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Anlerrer«»g mit Generaloberst o. Mollke.

Der bisherige Generalstabschef über die Kriegslage «nd unsere Aussichten.

Der bisherige Generalstabschef v. Moltke, der nach Berlin zurückgekehrt ist und jetzt das Amt des Chefs des Stellvertretenden Generalstabes bekleidet, hat bei seiner Rückkehr einem Berliner Publizisten auf dessen Bitte eine längere Unterredung gewahrt. Seinen Be­richt darüber leitet der Verfasser mit folgenden Be­merkungen ein:

Generaloberst v. Moltke erklärte auf eine Bemer­kung über

die Schuld am Kriege:

Niemand in Deutschland hat den Krieg gewollt. Weder irgend jemand anders, noch ich. Wir sind in einer Weise heraus gefordert worden, die keine andere Antwort mehr zuließ. Wir haben doch wahrhaftig lange genug bewiesen, daß wir den Frieden wollten. Hatten wir nicht hundertmal bessere Gelegenheit, wenn wir losschlagen wollten? Warum, wenn wir so kriegs- hungrig waren, haben wir denn nicht während des rus­sisch-japanischen Krieges, als Rußland wehrlos war, losgeschlagen? Warum nicht, als England mit dem Burenkrieg die Hände voll zu tun hatte? Und als in Deutschland doch nichts weiter sich ereignete als ein paar Sympathiekundgebungen für das stammver- wandte Volk in Afrika! Jetzt auf einmal wird das Blaue vom Himmel herunter gelogen, um zu beweisen, daß wir den vom Zaune gebrochen haben. Hätten wir das getan, es wäre unverantwortlich, wäre ein Ver­brechen gewesen. Denn dieser Krieg, mit einer derar­tigen Uebermacht, ist wahrhaftig kein Kinderspiel. Das wußte man doch vorher. Für mich war es

keinen Augenblick zweifelhaft, daß England mitmachen, sich am Kriege gegen uns beteiligen würde. Denn nur Englands selbstsüchtige Jnteressenpolttik ist es, die die­sen lange von ihm vorbereiteten Krieg entfesselt hat. Die ganze belgische Frage war, ganz der Art der Eng- länder entsprechend, nur ein scheinheiliger Vorwand. Wenn gesagt wird, ich persönlich hätte gegenüber dem Belgierkönig in einer Unterredung einmal mit dem Kriege gedroht und das vielzitierte Wortil faut en finir^ gesprochen, so wiederhole ich noch einmal: es ist eine glatte Erfindung. Nie habe ich Aehnliches gesagt, nie an die Herbeiführung eines Krieges gedacht, der fast ganz Europa zerfleischen mußte."

Der Besucher bemerkte, daß es ja Wahnsinn sei, dem Deutschen Kaiser, der seit einem Vierteljahrhundert für den Frieden gewirkt hat, zuzutrauen, daß er plötz­lich zu einem mutwillig herbeigeführten KriegeJa" gesagt haben könne. Auch Se. Exzellenz könne gewiß, da er doch in den letzten Tagen vor dem Krieg mit dem Kaiser zusammen war, bezeugen, wie schwer dem Kaiser der Entschluß zum Kriege geworden. Bei dieser Stelle der Unterhaltung schlug General v. Moltke mit der r Hand auf den Tisch und antwortete, in sichtlicher Er­regung, mit erhobener Stimme:

Ungeheuer schwer ist es dem Kaiser geworden! Das kann man glauben. Haben denn die Leute nie bedacht, wie riesenhaft die Verantwortung eines gewissenhaften Monarchen ist, der das Blut seines Volkes nur, wenn es sich um Leben oder Sterben seines Volkes handelt. Aber wir dürfen uns darauf verlassen, daß nach dem Kriege die Wahrheit über seine Entstehung doch öurch- dringt. Die Weltgeschichte läßt sich keine Lügen ge­fallen!"

Auf die Frage nach der Zukunft schwieg General v. Moltke einen Augenblick. Dann sah er seinem Gast fest und unverwandt in die Augen und sagte langsam und bestimmt:

Wir siege«. Wir siegen ganz bestimmt."

