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Vevorstehender Wechsel im Kriegsschatzamt.
9-* Berlin, 16. Januar. (Amtlich. WTB.) Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" von nnterrichte- ter Seite erfährt, steht binnen kurzem eine Aenderung in der Besetzung des Reichsschatzamtes bevor. Staatssekretär Kühn leidet schon seit langer Zeit an einer fortschreitenden gichtischen Erkrankung, die ihm mehr «nd mehr auch in der Ausübung feiner amtlichen Tätigkeit hinderlich wird und den Gedanke« an einen Rücktritt nahe legte. Er hat, wie selbstverständlich, nach Ansbrnch des Krieges alle persönlichen Rücksichten zurücktreten lasten und weiter im Amte verharrt. Im ferneren Verlauf der Dinge hat er sich jedoch davon überzeugt, daß er, wenn er die demnächst notwendige Neuordnung der Finanzen -es Reiches nicht nur vorbereite«, sondern anch abschließend durchführen wollte, noch eine Reihe von Jahren im Dienste verbleiben müßte, was sein Gesundheitsz«- stand ausgeschlossen erscheinen lasse. Es mußte aber unter allen Umständen vermieden werden, daß der Wechsel im Finanzressort im Verlaufe der zn erwartenden neuen Arbeit eintrete.
Der Reichsschatzsekretär hat während der letzten Anwesenheit des Reichskanzlers in Berlin im Dezember 1914 Gelegenheit genommen, diesem seine Erwägungen vorzutragen. Der Kanzler hat sich, so sehr er das Ausscheiden dieses ausgezeichneten und hochverdienten Mitarbeiters bedauert, dem Gewicht seiner Gründe nicht entziehen können und die Befürwortung seines Abschiedsgesuchs zusagen können. .
Als Nachfolger ist der Direktor der Deutschen Bank, Wirklicher Legationsrat Prof. Dr. H e l f f e r i ch in Aussicht genommen. Wahrscheinlich wird seine Ernennung zum Staatssekretär so zeitig erfolgen, daß er bereits den Reichshaushaltsetat für 1915, der wie bekannt einen wesentlich formellen Charakter tragen wird, im Bun- d^rat und Reichstag einbringen kann.
Erlaß des Kaisers über seinen Geburtstag.
Berlin, 15. Januar. Amtlich. WTB. Der „Reichsanzeiger" verbreitet nachstehenden Erlaß Seiner Majestät des Kaisers an den Reichskanzler:
Im Hinblick auf den Ernst der Zeit ist auf meinen Wunsch bereits angeordnet, daß aus Anlaß meines Geburtstages neben den kirchlichen und Schulfeiern von den sonst üblichen festlichen Veranstaltungen abgesehen wird. In den langen Jahren meiner Regierung bin ich daran gewöhnt, daß an diesem Tage meiner in Tausenden von Telegrammen unb Schriftstücken von Behörden, Vereinen und einzelnen Patrioten freundlichst gedacht wird. Eine ähnliche Fülle teilnahmsvoller Kundgebungen könnte aber diesmal bÄ meinem Aufenthalt in Feindesland leicht zu Störungen des telegraphischen und postalischen Drenstverkehrs im Felde führen und die mir und dem Großen Hauptquartier obliegende Arbeit beeinträchtigen. Ich bin daher zu der Brite gezwungen, in diesem Jahre von einem besonderen Ausdruck von Glück- und Segenswünschen mir gegenüber abzusehen. Es bedarf auch eines solchen in der über unser Vaterland so unvermutet hereingebrochenen Zeit der Heimsuchung nicht, habe ich doch mit inniger Befriedigung vielfach erfahren, welches starke Band der Liebe und des Vertrauens mich und das deutsche Volk in kraftvoller Einmütigkeit umschlingt. gch danke im voraus jedem einzelnen, der an meinem eburtstage treue Fürbitte für mich vor den Thron des Höchsten bringt und meiner freundlichst gedenkt. Ich weiß mich eins mit dem gesamten deutschen Volke und seinen Fürsten in dem unser aller Herzen bewegenden Gebetswunsch, dessen Erhörung Gott der Herr uns in Gnaden gewähren wolle: „Weiterer Sieg über unsere Feinde und nach ehremvollen Frieden eine glückliche Zukunft unseres teuren Vaterlandes."
