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[ Aus dem großen Hauptquartier
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o-* Großes Hauptquartier, 29. Januar 1915. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei einem nächtlichen Geschwaderflug wurden englische Etappenanlagen der Festung Dttnktrche» ausgiebig mit Bomben belegt. Ein feindlicher Angriff i« den Dünen nordwestlich Nienport wurde abgewiesen.
Der Feind, der an einer Stelle in unsere Stellung eins gedrungen war, wurde
dnrch mächtigen Bajonettangriff zurückgeworfen.
Südlich des La Basseer Kanals versuchten die Engländer die ihnen entrissene Stellung zurückzunehmen. Ihre
Angriffe wurden leicht znrückgeschlagen. Auf der übrigen
Front ereignete sich nichts wesentliches.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Russischer Angriff in Gegend Küssen nördlich Gum- binnen scheiterte unter schweren Verlnsten sttr den Feind. Im nördlichen Polen keine Veränderung. Nord- östlich Bolimow östlich Lovitsch warfen unsere Truppen den Feind ans seiner Vorstellung und drangen in die Hanptstellung ein.
Die eroberten Gräben wurden trotz heftiger nächtlicher Gegenangriffe bis auf ein kleines Stück gehalten «n» eingerichtet.
Oberste Heeresleitung.
Dom österr.-ungar. Generalstab
Wi°n, 29. Januar. (WTB ) Amtlich wird verlaut- bart, mittags:
Starker Schneefall ist eingetreten. In Westgalizien
«nd Polen nur Rekognoszierungsgefechte und wo es die momentanen Sichtungsverhältnisse zulassen, Artilleriekämpfe.
In den Karpathen wurden westlich des Uzsoker- passes russische Angriffe unter schweren Verlusten des
Gegners znrückgeschlagen. Bei Wezerszalles und Ve- lovec sind die Kämpfe beendet, der Feind auf die Paß- Höhen zurückgeworfen, neuerdings 400 Gefangene eins gebracht.
In der Bukowina herrscht Ruhe.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.
v. Höfer, Feldmarschallentnant.
Niederlagen der Russen in den Karpathen.
Nach einer Meldung der „Köln. Ztg." aus Budapest berichtet der „Magyar Hirlap": Die Russen sind aus dem Ungarkomitat vollständig vertrieben und suchen jetzt in Turka ihre Truppen nach panikartiger Flucht zu ordnen. Die Flucht erfolgte von Csontos aus ganz kopflos. Mehrere russische Truppenteile liefen geradezu auf unsere Stellungen zu wo sie entwaffnet wurden. Die russischen Verluste an Verwundeten und Toten lassen sich ziffernmäßig noch nicht feststellen; drei russische Bataillone sind ganz vernichtet. Auf unserer Seite gab es nur geringe Verluste.
s-^ Wien, 30. Januar. Die Blätter besprechen nach „Frkf. Ztg." die Offensive über die Karpathen, die
der „Frkf. Ztg. . ... ___________ äußerst verlustreich für die Rusie« und bereits durch die Eroberung wichtigster Pässe namhafte strategische Vorteile gebracht hat.
Ans der Bukowina.
** Petersburg 30. Januar. (T. U.) Der Rückzug der Russen aus der Bukowina wird hier bestätigt. „No- woje Wremja" meldet hierüber: Wie von vornherein wahrscheinlich war, haben die Oesterreicher Verstärkungen in solchen Massen anf den Kampfplatz in der Bukowina gebracht, daß es ihnen gelungen ist, die numerische Ueberlegenheit zu erreiche«. Die vorgeschobenen russischen Stellungen haben sich infolgedessen in ihrem Vormarsch aufgehalten gesehen und stehen im Begriff, sich auf das Gros der Armee zurückzuziehen.
Z«r Lage in Polen.
»* London, 30. Januar. Die Nachrichten von einem bevorstehendem Rückzng der russischen Truppen in Po- le« auf eine zweite Verteidigungslinie mehren sich aub «allend. So drahtet der Sonderberichterstatter des „Daily Chronicle" seinem Blatte: Warschau befindte sich
Verstrickt.
