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Zeppeline zwischen Calais und Dünkirchen.

£ Aus dem großen Hauptquartier ] I

Großes Hauptquartier, 7. Januar 1915. (Amt­lich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Engländer und Franzose« setzten die Zerstörung der belgischen nnd französischen Ortschaften hinter un­serer Front durch Beschießung fort.

Nördlich Arras finden zurzeit noch erbitterte Kämpfe um den Besitz der von uns gestern erstürmte« Schützengräben statt.

Im Westteil des Argonnenwaldes drangen unsere Truppen weiter vor. Der am 5. Januar im Ostteil der Argonnen (Bois Courcelles-Chaussee) erfolgte Angriff gelangte bis in unsere Schützengräben. Der Gegner wurde aber anf der ganzen Linie unter schwersten Ber- luste» wieder aus unserer Stellung geworfen. Unsere Verluste sind verhältnismäßig gering.

Westlich Senuheim versuchten die Franzosen gestern abend sich wieder in den Besitz der Höhe 425 zn setzen. Ihre Angriffe brachen in unserem Feuer zusammen. Die Höhe blieb in unseren Händen.

Oestltcher Kriegsscha«platz.

Im Osten keine Veränderung. Die Fortführung der Operationen leidet unter der denkbar ungünstigen Witte­rung. Trotzdem schritt unser Angriff langsam vor­wärts.

Oberste Heeresleitung.

* * *

Dom österr.-ungar. Generalstab

Wien, 7. Januar. (WTB.) Amtlich wird verlant- bart: 7. Januar 1915, nachmittags. An der ungarisch- galizischen Front herrschte Ruhe. In den höher gelege­nen Gebieten ist leichter Frost «nd Schneefall eingetre­ten. Am Dunajetz und in Russisch-Polen stellenweise Geschützkampf. Die im Karpathenvorlande der südliche«

Bukowina vorgeschobenen Sicherungstruppen wurden vor überlegenen feindlichen Kräften näher an die Hanpt- pässe znrttckgenommen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Höfer, Feldmarschallentnant.

Das verwüstete Polen.

«s* Amsterdam, 8. Januar. (T. U.) DerTele- graaf" meldet nach demB. T." aus London: Wie aus Petersburg berichtet wird, hat das Dumamitglied Ognerw die ganze Gegend in Polen zwischen Lodz und Weichsel besucht und darüber einen Bericht veröffent­licht. Danach ist fast ganz Polen verwüstet. Was durch die Schlachten mcht zerstört ist, ist geplündert. Kein Dorf ist davongekommen. Die russische Regierung hat strenge Maßregeln gegen die russischen Plünderer er­griffen. Sieben, die bei Skierniewice ein Schloß aus- raubten, wurden stehenden Fußes gerichtet. Skiernie­wice ist fast nur noch eine Ruine. In Warschau ist an dreißig Stellen Feuer ausgebrochen. Alle Schlösser in Westpolen sind zerstört und viele Bauernhöfe verwüstet. Alle Vorräte sind weggeschleppt. Die Felder sind meilen­weit von Laufgräben durchschnitten, die Wälder vielfach niedergeschlagen. Die Armeen haben die Bäume ge­fällt, um die Verschanzungen zu verstärken, Brücken zu schlagen und die Wege zu pflastern, damit die Kanonen transportiert werden konnten.

Zeppeline in der Nähe von Calais.

** Amsterdam, 8.. Januar. (T. U.) DieTimes" meldet nach derFrkf. Ztg.", daß in Flandern vorge­stern vormittag drei Zeppelinschiffe zwischen Calais nnd Gravelingen gesehen worden seien. Deutsche Flieger seien z« gleicher Zeit wiederholt über Dünkirchen er­schienen. Mit Ausnahme eines einzigen Fliegers hätten sie Bomben herabgeworfen und sie hätten deshalb wahrscheinlich lediglich dem Aufklärungsdienst gedient, um die zurückkehrenden Luftschiffe zu erwarten und ihre eventuellen Erfolge melden zu können. Fünfmal kamen die Flieger in Sicht, aber sie flogen nicht immer über die Stadt hinweg. Granaten der hierzu aufgestellten Kanonen explodierten auf kurzen Äbstand vor einer deutschen Maschine, wodurch diese einen Augenblick das Gleichgewicht verlor und sich in Sicherheit bringen mußte. Darauf verjagten englische und französische