Ich ersuche Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.
Großes Hauptquartier, 13. Januar 1915.
Wilhelm, I. R.
Aus dem großen Hauptquartier
ob* Großes Hauptquartier, 15. Januar 1915. (Amtlich. WTB.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Westeube zeigten sich gestern einige Torpedoboote «nd kleine Fahrzeuge, die sich der Küste bis auf etwa 14 Kilom. näherten. Französische Angriffe beiderseits Notredame de Lorette nordwestlich Arras wnrden von ««seren Truppen «-gewiesen. Ein vor acht Tagen bei Ecurie nördlich Arras dem Feinde entrissener, von Teile« einer Kompagnie besetzter Schützengraben ging
Perftri^t
Roman von A. von der Elbe.
19) (Nachdruck verboten.)
„Ich brauche doch nicht auf Posten zu stehen, ob der Herr Nachbar vorüberreitet."
Sie tanzten. Als die Musik schwieg, kam Mienchen durch den Saal gelaufen. Sie sah erhitzt und unmutig aus und sagte, den Arm um Adele legend: „Komm, es ist hier schrecklich heiß und staubig, wir wollen ins Freie."
Adele folgte willig und die beiden jungen Männer schloffen sich an.
„Hier gleich nebenan hat ein famoser Schnellphoto- graph sein Zelt," sagte Fritz, „was meinen die Damen, ein Bildchen zum Andenken an den heutigen schönen Tag? Das lohnte sich."^
„Was willst Du, Adele?" fragte Mienchen.
„Ach ja, ein Porträt von Grete Meyer, köstlich," sie kicherte.
Sie traten ein, die Herren wünschten ein Gruppenbild von ihnen zusammen, allein die Mädchen wollten sich nicht darauf einlassen, und so wurde jeder einzeln in kürzester Frist abgenommen. Sehr ergötzt von ihren dämmerigen, nicht sonderlich vorteilhaften Kartenbild- chen, über die sie viele Glossen machten, verließen sie den Künstler.
sollten wir eigentlich die Andenken austau- fcyen/ baten die Herren.
. „Ich behalte meinst" rief Adele Wein — «ein es ist keine Rede davon, daß ichs hergebe'" nem'
„Ich nehme das Bild meinem Vater
Mienchen und schob es in ihre Tasche. So hielt jede ihr Eigentum fest. y wr
.. Ein hübsches Wäldchen grenzte an die Festwiese und die beiden Paare erreichten bald den Schatten der küh-
, ^ ^ T ^^^^''^^" v^u oen satten der küh-
KniW äb, Noch singen dir Mädchen zusammen, I
uns gestern verloren. Die Kämpfe an dieser Stelle sind
heute wieder im Gange.
Nördlich und nordöstlich Soissons ist das nördliche Aisne-Ufer von Franzosen endgültig gesäubert worden.
Die deutschen Truppen
eroberten im ununterbrochenen Angriff die Orte Cnffies, Crony, B«cy les Lang, Missy und die Gehöfte Vauxrot und Verreris. Unsere Beute in den dreitägigen Kämpfen nördlich Soissons velänft sich jetzt auf ruud
5200 Gefangene, 14 Geschütze, 6 Maschinengewehre und mehrere Revolverkanonen.
Die Franzosen erlitten schwere Verluste.
4000 bis 5000 tote Franzosen wurden auf dem Kampffelde gefunden. Der Rückzug südlich der Aisne lag unter dem Feuer unserer schweren Batterien.
Wie sehr sich die Verhältnisse gegen frühere Kämpfe verschoben haben, zeigt ein Vergleich der hier besprochenen Kämpfe« mit Ereignissen von 1870. Wenn auch die Bedeutung der Gefechte nördlich Soissons mit derjenigen der Schlacht vom 18. August 1870 nicht z« vergleichen ist, so entspricht doch die Breite des Kampffeldes annähernd der von Gravelotte-St. Privat. Die französischen Verluste aber vom 12. bis 14. Januar 1915 übersteigen aller Wahrscheinlichkeit nach die der Franzosen am 18. Augnst 1870 um ein Beträchtliches.
