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Erneute Aorlschrille in den Karpathen und der Butoroina

[ Aus dem großen Hauptquartier ]

Großes Hanptgnartier, 11. Februar 1915. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschanplatz.

Ein Angriff in den Argonnen brächte uns den Ge­winn von Boden. Dem Gegner wurden 6 Offiziere, 307 Mann, 2 Maschinengewehre und 6 kleinere Geschütze abgenommen. Anch in den Mittel- und Südvogesen er­zielten wir einige kleine örtliche Erfolge.

Oestlicher Kriegsschanplatz.

Die Kämpfe an der ostprentzischen Grenze wurden auch gestern mit durchweg erfreulichem Ausgang für uns fortgesetzt, trotzdem tiefer Schnee die Bewegungen der Trnppen behinderte. Die Ergebnisse der Zusammenstöße mit dem Gegner lassen sich noch nicht klar übersetzen.

Auf dem polnischen Kriegsschauplatze rechts der Weichsel brächte uns ein Vorstoß in der Gegend «ord- mestlich Sierpc, durch den der Gegner überall, wo er ge­troffen wnrde, znrückgedrängt ist, einige hundert Ge­fangene ein. Links der Weichsel sind keine besonderen Ereignisse vorgekommen.

Oberste Heeresleitung.

[ Vom österr.-ungar. Generalstab

Wien, 11. Februar. (WTB.) Amtlich wird ver- lautbart, 11. Februar 1915, mittags. I« Russisch-Pole« und Westgalizien abgesehen von Artilleriekämpfen keine Ereignisse.

An der Karpathenfront wurden im Abschnitt west­lich des Uzsokerpasses russische Angriffe nnd einzelne partielle Vorstöße unter starken Verlusten des Feindes znrückgeschlage».

Im Waldgebirge und in der Bukowina sind erneut Fortschritte zu verzeichnen. Mehrere hundert Gefan­gene sowie Maschinengewehre wurden eingevracht.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.

Zwischen Bsura und Karpathen.

Ueber die Kriegslage westlich von der Weichsel be­richtet, wie dasB. T." aus Wien erfährt, die meist wohlinformierte Wiener KorrespondenzRundschau":

Die letzten amtlichen und privaten russischen Berichte gleichen einem fast unverhüllten Zugeständnis schwerer Mißerfolge, obwohl sie nicht frei sind von den üblichen Phrasen und Prahlereien. DieNowoje Wremja" schreibt: Die deutsche Offensive an der Bsura und Rawka übersteigt an Heftigkeit alles bisher Dagewesene. Nur ein entscheidender Sieg in den Karpathen gewähre die Gewißheit, daß es gelingen werde, dem Ansturm der Verbündeten in Polen standzuhalten.Rutzkoje Slo- wo" meldet erbitterte Vorstöße und räumt ein, daß die Verbündeten in Polen gewisse Erfolge errungen hätten, die sie allerdings auf die Dauer nicht würden behaupten können. c

Die russischen Nachrichten aus den Karpathen sind besonders im Hinblick auf die angeführten Aeußerun­gen derNowoje Wremja" sehr charakteristisch. In dem amtlichen Bericht wird nämlich zugestanöen, daß sich die russische Heeresleitung entschlossen habe, die russi­schen Truppe« ans den Karpathen znrttckzuziehen, um besser gelegene Stellungen einzunehmen. Die hier in Aktion tretenden österreichischen und deutschen Kräfte seien zu stark, als daß die russischen Operationen in dem Raume Aussicht auf bleibenden Erfolg gehabt hätten. Auch die russischen Kriegsberichterstatter betonen die vielfache Ueberlegenheit der gegnerischen Truppen.

DerArmeebote" führt aus, daß zwischen dem Tucholka- und dem Beskidenpasse die Aktionen der Ver­bündeten äußerst heftig gewesen seien. Die Russen hät­ten sich bemüht, im Bajonettkampf die Defensive zu be­haupten. DieRutzkoje Wjedomosti" teilt in einer Be­sprechung der Kriegslage ganz kurz mit, datz sich die Russen vor einer bedeutenden feindlichen Uebermacht über die Bsura zurückzögen.

Letzensmitteltenernng in Petersburg.

