Kriegspreife und Kriegsökonomie.
Zu Beginn des Krieges erwartete man in Deutschland eine rapide Steigerung der Lebensmittelpreise, auf Grund einer schnellen Abnahme der ^orrate. Man gab sich nicht die Mühe, dem Quantum der Bestände und den Möglichkeiten der Ncuproduktwnen nachzufragen, die PreiSangst war reut Empfindungs- sache. Man wollte nicht glauben, daß ein moderner Riesenkrieg ohne Preispanrk auf öem ebenvinittcl- markte geführt werden kann. Die Furchtsamen haben sich schwer geirrt, denn die infolge Kaäferansturms zunächst einsetzende Teuerung ließ bald wieder nach, die Lebensmittelpreise kamen auf einen normalen Stand, teilweise sogar darunter. Später suchte die bekannte Höchstpreispolitik einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu schaffen. Wirkliche Kriegspreise für Lebensmittel haben wir bis letzt nicht gehabt und werden wir auch voraussichtlich in dem zu Anfang des Krieges erwarteten Maße nicht bekommen. Wie die Finanzierungsgeschichte dieses Krieges ganz neue überraschende Lehren gebracht hat, so hat auch die Anwendung staatswirtschaftlicher Preisgewalt
I unerwartete Erfahrungen und Erfolge auf den Märkten gezeigt. Hier gibt es kaum überwindliche Schwierigkeiten. Anders liegt jedoch die Sache im Hinblick auf die Vorräte. Preise kann man fixieren, Vorräte nicht. Sie sind durch eine freiwillige und vielleicht zwangsweise Verteilung zu beeinflussen, sie müssen sich aber naturgemäß umändern. Diese Erkenntnis braucht nicht die geringste Furcht zu erwecken, denn Deutschlands Lebensmittelvorräte reichen aus. Aber man wird sich doch sagen müssen, daß man mit dem Vorhandenen nicht wie in Zeiten des glücklichen Friedensgenusses verfahren darf. Es handelt sich eben um Vor r ü t e, die in weit geringerem Maße als im Frieden ergänzt werden können. Wenn die Haushaltungen nicht wollen, daß der Staat alle Bestände mit Beschlag belegt, was unseres Erachtens durchaus zu verteidigen wäre, so muß eine jede von ihnen Lebensmittelersparnis im kleinen betreiben. Das geschieht am besten durch Anlegen von Bestünden an haltbaren Sachen, besonders an Fleisch in geräuchertem und gesalzenem Zustande. Zwar wird auf diese Weise zunächst der vorhandene Nationalvorrat stark in Anspruch ge-
nommen, es ist aber dann erfahrungsgemäß eine Zeit der Marktruhe zu erwarten, die der während des Krieges unbedingt notwendigen Reservepolitik zugute kommt. Gewerkschaften, Konsumgenossenschaften, Vereine können hierbei Nützliches leisten. Man darf aber keine Zeit verlieren, man muß jetzt, in diesem Augenblicke beginnen. Die Organisationen „aller Art" müßten sich die Belehrung und freundschaftliche Kontrolle ihrer Mitglieder zur Ehrensache machen. Allerdings wäre die Voorratsbeschaffung auch finanziell zu ermöglichen, was bei den Beamten Angestellten durch entsprechende Gehaltsvorschietzung geschehen könnte. Unsere Soldaten im Felde müssen mit ihren Vorräten Haushalten; man sollte meinen, den in der Heimat Gebliebenen dürfte die Oekonomie erst recht nicht leid werden. Das bedeutet, ebenso wie bei den Kriegern, nicht die geringste Entbehrung, es bedeutet nur eine Aufstapelung zum Zwecke einer gleichmäßigeren und sparsamen Verteilung.
MWkMWMWMW»!
Mein Laden
Breite-u. Kaiserftr.-Ecke ist anderweit zu vermieten. Gg. Waldeck sen.
Tüchtigen
Böllergesellen
sucht
Johannes Hettler,
__Linggplatz.
Apfelsinen Auswahl
Hochfeine süße Früchte eingetroffen.
Zitronen
empfiehlt
J. H. Otto.
Danksagung.
Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei 'dem Tode unserer lieben H e d w i g, sowie für die reichen Kranzspenden sagen wir allen unseren herzlichsten Dank.
