England und der Luftkrieg.
Eine amtliche deutsche Darlegung.
Berlin, 22. Januar. (WTB. Amtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die englische Presto hat den Angriff unserer Marineluftschiffe auf die Ostküste Englands als völkerrechtswidrig bezeichnet, ebenso wie sie dies seinerzeit bei der Beschießung englischer Küstenplätze durch unsere Kreuzer getan hat. Ihre Vorwürfe sind indessen auch diesmal unbegründet.
Für die Verwendung von Seestreitkräften, insbesondere auch für die Beschießung durch solche kommen im gegenwärtigen Kriege völkerrechtliche Vertragsbestimmungen nicht in Betracht. Die Haager Erklärung betreffend das Verbot des Werfens von Geschossen und Sprengstoffen aus Luftschiffen ist in ihrer früheren Sassung abgelaufen und in ihrer neuen Fassung von eutschland ebensowenig wie von Frankreich und Rußland ratifiziert worden, kann uns daher auch England gegenüber nicht binden.
Die Haager Landkriegsordnung und das Haager Abkommen über die Beschießung durch Seestreitkräfte haben nur den Landkrieg und den Seekrieg, nicht dagegen den Luftkrieg geregelt, finden also im vorliegenden Falle nicht an sich, sondern nur insoweit Anwendung, als sie allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätzen entsprechen. Immerhin kann es keinem Zweifel unterliegen, daß deutsche Grundsätze einer Beschießung du-rch Luftstreitkräfte nicht entgegenstehen, wo sie eine Beschießung durch Land- und Seestreitkräfte gestatten.
Hiernach dürfen durch Luftstreitkräfte zunächst alle verteidigten Plätze beschossen werden, da deren Beschießung sowohl nach Artikel 25 der Landkriegsordnung wie nach Artikel 1 des erwähnten Abkommens zulässig ist. Der Beschießung unterliegen weiter alle mtlitärisch verwendbaren Einrichtungen in ««verteidigte» Plätzen, wie dies der Artikel 2 des Haager Abkommens für Seestreitkräfte vorsieht. Daneben muß aber auch für den Luftkrieg der allgemeine kriegsrechtliche Grundsatz gelten, daß Streitkräfte einer kriegführenden Partei jeden gegen sie gerichteten feindlichen Angriff erwidern dürfen.
Nach den vorliegenden Meldungen haben sich die deutschen Marineluftschiffe streng im Rahmen dieser Grundsätze gehalten. Das Ziel ihrer Operationen war der englische Küstenplatz Great Yarmouth. Dieser gehört nach der amtlichen britischen „Monthly Army List" zu den „Coast Defences" (Küstenbefestigungen), die in Friedens- und in Kriegszeiten von britischen Landstreitkräften besetzt sind und daher durch Luftstreitkräfte ohne weiteres beschossen werden dürfen. Die anderen von unseren Luftschiffen beschossenen englischen Plätze haben sich dieses Schicksal selbst zuzuschreiben, denn von ihnen aus sind unsere Luftschiffe zuerst beschossen worden, so daß es dahingestellt bleiben kann, ob sie auch ohnedies als verteidigte Plätze anzusehen sind.
Uebrigens haben englische Luftstreitkräfte am 9. Dezember die unbefestigte Stadt Freiburg i. Br. beschossen und am 25. Dezember die unverteidigte, bewohnte Insel Langeoog mit Bomben beworfen, obwohl von dort aus keinerlei Angriff auf sie erfolgt war. — Von einer vorherigen Ankündigung der Beschießung, wie sie im Artikel 26 der Haager Landkriegsordnung und im Artikel 2 Absatz 1 und Artikel 6 des Haager Abkommens vorgesehen, kann nach der Natur des Luftkrieges wie nach der im gegenwärtigen Kriege durch die Luftfahrzeuge beider Parteien befolgten Praxis selbstverständlich keine Rede sein.
