warfen. welche rkcke, schwarze Nanchwolkett HervorrleseN. Viele Häuser wurden beschädigt. Nach allen Richtungen flogen die Scherben springender Fensterscheiben. An einer Stelle wurden die Gleise der Straßenbahn mitten durchschnitten. Die erste Bombe fiel auf eine befestigte Stellung, zwei andere in die Nähe der Bahnstation, die vierte in die Rue Caumartin, die fünfte in die Küche eines Militärlazaretts, die nächste beim Rathaus in der Rue St. Pierre und Rue Nieuport, die letzte fiel in die Nähe des Arsenals. Zwei Bomben fielen in die Vorstadt Roosenoael auf eine Fabrik. Auch die Bezirke Oudekerque und Veurne wurden getroffen. Viele Personen wurden schwer verletzt. Die Leichen waren schrecklich verstümmelt. Die Bomben waren mit Kugeln gefüllt, welche die Mauern verschiedener Gebäude wie ein Sieb durchlöcherten. Ein deutsches Flugzeug kreuzte als Wache außerhalb der Stadt und nahm an dem Ueberfall nicht teil. Offenbar hielt es sich bereit, etwaige Angriffe feindlicher Flieger abzuwehren.
Ein französischer Lenkballon bei Coblenz niedergegangen.
o-£ Coblenz, 2. Januar. (T. U.) Direktor Rumpfwinkel von der Tratz-Jndustrie in Coblenz macht nach der „Frkf. Ztg." folgende Mitteilung: Gestern ist auf unserer Grube Sibylle bei Kruft ein französischer Lenkballon niedergegangen und zwar gegen 6 Uhr abends. Eine Gondel war nicht vorhanden. Das Schleppseil riß einen Leitungsmast der Starkstromleitung um und klemmte sich auf einem Gebäude fest. Der Ballon schwebte so über unserer Grube. Die Militärbehörde erhielt Mitteilung davon und es wurden etwa 200 Mann abkommandiert, welche gegen 12 Uhr den Ballon glücklich heruntergebracht hatten. Er war 18 bis 20 Meter lang und hatte einen Durchmesser von 4 bis 5 Metern. Der Ballon wurde vom Militär verladen und nach Coblenz gebracht. An der Landnngsstelle fand man französische Karten, Instrumente und ein Signalhorn, ferner zwei Fahnen, eine deutsche und eine französische.
Ein englisches Linienschiff gesunken.
^ Berlin, 2. Januar. (Nichtamtlich.) Aus London wird amtlich gemeldet: Das englische Linienschiff „Formidable" ist heute früh im Kanal gesunken. 71 Mann der Besatzung sind durch einen kleinen Kreuzer gerettet. Es ist möglich, daß weitere Ueverlebende durch andere Schiffe anfgenommen wurden." Das englische Pressebnrean fügt hinzu, es sei noch unsicher, ob die Ursache eine Mine oder der Torpedoschutz eines Unterseebootes sei.
Die „Formidable" ist ein älteres Linienschiff aus dem Jahre 1898. Sie hatte eine Wasserverdrängung von 15240 Tonnen, eine Armierung von 4 Stück 30,5 cm Geschützen, 12 Stück 15 cm Geschützen, 18 leichten Geschützen und 4 Torpedoausstoßrohren. Die Maschinenleistung betrug 15 000 Pferdestärke, die Geschwindigkeit 18 Seemeilen, die Besatzung 760 Mann. Die „Formidable" gehörte zum 5. Linienschiffgeschwader und wurde mehrfach unter den Schiffen genannt, die die belgische Küste m letzter Zeit beschossen. *
Aus Furcht vor einem deutschen Einfall.
