Schiffe hätten ihr Feuer allein auf „Hton" gerichtet. Eine Salve der „Prineeß Royal" sei für das Schicksal des „Blücher" entscheidend gewesen. Inzwischen seien Torpedo) äger mit den umherschwirrenden Torpedo- und Unterseebooten in ein Gefecht verwickelt worden. Als „Blücher" sank, habe er noch eine Salve abgegeben.
Der Türkenkrieg.
Türkische Offensive im Kaukasus.
Konstantinopel, 27. Januar. Das Große Hauptquartier meldet: Im Kaukasus rückten unsere Truppen, von neuem zur Offensive übergehend, in der Richtung auf Olty vor, warfen den Feind, der sich vor ihrer Front befand und erbeuteten eine Menge Kriegsmaterial. Die Russen äscherten während ihres Rückzuges das russische Dorf Narman ein, um das dort befindliche Kriegsmaterial ntc^t in unsere Hände fallen zu lassen.
Petersburg, 27. Januar. Amtlich wird von der kaukasischen Armee mitgeteilt: In der Gegend jenseits des Tschorokh und in der Richtung Olty sauden Kämpfe von untergeordneter Bedeutung (!) statt. — Au den anderen Teilen der Front ist keine Aenderung eingetreten.
Der Balkan.
Bulgarien, Rumänien und die Türkei.
Der „B. L.-A." meldet aus Konstantinopel: Der Abgeordnete Radew, Führer der bulgarischen Liberalen, der zu Verhandlungen mit hiesigen Staatsmännern seit mehreren Tagen in unserer Stadt weilte, erklärte vor seiner Rückreise nach Bulgarien etwa folgendes: „Ich bin mit dem Ergebnis meiner Verhandlungen zufrieden. Es ist überflüssig, zu wiederholen, daß Bulgarien eng mit der Türkei zusammenarbeitet und in guter Freundschaft lebt, welcher eine militärische Allianz folgen wird. Von einer Vereinbarung Bulgariens mit Rumänien," so bemerkt Radew, „könnte nur dann die Rede sein, wenn Rumänien die während des Balkankrieges besetzte Dobrudscha wieder an Bulgarien abtreten würde. Jedenfalls aber würde eine solche Vereinbarung sich weder gegen die Verbündeten noch gegen die Türkei allein richten, dagegen, wenn wider Erwarten Rumänien die Petersburger Vorschläge annähme und gegen Oesterreich vorzugehen versuchte, würde B»l- garien sofort an Rumänien den Krieg erklären.
^ Konstantinopel, 28. Januar. (WTB.) Die Presse beschäftigt sich eingehend mit der Reise Chena- dieffs nach Rom sowie mit Gerüchten über eine möglicherweise eintretenden Aenderung in der Haltung Rumäniens. „Tanin" hofft bestimmt, daß Rumänien erkenne, daß ein Zusammengehen mit der „Tripleentente" der Anfang der Unterjochung Rumäniens wäre. Rumänien müßte sich also auf die Russen werfen, um die Verwirklichung des rumänischen Nationalideals in den Ebenen Bessarabiens zu erlangen. ■
Die Haltung Rnmäniens und Italiens.
Das russische Blatt „Odeßki Listok" enthält nach einer Meldung der „Franks. Ztg." aus Amsterdam verschiedene Austastungen über die künftige Haltung 3tu= mänierrs und Bulgariens. Das Blatt ist der Meinung, daß die Berichte, die man in Odessa aus Rumänien erhalte, nicht dazu angetan seien, Rußland Vertrauen eins znflötzen. Es sei kemerlei Beweis dafür vorhanden, daß Rumänien an dem Weltkrieg teilnehmen werde. Auch findet das Blatt es sehr «nwahrscheinltch, daß Italien seine neutrale Haltung aufgeben könnte.
