barkeit der gegenwärtigen Zustände an der bulgarisch- serbischen Grenze und in Mazedonien gerichtet habe. Die bulgarische Regierung habe klare Drohungen an die serbische Regierung gerichtet und angekündigt, daß bei einer Wiederholung der letzten Grenzzwischenfälle die Forderung nach Genugtuung unverzüglich erfolgen werde.
Bulgarien und die Türkei.
^ Sofia, 1. Februar. (T.-U.) Der bekannte bulgarische Deputierte, R. W. Radew, brächte in einer türkischen Zeitung den Wunsch zum Ausdruck, daß es an der Zeit sei, daß die Türkei und Bulgarien unterernanver einen wirtschaftlichen nnd militärischen Bund schlössen. Zwischen den beiden Staaten herrsche jetzt eine Interessengemeinschaft. Der offiziöse „Tanin" antwortete darauf, Radews Idee sei sympathisch und es wäre nur zu wünschen, daß sie zum Segen beider Parteien zur Verwirklichung gelangte.
Die Neutralen.
Ein italienisches Urteil über die deutsche» Stegesaussichten. Der Herausgeber dee „Mattino", Svarfoglio, fährt nach Meldung des „B. T." aus Rom fort, in seinem Blatte das Verhältnis Italiens zum Weltkrieg zu beleuchten. Jetzt führt er aus, daß die gänzliche A«f- lösung des russischen Widerstandes nur mehr eine Frage kurzer Zeit sein und beim Nahen des Frühlings ein zweiter deutscher Vorstoß gegen Frankreich erfolgen werde. Dann sei der Augenblick nicht mehr fern, wo Deutschland England Auge in Auge gegenüberstehen und mit ihm abrechnen werde. Alle Aussichten des Erfolges seien unstreitig für Deutschland. Ein starker Beweis der Schwäche Englands sei seine Haltung im Mittelmeer, wo hundertfünfzig englische und französische Kriegsfahrzeuge nichts gegen Oesterreich und die Türkei ausrichten, nicht einmal die türkischen Hafen zu bombardieren wagten. An eine englische Landung in Deutschland zu denken sei Unsinn. Könne doch England mit seiner Armee kaum mit dem Beistand der Franzosen und Belgier den Deutschen auf dem Kontinent einigermaßen standhalten.
Gegen die amerikanische Waffenausfuhr.
Briefliche Meldungen aus Nordamerika versichern der „Köln. &g" zufolge, daß am 1b. Januar im ganzen Lande Einspruchsversammlungen gegen die Waffen. Uefernngen und die Waffenausfuhr aus den Vereinigten Staaten abgehalten wurden. Die Deutschen und die Jrländer haben überall treu gegen den gemeinsamen Feind zusammengehalten. Man hofft, daß der gewaltige Einspruch in Washington seine Wirkung nicht verfehlen werde.
Der Kaiser an die Landwehr.
^ Berlin, 1. Februar. (T.-U.) Der Sonderberichterstatter der „Dtsch. Tgztg." auf dem westlichen Kriegsschauplatz meldet aus dem Großen Hauptquartier. Die Rede, die der Kaiser an seinem Geburtstage an mitteldeutsches Landwehrbataillon hielt, das bisher im Großen Hauptquartier Dienst getan hat und jetzt zur Front abgerückt ist, lautet: ,
1 y Guten Morgen, Kameraden! Ich spreche Euch meinen Glückwunsch aus, daß Euer aller Wunsch, an die Front zu kommen, in. Erfüllung acht und mein Dank, 5a& Ihr Eure Sache hier so gut gemacht habt. Ich war sehr zufrieden mit Euch. Ich weiß, was ich an^wemer Landwehr habe. Ueberall, wo die Landwehr vor den Feind gekommen ist, hat sie sich glänzend geschlagen, im . Osten und in den Vogesen. Erst kürzlich war es die Landwehr, die mit todesmutiger Tapferkeit und Verachtung der Gefahr eine wichtige Höhe gestürmt und den Feind hinuntergeworfen hat. Alm macht es e be mo. Lebt wohl, Kameraden! Meine Segenswünsche begleiten
Euch!
krieasaNerlel.
