RKssÄk SefMSM WöötWClt, 8 «MSM, 13 Sattelb euergefchütze, eine große Menge Waffen und Munition wie Kriegsmaterial und Lebeusmittel erbeutet. Un- ere Truppen bemächtigten sich zwischen Sarykamysch und Kars zweier Militärzüge mit Ladung und zerstörten die Eisenbahnlinie Sarykamysch-Kars. Unsere Truppen, die weiter nordwärts operierten, haben einen neuen Erfolg davongetragen. Unsere Truppen, die von Tauschkerd auf russisches Gebiet vorrücken, haben ein russisches Bataillon in einer Schlacht unter Feuer genommen. Die Russen verloren 200 Tote und 400 Gefangener der Rest wurde zerstreut.
, Die Einnahme von Ardagan.
Konstantinopel, 3. Januar. (WTB.) Nach einer Meldung des türkischen Hauptquartiers trieb eine im Gebiet des Tschoruk operierende Abteilung türkischer Truppen am 28. Dezember westlich von Ardagan Kosaken zurück. Trotz ihrer geringen Zahl zögerren die Türken nicht, am Morgen des 29. Dezember die gutbefestigten und durch Artillerie verstärkten Stellungen des Feindes anzugreifen. Die blutige Schlacht endete mit der Flucht der Russen, die große Verluste hatten. Vor ihre Flucht setzten die Russen den größten Teil der Stadt Ardagan in Brand und plünderten das Eigentum der Muselmanen, die sie außerdem noch mißhandelten und töteten. Eine große Menge Kriegsmaterial und Transportmittel sind in die Hände der Türken gefallen. Türkische Truppen schlugen im Verein mit persischen Stämmen 4000 Russen, die 10 Kanonen hatten, 50 Kilometer nordöstlich Sautschbulak vollständig. Nach einer Meldung aus Erzerum befinden sich große Transporte russischer Gefangener aus den letzten Kämpfen auf dem Wege dorthin.
Der Befreiungskrieg im Kankasus.
Nach einem Telegramm aus Jschhan gleicht der Vormarsch der türkischen Truppen im Kaukasus einem wahren Befreiungszuge. In Zukule wurden sie glänzend empfangen. Ein Angriff der Kosaken gegen türkische Abteilungen bei Pautschurd scheiterte an dem heldenmütigen Widerstand der türkischen Truppen.
Mitzglückter russischer Landungsversuch bei Jaffa.
w- Koustantinopel, 4. Januar. (T. U.) Bor Jaffa ist nach einer Meldung des „B. T." am Freitag der russische Kreuzer „Askolo" erschiene». Als der Kreuzer unter dem Scyntze seiner Geschütze Truppen landen wollte, eröffneten die Türken das Feuer gegen die Lau- dungsabteilung, die sich unter Verlusten znrückziehen mußte.
oa# Konstantinopel, 4. Januar. (WTB.) Die Regierung hat der Kammer einen Gesetzentwurf unterbreitet, der sie zum Abschluß eines öprozentigen Dar- lehens von 5 Millionen Pfund ermächtigt und einen weiteren Gesetzentwurf, durch den die Schulden der unter den Waffen stehenden Soldaten bis nach dem Kriege gestundet werden.
Die Neutralen.
Frühzeitige italienische Rekruteueiustelluug.
0-^ Rom, 4. Januar. (T. u. )Nach einer Meldung der „Times" soll die italienische Regierung die Rekruten des Jahrganges 1915 bereits Mitte Januar unter die Waffen rufen. Unter gewöhnlichen Zeitumständen wäre der Jahrgan^erst im^Herb^t aufgerufen worden.
Wien, 3. Januar. (WTB.) Die „Neue Freie Presse" erfährt, daß Präsident Wilson, falls England die amerikanische Protestnote nicht in günstigem Sinne beantwortet, entschlossen sei, ein Ausfuhrverbot für gewisse Güter zu erlassen, deren Weiterbezug für England eine dringende Notwendigkeit sei.
„China werde sich holen, was ihm gehöre."
Die Petersburger „Nowoje Wremja" meldet aus Peking, daß die offiziöse Peking „Daily News", die bisher immer zur Ruhe ermähnt hatte, jetzt die lapantsche Regierung wegen ihrer Aeußerungen über Ktautschon im Parlament scharf angreife und erkläre, China werde sich holen, was ihm gehöre.