Die Londoner Polizei hat alle feindlichen Fremden, die Naturalisierten beiderlei Geschlechts und die in Eng- land geborenen Nachkommen von fremden bis ins zweite Glied benachrichtigt, daß sie den Bezirk um den Tyne verlassen müssen. Ausgenommen von dieser Verfügung sind nur Personen in hohem Alter und Kinder. Die Deutschen in Sunöerlanö müssen nach Orten 30 Meilen landeinwärts übeMdeln. In diesem Falle erstreckt sich der Befehl auf Männer, Frauen und Kinder, gleichgültig ob sie naturalisiert sind oder nicht.
Die amerikanische Protestnote.
Die „Times" melden aus Washington: Die Neu- yorker Blätter fassen die amerikanische Protestnote nicht als feindlichen Akt gegen die britische Regierung auf, betonen jedoch die Berechtigung der Ansprüche des amerikanischen Handels auf größere Rücksichtsnahme. „New Bork Sun" schreibt: Die Stimmung des Landes ist nicht derart, daß sie eine extreme Haltung der Regierung in dem Schiffahrtsstreit rechtfertigen würde. Alles, was die Vereinigten Staaten von Großbritannien verlangen, ist eine vernünftige, durch die internationalen Gesetze sanktionierte Haltung gegenüber neutralen Gütern in neutralen Schiffen und Takt bei der Beschlagnahme solcher Güter und ihrer Erklärung als gute Prise. Die Vereinigten Staaten fordern, daß ihre Exporteure ehrliche Geschäfte machen können. Sie werden auf An- erkennung ihrer Rechte als neutrale Macht bestehen. Sie können ohne Verlust ihrer Selbstachtung nicht weniger verlangen. Großbritannien als befreundete Nation würde gut tun, die in höflichen Worten erhobene Warnung zu beachten.
Die Stimmung in Amerika.
Die Londoner „Morning Post" veröffentlicht den Brief eines Amerikaners, der in der akademischen Welt eine bedeutende Stelle einnimmt, an einen englischen Freund. In dem Briefe wird mitgeteilt, daß die anfangs fast allgemein gegen Deutschland erichtete Stimmung in Amerika eine erhebliche Wandlung erfahren hat. Eine der Ursachen hierfür war der mannhafte Widerstand, den die deutschen Heere den Verbündeten und Russen geleistet haben und der mit dem gleichzeitigen Beweise ausgezeichneter militärischer Organisation und Fähigkeit ehrliche Bewunderung für die deutsche Tapferkeit erweckt hat. Ein anderer Grund für den Stimmungsumschlag ist die wachsende Empfindung, daß ein Erfolg Rußlands, wenn damit die Erwerbung beträchtlicher Teile deutschen Gebietes verbunden wäre, entschieden ein Schaden für den europäischen Fortschritt sein würde.
In dem Briefe wird ferner betont, daß die öffentliche Meinung in Amerika über Sympathien mit den Kriegführenden in den einzelnen Teilen des Landes zur Zeit noch weit auseinander geht. An der atlantischen Küste ist die Stimmung, für die Verbündeten noch vorherrschend, obwohl man jetzt viel weniger eine uneingeschränkte Verurteilung Deutschlands hört, die im August und September häufig zu vernehmen war. Im mittleren Westen ist dagegen die Sympathie für die Verbündeten viel weniger ausgeprägt. Der Schreiber des Briefes erfuhr, daß es in Städten wie Chicago, Milwaukee, Cincinnati und St. Louis unklug wäre, öffentlich den Krieg in gegen Deutschland gerichtetem Sinne zu erörtern.
Englische Proklamation in Südafrika.