Roman von A. von der Elbe.
81) (Nachdruck verboten.)
„Ach nein, gar nicht, Morbitz ist ein alberner Junge und Eggeruck — Onkel Hermann, pah, der macht mich mit seinem erhabenen Wohlwollen ganz elend."
„Ich verspreche mir auch gar nicht viel von meinen beiden Halbkolleginnen."
„Da haben Sie recht, die zwei alten Schachteln sind schrecklich."
„Na also, wenn wir nun in komplottmäßiger Verbindung aufmuckten, und Tante Jose vorschlügen, daß ich Sie zu Tisch führe?"
„Ach, das wäre herrlich!" rief sie mit einem kleinen Aufhüpfen und blickte ihm freudestrahlend ins Gesicht.
„Sehen Sie, wenn wir nur einig sind, werden wir unsern Willen schon durchsetzen."
Sie suchten Tante Josefine auf, und Werner erklärte ihr, er habe Fräulein v. Bernhammer gebeten, sie zu Tisch führen zu dürfen und keine Absage erhalten, nun müsse doch noch eine Aenderung in der Tischord- nung stattfinden, damit er nicht blamiert dastehe!
lächelte befriedigt, allein mit komischem wohlüberlegtes Werk wollt Uw ÄX*“ bE"' wieder etwas M^„Bitte, Tante Jose," sagten beide wie aus einem „Na, dann kommt."
von Bernhammer rot und eifrig in der Haustüre S Gaste empfing, schlüpfte Adele in den S?Ion Sie trua das weiße, mit Stickereien und Spitzen besetzte Batist kleid, welches Tante IM ihr aus Berlin verschrieben
zwar in vollkommener Sicherheit, es ist jedoch möglich, daß die Russen ihre Stellungen an der Rawka aufgeben, und eine neue Befestigungslinie bei Blonie beziehen, da diese letztere infolge ihrer geringen Ausdehnung mit einer kleineren Anzahl Truppen zu verteidigen ist, als die augenblickliche Stellung.
„Gigantische" russische Pläne.
Die Wiener „Korrespondenz Rundschau" meldet aus.Kopenhagen: Der karge Wortlaut und die unklare Stilisierung der russischen Kommuniquees erwecken unverkennbar in ganz Rußland und vielfach auch in Frankreich und England lebhafte Mißstimmung.
Die Kriegsberichterstatter und militärischen Ritar-' bester der Blätter beschäftigen sich eifrigst mit den grandiosen neuen Plane der russischen Heeresleitung. , : ein r^ans neues ungeahntes Kriegstheater aufrouer, und die Welt in Staunen versetzen^ werde. Man ist, ,nhrt der „Armeebote" aus, in Rußland nun vorn System der Schützengräben abgekommen und wird sich auf „die Strategie des Zusammenwirkens gewaltiger, öem Feinde 0em^u disparat erscheinender Truppenmassen stützen"! Die „Rjetsch" meldet, die neuen Absichten des russischen Generalstabes seien „derart gigantisch", daß man beinahe an ihrem Gelingen zweifeln müsse, aber der „glänzende Zustand der russischen Kavallerie" wirke ermutigend. Die Blätter weisen darauf hin, daß der neue russische Plan, der in seinem Kerne eine unaufhaltsame Offensive darstelle, mindestens durch sechs Monate fortgesetzt werden dürfte.
Aufgedeckte russische Fälschungen.
Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt in einer Sonder- berlage eine Zusammenstellung der Photographien unter der Spitzmarke „Die deutsche Barbarei, graphische Dokumente für die Geschichte", die einer argentinischen Zeitung von russischer Seite zur Verfügung gestellt und von ihr verötferttlicht worden sind. In Wirklichkeit handelt e§ fttf) um Progrombilder, also um die Darstellung rus- ftscher Greueltaten, die nun dazu dienen sollen, die gegen die deutsche Armee erhobenen Lügen zu bekräftigen. Es handelt sich um Bilder ermordeter Juden und nicht ermordeter russischer Bauern. Nicht bloß die Physiogno- mien der Getöteten, sondern auch das jüdische Gebetsbuch, die „Tallith", das fast über allen Leichen ausgebreitet cst, lassen keinen Zweifel darüber. Eins der Bilder stammt aus dem Judenprogrom von Bjelostok aus dem Jahre 1905. Es ist abgedruckt in einem Werke „Der letzte russische Weltherrscher", Seite 340. Zwei andere Blätter stammen aus den Judenprogroms von Odessa im Jahre 1905 und sind in tausend von Exemplaren in Rußland verbreitet. Der auf einem dieser Bilder Dargestellte ist ein Mann namens Notkin, der von Kosaken getötet wurde, nachdem man ihm die Arme abgehackt hatte.
Von der Westfront.
Was die französischen Berichte melden.
Paris, 29. Januar. (WTB.) In dem amtlichen Bericht von gestern nachmittag heißt es: Die aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers von unseren Gegnern für gestern unternommenen Kraftanstrengungen gingen nicht zu ihren Gunuen miü. Aue seinoucyen Angriffe ^N'^?^urückgeschlagen. In dem Abschnitt von Arras- Albert-Noyon und Soissons brachen deutsche Truppen aus öen Schützengräben hervor, wurden aber durch heftiges Feuer zurückgeworfen. Im Gebiet von Craonne erreichten die Gesamtverluste der Deutschen am 25. und 26. Januar den Effektivbestand einer Brigade. Die deutschen Gefangenen haben den Eindruck, daß ihre Truppen eine große Schlappe erlitten haben. Untere Verluste an Toten, Verwundeten und Vermißten an diesen beiden Tagen betragen ungefähr 800 Mann. Wir gewannen das gesamte umstrittene Gebiet zurück. In dem Abschnitt von Reims und zwischen Reims und den Argonnen bemeisterte unsere Artillerie die feindlichen Batterien. In den Vogesen rückten wir »nördlich von Senones merklich vor. Ebenso gewannen wir südwestlich Senones Gelände. Im Elsaß machten wir im Gebiet von Ammerzweiler Fortschritte. Die Verluste des Feindes am 25., 26. und 27. Januar scheinen 20 000 Mann zu übersteigen.
Gegenüber diesem Bericht verweisen wir auf die amtlichen Berichte aus dem Großen Hauptquartier. Soweit die französischen Angaben durch diese nicht bereits widerlegt sind, wird sich ihre tendenziöse Färbung demnächst herausstellen.
Paris, 29. Januar. (WTB.) Amtlicher Bericht von gestern abend 11 Uhr. Nordöstlich Zonnebeke unterhielten die Deutschen Artillerie- und lebhaftes Gewehrfeuer. Im Elsaß nordwestlich Amme^weiler behaupteten sich unsere Truppen, trotz heftiger Beschießung auf dem im Laufe des Tages gewonnenen Gelände.
hatte, und ein paar Rosen im Gürtel. Josefine und Brüggen waren schon anwesend.
Wie lieblich und unschuldig sie aussieht, dachte Werner Sei ASelens Eintritt. Die jungen Damen in der Stadt machen alle einen viel selbstbewußteren Eindruck: dies ist wirklich die verkörperte Unberührtheit und mädchenhafte Frische.
Ein Wagen nach dem anderen fuhr vor, der kleine Kreis war bald versammelt und mit lächelnder» Miene reichte Brüggen seiner Dame den Arm, sie zu Tisch zu führen.
Die Unterhaltung der Gäste wurde bald belebt, man kannte sich seit langer Zeit, teilte manche Interessen und fühlte sich auf sicherem Boden.
Der Graf auf Adelens anderer Seite versuchte mit eifrigem Bemühen, sie zu unterhalten, denn sie gefiel ihm außerordentlich, allein iWner wieder wandte sie sich dem bürgerlichen Doktor zu. Morbitz begriff diese Geschmacksverirrung nicht, was hatte der ihr zu bieten?
