e> dort ankam, sandte Ablliltal Gras Spee einen Kreuzer voraus, um festzustellen, ob englische Schiffe anwesend seien. Der Kreuzer berichtete, daß zwei englische Schiffe anwesend seien. Der Admiral traf sofort Vorbereitungen zum Kampf. Als wir uns der Insel nä- herten, sahen wir nicht zwei, sondern sechs Kreuzer. Aber der Admiral hielt an seinem Entschluß fest. Noch später bemerkten wir zwei Schlachtkreuzer der Lionklasse am Eingang der Bucht. Die Wetterbedingungen waren ausgezeichnet. Der Admiral beschloß, mit „Scharnhorst" und „Gneisenau" den Kampf aufzunehmen und befahl den drei anderen Schiffen, sich zu zerstreuen. Das englische Geschwader wurde hierauf von „Scharnhorst" und „Gneisenau" angegriffen, während die kleinen Kreuzer „Leipzig", „Nürnberg" und „Dresden" versuchten, außer Schußweite zu kommen. Die englischen Schiffe Bten 34,3-Zentimeter-Geschütze, während die beiden schen Panzerkreuzer nur 21-Zentimeter-Geschütze hatten. Der Kommandant der „Dresden" entnahm aus einem englischen Radiogramm den Untergang von „Scharnhorst" und „Gneisenau", wußte aber nichts über das Schicksal von „Leipzig" und „Nürnberg".
Der Kapitän des englischen Dampfers „Orissa" berichtete, daß das englische Geschwader so wenig Kohlen an Bord hatte, daß einige Schiffe ihre Boote und alle anderen verbrennbaren Gegenstände verheizen mußten. Ein Panzerkreuzer wurde unter der Wasserlinie leicht
röte aber nichts über ürnberg".
beschädigt.
Gerettete von der „Leipzig".
Die „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Aus Valparaiso wird berichtet, daß der englische Kreuzer „Glasgow" in der Schlacht bei den Falk- lands-Inseln sechs Offiziere und dreizehn Mann von der „Leipzig" gerettet habe. Die Geretteten und nach England unterwegs.
Sechzehn überfällige englische Handelsschiffe.
^ Amsterdam, 31. Dezember. (T. U.) Nach einer Meldung des „Courant" sind im Monat Dezember sechzehn englische Handelsschiffe auf der Fahrt m der Süd- see als überfällig gemeldet. Es besteht die Annahme, daß sie von feindlichen Hilfskreuzern in den Grund gebohrt sind.
* * *
Der angebliche deutsche Einfall in Angola.
Amtlich wird aus London gemeldet: Die Regierung von Lissabon teilt mit, daß 2000 Deutsche in die portugiesische Provinz Angola eingefallen seien und auf . Huilla marschieren. Die portugiesischen Truppen zogen sich vor ihnen in Erwartung von Verstärkung zurück. Aehuliches erzählte man, bemerkt die „Frkf. Ztg. dazu, in Lissabon schon häufig. Irgend eine Bestätigung der Meldung liegt natürlich nicht vor.
Australische Truppen in Aegypten verwendet.
Kopenhagen, 31. Dezember. U.) Nach einem Telegramm der „Politiken" aus London sind 20000 Mann australischer Truppen, die zunächst für die Westfront bestimmt waren, in Aegypten Bet ihrer Ankunft zurückgehalten worden, um gegen die Türken verwendet zn werden. Sie wurden nach der „Dtsch. Tgsztg. in großen Lagern bei den Pyramiden untergebracht. -sie sind mit graugrüner Kakhiuniform bekleidet und tragen runde Filzhüte.
Tanger von den Marokkanern bedroht.
Madrid, 31. Dezember. (T. U.) Nach einer „Jmpareial"-Meldung wird wie die „Dtsch. TgsztgI berichtet, Tanger abermals von aufständischen Stammen der Marokkaner bedroht. In den letzten Gefechten nördlich von Fez verloren die zurückgehenden Franzosen über 1400 Mann und zahlreiche Offiziere.
Amerika und England.
Die Einspruchsnote der Vereinigten Staaten.