Flieger die deutschen. Ein dentscher Flieger ließ in eine Vorstadt Dünkirchens Bomben fallen, ohne aber Scha­den anzurichten. Wegen des großen Verlustes an Menschenleben, den das erste Erscheinen deutscher Flie- S;r über Dünkirchen zu Wege gebracht hatte, gab der ttrgermeister diesmal den Befehl, daß sich die Bürger sofort, wenn Luftschiffe gesichtet würden, in den Kellern in Sicherheit zn bringen hätten. Beim Erscheinen der Luftschiffe wurde eine blaue und eine weiße Fahne ge­hißt, worauf die Straßen sofort leer wurden.

Fliegerbomben auf Armentieres.

®e* Mailaus, 8. Januar. (T. U.) DieStampa" meldet aus Paris: Deutsche Flieger zeigten sich über Strazee, das sie vombardrerten, und über Hazebrook, wo sie aber von englischen Fliegern verfolgt wurden, jedoch glücklich entkamen. Ein anderer Flieger schlenderte Bomben auf Armentieres, die beim Bahnhof explo­dierten. Wenige Stunden später wurde Armentieres von Artilleriegeschossen heimgesncht und mehrere Häuser stark beschädigt. Bei Verdun wurden zwei Forts von deutschen Fliegern bombardiert.

Von der Westfront.

Die Kämpfe um Aper«.

DieKöln. Ztg." meldet aus Kopenhagen:Po­litiken" erfährt aus Paris: Während die Verbündete« die Offensive gegen die Stellungen der Deutschen fort­setzen, versammelten die Deutschen frische Truppen nm Npern. In Courtraj ständen große Massen Infanterie. Die Dentschen beabsichtigen augenscheinlich dort einen Durchbruch durch die Linien der Verbündeten «nd schei­nen von einem gewaltsamen Vorstoß die Einstellung der Offensive der Verbündeten bei Nieuport z« er­warten.

Aus La Panne wird dem AmsterdamerHandels- blaö" ferner über die Kämpfe an der Yser berichtet:Ich habe hier auch einige kanadische Abteilungen kennen ge­lernt. Es sind alles sehr junge bartlose Leute. Am Neu­jahrstage begann der Kampf an der Ufer von neuem in der Gegend von Bixschoote. Von dort aus beschossen die Deutschen Pervis und den Weg, der nach dem gänz­lich verwüsteten Ramskapelle führt. Der Weg geht durch überschwemmtes Gebiet, das umliegende Gelände kann nicht betreten werden. Die englischen und französischen Berichte, die von stürmenden Reitern sprechen, sind grundfalsch.

Die deutschen Fortschritte in den Argonnen.

Die französischen Blätter unterziehen die Kriegs- lage im Westen jetzt wieder einer eingehenden Betrach­tung. Sie bemerken, daß die in den Argonnen erreich­ten Erfolge nicht den Erwartungen entsprächen. Die Deutschen machten große Anstrengungen, um sich vor einer Wiederholung der Offensive gegen St. Mihiel und Chevencourt nördlich von St. Mihiel auf dem westlichen Maasufer zu sichern. Man wisse außerdem, daß die Deutschen in den letzte» Tagen fast anf der ganzen Front bei dem Gehölz von La Grury angegriffen hätten, um ein Vordringen der Franzosen gegen Varennes zu ver­hindern. Es sei den Deutschen teilweise gelungen, Fortschritte zn machen. Es nützt nichts zu leugnen, daß es sich die Deutschen in den Argonnen und allgemein in der Gegend von Verdun zur Aufgabe machen, mit aller Energie jeder kriegerischen Unternehmung des Gegners entgegenzutreten.

Zu den Kämpfen im Overelsatz meldet derB. L.-A." aus Genf: Mit einer die fran- zösischen Alpenjäger entmutigenden Beherztheit und fHartnäckigkeit verteidigten unsere Braven höchst wirksam as am Steinbacher Ostabhang gewonnene Gelände. Erfolglos blieben die französischen Bemühungen, vom Nombrecher Wald gegen Cernay vorzudringen. Ebenso wurde ihre Absicht, sich der Hirzbacher Bahnlinie zu nähern, vereitelt. Die Verluste der französischen Alpen- jäger «nd Infanterie übersteigert weitaus die ersten er­schreckenden Ziffer«.

