M-" Was Reuter weiter meldet.
London, 12. Februar. (WTB.) Das „Reutersche Bureau" meldet aus Lüderitzbucht: Eine berittene Patrouille rückte bis Pomona und Bogenfels, 50 bezüglich 70 englische Meilen südlich von Lüderitzbucht vor, verbrannte beide Plätze und erbeutete die dortigen Vorräte. Man hatte angenommen, daß die Deutschen dort große Vorräte aufgespeichert hätten. Dies ist das erste Mal, daß britische Truppen in dieser Richtung so weit vordrangen. Die Hauptabteilung blieb in Pomona, während eine kleinere Abteilung nach Bogenfels rückte. Diese stand, als wir gleichzeitig mit dem Rückzüge des Feindes dort ankamen, in Flammen. Unsere Truppen kamen beim Borrücken in feindliches Gewehrfeuer, setzten aber das vom Feinde begonnene Bernichtungswerk fort nachdem sie möglichst viel von den Vorräten in Sicherheit gebracht hatten. Dasselbe geschah in Pomona.
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Der Kaiser besucht das Czenstochauer Kloster.
Wie der Breslauer „Katholik" meldet, besuchte der Kaiser am Samstag des weltbekannte Czenstochauer Kloster in Begleitung des Generalobersten von Woyrsch. Nach einstündigem Aufenthalte verließ der Kaiser das Kloster und spendete einige tausend Mark für die durch den Krieg gesteigerten Klosterbedürfnisse.
Deutsche vor dem russischen Feldkriegsgericht.
Ob* Kopenhagen, 12. Februar. In Riga sind, wie die „Tgl. Rdsch." berichtet, nach einer Meldung des „Rutzkoje Slowo" fünf Reichsdeutsche, drei Frauen und zwei Männer, da sie nach Ablauf einer ihnen gewährten Frist die Stadt nicht verlassen hatten, auf Anordnung der Militärbehörden dem Feldkriegsgericht überwiesen, was gleichbedeutend mit der Verurteilung zum Tode ist.
Ehrungen der „Emden"-Mannschaft in Hodeida.
Nach einer Meldung der „Köln. Ztg." erfährt der „Osmanische Lloyd", daß die in Hodeida gelandete Abteilung der „Emden" einen überaus herzlichen Empfang hatte. Sie wurde im Stadtverwaltungsgebäude untergebracht, wo der Vorsitzende der Verwaltung, Achmed Schükri Pascha, persönlich für ihr Wohlergehen sorgte. Er gab ihnen ein Gastmahl und schenkte als Andenken im Namen der Stadtverwaltung jedem einzelnen eine arabische Kopfbedeckung aus feinster Seide.
Selbstmord des Gouverneurs von Somaliland.
o^ Paris, 13. Februar. (T.-U.) Wie erst jetzt bekannt wird, hat der Gouverneur von Französisch-Soma- lilanö, M. Deltel, am 6. Februar in Djibuti Selbstmord begangen. Die Meldung war von der Zensur in Paris unterdrückt worden und hat sich erst durch Nachrichten aus englischer Quelle verbreitet. Die Gründe des Selbstmordes werden sorgfältig geheim gehalten. In Anbetracht des Umstandes, daß Deltel stets für einen Beamten mit glänzender Zukunft gehalten wurde, erregt die geheimnisvolle Angelegenheit hier begreiflicherweise das größte Aufsehen.
Sie Kämpfe im Argonnerwald.
Aus dem Großen Hauptquartier wird uns ergänzend über die Kämpse im Argonnerwalde das Folgende geschrieben:
Als das zweite französische Armeekorps, erschüttert durch die bisherigen Kämpfe, aus dem Walde herausgezogen werden mußte, wurde es durch das 32. Armeekorps ersetzt. Gegen diese „frische" Truppe richtete sich am 29. Januar ein größerer deutscher Angriff, der von Württembergischen Regimentern durchgeführt wurde.