Das Reutersche Bureau meldet aus P r ä t o r t a: In der Proklamation, in der die Mannschaften zum Feldzug gegen Dentschsüdwestafrika anfgerufen werden, heißt es: Soeben befindet sich eine Truppe der Buren diesseits der Grenze der Union, die kürzlich eine kleine Abteilung Untonstruppen angreifen und überwältigen konnte und zwar mit Hilfe der deutschen Artillerie. Die ursprüngliche BejsrgnU daß Deutschsüdwettafrika als
Basis für MMfe gegen die Union Senutzi werden könnte, ist damit gerechtfertigt. Es ist klar, daß die Lage wiederum gefährlich werden könnte, wenn sich die Burenführer nach Deutschsüdwestafrika durchschlagen. Angesichts der Gefahr eines Einfalles kann es norwen- dig sein, eine viel größere Truppenmacht zu brauchen, als es anfangs beabsichtigt war. Die Regierung ist der Ansicht, daß die Last nicht ausschließlich von Freiwilligen getragen werden kann. Ein anderer Grund ist,
Ansicht, daß die Last nicht ausschließlich von ligen getragen werden kann. Ein anderer d daß ein großer Teil der holländisch sprechenden Bevölkerung die ausgezeichnetsten Fähigkeiten besitzt und völlig bereit ist, Dienst zu tun, sich aber weigert, freiwillig zu dienen. Ihr Standpunkt ist, daß, wenn die Regierung ihre Dienste brauche, sie befehlen müsse.
Der Amsterdamer „T e l e g r a a f" erblickt in der südafrikanischen Proklamation ein Fiasko der Politik Bothas, der keine Freiwilligen aufbringen könne. Das Blatt erklärt es für unbillig, daß Botha die Buren zwingen will, gegen Deutschsüdwestafrika zu ziehen. Eine Dienstpflicht bestehe in keiner englischen Kolonie, sodaß die Buren die einzigen britischen Untertanen seien, die unfreiwillig in den Krieg ziehen.
Eine englische Schlappe.
Die Ansicht des „Nieuwe Rotteröamsche Courant", die Reutermeldung aus Prätoria über das Gefecht zwischen Regierungstruppen und dem Burenobersten Maritz, die von der Gefangennahme von 92 Mann sowie von der Erbeutung eines Maximgeschützes und anderen Kriegsmaterials sprach, sei dahin zu verstehen, daß die südafrikanischen Regierungstruppen die 92 Gefangenen und das Kriegsmaterial verloren, erweist sich als richtig.
Der Krieg in den Kolonien.
Die Londoner „Central News" melden aus Nairobi vom 4. Dezember: Der Feldzug in Deutsch-Ost- afrika dürfte sehr langwierig und anstrengend werden. Es ist anzunehmen, daß die Deutschen ihre beste Kolonie mit aller Macht verteidigen werden. Bei der Anlage der Eisenbahnen haben sie die Verteidigung des Landes berücksichtigt. In Tabora, 530 Meilen landeinwärts von Daressalam, haben sie eine massive moderne Festung errichtet. Als der Krieg ausbrach, waren alle verfügbaren Mannschaften der African Rifles im Jubalande an der Grenze des italienischen Somalilandes. Die nächste br^ tische Eisenbahnstation war Voi. Es ist verwunderlich (?), daß die Deutschen die Ugandabahn nicht rechtzeitig zerstört, Mombassa besetzt (?) und dadurch das Protektorat von auswärtiger Hilfe abgeschnitten (?) haben.
Diese Aeußerungen zeugen von einer ungewöhnlichen, aber nach der empfindlichen englischen Niederlage bei Tanga erklärlichen Bescheidenheit.
Erfolgreicher Widerstand in Kamerun.
tat’ Amsterdam, 2. Januar. Die Londoner „News" meldet nach der „Dtsch. Tgsztg." zensiert: In Kamerun behaupten die Deutschen noch erfolgreich ihre eingenommenen Stellungen. Die Engländer stehen noch bei Ma- juba, der erwartete Aufstand der Eingeborenen ist ausgeblieben. (T. U.)
Die Walfischbai von südafrikanischen Soldaten besetzt.
$-£ Kapstadt, 2. Januar. (WTB.) Die Walfischbai wurde Weihnachten von einer starken Abteilung süd- afrikanischer Soldaten besetzt. Tue Landung fand gleichzeitig bei der Niederlassung und dem Auswärtigen Amt statt. Widerstand wurde nicht geleistet.