Belgien braucht seine letzten Mannen.

Die belgische Regierung hat zur Kenntnis der in England weilende« Flüchtlinge gebracht: 1. Die ehe­maligen Angehörigen der Bürgerwehr werden bis zum Alter von 45 Jahren als Freiwillige beim Heere an­genommen. 2. Alle unverheirateten jungen Männer von 18 bis 30 Jahren, die nicht beim Heere eintreten wollen, können kraft Gefetzes vom 14. August 1887 an­gehalten werden, für das Heer zu arbeiten.

Kitcheners Bericht im Oberhaus.

London, 8. Januar. (T. U.) Lord Kitchener gab nach einer Meldung derFrkf. Ztg." in der ersten Sitzung der neuen Session des Oberhauses einen Be­richt von der militärischen Lage. In Mesopotamien seien indische Truppen nach Norden vorgerückt und hät-

ten die Türken bei Kuma und Tigris geschlagen. Der angekündigte türkische Vormarsch auf Aegypten sei nicht eingetreten. Die Deutschen hätten starke Truppen- massen vom westlichen Kriegsschauplatz nach dem Osten entsandt, aber sie seien im Westen noch stark genug, um mit ihrer Artillerie ihre festen Stellungen zu halten. In England gehe die Anwerbung befriedigend weiter. Weder an Offizieren noch an Kriegsmaterial sei Man­gel zu verzeichnen. Alle Schwierigkeiten der Ausrüstung seien überwunden.

Weiter bemerkt Kitchener: Die deutschen Hoffnungen in Polen haben einen empfindlichen Schlag erhalten. Es wird jetzt offenbar, daß die Deutschen die Schwierig­keiten eines Winterfeldzuges in Rußland zu empfin­den beginnen. Die ursprünglich großen Vorteile, welche die Deutschen durch ihre Ueberzahl und ihre weitver­zweigten Kriegsvorbereitungen erzielt hätten, ver­schwänden immer mehr, während die Verbündeten täg­lich ihre Hilfsmittel an Menschen und Material ver­mehren und auf diese Weise instand gesetzt würden, den Krieg bis zum siegreichen Ende fortzusetzen.

Kitchener bat seine guten Gründe, weshalb er die Lage der Verbündeten so rosig malt. Seine Werbe­mittel versagen sonst.

* * *

Der Angriff auf die englische Küste in amerikanischer . Beleuchtung.

Der NeuyorkerSun", neben derEvening Post" das ernsthafteste Blatt Neuyorks, bringt nach derKöln. Ztg." über die Angriffe der deutschen Kreuzer auf die Küste von Yorkshire einen Artikel, der in England we­nig gefallen wird. Das Blatt sagt:

Der Angriff der deutschen Kreuzer hat für das eng­lische Volk die unangenehme Bedeutung, daß es nun weiß, daß die Flotte, seine Hauptzuversicht und sein Bollwerk, weder die Nordsee von den feindlichen Kriegs- fchiffen freihalten, noch Angriffe auf englische Küsten- stadte verhindern kann. Der Wachtdienst ist unzuläng­lich, denn es ist möglich, die Flotte zu überraschen, und der Schutz, den sie gewährt, ist ungenügend, denn deutsche Bomben haben auf Scarborough, Hartlepool und Whitby niederfallen können. Das Unglück geschah, ehe die wachthabende Flotte erscheinen konnte, und ganz England ist jetzt mit Vorstellungen von anderen und womöglich schlimmern Angriffen, ja sogar viel­leicht Truppenlandungen geplagt nnb in einem Zustand höchster Panik. Die deutschen Schiffe aber haben be­wiesen, daß sie sehr wohl in der Lage sind, aus ihren Löchern" herauszukommen, die Sicherheit der Nordsee für England in Frage zu stellen und ihre Kanonen auf englische Küstenstädte zu richten. Wenn das nur wenige Kreuzer unter dem Schutze der Nacht oder in nebligem Wetter vollbringen können, dann kann eine Linie von Schlachtschiffen, die die Gelegenheit wahrnimmt, wo die wachthabende Flotte vom Sturm zerstreut ist, aus der Elbmündung auftauchen oder durch das Skagerak fahren und in geschlossener Formation einen Angriff wagen. Und wenn sie dabei siegreich ist, dann liegt die ganze englische Küste einer Invasion offen.