Der Krieg in den Kolonien.
o-* Kopenhagen, 4. Januar. (T. u.) In London ist man sich nach einer Meldung der „Dtsch. Tagsztg. klar darüber, daß der Kampf um Deutsch-Ostafrika langwierig und blutig sein werde. Die Deutschen leisten gewaltigen Widerstand in stark befestigten Lagern. Ta- bora erwartet 500 Soldaten von Dar es Salam. Dort bereiten sich wichtige Begebenheiten vor.
Marokko zur französischen Kolonie erklärt?
^ Genf, 4. Januar. (T. U.) Der „Herald" meldet nach der „Welt am Montag": Marokko sei znr französischen Kolonie erklärt worden.
Der Belagernngsznstand über Südafrika verlängert.
London, 4. Januar. London News melden: Die südafrikanische Regierung habe den am 31. Dezember abgelaufenen Belagerungszustand bis zum 3L März verlängert. — Aus Kapstadt wird nach der „Welt am Montag" eine lokale Unruhevewegnng der Farbigen gemeldet.
Kleine Kriegsnachrichten.
Die französische Zensur verbot den Pariser Zeitungen, Einzelheiten über das Donnerstag früh erfolgte Bombardement Dünkirchens durch vier deutsche Flieger veröffentlichen. Die Zeitungen bringen nur vier Zeilen über die Tatsache der Beschießung, dann folgt der ominöse weiße Fleck.
Die Polizei von East Suffolk bat nach Londoner Meldungen alle Lichter an der Seektiste verboten. Die Küstenpatroutllen haben Anftrag, auf jeden, der Licht- signale gibt, zu feuern. t t c
Die „Basler Nachrichten" melden, daß der Zar mittels Telegrammes des Kriegsministers an den Direktor der Kriegsschule in Moskau verfügt habe, daß die die Schule besuchenden Junker sofort zn Fähnrichen zu befördern und schleunigst an die Front zu entsenden feien»
** London, 4. Januar. (T. U.) Eine plötzliche Neberflutung abrchte nach einer Meldung der „Franks. Ztg." am 2. Januar in Shrewsbury ein deutsches Kon- zentratwuSlager in Gefahr. Es wurden Anstalten getroffen, 600 Kriegsgefangene wenn nötig nach Warring- ton au liberftthren.
Krlegsatterlei.
Generaloberst v. Moltke, Chef des Stellvertretenden General stabs der Armee.
Berlin, 8. Januar. (Amtlich. WTB.) General- vberst v. Moltke wird für die Dauer deS mobilen Verhältnisses zum Chef des Stellvertretenden General- stabes der Armee, General der Infanterie z. D. Freiherr v. Manteuffel wird unter Enthebung von der Stel- lung als Chef des Stellvertretenden Generalstabes der Urmee »um stellvertretenden kommandierenden General *l 1». Armeekorps ernannt.
Hindenbürgs Dank auf Neüjahrsgrüße.
Generalfeldmarschall v. Hindenburg bittet um Bekanntgabe folgender Danksagung: Hauptquartier-Ost, 2. Januar. Gelegentlich des Jahreswechsels sind mir so zahlreiche freundliche Glückwünsche zugegangen, daß ich leider nicht in der Lage bin, jeden einzelnen persönlich zu beantworten. Ich bitte deshalb alle, die meiner aum 1. Januar gedacht haben, in dieser Form meinen herzlichsten Dank und zugleich meine besten Wünsche für ihr Wohlergehen im neuen Jahre entge- genzunehmen.
Auszeichnungen durch König Ludwig.
König Ludwig von Bayern bat u. a. folgende Aus- zeichnnugen verliehen: Den Milttärverdienstorden dritter Klasse mit Krone und Schwertern dem Obersten Friedrich Fürsten zu Solms-Baruth, das Grotzkreuz des Militärverdienstordens für Kriegsverdienst dem Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts von Jagow, den Militärverdienstorden zweiter Klasse mit Stern für Kriegsverdienst dem Dirigenten der politischen Abteilung des Auswärtigen Amts von Stumm.
Aerztliche Verluste und Auszeichnungen im Kriege.
Nach einer Zusammenstellung der „Aerztlichen Mitteilungen" beträgt die Zahl der an Aerzte verliehenen Eisernen Kreuze über 2600; bei einer Gesamtzahl von gegen 9000 Aerzten, die Felde stehen, ein Zeichen von treuer Pflichterfüllung. Entsprechend groß sind auch die Verluste.
Vor Archangelsk
ist jetzt, wie aus Stockholm gemeldet wird, das Fahrwasser durch einen Treibeisgürtel auf 25 Seemeilen gesperrt. Die letzten von dort in norwegischen Häfen eingelaufenen Dampfer berichten, daß sie mit knapper Not dem Einfrieren entgingen und daß alle übrigen Dampfer im Hafen dort Winterquartier nehmen.