Die Engländer besetzten eine Insel der Salomongruppe.
g-£ Melbourne, 2. Januar. (WTB.) Die Engländer haben Bougainville, die größte Insel der Salomongruppe besetzt und dort die britische Flagge gehißt.
Vom Balkan.
Bulgariens Wille.
Die Wiener „Reichspost" veröffentlicht ein Telegramm ihres Sofioter Speztalberichterstatters, welcher ein Interview mit General Sawow, dem gewesenen bulgarischen Oberkommandierenden im Balkankriege, hatte. Sawow erklärte, bei Aufstellung der Bilanz der bisherigen Ereignisse könne man sagen, daß die bisher errungenen Vorteile auf Konto der Zentralmächte zu buchen seien. Deutschland bewies der Welt seine Riesen- K, Oesterreich-Ungarn zeigte, daß "s eine Großmacht ahrsten Sinne des Wortes ist.
Das Ziel der neutralen Staaten anlangend, führte Sawow aus: Bulgarien wird die Neutralität solange als möglich aufrechterhalten. Die verantwortlichen Faktoren des Landes werden allen Lockungen stand- halten und nur so vorgehen, wie es die eigenen Interessen erfordern. Doch unter allen Umständen werden und müssen wir darauf bestehen, daß die Fehler des Bu- karester Vertrages gutgemacht werden. Wir sind entschlossen, wenn es nottut, uns jene Gebiete, die uns gerechterweise gebühren, auch mit der Waffe zu erringen. Die bulgarische Armee ist vorbereitet und wird ihre Pflicht bis ans Ende erfüllen, sobald die Interessen oes Vaterlandes es erfordern.
Marschall Hindenburgs Neujahrsgruß und das Ostheer.
«-s> Berlin, 2. Januar. (T.-U.) Generalfeldmar- fchall von Hindenburg hat, wie nach der „Deutschen Tageszeitung" gemeldet wird, zum Jahreswechsel fol- gend^n Tagesbefehl an seine Armee erlassen:
Hauptquartier Ost, 30. Dezember 1914. Soldaten des Ostheeres I ;
Am Schluß des Jahres ist es mir ein Herzensbedürfnis, Euch meinen wärmsten Dank und meine volle Anerkennnng für das ausznsprechen, was Ihr in dem neu avgelaufenen Zeitabschnitt vor dem Feinde geleistet habt. Was Ihr an Entbehrungen ertragen, an Gewaltmärschen ausgeführt «ud in langdauernden, schweren Kämpfen erreicht habt, das wird die Kriegsgeschichte aller Zeiten stets zu den größten Taten zählen. Die Tage von Tannenberg und den Masurischen Seen, von Opatow, Jwangorod und Warschau, von Wlocla- wek, Kutno und Lodz, von der Pilica, Bsnra und Rawka können Euch nie vergesien werden!
Mit Dank gegen Gott, der uns die Kraft zu solchem Tun gegeben hat, und mit festem Vertrauen auf seine weitere Hilfe wollen wir in das neue Jahr eintreten. Treu unserem Soldateneide werden wir unsere Pflicht auch ferner tun, bis unserm teuern Vaterlande ein ehrenvoller Frieden gewiß ist.
Und nun weiter frisch drauf, wie 1914 so auch 1915. Es lebe Seine Majestät der Kaiser und König, unser Allergnädigster Kriegsherr, Hurra!
von Hindenburg, Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber der gesamten Streitkräfte im Osten.
Der Kaiser an die Kriegsberichterstatter.
»e* Berlin, 2. Januar. (T. U.) Der nach dem westlichen Kriegsschauplätze entsandte Sonderberichterstatter der „Berliner Morgenpost" meldet aus dem Großen Hauptquartier vom 1. Januar: Nach dem Neujahrsgottesdienst begrüßte der Kaiser bei der Gratulationscour auch die im Hauptquartier als Kriegsberichterstatter weilenden Vertreter der Presse und richtete an sie iolaende Ansprache: „Meine Herren! Ich Holle» daß
Sie im neuen Jahre recht viel Gutes zu berichten haben werden. Wir werden nicht eher ruben, als bis wir den endgültigen Sieg erfochten haben."