Und nach einer Weile fuhr er fort:Ich habe, draußen im Felde und hier in der Heimat, genug Ge­legenheit gehabt, unser Volk in Waffen und im Bür- gerkleide während des Krieges zu sehen. Und für die Haltung dieses Volkes gibt es nur ein Wort: sie ist herrlich. Ein solches Volk darf nicht zugrunde gehen aber es kann auch nicht zugrunde gehen. Wer sagt, daß wir diesen Krieg für unsere materiellen Interessen führten, hat ihn nicht verstanden. Wir sind nicht in ihn emgetreten in der Gier nach territorialem Besitz, wir führen einen Verteidigungskrieg um die Exi­stenz unseres Volkes, und damit gleichbedeutend um Menschheitswerte, um Weltideale und um geistige Gü­ter. Das ist keine Phrase. Wir dürfen heute ohne An- matzung sagen, daß Deutschland der Träger der kultu­rellen Zukunft, der geistigen Entwicklung ist. Oder soll ^wa Frankreich mit seiner ermüdeten, absterbenden Kultur, England, dessen Ideale nie über den Wunsch,

Von den Kriegsschauplätzen

reicher zu werden, hinausreichen, dieser künftige För­derer der Menschheit sein? Von Rußland braucht man ja in diesem Zusammenhang gar nicht zu reden. Sol­cher Aufgaben aber muß sich unser Volk bewußt sein, und es muß wissen, daß es in diesem Kriege auch um sie geht. Der Ausgang des Krieges hängt nicht allein von der Armee ab. Zur anderen Hälfte b e st t m m t das Volk selbst den Ausgang des Krieges. Die Hal­tung, die wir hier zu Hause zeigen, wirkt durch Mil­lionen Fäden zurück auf die Haltung unserer Soldaten. Das weiß jeder, der den innigen Zusammenhang un­seres Volksheeres mit der Gesamtheit der Nation kennt und ich habe es jetzt erneut gesehen. Unser Heer ist eben in vollster Bedeutung ein Volksheer, unsere Väter, Brüder und Söhne sind seine Soldaten. Die sehen nicht nur auf den Feind, sie sehen auch auf uns. Ihre Stimmung, ihre Zuversicht, ihr Mut wird nicht von Zufällen, sondern wesentlich von uns hier zu Haus mitbestimmt. Darum ergeben sich die Pflichten für jeden^ der zu Haus geblieben ist. Bis jetzt hat diese Wechselwirkung zwischen Volk und Heer den Erfolg habt, daß die Leistungen unserer Armeen fast üi menschliche waren. Und ich kenne unser tapferes Volk gut genug, um zu wissen, daß es so bleiben wird. Wir werden einen nicht bloß ehrenvollen, sondern

ge-

ber^

einen Frieden, -er unser Uebergewicht voll zum Aus­druck bringt, erringen."

Glauben Ew. Exzellenz, daß dieser Friede bald kommen wird?"

Wir müssen sicherlich noch mit sehr viel Ausdauer durchhalten. Es ist noch viel zu tun. bis wir so weit sind, und wir brauchen alle unsere Kräfte das Heer sowohl wie die Bevölkerung. Es kann noch lange dauern bis zum Ende."

Halten Ew. Exzellenz nicht die Möglichkeit für ge­geben, daß, wenn etwa jetzt im Osten ein günstiger Ab­schluß der Operationen sich ergeben wird, vielleicht mit dem Vorrücken bis Warschau daß dann das Ende des Krieges in eine erheblich stärkere Nähe gerückt sein wird?"

Unsere Siege in Polen sind natürlich von größter Bedeutung. Und für die Franzosen ist es eine schwere Enttäuschung, daß ihre Hoffnung auf das Borrücken der russischen Massen so gänzlich zusammengebrochen ist. Die Fortschritte in Polen wären sicherlich noch viel schneller vor sich gegangen, wenn nicht das schlechte Wet- tre, die Schwierigkeiten des Bodens nichts als Mo­rast und die elenden Straßen sie seit Wochen ver­zögert hätten. Aber dabei lächelte Herr v. Moltke ein wenig wir hatten uns ja vorgenommen, nicht über militärische Dinge zu reden."

Eine deutsche Mahnung an Washington.

Die Lieferung von Kriegskonterbande aus -er Union.