Treibende Minen an der norwegischen Küste aufgefischt.
^ Christiania, 4. Januar. (T. U.) Vorgestern und gestern wurden nach dem „B. L.-A." Treibminen an verschiedenen Stellen der Küste bei Christiansund und Lindesnäs gefunden, die wahrscheinlich durch die bereits gemeldete Sturmsee losgerissen wurden, die auch das Auffischen verhindert.
Halt nur ans, wir denken an dich!
Sehr hübsch schildert ein Feldgrauer seine Empfindungen beim Empfang eines Pakets von unbekannter Hand in einem Dankschreiben an eine Berliner Dame: „Ich bin genügend Materialist, um den vertilgbaren Wert des Pakets vollauf würdigen zu können, und doch war es etwas ganz anderes, was mich glücklich machte. Sehen Sie, gnädige Fru, wenn man so ein Paket öffnet und alle die Sachen, Stück für Stück herausnimmt, da hat man ein Gefühl, wie wenn einem eine liebe Hand übers Haar streichen möchte. Es ist einem, wie wenn jemand sagen möchte: „Halt nur aus, wir denken an dich". Und alles Schwere dünkt einen leicht" .....
Französische Flieger über dem Saartale.
Zwei französische Flugzeuge überflogen am Freitag den strategisch völlig bedeutungslosen und ungeschützten Ort Lisdorf bei Saarlouis und warfen Bomben aus geringer Höhe ab. Darauf verschwanden sie in der Richtung nch der französischen Grenze.
Die englische Regierung gegen den Luxus.
Die englische Regierung hat an die Zeitungen die Weisun gegeben, täglich gegen Luxusausaben zu schreiben, da die Ausabe Englands für den Krieg infolge der Fürsorgepensionen von Tag zu Tag sich gewaltig steigern.
Todesurteil gegen einen Epileptiker in Frankreich.
Das Pariser Kriegsgericht verurteilte am Donnerstag einen Matrosen zum Tode, weil er vorm Feind aus Wut über feine Bestrafung wegen Postenverlassens einen Unteroffizier erschossen hatte. Der Prozetzbericht der Pariser Blätter enthält die für die französische Rekrutierung bezeichnende Mitteilung, daß der ärztliche Sachverständige die Verantwortlichkeit des Angeklagten bestritt, da er ausgesprochener Epileptiker mit starker erblicher Belastung sei. Trotzdem erkannte aber das Gericht auf Todesstrafe, nachdem der Vertreter der Anklage ausgeführt hatte, in diesem Moment könne nicht berücksichtigt werden, wieweit der Angeklagte verantwortlich sei.
Vermirdites.
Komponist Karl Goldmarck t. Der Komponist Karl Goldmarck, Ehrendoktor der Wiener Universität, ist Sonnabend abend hier gestorben. Der Verstorbene, ein Schüler des Wieners Jansa, wnröe besonders durch die Oper „Die Königin von Saba" bekannt, die im Jahre 1875 in Wien ihre Erstaufführung erlebte und seitdem über alle bedeutenderen Bühnen gegangen ist. Von neueren Werken Goldmanns wurden besonders „Das Heimchen um Herd", „Merlin" und „Der Kriegsgefangene" mit großen Interesse ausgenommen.
Opernsänger und Kaminfeger. Der Wiener „Reichspost" wird aus Salzburg berichtet: Seit einigen Tagen beherbergt unsere Stadt einen Sänger, dessen Schicksal selbst in diesen Tagen der seltsamsten Zufälle und ungewöhnlichen Ereignisse Interesse finden dürfte. Er heißt Hans Ellensohn und ist ans Voralberg gebürtig. Vor Jahren war er in Salzburg als Kaminfegergehilfe tätig, wurde dann aber ob feiner Stimme für den Gesang ausgebildet. Bald debütierte er als Opernsänger und sang als Gast einige Zeit sogar auf der Wiener Hofopernbühne, von wo aus er dann auf Gastspiele nach Amerika ging. Hier erntete er große künstlerische Ehren und hatte au^ er nach Sa' „ einstens als Gese
ch ansehnliche materielle Erfolge. — Nun nt
Uzburg zurückgekehrt, dessen Kamine er ___Geselle des ehrsamen Kaminfegers Thalmann gekehrt hatte. Wohl hat Ellensohn noch viel Gold in der Kehle, aber nicht in der Börse. Was er über dem großen Wasser erworben hat, mußte in Buenos Aires bleiben, von wo er mit 49 anderen Deutschen und Oesterreichern auf einem italienischen Dampfer nach Europa fuhr. Das Schiff geriet auf der Fahrt in die Hände der Engländer, die es nach Gibraltar brachten. Dort wurde der Sänger interniert. Schließlich gelang es ihm aber doch, in seine Heimat sich durchzuschlagen. Ohne Mittel, sieht er doch froh der Zukunft entgegen. Noch lebt sein alter Meister, der über die Rückkehr seines ehemaligen Gesellen nicht germg erfreut ist, und der Bürgermeister von Salzburg, Rat Ott, seines Zeichens Kaminfegermeister, wird sich des Zunftgenossen von einst annehmen. Dazu kommt, baß in diesem Gewerbe Not am Mann ist. Ellensohn will es in seinem alten Gewerbe wieder versuchen, und er ist überzeugt, daß die Kaminfegerei ihm wieder ganz gut gelingen werde.
