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Kreisen bekannt wird, von England in großer Menge besondere Minen gegen deutsche Unterseeboote gelegt worden. Deutsche Fachleute glauben, diese Gefahren müßten die Neutralen eindringlich darauf Hinweisen, das Kriegsgebiet zu meiden.

Englische Befürchtungen.

London, 16. Februar. (T. U.) Nach Depeschesi aus Aden liegen dort eine Reihe englischer Transport­schiffe aus Indien und Australien seit einigen Tagen fest. Es scheint, daß man aus irgend welchen Gründen die Weiterfahrt nicht für sicher hält. Die Truppen anf den Transportschiffen sind zum größeren Teile für Aegypten, zum kleineren für den westlichen Kriegsschau­platz bestimmt.

Französische Besorgnisse.

DerStraßb. Post" ist ein unzensierter Bericht eines in Calais weilenden neutralen Berichterstatters zuge- gangem dem dieMagdeb. Ztg." folgende interessante Einzelheiten entnimmt:

Die erste Folge der deutschen Drohung war für Pa­ris ein plötzliches Emporschnelleu der Kohlenpreise, die in den letzten vier Wochen erheblich gesunken waren. Be­fand sich doch Frankreich auf dem besten Wege, wenig­stens in den Fragen des privaten Haushalts zu einiger­maßen normalen Zuständen zurückzukehren. Die Preise für Lebensmittel, die bis Weihnachten eine beängsti­gende Höhe errercht hatten, waren im Laufe des Ja­nuars geradezu unter das Niveau des Marktes irr Frie­denszeiten gefallen. Frankreich lebte plötzlich sozusagen im Ueberflutz. Die Zufuhren entwickelten sich von allen Seiten glatt und regelmäßig. Die Organisation des Eisenbahndienstes ließ außerhalb des Kriegsgebiets nicht viel zu wünschen übrig. Paris lebt wieder auf und be­gann ein siegreicheres, freundlicheres Gesicht zu zeigen. Man schwelgte in Hoffnungen, die durch dre ver- blüffeng günstige Lage auf Dem Lebensmittelmarkt täg­lich neue Nahrung erhielten. Freilich, wer den Dingen auf deu Grund ging, merkte, daß an dem Sinken der Lebensmittelpreise der Gouverneur von Paris,, Herr Galliene, nicht ganz unschuldig war. Er hatte für den Fall einer Belagerung Riesenankaufe gemacht. Paris war gefüllt bis obenan. Jetzt aber, wo die Gefahr einer Belagerung außer Sicht schien, gab Galliern von fernem Ueberflutz an das Heer in der Front ab, und die un­ausbleibliche Folge mußte die Barste fern. Das alles aber würde sich ändern, wenn die neue Gefahr Leben und Form anuühme. Alle ernsthaften Franzofen, die ich in den letzten drei Tagen zwischen Paris, Le Havre und Calais sprach, leben der Ueberzeugung, daß, wenn den Deutschen die Blockade gegen England gelinge, diese ebenso gut auch auf Frankreich sowohl an der West- wie an der Südküste ausgedehnt werden konnte. Frankreich lebt wiederum also zwischen Furcht und

Hoffnung.

England und das verbündete Japan.

Wie holländische Baukierkreife nach einer Meldung desH. K." erfahren, foll die englische Regrerung über fünfzig Kabeldepeschen von den bedeutendsten englischen Firmen Ostasiens und Indiens erhalten Haben, in de­nen die englische Regierung örmgend ersucht wird, alles auszubieten, um die japanische Forderung an China und den damit wachsenden japanischeil Einfluß rinzudam- men, da große politische Vermicklungen namwtM aber erhebliche Schädigungen der englischen Wirtschaft^- interessen bevorstünden. Durch Schanghaier Handely- firmen wird bekannt,. daß ganz Sud au na, ja selbst ^ran- msisth-Jndochina mit japanischen Spionen überzogen wird. Es laufen wilde Gerüchte überLapans Absichten um. In Australien habe das japanische Verlangen un­geheure Aufregung verursacht.

