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Die amtlichen Kriegesberichle

Die Tapferkeit unserer Feldgrauen und ihre Wach­samkeit haben dem deutschen Volke auch über die Weih- nachtsfeiertE. neue Erfolge beschert. Im Westen, sind die wiederhEn Angriffe der Franzosen und Engländer allerorts mit empfindlichen Verlusten für den Feind zu- rückgeschlagen Lvorden, die besonders bei Festubert tn Flandern dad-Maß des täglichen erheblich überschreiten. Hier ließ der Feind über 3000 Tote auf dem Kampffeld und verlor außerdem neben ansehnlichem Kriegsmate­rial über 800 Gefangene. In Mittelpolen haben unsere Angriffe am Bzuraabschnitt und auf dem rechten Pilrca- ufer südöstlich Tomaszow weiter Boden gewonnen. In Ostpreußen haben die Russen vergebliche Angriffe aus unsere Stellungen bei Lötzen unternommen und dabei 1000 Gefangene in unserer Hand gelassen. Zur See hatte uns der erste Weihnachtstag den ersten Vorstoß englischer Streitkräfte gegen die deutsche Bucht gebracht, der aber dank der Wachsamkeit unseres Küstenschutzes ohne Erfolg geblieben ist. Wie schwer die Beschädigun- &sind, die unsere Fliegerbomben den englischen sen zugefügt haben, hat einstweilen noch nicht fest­gestellt werden können. Zu einer Beschießung der deut­schen Küste durch die englischen Schiffe ist es nicht ge- kommen.

Aus -em großen Hauptquartier ]

es* Großes Hauptquartier, 25. Dezember. (Amtlich. WTB.) In Flandern herrschte gestern im allgemeinen Ruhe. Oestlich Festubert wurde den Engländern, an­schließend an die am 20. Dezember eroberte Stellung, ein weiteres Stück ihrer Befestigungen entrissen.

Bei Chivy, nordöstlich Bailly, hoben unsere Trup­pen eine feindliche Kompagnie ans, die sich vor unserer Stellung eingenistet hatte. 172 Franzosen wurden hier­bei gefangen genommen. Bei dem Versuch, die Stel­lung uns wieder zu entreißen hatte der Feind starke Berlnste.

Französische Angriffe bei Souain und Perthes, so­wie kleinere Vorstöße nordwestlich Verdvn nnd westlich Apremont wurden abgewiesen.

Im Osten blieb gestern die Lage unverändert.

Oberste Heeresleitung.

o-^ Großes Hauptquartier, 26. Dezember, mittags. (Amtlich. WTB.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Bei Nieuport sind in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember Angriffe der Franzosen nnd Engländer ab- gewiesen.

Der Erfolg -er Kämpfe bei Festubert mit Indern und Engländern läßt sich erst heute übersehen. Neun­zehn Offiziere und 819 Farbige und Engländer wurden gefangen genommen, vierzehn Maschinengewehre, zwölf Minenwerfer, Scheinwerfer «nd sonstiges Kriegsmate­rial erbeutet. Auf dem Kampffelde ließ der Feind über dreitausend Tote. a

Eine von den Engländern zur Bestattung der To­ten erbetene Waffenruhe wurde bewilligt. Unsere Ver­luste sind verhältnismäßig gering.

Bei kleineren Gefechten in Gegend Lihone südöst­lich Amiens und Tracv-le Val nordöstlich Compiegne machten wir gegen 200 Gefangene.

In den Vogesen südlich Diedolshausen und im Oberelsatz westlich Sennheim sowie südwestlich Mtkirch kam es gestern zu kleineren Gefechten. Die Lage blieb dort unverändert.

Am 20. Dezember nachmittags warf ein französischer Flieger auf das Dorf Jnor neun Bomben, obgleich dort nur Lazarette sich befinden, die auch für Fliegerbeobach- tnng ganz deutlich kenntlich gemacht sind. Nennens­werter Schaden wurde nicht angerichtet. Zur Antwort anf diese Tat und auf das neuliche Bombenwerfen auf die offene, autzerhalb des Operationsgebietes liegende Stadt Freiburg wurden heute morgen einige der in der Position de Nancy liegenden Orte von uns mit Bomben mittleren Kalibers belegt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Russische Angriffe auf die Stellungen bei Lötzeu wurden abgeschlagen.

