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AUWUMMMWen in MH«» Die WW in Den M. Aus dem großen Hauptquartier

v-^ Großes Hauptquartier, 7. Februar 1915. (Amt­lich. WTB.)

Südöstlich Yperu nähme» mir einen französischen Schützengraben und erventeten dabei zwei englische Maschinengewchre.

Südlich des Kanals bei La Bassee drang der Feind in einen unserer Schützengräben. Der Kampf dort ist noch im Gange.

Im Übrigen anf beiden Kriegsschanplätzen außer Artilleriekämpfen keine wesentlichen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

fe* Berlin, 7. Februar. (Amtlich. WTB.) Se. Ma­jestät der Kaiser besuchte gestern die schlesische Landwehr in ihren Schützengräben bei Grnszczyn östlich Wlozc- zowa.

Die beiden Orte liegen in der Mitte zwischen Czen- stochau und Kielze, ungefähr 65 Kilometer östlich der erstgenannten Stadt.

Zur Regelung des Brotgetreide-Verkehrs.

Die Mehlvorräte der Einzelhaushaltungen.

Berlin, 6. Februar. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde eine Verordnung we­gen Aenderung der Bekanntmachung über Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl angenommen. Ferner wurde die Zustimmung erteilt, den Kommnnal- verdänden die Befugnis zu verleihen, ihre Eingesessenen zur Anzeige der Vorräte zu verpflichten, die bet der Reichserhebung vom 1. Februar 1915 nicht erfaßt sind, weil sie unter einem Doppelzentner verblieben. Die Kommunalverbände können dann diese Vorräte sich übereignen lassen, soweit sie bei dem einzelnen Besitzer 25 Kilogramm übersteigen. Hierdurch werden die Kom­munalverbände in den Stand gesetzt, aus den privaten Haushaltungen, die sich stark mit Mehl eingedeckt haben, noch mehr der Allgemeinheit zuzuführen.

E Vom österr.-ungar. Generalstab

Wien, 7. Februar, mittags. (WTB.) Amtlich wirk verlautbgrt: Die Lage in Russisch-Polen und West- galizien ist unverändert.

An der Karpathenfront wird heftig gekämpft.

In der südlichen Bukowina find unsere Truppen in erfolgreichem Vordringen, die Russen in vollem Rück­zug. 1200 Gefangene wurden gestern gemeldet. Zahl­reiches Kriegsmaterial ist erbeutet worden. Gestern nachmittag zogen unter großem Jubel der Bevölkerung eigene Truppen in Kimpolung ein.

Am südlichen Kriegsschauplatz keine Veränderung.

In der Adria hatte ein Luftangriff unserer Flieger auf französische Transporte guten Erfolg. Durch Bom­benwürfe wurden mehrere Treffer erzielt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Die Schlacht in den Karpathen.

0^ Berlin, 8. Februar. (T.-U.) Der Kriegsbericht­erstatter der „B. Z.", Lennhoff, berichtet aus dem Kriegs­pressequartier: Dre Karpathenkämpfe, die sich bisher aus einer Reihe räumlich getrennter Operationen zusammen- setzten, die bald auf diesen, bald auf jenen Patz inten­siveren Charakter annahmen, sind nun zu einer, die ganze Karpathenfront ««spannenden Schlacht geworden. Am heftigsten tobt das Ringen einerseits am Waldge­birge, wo die verbündeten Truppen die Russen bererts aus allen Uebergängen geworfen haben, andererseits am Duklapatz, den die Russe« zum Ziel verzweifelter Ge­genstöße ausersehen haben. Mählich macht sich ein Schwächerwerden der Angriffe geltend, und langsam schiebt sich die österreichische Front auch an dieser Stelle vorwärts. Dem Offtzrerkorps der hier kämpfenden Deutschen ist auch Prinz zu Wied, der frühere Fürst zu Albanien, zugeteilt.

o-^ Mailand, 8. Februar. (T. U.) Der Peters­burger Korrespondent des „Secolo" meldet nach der „Dtsch. Tgztg.": Die ungeheuerste Schlacht, welche die Geschichte aufweist, findet zwischen Weichsel, Rawka und den Karpathen statt. Die Deutschen haben nur einen Scheinrückzug an der Front Rawka-Bzura unternom­

Verstrickt.