Eine Ansprache des Generalstabschefs.
Wie die „B. Z. a. M." erfährt, hielt der Chef des Generalstabes des Feldheeres im Großen Hauptquartier bei der Weihnachtsfeier folgende kurze, aber inhaltsreiche Ansprache: „Wir weihen unser Glas heute am Weihnachtsabend den Brüdern, die in kalter Erde oder auf dem Grunde des Meeres ruhen, den Kameraden, die ihre Brust dem Feinde bieten, dem Kaiser, unseren Lieben daheim und dem Frieden, der dem Siege folgen wird."
, krlegsalleclel.
Ein Sohn des Reichskanzlers gefallen.
Wie der „Berl. Lokal-Anz." erfährt, hat der Reichskanzler die Nachricht erhalten, daß sein ältester Sohn, Leutnant im Leibkürassier-Regiment, von dem es hieß, daß er verwundet in russische Gefangenschaft geraten sei, am 9. Dezember bei den Kämpfen in Polen ge- len ist.
Fürst Wilhelm von Sigmaringen vom Kriegsschauplatz zurückgekehrt.
^ Sigmaringen, 2. Januar. (WTB.) Fürst Wilhelm von Hohenzollern ist vom Kriegsschauplatz hierher zurückgekehrt. Seine Vermählung mit Prinzessin Aöel- gunde von Bayern wird noch im Laufe des Monats Januar stattfinden.
Erfolg der Oesterreicher.
Die „Frkf. Ztg." meldet aus Budapest unterm 1. Januar: Im Verlauf der Karpatheukämpfe richteten unsere Truppen gestern einen Flankenangriff gegen die russischen Stellungen bei Alsovereczke. Die russischen Truppen, bestehend aus einem verstärkten Regiment, das vor einigen Tagen aus dem Unger- nach dem Be- reger Komitat kam, wurden geschlagen und flüchteten ostwärts nach Alsovereczke.
Die Eroberung des Uszoker-Passes, die bereits amtlich gemeldet wurde, war nach einem Bericht der „Dtsch. Tgsztg." eine glänzende Waffentat der Landwehr- trnppen. Im Anschlüsse an die amtliche Meldung kann bereits jetzt festgestellt werden, daß unsere Truppen mehr als 9000 Gefangene machten, vier Geschütze und
16 Maschinengewehre nebst viel Munition erbeuteten.
Deutschlands Wehrmacht und Wehrwillen im Urteil eines schwedischen Offiziers.
Sämtliche Stockholmer Blätter veröffentlichten einen zweiten Artikel von Oberstleutnant Bouvena, dem Chef der Kriegsschule, der kurz vor Weihnachten von Deutschland nach Stockholm zurückgekommen ist. Der Artikel rühmt die Wehrkraft und den Wehrwillen Deutschlands, und entwickelt weiterhin die Ueberzeugung, daß Deutschland niemals militärisch besiegt werden kann. Der Verfasser bewundert besonders die unerschöpflichen Ersatzmittel an Mannschaften wie Material. Jeden Tag kehren Verwundete wieder geheilt zurück, täglich wird die Ausbildung der neuen Rekruten besser, und damit wächst auch täglich die Stärke der deutschen Kriegsmacht. Schließlich polemisiert der Verfasser gegen die Auffassung, daß der-ganze Kampf im Zeichen der Müdigkeit enden werde. Ich weiß nicht, ob das für die übrigen Länder wahr ist, sagt er, aber wer das von Deutschland denkt, dürfte bei Beurteilung der Stimmung dieses Landes einen ganz bedenklichen Jrrtnm begehen. Kennt man den Willen der neuen Soldaten, die, wenn nötig, neue Armeen bilden werden, weiß man, was die Vaterlandsliebe bei diesen Jungen hervorbringen kann, dann bleibt die Vermutung der Müdigkeit in der gerne. Wo ein Volk an seine Zukunft glaubt, da werden keine Müdigkeitsgefühle geboren.