Tausend Gefangene blieben in unseren Händen. In Nordpolen nördlich der Weichsel blieb die Lage unver­ändert.

^Südlich der Weichsel schritt unser Angriff am Bsnra- Abschnitt fort. Auf dem rechten Piliza-Ufer südöstlich Tomaszow war unsere Offensive von Erfolg begleitet. Weiter südlich ist die Lage unverändert.

Oberste Heeresleitung.

verstrickt.

Roman von A. von der Elbe.

8) (Nachdruck verboten.)

Er erzählte ihr eingehend von dem, was er in letz­ter Zeit mit Lydia ausgestanden, und wie sie es darauf angelegt habe, ihn zu reizen. „Endlich kommt jetzt eine gute Zeit mit dir," schloß er seine Schilderung.

Als er so hastig und zornig über sein Verhältnis zu der launenhaften Frau sprach, fiel seiner teilnahms­voll lauschenden Schwester wieder einmal auf, daß er dem Bilde des Nürnberger Patriziers Hieronymus. Holzschuher von Dürer in der Nationalgalerie merk­würdig ähnlich sehe; dieselben Hellen, rollenden Augen, die leicht gebogene Nase u ndde rsRßd, kbfszsiKstallD Mund. Sie kannte sein aufbrausendes Temperament, aber auch seine Herzensgüte.

„Armer Bruder, ich tue gern das meinige, dir das » angenehm zu machen," sprach sie herzlich. „Je- Art. Ich hasse das Recht, seine Persön- ?^zrU^"' du sollst dich ganz nach deinem Sin- ne entrichten.

Mia 'S JSS^V ^ Grüne, ein Stündchen Ten- ncs, eine Partie Skat mit guten Freunden, was Jose- finchen, ganz dein Fall?"

„Bleiben wir beim Skat," erwiderte sie wehmütig lächelnd. „Vorläufig darf ich mir nicht allzuviel Sport zumutem aber ein Duckmäuser bin ich darum noch lange S erzähle mir von der Nachbarschaft. Wie stehts in Lindental aus? Was macht Eggeruck? Noch immer der eingefleischte Junggeselle?" Sie wurde et- was rot, sprach etwas lebhafter, als sie diese Fragen aufwarf: ihr Bruder glaubte, sie wolle ihn von seinem Verdruß abziehen, und ging gern auf ihre gute Absicht

Westlicher Kriegsschauplatz.

«s* Großes Hauptquartier, 27. Dezember. (Amtlich. WTB.) In Flandern ereignete sich gestern nichts we­sentliches. Englische Schiffe zeigten sich heute morgen.

Nordöstlich Albert machte der Feind einen erfolg­lose« Vorstoß bei La Boiselle, dem heute früh ein er­heblicher Gegenvorstoß unserer Truppen folgte.

Französische Angriffe im Menrissons-Grunde (Ar- gonnen) und südöstlich Verdnn brachen in unserem Fener zusammen.

Im Overelsatz griffen die Franzosen unsere Stel­lungen östlich der Linie Thann-Dammerkirch an. Sämt­liche Angriffe wurden zurückgeschlagen. In den ersten Nachtstunden setzten die Franzosen sich in den Besitz ei­ner wichtigen Höhe östlich Thann, wurden aber dnrch heftige Gegenangriffe wieder geworfen. Die Höhen -lieben fest in unserem Besitz.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In Ost- und Westpreutzen keine Verändernng.

In Polen machten unsere Angriffe am Bsura-Raw- ka-Abscknitt langsam weitere Fortschritte.

Südöstlich Thomaszow wurde die Offensive erfolg­reich fortgesetzt. Russische Angriffe aus südlicher Rich- tirng auf Jnowlodz wurden mit schweren Verlusten für die Russen abgewresen.

Oberste Heeresleitnng.