Es gibt aber noch einen Gesichtspunkt bei der Sache, der die britische Admiralität betrüben muß. Obschon Deutschland nicht gewillt sein mag, die Gefahr einer all­gemeinen Seeschlacht in der Nordsee zu wagen, legt der Angriff auf die Küste von Yorkshire die Möglichkeit nahe, mit einem schnellen und starken Geschwader in die Gewässer des Atlantischen Ozeans vorzudringen, a^« die Handelsstraßen, auf denen Englands Kaustabrtei- flotte die gewaltigen Ladungen von Nahrungsmitteln und Kriegsbedarf herbeiführt. Gewiß hat der Atlan­tische Ozean sein eigenes Geschwader von britischen Wachtschiffen, aber da die englische Flotte offensichtlich nicht einmal die Nordsee abschließen kann, so ist im Atlantischen Ozean sicher Platz genug für die Unterneh­mungen eines fliegenden deutschen Geschwaders. Das Spiel wäre der Mühe wert, denn den britischen Kauf­fahrteischiffen könne ungeheurer Schaden angetan wer­den. Der ganze Handelsverkehr, der jetzt für England und seine Verbündeten so notwendig ist, könnte in Ver­wirrung gebracht, wenn nicht zeitweilig überhaupt ein- gehalten werden.

Der Türkenkrieg.

Erfolge der Türken an der türkisch-persischen Grenze.

DasB. T." erfährt aus Konstantinopel: Die Operationen der Türken im Gebiet des Urmia-Sees schreiten weiter günstig fort. Westlich des Sees drin­gen die Türken gegen Salmts vor, östlich des Sees bedrohen die türkischen Truppen die Straße nach Täbris. Die Rückzngslinie der Russen von Mejanduab nach Trä- bris wird auch dadurch beunruhigt, daß die Türken sich der Fahrzeuge anf dem Urmia-See bemächtigt haben und so auch Herren der Ostseite des Sees sind, wo die Straße nach Träbis ziemlich nahe vorbeiführt.

Verstrickt.

Roman von A. v o n ö e r E l b e.

12) (Nachdruck verboten.)

Die Ernte stand bevor, und Herr von Bernhammer war mit seinem Verwalter, dem alten Kafselmann, ins Feld geritten.

Die beiden Damen, Tante und Nichte, hatten sich in die schattige Laube von wildem Wein zurückgezogen. Frau Josefine lag auf einem Langstuhl von Rohr, der, mit einer buntseiöenen Schweizerdecke und zu Häupten mit einem roten Sammetkissen ausgestattet, ihr einen bequemen Ruheplatz bot. Dicht an die Seite der Herrin geschmiegt, hatte sich das braune Hündchen ein­genistet. Sie trug ein leichtes, weißes Wollkleid, das, ohne zu beengen, die feinen Linien ihres Körpers um­schloß: es war mit Spitzen und durchbrochenen Stickereien ausgeputzt. Von den Armen sie hielt die Hände unter dem gelockten Kopf. verschränkt fielen die Aermel zurück und enthüllten abgemagerte elfen- beinweitze Arme. Ihr Blick richtete sich mit dem leeren Ausdruck des Nichtssehens in das Blättergewirr der Laube über ihr, unter ihren Augen lagen Schatten, und um ihren festgeschlossenen Mund spielte ein bitterer Zug.

Adele saß zur Seite auf einem niedrigen Korbsessel. Sie trug ein rosa Musselinkleid und war auf den Wunsch der Tante modern mit Locken und Puffen frisiert, was ihrer kindlichen Anmut Abbruch tat. Aber Tante Jose war unbedingt für das Modernste. Vor ihr auf dem Tische lag ein dickes Buch, mit dem sie sich eifrig be­schäftigte. Es enthielt alle die Ansichtskarten, die Su­sanne ihr von den Reisen mit der Mutter geschickt hatte.