Frankreichs bisherige Kriegskosten: 48 Milliarden.
Dem „Corriere öella Sera" zufolge veröffentlicht der Pariser „Temps" die Zuschrift einer hohen japanischen Persönlichkeit, in der es heißt, daß er Frankreich einen baldigen Frieden wünsche. Schon aus materiellen Gründen: denn wie ein Staatsmann ihm sagte, haben die fünf Monate Krieg Frankreich an direkten und indirekten Verlusten 48 Milliarden gekostet.
Eine Goldverkäuferin bestraft.
Eine Fran Rothbaum aus Aachen, die im Holländischen Grenzorte Venlo 50 Mark deutsches Gold für 52,50 Mark verkaufte, ist vom Kriedsgericht zu einem Tag Gefängnis verurteilt und verhaftet worden.
Immer neue Minenopfer.
Der Kapitän des holländischen Dampfers „Leersum", der in der Nordsee auf eine Mine geriet und sank, berichtet, daß er am Sonnabend abend vor seinem Schiff einen anderen Dampfer sinken sah. — Der Fischdampfer „Jvy" aus Löwestoft lief in der Nordsee auf eine Mine und sank mit der ganzen Besatzung.
Ein englischer Flieger ans dem Meere gelandet.
Ein Fischdampfer landete in Ymuiden den englischen Flieger Hawnett, den Kommandanten des Luftgeschwaders, das kürzlich Helgoland überfiel. Hawnett wurde in der Nähe Helgolands gerettet und blieb sieben Tage an Bord des Dampfers, der ihn wegen des Wetters nicht an Lariö setzen konnte.
Sechs Monate Gefängnis für einen französischen Oberleutnant.
Der französische Oberleutnant Quentin, der aus dem (Gefangenenlager in Halle in Briefen an seine Angehörigen deutsche Offiziere leichtfertig beschuldigte, ihn beim umwechseln französischen Geldes betrogen zu haben, wurde vom Kriegsgericht wegen Beleidigung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hat die Tat zugestanden.
Vermischtes.
Ein neuer Postwagenbrand. Unlängst ist wieder eine größere Postladung offenbar infolge Selbstentzündung einer Sendung verbrannt, nämlich auf der Station Altenessen, als ein mit Postpaketen beladener Eisenbahnpostwagen dort rangiert wurde. Aus dem Wagen schlugen plötzlich die hellen Flammen heraus. Als man ihn öffnete, war der Inhalt schon in voller Glut, so daß nur noch wenige Patete gerettet werden konnten. In dem Schütte des Wageninhalts sind n. «.Behältnisse gefunden worden, die augenscheinlich mit Benzin oder dergl. gefüllt gewesen sind. Aus der Selbstentzündung eines solchen Pakets erklärt sich auch das außerordentlich schnelle Umsichgreifen des Feuers: denn der Wagen örannte mit seinem Inhalt, der etwa 500 Pakete umfaßte, binnen wenigen Minuten bis auf das Untergestell nieder. Ein großer Teil der Pakete stammte aus Sachsen, Hannover und Westfalen. Auch Pakete für Soldaten sind mit vernichtet worden, wenn auch wohl nicht in besonders großer Zahl. Amtlichersetts wird erneut vor der Versendung feuergefährlicher Gegenstände durch die Post dringend gewarnt. Wer sich darüber hin- wegsetzt s . ’ leicht entzündbare Gegenstände versendet, kann die . ineinheit auf das empfindlichste schädigen und dabei n . die Wohltaten zu nichte machen, die Liebe und Opfersintt unseren Soldaten im Felde zugedacht haben. .