Dom österr.-ungar. Generalstab

>* Wien, 25. Dezember. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Wien, 25. Dezember mittags: Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplätze wurde gestern an einem großen Teile der Front weitergekämpft. Unsere Kräfte im Nagy-Ag- und Latorcza-Gebiete wiesen mehrere An­griffe unter schweren Verlnsten des Feides ab. Nächst des Uzsoker Passes nahmen wir eine Grenzhöhe.

In Galizien wurde der Gegner weiter gegen Lisko zurückgedrängt. Zwischen Wislok und Biala hingegen setzte er seine Angriffe den ganzen Tag nnd mit beson­derer Intensität am Weihnachtsabend und in der Hei­ligen Nacht fort. Am Duuajec und an unserer unver­änderten Front in Rnssisch-Polen fanden teils Artillerie­kämpfe statt, teils herrfchte Ruhe. Auf dem Balkan­kriegsschauplatze hat sich nichts ereignet.

Im Norden wie im Süden gedenken unsere braven Truppen dankbar der Heimat, die so reiche Weihnachts­gaben sandte. Daß sich auch die Fürsorge des Deutschen Reiches an diesem Werke mit großen Spenden beteiligte, wurde als neuer Beweis der innigen Zusammengehö­rigkeit der verbündeten Heere warm empfunden.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Wien, 26. Dezember, mittags. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt:

Gestern nahmen nnsere Truppen nach viertägigen heldenmütigen Kämpfen den Uzsoker Patz. In Gali­zien führten die Russen ihre vor einigen Tagen begon­nene Offensive mit starken Kräften fort nnd gelangten wieder in Besitz der Becken von Krosno und Jaslo. Die Lage am unteren Dnnajetz nnd an der Nida ist unver­ändert. Südlich Tomaszow gewann unser Angriff ost­wärts Raum.

Auf dem Balkankriegsschauplatzc herrscht seit zehn Tagen Ruhe. Nnr an der Save und Drina kommt es zuweilen zn unbedeutenden Plänkeleien. Die Festung Bttrea wies am 24. Dezember einen schwachen Angrifs der Montenegriner ab.

Der Stellvertreter des Chefs des General stabes. v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Wien, 27. Dezember. (WTB.) In der amtlichen Verlautbarung von heute mittag heißt es u. a.: Die Lage ist unverändert. Vor der zwischen Rymanow und Tn- chow angesetzten russischen Offensive wurden unsere Kräfte im galizischen Karpathenvorlande etwas zurück­genommen. Feindliche Angriffe am unteren Dunajec und der unteren Nida scheiterten. Die Kämpfe in der Gegend von Tomaszow dauern fort. — Auf dem Balkan­kriegsschauplatz hält die Ruhe an. Das Territorium der Monarchie ist mit Ausnahme ganz unbedeutender Grenzstrecken Bosniens und der Herzegowina und Süd- dalmatiens vom Feinde frei.

Ein britischer Angriffsversuch gegen die deutsche Küste.

Berlin, 26. Dezember. (WTB. Amtlich.) Am 25. Dezember vormittags machten leichte englische Streit- kräfte einen Vorstoß in die deutsche Bucht. Bon ihnen mitgeführte Wasserflugzeuge gingen gegen unsere Flntz- mitndungen vor und warfen hierbei gegen zn Anker

„Ja, Hermann Eggeruck — noch immer etwas le­derner Kauz. Ich rede ihm oft zu, endlich mit seinen 36 Jahren an die Ehe zu denken, dann sieht er mich fra­gend an, und ich — ich schäme mich meiner Worte. Ist mir vorgekommen, als ob er Adele mit besonders wohl­gefälligen Blicken ansühe. Es wäre ja eine gute Partie für das Mädchen, aber ich mag nicht daran denken, sie fortzugeben."

„Adele, das Kind?" Die Schwester wiegte nach­denklich den Kopf.

Frau Josefine war nach dem frühen Tode ihrer Mutter in der Familie eines Bruders derselben, des Generals, erzogen worden und nur zum Besuch in Morse gewesen, wo das Leben der leichtlebigen Moder­nen, die sie in ihrem Kreise geworden, nicht immer in die Verhältnisse paßte.