Suse hätte mir doch etwas mehr dabei schreiben können, findest Du nicht auch, Tantchen?" Und dann überlas sie laut der Schwester Worte, meist nur ein IM und das, was sie selbst oft zur Erklärung manch-

O, welch eine weite, schöne Welt, die ich nie zu sehen bekomme! Ist es denn nicht schrecklich langweilig, dies Wegsitzen, diese verlorene Zeit? Was soll ich an­fangen? Mülmke jagt mich aus der Küche: die Bücher? Fürs Lernen bin ich nie gewesen. O, ich möchte etwas recht Lustiges erleben." Sie sprang aus, umfaßte Jo­sefine und bedeckte deren blasses Gesicht mit zärtlichen Küssen.

Die Tante richtete sich auf. Armes Ding, dachte sie, das mit dem Sturm und Drang seiner blühenden Ju­gend nicht ein noch aus weiß. Und doch wer auch noch so jung wäre. O, Jugend ist alles! Altwerden grauenhaft!

Deelchen, Kind, ich verstehe Dich," sagte sie liebe­voll und streichelte die heiße Wange des erregten Mäd­chens.In Deinem Alter gärt das junge Blut, man kann die Zeit nicht abwarten, man will sein Frauen- schicksal haben. Es ist ein ganz natürliches Verlangen, daß man seinem Leben Inhalt und Wert geben möchte. Nur wenigen gelingts. Was machen wir mit Dir, armer Fliegauf?"

Es gibt hier auch nirgends junge Mädchen. Auf allen Gütern sind nur alte."

Allerdings, die Schönebecker Töchter sind zehn, zwölf Jahre alter als Du."

Siehst Du, was soll ich mit denen? Sie rümpfen die Nase über mich, und Irene sagte neulich, ich sei doch schrecklich grün."

Lauf mal mit Bijou durch den Park, ich will nach­denken, wie Dir zu helfen ist. Vielleicht können wir die Reise zu Deiner Mutter verfrühen. Aber es ist noch zu heiß, und die Welt wimmelt von lästigen Touristen. Bor dem September dachte ich nicht zu gehen, dann tref­fen wir die Deinen am Genfer See."

Ich hole mir Brot und füttere die Enten." Adele lief getröstet davon, und Josefine blieb verstimmt und in Gedanken versunken zurück.

mal im Unmut darunter geschrieben hatte. Sie lachte über ihre eigenendummen Schnäcke", dann klappte sie verdrossen das Buch zu und rief ungeduldig:

Sollte sie dem geliebten Kinde ihre Erfahrungen wünschen? Ich habe es so gewollt, sagte sie sich, aber bin ich dadurch befriedigt? Ich habe mich auf meine Art ausgelebt: aber kann ich meine Jagd nach dem Glück ihr empfehlen? Nein, tausendmal nein! Allein, wo sich ihr eine Abwechslung, eine harmlose Jugendlust bietet, verhelfe ich ihr dazu.

Der Park lag in sommerlicher Schönheit. Hier und da standen Obstbäume mit Früchten, die anfingen, sich zu färben, jenseits der Mauer wogte ein goldig schim­merndes Aehrenfeld: aus dem höher gelegenen Buchen- walde schäumte ein Bach herab, und fiel plätschernd über die Steine in den Teich.

Adele spielte mit dem Hunde und fütterte die weißen Enten, die auf dem Teiche ein bunt bewimpeltes Häus­chen bewohnten. Es war schön, aber sehr warm. Am i Rande des Wasserfalls warf sie sich unter einer Hänge­weide auf den Rasen und versank in Träumereien.

Sie blinzelte mit halbgeschlossenen Augen ins Blaue hinauf und über das glitzernde Wasser hinweg. Ah, da schifft der Lohengrin auf dem Silberkahn, den die Schwäne ziehen, er steht aufrecht, stolz und lächelnd, und die Edelsteine seines goldenen Harnisches funkeln im Sonnenschein, und geraden Weges schwimmt er aus mich zu und hebt die Hand, mir zu winken, und wenn I ich recht hinsehe, ist es ist es der schöne Ungar. : Und dann kommt die Fee auf schwarzen Gewitterwol- ' ken angebraust und will ihn entführen.

Sie richtete sich etwas in die Höhe, stützte sich auf ! ihre Hand, die Phantasiebilder zerrannen, und seufzend ! besann sie sich auf die Leere der Stunde.

(Fortsetzung folgt.)