Kriegsallerlel.
Verurteilung wegen Spionage.
Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts verurteilte den Schreiber Alfons Reutenauer aus Kiel, gebürtig aus dem Elfatz, wegen versuchten Verbrechens der Spionage zu vier Jahren, 6 Monaten und einer Woche Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Zuläs- sigkeit der Stellung unter Polrzeiaufsicht. Der Angeklagte hatte dem französischen Nachrichtenbureau einen Bericht über Einrichtungen auf deutschen Kriegsschiffen zugesandt.
X-Brot für den Kaiser.
Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird auf Befehl des Kaisers für den Kaiser selbst und seine Umgebung im Großen Hauptquartier Grau-I<-Brot unter einem Zusatz von 5 Proz. Kartoffelflocken und 10 Prozent Kartoffelmehl, zusammen also 15 Proz. Zusatz, hergestellt und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit.
Heldentat eines Musketiers.
Mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse wurde der Musketier Ferdinand Drees aus Hamm ausgezeichnet, der dem Infanterie-Regiment Nr. 47 zugeterlt ist. Er befand sich zur Heilung in einem Feldlazarett, als er erfuhr, daß in der Nähe ein schwerer Kampf tobte. Kurz entschlossen sprang er vom Krankenlager auf, nahm fein Gewehr und eilte hinckus. Seinem Betsprel schlössen sich unterwegs große Gruppen Soldaten an, denen er bald als Führer diente. Ihr Ansturm auf den Feind war so glücklich, daß sie nach kurzer Zeit zmei feindliche Fabnen, eine Batterie von acht Geschützen erbeuteten und 80 Franzosen zu Gefangenen machten. Für diese heldenhafte Tat erhielt Drees auch noch das bayerische Verdienstkreuz mit Schwertern.
Lebeusmittelteuerung in Petersburg.
Die „Nowoje Wremja" fordert die russische Regierung energisch auf, den durch Spekulation Herbergeru- fenen Preissteigerungen der notwendigstenLebensmit- tel endlich entgegenzutreten. Interessant ist die Feststellung, daß eine Semmel in Petersburg Zurzeit sechs Kopeken kostet und daß der Brotpreis um 25 v. H. gestiegen ist.
Eine russische Spionin in Sofia.
Die Sofioter Zeitung „Dnewnik" berichtet über die sensationelle Verhaftung einer russischen Spionin. Diese hatte einen russischen Namen angenommen und der^ russischen Gesandtschaft auf von dieser gesandten Fragebogen regelmäßig Spionageberichte gesandt.
Deutsche Zinnsoldaten in England.
Im großen Britenreiche herrscht zurzeit tiefe Betrübnis. Einer schrecklichen Tatsache ist man auf dre Svur gekommen: englische Kinder, man denke — englische Kinder — spielen mit deutschen Zinnsoldaten, (prüftet muß nämlich -Manchester Guardian, das führende Blatt der großen Industriestadt Manchester, feststellen, daß die deutschen Spielwaren, allen Androhungen zum Trotz, auch diesmal zu Weihnachten ihren Platz in den Schaufenstern der englischen.Splelwareri- läden behauptet haben. Das Blatt hat eine Untersuchung darüber angestellt und von dem MaDer e^ deutendsten Spielwarengeschäfte den höchst charakteristi' schen Bescheid erhalten, daß infolge des Krregev die Nachfrage nach deutschem Spielzeug in England keineswegs abgenommen habe, vielmehr die Preise für Spielzeug aus Deutschland bis zu 25 vom Hundert m die Lröbe gegangen seien. Die meisten Eltern hätten aller- W WSS „Tommy AM»---, Sen enrtWn Soldaten, zum Christfest aufbauen wollen, doch „Tommy Atkins" würde in Deutschland nicht hergestellt, und daher hätten die Eltern sich mit deutschen Soldaten begnügen müssen. Der Händler fügte hinzu, auch nach dem Kriege hätte dieser Industriezweig gar keine Aussicht, aus deutschen in englische Hände überzugehen, und das erste, was er und alle anderen englischen Spielwaren- Händler nach dem Friedensschluß tun würden, wäre, ihre Vorräte schleunigst in Deutschland zu ergänzen und zu erneuern. ___________________
Ein Merkblatt für Alle.