Herm. Döbel u. Familie
Beugers b. Heringen.
Aufruf an die deutschen Bausfrauen.
In der Zeit vom 18. bis 24. Januar 1915 soll, unter wärmster Billigung Ihrer Majestät der Kaiserin, in ganz Deutschland eine
Reichswollwoche
Preitz Stuts-L-lterie
Die Erneuerung der Lose zur II. Klasse (Ziehung am 12. und 13. Februar 1915) hat begonnen.
Viertel 10 Mk.
hat noch abzugeben
J. Schandua, meld
Kgl. Lotterie-Einnehmer.
Gr. Schellfische
mit Kops
Kadlian m» stopf 8et. Bitgldatnitn Fr. Nein MliW empfiehlt
J. H. Otto.
Aelteren, tüchtigen
= Gewandte junge Leute, = welche das Weben erlernen wollen, sucht auf sofort
Ae Rechberg, Tuchfabrik
Hersfeld.
Zweigverein vom Roten Kreuz.
All die Frauen und jungen Mädchen unserer Stadt, die sich beim Stricken von Strümpfen für unsere Truppen im Felde beteiligen wollen, werden gebeten, sich das hierzu erforderliche Garn bei Frau Pfarrer Gonnermann, Lullusstr. Nr. 1 abholen zu lassen.
auf sofort gesucht.
Zu erfragen in der Geschäftsstelle ds. Blattes.
Nach Mitteilung des Kaiserlichen Kommissars und Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege ist die Zufuhr von Liebesgaben, die zeitweilig aus militärischen Gründen unterbunden war, freigegeben. Unser tapferes Heer im Felde, unsere Verwundeten und Erkrankten in den Lazaretten werden endlich das erhalten, was treue Liebe in der Heimat für sie geschaffen und bereitet hat.
Millionen von Kriegern sind es, die sich in die Gaben teilen müssen. Sorgen wir, daß der Strom der reiwilligen Gaben nicht versiegt,Z daß er vielmehr in immer stärkerem Maße anschwillt, um dem wachsenden Bedarf genügen zu können. Nur durch die größte Opfer- willigkeit, nur durch selbstlose Hingabe von Geld und sann die Heimat ihren heldenmütigen Söhnen sich dankbar zeigen.
Sie an allen ^ Orten bestehenden^' Sammelstellen sammeln die^ Gaben und senden sie möglichst sortiert an die am Sitz jeden Generalkommandos eingerichteten Abnahmestellen I und n. Die Abnahmestellen I emp- tangen die Liebesgaben für Verwundete und Kranke, die ^■^ejtellen n für die Angehörigen des Feldheeres. Die Abnahmestellen befinden sich in Cassel (11 Armeekorps) " '
stattfinden.
Der Zweck dieser Reichswollwoche besteht darin, für unsere im Felde stehenden Truppen die in den deutschen Familien noch vorhandenen überflüssigen warmen Sachen und getragenen Kleidungsstücke (Herren- und Frauenkleidung, auch Unterkleidung) zu sammeln. Es sollen nicht nur wollene, sondern auch baumwollene Sachen sowie Tuche eingesammelt werden, um daraus namentlich Ueberziehwesten, Unterjacken, Beinkleider, vor allem aber Decken anzufertigen. ,
Gerade an Decken besteht für die Truppen ein außerordentlicher Bedarf, da sie den Aufenthalt in den Schützengräben sehr erleichtern und erträglich machen. Mit großem Erfolg sind bereits von sachverständiger Seite aus alten Kleidern aller Art Decken in der Größe von 1,50: 2 m hergestellt worden, die einen hervorragenden Ersatz für fabrikmäßig erzeugte wollene Decken bilden und deren Herstellungskosten nur ein Viertel einer fabrikmäßig hergestellten wollenen Decke betragen.
Zu dieser Aufgabe bedürfen die unterzeichneten Stellen der tätigen Mitarbeit aller deutschen Frauen.
Die Organisation dieses Sammelwerkes wird sich in den Gauen des Vaterlandes verschiedenartig gestalten — je nach den Eigentümlichkeiten und den besonderen Lebensverhältnissen ihrer Bewohner.