Feindliche Flieger über Sem Elsatz.
Strahburg t. Elf., 31. Januar. (WTB.) Am Frei- taa den 29. Januar, nachmittags gegen 3% Uhr erschien über der Bahnstation Reichweiler bei Mülhausen im Elsaß ein feindlicher Flieger und warf fünf Bomben ab, die in den nächst der Bahn gelegenen Betriebsanla- aen geringen Schaden anrichteten. Menschen wurden nicht verletzt. Der offenbar von Belfort gekommene feindliche Flieger entkam, noch ehe deutsche Flugzeuge zu seiner Verfolgung über dem Ort erschienen.
Ueber die Anzeigepflicht für die Kornvorräte der Kriegsgetreidegesellschaft
sind Zweifel entstanden. Nur solche Vorräte sind von der Anzeigepflicht ausgenommen, die heute schon vor der Kriegsgetreide-Gesellschaft in besondere Lagerräume gebracht sind. Alle Vorräte, die für die Kriegsgetreide- Gesellschaft angekauft oder beschlagnahmt worden sind, Nr noch beim Landwirt, Händler, Kommissionär oder Müller lagern, sind von diesem anzuzeigen.
Einschränkung Ves Anbaues von Zuckerrüben.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: verlautet, wird nach eingehenden Verhandlungen den beteiligten Kreisen geplant,.im. Bundesrat Mr laufende Jahr eine gesetzl
Wie mit
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luuicuut v^v „v„Äe Einschränkung des Anbaues vor^ Zuckerrüben um etwa ein Viertel zu bean-
tragen.
Ein italienisches Schiff versenkt.
Die russische Schwarze Meer-Flotte versenkte nach einer Meldung der „Frkf. Ztg." aus Mailand durch Kanonenschüsse den italienischen Kauffahrer „Maria Luisetta" den sie für ein türkisches Schiff gehalten hatte. Die Besatzung, weist Griechen, wurden gerettet.
Der kranke Prinz Georg von Serbien.
Der Prinz Georg von Serbien, dem die Zeitungen eine diplomatische Mission in Griechenland zuschreiben, ist, wie die Pariser Blätter mitteilen, kra^ und begibt sich zur Erholung nach der französischen Riviera.
Keine feuergefährlichen Gegenstände versenden.
Wieder ist ein Postwagen dadurch in Brand geraten, daß sich unter den Postsendunaen feuergefährliche, selbstentzündliche Sachen (Benzin- und Zünö- euerzeuge Streichhölzer usw.) befunden hatten. Es wird nochmals auf das Verbot der Versendung feuergefährlicher Gegenstände hingewiesen.
Rumänischer Protest gegen russische Greueltaten.
Wie der „Nieuwe Rotterd. Courant" aus rumänischer Quelle meldet, hat in Bukarest die Nationalliga eine Volksversammlung abgehalten, um gegen die schändlichen Greueltaten der Russen in der Bukowina zu protestieren, wo eine ganze Zahl von rumänischen Geistlichen aufgehängt und andere nach Sibirien verbannt worden sind.
Revoluttouszeiche» in Indien.
Nach Meldung des Londoner „Daily Telegraph" aus Kalkutta wurden in Ferozvur die Verhandlungen gegen -ere SikhS, die des Mordes zweier Polizeioffizkere
"gt waren, beärdet. ES hat sich herauSgestE/
daß fit eine Revolution in Indien entfachen wollten. Die Angeklagten wurden für schuldig befunden. Das Urteil wird später verkündigt werden.
Getreide unbedingte Konterbande.