Berlin, 21. Januar. (Amtlich. WTB.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:

Wie über London bekannt wird, hat in einer Sitzung -es Komitees des Repräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten -er Vorsitzende Flood un­ter Berufnng auf eine Denkschrift -er deutschen Regie­rung den Eindruck erweckt, als habe sich Deutschland mit den amerikanischen Lieferungen von Kriegsko»ter- bande an seine Gegner abgesnnden. Dies ist ein großes Mißverständnis. Die von Herrn Flood angeführte Denkschrift ränmt nur ein, daß nach den geltenden Grundsätzen -es Völkerrechts Deutschland gegen Kriegs­lieferungen nentraler privater Personen an seine Feinde keine Handhabe zu einem rechtsförmigen Einspruch be­sitze, so daß wie es am Schluß der Denkschrift beißt die Vereinigten Staaten zur Duldung solcher Lic- fernngenan sich befugt" sind. Selbstverständlich sind aber die Vereinigten Staaten nach völkerrechtlichen Grundsätzen gleichermaßen befugt, den ganzen Konter­baudehandel mit allen kriegführenden Ländern durch Er­laß eines Waffenausfuhrverbotes zu unterdrücken, zumal der international unerlaubte Waffenhandel mit Eng­land und Frankreich eine« Umfang angenomuce« hat, der die Neutralität zwar nicht der amerikanischen Re­gierung, wohl aber des amerikanischen Volkes tatsäch­lich in Frage stellt. Eine solche Maßnahme läge um so näher, als England nicht einmal den inter­nationalen erlaubten Handel Amerikas mit Deutsch­land zuläßt, vielmehr auch die für die Volkswirt­schaft Dentschlands bestimmten Waren i» -er rücksichtslosesten Weise beschlagnahmt, sodaß der ganze Handel Amerikas mit den Kriegführenden auf eine ein­seitige Begünstigung unserer Gegner hinauslänft. Fer­ner und das wiegt für uns am schwersten wird die Versorgnng unserer Gegner mit amerikanischen Waffen zu einer -er stärksten Ursachen für die Verlängerung -es Krieges. Sie steht deshalb in Widerspruch mit den

wiederholten Versicherungen -er Bereinigten Staaten, daß sie eine baldige Wiederherstellung -es Friedens wünschen und dazu Mitwirken wollen.

' Aus dem großen Hauptquartier ]

** Großes Hauptquartier, 21. Januar 1915. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Zwischen Küste und Lys fanden auch ^rrn nur Artilleriekämpfe statt. Der vorgestern r^ uns ge­nommene Schützengraben bei Notre Dame de Lorette ging heute »acht wieder verloren.

Nordwestlich Arras griffe» die Franzosen beider­seits der Chaussee Arras-Lille wiederholt an, wurden aber zurückgeschlagen.

Südwestlich Berry au Bac wurden den Franzosen zwei Schützengräben abgenommen, die trotz lebhafter Gegenangriffe von uns behauptet wurden. Französische Angriffe gegen unsere Stellungen südlich St. Mihiel wurden abgewiesen.

Nordwestlich Pont a Mousson gelang es, einen Teil der uns vor drei Tagen entrissenen Stellungen zurück- zunehmen. Unsere Truppen eroberten dabei 4 Geschütze und machten mehrere Gefangene. Um den Rest der ver­loren gegangenen Stellungen wird noch gekämpft.

In den Vogesen nordwestlich Sennheim dauern die Kämpfe noch an.

Oestlicher Kriegsschauplatz.,

In Ostpreußen ist die Lage unverändert.

Ein kleineres Gefecht östlich Lipno verlief für uns günstig. 100 Gefangene blieben in unseren Händen.

Im Gelände westlich der Weichsel nordöstlich Bor- zimow schritt unser Angriff fort.

Ein russischer Angriff westlich Lopuszno südwestlich Conskie wurde abgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

' Vom österr-ungar. Generalstab ]

Wien, 21. Januar mittags. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Die Situation ist ««verändert. An der gan­zen Front nur stellenweise Geschützkampf.

Der Stellvertreter des Chefs -es Generalstabes, v. H ö f e r, Feldmarschallentnant.