Zürich, 11. Februar. (WTB.) DieNeue Züricher Zeitung" meldet aus Petersburg: Der Salzpreis in Petersburg ist um 70 Prozent gestiegen. Auch die an­deren Lebensmittel sind bedeutend teurer geworden. Der

Verstrickt.

Roman von A. von der Elbe.

42) (Nachdruck verboten.)

Susanne fand schon lange keine Freude mehr am Reisen und sehnte sich nach der Heimat. Ohne sich selbst darüber klar zu werden, hatte das Interesse, das Holm­stein ihr bezeigte, etwas wie eine neue Fernsicht in ihrem Gemüt eröffnet. Sie liebte ihn nicht, aber er konnte ihr vielleicht eine Heimat, eine Erlösung bieten. Und doch, wie schämte sie sich ihrer Pflichtvergessenheit, ihrer un­kindlichen Herzlosigkeit, wenn sich ihr solche Phantasie- bilder aufdrängten. Sie wagte auch kaum irgend etwas zu hoffen, sondern wies alle Gedanken an die Zukunft von sich. Und heute machte des Hauptmanns Verhalten, der auch beim Essen nur die Augen für Adele gehabt hatte, sie ganz irre.

In der Nähe der Schwester wandten sich jetzt alle ihre Gedanken auf die Heimat, und sie sagte mit leiser Ungeduld:O, gewiß, es ist hier schön, aber man kann nicht immer schauen und genießen. Wenn Du unser teures Morse ein halbes Jahr nicht gesehen hättest und gar nicht wüßtest, wann Du einmal wieder hinkämst, so würdest Du auch alle Schönheiten der Welt gegen das liebe Haus und den herrlichen Park gern eintauschen. Und nun erzähle mir von da."

Sie fragte mit leiser, vor Wehmut bebender Stimme ""^ konnte nicht genug hören, dann ^ni?^^ ."ach Mägden und Knechten, ^elbit von Hunden und Pferden wollte sie willen Dann kam sie auf die Nachbarschaft, wie leid ihr Ehlers' Tod tue, und ob sie nun wirklich ihr Haus in Wohlden wollten? ^ E ^ Ottos neuen Wohnort gehen

Bei all ihrem Fragen und Hören lag ihr beständia Eggeruck im Sinn: allein sie wagte nur schüchtern und zuletzt auf ihn zu kommen und erschrak über das Beben

Kommandant von Kronstadt setzte Höchstpreise fest. Zu­widerhandelnden ist eine Strafe von orettausend Ru­beln oder drei Monaten Arrest angedroht.

Mastenvertzannungen nach Sibirien.

Nach einer Meldung derKöln. Ztg." wurden in Rußland bisher 1500 Personen unter dem Verdacht, den Feinden Rußlands Hilfe geleistet zu haben, nach Si- vtrren verschickt.

Rußlands Kriegsspiel.

., .In eitlemRußland und die Meerengen" über- schriebenen Artikel führt dieKöln. Ztg." aus: Die Ver­handlungen in der Reichsöuma, über die wir berichteten, haben die Lage geklärt. Alle Welt weiß jetzt, daß Re­gierung und Volksvertretung, soweit man der Ver- sammlung diesen Namen Besiegen will, gemeinsam von dem Gedanken durchdrungen sind, der Preis des ihnen als sicher vorschwebenöen Sieges über Deutschland, Oesterreich-Ungarn und die Türkei müsse Konstan­tin o p e l und die M e e r e n g e n sein. Aber höchst be- setchnend ist, daß der Hauptredner des Hauses, der Ka- £ett Miljukow, es für angemessen hielt, auszusprechen, die Abgeordneten seien überzeugt, daß diese Hauptauf­gabe..rechtzeitig unter die nötigen diplomatischen und mrlitarischen Sicherheiten gestellt" werden müsse. Gegen wen soll diese Sicherheit gesucht werden? Die Zentral- machte und die Pforte müssen ja besiegt sein, wenn das Ziel erreicht wird. Wer bedroht dann den russischen Anspruch? Die Vergangenheit gibt den Aufschluß: nur England und Frankreich. Gegen die jetzigen Bundesgenoßen in dem Raubzug gegen Deutschland und seine Verbündeten richtet sich also das Mißtrauen, das den Kadettenführer beseelt. Noch ist der Löwe nicht teil man teilen möchte, und schon zeigt sich Zröerwruch der Interessen, denen die Glie-