Ueber den Inhalt der Note der Vereinigten Staaten in England wegen der Unterbindung des Handels berichtet das Reutersche Bureau: Die Note erklärt, daß seit Beginn des Krieges keine Erleichterung eingetreten sei, obschon die Verfrachter sich nach den Wünschen der britischen Regierung gerichtet hätten. Großbritannien habe sich früher als Vorkämpfer der Freiheit auf der See zum Besten der Neutralen verdient gemacht. Es sei daher auch zu hoffen, daß es jetzt einsehen werde, wie beschwerlich die fortdauernde Einmischung für die Neutralen sei. Es wird darauf verwiesen, daß die Nahrungsmittel als bedingte Konterbande behandelt würden, da sie sowohl für den Gebrauch der Zivckbevölke- rung wie für die Heere bestimmt seien. Zu der Frage des Anhaltens von Schiffen auf See sagt die amerikanische Regierung, sie erkenne zwar das Recht der Kriegführenden auf Durchsuchung an, allein bevor letztere stattfänöe, müsse der Beweis für die Bestimmung der Ladung nach feindlichen Ländern vorhanden sein. Weiterhin verwahrt sie sich gegen das Ausbringen von neutralen Schiffen nach Häfen von Kriegführenden auf bloßen Verdacht hin und hebt mit besonderem Nachörnck hervor, daß es Pflicht der Kriegführenden sei, den neutralen Handel zn beschützen.
Kriegsallerlei.
Verwegene Flucht eines Deutschen.
Londo«, 31. Dezember. (T. u.) Im September wurde der 45 Jahre alte deutsche Ingenieur John Jür- ger Kuhr, ein Expert auf dem Gebiete der drahtlosen Telegraphie und Herstellung von Sprengstoffen, in Newcastle verhaftet, weil man in seiner Wohnung Explosivstoffe gefunden hatte. In der Gerichtsverhandlung wurde die Anklage zurückgenommen, Kuhr jedoch zur Deportation verurteilt. Seitdem saß er im Gefängnis zu Newcastle. Am dritten Weihnachtsfeiertage ist es ihm jedoch gelungen, mit Hilfe eines Bettuches über die vierzig Meter hohe Gefängnismauer zu ent- konnnen. Die Polizei macht große Anstrengungen, um den flüchtigen Deutschen wieder einzufangen.
Weihnachtswünsche russischer Artillerie für Przeurysl.
Eine russische Batterie übermittelte der Festung Przemysl folgende Weihnachtswünsche: Wir wünschen Ihnen und all den tapferen Verteidigern der Festung von ganzem Herzen ein ruhiges und fröhliches Weih- nachtsfest. Freude und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. Gott gebe die Erfüllung aller Ihrer Wünsche. Das ist der aufrichtigste Wunsch der Offiziere und Mannschaften der fünften Batterie der X. Artilleriebrigaöe.
In drei Tagen acht Schiffe in der Nordsee durch Miueu vernichtet.
Die „Times" meldet unterm 29. Dezember: Gestern sind vier Schiffe durch Zusammenstoß mit Minen ver- lorer, gegangen. Seit dem Weihnachtsfeiertage sind in her Nordsee acht Schiffe infolge Minen zugrunde gegangen_________________
Vermisdifes.
WHen Beraubung von Feldpostpaketen hatte sich, wie aus Berlin gemeloet wird, der 16 Jahre alte Post- auShelfer Paul Krause, der bei dem Postamt Frohnau mit einem Gebilt von 68 Mark monatlich angestellt war
uns dessen Vater selbst im Felde steht, zu verantworten': Die Mehrzahl der Deutschen hat noch nicht so recht ve- ' Nach seinem eigenen Geständnis hat er zwölf Feldpost- griffen, daß wir in dem gigantischen Kampf gegen eine
pakete geöffnet und daraus Zigarren, Zigaretten, Schokolade, Feldbrillen, Taschenlampen und andere Liebesgaben entwendet. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf 2^ Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf öie große Jugend des Angeklagten auf Jahre Gefängnis.