Feindliche Angriffe nördlich Verdnn bei Consenvoye scheiterten. Mehrere Vorstöße gegen unsere Stellungen bei Ailly südöstlich St. Mihiel wurden durch Gegenangriffe, nachdem sie stellenweise bis an unsere vordersten Gräben geführt hatten, unter schweren Verluste« für den Feind zurückgeschlagen.
Im letzten Nachstoß eroberten unsere Truppen eine feindliche Stellung, die aber nach Wiederausbau unserer eigenen Stellung freiwillig «nd ohne Kampf während der Nacht wieder anfgegeben wnrde.
Ein ««bedeutender Angriff bei Mesnil nördlich St. Mihiel wnrde von nnseren Truppen abgewiesen.
Im übrigen fanden in den Bogensen nur Artilleriekämpfe statt.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
In Ostpreußen und im nördlichen Polen keine Veränderung.
Die Angriffe in Polen, westlich der Weichsel, machten langsame Fortschritte. Bei Eroberung eines Stützpunktes nordwestlich Rawa blieben
500 Russen als Gefangene in unseren Händen. 3 Maschinengewehre wurden erobert. Heftige russische Gegenangriffe wurden unter schwersten Verlusten für die Rnssen zurückgeschlagen.
Oberste Heeresleitung.
Vom österr.-ungar. Generalstab
Wien, 16. Januar. WTB. Amtlich wird gemeldet:
Während an der Front in Russisch-Polen nur stellenweise Geschütz- und Maschinengewehrfeuer einsetzte, waren gestern am Dnnajec heftige Geschützkämpfe im Gange. Besonders unsere schwere Artillerie wirkte gut; sie schoß ein großes Magazin des Gegners in Brand
und brächte nach einige» Schüssen eine Tagen gut plazierte feindliche schmere Schweigen.
In den Karpathen herrscht Ruhe.
Frost beeinflußt die Gefechtstätigkeit.
seit mehreren Batterie z«m
Zunehmender
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes:
v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
General Dankl über die Kriegslage.
Wien, 15. Januar. (WTB.) Die „Reichspost" veröffentlicht Aeußerungen des Armeekommandanten Dankl, der am Mittwoch die Berichterstatter des Kriegs- pressequartiers empfing. General Dankl wies auf den ungeheuren Unterschied zwischen dem jetzigen Kriege und den früheren hin, die durch drei oder vier Schlachten entschieden wurden. Jetzt steht man in wochenlan-
und die jungen Männer, die sich wenig zu sagen wußten, folgten.
„Fritz ist unausstehlich," raunte Minna der Freundin ins Ohr. „Ich will mit dem albernen Bengel nicht mehr tanzen, lieber gehe ich in den „Rosenkranz" zurück und helfe Butterbrote schneiden."
„Bleib nur hier, hier ist ja himmlisch, und wenn Du mit mir unter gehakt gehst, kann Dein Vetter Dir nicht zu nahe kommen."
Es waren im Gehölz Wege angelegt und da und dort Bänke ausgestellt und hier unter dem Frieden der hohen Bäume, wohin der Lärm auf der Schützenwiese nur gedämpft klang, erholten sich verschiedene Spaziergänger vom Festgewühl. Man schritt weiter ins Wäldchen hinein, die Mädchen setzten sich, die Männer blieben vor der Bank stehen und bemühten sich, ihre Damen zu unterhalten, es wollte aber nicht recht glücken. Minna war wortkarg, der von ihr mißhandelte Fritz
maulte, und Denta empfand bei aller Keckheit und Gewandtheit die Ausgabe, mit zwei Schönen zugleich deutlich zu kokettieren, beide von seiner ausschließlichen Neigung zu überzeugen, als schwierig. Er tat deshalb sein bestes, erzählte von ähnlichen Feiern, wie die heutige, in seinem Batenland, sprach von ungarischen Nationaltänzen und begann endlich auf einer Walüwiese, während aus dem Zelt die Musik von fern herübergellte, diesen feurigen ungarischen Tanz vorzuführen. Er war sehr gewandt, sehr lebhaft und vollkommen mit Turnen vertraut. So ward die kleine Vorstellung, welche Denta gab, für alle ein anregender Genuß, au dem auch einige Vorübergehende stillstehend teilnahmen.