Eine Andacht im Feldlazarett.
Ein evangelischer Feldgeistlicher schreibt der „Köln, ütg.": Nie ist mir die Macht des gesprochenen oder aemnaenLu Wortes in mm Erlebnis Geworden, wie
im Felde, ob es eine einfache Predigt im FelSgEes- dienst oder ein Zuruf im Schützengraben und in der Feuerstellung, ob es der alte wuchtige Choral oder das liebe deutsche Volkslied ist, ob eine patriotische Feier in der Abendstunde oder eine schlichte Andacht in den Feldlazaretten Es bleibt mir unvergeßlich, mit welch herzlicher Freude und dankbarem Zuruf ich bei meinen Besuchen in den Lazaretten oft begrüßt werde. „Ah, Der Herr Pfarrer fommt wieder," und von Bett zu Bett geht es bald lauter, bald leiser, je nach Temperament und Temperatur: „Guten Morgen, Herr Pfarrer! Wie gut, daß Sie wieder kommen. Haben Sie was Neues?" Hat man dann Zeitungen oder sonst etwas zu lesen oder gar zu rauchen und zu knuspern mitgebracht — Kleintg- kerten nur — dann geht ein vergnügtes Scherzen durch die Reihen oder wenigstens bei den schwerer Verwundeten ein frohes Aufleuchten der matten Augen. Und erst gar, wenn der eine oder der andere mitteilen kann: „Ich bin transportfähig, bald komme ich fort — heim", dann klingt es stolz und befriedigt und froh, als habe er die größte Leistung vollbracht.
Am liebsten waren mir im Lazarett eigentlich die Abendstunden, in denen wir eine ganz kurze, schlichte Andacht hielten. Ich besinne mich einer als besonders stimmungsvoll. Es war Anfang November, des Morgens fanden vier verschiedene Felögottesdienste statt, mittags hatten wir dienstlich beim Divisionsstab zu tun, wo wir noch einige schöne Stunden verlebten, auf der Heimfahrt, es dunkelte bereits, kamen wir an einem der mir zugewiesenen fünf Feldlazarette vorüber) das teilweise in einer Dorfkirche eingerichtet war. Ich komme nie an einem solchen vorbei, ohne — wenn auch noch so kurz — einen Besuch zu machen. Trübe, schwermütige Novemberstimmung lag über dem Dörfchen, gespenstisch hoben sich die weißen Grabsteine auf dem Friedhof an der Kirche von dem Dunkel der Zypressen ab, und die wuchtige Masse der grauen Kirche lag wie traumverloren im dichten Nebel, in dem der Turm mit seiner Spitze allmählich verschwand. Schwere Kampftage waren vorhergegangen, die die Lazarette bis auf den letzten Platz gefüllt hatten.
Als wir eintraten, müssen die Augen sich erst an das Dunkel gewöhnen. Fern vom Altar her leuchtet das matte Licht einer Kerze, und aus einer verborgenen Ecke fallen sprühende Fünkchen vom Ofen auf den Boden. Alles still. Vorsichtig und leise fragen wir: „Schlaft Ihr schon?" — Nein, es schlief noch keiner, geträumt haben sie nur im Dämmerstündchen von Heimat und Friede und gesunden Tagen. Vom Ofen her kommen die schlürfenden Schritte der Krankenpfleger, die ihre leise Unterhaltung am wärmenden Ofen unterbrochen haben und uns durch die Kirche geleiten. Nachdem wir alle gegrüßt, frage ich: „Sollen wir kurz noch eine kleine Andacht halten?" und ich erhalte die frohe Antwort: „Ja, bitte, wir wollen wieder singen." Schnell läuft eine der zwei Schwestern, die ich hier zum ersten und einziger! Male in einem Feldlazarett sah, — sie waren ausnahmsweise zur Unterstützung der zu schwer belasteten Krankenpfleger aus dem nächsten Kriegslazarett hinzugezogen worden — und holt den Schlüssel zum Harmonium. Wir zünden noch eine Kerze an, mein katholischer Felökollege setzt sich an das Instrument, und wir singen den Choral: „Befiehl du deine Wege"; erst leise und zage, dann immer kräftiger erschallt der Gesang durch die geräumige dunkle Kirche. Es war eine ganz eigenartige Stimmung.