Roman von A. von der Elbe.

38) (Nachdruck verboten.)

Jetzt wollte er schreiben! — sehr von oben, sehr als Kavalier: da seine Geliebte ihn in den heiligsten Ge­fühlen getäuscht, ihm die Treue, auf die er sich verlassen hatte, breche, habe er mit von Schmerz gerissenem Her­zen alle die beglückenden Andenken aus ihren lieben Händen den Flammen übergeben und stehe nun da, ge­kränkt und beraubt, nicht imstande, je wieder Glück und Frieden zu finden. Was sie mit den „Opfern" meine, zu denen man bereit sei, verstehe er nicht. Und dann ein ausgesucht höflicher Schluß.

Er lachte triumphierend, als er den nach seinem Plan verfaßten Brief an die kluge Vermittlerin ab- sandte. Da war er doch noch schlauer, beschämte sie mit ihren Voraussetzungen und brach zu passender Zeit aus dem Busch. Welch ein Hallo das geben würde. Welchen Schreck er ihnen einjagen und wie hoch er seine For­derungen stellen konnte.

In Morse wartete man mit Spannung auf das Vorgehen des Feindes: „Der Kerl riskiert es nicht, mir nochmal vor die Augen zu kommen," sagte Bernhammer am Donnerstag abend zu seiner Schwester. „Würde ihm auch ganz gehörig heimleuchten, wenn er mir frech schriebe."

.. »Ich hoffe, er ist vor der Hand eingeschüchtert," er­widerte Josesine.

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3 "Daß er seinen Vorteil nicht wahrnehmen sollte und uns gar nicht mehr mit Ansprüchen behelligte, traue ich ihm freilich kaum zu."

Der Vater sah, daß Adele sich in großer Angst be­fand, und sein Mitleid war, wenn er ihr blasses Gestcht- &» M reger als fein Zorn. Die Jugend verrannte

men, um sich desto mehr zwischen Weichsel und Rawka zu verstärken, wo sie mit furchtbarer Heftigkeit, unter­stützt von ihrer schweren Artillerie Angriffe «uterneh- «ten. Gleichzeitig drücken mit allen Kräften die öster­reichisch-ungarischen Truppen und deutsche Armeekorps auf das russische Zentrum der Karpathen. An der Rawka setzen die Batterien ihr heftiges Feuer fort.

Von der Westfront.

Von der belgische« Küste.

te* Amsterdam, 8. Februar. (T. U.) Der „Tele­graf" meldet aus Sluis: Sonnabend vormittag regnete es. An der Front blieb es ruhig. Nachmittags Härte es sich auf. Um 2 Uhr fing das Marinegeschütz von der See her eine heftige Beschießung an. Die Bewohner von Middelkerke, die zurückgekehrt waren, haben sich nach Ostende begeben. Die Flieger entwickeln eine große Tätigkeit. In der Nacht wurden auf Zeebrügge zwei Bomben geworfen. Es wird ein Kampf in der Lnft er­wartet.

Das große Geheimnis über die Stärke der englischen Armee.

Bekanntlich war, nach Meldung der „Frkf. Ztg." aus Amsterdam, von den verschiedensten Seiten, vor allen Dingen von der konservativen Presse, verlangt worden, daß die englische Regierung genaue Zlffern über den Erfolg der Truppenmerbnng angebe; die konserva­tive Presse wollte vor allen Dingen aus dem Schweigen der Regierung Kapital schlagen, um der Propaganda­tätigkeit für die Einführung der Wehrpflicht mehr Nach­druck zu verleihen. Trotzdem hat nun Asquith erklärt, daß sämtliche militärische Ratgeber mit der Regierung der Meinung seien, daß keine Angaben über die Stärke der Armee gebracht werden dürften.

Frankreich verlor an Toten

450 000 Mann.