Die „Voss. Ztg." berichtet aus London: Die „Times" versuchen die Beweisführung, daß angesichts der Beschlagnahme aller Getreidevorräte Deutschlands durch die Regierung Getreide, das nach Deutschland bestimmt ist, nunmehr zu unbedingter Konterbande gestempelt sei, sodaß Getreidesendungen aus dem neutralen Auslande nach Deutschland unterwegs ohne weiteres abgefangen werden dürften.
Diese Ausführungen richten sich in erster Linie gegen den Dampfer „Wilhelma", der bekannlich mit einer Ladung Lebensmittel von Amerika für einen amerikanischen Bürger nach Hamburg unterwegs ist. Als im russisch-japanischen Kriege Rußland Nahrungsmittel als unbedingte Konterbande erklärte, erhoben England und die Vereinigten Staaten dagegen Einspruch.
Die Diktatur in Portugal.
Frankfurt a. M., 81. Januar. Die Unruhen in Portugal dauern nach einer Madrider Meldung der „Frkf. Ztg." fort. Das republikanische Direktorium veröffentlicht ein Manifest gegen die Diktatur des Generals Castro. Diese wird als Gefahr für die Republik bezeichnet und an alle loyale Republikaner die Ausforderung gerichtet, die verfassungsmäßige Gesetzlichkeit wieder herzustellen.
Die Regelung des Brotverbrauchs für Grotzberlin.
Der Magistrat von Berlin hat in Gemeinschaft mit den Magistraten von Charlottenburg, Neukölln, Verlin- Schöneberg, Berlin-Wilmersdorf und Berlin-Lichten- berg sowie den Kreisen Niederbarnim und Teltow angesichts des Umstandes, daß vom 1. Februar ab die Bäcker nach der Bekanntmachung des Bundesrats vom 25. Januar 1915 nur-noch drei Viertel ihrer bisherigen Durchschnittsproduktion herstellen dürfen, in drei wichtigen Punkten eine Einschränkung des Verbrauchs angeordnet. Voran steht die Beschränkung des Verbrauchs für das gesamte Publikum aus zwei Kilogramm für den Kopf und Woche, und zwar Brot und Mebl aller Art zusammengenommen. Die Ueberschreitung dieser Menge ist mit der Strafe von Gefängnis bis zu sechs Monaten oder bis zu 1500 JL Geldstrafe bedroht. Zum Zweck der genauen Berechnung wird die Herstellung eines Gewichtseinheitsbrotes angeordnet, und zwar: für Weizenbrot 75 Gramm, für Roggenbrot 1 oder 1% oder 2 Kilogramm, Zwieback ist zulässig, darf jedoch nur nach Gewicht verkauft werden. Kuchen darf an Getreidemehl insgesamt nicht mehr als 10 v. H. seines Gewichts enthalten. Gast- und Schankwirtschaften dürfen nur drei Viertel ihres bisherigen Verbrauchs beziehen.
Wie Engländer und wie Deutsche belgische Kinder behandeln.
In Miödelkerke bei Ostenöe befand sich ein Kinder- /rüppelheim: leitender Arzt war Dr. Delcroix. Die englische Flotte schonte bei der Beschießung auch diese Anstalt menschlicher Barmherzigkeit nicht: eine der dienenden Schwestern wurde hierbei schwer verwundet. Die deutsche Kommandantur griff sofort ein, erwirkte bei der Brüsseler Spitalverwaltung eine Unterkunft für die von den englischen Schiffsgeschützen bedrohten hilflosen Kleinen, etwa hundert an der Zahl — und sorgte für deren Abtransport nach Brüssel. Rührend schilderte Herr Delcroix dieses Liebeswerk: wir entnehmen seinem an die deutsche Behörde gerichteten Dankesbriefe vom 25. Dezember 1914 die folgenden Zeilen: „Obgleich unsere Reise qualvoll lange währte, ist sie doch verhältnismäßig glücklich verlaufen. Ich beeile mich, es mttzu- teilen: alle Kinder sind wohlbehalten in Brüssel angelangt. Der Zug, der um 5 Uhr in Gent eintraf, konnte seine Fahrt nickt fortsetzen. Wir mußten unsere Kinder unter einem Schlippen unterbringen. Dort hat man unsere Kleinen verwöhnt. Die deutschen Soldaten, die sich auf dem Durchmarsch durch Gent befanden, haben sie mit Schokolade, Bonbons, Aepfeln und dergleichen mehr so vollgestopft, daß wir sie bitten mußten, mit der Verteilung der Leckerbissen aufzuhören: wir fürchteten, die Kinder könnten sich den Magen verderben, was glücklicherweise nicht geschehen ist." Wir empfehlen der englischen Presse diesen Brief unter ihrer Rubrik „Deutsche Hunnentaten" zum Abdruck zu bringen.