Kaisersgeburtstag im Großen Hauptquartier
Zum Verlauf des Geburtstages des Kaisers im Großen Hauptquartier wird von den Korrespondeuten des „B. T." und des „B. L.-A." berichtet: Die öffentliche Feier fand im Rahmen eines schlichten Feldgottesdienstes statt. In einem kleinen Raume, an der Rückwand ein Altar mit einer Decke, die ein Geburtstagsgeschenk des Kaisers ist. Vom kaiserlichen Hause waren anwesend Prinz Oskar, Prinz Friedrich Leopold, Prinz Wal- demar, um den Kaiser der Reichskanzler, Großadmiral v. Tirpitz, der neue Kriegsminister, der österreichisch- ungarische Delegierte Graf Stürgrh, Zekki Pascha und andere. Die Predigt hielt Hofprediger Goens über das Bibelwort: „Er legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch." Nachdem das Niederländische Dankgebet verklungen und damit der Gottesdienst beendet war, nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Truppen ab, begrüßte die Offiziere des Großen Hauptquartiers und sprach sich -ann den anwesenden Kriegsberichterstattern gegenüber lobend über ihre patriotischen Berichte aus.
Der Kanzler über das perfide Albion.
Aus Rotterdam wird dem „Berl. Lok.-Anz" gemeldet: Der Korrespondent der amerikanischen „Associated Preß" hatte im deutschen Hauptquartier eine Unterredung mit dem Reichskanzler von Bethmanu Hollweg. Der Kanzler äußert seine Bewunderung, daß sein mit Bezug auf Belgien gebrauchter Ausdruck „Stück Papier", den er bei seinem letzten Gespräch mit dem englischen Botschafter in Berlin gebrauchte, in den Vereinigten Staaten einen solch ungünstigen Eindruck hervorgerufen habe. Diese Worte waren aber in ganz anderem Zusammenhang gesprochen und hatten eine ganz andere Bedeutung, als aus dem Bericht Goschens her- vorgeht. Jener Entstellung ist wohl der ungünstige Eindruck in den Vereinigten Staaten zuzuschreiben.
Mein Gespräch mit Goschen, erklärte der Kanzler weiter, fand am 4. August statt. Ich hatte eben im Reichstag erklärt, daß nur die harte Notwendigkeit, nur der Kampf um die Existenz Deutschland zwang, durch Belgien zu marschieren, aber daß Deutschland bereit sei, Belgien für das begangene Unrecht schadlos zu halten. Als ich dies sagte, hatte ich schon einige Daten, aber noch keine positiven Belege dafür, daß. Belgien schon lange vorher durch seine Beziehungen mit England seine Neutralität aufgegeben hatte. Welches war die Haltung England in dieser Frage? fragte der Kanzler. Am Tage meiner Unterredung mit dem englischen Botschaf- ter hatte Grey seine Rede im Unterhause gehalten, worin er zwar nicht sagte, daß England sich am Kriege beteiligen würde, aber doch wenig Zweifel in jener Hinsicht entstehen ließ. Man braucht jene Rede nur durchzulesen, um die Ursache für das Eingreifen Englands kennen zu lernen. Zwischen jenen schönen Phrasen über Englands Ehre und Verpflichtungen findet man wiederholt die Aeußerung, daß Englands Interessen — .seine eigenen Interessen - es zur Beteiligung am Krieae iwtigten, denn es war Englands Interessen zuwider, daß Deutsch- laud siegte und stark aus dem Kriege hervorginge.. Eng- land zog das Schwert, weil es meinte, daß seine eigenen Interessen dies erforderlich machten. ^Wr die Neutralität Belgiens, fuhr der Kanzler fort, hatte England das Schwert gezogen. Dies meinte ich, als ich in dem oben erwähnten Gespräch zu Göschen sagte, daß unter den Gründen, welche England bewogen, sich am Kriege zu beteiligen, der Vertrag betreffend die Neutralität Belgiens für England nicht mehr ins Gewicht fiele als ein Stück Papier. Ich hatte den Botschafter in jenem Gespräch auch an meine langjährigen Versuche erinnert, eine Annäherung zwischen England und Deutschland herbeizuführen. Eine derartige Annäherung würde
einen allgemeinen europäischen Krieg unmöglich gemacht und den europäischen Frieden sichergestellt haben.