möchte und _ Ziel erreicht wir

tot, dessen

der innerevlw vlc wucs ber des Dreiverbandes und seines Anhanges nachgehen. Alle schönen Redensarten von der innigen Bundes- treue tauschen über diese Tatsache nicht hinweg. Auch für die Balkanstaaten und Italien werden durch die Verhandlungen der Reichsduma Ausblicke eröffnet, die wenig erfreulich für sie sind. Rußland an den Meer­engen würde für Bulgarien und Rumänien die dauernde Gefahr darstellen, ihren überseeischen Verkehr nach Belieben der Petersburger Machthaber gesperrt zu sehen. Italien, dessen Erwerbung von Tripolis es an den Fragen der Beherrschung des östlichen Mittel­meeres aufs höchste beteiligt, findet einen neuen Mitbe- werber vor, der, auf das Schwarze Meer gestützt, einen Ausfallposten am Aegarschen Meere besitzen wür^e, aus dem er jederzeit hervorbrechen könnte. Die Pforte ist für diese Machte keine Bedrohung, ihre Aufgaben und Ziele liegen auf ganz anderen Gebieten. Eine Umge­staltung der Machtverhältnisse am Bosporus zieht mit Naturnotwendigkeit Verwicklungen nach sich, die in er­ster Linie den Neutralen gefährlich zu werden ge­eignet sind. Sie mögen sich über diese Folgen klar werden.

Von der Westfront.

Rene Beschießung von Reims.

DerB. L.-A." meldet aus dem Haag: Aus Paris wird gemeldet, daß die Deutschen wiederum Reims, das einige Zeit in Ruhe gelassen worden war, beschossen. Die Geschosse töteten zwei Bewohner. Auch Pont-a- Monsson war zwei schwerer Kanonaden ausgesetzt.

Der Mannschaftsmangel im französischen Heer.

Paris, 12. Februar. (T. U.) Um dem stets fühl­barer werdenden Mannschaftsmangel im Feldheere nach Möglichkeit abzuhelfen, hat das Kriegsministerium sich zu einem bedenklichen Mittel entschließen müssen. Alle Angehörigen der Jahresklassen 19101915, die bei den wiederholten ärztlichen Untersuchungen der letzten Mo­nate sich als dauernd dienstuntauglich erwiesen haben, sind von neuem eingezogen worden und sollen jetzt ohne besondere Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand in den Hilfsdiensten des Heeres verwendet werden. Das Kriegsministerium hofft auf diese Weise eine Reihe feld- dienftfähiger Soldaten, die bisher hinter der Front be­schäftigt waren, in die vordersten Reihen senden zu kön­nen. Ein ähnlicher Erlaß für die Jahrgänge 1905 bis 1909 steht unmittelbar bevor. Die Verfügung erregt im Publikum mancherlei Kritik, da auf diese Weise tat­sächlich dem Handelsleben des Landes die letzten Männer entzogen werden.

Die Streitkräfte der englischen Heere.

London, 12. Februar. (T. u.) Oberst Repington, der militärische Mitarbeiter derTimes" veröffentlicht einen Artikel über die Verteidigung Englands, in dem er erklärt, man müsse sich auf ganz ungeheure Kraftan­strengungen Deutschlands, eine Invasion in England

ihrer Stimme, als sie sagte:Ihr habt lange nichts von Onkel Hermann geschrieben,' es geht ihm doch gut?"

Wie sollte es dem nicht gut gehen," rief Adele auf» lachend:er ist so behäbig und von seinem eigenen Wohl und Wert durchdrungen, daß keiner um den bange zu sein braucht."

Wie deutlich stand der Mann von Susannerrs inneren Augen, wie sympathisch war ihr sein gefestigter Karakter, das schöne Gleichmaß seines Wesens stets erschienen. Allein, daß die kleine unbesonnene Schwester ihn uid)t verstand, war begreiflich.

Adele erzählte weiter von zu Hause. Sie sprach mit glänzenden Augen und scheuer Freudigkeit von Werner Brüggens Besuch, wie hilfreich er gegen Ehlers gewesen, und wie gut sie sich mit ihm unterhalten habe. Fächer sei ihr sein Ernst beängstigend erschienen, aber so schlimm wäre das gar nicht.