Nach einer Meldug der „Frkf. Ztg." aus Genf bringt ein dortiger Vertrauensmann französischer Blätter aus

Paris die Meldung, dort zirkuliere in höheren Militär­kreisen ein geheimer Bericht, wonach die Verluste Frank­reichs an Gefallenen bis Ende Jannar über 450 000 Mann betragen. In diese Ziffer sind nur die franzö­sischen Soldaten aus Frankreich eingerechnet. Die Sta­tistik ist nach Ausweis der zurückgelieferten Erkennungs­marken auf Grund amtlicher Berichte aufgestellt.

Ueberfällige Dampfer.

oe^ London, 6. Februar. (T. u.) Die lange Liste der überfälligen Dampfer bei Loyds ist um vier Namen vermehrt worden, sodatz im ganzen 16 englische Dampfer seit mehreren Tagen in ihren Bestimmungsorten ver­geblich erwartet werden. Die Prämien für Nachver­sicherungen sind bereits zu einer noch nicht dagewesenen Höhe gestiegen und ziehen noch fortwährend an. Die Möglichkeit dieser enormen Verluste ist der englischen Schiffahrtswelt so überraschend gekommen, daß die aben­teuerlichsten Gerüchte über die Tatiqkeit deutscher Kreu­zer auf hoher See hier im Umlauf sind. Es gibt Leute, die allen Ernstes behaupten, daß es in den letzten Wo­chen einer ganzen Reihe schnellster deutscher Kreuzer gelungen sei, die englische Noröseeblockaöe teils zu um­gehen, teils zu durchbrechen, sodatz sich augenblicklich eine viel größere Anzahl deutscher Kriegsschiffe auf hohem Meere befänden, als die englische Admiralität zugibt. Es werden selbstverständlich auch die Namen der betref­fenden deutschen Schiffe, sowie eine Reihe weiterer Ein­zelheiten angegeben.

Die „Frkf. Ztg." meldet aus Amsterdam: Eine Liste sämtlicher Schiffe, die überfällig sind und über deren Schicksal ernste Beunruhigung besteht, gibt der „Temps". Er zählt die Namen von 12 Schiffen auf. Wenn es sich bewahrheitet, sagt der „Temps", daß diese Schiffe wirklich untergegangen sind, so bedeutet dies einen ziemlich bedeutenden Verlust.

Von einem Unterseeboot verfolgt.

Der Kapitän des in Rotterdam aus Hull angekom­menen englischen Dampfers „Whitby Abbey" berichtet, daß er mit seinem Schiffe nnr mit Mühe der Verfolgung durch ein deutsches Unterseeboot entgangen sei. Alle. Mann der Besatzung hätten an den Kesseln gestanden, und nur durch schweres Heizen sei die Geschwindigkeit über 14 Knoten gebracht worden, welche Schnelligkeit das Unterseeboot nicht entwickelte, so daß er mit seinem Dampfer schließlich die neutralen Gewässer glücklich er­reichte.

sich ja oft in törichtem Unverstände, wer hätte nicht seinen Unsinn gemacht? Jugend kannte keine Tugend. Aber Jose hatte recht, wenn es sich um ein junges Mädchen handelte, mußte man die Sache mit spitzen Fingern an­fassen, und da er sich selbst nicht recht zutraute, das zu können, wollte er sich lieber nicht hineinmischen.

Josesine sorgte sich um Dentas Antwort und wagte noch keine Vorbereitungen zu ihrer morgigen Abreise zu treffen.

Als sie am Nachmittag beim Kaffee saßen, kam der gefürchtete Brief. Während sie zuerst leise laß, richteten sich zwei erschrockene Augenpaare voll Spannung auf ihr Gesicht, das sich erheiterte.

Josesine ließ das Blatt sinken, erstaunt sagte sie: „Er ist viel anständiger, als ich dachte, wie man sich so in einem Menschen täuschen kann," darin las sie laut.

„Na, der Deubel hätt' ihn holen sollen," rief der Vater aufbrausend, „wenn er nicht klein beigab! Mit der Pistole wäre ich ihm zu Leibe gegangen."

„Der arme Denta," seufzte Adele.

„Nu schmachtest Du ihm gar hinterher, Du Pute!"