Ich verlese den 23. Psalm, spreche ein paar Worte von Heimat und Vaterland, von Sorgen und Hoffen und schließe mit einem kurzen Gebet. Ein leises Weinen, wie wenn ein müdes Kind sich in den Schlaf hinein- klagt, geht durch den Raum; ein lieber Junge, der, er- nige Tage vorher schwer verwundet gebracht, immer still und geduldig seine Schmerzen trug, war von der ungewohnten Feier so ergriffen, daß sich all sein Sorgen und Sehnen in befreienden Tränen löste. Die Schwester kniet an seinem Lager und legt ihm sanft und mild ihre Hand auf die Stirn, während auf dem Harmonium noch die sanften Töne eines katholischen Chorals zart und leise erklingen. Wir singen noch einen Vers zum Schluß, dann verabfchieden wir uns. „War es nicht zu lang; hat es keinen aufgeregt?" fragen wir den einen und anderen. „Nein, es war schön; machen Sie bald wieder so eine Andacht." Dankbar drücken sie uns die Hände, und als die knarrende Kirchentür sich hinter uns schließen will, hören wir noch die verhallenden Rufe: „Auf Wiedersehen! Bis morgen. Danke schön. Bleiben Sie nicht zu lange fort!"
Die Nacht empfangt uns draußen, der Nebel hat sich ein wenig gelichtet, und hier und öaJngt schüchtern ein Stern durch die zerrissenen Wolken auf die Erde nieder. Wir fühlen es, daß die kleine Feierstunde manchem der Verwundeten ein Sternlein der Hoffnung und Kraft hat aufgehen lassen im Dunkel seiner Sorgen und Leiden; dem einen hat es geleuchtet auf seinem Weg durch das finstere Tal des Todes, dem andern in den lichten Morgen der Genesung und zur fröhlichen Fahrt aus fremdem Land in die liebe deutsche Heimat/
Weitere Drahtnachrichten.
Gegen das französische Gelbbnch.
Berlin, 4. Januar. (WTB.) Die „Norddeutsche Allg. Zeitung" stellt abermals einige auffällige Fehler im französischen Gelbbuch fest. Mehrfach find die wichtigen Ereignisse geändert worden, z. B. Zuletzt der Bericht des französischen Botschafters vom 25. Juli, raß der russische Ministerrat vom 25. Juli unter Vor,itz des Zaren die Mobilmachung gegen Oesterreich-Ungarn eut- giltig beschloß, auf den 26. Jnlst sodaß der neutrale Leser in den Irrtum versetzt wird, daß Rußland am -5. Juli noch nicht an militärische Ncatznahmen g>-dacht habe. So läßt der französische Botschafter ul^ennm Bericht Sassonow erklären, daß er alles vermeide, was^die Krise beschleunigen könne. In dem Auszug oes ^c richts des diplomatischen Agenten ill Deutschland vom 90 cvnsf keibt es' Herr von Kiderlen-Wachter war wau- rend des letzten Winters der bestgehaßte Mann in Deutschland Indessen fängt er an, weniger unbelic.lt Nein denn er läßt hören, daß er Rache nehmen wird. Da Herr von Kiderlen-Wächter ich^r 1912 gestorb^i ist, nvAim siu, h<iü sie Angaben vom Juli 1913, die Herrn von ^stiderlen-Wächter sechs Dtouaie nach seinem Tode von Racheplänen gegen Frankreich reden laßt, nachträglich fabriziert sind.
Die AnfftandsSewegung in Paraguay erstickt.
Buenos Aires, 4. Januar. (WTB.) Die Regierung hat einen Bericht der argentinischen Gesandtschaft aus Asuntion erhalten, daß die Huntursbewcguvg in Paraguay erstickt ÖL Einige Abteiluiianl Aufstän- discher haben die argentinische Grenze überschritten und sind entwaffnet worden.
Gewitterschäden in Portugal.
„ltMÄ^
wobei eine Person getötet und mehrere verletzt wurden. Der. SchaSen N lehr bedeutend.