Der sich bildende Kreis, als dessen Mittelpunkt sich auch die Mädchen fühlten, setzte 'diese in Verlegenheit, und sie erklärten nun umkehren zu müssen. Der Ungar trocknete sich heimlich die Stirn, er hatte sein möglichstes g^an. In neidischer Bewunderung sah Fritz zu ihm
gern, harten Ringen, trotz kühnster Angriffe und glänzendster Taten, fortwährend vor neuen kolossalen Fronten, die immer wieder die zeitraubendsten Umgruppierungen und neue Angriffe erfordern. Eines aber bleibt das entscheidende, nämlich die moralische Kraft der Armee und der Bevölkerung. Wer am zähesten und hartnäckigsten ausharrt, wird schließlich den Erfolg erringen. Im Vertrauen auf die uns innewohnende Kraft, schloß er, werden wir weiter kämpfen, durchdrungen von der Ueberzeugung, daß der entschlossene Wille unserer Völker als Rückhalt für die beispiellose Tapferkeit und Zähigkeit der Truppen zu endgültigem Niederringen des Feindes führen müsse.
Polnische Straßenknndgebnng in Warschau. .
»-* Kraka«, 16. Januar. (T. U.) Die hiesigen Blätter entnehmen dem „Kurjer Wariszawski" folgenden Bericht über eine Straßendemonstration in Warschau: Ein Photograph hatte das Bild der von Rußland gebildeten polnischen Legion ausgestellt. Eiu junger Mann, welcher das Bild sah, zertrümmerte das Anslage- Kter, zerriß die Photographie, warf die Stücke zu en und trat sie mit Füßen. Eine inzwischen angesammelte Menge jubelte dem jungen Manne zu, den die Polizei verhaftete. Es stellte sich heraus, daß der Urheber ein Magistratsbeamter ist, welcher der revolutionären Fraktion der polnischen Sozialistenpartei an
er Ur-
gehört.
Der Sieg von Soissons.
9-* Mailand, 15. Januar. (T. U.) Die Pariser Blätter stellen nach einer Meldung der „Frkf. Ztg." die Schlacht von Soissons in den Vordergrund ihrer militärischen Betrachtungen. Nachdem die Kämpfe der letzten Zeit hauptsächlich auf den Flügeln der ungeheuren Linie getobt, kommt ihre Wiederaufnahme im Zentrum und zwar an einer Stelle, die sich Paris am nächsten befindet, fehr unerwartet. Die beiden Höhen, die von den Deutschen genommen wurden, beherrschen das Aisne- tal und die nach Laon gehende Bahnlinie. Unter dem deutschen Angriff mußten die Franzosen nicht nur die strategischen Höhen räumen, sondern auch zwischen Crony und Mrssy bis znr Aisne zurückgeken, das heißt die mit Weinbergen bepflanzten Abhänge aufgeben, die von der Höhe sich gegen die Aisne hinziehen. Auch die Dörfer Moncel Sainte Marguerite und Missy wurden von den Franzosen geräumt. Auf dem linken Aisne-Ufer befindet sich keine Anhöhe, von der die französische Artillerie das Tal bestreichen kann.
Der französische Sündenbock.
Der „B. L.-A." meldet aus Genf: Die Stellung des Generals Maunourys gilt wegen seines Mißgeschicks bei Soissons als erschüttert. Die Joffre-Note beurteilt die Niederlage der dortigen Elitetruppe zwar überaus milde, aber die Militärkritik betrachtet den beiden Gegnern gleich hinderlichen Austritt des Aisne- flusses als eine unzureichende Erklärung für die mangelhafte Aufstellung der französischen schweren Geschütze und die allgemeine Zersplitterung der M«u- nouryschen Streitkräfte. Ob diese sich in ihrer SiotffeUuug zwischen Crouy und Messy halten können, bleibe abzu- warten. Davon hänge ao, ob das in der Joffre-Note optimistisch als „deutscher Teilerfolg" bezeichnete Ergebnis der zweitägigen Kämpfe ernstere Folgen zeitigen könnte.