Bevorstehende Offensive gegen Serbien.

Aus Wien wird gemedet: Die infolge des Rück­zuges der österreichisch-ungarstchen Truppen aus Ser­bien notwendig gewordene Verschiebungen der öster­reichischen Streitkräfte und die Neugruppierung der österreichischen Südarmee sind nun soweit vorangeschrit­ten, daß die neue Offensive gegen Serbien für die nächste Zeit in Anssicht gestellt werden kann.

Von der Westfront.

Die Lage bei Soissons in französischem Licht.

»h^ Paris, 22. Januar. (T.-U.) Ueber den Stand der Dinge bei Soissons schreibt derNew York Herald": Die Anschwellung der Aisne ist etwas zurückgegangen, aber die Wege zu beiden Seiten des Ufers sind trotz­dem noch vollkommen unbrauchbar. Den ganzen gestri­gen Tag hindurch haben die Deutschen von dem Hügel 136 aus heftiges Bombardement auf Soissons gerichtet. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Im übrigen ist der französische Generalstab über die bisherige Ent­wickelung der Dinge hier sehr beruhigt und man hält es für unmöglich, daß der Widerstand der französischen Truppen hier einmal erschüttert werden könnte, ob­wohl es vorauszusehen ist, daß die Deutschen Verstär­kungen hierher senden werden. Unsere Mißerfolge der vergangenen Woche haben noch andere Ursachen, die man jetzt noch nicht näher auseinander fetzen kann.

Millionenschaden in Flandern.

r-^ Brannschweig, 22. Januar. (T.-U.) Wie die Braunschw. Landesztg." erfährt, werden die von den Engländern im Kampf gegen die Deutschen durch Ueber- schwemmnngen in Westflandern herbeigeführten Schä­den auf über 350 Millionen Gulden geschätzt. Die über­schwemmten Fluren sind das wichtigste und ertragreichste Kulturland Flanderns und durch die englischen Maß- nahmen auf mindestens fünf Jahre von jeder Ertrag- fähigkeit ausgeschlossen.

VerftHät

Roman von A. von - er Elbe.

^ (Nachdruck verboten.)

?Wenn Du es durchaus nicht willst" - sie wandte sich schmollend ab, und Josefine beschloß, genau aus- zupassen.

Adele fand die plötzliche Ermahnung sehr unbe­quem und überflüssig. Sie wußte allein, was sie woll­te,- wenn sie auch nicht auf den Berg gehen sollte, hatte sie ja noch die Weide, ihre verschwiegene Vertraute.

Allerdings überlegte sie nun doch ein paar Tage, ob sie Dentas Wunsch erfüllen und ihm eine Locke ihres Haares geben solle. Eigentlich war das etwas zu viel, verlobt waren sie doch nicht.

Da brächte ein harmloser Zwischenfall die Ent­scheidung. Sie stand mit Bijou auf dem Arme von Tante Jose und trieb Possen mit dem Hündchen.

Josefine sagte:Du hast ganz die Haarfarbe wie das Tierchen, sieh selbst," und wies Adele nach dem Spiegel. Adele trat heran,- wirklich, wenn sie ihren Kopf in das Fell Bijous drückte, ließ sich kaum unter­scheiden, wem das ineinanderfließende, rötlichbraune Gelock angehöre.

. Ein lustiger Einfall blitzte durch Adeles Kopf,- das wollte sie tun! Sie lief mit Bijou auf ihr Zim- ^ dem Tier ein paar der längsten Haarsträhne ab und rollte eine Locke davon, die sie mit tet^/hiP^^ ^^dchen zusammenfatzte, dann hef- ^^? ^ ^"^e auf ein Blatt Papier und schrieb dar-

Nimm hier ein klein Bijou Und küß es immerzu.

Adele.

Sie freute sich kindisch ihrer Schelmerei und lachte ' w*JW^ Ueberzeugungen beschloß sie, ihm «tSüLlaSen bei dem Gedanken, -atz er -je Hundehaare i «?«»£BhA6 «°?6en gleich nach dem Mittages,^

- ~ w«b» 1 M »utztL datz Vater und Tante -arm rutzen würde:

an seine Lippen -rücken werde. Ahnte sie doch nicht, daß, wenn sie den Mann geliebt hätte, dem sie dieses Geschenk senden wollte, sie solche Posse nimmermehr mit seinem Gefühlen getrieben haben würde.