Geaen die englische Regierung erheben sich, einer WelDinm der Nat.-Ztg." zufolge, kritische Stimmen, in deneN erklärt wird,es sei voreilig gewesen, Japans Hilfe im europäischen Kriege in so weitgehendem Maße in Anspruch zu nehmen." Gestern hat der russische Bot- sckiaiter mit Sir Edward Grey eine längere Unterredung aebabt die wie es heißt, der japanischen Angelegenheit aalst ^Rußland solle gleichfalls auf Japan einwrrten, um eine Besserung der chinesisch-japanischen Beziehun­gen herbeizuführen.

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Aus Kopenhagen meldet dieMagdeb. Ztg.": Einer PetersburgerWremja"-Nachrrcht aus Töksi> zu- wurden drei Jahrgange der japanischenArm e erufen und Korea in Ausnahmezustand erklärt.

Erhöhung der Höchstpreise für Kartoffeln.

Berlin, 15. Februar. (Amtlich. WTB.) Ju, der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangte öur Annahme eine Aenderung der Bekanntmachung über die Hown- nretsc für Sveisekartofseln vom 23. November 1914^ Da­nach wurden die Höchstpreise für den Zentner Speiw- kartosfeln nm 1,75 .//. erhöht. Bei dem Mangel an Fut­termitteln und dem verhältnismäßig geringen Preise der Sveisekartofseln bestand die Gefahr, daß an daß in den Eten Monaten Speisekartoffeln für die menschliche Nahrung vorüanben lm^ Mai bis 15. August geerntet werden, auf 10 ^ fest^es^ -T\Airin. rnTf für Gärtner und kleine Lanowirle, ocw« Minder Nähe der Städte, ein Anreiz geschaffen wer- Mona^cn^Juni ^und Juli°für"d^BRlsernä^ zur

Verfügung stehen.

kkieasallerlel.

Furcht von Choleraeinschleppung in Schweden.

Aus Stockholm wird gemeldet, die schwedischen Be­hörden hegen die ernstesten Befürchtungen, daß der Ein­treten milderen Wetters Schweden von einer Wolera- W"ruKA°Wchtl7ng°°^ Di^Behöröen beschlossen bKr, an der smms^ schen Grenze die umfafsendsten Maßnahmen zu tienen.

Das Eiserne Kreuz für die Emden-Helden.

Dem bisberiaen Kommandanten S. M. S.Ayesha", Kapitänleutnant v. Mücke, ist das Eiserne Kreuzerster Klasse und der ganzen Mannschaft des Schiffes Da» Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen worden.

Ein Ehrentag der Grandenzer Pioniere.

Das Generalkommando des M. Armeekorps hast wie derGrauöenzer Gesellige" mitteilt, an das 1. i im nierbataillon Nr. 26 folgendes Schreiben gerichtet:Die 1. Kompagnie des Bataillons hat sich rm Gefecht, bei K. am 22 und 23. Dezember unter außergewöhnlichen schwierigen Verhältnissen hervorrcmenö bewahrt. Wie ich aus den mir vorgelegten Vorjchlagslisten zur Ver­leihung des Eisernen Kreuzes ersehe, hat sich eine große Anzahl von Unteroffizieren und Mannichaften durch

todesmutige Pflichttreue ganz besonders hervorgetan. Im heftigen Artillerie- und Jnfanteriefeuer des Fein­des gelang es, der eigenen Infanterie das Ueberschrei- ten der Rawka zu ermöglichen. 1^ Stunden lang bis zu den Hüften im eiskalten Wasser stehend, mußten die Pioniere die Brückenstege bauen und mit den Händen festhalten, bis der Uebergang bewerkstelligt war. Unter Aufbietung aller Kräfte mußten sie die Maschinenge­wehre durch das Wasser tragen. Ich gedenke in erster Linie der Helden, die ihre Treue mit dem Tode besiegel­ten, des Hauptmanns und Kompagniechefs Baars und der 9 Unteroffiziere und Mannschaften, sowie derer, die ehrenvoll verwundet wurden (1 Offizier, 28 Mann). Der braven Truppe aber meine volle Anerkennung für ihre unvergleichliche Tapferkeit. Die Kämpfe an der Rawka werden ein Ruhmesblatt in der Geschichte des Bataillons bleiben, gez.: v. Scholtz."