Deutschlands Nahrungsmittelversorgung.
Die „Köln. Ztg." veröffentlicht einen längeren Aufsatz des ersten Beigeordneten der Stadt Köln, Adenauer, über die Einwirkung der bisher ergangenen Bundesratsverordnung auf die Nahrungsmittelversorgung Deutschlands. In diesem wird zum Schluß unter Hinweis auf die Lage gefordert, daß sobald wie möglich eine höhere Ausmahlung des Getreides stattzufinden hat und daß ferner nur eine Sorte Roggenbrot und eine Sorte Weizenbrot gebacken wird. An der Hand statistischen Materials wird nachgewiesen, daß bei Befolgung vorstehender Forderung auch für den Fall einer Verspätung der neuen Ernte Deutschland in das zweite Kriegsjahr mit einem gewissen Bestand an Getreide hineingehen kann.
* § *
Wolffs Bureau meldet amtlich aus Berlin: Ueber die Auslegung des § 49 der Bundesratsverordnung vom 25. Januar hat der Handelsminister auf ergangenen Anfragen Bescheid dahin erteilt, daß bis zum Ablauf des 31. Januar die Lieferung von Mehl an Behörden, öffentliche und gemeinnützige Anstalten, Händler, Bäcker und Konditoren auf Grund von Abschlüssen zulässig ist, die in der Zeit vom 26. bis 31. Januar getätigt waren.
krieassilerlei.
Ein neuer Flügeladjutant des Kaisers.
Der Kaiser hat den Oberst Frhrn. v. Marschall gen. Grass unter Belastung in seinem Verhältnis als Abteilungschef im Militär-Kabinett zu feinem Flügeladjutanten ernannt.
Der deutsche Polizeipräsident von Lodz.
von
Berlin, 27. Januar. (Amtlich. WTBst Der Geheime Regierungsrat und Vortragende Rat in der Reichskanzlei v. Oppen ist zum Polizeipräsidenten Lodz und Umgeßmig bestellt worden.
alle
Die Wahrheit über die Nordseeschlacht.
Der englischen Ableugnung gegenüber ist, wie Berliner Mvrgenblätter berichten, daran festzuhalten, daß in dem Gefecht bei Helgoland ein britischer Echlacht- krenzer gesunken ist. Außerdem wurden von unserm Kreuzer Blücher im letzten Augenblick vor seinem Untergang noch zwei der englischen Zerstörer vernichtet und durch eins unserer Unterseeboote ein drittes englisches! Torpedoboot hinabbefördert. Demnach sind, wie die „Kreuzzeitung" betont, die wesentlich größeren Verluste auf Seiten des englischen Geschwaders.
Untreue in der französischen Armee.
Aus Genf meldet der „B. L.-A.": Weibergeschich- ten führten zur Entdeckung umfangreicher Hinterziehungen in französischen Armeezahlämtern. Der von mehreren Ministern begünstigte Oberzahlmeister Des- clanx und dessen Geliebte, die für Soldaten bestimmte Wollsacheu verschleuderten, wurden verhaftet.
Englische Kohlen für Frankreich.
Paris, 28. Januar. (WTB.) Der „Matin" meldet, die englische Admiralität habe beschlossen, Frank- recch Kohlen zu liefern.
2600 neue französische Aeroplane.
s^ Frankfurt a. M., 28. Januar. (T. U.) Die „Frkf. Ztg." meldet aus Rom: Wie hierher gemeldet wird, stellt Frankreich 2600 Aeroplane mit einem Budget von über 20 Millionen Francs in Dienst.
Ein Held aus Kindesliebe.