Ruhig lag der Wald am Morgen des für den Angriff ausersehenen Tages. Nur einzelne Schüsse hallten da und dort durch die Nacht und entfachten ein örtliches sogleich wieder einschlafen- des Feuergefecht. Lautlos traf die deutsche Infanterie ihre letzten Vorbereitungen. Um 7 Uhr 30 Minuten morgens, zu einer Stunde, da es im Walde anfing hell zu werden, sprangen die ersten Minen und die Nahkampfgeschütze traten in Tätigkeit. Noch hatte sich der durch die Sprengungen erzeugte Rauch nicht verzogen, als sich auf einer Linie von 3 Kilometern gleichzeitig die Angreifer aus ihren Deckungen erhoben und gegen die vorderste Reche der französischen Schützengräben losstürzten, die in dreifacher Linie im Walde angelegt waren.
Der rechte Flügel des Angriffs hatte sumpfiges Gelände vor sich, man war daher hier auf Schwierigkeiten ge aßt. Aber ohne einen Schuß zu tun, kamen hier die Angreifer in die feindlichen Stellungen, in deren zweiter Linie ein französischer Bataillonskommandeur überrascht und gefangen genommen wurde, als er gerade aus seinem Unterstände heraustreten wollte. In der Mitte stürmte die Infanterie im Handumdrehen in drei feindlichen Linien. Eine halbe Stunde lang trafen Teile der deutschen Sturmkolonnen keinen einzigen Franzosen mehr; sie waren weggelaufen und setzten sich erst wieder in einer weit zurückgelegenen wohlausgebauten Ausnahmestellung. An einer anderen Stelle, wo der Feind sich weniger erschüttert zeigte, ballten sich die Angreifer um einen Stützpunkt zusammen, der erst nach mehrstündigem Kampfe genommen wurde. Am linken Flügel endlich warfen die w ürtt em b ergische n Grenadiere den Feind aus seinen Gräben, dem sie mit Handgranaten ordent
lich zusetzten. , ,
Die sämtlichen drei Linien waren bereits genommen, als bte Franzosen mit ihren inzwischen herangekommenen Reserven zu heftigen Gegenstößen ansetzten, um das verlorene Gelände wieder zu gewinnen. In Front und Flanke aufs heftigste beschossen, brachen die Angriffe, die zudem aus einem benachbarten deutschen Abschnitte unter Maschinengewehrfeuer genommen wurden, völlig zusammen. Nirgends war der Angriff näher als auf 50 Meter an die deutschen Linien herangekommen. Massen toter Franzosen bedeckten das Waldtal, über das hinweg die Gegenangriffe erfolgt waren. Die Franzosen waren nicht einmal im Stande, einen deutschen Leutnant, der mit 80 Mann weit über die eroberten Stellungen hinausgestürmt und bis zur erwähnten Aufnahmestellungen war, abzuschneiden. Von zwei Seiten angegriffen, brach sich Leutnant Prommel durch energischen Bajonettangriff Bahn und schlug sich unter Verlust von nur zehn Leuten zu seiner Truppe durch. ....
Das Ergebnis des Tages war, daß die feindliche Sellung mit allen drei Linien erstürm und 10C0 Meter G el and e genommen war. Zwölf Offiziere und 740 Mann wurden gefangen genommen, über 1000 tote Franzosen bedeckten das Schlachtfeld. Die K r i e g sb e u t e setzt, sich aus 11 Maschinengewehren, 10 Minenwerfern, 1 Broncemorser, 1Re- volverkanone und aus 2 Pionierparks zusammen, bte neben dem verschiedensten Gerät, allein mehrere Tausend Handgranaten, enthielten. Außerdem fiel eine große Menge von Insanterie-Mum- tion in die Hand des Siegers. Die französischen Truppen gehörten der 40. Division an. Don dem Regrment 155 und einem Bataillon des Regiments 161, die in. vorderer L nie gestanden hatten, dürften nur schwache Reste übrig geblieben sein. Beteiligt waren ferner die Regimenter 94, 160 und 360, Die deutschen Verluste betrugen 500 Mann. . ,„
Unsere schwäbischen Truppen waren wunderbar „draus gegangen, trotz des vorangegangenen langen Liegens und Harrens in den Schützengräben. Welcher Geist diese Truppe beseelte, das wird am besten durch das Verhalten des Oberleutnants Fisch in - g e r vom Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 120 bewiesen. Dieser Offizier war bereits zweimal verwundet worden. Nach einem Lungenschuß im Dezember zur Truppe zurückgekehrt, traf ihn ein Granatsplitter in den Rücken. Diese leichtere Verletzung wollte er im Schützengraben „auskurieren“. Als sich Rippenfellenttzun- dung einstellte, kam er ins Lazarett. Dort erfuhr er am Abend des 28., daß am nächsten Tage gestürmt werden sollte. ^m. hielt es ihn nicht länger in der Krankenstube. Er setzte sich nur
< „auskurieren“.' Als sich Rippenfellentkün- uullu ^u«, — er ins Lazarett. Dort erfuhr er am Abend des 28., daß am nächsten Tage gestürmt werden sollte.