Ein indisches Attentat gegen Engländer.

DieTimes" meldet aus Delhi: In den Garten des Delhi-Kiubs wurde von einem Inder eine Bombe geworfen, durch die niemand verletzt wurde. Der Täter entkam. Es wird vielfach angenommen, daß der An­schlag eine Folge der Urteilssällung im Verschwörungs- prozeß ist.

Vertiefter religiöser Sinn.

In dem Feldpostbrief eines Hamburgers, der als Landwehroffizier im Osten steht, heißt es nach den Hamb. N.": . . . Heute haben wir bei der Kirche zwei Offiziere beigesetzt, die beide gestern mittag innerhalb einer Stunde im Schützengraben gefallen waren. Der eine war noch ein guter Bekannter vom Warthelager, und bei Romanowen am gleichen Tage mit mir verwun­det worden. Der evangelische Geistliche hielt in der Kirche eine schlichte, ergreifende Ansprache unter Bezie­hung auf den morgigen Kaisersgeburtstag. Die Kirche, ohne Gestühl, mit Schutt und Geräten teilweise bedeckt, mit durchschossenen Fenstern, die Wände mit massenhaf­ten Schrapnellspuren, bot selbst ein ödes Bild. Die bei­den von den Pionieren gezimmerten naturfarbeneu Holz­särge mit reichem Taunengrün bedeckt, dahinter der Geistliche. Davor zu beiden Seiten Soldaten, Unrer- ossiziere unD Offiziere des Regiments, dessen Führer, die beiden Brigadekommandeure mit uns Adjutanten. Das Ganze in seiner kriegsmäßigen Einsachkeit, den ganz schützengrabenmätzigen Erscheinungen der Solda- ten, ein Bild von packender Naturwahrheir: Alle von dem Selbstbewußtsein der Sterbebereu Haft durch­drungen! Nach Beendigung der Ansprache wurden die Deckel auf die Särge gelegt, diese von Soldaten uns die Schulter genommen. Draußen setzte sich die Musik an die Spitze und geleitete den anipeuchslosen Zug um die Kirche, wo au der Mauer zwei Gräber ausgehoben wa­ren. Noch einige Worte, ein Gebet, ein Choral und Die drei Handvoll Erde. Rings um die Friedhofsmauern in dickten Scharen Soldaten, alle andächtig, entblößten Hauptes. Hier ist sonst keine Begräbnisstätte, aber jetzt liegt da Grab an Grab, Offizier neben Musketrer, Freund an Feind! Rührend die Inschriften: Zwei russische Kameraden! Ein russischer Kamerad! Meist nur Naem, Todestag,Vermerk, öatzJnhaber das Eiserne Kreuz (erster und zweiter Klasse) besessen, oft auch ein liebes, sinniges Wort, das von der tiefen Gemütsart unserer Leute zeugt. Wie überhaupt der Krieg den religiösen Sinn vertieft hat, das ist kaum zu glauben. Allüberall vernimmt man Töne, die man sonst von. unseren Sol­daten nicht gewöhnt ist Fluchen und Schimpfen rst um so seltener, je näher man an der Front.

Vermischtes.

Im Alter von 105 Jahren starb in Esch an der Al- zette Johann Liberi, der älteste Mann Luxemburgs. Er war 1810 in Jllingen bei Diedenhofen geboren und zog nach dem Krieg 1870 nach Luxemburg, wo er bis in,^e letzte Zeit sich seltener geistiger und körperlicher Frische erfreute.