Englischer Feldpostbrief aus Südafrika.
Ein von der Morning Post veröffentlichter Feldpostbrief ans Südafrika lautet: „Wir befinden uns an dem unangenehmsten Punkt der Erde, etwa 80 Kilo- meter von allen Wohnstätten entfernt, nur noch bei der Eisenbahn. Einmal täglich kommt ein Zug mit Wasser, je eine Feldflasche auf den Mann, und ein Eimer voll schwärzlichen, dicken Wassers für jedes Pferd. Wir haben es hart genug gehabt, und einige lange Ritte hinter uns. Wir (die . Kompagnie, zu Anfang 120 Mann) gab am weitesten vorgeschoben, sodaß wir, wenn es ühlung mit dem Feinde gibt, gewöhnlich zurückgehen müssen. Am schlimmsten für uns sind die feindlichen Flieger. (Dies stimmt mit dem amtlichen deutschen Bericht über Vorgänge in Deutsch-Südwestafrika überein.) Uebrigens dürften zurzeit mehr als zwei Flugzeuge vorhanden sein. Sie besuchen uns jeden Morgen, um uns mit Bomben zu bewerfen. Wir haben natürlich nichts, womit wir sie treffen könnten. Heute früh verloren wir einen Mann durch einen einzigen Sprengkörper. Ich sagte, die Flugzeuge seien wohl das schlimmste von allem, indes sind das Wetter und die Beschaffenheit des Landes auch nicht zu vergessen. Man wird hier sehr niedergedrückt. Sand und immer wieder Sand. Weit und breit keine Spur von einem Baum oder Wasser. Glühende Hitze bei Tag und grimmige Kälte bei Nacht. Dazu nur wenige Decken und warme Kleider. Die Wagen würden im Sande stecken bleiben. Und schließlich zwei Tage unausgesetzt starker Wind. Er fetzte um 6 Uhr früh ein und blies 24 Stunden lang. In den Sandhausen, die er auftürmt, ist jede Tätigkeit ausgeschlossen. Alles muß man herbeischaffen. Und hat man etwas auf den Boden gesetzt, so ist es sofort zugeweht. Wenn man einen Sattel auf den Boden legt, ist er in wenigen Augenblicken überdeckt, und zwar so dicht, daß man ihn nur mit Mühe wiederfindet. Vergangene Nacht legte ich mich um 12 Uhr zu Bett und stand um 4% Uhr auf. Innerhalb dieser Stunden mußte ich nicht weniger als viermal aufstehen, um mich aus dem Sande herauszuwühlen."
Wir kennen diese Schilderungen aus dem Süden unseres teuer erworbenen Schutzgebietes. Wir haben sie vor zehn Jahren unzählige Male in den Briefen unserer tapferen Südwester gelesen, von denen noch manche im Kampfe stehen, um gegen das weiße Räubervolk jetzt das Land zu halten, das sie den farbigen Mörder- stämmen abgerungen haben. Sie werden es ebenso zähe gegen erstere verteidigen wie damals gegen letztere.
(Köln.
Vermischtes.