Und in Berlin, Suse, Du glaust gar nicht, wie schön er uns geführt hat, und von allem wußte e* Be­scheid."

Dann plauderten sie wieder von dem lieben alten Morse. Die Schwester müsse bald einmal kommen. Wie glücklich sie immer miteinander gewesen.

Ach, Du warst zu gut gegen Dein einfältiges Deel- chen." Lachend erinnerte sie an kleine, halbvergessene Vorfälle.

Josefine wußte bald unter den Gästen der Pension anzuknüpfen,' ihre Leichtigkeit im Verkehr, ihre Welt- gewandtheit berührten angenehm. Auch Frau von Bernhammer fühlte den wohltuenden Einfluß der Schwägerin, die ihr viel Rücksichtnahme bewies, aber sie blieb in ihrer unzufriedenen anspruchsvollen Weise unverändert.

Wenn Josefine, die der Kinder wegen auf einen Ausgleich zwischen dem Elternpaar hoffte, von ihrem Drucker sprach, wurde Frau Lydia gereizt und ableh- nend.

zu versuchen, gefaßt machen. Die Gefahr einer Inva­sion würde geringer, wenn der Krieg auf dem Kon­tinent, was vorauszusehen sei, im Frühling mit verdop­pelter Kraft losbrechen würde. Das dürfe jedoch Eng­land nicht veranlassen, irgend eine Unklugheit zu be­gehen oder sein Augenmerk von der Verteidigung des Heimatlandes abzulenken. Weiter fährt Repington wörtlich fort: Enige unserer guten Alliierten mögen be­dauern, daß wir fünf Mann zu Hause haben, für jeden einzigen, der im Heere Feldmarschall Frenchs steht. Sie mögen uns als schlechte Verwalter betrachten und unter Protest behaupten, daß wir die elementarsten Grund­sätze der Oekonorme der Kräfte nicht kennen. Sie müssen verstehen, daß unsere gegenwärtige militärische Lage nur vorübergehend ist und nicht durch strategischen Wahnsinn geleitet wird. Wir wissen wohl, daß es Ver­schwendung von Kraft ist, dort Truppen zu halten, wo sie gegen den Feind nicht Verwendung finden können. Es ist kein Vergnügen für uns, unsere Truppen in­aktiv, oder mit anderen Worten, neutralisiert zu halten, aber wir müssen warten, bis sie felddienstfähig sind. Es nimmt Zeit, eine Armee zu bilden, und wir Haben bis­her nicht ein einziges Bataillon ins Feld gesandt, das nicht beim Ausbruch des Krieges existierte.

England als Vormund des Dreiverbandes.

Sir Edward Grey erreichte, wie nach demBerliner Lokalanz." in Genf verlautet, durch Vereinbarung mit Frankreich während Delcassees Londoner Aufenthalt, daß Großbritannien in gewissen Eile und Diskretion erfordernden Verhandlungen mit Neutralen bei etwai­gen Ergänzungsabmachungen mit den Verbündeten auch namens Frankreichs ohne dessen weitere Befragung Verpflichtungen übernehmen kann. Eine gleiche Ab­machung sei zwischen Grey und Bark getroffen, so daß das englische Auswärtige Amt den gesamten diploma­tisch-finanziellen Verkehr des Dreiverbandes auf das genaueste kontrollieren kann. Delcassee glaubt, diese Unterordnung Frankreichs durchhöhere Gewalt", auf die Grey hinwies, verantworten zu können.

Ein Luftkampf bei Brüssel.

DerH. K." meldet aus Kopenhagen: Ein eng­lisches Flugzeug machte am Mittwoch in der Nähe von Brüssel den Versuch, ein deutsches Militärlager zu bom­bardieren. Ein sofort aufgestiegenes deutsches Flugzeug griff den Engländer an. Es entspann sich ein erbitterter Kampf, bei dem es schließlich dem deutschen Flieger ge­lang, durch einen wohlgezielten Schuß den Motor des englischen Flugzeuges gebrauchsunfähig zu machen. Das englische Flugzeug stürzte zu Boden, und beide In­sassen fanden den Tod.