Ein Militärarzt, der an der Ostfront tätig ist, erzählt in einem Brief nach Hause ein kleines Erlebnis, das menschlich interessieren darf und vielleicht gar Stoff zu einer romantischen Novelle geben könnte. „Tauchte da heute nrorgen", berichtet der Briefschreiber, „ein Junge bei uns auf, fünfzehn bis sechzehn Jahre alt, in Zivil mit Soldatenmütze, und verlangt untersumt zu werden, ob militärtaugüch. Wir waren neugierig und fragten ihn ans. Er erzählte folgende romantische Geschichte, die, soweit wir Erkundigungen einzrehen konnten, wahr ist. Sein Großvater ist Hauptmann, sein Vater, von diesem verstoßen, lebt in Cötn als Kellner. Er hat dem Jungen die Idee beigebracht, daß er in diesem Kriege sich auszeichnen müsse, daß sein Grog- vater bereuen müsse, an dem Enkel keinen Test zu haben. So ist er also mit der Artillerie, glaube rch, mttge= laufen, hat Munition getragen und war mN m Südpolen, stolz auf einem Ponny reitend, da die Pferde ihm zu groß waren. Er sah den Kanonieren zu, und lernte allmählich mit Geschützen umgehen. Bei Latomietck fiel die gesamte Geschützbedienung. Darauf feuerte der Junge allein aus seiner Kanone, wie er es von den anderen gesehen hatte, mitten im Schrapnellregen (Streifwunöen konnte er aufweisen). Als alles zurluk- ging, blieb er allein da, flickte die zerschonerien Räder und Hole ein paar Bauern, die unt ihren Pferden dre Kanonen zurückbringen mußten. Auch an spateren Gefechten bei den Oesterreichern nahm er teil, bekam wie alle Kanoniere die Tapferkeitsmedaille, die er uns zeigte, und für die oben beschriebene Tat erwartet ihn das Eiserne Kreuz. Sein Major schickt ihn nun zurück, um ihn regulär als Kriegsfreiwilligen einstellen zu können. Scheint fast unglaublich, daß solch ein Mild, noch fast spielend, Taten vollbringt, die manchem Mann unmog- tch scheinen." („Frkf. Ztg")
Sie Kämpfe um Wer«.
Von der Schwere der Kämpfe in Flandern, die von den Unseren mit beispiellosem Heldenmut geführt werden, gibt folgender Brief einen Begriff.
Am 14. November, abends 10 Uhr, kam unser Transport in C. an. Unaufhörlich rollte der Kanonendonner durch die Nacht. Im Stadthaus wurden wir einquartiert. Eine ungeheure Masse von Truppen war hier zusammengezogen. Täglich schwebten feindliche Flieger über der Gegend, die unsere Batterien suchen und das Feuer der Ihren leiteten. Hier in der Stadt zitterten alle Häuser von dem furchtbaren, Tag und Nacht währenden Artilleriekamps.
Am Sonntag früh marschierten wir los, in strömendem Regen, auf grundlosen Wegen in der Richtung auf Aperu zu. Die Anzahl von Verwundeten, die im Auto, im Wagen, und zu Fuß uns begegneten, ließ die Schwere der Kämpfe ahnen. Bei G. wurde die Verpflegung gereicht. Abends sechs Uhr, bei Dunkelheit, marschierten wir zu den vordersten Linien, ständig beschossen von feindlicher Artillerie, die täglich die benachbarten Anmarschstraßen unter Feuer nimmt. Gegen zehn Uhr erreichten wir den Regimeiltsstab des.... Reserve-Regiments, der von einem Keller eines zusammengeschossenen Hauses aus das Gefecht leitete. Früh sechs Uhr wurden wir in die vordersten Graben geführt. Ich war der 12. Kompagnie zugeteilt, und zwar ^ Wir Mgen dc^n Franzosen bis auf 150 Meter gegenüber. Die Franzosen hatten sich in einem Wald stark verschanzt. Zwei Stürme waren schon unter Verlusten zurückgelchlagen worden. Gegen Mittag sollte zum
dritten Male gestürmt werden. Von neun Uhr vormift tags ab beschossen unsere leichte und schwere Artillerie den Wald, ununterbrochen heulten die schweren Granaten durch die Luft, während wir in den mit Wasser angefüllten Lehmgrttben warteten. Das Gelände war äußerst schwierig, hügelig, bedeckt mit vielen Waldstücken und Gehöften, in denen die Franzosen ihre starken Stellungen hatten.