das Pferd einer im Lazarettorte befindlichen Fuhrparkkolonne, ritt nächtlicherweile los, traf 4 Uhr morgens, nachdem er 20 Kilometer zu Pserde zurückgelegt halte, im Schützengraben ein und übernahm hier seine Kompagnie. Nachdem er diese mit hervorragendem Schneid und Ersolg geführt und zum Gelingen des Sturmes nicht wenig beigetragen hatte, kehrte er wieder ins Lazarett zurück, wo er jetzt (4. Februar) noch krank liegt.
Politische Rundschau.
Jahresergebnisse der preußischen Eisenbahnen. In der dem Abgeordnetenhause zugegangenen Uebersicht über die Ergebnisse des Betriebes der preußischen und hessischen Staatseisenbahnen im Rechnungsjahre 1913 sind folgende Angaben enthalten: Die preußisch-Hessischen vollspurigen Staatseisenbahnen hatten Ende März 1914 eine Länge von über 39 000 Kilometer. Das durchschnittliche Anlagekapital betrug Ende 1913 12,6 Milliarden Mark. Au Lokomotiven waren vorhanden über 22 000, an Personenwagen fast 45 000, an Gepäckwagen über 13 000 und an Güterwagen rund 490 000. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 2557 Millionen Mark, die Gesamtausgaben aus 1770 Millionen Mark, so daß ein Ueberschutz von rund 787 Millionen Mark verblieb. Die Fahrkartenstener erbrachte 16 500 000 Mark.
General Stößel gestorben.
Eine vereinzelte Meldung aus Petersburg, daß General Stößel gestorben sei, war kürzlich unbestätigt geblieben und von Wolffs Telegraphenbureau nicht übernommen worden Nun ergibt sich aber, daß jene Meldung richtig gewesen ist. Der „Neuen Zürcher Zeitung" wird ans Petersburg vom 24. Januar geschrieben: Die Beerdigung des Generals Stößel ging vor sich, ohne daß sie jernand bemerkt hatte. Bei dem Leichenbegängnis war nur die Frau des Verstorbenen anwesend. In dem Städtchen Chmelnik erfuhren die Einwohner den Tod des Generals erst nach der Beerdigung.
Die Nachricht von General Stößels Tod weckt die Erinnerung an einen Verschollenen, der einst kurzen Ruhm genoß Anatol Michailowitsch Stößel, geboren 1848, hatte sich langsam emporgeöient und jahrelang im fernen Osten bewährt, bis er anfangs 1908 Kommandierender General und Kommandant von Port Arthur wurde. Der Ausbruch des Krieges mit Japan fand ihn also auf einem der wichtigsten Posten. Und die sechs- monatige Verteidigung der Festung hatte ihm, als er sie am 2. Januar 1905 dem General Nogi übergeben mußte, nicht geringeren Ruhm verschafft als dem Sieger, der den Gewinn von Port Arthur mit riesigen Verlusten bezahlte. Als schönes Zeichen dieses Ruhmes erhielt Stößel, wie erinnerlich, zugleich mit Nogi von Kaiser Wilhelm den Orden Pour le mörite.