Deutschland steht gegen eine Welt von Feinden, die es vernichten wollen. Es wird ihnen nicht gelingen, unsere herrlichen Truppen niederzuringen, aber sie wo^ len uns wie eine belagerte Festung aushungern. Auch das wird ihnen nicht glücken, denn wir haben genug Brotkorn im Lande, um unsere Bevölkerung bis zur nächsten Ernte zu ernähren. Nur darf nicht vergeudet und die Brotfrucht nicht an das Vieh verfüttert werden.
Haltet darum haus mit dem Brot, damit die Hoffnungen unserer Feinde zuschanöen werden.
Seid ehrerbietig gegen das tägliche Brot, dann werdet Ihr es iurmer haben, mag der Krieg noch so lange dauern. Erricht dazu anch Eure Kinder.
Verachtet kein Stück Brot, weil es nicht nwür frisch ist. Schneidet kein Stück Brot mehr ab, als Ihr essen wollt. Denkt immer an unsere Soldaten im Felde, die oft auf vorgeschobenen Posten glücklich waren, wenn sie das Brot hätten, was Ihr verschwendet.
Etzt Kriegsbrot; es ist durch den Buchstaben K kenntlich. Es sättigt und nährt ebensogut wie anderes. Wenn alle es essen, brauchen wir nicht in Sorge zu sein, ob wir immer Brot haben werden.
Wer die Kartoffel erst schält und dann kocht, vergeudet viel. Kocht oarum die Kartoffel in -er Schale. Ihr spart dadurch.
Abfälle von Kartoffeln, Fleisch, Gemüse, die Ihr nicht verwerten könnt, werft nicht fort, sondern sammelt Oe als Futter für das Vieh, sie werden gern von den andwirten geholt werden.
Vermischtes.
Der älteste Lehrer Deutschlands gestorben. Im nahezu vollendeten hundertsten Lebensjahre starb in Braunschweig der älteste Volksschullehrer Deutschlands, Lehrer a. D. Hufschmidt. Bis in seine letzten Tage erfreute er sich geistiger Frische und frohen Lebensmutes.
Schwere Strafe gegen eine Wahrsagerin. Die Behörden gehen gegen das Unwesen der Wahrsagerinnen und Kartenlegerinnen mit erfreulicher Energie vor. Mehrere kommandierende Generäle haben kurzer Hand dem ganzen Schwindel durch ein kategorisches Verbot ein Ende gemacht. Auch die Gerichtsbehörden fassen nunmehr die „weisen Damen" schärfer an als früher, wie eine Verhandlung vor der Strafkammer in Halberstadt Zeigte. Angeklagt war die 47 Jahre alte Frau Wilhel- mme Schmidt, die früher das ehrbare Gewerbe einer Aufwartefrau betrieb. Sie fühlte aber unbekannte innere Kräfte in sich und entwickelte sich zur Wahrsage- r .und Kartenlegerin. Als solche hatte sie großen Zu- muf. Daneben betätigte sich die Angeklagte aber auch auf dem Gebiete der Hochstapelei und des Darlehns-
schivsttdelZ. bis eine Gerupfte die Sache zur Anzeige brächte. Vor Gericht stellte sich heraus, daß die Frau bereits 81mal vorbestraft ist Das Urteil lautete auf fünf Jahre Zuchthaus, 900 Mark Geldstrafe und zehn Jahre Ehrverlust.
Arbeiterunruhen in Petersburg. Nach glaubwürdigen Berichten aus Petersburg, die nach der „Post" in Kopenhagen vorliegen, ist es neuerlich zu großen Ar- beiterunruhen in den Vorstädten gekommen. Die Bewegung begann in den Putiloff-Werken, wo die Arbeiter seit Wochen einen Arbeitstag von etwa 18 Stunden inuezuhalten gezwungen werden, ohne entsprechende Vergütung zu erhalten. Mehrere Hundert von ihnen traten in den Ausstand und rotteten sich drohend vor den Toren der Fabrik zusammen. Die Nachricht von dem Ausstanö bei Putiloff verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die anderen Fabriken, und bald erhielten die Ausständigen ansehnlichen Zuzug von allen Seiten. Die Demonstranten versammelten sich zu einem langen Zuge, um nach der inneren Stadt zu gelangen. Sie wurden von Gendarmen und Kosaken aufgehalten, das Entfalten einer roten Fahne auf der Arbeiterseite- war für die Soldaten das Signal zu einer allgemeinen Schießerei. Ueber hundert Arbeiter und fechs Soldaten wurden verwundet, bevor die Demonstranten ausein- auderflüchteten. Die Gärung in den unteren Volksklassen und die Abneigung gegen eine Fortsetzung des Krieges wird zwar gewaltsam unterdrückt, ist aber nicht erloschen.