Um zwölf Uhr begann der Sturm. Bis zum Waldrand ging es gut. Dann brach die Hölle los. Von links, von vorn fausten die feindlichen (Granaten herein, dazu von drei Seiten heftiges Jnfanteriefeuer. Wir versuchten uns einzugraben, aber umsonst. Die Leute lagen rechts und links in den Straßengräben, nur um etwas Deckung vor dem furchtbaren Feuer zu haben. Der Leutnant und ich standen an einer Maner eines Gehöftes, als gerade eine Granate neben der Maner einschlug. Ich erhielt einen heftigen Schlag an den Kopf, sprang in den Wald, quer durch die feindlichen Jnfanteriegeschosse und befühlte meinen Kopf. Alles war heil.
gmmer heftiger wurde das Feuer, es raubte fast esinnung. Ueber ein freies Feld hinweg führte der Weg zu einem französischen Schützengraben: ich lief um mein Leben und erreichte unverletzt den Graben. Allmählich kamen die noch Lebenden nach. Der Graben wird gehalten! war die Losung. Wir haben ihn gehalten in einem noch nie erlebten Artilleriefeuer. Die Granaten sausten ohne Panse herüber auf den Graben. Der Leutnant sagte, das ist das Ende.
Bei einbrechender Dunkelheit mußte ich eine Patrouille führen über 'ganz freies Feld zur Pachbar-Kom- pagnie: ich kam heil zurück. Die Dunkelheit wurde benutzt, den Graben zu verstärken. Gegen acht Uhr früh erhielten wir den Befehl, den Schützengraben zu verlassen, da wir abgelöst würden. Die Kompagnie sammelte sich hinter einer Hecke. Auf einmal fausten zwei Granaten mitten in sie hinein. Ich glaubte, meine Brust sei zersprungen: der Luftdruck hatte mich in einen Graben geschleudert. Um mich herum lagen Tote und Verwundete. Mit dem Rest der Kompagnie haben der Leutnant un6 ich C. früh sechs Uhr erreicht. Vorläufig ist auf einige Tage Rast, bis es von neuem losgeht. Das sind die Kämpfe um Ypern. Denke daran, wenn es im Bericht des Hauptquartiers heißt: Es geht langsam, aber stetig vorwärts. (L. N. N.)
Aus der Schlucht bei Soissons.
Dem Feldpostbrief eines Hamburgers entnimmt der „Hamb. Corr." ein packendes Einzelbild aus der großen Schlacht, von dem besonders folgende Schilderung lebhaftes Interesse beanspruchen kann:
Wie Ihr aus den Zeitungenr gelesen haben werdet, ist es uns gelungen, bem Gegenstoß zu widerstehen und darauf einen gewaltigen Vorstoß zu machen. Unsere Artillerie hat von Morgens bis Abends gekracht, so daß die fran-» zösische zuletzt vollständig schwieg und ausrückte ... . . Meine Höfhle ist mit einem Schlage ein Sammelpmükt von Offizieren geworden und führt seit mehreren Tagen den Namen „Feldartillerie-.Telephonzentrale". Aus dem Namen geht wohl schon genug hervor.