Auch bei dem vorliegenden Anlaß ist es zu bedauern, daß dem Angriff Zivilpersonen zum Opfer gefallen sind: aber eine solche Möglichkeit kann die deutschen Streitkräfte nicht abhalten, alle völkerrechtlich zulässigen Mittel gegen einen Feind zn benütze«, dessen Kriegführung mit völkerrechtswidrigen Mitteln rück- sichtslos auf die Zerstörung unserer ganzen Volkswirtschaft hinarbeitet.
Der „Times"-Sachverständige über den Angriff.
London, 22. Januar. (WTB.) Der Marinekorrespondent der „Times" bespricht den deutschen Luftangriff und schreibt: Es ist möglich, daß die Deutschen durch den Angriff das Ansehen ihrer Luftflotte, das durch die armselige Rolle der Luftschiffe bei dem englischen Angriff auf die deutsche Nordseeküste gelitten hatte, wiederherstellen und durch den Angriff in Eng- land einen Zustand der Nervosität schaffen wollen, um dadurch den Fortgang des Krieges zu beeinflussen. Man hofft offenbar, dadurch die Absenöung von Verstärkun- gen nach dem Festlande zu verhindern. Das Gegenteil ist wahrschemlich. Der Luftangriff sollte zwei Zwecken dienen, der Aufklärung und der Beschießung und ist nur als eine Probefahrt zu betrachten, der bald weitere Wen werden. Das letzte Ziel dürften die wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte, die Städte, wo der Kriegsbedarf hergestellt wird, die großen Schiffswerften und Ar
Verstrickt.
Roman von A. von der Elbe.
M (Nachdruck verboten.)
QfK Als ihr Bruder im vorigen Winter kurze Zeit mit Adele bei ihr zu Besuch war, schien es ihr, als berühre Adelens kindlich heiteres Wesen den ernsten Mann angenehm, aber weil ihr das Mädchen selbst noch gar zu kindisch vorgekommen war, hatte sie keine Pläne an den Verkehr der beiden jungen Leute geknüpft. Sie waren sehr verschiedene Karakter, allein eben darum mochten sie sich vielleicht anziehen. Und jedenfalls würde für beide eine Verbindung vorteilhaft sein. Allein weshalb sollte sie mit der Kosultation des ihr nahestehenden Arztes zögern. Er mußte sich frei machen und für kurze Zeit nach Morse kommen: er tat ihr das gewiß zum Gefallen, gab der Ausflug ihm doch eine gesunde Ausspannung. Und wenn Adele anfing, mit Werner zu flittern, so würde sie das von ihrer dummen Tändelei abziehen, die — davon hielt Josefine sich überzeugt — in sehr harmlosen Grenzen geblieben war. Tanzen und Scherzen in Grünstein, Begleiten zu Pferd, Plaudereien vom Berg aus, aber weiter durfte es nun auch nicht gehen.
^v^^ Benehmen war diesen Mittag auffallend unftet^S riX?S^ leuchtendes Auge blickte SSrPniL^ Bissen, antwortete in den Park hinaus ^ ^^ von ihrem Tischplatz
Josefine gab sich nicht den Anschein, das Mäsm^n ^Ä^M“^ wurde ihr imm!r mehr^ur Ge Ehest, datz ihr munterer Liebling etwas Besonderes fügte. Da wollte sie doch zur Hand sein und ein Wort mitsprechen. SeU ihr der Einfall gekom- W® «M Krö WUNU E Adele zusammenpasten
senale bilden. Die britischen Luftfahrzeuge müßten ebenso zusammengezogen werden, wie die Schiffe auf der See.
London versichert sich gegen, Luftangriffe.