Aber Euch Allen wird rechtzeitig die Mitteilung über die Einzelheiten zugehen. Zunächst richtet Euch schon daraus ein, in Euren Schränken nachzusehen, was Ihr entbehren könnt, um es denen zu widmen, die mit ihrer Brust und ihrem Blut uns Alle beschützen. Gebt, soviel Ihr irgendwie entbehren könnt!
Nur diejenigen Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, bitten wir, sich im Interesse der Allgemeinheit an dem Liebeswerk auf diese Weise nicht zu beteiligen.
Also nochmals, deutsche Hausfrauen, frisch ans Werk.
Sammelt aus Schränken und Truhen, was Ihr an Entbehrlichem findet.
Schnürt es zu Bündeln, packt es in Säcke und haltet es zur Abholung bereit, wenn alle unsere Helfer in der Reichswollwoche vom 18. b i s 24. Januar
1915
an Eure Tür klopfen.
Berlin, den 1. Januar 1915.
Kriegsausschuh für warme Unterkleidung E. D.
Fürst zu Salm-Horstmar.
*
Wird veröffentlicht.
*
Hersfeld, den 13. Januar 1915.
Der Landrat.
Georg JJaumgardt, l^ersfeld
jVföbel-Gschlerei u. Mdel-OLger
Bahnhofstrasse 5
fernruf 227.
— zu Liebesgaben — in 6 Größen offeriert billigst
Bernh. Bolz,
Kaiserstraßeecke.
Kleineres
rvslestes Pferd
zu verkaufen.
Näheres zu erfahren in der Geschäftsstelle ds. Bl.
Mädchen
Knechte u.sonstiges Personal findet man leicht durch ein kleines Inserat im
Hersfelder Tageblatt.
Abnahmestelle I: Frankfurterstraße 70,
• AbM^Estelle II: Moritzstraße 29 ;
in Frankfurt (18. Armeekorps)
SlbnahmefteUe I: Hohenzollernstraße 2 (Fürstenhof), Abnahmestelle II: Hedderichstraße 59.
a" diese Abnahmestellen, die auch ^Algen können, sind frachtfrei nach § 50? m Ordnung. Von den Abnahmestellen aus sortiert an die Depots der freiwilligen Sammelstationen und von hier aus erfolgt dre Beförderung m die Front Kt-lt^^reine.vom Roten Kreuz und sonstigen Cteuen, die sich mit der Sammlung von Liebesgaben besassen, werden dringend gebeten, sich dieser Organisation anzugliedern. Der Kaiserliche Kommissar im großen Hauptquartier hat ausdrücklich gewarnt vor der ungeregelten Zuleitung von Liebesgaben an örtlich bevor- Mte Truppenteile, die mehr und mehr einzureißen drohe. Bei der starken Belastung der Etappenstraßen besteht die Aefahr, daß solche Zufuhren den Verkehr empfindlich stören und dadurch die Heranbringung wichtiger Gegenstände in die Front erschweren.
Cassel, den 5. Oktober 1914.
£>er Territorialdelegierte der freiwilligen Krankenpflege, gez. Hengstenberg.
Grosse Auswahl in
U ganzen -Einrichtungen und Einzel-JVlöbeln. M
prompte und gute Ausführung in eigener Werkstatt
nach gegebenen u. vorliegenden Entwürfen bei Verwendung besten Jvfaterials u. Berechnung billiger preise.
■
■ ■ ■ ■ ■ ■ ■
■ ■ ■ ■ ■ ■
Dienstbücher «surss.
Buchdruckerei
■
■ ■
Stahlwaren,
Bestecke, Löffel, Taschenmesser, Scheeren, Rastermesser,
Kaarschneidemaschinen usw., elektrische Taschenlampen, Batterien, Feuerzeuge
kaufen Sie am vorteilhaftesten im
Fahrrad- und Stahiuiarenspezialgeschhn
E. Schmid,
Schleiferei im Hause.
Reelle Bedienung. Billige Preise
■ ■ ■ ■ ■
■ ■ ■ ■
■
■ ■ ■
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
Schlitzet
Flaschenbier-Verkauf befindet sich nicht mehr in der Wirtschaft z. Eckchen, sondern — Stammengasse 18 — Telephon 253.
_______Otto Hähne.
Wen Katalog frei Holzrahmenmatr.Kinderbett' Eisenmöbelfabrik Suhl.