Neun Jahre Zuchthans für einen Brandstifter. Wegen vorsätzlicher Brandstiftung in Kriegszecken, wurde vom «Schwurgericht ' mm der 27 Jahre alte Former und Landarbeiter Willi Hänisch aus Gassen (N.-L.) zu neun Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Er hatte eine Scheune mit In­halt im Werte von 10 000 Mark angezündet.

Unglücksfall beim Walfischfang. Aus Thorshaven (Faröer) wird gemeldet: Am Sonntag büßten bei der Jagd auf Walfische 14 Fischer dadurch ihr Leben em, daß ihre Boote von aufgeregten Walsifchen umgeschlagen und zum Sinken gebracht nmrDen.

der sravrSsische« GesmMsWl «>!r»v»en

Wie längst bekannt, war die Mobilisation in Frank­reich zur Zeit der deutschen Kriegserklärung an Ruß­land schon im vollen Gange. In der südfranzosischen Stadt, in der ich über einem Jahre lebte, gelang.es mir zunächst, auf Grund eines ärztlichen Attestes eine Aufenthaltsbewilligung für die Dauer des Krieges zit erhalten: doch schon am 13. August standen die Gen- darmes vor meiner Türe, erklärten meine Nieder- lassungsbewilligung für nichtig und mich für verhaftet. Ich wurde so, wie ich ging und stand und ohne daß ich Gepäck hätte mitnehmen dürfen, auf Die Geudarmer e gebracht, wo mich der Marechal öe logis, der sich wie ein Wahnsinniger gebäröete, unter Den gemeinsten Schmähungen und Drohungen mit geladenem Revolver in eine stinkende Zelle warf. Spater brächte man mich mit einigen anderen gefangenen Deutschen auf derr Zug nach M. Wir wurden tagelang in uberfüllten Waggon^ ziellos von einem Ort zum anderen transportiert. Was wir auf diesen Irrfahrten von der Volkswut zu er­dulden hatten, läßt sich kaum beschreiben.

Als wir endlich an unserem Bestimmungsort, ei­nem kleinen Städtchen in Den Bergen, anlangten, fan­den wir in einer alten, vor Schmutz starrenden Spin­nerei schon etwa 400 Leidensgefährten eingepfercht vor und jeder Tag brächte neue Ankömmlinge. Alle wur­den von garstigem Ungeziefer geplagt, viele waren von ekelerregenden Hautkrankheiten befallen. Die Kost war erbärmlich schlecht und so mager, daß Diejenigen, Die nicht über etwas Geld verfugten, bitteren Hunger litten. Am fchlinnnsten waren jedenfalls Die Kinder daran, von denen 35 noch nicht 3 Jahre alt waren.

Der Gedanken an die Flucht beschäftigte auch mich in vielen schlaflosen Nächten. Wie aber sollte ich mir Den unentbehrlichen Reisepaß verschaffen? Wie aus dem Städtchen entkommen? Da erfuhr ich gelegentlich von einem internierten Schweizer (es waren bei uns ihrer drei), der jederzeit nach Hause fahren konnte, wenn er nur das nötige Reisegeld besessen hatte. Wenn dieser Mann also das Herz auf dem rechten Fleck hatte, so ließe sich für uns beide vielleicht eine Möglichkeit finden. Auf Umwegen hatte ich wir schon einige Zeit zuvor genügend Geld senden lassen, und ich machte dem