London, 22. Januar. (WTB.) Der deutsche Luftangriff auf die englische Ostküste hat zur Folge gehabt, daß die Londoner sich gegen die Möglichst eines Angriffes auf London eiligst versicherten. „Daily Mail" findet es auffällig, daß bei dem Luftangriff die abgeworfenen Bomben verhältnismäßig wenig an Zahl und von kleinerem Umfange waren. Die Unternehmung scheine daher auf den ersten Blick mit einem völligen Fiasko geendet zu haben. Aber es bestehe die Tatsache, daß Luftschiffe die englische Küste erreicht haben und daß sie unversehrt heimgekehrt sind. Es sieht aus, als ob sie nur rekognosziert hätten. Sie haben dann jedenfalls einige Daten gewonnen, die sie nach dieser Versuchsfahrt benutzen werden, und sie wissen jetzt genau, was sie bet günstigem Wetter tun werden. Wir müssen uns vorbereiten und einen Besuch erwarten, bei dem die Deutschen eine volle Ladung von Explosivstoffen und Brandbombe» mitbringen werden.
j ....... ....... > 1 "i Aus dem großen Hauptquartier
o-* Großes Hauptquartier, 22. Januar. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Anhaltender Regen schloß eine größere Gefechtstätigkeit zwischen Küste und La Basseer Kanal aus.
Bei Arras Artilleriekämpfe.
Einer von den südwestlich Berry an Bac vorgestern genommenen Schützengräben wurde, da er durch die einstürzende Mauer einer Fabrik teilweise verschüttet war, aufgegeben und gesprengt.
Ein französischer Angriff nördlich von Verdun wurde leicht abgewiesen. Nach den vorgestrigen Kämpfen südlich St. Mihiel hielten sich kleinere französische Abteilungen noch unweit nuserer Stellungen. Durch einen Vorstoß wurde das Gelände vor unserer Front bis zur alten Stellung der Franzosen gesäubert.
Der Kampf um Croix des Carmes nordwestlich Pont au Mousson dauert noch fort. Ein starker französischer Angriff gegen den von uns wieder eroberten Teil unserer Stellung wurde unter schwere» Verlusten für den Feind zurückgeschlagen.
In den Vogesen nördlich Sennheim warfen unsere Truppen den Feind von den Höhen des Hartmannsmei- ler Kopfes und machten 2 Offiziere, 125 Mann zu Gefangenen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In Ostpreußen ist die Lage unverändert.
Am Sncha-Abschnitt schritten unsere Angriffe langsam fort.
Oestlich der Pilica nichts neues.
Oberste Heeresleitung.
Vom österr.-ungar. Generalstab "
Wien, 22. Januar. (WTB.) Amtlich wird verlaut- bart, mittags: Nördlich der Weichsel entwickelten sich gestern lebhaftere Geschützkämpfe. Unsere Artillerie wirkte besonders im südliche» Nida-Abschnitt und bei Checiny, wo der Bahnverkehr der Rüste« durch Volltreffer auf eine Eisenbahnstation empfindlich gestört m«rde, mit besonderem Erfolg. Auch südlich der Weichsel an Teilen der Front Geschützkampf mit wechselnder Stärke. Die Sitnation in den Karpathen ist unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Russisches über die Lage im Osten.
Die Kriegsberichterstatter der russischen Blätter telegraphieren, nach Meldung der Wiener Rundschau aus Kopenhagen, daß die Russen mit Rücksicht auf das schlechte Wetter in Galizien die Offensive eingestellt hätten: die Straßen und Verbindungswege seien einfach unbenutzbar. In den Karpathen hätten sich die Russen in besser gelegene Stellungen zurückgezogen, wo sie nun
könnten, schien es ihr, als müsse sie die ihr Anvertraute sorgsamer hüten.
Bernhammer, der im Sommer sehr früh aufstand, zündete sich die Nachtischzigarre an, sagte „Gesegnete Mahlzeit, Jose", streichelte seiner Tochter die roten Bäck- chen und ging in sein Zimmer zur Mittagsruhe.
Josefine gähnte ein wenig gewollt, meinte, der heiße Tag mache müde, und zog sich in das Teestübchen zurück. Sie sah Adele auf die Veranda treten, dann schloß sie die Tür. Statt aber sich niederzulegen, öffnete sie den Zugang zu dem kleinen Balkon, von dem sie, war er auch von hohem Gebüsch verdeckt, einen Blick in den Park gewann. Und wirklich, da schritt Adele eilig den hinteren Alleen zu. Das bedeutete etwas: des Mädchens Gang war kein behagliches Nachmittagsschlendern, es lag eine zielbewußte Hast darin.