Die patriotische Köchin. Der deutsch-amerikanische Schriftsteller Dr. L. Darmstädter, der dieser Tage im Festsaal der Berliner Handelskammer über die Deutschamerikaner und den Krieg sprach, erzählte dabei unter anderem folgende launige Geschichte. Allabendlich fuhr vor der Ausgabestelle der deutschen Zeitung in Cleve- land ein mächtiges Auto vor, dem der Besitzer einer großen, mehrere Meilen entfernt liegenden Farm entstieg. Obgleich Stockamertkaner, der kein Wort Deutsch verstand, holte er allabendlich eine Nummer des deutschen Blattes und sauste wieder heim. Endlich richtete Dr. Darmstädter erstaunt an ihn die Frage: „Seit wann lesen Sie denn eine deutsche Zeitung?" „Ich nicht, aber ich tue es meiner Frau wegen oder vielmehr ihrer Köchin wegen," war die Antwort. „Das ist eine prachtvolle Köchin, sie ist aus der Gegend bei Danzig zu Haufe und will wissen, wie es mit der deutschen Sache in Wahrheit steht. Bekommt sie keine zuverlässigen Nachrichten, so will sie von uns nach einer Stadt, wo es eine deutsche Zeitung gibt. Aber meine Frau will diese Perle von Mädchen nicht entlassen, und so bleibt mir nichts anderes übrig, als täglich mit dem Auto hierher zu kommen nnd Ihr Blatt zu holen."__________________________________
35 Landflurmmänner gegen einundeinhalb
Division.
Am 10. September, morgens gegen 7 Uhr, hörten wir, 2. mobiles Landsturmbataillon Neuß, in nördlicher Richtung Gewehrfeuer auf ziemlich kurze Entfernung. Eine ausgesandte Radfahrerpatrouille stellte fest, daß feindliche Kavalleriepatrouillem östlich von uns auf Tirlemont zu von Norden kommend die Landstraße auf den Bahnkörper zu passiert hatte. Unsere 4. Kompagnie hatte Bahnbesetzung, aber in unglaublich dünner Linie: der Rest, etwa 35 Mann, war in einem Gebäudekasten, im sogenannten Schloß Lovenjoul einquartiert. Dieser Rest rückte sofort ab zur Landstraße dem Feinde entgegen, der die Absicht hatte, den Bahnkörper zu zerstören und dadurch unsern vorgerückten Truppenteilen die einzige direkte Bahnverbindung mit Deutschland abzuschneiden. Die vorgefahrenen Radfahrer tauschten die ersten Schüsse mit angetroffenen Infanterie- und Kavalleriepatrouillen und der erste Verwundete wurde etngebracht. — Der Feind durch gutes Feuer getäuscht, zog sich zurück auf den Höhenrücken nördlich der Landstraße bei dem Orte Pellenberg. Nun ging der Tanz erst richtig los. Im Straßengraben außerhalb der Ortschaft Lovenjoul lagen wir, nachdem die Radfahrer zurückgezogen und alle verfügbare Mannschaft hinzugeeilt war, unter Führung des Hauptmanns und eines Vizefeld- webels 35 Gewehre stark. Vor uns standen Belgier und Engländer in einer Stärke von eineinhalb Divisionen. So äußerte sich am folgenden Tage bei der Parole unser Bataillonskommandant. Es war gegen 8 Uhr morgens: 6 Kilometer links von uns lagen in Löwen wenige Truppen, rechts,'etwa 12 Kilometer von uns, war Besatzung in Tirlemont, und wir bildeten das Häuflein dazwischen, vorläufig ohne jede Unterstützung von links und rechts. Auf 800 Meter Entfernung wurden die Patrouillen des Gegners stets glatt abgeschossen, ebenso erlitt eine von halbrechts vorgehende Truppenabteilung so starke Verluste, daß der Gegner znrückging. Da fuhr der Feind in etwa 1800 Meter Entfernung seine Geschütze auf und sandte uns seine