Mangel an schwerer Munition in Frankreich.
9-* Bern, 16. Januar. (T. U.) Nach einer aus bester Quelle kommenden Meldung leidet Frankreich, wie dem „B. L.-A." gemeldet wird, bereits unter fühlbarem Mangel an Munition für die schwere Artillerie. Zur Abhilfe des Mangels mußte Frankreich sich an Amerika ' wenden, von wo vor wenigen Wochen 42 große Drehbänke für Herstellung schwerer Munition eingetroffen sind.
Kriegsrat in Loudou.
oh* Kopenhagen, 16. Januar. (T. U.) Die „National Tidende" meldet, daß in London ein großer Kriegsrat abgehalten wurde, der mehrere Stunden währte. Es nahmen teil Lord Kitchener, die Admirale Lord Fisher und Wilson, der Ministerpräsident, der Fiuanzmiuister, der Minister für Indien, der Minister des Auswärtigen und eine große Anzahl Land- und Seeoffiziere.
Fremdes Blut für Frankreich.
Wie die „Daily News" nach einer Meldung des „Hannv. Kur." zu berichten weiß, wurde bei Kriegsausbruch in Frankreich eine Art Fremdenlegion gebildet, die sich aus anwesenden Untertanen fremder Staaten zusammensetzte. Die Meldungen waren zu Anfang so zahlreich eingegangen, daß eine vollständige Brigade geschaffen werden konnte. Die Bildung einer zweiten Brigade, die beabsichtigt war, kam aber nicht zustande, da nicht die genügende Anzahl Meldungen einlief.
Die Freundinnen waren von dem Bilde des gewandten Mannes erfüllt, er erschien ihnen unvergleichlich, und sie verstummten gegeneinander, um sich nicht durch begeistertes Lob zu verraten. Vielleicht ahnten sie auch, daß er schwanke, oder mit ihnen beiden liebäugle, und ein leises Bangen der Eifersucht schloß ihre Lippen.
Kaum waren sie eine kleine Strecke im Walde gegangen, so begegnete ihnen Frau Ehlers mit ihrer Schwester, der Wirtin, die sich für kurze Zeit losgerissen hatte: „Da sind die Kinder!" rief Fritzens Mutter. „Ich wollte auch mein kleines Vergnügen haben, zu Hause alle Hände voll zu tun, aber einmal muß ich meinen Jungen mit Mienchen tanzen sehen. Allons Fritz, gib Deiner Kusine den Arm und dann kommt auf den Tanzboden!"
Fritz gehorchte nur zu gern, und Minna, bedroht von einem Blick ihrer Mutter, die, wie sie wußte, den Vetter für eine passende Partie hielt, wagte den ihr mit freundlicher Einladung entgegengebogenen Arm nicht auszuschlagen. Wie im Triumph zogen die Mütter mit dem eingefangenen Paar davon.
„Ich denke, die Gnädige hegt kein allzu großes Verlangen «ach dem Lokal da, in dem Bier, Schnaps und üble Zigarren duften, und Gestampfe und Gejohl gewiß zugenommen haben?" sagte Denta zu Adele.
„Nein, wirklich nicht," rief sie lebhaft; dann aber, als er ihren Arm in den seinen zog und sie zur Seite in einen grünverhangenen und doch von der tiefstehenden Sonne durchfunkelten Waldweg führte, begann sie zu erschrecken und suchte sich von ihm zu lösen. Er aber erkannte seinen Vorteil und hielt sie fest.
„Bitt' schön, Gnädige, schauens, wie lieb herrlich es da drinnen ist. Lassens uns doch e bissel wie zwei gute Freunde plauschen. Ein kleines Promenadle mii mir wird Jhne kei' Perl' aus der Krön' nehmen."
(Fortsetzung solgt^