Josefine folgte ihr sogleich: sie hielt sich etwas zurück, unnötig wollte sie keine Bevormundung zeigen, es ging eigentlich gegen ihre Grundsätze: jeder besaß die Freiheit, über sich zu verfügen, sich nach seiner Individualität auszuleben. Indes in diesem Fall — die erregte Frau überlegte kaum, sondern schlich, möglichst vom Gebüsch gedeckt, dem Mädchen nach.
Nun eröffnete sich Josefine ein Durchblick in die Allee, und richtig, eine Männergestalt — Denta, Aöe- lens Verehrer, kam der eben Etnbiegenden entgegengeeilt.
Welchen Triumph würde Eggeruck empfinden, wenn unter ihren Augen solche Liebschaft weiter gediehe: dieser Gedanke flog durch Josefines Kopf, sie sah den Pedanten im Geist die Achseln zucken und hörte ihn sagen: Wie konnte Richard der freigeistigen Jo- lesine das Diug anvertrauen?
«« ®£ nässte Ueberlegung galt ihrer Einmischung. n-^I?^mmdersetzung mit dem Liebhaber wünschte sie nicht, aber es gab M ^ W& tzqS Stelldichein
„das Wetter abwarten würden". — Das russische Amtsblatt sucht jetzt die im Publikum herrschende und sich mannigfach äußernde gedrückte Stimmung durch den Hinweis zu besänftigen, daß Leute, die nicht unmittelbar am Kriege teilnehmen, die Kriegsereignisse nicht nach den einzelnen Kampfresultaten beurteilen, sondern sich getrost auf die Heeresleitung und die verantwortlichen Faktoren verlassen sollten. Bei fernerstehenöeu Personen könnte jetzt die Frage auftauchen, ob die Kriegsspannung an der russischen Front auch der aus der französisch-englisch-deutschen entspreche. Die Oef- fentlichkeit könne aber unbesorgt sein: alle Operationen der russischen Armee und deren Verbündeten seien von großem Mut diktiert, und man sei dort bestrebt, alles öaranzusetzen, um siegreiche Unternehmungen auf deutsches Gebiet zu tragen.
Die russischen Blätter, die dieses Communiquee veröffentlichten, setzten freilich Bedenken darein, ob es ausreichen werde, die öffentliche Meinung in Rußland „über gewisse immer empfindlicher fühlbar werdende Zweifel hinwegzutrösten".
Warschaus Bevölkerung zieht aus.
O-* Kopenhagen, 23. Januar. (T.-U.) Die Warschauer Behörden der neutralen Länder haben nach Meldung der „Post" auf Veranlassung der Militärbehörden Warschau verlassen. Von der Zivilbevölkerung ist bis jetzt der dritte Teil aus Warschau entfernt worden.
Von der Westfront.
Noch mehr schwarze Hilfstruppen für Frankreich.
Der „Köln. Ztg." wird von der französischen Grenze gemeldet: Kriegsminister Millerand unterbreitete dem Präsident der Republik einen Erlaß, wonach es während der Dauer des Krieges dem Kriegsminister überlassen bleibt, die Zahl der Senegalschützen-Bataillone in Marokko nach den Hilfsquellen der Rekrutierung sest- zusetzen, ö. h. also so viel Eingeborene vom Senegal auszuheben, als möglich ist. Der Kriegsminister bestimmt ferner nach seinem Ermessen die europäischen Rahmen für diese Bataillone je nach ihrer Verwendung, was andeutet, daß die neugebildeten Bataillone nach Möglichkeit auch auf dem europäischen Kriegsschauplatze Verwendung finden sollen.
Die Finanzminister der Verbündeten brauchen Geld.