Die Antwort war ein Ausbruch überschwenglichen Glücks. Er könne, schrieb Denta, dem Papier seine Em­pfindungen nicht in dem Maße anvertrauen, wie sein Herz von ihnen bewegt werde, und er fleheAöele an, ihm die Möglichkeit eines Sehens und Aussprechens zu ge­ben. Der Park sei ganz einsam, in einer der stillen Alleen würde kein Mensch sie gewahren,- sie solle ihm nur bestimmen, wann er kommen dürfe! Er begehe eine Torheit, überrasche sie ungerufen, durch seine gren­zenlose Leidenschaft entschuldigt, wenn sie nicht gestatte, datz er einmal sein Knie vor ihr beuge und ihr sage, wie glühend er sie liebe.

Welch neue Kämpfe, welch süße Not verursachte dem Mädchen diese Bitte! Sollte, durfte sie es wagen, ihn im Park zu treffen? Sie dachte daran, sich Tante Jose anzuvertrauen, die war ja immer gütig und half, wo sie konnte.

Aber was wollte sie denn eigentlich? Zum ersten­male kam ihr eine ruhige Betrachtung der Sache, auf die sie sich wie auf eine Spielerei eingelassen hatte. Hoffte sie wirklich, des Ungarn Braut zu werden, sich mit ihm zu verheiraten? Das würde ihr Vater nie zugeben, das würde aüch sonderbar, etwas Unerhörtes sein. Der Fremde, von dessen Familie man nichts wußte, Egge­rucks Angestellter, nein, das ging nicht, mußte sie jetzt Franz Denta sagen. Ja, offen mitteilen, freund­lich aussprechen, war netter als schreiben: das konnte Mißverständnisse geben, das konnte er übel nehmen Und an ihr lags ja nicht, wenn sie ihn abweisen, kränke mußte, ihr gefiel er eigentlich ganz gut.

Nach diesen Ueberzeugungen beschloß sie, ihm

in den Park kommen dürfe, sie habe Wichtiges mit ihm zu besprechen.

Dieser Entschluß verursachte ihr, gleich nachdem ein Briefchen der Weide anvertraut worden war, die größte Unruhe, und fast hätte sie die Aufforderung zu dem ge­fährlichen Stelldichein zurückgeholt, aber was dann? Eine Aussprache war doch nötig.

Abends lag sie lange wach im Bett,- sie fühlte das lebhafteste Mitleid mit sich selbst, weinte aus Angst und Unruhe und fand endlich, daß dies Spielen mit der Ge­fahr, diese Aufregungen äußerst interessant seien, ja sie sah sich in ihren Augen gehoben, weil sie etwas so Gro­ßes und Besonderes erleben durfte. Wenn er wieder zärtlich sein würde, wie in Grünstein,, wollte sie ihn mit noch spröderer Weise abweisen.

Josefine hatte besser beobachtet und mehr gesehen, als Adele ahnte. Des Mädchens Seele lag so klar vor der erfahrenen Frau, als schaue sie durch Glas ihr ins Innere. Das gespannte und zerstreute Wesen Adelens erschien der Welterfahrenen als deutlichen Kennzeichen einer Krise in ihrer Liebeständelei mit dem, hübschen Verwalter. Vermutlich hatte das unbesomten^ Kind ihre Warnung in den Wind geschlagen. Nun galt es, die Augen offen zu behalten, damit ihre Pflegebefoh­lenen die Spielerei nicht zu weit trieb.

Vielleicht war es auch klug, ihr balö ein anderes Interesse zu geben, und dafür war ihr ein hilfreicher Gedanke gekommen.

Josefine hatte sich vorgenommen, wenn sie mit Adele zum Besuch ihrer Schwägerin nach der Schweiz fahre, ein paar Tage in Berlin zu bleiben, sich und die Kleine zur Reise auszustatten und Doktor Werner Brügge«, hren Neffen, wegen einiger Gesundheitsfragen zu autc u ziehen. Er hatte sie schon früher beharkdelt, und u: *£!* »»' «" °r »«»du M-WML