Aber dem Besiegten war es nicht vergönnt, sich in stiller Ergebenheit zurückzuziehen und sein Mißgeschick würdig zu tragen. Es ist die läßlichste Erscheinung in jenem für Rußland beschämenden Krieg gewesen, daß die unglücklichen Generale einander mit Vorwürfen überhäuften, und jeder dem andern Fehler der Führung und Moral zuschrieben Port Arthur hatte, als es fiel, längst keinen Entsatz mehr zu hoffen gehabt. Aber die Frage blieb allerdings offen, ob sich seine Besatzung nicht bis ym letzten hätte opfern müssen, angesichts des Heranuahens der russischen Flotte, für die es — fast fünf Monate nach Port Arthurs Fall — von vielleicht entscheidender Bedeutung gewesen wäre, die Festung im russischen Besitz zu finden. •
Das Kriegsgericht, vor dem sich Stößel, wie jeder besiegte General in Rußland, zu rechtfertigen hatte, fand ihn schuldig, nahm also an, daß die Ausnutzung der letzten Widerstandsfähigkeit der Festung für den ganzen Feldzug entscheidend gewesen wäre, und fällte ein Todesurteil, indem es dem Zaren die Anwendung seines Gnadenrechtes anheimstellte. Der Zar wandelte das Todesurteil in zehn Jahre Festung um, wovon Stößel, körperlich wie moralisch gebrochen, fünfviertel Jahre verbüßen mußte, bis ihm gestattet wurde, ausgestoßen aus dem Heere ohne Versorgungsansprnch. seine letzten Jahre in Verschollenheit und materieller Not zu ver- bringen. '
Vermischtes.
Tödlicher Fliegerabsturz. Auf öerFelömark Buchow- Kartzow ereignete sich Donnerstag vormittag ein schweres Fliegerunglück. Von Döberitz kam ein Doppeldecker, den der Sergeant Köpke führte; als Beobachter nahm an dem Flug Hauptmann Schmidt teil. Der Apparat war gezwungen, aus den Wiesen eine Notlandung vor- zunehmen, ging dann aber wieder hoch und flog in einer Höhe von 60 Nietern über das Gelände. Plötzlich kippte er bei einer Kurve seitlich ab, streifte offenbar eine Pappel und fiel herunter. Die beiden Insassen wurden tödlich verletzt. Der Sergeant war sofort tot und Hauptmann Schmidt starb nach dreiviertel Stunden.
Des Schlächtermeisters Silberschatz im Neisetorb. Eine eigenartige Ueberraschüng erlebten mehrere Einbrecher, die dem Schlächtermeister Stöckel in der Ackerstraße in Berlin einen Besuch abstatteteu. Sie erbrachen in dem Kontor und im Laden alle Behältnisse und Schränke und hatten sich bereits ein großes Paket von Wurstwaren aller Art zurecht gelegt, als sie plötzlich einen umfangreichen Reisekorb stehen sahen. Sie erbrachen ihn und fanden darin zu ihrer Ueberraschüng et= nen sehr reichhaltigen Silberschatz. Meist waren es Bestecke und Tafelgeräte. Die Einbrecher wählten, ohne sich lauge zu besinnen, das bessere Teil, ließen die Wurstwaren liegen und entfernten sich ungestört mit dem Silberschatz. Der Fleischermeister hatte vor einiger Zeit für eine Forderung von 7000 7/. die Silbersachen übernehmen müssen und sie in den Reisekorb in seinem Kontor einstweilen aufbewahrt. Bon den Dieben fehlt vorläufig jede Spur.