Adele aber dachte nichts weiter, als daß Tante Joses Neffe reizend sei und daß sie sich himmlisch amüsiere. Nicht einen Augenblick kam der Leichtherzigen ihr Verhältnis zu Denta in den Sinn, die Spielerei mit dem schien weit hinter ihr zu liegen.
Nach dem Essen wurde auf der Veranda und im Garten Likör und Kaffee getrunken, die Herren und Josefine rauchten, die jüngeren Leute spazierten tm Garten umher. Dann zog sich der größere Teil der Herren in Bernhammers Zimmer zurück, um eine Partie zu spielen.
Als die Dämmerung hereinbrach, zündete man Kerzen und Lampen an und deckte die Tafeln fürs Abendbrot. Im Teeftübchen brannte die Hängelampe, aber der freundliche Raum war leer, da der schöne Abend E der geräumigen Veranda versammelte.
^s Haustochter dem. Diener hier und ^d gegangen war, letzntx jetzt in her offenen
Nur 20 000 französische Freiwillige.
**£ Genf, 30. Januar. (T. U.) Die französische militärische Armeekommission wurde von der Mitteilung unangenehm berührt, daß die Zahl der Kriegsfreiwilligen in Frankreich seit Beginn des Krieges nur 20 000 erreicht habe. Und von diesen 20 000 wurde noch eine Anzahl Leute als untauglich nach Hanse geschickt.
Wie gewaltig hebt sich gegenüber dieser kläglichen Ziffer die imposante Zahl unserer Kriegsfreiwilligen ab. General Pan anf dem Wege nach Petersburg.
Kopenhagen, 30. Januar. (T. U.) Wie der „L.-A." meldet, ist vorgestern abend in Christiania der französische General Pau mit seinem Stäbe von Bergen kommend eingetroffen. Er setzte gestern seine Reise nach Petersburg über Stockholm fort.
Von der belgischen Küste.
. «^ Amsterdam, 30. Januar. (T. U.) „Daily Chro- mcle" n-eldet unterm 27. Januar aus Nordfrankreich: Die Kampfe in Belgien werden bald wieder heftiger werden. Gestern und vorgestern kamen den ganzen Tag über überjnüte Waggons mit flüchtigen Belgiern an, die meisten aus der Umgegend von Upern und Dixmuiden. Sie werderr in Konzentrationslagern in Südfrankreich untergebracht. Eine sehr kleine Minorität (meistens Landarbester) gebt direkt nach England. Das Wetter in der Gegend von Armentieres ist sehr ungünstig. Auf hohen Schnee folgt Regen, so daß der Boden abwechselnd morastisch und gefroren ist. Einige deutsche Flieger zeigten sich bei Dünkirchen. Französische Patrouillen- flieger schweben unausgesetzt über der Landschaft.
Unstimmigkeiten im belgischen Generalstab.
Die „Deutsche Tageszeitung" berichtet aus Rotterdam: Die „Vlamschen News" erfahren aus Havre: Aenderungen im belgischen Generalstab veranlaßten ernsthafte Störungen der Kabinettsarbeit. Ministerpräsident Broquevclle erklärte, er würde den Gegnern die Aenderungen erklären, die aber peinlich für sie sein könnten. Einige Generale sollen den Erwartungen nicht entsprochen haben, in einzelnen Fällen sind sogar heftige Uneinigkeiten mit den französischen Generalen entstanden, so daß die Zusammenarbeit unmöglich geworden war. König Albert soll Broqueville seine Unterstützung zugesagt haben.
Der Türkenkrteg.
Neue türkische Erfolge.
Das türkische Hauptquartier teilt mit: Auf der kaukasischen Front hat sich nichts nennenswertes ereignet.