Die „saubere Verwandtschaft". Das „Liegnitzer Tageblatt" erzählt folgendes Geschichtchen: Vor mehreren Wochen besuchte der Kaiser ein in der Nähe des östlichen Operationsgebietes liegendes Lazarett. Seiner Gewohnheit gemäß erzählte der Kaiser, nachdem er die Verwundeten nach der Art der Verletzung befragt hatte, von den letzten Waffenerfolgen und kam dabei auch auf die vielen englischen Gemeinheiten zu sprechen, an denen dieser Krieg so reich ist. Da erhob sich plötzlich ein biederer Bayer, öer bis dahin mit lebhaftem Interesse den Erzählungen des Obersten Kriegsherrn gelauscht hatte, und rief aus: „Majestät so isch's! Sö ham a saubere Verwandtschaft!" Alle Anwesenden waren entsetzt über den drastischen Ausruf des naiven Bayern, ■f, schritt auf das Bett sie Schulter und nahm
aber der Kaiser lachte herzlich auf, schritt auf das Bett des Bayern zu, klopfte ihm auf die Schulter und nahm mit einem langen Händeöruck von ihm Abschied. — „Wenn es nicht wahr ist . . ."
Hindenburg als . . . Gepäckträger. Im Sande der Masuren, wo jetzt Hindenburg seinen ersten gewaltigen Kriegslorbeer sich errungen und die Russen zu Paaren getrieben hat, spielte Hindenburg vor einigen Jahren eine Rolle, die von der eines Feldherrn eines gewaltigen Heeres himmelweit verschieden ist. Es war, so erzählt eine Wiener Dame in einem Wiener Blatt, auf dem Bahnhof Goßlershausen, früher Jablonowo genannt. In Goßlershausen mußte ich ausfteigen, um den Rest der Fahrt in einem kleinen Bummelzuge „ rückzulegen. „Goßlershausen, 5 Minuten Aufenthalt!" Der Ruf weckte mich. Natürlich kein Paketträger zu sehen. Ich laufe zur Tür, kann sie aber nicht öffnen. Klopfend, rufend, stemme ich mich mit aller Gewalt an, die Tür fliegt auf und ich mit dem Gesicht einem Herrn in die Magengegend. „I nanu, was ist los?" brummt man mir entgegen. Entschulöigen fiel mir gar nicht ein. Im Gegenteil ihm den Weg vertretend, rufe ich mit einer Donnerstimme, die jedem Wachtmeister Ehre gemacht: „Donnerwetter, kein Paketträger. Verfluchte Wirtschaft", und verzweifelt füge ich hinzu: „Ich muß doch aussteigen." — „Blauer Montag! Mal her", und hilfreich streckt sich mir die Hand entgegen. Die Hutschachtel und Schirmhülle reichte ich hin, die Tasche für mich behaltend. Doch auch die wurde mir abgefordert. So wanderten wir die paar Stufen hinunter durch einen kleinen Tunnel, der damals gekachelt wurde und wieder hinauf in den Wartesaal. Nun sah ich mir meinen Retter an. Grauer Ueberzieher, eine Art Panama-
auf
zu-
Hut. Ach, einer von unseren Gutsbesitzern, der zwingt's, war mein Gedanke, fand es nun auch an der Zeit, in weichen Tönen um Entschuldigung zu bitten und meinen Dank zu sagen. „Da, das klingt schor: anders", war öie Antwort, unö ich prompt: „Bei mir ist öie Stimme immer nach Stimmung." Im Wartesaal saß eine ältere, große, schlanke Dame, öie unseren Einzug erstaunt musterte. Der Herr nickte ihr freuuölrch zu, stellte fürsorglich meine Sachen neben einen Tisch und nahm an öer Seite öer Dame Platz. „Zwei Tassen Kaffee und zwei Buttersemmeln für öie Herrschaften", hörte ich öen Kellner rufen. Mit der Aufgabe meines großen Gepäcks beschäftigt, verlor ich meinen „Retter" aus dem Gesicht. In Freystaöt erwartete ich meinen Schwager aus Limb- see, das Herrn von Dallwitz gehört. Meinen Augen und Ohren traute ich fast nicht, als auch mein Retter dem Zuge entstieg und mein Schwager nebst vielen anderen Herren den Hut ziehend, „Guten Morgen, Herr von Hindenburg!" riefen. War mein Dank, in Anbetracht meines kräftigen Donnerwetters, aus zu später Scham etwas schüchtern, so würde ich die Hand heute innig und verehrungsvoll an meine Lippen ziehen. Gott segne ihn für den Kehraus in meinem lieben Masurenlande, der Heimat meiner Lieben!