Zeitgemäße Liedanfänge veröffentlrcht die Liller Kriegszeitung. Da ist zu lesen: Es waren mal drei Gesellen .. (Die Triple-Entente.) An den Rhein, an den Rhein,' zieh' nicht an den Rhein .. . (Ein Vorschlag für Frankreich.) Weh, daß wir scheiden müssen . (Abzug der Engländer aus Belgien.) Ueberall bin ich zu Hause ... (Unsere Feldgrauen im Schutzeugrabensalon.) Strömt herbei, ihr Bölkerscharen . . . (Die Hilfstruppen des Dreiverbandes.) So pünktlich zur Sekunde . .. (Feuer auf unsere Gulaschkanone.) Ich schieß' den Hirsch im wilden Forst . . . (Der Rasttag.) Was die Welt morgen bringt! . . . (Portugal macht mobil.) Hier sind wir versammelt zu löblichem Tun . . 'Aussen, Franzosen, Belgier, Engländer, Inder Spahis in Deutschland.) Sind wir nicht zur Herrlicykeit geboren ... (Wir
Englische Weiberregimenter. Unter dem Kommando der Gräfin Castlereagh hat sich, wie dem „B. T. aus Rom gemeldet wird, in London ein Regiment von viertausend Damen gebildet, das sich nach dem Festland be- geben und an dem Telephon-, Verpflegungs- und Mimi- tionsdienst des englischen Heeres Mitwirken wird. Die „Mannschaften" dieses Regiments sind überwiegend
Suffragetten im Alter von zwanzig bis vierzig Jahren. Ein zweites Regiment ist in der Bildung begriffen. Die Weiberregimenter haben auch eine Uniform. Als Helm dient ihnen eine dunkelblaue Kopfbedeckung.
Von den letzten Sümpfen der „Emden".
Der Stuttgarter „Beobachter" veröffentlicht einen Privacorier eines Mannes von der Besatzung des Kreuzers „Linden", die zu jener Landungsabteilung gehörte, die sich schließlich nach Hodeida durchgeschlagen hat. Der Bries gibt u. a. folgende Schilderung der Kämpfe im Hafen von Penang, wo der Kreuzer „Em- dcn" bekanntlich einen russischen Kreuzer und einen französischen Torpedvbootszerstörer vernichtete.
„Nachdem wir in Penang den russischen Kreuzer durch Torpedos und Geschützfeuer zum Sinken brachten, wollte uns beim Auslaufen aus dem Hafen ein französischer Torpedvbootszerstörer angreifen. Wir kamen ihm zuvor. Die erste Salve, Breitseite von fünf 10,5 Zentimeter-Schnelladekanonen wurde auf eine Entfernung von 2400 Mtr. gefeuert und machten ihn sofort ma- növerierunfähig, indem ihm die Kessel- und Maschinen- anlagen zerstört wurden. Dampfwolken stiegen auf. Trotzdem feuerte er noch zwei Torpedos auf uns ab, die jedoch fehl gingen. In wenigen Minuten bedeckte eine Rauchwolke und Holzteile die Stelle, an der der Zerstörer sank. Sofort wurden beide Rettungskutter ausgesetzt, um die lieberlebenden zu bergen. An Bord erzählten diese 33 Geretteten, sie glaubten erschossen zu werden, wie sie die Kutter kommen sahen. An Bord starben drei an ihren Verletzungen und wurden mit militärischen Ehren dem nassen Elemente übergeben. Fast alle waren verletzt. Die Gefangenen wurden einige Tage später einem englischen Dampfer übergeben und in einen holländischen Hafen gebracht. Eine Schande und Gemeinheit von den Offizieren dieses englischen Dampfers ist es, daß sie erst auf Befehl und Drohung unseres Kommandanten ihre Kajüten für die Schwerverletzten räumten, trotzdem England und Frankreich Verbündete sind."
An den Schlnßkämpfen der „Emden" war der Briefschreiber nicht beteiligt, weil er während dieses Kampfes mit den übrigen Mitgliedern des von Kapitän- leutnant v. Mücke geführten Landungskorps die drahtlose Station auf den Cocos-Jnseln zerstörte. Das Lauöungskorps bestand aus 3 Offizieren, 6 Unteroffizieren und 41 Mann mit 4 Maschinengewehren. Als die Hauptarbeit getan war, gab die „Emden" das Zeichen zum sofortigen Anbordkommen. - Bevor sie noch die Boote abstoßen konnten, war der Kreuzer in Fahrt und der Seekampf begann. Darauf begab sich die Abteilung wieder an Land und machte dort alles zur Verteidigung bereit. Schließlich als die Kreuzer außer Sicht waren, wurde ein Schoner klargemacht, mit dem die Mannschaft nach Padang an der Westküste von Sumatra gelangte. Von dort aus ist der Brief geschrieben worden.
Weitere Drahtnachrichten.
Die Presse zum neuen Hindenburgsieg.