„Es ist ganz natürlich, daß dem Kinde der Mann leid tut, Richard; dieser Brief zeigt Gefühl," und die Zeilen noch einmal überfliegend fügte sie hinzu: „Wenn ich dem allen nur trauen könnte. Ich habe mich in meiner Menschenkenntnis noch nie getäuscht. Vielleicht hat er Gründe, warten zu wollen und tritt doch noch­mal mit einer Forderung für die Briefe hervor."

„Meinst Du wirklich, Tante Jose?" rief Adele angstvoll.

„Mir soll er nicht damit kommen, ich massakriere den Kerl!" schrie Bernhammer bet dem Gedanken an eine Hinterlist in aufloderndem Zorn.

„O, Himmel, Papa, wie Du mich ängstigst!"

„Wir können nun nichts weiter tun, als abwarten," entschied Josesine, und Adele nickte: „Er ist gewiß besser, als Du denkst."

Mißbrauch der neutralen Flagge.

9h£ Kopenhagen, 8. Februar. (T. U.) Der Ma­rinemitarbeiter der „Times" gibt jetzt nach dem „B. T." indirekt den Mißbrauch der neutralen Flagge durch eng­lische Schiffe zu, indem er in einer Kritik der von der deutschen Admiralität angeordneten Sperre der engli­schen Gewässer u. a. schreibt: Unter gewöhnlichen Ver­hältnissen haben die Handelsschiffe kein Recht, die neu­trale Flagge zu führen. Aber es ist ein alter Brauch auf See, das zu tun, wenn man damit einem feindlichen Schiff entschlüpfen kann. Dafür gibt es eine Menge von Beispielen. Dies Recht (?) hat Großbritannien längst anerkannt.

Der Türkenkrieg.

Die Türken am Suezkanal.

Konstantinopel, 7. Februar. (WTB.) Der Große Generalstab meldet: Unsere Vorhuten sind in den Ge­genden östlich des Suezkanals angekommen und haben die englischen Vorposten gegen den Kanal zurückge- orangt. Bei dieser Gelegenheit fanden Kämpfe in der Umgebung von Jsmailia und Kantara statt, die noch andauern.

Afghanistan erklärt den heiligen Krieg.

Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus Konstan- tmopel Hat Afghanistan, wie der Konstaninopler „Tas- ftr" berichtet, den heiligen Krieg amtlich erklärt, mit ihm würden Beludschjstan und die Stämme Ostpersiens am Kriege teilnehmen. Angeblich sind es deutsche Offiziere, die die Rüstungen überwachen. Die reguläre Armee wird auf 50 000 bis 60 000 Mann geschützt; mit den waffenfähigen Mannschaften Beluöschistans und der ost- persischen Stämme rechnet man 100 000 bis 150 000 Mann.

Englische Niederlage in Mesopotamien.

Nach einer Meldung der „Franks. Ztg." aus Kon- stantinvpel wurden die englischen Truppen in Mesopo­tamien nördlich bei Amara von den Türken empfind­lich geschlagen. Die Engländer verließen ihre Stellun­gen fluchtartig nach großen ihnen vorher vom türkischen Expeditionskorps beigebrachten Verlusten.

Die russischen Verluste im Kaukasus.

®h^ Wien, 8. Februar. (T. U.) Wie nach der „Köln. Ztg." aus Konstantinopel gemeldet wird, soll nach den neuesten Nachrichten die Zahl der toten und ver- mnndeten Rnssen in den Kämpfen bei Sarukamisch 50 000 betragen. Die türkische Artillerie habe sich ausge­zeichnet bewährt.

Die Neutralen.

Amerika nnd der Handelskrieg.