Heuler, die Schrapnells. Die Geschosse krepierten zuerst etwas zu weit, da angenommen wurde, daß unsere Hauptstärke weiter hinter uns liege. Bei uns gabs natürlich keine Artillerie: denn die in Löwen liegende konnte bei dieser lächerlich kleinen Jnfanterieöeckung unmöglich auffahren. Heftiges Feuergefecht ließ uns alles um uns herum vergessen: der Gegner wagte sich nur wenig vor. Gegen 11 Uhr griff das Seebataillon in der linken Flanke den Feind an. Stundenlang wogte der Kampf, Angriff, zurück, und wieder vor. Wir erhielten richtig eingeschätztes Maschinengewehrfeuer teck-teck-teck. — Ein Auto das über Tirlemont nach Deutschland fahren sollte, hielt. Der als Schutz beigegebene Soldat sprang sofort in unseren Graben mit nnS feuernd, während der andere Insasse, ein Herr in Zivil, der wichtige Meldungen weiterbrachte, unsere Stellung einsah und äußerte, daß von unserem Ausharren allein die Erhaltung der Bahn ab- Hänge, weil südlich keine Truppen ständen. Nachmittags gegen 4^ Uhr schlössen sich andere Truppenteile rechts an. Erst bei Eintritt der Dunkelheit wurden wir aus der Feuerlinie gezogen: wir hatten drei Vermißte und einige Verwundete. (Köln. Ztg.)
Weitere Drahtnachrichten.
Die Beute des U 21.
&-£ Berlin, 1. Februar. Kapitän Persius schreibt im „B. T." zu dem neuerichen Erfolg von U 21 vor Liverpool: Bisher waren unsere Unterseeboote nur aktiv am westlichen Ausgang des Kanals aufgetreten. Jetzt wirken sie bereits in der Irischen See, also auf der westlichen Seite von England. Die englische Kauffahrtei- schifsahrt wird nunmehr mit der deutschen Untersee- bootsgefahr rechnen müssen. Unsere Unterseeboote haben sich hier etwa tausend Meilen weit von der Basis entfernt. Wir wünschen den braven Besatzungen noch viele weitere Erfolge.
Die „Post" schreibt: Wir sehen, daß der Versuch, England die Nahrungsmittelzufuhr abzuschneiden, einen großen Erfolg verspricht.
In der „Dtsch. Tgztg." liest man: Der Handelskrieg wird nunmehr von den deutschen Unterseebooten in den heimischen Gewässern Großbritaniens ausgenommen. Er soll und will den britischen Ueberseehandel an seiner Wurzel fassen.
' Noch eine Unterseeboottat.
o-^ Paris, 31. Januar. Nach nichtamtlicher Meldung schoß ein deutsches Unterseeboot am Sonnabend vormittag auf der Höhe von Cap d'Antifer einen englischen Dampfer an und versenkte ihn. Französische Torpedoboote retteten die Besatzung. In denselben Gewässern beschoß am gleichen Tage ein deutsches Unterseeboot einen zweiten englischen Dampfer, der aber nicht versank. Er konnte unter dem Schutze französischer Torpedoboote nach Havre geschleppt werden.
Raub und Plünderung der Kosaken.
a^ Wien, 1. Februar. (WTB.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Amtlichen Nachrichten zufolge rauben und plündern die Kosaken in der Südbu- kowtna und in allen rumänischen Gegenden. So würd« der Stammsitz einer weithin angesehenen Bojarenfamili« geplündert, alle Kästen erbrochen, Wertgegenstände und Kleider geraubt und der Gutsverwalter schwer verletzt. Mehrere andere Gutshöfe wurden gebrandschatzt, Mttd che und Frauen vor den Augen der Eltern und Männc' vergewaltigt. Ein Pfarrer wurde ebenfalls mißhandc und beraubt. Deputationen rumänischer Genreilldc die sich beschwerten, wurde mit Schimpfworten die 2 gewiesen.