Schweizer daher folgenden Vorschlag: er sollte sich von! Matre Den Reisepaß ausstellen, sich gleichzeitig seine de­ponierten Papiere aushändigen lassen und mir jenen Patz nebst seinem Geburtsschein für das Reisegeld ab- treten. Anstatt aber an jenem Tage abzureisen, sollte er bis in Die Nacht im Städtchen bleiben und Den Be­trunkenen spielen. Sicherlich würde er dann aufge­griffen und eingesperrt werden. Am anderen Morgen aber könnte er mit Leichtigkeit vorgeben, er habe in sei­ner Trunkenheit Den Reisepaß verloren und er könnte sich einen neuen geben lassen. Die Sehnsucht nach der Heimat verdrängte Denn auch bei ihm jedes Beüeuken, und der Plan gelang, so wie er ausgedacht war. Mein Komplize reiste am folgenden Nachmittag vergnügt ab und ich folgte 24 Stunden später, nachdem ich mich un­auffällig aus dem Städtchen geschlichen und auf der uächsteu, 7 Kilometer entfernten Bahnstation Den Zug bestiegen hatte. Trotz der schlechten Zugverbindung kam ich nach dreißigstüudiger Fahrt abends 7 Uhr nach X. Von dort gedachte ich, zur Schweizer Grenze zu gelan­gen, doch erfuhr ich, daß dies nur auf einem erheolichen Umweg möglich war. In Der folgenden Nacht mußte ich auf einer Station den Zug ivechselu. Doch welch Eut- setzeu, als ich Denn Die französische Grenzstation endlich erreichte! Während Die Passagiere zur Revision Der Papiere ausstiegen, sehe ich meinen Komplizen den gleichen Wagen verlassen! Er war auf einer anderen Route an dasselbe Ziel gelangt. Nun waren wir beide hier, mit Papieren, die auf den gleichen Namen lauteten. Wir hatten Die ganze Reise bis an Die Grenze glück­lich hinter uns, und nun sollte dieser heimtückische Zu­fall unseren schönsten Traum zuschandeu machen. Im Geiste sah ich mich schon vor Dem Kriegsgericht. Es war ein krittscher Augenblick. Nur kaltes Blut kounte Rettung bringen. Schnell machte ich meinen Helfers­helfer, Der mich noch gar nicht bemerkt hatte, auf die Gefahr aufmerksam. Als er seinen ersten Schreck über­wunden hatte, mischte er sich unter Die Vordersten Der ungefähr 60 Mitreisenden, während ich selbst mich zu Den letzten stellte. Wie wir gehofft, hatte Der Kommis­sar, als Die Reihe an mich kam, meinen Komplizen längst vergessen. Er versah meine Papiere mit Stempel und Visum ich war gerettet.

Mit bangem Blick spähte mein Gefährte am Wagen- fenster nach mir aus, und ich glaubte, daß wohl Odus- seus nach seiner Flucht aus Der Höhle des Zyklopen kaum leichter aufatmete als wir beide, als Der Zug sich endlich in Bewegung setzte und Der Schweizer Grenze entgegenrollte. .(Frkf. Ztg.")

Ein österreichischer Iliegenffhier von Kosaken verfolgt.

,^Jn Der ersten Hälfte des Dezember geriet Der öster- relchnche Feldpilot Heinrich Schartner, Oberleutnant im Jnfantene-Regunent Nr. 14, der einer Fliegerkompag- me zugeteilt war, mit Hauptmann von Kaiserfeld als Beobachter auf einem Erkundigungsfluge durch Die Un­gunst Der Witterungsverhältnisse in russische Gefaugen- schaft. Hauptmann von Kaiserfeld, ein geborener Gra- zer, Der auch längere Zeit hindurch Dem stetrischeu Haus- regnnente zugeteilt war, gab nun in einem Briefe aus Rußland eine fesselnde Schilderung über Die Art der Gefangennahme.