Eine seltene Verwundung beschreibt Dr. Marcus in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift": „Eine Vorpostenkompagnie unseres Bataillons rastete in Stellung jenseits eines Berggipfels, gegen Infanteriefeuer jeder Wahrscheinlichkeit nach gedeckt. Ein Flieger erschien in den Lüften, der bei seinem Kreisen in mäßiger Höhe als deutscher zweifelsfrei erkennbar war. So unterblieb auch das Kommando: „Fliegerdeckung", das sonst die Mannschaft zu raschem Verschwinden in Unterständen, Büschen usw. veranlaßt. In den Frieden der beobachtend umherstehenden Leute tönte plötzlich der Ruf eines Infanteristen: „Ich bin getroffen," unö gleichzeitig stürzte der Mann zu Boden. Zunächst hielten dies alle Umstehenden für einen schlechten Scherz: -denn der Platz war höchstens einer Artilleriefeuerwirkung ausgesetzt, und keine Spur einer Detonation war gehört woroen. Indessen, der Gestürzte verfärbte sich und verstarb trotz aller Bemühungen im Verlaufe weniger Minuten. Man entkleidete den Toten, aber erst nach längerem Suchen entdeckte man ganz oben auf der Schulter eine minimale Einschußöffnung. Daß der Flieger aus Versehen mit einem Geschoß den Mann getötet habe, ist unmöglich. So bleibt nur die eine Lösung der Frage, daß durch einen außerordentlichen Zufall ein gegen den Flieger gerichtetes feindliches Ju- fanterie-Geschoß von oben herunterfiel unö dabei mit großer Kraft in die Schulter des Soldaten eingedrun- gen ist. Auf dem Geschoßwege in der Längsrichtung des Körpers waren große Organzerreißungen und Gefäßverletzung fast unvermeidlich, die den raschen Tod herbeiführten."
Seine Aushungerung Deutschlands!
Die Frage nach Deutschlands Lebensmittelversor- guna im Kriege findet eine sehr beachtenswerte Beleuchtung in einer Schrift, die der Vorstand der Abteilung für Landwirtschaft im Königlichen Bayerischen Ministerium des Innern, von Braun, unter dem Titel erscheinen ließ: Kann Deutschland durch Hunger besiegt werden?
Er untersucht als die wichtigste zunächst die Frage der Brotversorgung, indem er genaue Berechnungen über die einzelnen Arten der wichtigsten Lebensmittel anstellt. Auf Grund dieser kommt er zu der Ueberzeugung, daß wir mit Brotgetreide auch bet längerer Dauer des Krieges ausreichen, „wenn 1. jede Verwendung zu gewerblichen und zu Fütterungszwecken unterbleibt, 2. der Weizen teilweise durch Roggen, Gerste und Kartoffeln ersetzt wird, und 3. eine möglichst sparsame Verwendung und höchstmögliche Mehlausbeute bet der Vermahlung stattfindet". Die Einhaltung dieser drei Bedingungen wollen auch die Verordnungen der Reichs- regierung sicherstellen.