Die „Voss. Ztg." sagt: Der neue Ersolg bei den nm- surischen Seen Wirte wie eine prompte Antwort auf die prahlerische Dumarede Ssasonows und mache die Hoffnung auf die russische „Dampfwalze" zuschanden. Mit Freuden wird der Kaiser den Waffentaten lernet tapfe- ren Truppen beigewohnt haben.
Im „Berl. Tgbl." schreibt Major Moraht u. a.: Die Lage des deutschen Volkes habe ihm eine gigantische Kraft gegeben, die Erfolge über Erfolge brächte. Das vor fünf Jahren von unserem Generalquartiermeister gefönte Urteil, daß solche Erfolge nur einer starken Wehrmacht, die jederzeit die gesamte Volkskraft aufbieten könne, zufallen könnten, bestätige sich jetzt. Sogar einen langen Krieg vermögen wir jetzt zu, ertragen.
Die „D. Tagesztg." sagt, die Riesenzange Hinöen- burgs habe wieder einmal an einer geeigneten Stelle zngegrisfen. Der Sieg würde einen gerade in dieser Zeit wünschenswerten Eindruck machen.
Die „Germania" schreibt: Unsere Bundesgenossen sind einverstanden mit uns, die Halb- und Ganzbar- baren sobald als möglich niederzuringen. — In der „Bert. Volksztg." liest man: Das bisherige Ergebnis der Kämpfe zeigt leuchtend vor aller Welt: Wir siegen!
Die amerikanischen Noten.
te* London, 13. Februar. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet, man erwarte, daß die Noten der Vereinigten Staaten in England und Deutschland heute veröffentlicht werden. Es heißt, die Note an England werde sich auf die englische Erklärung über den GebAUtH der neutralen Flagge stützen, die an Deutschland sei M freundschaftlichem Tone gehalten. Das Staatsdepartement glaubt, daß der Fall des Dampfers „Wtlbelurina^ vor ein Prisengericht gebracht werden müsse, da der deutsche Beschluß über die Beschlagnahme der Kornvorrüts die Anhaltung des Schiffes rechtfertige. j
Die Lebensmitteltenerung in England.
&-^ Kopenhagen, 13. Februar. (WTB.) Berlingske Tidende meldet aus London: Premierminister Asguith erklärte im Parlament, die Preise seien jetzt in London durchschnittlich 23 Prozent höher als im Juli. Besonders betroffen seien Zucker, Fleisch, Kohle. Die Ursachen der Steigerung des Getreidepreises lägen in der australischen und argentinischen Mißernte, der Einschränkung des indischen Exportes und der Schließung der Dardanellen. Im Juni werde aber genügend 36ei= zen auf den Markt kommen. Die Transpvrtschivierigf reiten würden abnehmen. Ein bestimmter Faktor sei die Preissteigerung in Chicago nnd Neuyvrk. Das Mi- nisterium kenne kein Mittel, die Spekulationen zu kontrollieren.
Englische Flieger über der belgischen Küste.
^ Dünkirchen, 13. Februar. (WTB^) Nach einer Meldung der Agence Havas haben am Freitag abend 30 englische Flugzeuge Dover verlassen, um Ostenöe und Seebrügge zu über fliegen. Eins dieser Flugzeuge fiel bei Leipote ins Meer. Das beschädigte Flugzeug wurde von einem englischen Kanvuenboot in den Hafen von Dünkirchen geschleppt.
Zwei italienische Dampfer von den Engländern angehalte».
Frankfurt a. M., 13. Februar. (WTB.) Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Rom: Zwei italienische Dampfer, die jetzt in Neapel anaekvrnmen sind, wurden vor Gibraltar von den Engländern angehaUen und durchsucht. Neun mit Schweizer Pässen versehene Deutsche wurden verhaftet.
Sorge um ein englisches Torpedoboot.
es* Frankfurt a. M., 13. Februar. (WTB.) Wie die Agence Havas meldet, ist man noch über das englische Torpedoboot „93", das mit der Ueberwachung der Meerenge von Gibraltar beauftragt war, ohne Nachricht. Man hegt wegen des in der Meerenge herrschenden Sturmes Besorgnis für das Fahrzeug.