Weihnachtstdyll im Schützengraben. In einem Feldpostbrief, den die „Münch. Neueste Nachr." veröffentlichen, schildert ein Landwehrmann, der am Starn- verger See ein Bauerngütchen hat, sein Weihnachten in freu Vogesen so reizend und erstaunlich gewandt, daß wir's wörtlich mit unwesentlichen Kürzungen hier wiedergeben möchten: . . . Wir feierten Weihnachten zwei Tage zuvor, weil wir unsern Nachbarn doch nicht recht trauten: Mittwoch hatten wir Christbaumbescherung. Es konnte jeder reichlich mit nützlichen Gegenständen und Süßigkeiten bedacht werden. Auch was dem Bayern das Liebste ist, konnte gegeben werden, nämlich jedem Mann ein Liter Bier. Das gehörte unbedingt dazu, um die richtige Feststimmung hineinzu- bringen. Der Erfolg blieb nicht aus. Es wurde ge- sungen und gejodelt. Jedoch es dauerte nicht lang, dann kam schon der Befehl: „Erhöhte Gefechtsbereitschaft"; denn die Offiziere fürchteten, die Franzosen könnten uns überfallen. Aber nichts von alleöem. Die Nacht und der folgende Tag verliefen ganz ruhig. Nun graute der Weihnachtsmorgen. Jeder freute sich schon auf Mittag; denn heute gab's was Gutes: Schweinsbraten mit Kartoffelsalat. Doch, scheint es, die Franzosen waren uns neidig. Kaum fingen wir zu essen an, da pfiffen schon Granaten über unsere Köpfe, zehn Meter hinter uns einschlagend. Nun hatte es Eile. Alles im Stich lastend, 'raus ins Freie! Es dauerte eine Stunde, und wir hatten wieder Ruhe — ohne Unfall. Nur ein paar Unterstände gingen in Trümmer. Nun gings wieder über den Schweinsbraten, der noch unversehrt in unseren Unterständen unser harrte. Um 4 Uhr kam wieder Befehl: „Erhöhte Gefechtsbereitschaft!" Aber es kam anders als wir geglaubt. Unsere Nachbarkompagnie stellte einen brennenden Christbaum auf den Schützengraben und fang das Weihnachtslied. Kaum war das Lied verklungen, da klatschten die Franzosen und stimmten auch ein Lied an. So gings eine Zeitlang fort, bis einer zu den Franzosen hinttberschrie, daß 150 000 Russen gefangen seien, worauf die Franzosen wieder klatschten. Dann schrie ein Franzos herüber, er hätte schon im Nürnberger Schuckertwerk geschafft und fügte hinzu: „Wenn deutsche Kamerad nicht schießen, werden auch sie nicht schießen." Wir hielten unser Versprechen, auch die Franzosen hielten Wort. Die ganze Nacht hindurch fiel kein Schuß. Als es aber Tag wurde, schrie unser Nachbar schon wieder herauf und wünschte uns guten Morgen. Dann frug den Franzmann einer von uns, was ihm das Christkinde! gebracht habe. Er sagte: „Vor acht Tagen einen Prinzen, und drei hab' ich schon." Auch Ö:e er, daß sie froh wären, wenns bald gar wäre und sie auf uns nicht mehr schießen, solange wir auf sie nicht schießen. Bis jetzt haben sie ihr Wort gehalten. Ob sie anhalten mit dem Versprechen, weiß ich noch nicht. . . .
An Lord des Kreuzers „Leipzig".
Brief eines Angenzengen über die Seeschlacht an der chilenischen Küste.
Der Marineoberingenieur und leitende Maschinist des inzwischen bei den Falklanösinseln nach heldenmütigem Kampfe untergegangenen Kreuzers „Leipzig", Karl Ed. Hahn, hat am Tage nach der großen Seeschlacht an der chilenischen Küste an seine in Danzig lebende Frau folgenden Brief geschrieben:
In der Nähe von Valparaiso, 2. November.