Washington, 7, Februar. (WTB.) Reuter meldet: In Regierungskreisen erwartet man ein erläuterndes Memorandum des Auswärtigen Amtes in Berlin über die Erklärung britischer Gewässer als Kriegsgebiet, wel­ches der amerikanische Botschafter in Berlin seiner Re­gierung zugehen lasse. Man hofft, daß es die noch zwei­felhaften Punkte aufklären wird. Wenn das Memo­randum nicht die Vorsichtsmaßregel darlegt, welche die deutschen Kapitäne treffen müssen, um festzustellen ,ob die eine neutrale Flagge führenden Schiffe wirklich neu­trale sind, werden die Bereinigten Staaten wahrscheinlich erklären, daß sie sich der Zerstörung neutraler Schiffe, die nicht Konterbande führen, und die Verletzung von Passagieren nicht fügen werden.

Amerikanische Kriegslieferungen für zwei Milliarde«.

Die „New Yorker Handelszeitung" berichtet: An­dauernd gehen in Amerika neue europäische Bestellungen für Armeebedarf aller Art ein, die augenscheinlich so vor­teilhaft in den Vereinigte Staaten ausgeführt werden können. Die Besteller sind durchgängig die gegen Deutschland und Oesterreich verbündeten Mächte. Die Aufträge erstrecken sich zumeist auf Konterbandeartikel, ohne daß angesichts der britischen Uebermacht zur See Deutschland und Oesterreich diese amerikanische Hilfe­leistung verhindern könnten. (Das wird sich ja bald erweisen. D. Red.) Von dem deutschen Botschafter in Washington angebrachte Proteste finden in leitenden Stellen keine Beachtung. Auf Grund einer Umfrage in den amerikanischen Großstädten behauptet der „New Yorker Board of Trade", daß bisher die Kriegsbestel­lungen der Vereinigten Staaten ein Geschäft im Werte von zwei Millionen Mark zugeführt hätten.

Barbarische Kriegsführung in Kamerun.

Die barbarische Art der Kriegführung der verbün- deten französisch-englischen Streits rüste in Kamerun spottet jeder Beschreibung. Ein Brief eines Angestell­ten einer Kameruner Pflanzungsgesellschaft gibt nähere Einzelheiten über die Beschießung des offenen Hafens

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Am Freitag morgen kam ein herzlicher Brief von Werner Brttggen, der meldete, daß er die Wünsche der Tante in deren Wohnung der Hausverwalter übermit­telt habe, und versicherte, die Damen würden alles zu ihrem Empfange vorbereitet finden. Er bitte um tele­graphischen Bescheid, wann er sie auf dem Bahnhof er­warten dürfe, und die Abreise mit dem Mittagszuge wurde beschlossen.

Josesine lächelte im stillen über Werners Bries, welchen Eifer er plötzlich an den Tag legte. Sonst hatte er die Zeit gefunden, sie vom Bahnhof abzuholen. Selbst auf den besonders Verständigen wirkte ein hübsches, junges Lärvchen wie ein Magnet und löste ihn ans sei­nem Pflichtenkreis. Für den ernsthaften, einsamen Mann mochte doch noch eine gute Zeit andreren.

In Adelens Stimmung ging eine vollständige Um­wandlung vor. Wie befreit fühlte sie sich, als sie über­zeugt sein durfte, daß die Spuren ihrer Verirrung aus­getilgt seien, und nachdem der wundervolle Brief vom Doktor Brttggen angekommen war! Nun konnte sie wieder ruhig und vergnügt vorwärts blicken, und ei­gentlich freute sie sich jetzt auf die Tage in Berlin ebenso sehr, wie auf die schöne Schweizerreise und das Wieder­sehen mir Mutter und Schwester. An den abscheulichen Ungarn wollte sie gar nicht mehr denken, der hatte sie nun genug gequält.

Nach all der überstandenen Sorge nahm Bernham- mer den Abschied von seinen Damen jetzt leichter, als er vorher gedacht hatte. Gut, daß sie gingen und allen un­liebsamen Begegnungen hier den Rücken wandten.

Als er am Abteil stehend Schwester und Tochter zum Abschied die Hand hineinreichte und Adele fragte: „Wirst Du Dich auch nicht so einsam fühlen, mein lieber, guter Papa?" antwortete er ganz wohlgemut: „Ich will mir meinen alten Kasselmann heranzühmen und mit ihm zu Mittag essen, damit ich nicht ganz allein bin."

(Fortsetzung wiau •