und Infanteristen wurden mit Hagel von Geschossen überschüttet. Kein Schutz war verfehlt. Ein wohlgezieltes Feuer unserer Artillerie unterstützte unsere Verteidigung. Ihre Granaten und Schrapnells sausten, wie sich später herausstellte, in die im Wäldchen bereit- gestellten und bereits anrückenöen französischen Reserven. _ ,
Gegen 10 Uhr nachts trat einigermaßen Ruhe ein. Nur auf einer von den Franzosen beherrschten Chaussee hörte man die ganze Nacht über das Rollen von Wagen. Als der Morgen graute, gewannen die Unseren erst ein Bild von den großen Verlusten, die die Franzosen erlitten hatten. Unter den Gefallenen befanden sich auch mehrere französische Offiziere. Haufenweife lagen die Toten hinter den Drahthindernissen und weiter hinten am Wäldchen. Die Toten trugen die Regimentsnummern 2, 4, 7 und 23. Eine ganze französische Division war es also, die unsere Stellung überrennen wollte. Wie ein französischer Ueberläufer berichtete, sollen von drei Kompagnien der vorderen Linie nur 84 Mann Unverwunöete zurückgekommen sein. Es waren algerische Schützen und Territorial- truppen, die gegen uns gesümpft hatten.
Noch in der Nacht waren Pioniere tn unsere zerstörten Schützengräben gekommen, um den Schaden, den die französischen Brummer angerichtet hatten, einigermaßen auszugleichen. Mit Stolz blickten wir auf die Braven, die im Granat- und Schrapnellhagel kaltblütig auf ihren Posten ausharrten, an deren Zähigkeit und Unerschrockenheit der französische Angriff abprallte. Der 22. Dezember 1914 gehört zu den unverwelklrchen Ruh- mesblüttern des Regiments, und insbesondere der 8. Kompagnie. Den Tapferen wurde auch in einem Divisionsbefehl eine lebhafte Anerkennung ausgesprochen. Besonders wurde die 8. Kompagnie dadurch geehrt, daß ihr Führer, Leutnant der Reserve K., mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse dekoriert wurde.
Weitere Drahtnachrichten,
Zum Beginn des Unterseebootskrieges am 18. Februar schreibt der „Berl. Lokalanz.": Das deutsche Volk hat das Vertrauen, daß seine Regierung den heute beginnenden Unterseebootskrieg mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln führen wird und daß sie sich durch keinen Einspruch von ihrem Wege abbringen lassen wird. Auch der Feind ist sich mehr und mehr bewußt geworden, daß es sich um einen machtvollen und furchtlosen Gegner handelt, der zu siegen entschlossen ist, weil er siegen will und siegen muß.
In der „Germania" liest man: Uns beherrscht der Wille zum Siege und darum können und werden wir nicht zögern, die Taten zu vollbringen, die er uns mit unerbittlicher Notwendigkeit abverlangt.
Die Tgl. Rundsch." meldet aus dem Haag: In Zukunft soll nur dreimal wöchentlich ein Postdampfer zwi- scheu Holland und England verkehren.
Die „Voss. Ztg." meldet aus Zürich: Das Kabel Brest-Neuyork ist unterbrochen. Alle kontinentalen Telegramme müssen nunmehr über England und die dortige Zensur befördert werden.
Eingestellter Fährverkehr.
®-> Amsterdam, 18. Februar. (WTB.) Die Blätter melden, daß die Fährdampfer von Rotterdam und Vlissingen nach London den Dienst einstellen. Heute, am Donnerstag, soll ein Frachtschiff von Vlissingen die Post nach England bringen. „Handelsblad" meldet aus Vlissingen, daß der Post- und Güterverkehr nach England Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von Vlissingen nach Tilbury geschehen soll.
Ein französischer Dampfer von einem U-Boot versenkt.
Paris, 18. Februar. (WTB.) Nach einer amtlichen Meldung entdeckte am Dienstag um 1 Uhr 30 Minuten nachmittags der französische Dampfer „Bille de Lille" auf der Fahrt von Cherbourg nach Dünkirchen nördlich des Leuchtturmes von Barflenr ein deutsches Unterseeboot. Der Dampfer versuchte zu entkommen, aber das Unterseeboot holte ihn ein und versenkte ihn mittels Bomben, die ins Innere des Dampfers gelegt wurden. Das Unterseeboot gab der Besatzung des Dampfers zehn Minuten Zeit, um sich in zwei Rettungsbooten zu retten. Nach der Versenkung des Dampfers tauchte das Unterseeboot unter und verschwand.
Kunde von Leutnant Hidessen.
Der „B. L.-A." bringt Nachrichten von dem Fliegerleutnant Hidessen, der tot geglaubt wurde. Hidessen befindet sich mit einer Schußwunde am Arm in französischer Gefangenschaft. Anfangs dieses Monats beteiligte er sich an einem Geschwaderslug in der Richtung nach Verdun, konnte aber abgeschoßen werden. Der ihn als Beobachter begleitende Hauptnmnn wurde tödlich verletzt. Kenntnis von diesen Tatsachen erhielt man durch einen Brief, den ein französischer Flieger in die deutschen Linien herabwarf.