Mein liebes Weib! Heute kann ich endlich etwas berichten. Du wirst sicher schon in den Zeitungen gelesen haben, daß wir gestern, am 1. November, das erste Gefecht geliefert haben. Endlich, endlich Erfüllung meines Sehnens! Denn das Herumfahren ohne ernste Taten war mir ein Greuel. Sonntag, nachmittags um 4 Uhr, konnten wir hoffen, in der Nähe von Coronel zu sein. Gerade vorher in der Nacht um 12 Uhr hatte ich in einer Maschine eine kleine Havarie durch Herausfliegen einer Packung gehabt, die um 2 Uhr ohne Störung beseitigt war, so daß wir die zwölf Stunden flott durchdampfen konnten. Sonntag vormittags gab es auch einige Störungen in der Maschine. Hat sie doch schon unter mir 10 Millionen Umdrehungen bald voll, wie wohl sonst nicht in drei Jahren. Es ließ sich aber alles in Ordnung bringen, so daß ich mich mit einiger Zuversicht zum Essen setzen konnte. Am Vormittag waren wir detachiert Sewesen, um einen Segler zu jagen, der sich aber als hilene entpuppte. Kurz vor Mittag war „Nürnberg" auf einen anderen Segler losgeschickt worden, der wirklich ein Engländer war und von ihr mitgenommen wurde, wodurch sie uns natürlich außer Sicht kam. Nachmittags war dann „Dresden" auf einen Dampfer losgegangen, der sich auch als neutral erwies. „Dresden" war dadurch weit von uns abgekommen. Also dampften um 4 Uhr „Scharnhorst", „Gneisenau" und wir in Kiellinie. Wir saßen in der Messe und tranken unseren Kaffee, da kam der Befehl: „Leipzig" auf einen in Sicht kommenden Dampfer halten." Wir machten noch unsere Scherze und ich sagte: „Hoffentlich ist das endlich ein Kriegsdampfer. Da kam der Augenblick: „Klar Schiff zum Gefecht." Der Dampfer war als eng- licher Kreuzer erkannt worden. Nun gings auf Stationen, und eine letzte Kontrolle aller Vorbereitungen nahm die nächste Stunde in Anspruch. Als immer noch nichts kam, ging ich kurz nach 5 Uhr mal an Deck. Da hieß es nacheinander: „Zwei Kreuzer, drei Kreuzer — vier Schiffe in Sicht." Und bald wurden sie als die englischen Panzerkreuzer „Good Hope", „Monmouth", der kleine Kreuzer „Glasgow" und ein Hilfskreuzer ausgemacht. Bisher war uns die Sache nicht allzu ernst vorgekommen, nun erhielt sie aber ein anderes Aus
sehen. Die beiden PaKzerkreuzer Mirrü unseren erneu Brüdern ein wenig unterlegen, die „Glasgow" dagegen uns etwas überlegen, und der Hilfskreuzer beim Fehlen von „Dresden" und „Nürnberg" eine Extrazugabe gegen uns.
Um ^6 Uhr begann der Gefechtsdienst. Durch die Witterungsverhältnisse, Sonne und sehr schweres Wetter, waren wir gezwungen, mit hoher Geschwindigkeit gegen den Feind zu laufen. Eine Stunde dauerte das, bis wir uns von 9000 Meter auf 7500 Meter genähert hatten. Um 6 Uhr 35 Minuten fiel der erste Schutz. Die Maschine dröhnte und stampfte. Alle Augenblicke schlug bei der groben See die Schraube aus dem Wasser, und dann wirbelten die Maschinenteile durcheinander, datz mir angst und bange wurde. Es ist furchtbar schwer, in so ernsten Augenblicken die ganze Last der Verantwortung auf sich zu haben. Andererseits lenkte es einen auch von unnötigen Betrachtungen ab. Eine Freude waren mir meine Leute. Ruhig und gemütlich wie immer im Manöver, taten sie ihren Dienst beim Dröhnen unserer Schüsse und dem dumpfen Brummen der 21er unserer großen Brüder. Ab und zu mischte sich darein das dumpfe, andersartige Knallen der feindlichen Treffer, die vor uns im Master einschlugen. So verrannen die Minuten. Nach einer halben Stunde trat eine kleine Pause ein, wenigstens für uns. Nach weiteren zehn Minuten kam eine Nachricht: „Ein Engländer brennt", und wenige Minuten später: „Ein großer Engländer explodiert." Der Vorgang war der gewesen: Gleich nach der zweiten Salve begann auf „Good Hope" ein Feuer auszubrechen, das sich dann an verschiedenen Stellen im Laufe des Gefechts von neuem zeigte, so daß er schließlich lichterloh brannte. Auf der „Monmouth" entstand gegen Ende des Gefechts die Explosion. Anscheinend war eine Pulverkammer aufgeflogen — eine 30 Meter hohe, 20 Meter breite Flammensäule war emporgeschlagen, untermischt mit blauen, grünen und roten Stichflammen und gefolgt von einer dicken Rauchwolke. Diese Rauchwolke wurde leider unterstützt von einer mächtigen schwarzen Regenbö, die den Feind ein- hüllte und unseren Blicken gänzlich entzog.