Ministerialrat von Braun knüpft an diese Auseinandersetzungen folgende sehr beherzigenswerte Mahnung: „Es wäre allerdings an der Zeit, daß Ernst gemacht wird, denn die Mahnungen, die von der Regle- i zu schießen, bis der Kommandte rung und in der Presse an die Bevölkerung gerichtet j Nachhut ohne Kopfbedeckuug ang woroen sind. Haben bisher kaum einen Erwla gezeitigt. . zuschreit: „Aufhören, nicht mehr h
griffen, daß wir in dem gigantischen Kampf geac.. _____ Uebermacht stehen, und daß dieser Kampf nur dann zu einem siegreichen Ende geführt werden kann, wenn alle Volksteile, nicht nur unser Heer, ihre Pflichten bis zum Aeußersten erfüllen. Nach dem ersten lähmenden Eindruck der Kriegserklärungen haben die glänzenden Erfolge der ersten Kriegswochen in weiten Kreisen eine Sorglosigkeit hervorgerufen, die zu unserer Lage ebensowenig patzt als ratlose Aengstlichkeit. Ein Teil der Bevölkerung glaubt, nachdem wir ja im Lande völlige Ruhe und Ordnung haben . . . ebenso weiter leben zu können wie im Frreden, und läßt alle wohlgemeinten Ratschläge unbeachtet. Es besteht, wie gesagt, kein Anlaß, zu befürchten, daß wir ausgehungert werden könnten, aber wir müssen der gewiß nicht leichten Lage, in der wir uns befinden, entschlossen und mit voller Klarheit ins Auge sehen. Und wer das tut, kann nicht im Zweifel sein, daß die sorglose Verschwendung des Weizens, wie man sie bis jetzt noch überall beobachten kann, mcht so weitergehen darf. Das Opfer, auf das feine Weizengebäck zu verzichten, ist im Verhältnis zu den unsäglichen Entbehrungen und Strapazen, die unsere braven Truppen ohne Murren ertragen, wirklich so gering, daß es sicher jeder Deutsche willig bringt, und es ist nur die Unkenntnis oder Gedankenlosigkeit, die eine Umkehr bisher verhindert hat."
Ein mißglückter französtscher Sturmangriff.
Der Redakteur des „Figaro", Charles Tardieux, der den Feldzug als Korporal mitgemacht hat und Labe: schwer verwundet wurde, gibt, wie mir dem „Hamb. Fremdenbl." entnehmen, folgende packende Schilderung von einem mißglückten französischen Bajonettangriff:
Da waren wir also mitten im Tosen der Schlacht. Es ist das erstemal, und wahrhaftig, wir sind ein we- Mg aufgeregt, ein wenig zögernd und ungewiß. Die Kugeln, die unbeirrt ihre Bahn unter dem Blätterdach dahinsausen, weben ein Netz um uns, dessen unsichtbare Maschen fortwährend losgetrenut, fortwährend erneuert werden, und in das wir blindlings mit gesenktem Kopf wie Fische stürzen. Diese furchtbaren Mitrail- leusen-Mähmaschinen! Wenn wir rückwärts marschierten, würde uns der Tornister etwas beschützen. Aber nein, es heißt, den Kugeln, die den Menschen öurch- spreßen wie eine Naöel Las Gewebe, die Brust, die Stirn, die Augen darbieten, alles das, was der böse Zufall zu Brei zermalmen kann. Ich beneide das Rhi- nozeros und das Krokodil. Niemals habe ich so alle meine verwundbaren Stellen gefühlt. Schnell den Tornister auf den Rücken. Das Gefühl der Pflicht kommt mir zusammen mit dem der Gefahr zum Bewußtsein, und ich versuche, nicht mehr an den Kampf zu denken. Ich fühle mich für den Mut eines kleinen Teiles dieser lebendigen, marschierenden Mauer verantwortlich und blicke auf meine Kameraöen. Keiner von ihnen steht aufrecht, alle liegen Ler Länge nach im Gras. Plötzlich springt der Adjutant hoch. Sein Gesicht ist blaß und verzerrt, mit blitzenden Augen ruft er: „Nicht mehr feuern, vorwärts!" Zusammeugekrümmt springen wir durch das Waldöickicht, in dem die Bäume wahre Kugel- korridore bilden! Halt! und schon wirft sich alles zur Erde. Neben mir schleppt sich ein Verwundeter auf dem Ellbogen stöhnend aus der Kampflinie zurück. Sein Blut färbt Las Gras. Rechts und links hat der Wald die Leute verschlungen. Ich sehe sie nicht mehr. Wo sind sie? Was machen sie? Kaum kann ich in dichtem Blätterwerk zehn Mann unterscheiden, die wie die Würmer am Boden entlang kriechen.