Unsere Trupven, die in der Richtung auf Olty die Offensive ergriffen haben, machten 300 Russen zu Gefan
genen und erbenteten eine Menge Gewehre und Kriegsmaterial. — Die seit einer Woche in Aserbeidschan im
Gange befindliche Schlacht in der Gegend von Choi gegen die feindlichen Hauptkräfte wird zu unseren Gunsten fortgesetzt. Choi ist der letzte Zufluchtsort der Russen in Aserbeidscha«. Am 27. Jannar nahmen unsere
Truppen im Süden von Choi die erste Linie der befestigten feindlichen Stellungen, welche aus mehreren Linien bestehen.
Die Neutralen.
Chinesische Sympathien für Deutschland.
' to^ Wien, 30. Januar. T. U.) Ein in Schanghai ansässiger Wiener schreibt nach Meldung des „B. L.-A." seinem Vater: Ganz China steht heute mit seiner Stimmung auf unserer Seite. Kein Chinese glaubt den Russen, geschweige denn den Engländern. Man hat noch den Boxeraufstand in Erinnerung. Damals schilderte ein Londoner Blatt u. a. einen erfundenen Angriff der Boxer auf das Pekinger Gesandtschaftsviertel. Die Leute hier, die ein gutes Gedächtnis haben, sagen, wenn sie die Berichte über die angeblichen deutschen und österreichischen Niederlagen lesen: „Huh, der Sturm auf die Gesandtschaften ist schon wieder da!" Die Gehässigkeit unserer Feinde geht so weit, daß der französische 'urid der englische Konsul den Abschluß von Mietverträgen in ihren Vierteln durch Oesterreicher oder Deutsche nicht gestatten.
Der Krieg zur See.
Unsere Helden von der „Blücher".
^ Amsterdam, 30. Januar. (T. U.) Aus London wird nach dem „B. L.-A." gemeldet: „Daily Telegraph" bringt noch einige Meldungen über die Nordseeschlacht. Nach diesen Mitteilungen brächte die „Aretusa" die schwer beschädigte „Blücher" durch zwei Treffer zum Sinken. Die Mannschaft stellte sich in Reih nnd Glied
Verandatüre und plauderte mit Eggeruck. Er fragte sie, was Susanne schreibe.
„Sie sind schon in Montreux angekommen, wohin wir mtd) am liebsten wollen."
Wann sie mit der Tante zu reisen denke. Sie antwortete, daß der Tag noch nicht bestimmt sei, dabei suchte ihr Auge Brüggen, der in einer Ecke von den beiden Schönebecks festgehalten und mit Fragen bestürmt wurde.
Hermann Eggerucks Blick irrte zu Josefine hinüber,- wie jugendlich sah sie wieder aus in dem blatzrosa Gesellschaftsanzug, mit dem kleinen Halbmond von Brillanten im lockigen Haar, bestrahlt vom warmen Schein der roten Hängelampe, und wie plauderte sie belebt mit dem kleinen Kreise um sich her. Reizend, aber leichtsinnig durch und durch.
Weder er noch Adele hatten beachtet, daß ihnen Blicke und Gedanken abgeirrt waren. Plötzlich schreckte ein Ton — nein, die bekannte Tonfolge einer leise in der Nähe gepfiffenen Melodie das Mädchen aus der Zerstreutheit empor. Das Entsetzen, ihn — Denta nahe zu wissen, griff wie mit eisiger Hand nach ihrem Herzen. Sie klammerte sich an den Türpfosten, um nicht hinzu- sinken und ihr Kopf neigte sich schwindelnd vornüber, während ihre Knie bebten. Er hier — er — würde er hervortreten, sie blotzstellen — was tun, wie sich vor seiner Keckheit retten?
Josefine bat in diesem Augenblick Adele, ihr das rote Album aus dem Teestübchen zu holen, das auf dem Tische neben der Balkontüre liege, und dann rief sie Eggeruck zur Entscheidung einer Streitfrage heran.
Adele trat ins Eßzimmer zurück, sie stand hier, mit der Hand auf eine Stuhllehne gestützt und lauschte: hatte sie sich vielleicht doch getäuscht? Würde sich sein Ruf wiederholen? Und achtete auch niemand in der lachenden und schwatzenden Gesellschaft auf diesen Pfiff, der ihr durch Mark und Bein zitterte?
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