Ein feindlicher Flieger über Blissingen.

Aus dem Haag wird, derKöln. Ztg." zufolge, amt­lich vom 11. Februar berichtet: Heute früh wärf ein aus südöstlicher Richtung kommendes Flugzeug Spreng­körper auf Blissingen. Einer fiel ins Wasser, ein an­derer auf die starke Böschung des Dammes, der leicht be­schädigt wurde. Darnach strich der Flieger noch einige Augenblicke weiter in östlicher Richtung, worauf er sich wandte und in westlicher Richtung verschwand. Das Flugzeug ist vermutlich französischer Herkunft.

Die Bomben fielen nach einer Meldung desHa. Ku." in unmittelbarer Nähe des deutschen Dampfers Main" vom Norddeutschen Lloyd" nteber, der im Blts- singer Hafen ließt. Es sind keine Personen vcrTcßi müT^ den. Nach einer Meldung desTelegraaf" war es ein englisches Flugzeug, das über Blissingen strich. Der Sprengkörper fiel nicht im Hafen, sondern zwischen Middelburg und Blissingen in den Kanal bei der Kchr- schleuse, wo er platzte. Der Flieger flog über Antwerpen zurück.

Der Krieg zur See.

Bon einem deutschen U.-Boot beschossen.

Amniden, 11. Februar. (WTB.) Der Kapitän des englischen DampfersLaertes", der heute früh von Java ankam, erzählte, daß er gestern zwischen Maas-Leucht- schiff und Schonwerbank von einem deutschen Tauch­boot beschossen wurde. Projektile drangen durch den Schornstein, den Kompaß und die Schiffsboote in das Schiff ein. Das Tauchboot versuchte das Schiff zu tor­pedieren,' aberLaertes" entkam durch ein schnelles Manöver und durch die Entwickelung der größten Ge­schwindigkeit

Der Kapitän des englischen DampfersLaertes" berichtet nach Amsterdamer Blättermeldungen weiter, baß das Unterseeboot, ehe es den Angriff eröffnete, ihm signalisiert habe, daß er anhalten solle. Der Kapitän habe dies Signal nicht befolgt. Der Dampfer hatte keine Flagge geführt. Beim ersten Signal des Unter­seebootes habe er die holländische Flagge gehißt, wie er

Er hat mir Haus und Heimat genommen, er hat mich in die Fremde..Hinausgestoßen, schweig mir von dem hartherzigen Egoisten!"

Aber Du entbehrst Adele und Adele entbehrt Dich. Und dann, beste Lydia, was soll aus Susanne wer­den? Und wie einsam wirst Du Dich fühlen, wenn sie heiratet."

Sie wird kein so pflichtvergessenes Kind sein, sie wird mich niemals verlassen."

Das ist viel verlangt. Wie ich höre, hat Herr von Holmstein sie sehr umworben,' gegen den Mann dürfte kaum etwas einzuwenden sein, und wenn Susanne ihn liebte"

Ich würde nun und nimmer meine Einwilligung geben, und Suse ist eine viel zu gute Tochter, um mir Trotz zu bieten. Allein beiden mit der Jungfer, nim­mermehr! Bitte, deute das Susanne an, ich vertrage aufregende Gespräche nicht,' sie soll sich keine Liebesge­schichte in den Kopf setzen."

In der nächsten Zeit bemerkte die Mutter mit Ge­nugtuung, daß Holmstein, mächtig angezogen von Ade- lens heiterer Jugendfrische, sich mehr ihr als der älte­ren Schwester zuwandte.

Gut, daß Susanne sich von seinem Wankelmut überzeugt, damit wird die dumme Geschichte ihr Ende finden," sagte Frau von Bernhammer, mit Josefine durch den Garten schlendernd.

Meinst Du? Vielleicht übt Adele nur den Reiz der Neuheit."

Die Männer fliegen freilich wie die Schmetterlinge ins Licht, und etwas Helles, Erwärmendes hat meine Jüngste wirklich bekommen."

Ich habe manchmal die Erfahrung gemacht, daß der Mann wie Pygmalion gern das Leblose durch seine Liebe erlebt."

Ja, um in der Frau sein Geschöpf zu sehen."

Fortsetzung folgt.)