Draußen das wilde Toben der Schlacht, brüllende Kanonen, pfeifende Geschosse, platzende Granaten, ein wildes Brummen und Beben der ganzen Erde, der ganzen Luft . « Die Schlacht wogt hin und her: „Unsere Infanterie geht zurück und hat die Fühlung verloren. 1. und 3.' Kompagnie vom Regiment . -■ . sind verschwunden" oder „Hühe . - . . soll sofort im Sturm genommen werden!" „Das 1 Bataillon kriegt Flankenfeuer, die Verluste sind schwer, sofort . . . zur Hilfe." „Artillerie soll sofort das - Feuer 300 Meter vorausverlegen, da eigene Infanterie gefährdet wird." „Hauptmann X. eben gefallen, Leutnant Soundso übernimmt das Kommando!" „Feldartillerie sofort Schnellfeuer auf Höhe . ! Aus Straße .... auf davon galoppierende Artillerie!" 2 Minuten später ist diee Straße in Pulverdampf eingewickelt, der Rauch hat sich verzogen, unsere Artillerie schießt schon lang auf lohnendere Ziele, aber auf der Rue... liegt eine französische Feldbatterie zur ewigen Arche gebettet. „Hurra!" brüllt ein Telephonist. Schnell ruft er zur Erklärung: „Cusfies vollständig genommen, auch Höfhe . . . .keine kleine Fesrunst Momentane Begeisterung im „Hamburger Ha-t sen", dann wirb mit demselben Ecker, Derselben Ruhe der Dienst am T ffbon fortgesetzt. Der Nachmittag ist ba,. Wir laben große Erfolge erzielt. Kein Mensch kommt auf den Gedanken, Mittag essen zu wollen. Nur schivarzer Kaffee wird g-eimnten, von früh bis spät, das einzige, was einen auhrtbr hält. Die feindliche Artillerie stellt langsam das Feuer ein, aber unsere arbeitet womöglich noch hestiacr.
Plötzlich der dringende Befehl: Gesamte Artillerie die Orte Grout) und Vauxrot sturmreif machen. Um 2 Uhr 40 Minuten ist Crouy nach heißem Kampf genommen und von den tapferen Feldgrauen besetzt. Zwei Stunden später ist Vauxrot sturmreif und gestürmt unter geringen Verlusten. Eine Stunde später, nachdem die verrerie (Glasfabrik) fürchterlich zusammen geschossen wurde von unserer Artillerie, fällt auch sie in unsere Hände. Das war ein starker Stützpunkt der Franzosen, nun ist kein Halten mehr da drüben. In wilden Haufen rennen die französischen Schützen auf die Aisne zu und drängen über die Brücken aufs südlitche Ufer. Unsere Artillerie wütet m* Schnellfeuer auf die ungeordneten Massen, und nur wenige Tausend kommen hinüber. Hunderte aber färben den Boden ihres eigenen Vaterlandes mit ihrem Blut.
Da — ein neuees Hurra. Meldung von der Division, daß soeben der Kaiser, unser geliebter Kaiser, hinter.unser Front Jm Auto angekommen ist. Durch Hunderte Telephone saust die Meldung in die vordersten Schützenlinien. Da ist kein Halten mehr, und in kurzer Zeit ist das ganze feindliche Gebiet bis zur Aisne in unseren Händen.
Für heute genug. Mir selbst geht es sehr gut, und Ihr braucht Euch wirklich um mich nicht zu forgem Ach war das herrlich in diesen Tagen! Mit deutschem vurra und „Gott strafe England" bin ich Euer getreuer ...»
Weisere Drahtnachrichten«
Die englischen Bergleute für den Streik
^ London, 28. Januar. (WTB.) Die Abstimmung unter den Bergleuten in Westyvrksbire hat eine Zweidrittelmehrheit für den Streik ergeben.
Zwei amerikanische Dampfer gcsnnkeir.
London, 28. Januar. (WTB.) Nach einer Lloydsmeldung aus Philadelphia ist der amerikauische Dampfer „Wachington" auf der Fahrt von Hvnolulu nach Philadelphia mit dem amerikauischen Dampfer „Elisabeth Palmer" zusammengestoßen. Beide Schiffe sind gesunken, die Besatzung konnte gerettet werden.
0 Die Lage in Lissabon.
^ London, 28. Jannar. (WTB.) „Daily Mail" meldet aus Lissabon, in einer Versammlung der demokratischen Partei wurde beschlossen, der neuen Regierung eine starke Opposition zu bieten. General Castro hat die Freilassung aller verhafteten Offiziere angevrd- net. Dem Korrespondent des Blattes erklärt er, eS sei seine Ansicht, energisch vorzugehen, sich aber innerhalb der Gesetze zu halten.