Ich vergaß zu erwähnen, daß die „Dresden" uns mit äußerster Kraft nachgedampft war und mitgefochten hat, worauf der englische Hilfskreuzer alsbald verschwand. So standen wir mit einem Male ohne eine Spur von Gegnern im Dunkel der Nacht, und wir besonders bekamen den Befehl, zum Torpedoangriff vor- zugehen. Da wir uns nach allen Seiten verteilen mußten, bald dem einen, bald dem anderen vermeintlichen Schatten nachfuhren, ergab sich jetzt eine sehr heikle Situation. Wir sahen uns schließlich inmitten von vier Schiffen, ohne zu ahnen, ob wir es mit Freund oder Feind zu tun hatten. Erkennungssignale durften natürlich auch nicht gemacht werden — kurz, es war recht ungemütlich. Da gab sich schließlich „Scharnhorst" zu erkennen und sammelte uns.
Am Horizont hatte eine halbe Stunde vorher ein kurzes, aber heftiges Feuergefecht stattgefunden. Die „Nürnberg" war auf die gekenterte und trotz der schweren Explosion noch nicht gesunkene „Monmouth" gestoßen und hatte sie im Schnellfeuer vernichtet, so daß sie kieloben mit ihren 550 Mann sank. Dies war also das definitive Ergebnis. Was aus der brennenden „Good Hope" geworden ist, wissen wir nicht. Die „Glasgow" ist sicher mit einigen leichten Treffern entkommen, ebenso der Hilfskreuzer. Wir suchten noch die Nacht hindurch, hatteu aber keinen Erfolg. Unsere Schäden: Der „Leipzig" ist eine Flaggleine durchschossen. Bet „Scharnhorst" ist ein Geschoß gegen den Bug geflogen und hat ein kleines Loch verursacht, auch ein Schornstein hat ein kleines Loch. „Gueisenau" Hat einen wirkuugs- losen Treffer gegen den Panzer erhalten, „Dresden" und „Nürnberg" nichts. — Jetzt warten wir auf die nächste Serie Engländer.
Du siehst, mein liebes Weib, Pwir können etwas leisten. Sei also frohen Muts und vertraue auf die Zukunft! (Berl. Tagebl.)
Den Helden im Wald Argonnen.
Im rauhreiföurchschütteten Winterwald Erklirrt es von Stahl und von Eisen, Da sieht man den Deutsch-Aar im mächtigen Flug Den Aether erhaben durchkreisen.
Im herzblutgeröteten Winterwald Da hört man ein Schürfen und Schaffen, Da dröhnt es im gellenden Widerhall Der scharfen germanischen Waffen.
Da schallt es, da hallt es im Dickicht so hehr Von urdeutschen strafenden Hieben, Da werden aus Fels und aus Schlucht und aus
Gruft
Die Krähen vom Adler vertrieben. —
Im leichenbesäten Argonuenwald
Da werden — wie lockende Wellen — Die Welschen, geblendet von Bosheit und Haß, Am Felsen des Deutschtums zerschellen.
Da geifert der Lindwurm in sengender Glut, Da speit er im Gifthauch, den heißen, Da werden Germanen im Rachegesang Dein Lindwurm freit Hornleib zerreißen.---
Im nebeldurchrieselten Winterwald Beginnt schon das Lenzlicht zu dämmern, Beginnen die Geister des Berges voll Kraft Die Krone des Sieges zu hämmern.
Beginnen die Knospen und Keime schon leis Im frühroten Zwielicht zu lenzen Und formen und fügen sich, siegesbewußt, Zu herrlichen, grünenden Kränzen.--
Vom siegüberfluteten Winterwald Wird man bis in Ewigkeit melden. ■ • Ein Siegfriedsgedicht, ein Gotterge,ang, ; . Ein Lied von unsterblichen Helden. —
Wilhelm Pippart,
Weitere Drahtnachrichten.
Unter einer Schneelawine begraben.
^ Innsbruck, 5. Januar. Auf der Berghöhe von Vigolo bei Trient ging eine große Schneelawine nieder, von der dort beschäftigte Arbeiter begraben wurden. Sechs Arbeiter konnten sich, teilweise erheblich verletzt, retten. Drei werden vermißt. Sie sind zweifellos tot. Die Nachforschungen nach ihnen sind bisher ergebnislos geblieben.