Oe* Rom, 23. Januar. (T. U.) Aus Paris wird gemeldet, die Finanzminister der Ententemächte werden demnächst in Paris zusammenkommen, um das finanzielle Zusammenwirken der Verbündeten bester zu gestalten. Wie der „Gaulois" schreibt, ist das Ziel der Zusammenkunft eine gemeinsame Anleihe der Ententemächte in Höhe von 15 Milliarden, die gleichzeitig in Paris, London und Petersburg aufgelegt werden so«.
Französische Nöte in Marokko.
o-s* Konstanttnopel, 23. Januar. (T.-U.) Aböul Halik hat, wie nach der „Bl. Mp." aus Marokko gemeldet wird, die Hauptstadt Fez besetzt. Die Franzosen sandten eine Abordnung von Notablen ans Tunbja zu ihm, um ihn zu bewegen, vom Kampfe abzulassen. Abdul Halik erwiderte, solange der heilige Krieg dauere, setze er den Krieg fort.
Der Türkenkrieg.
Not und Elend in Russisch-Kaukasie».
Kopenhagen, 22. Januar. (WTB.) Nach einem Briefe, den der Katolikos der Armenier an Dumamit- glieder gerichtet hat, ist Dschnlfa von russischen Flüchtlingen aus Aserbetdschan überfüllt. Viele von ihnen sterben vor Hunger und Kälte. Die Not nnd das Elend sind unbeschreiblich.
Türkische Erfolge in Persien.
o-* Konstantinopel, 23. Januar. (T.-U.) Die Stämme des Bezirks von Hanadan unter Führung Seid Hassans haben im Kampfe mit der aus einem Bataillon Infanterie und einer Kosakenabteilung bestehenden russischen Besatzung die persische Stadt Kaswin erobert.
Der Balkan.
Steigerung der bulgarisch-serbischen Gegensätze.
Sofia, 22. Januar. (WTB.) Der Präfekt von Strumitza telegraphiert: 1200 Flüchtlinge aus den Bezirken von Jschtip und Koprülü sind hier eingelroffen. Weitere 2000 werden demnächst erwartet. Beim Ueber- schreiten der Grenze wurden zwei Gruppen von Flüchtlingen von serbischen Soldaten überfallen. Bei den Kämpfen, die sich hierbei entspannen, fanden 15 Offiziere den Tod.
ohne Dazwischentreten zu stören. Sie rief: „Adele, Kind, wo bist Du? — Adele komm!" Dabei hielt sie sich im Gebüsch verborgen, konnte aber von ihrem Platz aus die Allee übersehen, die zu fern war, um etwas dort halblaut Gesprochenes zu hören.
Das Paar hatte sich getroffen, und der junge Mann kniete mit theatralischem Anstand vor Adele, er hatte ihre Hand ergriffen und drückte wiederholt seine Lippen darauf.
Jetzt hörte das Mädchen den Ruf, schrak zusammen und wandte sich. Denta sprang auf, schien sie halten zu wollen. Da noch einmal etwas näher: „Adele — Adele!"
Sie wies ihn mit deutlicher Handbewegung fort. Er stand unschlüssig, ob er ihn folgen solle, dann, mit unmutigem Achselzucken sich wendend, eilte er in anderer Richtung davon.
Adele kam laufend aus der Allee in die vorderen Anlagen und begegnete hier der Tante: „Was soll ich?" keuchte sie atemlos. Josefine legte den Arm um die zuckenden Schultern des erregten Mädchens und führte es dem Hause zu.
„Nicht weiter gehen solltest Du.. Das wars, weshalb ich dich rief. Du spielst nicht ungestraft mit dem Feuer. Ich wollte Dir beistehen, der Torheit zur rechten Zeit ein Ende zu machen."
„Aber das wollte ich auch," stammelte Adele schluchzend: ach, sie fühlte sich furchtbar beschämt, so gütig die Tante auch war. Und sie fürchtete sich vor Denta.
Frau Josefine verlor weiter keine Worte über die peinliche Angelegenheit, glaubte sie doch Adelen, daß diese ihre Beziehungen habe abbrechen wollen. Zu schelten oder zu demütigen dachte sie ihr liebes Kind nicht, aber ihr helfen und die Augen offen behalten, das gedachte sie zu tun.