Schartner und ich flogen auf einen längeren Flug aus.. Das Wetter war nicht allzu günstig. Um 11 Uhr 5 Mumien kehrten wir in Der Nähe von . . . um. Nach weiteren fünf Minuten waren wir im tollsten Nebel und Schneesturm. Es war wunderschön, großartig schön. Wir flogen dreiviertel Stunden, ohne die Erde oder auch nur Die versteckte Sonne zu scheu. Der Korripatz raste nur so herum. Nach dreiviertel Stunden konnten wir die eigene Linie allenfalls überflogen haben also herunter und nachfragen, wo wir seien. Landung! Ich springe aus Dem Apparat heraus, und auf ungefähr 200 Schritte sehe ich einen Bauer. Ich fragte ihn, und er gab mir eine unverständliche Antwort, hatte mich also nicht verstanden. Also Vorsicht! Ich drehe mich um richtig, auf ungefähr 1000 Meter Entfernung reiten 20 bis 25 Kosaken im Galopp auf uns zu. Schartner tr sie auch schon bemerkt, greift nach dem Zieher, der Mo­tor geht an, Der Apparat läuft noch auf Dem Boden, ich springe mit einem Satz hinein und der Boder verschwin­det auch schon. Die Kosaken schießen, treffen aber nicht.

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Wir freuen uns wie Die Kinder, und flott geht es im Schneesturm weiter Davon. Nach einer Viertelstunde wieder eine Landung. Diesmal verlasse ich meinen Apparat nicht, sondern wir rufen einen Bauern zu uns wieder nur zögernd eine Antwort. Auf einmal sehe ich zwei Offiziere aureiteu. £ ' ' ' bald aber sah ich meinen Irr«

Antwort. Auf einmal sehe Ich dachte, es seien Deutsche,

, ..rtum ein. Karabiner bereit! Geschossen habe ich rricht, denn Die Offiziere hatten keine Waffen und konnten uns nichts anhaben. Wir waren schon wieder weg. Nach ungefähr fünf bis sechs Minu­ten, es war gerade 1 Uhr 45 Minuten, wir befanden uns erst zweihundert Meter hoch ein Gekrache um llns, daß es nur eine Freude war. Ich drehte mich nach Schartner um, er ist gesund, also nur weiter! Da, plötz­lich noch ein heftiger Krach! Jetzt muß etwas geschehen sein, aber nur weiter! Da, plötzlich ein Geruch! Der Oelbehälter hat wohl einen Schuß bekomme«, Denn ich rieche brennendes Oel. Da beginnt auch schon Der Mo- tox zu sterben . . . 1100, 1000, 800 Touren . . . Schluß!

Wir siud also gezwungen, an Land zu gehen! Ganz in der Nähe des Waldes sehen wir eine Wiese. Zuerst dorthin und dann in den Wald hinein! Dort wollen wir bis zur Dunkelheit warten und dann in der Nacht weiter. Keine Waffe, keine Uhr, nichts hatten wir mit, alles mußte wegen Explosionsgefahr im Apparat be­lassen werden. Im Walde trafen wir einen Bauern, der uns zu den Oesterreicheril oder zu Den Deutschen führen sollte. Wir marschierten also unter Führung des Bauern. Nach zehn Minuten hörten wir hinter uns Reitergetrampel. Im Galopp tauchten auf einmal zwan­zig Kosaken auf. Es begann eine Sckietzerei, ein Ge- brülle der Kosaken. Was blieb uns übrig, als Die Ge­fangenschaft? Es war entsetzlich. Die Aufsicht über uns ist hier sehr streng, ein Entkommen ist unmöglich. Die Behandlung dagegen ist sehr gnt, Da Die russischen Offi­ziere sehr liebenswürdig zu uns sind. Wir bleiben wahrscheinlich nicht lange in Moskau, denn es wird dann weiter gegen Osten gehen, und Sibirien dürfte unser Absenthalt bis zum Friedeusschlusse werden. (Post".)

Weitere Drahtnachrichten.

Aenderungen im russischen Ministerium.

^ Mailand, 16. Februar. (T.-U.) Nach einem Telegramm aus London an DenCorriere della Sera" seien dort Nachrichten von wichtigen Aenderungen im russischen Ministerium eingetroffen. Der Ministerprä­sident sei vom Zaren seines Postens enthoben worden und zum Präsidenten des Reichsrates ernannt worden. Zum neuen Ministerpräsidenten sei Der Ackerbau­minister Kriwoschein ausersehen.