Ein weiterer Sprung bringt uns endlich an die Linie. Wir leeren mechanisch unsere Patronentaschen. Viele aber rühren sich niMmehr, die armen Teufel . . Wie lange sollen wir so unter dem Feuer bleiben? Endlich schallt laut die Stimme des Hauptmanns Her- über: „Vorwärts, zum Teufel, wollt ihr wohl aufstehen! Vorwärts!" — „Los denn," sagt mein Nachbar und duckt sich hinter einen zwerghaft kleinen Strauch. Wir haben Angst, weil wir wegen des Lichten Gestrüpps keine zehn Meter weit sehen können und befürchten müssen, urplötzlich auf den sich verborgen haltenden Feind zu stoßen. Es ist nicht zum Aushalten. Dies Gefühl ist wirklich unerträglich. Müde und wütend, mich so am Boden hinzuschleppen, erhebe ich mich. Wird denn dieser Wald nie aufhören? Müssen wir nicht geradewegs den unsichtbaren Deutschen in die Hände fallen?
Takataka, takataka! Wieder Mitrailleusen! Lassen wir den Sturm sich erst austoben. Was für ein Hagel! Den Kopf hochheben wäre der Tod. Wo ist meine Korporalschaft geblieben? Ich kenne keinen einzigen Men- der Hand. Wenn sie jetzt ankämen! Wir können keine achtzig Meter mehr von ihnen entfernt sein. Da der Befehl: Die Bajonette aufgepflanzt! Die Hand will mir nicht gehorchen. Ruhe, Ruhe, Korporal! Das Blut hämmert mir in den Schläfen, mir wird heiß, die Kehle ist trocken, kaum kann ich schlucken. Die Kugeln schlagen an die Bäume, die deutschen Infanteristen wüten furchtbar. Die schnurgeraden Flugbahnen der Geschosse weben immer dichtere Gewebe um uns. - Beim Aufstehen hat man das Gefühl, wie ein Taucher in ein metallisches Bad zu tauchen. Die Granaten sausen mit einer Wut wie schnaubende Lokomotiven heran. Werden sie denn gar nicht müde zu schießen, diese verwünschten Deutschen! Nicht möglich, einen Befehl in diesem Getöse zu ver- stehen. Ich krieche und schieße, weil ich sehe, daß man das neben mir auch tut.
schen um mich. Die Flinte brennt Wenn sie jetzt ankämen! Wir könn
mir in
In Wellenlinie, die hier unö da zurückschwenkt, gehen wir vor, gleichsam eine Woge, öie sich an unsichtbaren Hindernissen bricht. Unter Keuchen, Fluchen und Klagen stolpern wir über die schon erkalteten Körper der Unseren. Vorwärts! .... Ein neuer Ansturm: der letzte! Wir ersticken vor Angst, Fieber, Ungeduld, zum Ende zu kommen, endlich etwas zu scheu. Takataka, takataka! Wir werfen uns.zu Boden. Aber es gibt genug, öie stumm, ohne die Arme vor zu werfen, hinschlagen und Lücken hinterlassen. Endlich eine Lichtung! In 40 Metern sehen wir öie deutschen Laufgräben von blitzenden. Bajonetten und unaufhörlich sprühendem Feuer beleuchtet. Teufel, wie da hingelangen? Wir fühlen plötzlich, wie unsere Bewegung glatt stockt. Ungewiß weichen wir zurück, Senken nicht mehr einmal aus Schießen. Ein Schrei erhebt sich unter uns: Die Drahtverhaue! In dem furchtbaren Hindernis haben sich schon einige der Unseren verfangen und erheben sich nicht mehr, von Kugeln durchlöchert. Sind alle Anführer gefallen? Zurück, zurück! wird von allen Seiten geschrien....
In 30 Sekunden haben wir die 200 Meter zurückgelegt, für die wir vorher 20 Minuten — eine Ewigkeit — im Mitrailleusenhagel gebraucht hatten. Zurück in den Laufgraben, wo alle die verwundeten und toten Kameraden neben den fortgeworfenen Sachen liegen, fangen wir, blaß vor Aufregung und Wut, in ohumäch- tigem Zorn an, durch den Wald zu schießet:, zu schießen, u schießen, bis der Kommandierende selbst von der - - - - ... - j0Qt xomM und uns
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