Die Eggerucks, von Alters her mit den Bernham­mers verschwägert, galten als Verroandte, und Josefine hatte mit dem gleichalterigen Hermann den zarten Ro­man einer ersten Liebe durchlebt, der indes ein Geheim­nis geblieben war. Als sie beide zwanzig Jahr alt waren und vor der Veröffentlichung ihrer Verlobung standen, erklärte er ihr nach einer lebhaften Auseinan­dersetzung ihrer beiderseitigen Lebensanschauungen, sie sei ihm zu unweiblich, ihre Gesinnungen zu frivol, er könne nicht mehr mit ihr übereinstimmen. Sie solle sich ändern, oder sie mützten sich trennen.

Sie erwiderte, alles Gretchenhafte sei ihr verhaßt, wenn er sie nicht als gleichberechtigt und als guten Ka­meraden ansehe, täten sie besser, auseinander zu gehen. So waren sie geschieden.

Sie ritz sich im trotzigen Kampf ihre heiße junge Liebe aus dem Herzen, und dann hatte das Leben der großen Welt und der Vergnügungen sie ganz hingenom­men. Sie heiratete den reichen Rittmeister Turnau und lMe, ohne große Neigung iür ihren Mann, Mer durch

der Ieiertage.

liegende Schiffe und einen in der Nähe von Cuxhaven befindlichen Gasbehälter Bomben ab, ohne zu treffen nnd Schaden anzurichten. Unter Feuer genommen, zogen sich die Flugzeuge in westlicher Richtung zurück. Unsere Luftschiffe und Flugzeuge klärten gegen die eng­lischen Streitkräfte auf. Hierbei erzielten sie durch Bombenabwürfe anf zwei englische Zerstörer und einen Begleitdampfer Treffer. Auf letzterem wurde Brand- wirkung beobachtet. Aufkommendes nebliges Wetter verhinderte sonstige Kämpfe.

Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes. B e h n ck e.

Der abgeschlagene Vorstoß nach Cuxhaven.

^ Hamburg, 28. Dezember. fT. U.) Bon dem eng­lischen Angriff auf Cuxhaven erhielten die Hamburger, wte die „Boss. Ztg." berichtet, erst in den Abendstunden des zweiten Feiertages durch Extrablätter Kenntnis. Die Nachricht wurde mit vollkommener Ruhe aufge- nommen; das Stratzenleben war nicht verändert. Freude erregte nur das leichte Abschlagen dieses Angriffs und daß die deutsche Marine auf dem Posten gewesen war. Die Hamburger Blätter sprechen sich in ihrer Sonntag- Morgenausgabe folgendermaßen aus:

Die „Neue Hamburger Zeitung" sagt: Unser ham- burgisches Cuxhaven war kein verschlafenes Scar- borough, jedermann stand auf seinem Posten. Da der Feind seine Flieger vorausgeschickt hatte, übernahmen die Unsrigen den würdigen Empfang. Der Unterschied war der, daß unsere Flieger und Zeppeline trafen und daß die englischen vorbeiwarfen. Die „Hamburger Nach­richten" schreiben: Eine besondere Weihnachtsüber­raschung hatten sich unsere speziellen Freunde, die Eng­länder, vorgenommen. Da im Kampfgelände zu Lande das deutsche Weihnachtsfest ihnen und. ihren Helfers­helfern keinen Vorteil gewähren wollte, so versuchten sie's zu Wasser und durch die Luft, ins weihnachtlich friedliche Land einzubrechen und Tod oder Verderben über deutsche Heimstätten zu bringen. Jedenfalls haben die Engländer erkennen müssen, daß der einzige Weg, den sie zu unseren Küsten belaufen können, nämlich der übers Nordmeer und oon der See aus durch die Luft, ihnen verlegt ist und daß ihrer hier schwere Gefahren warten.

Ein deutscher Flieger über der Themsemünduug.

Am gleichen Tage, da die Engländer ihren mißlun­genen Vorstoß gegen die deutsche Bucht unternahmen, erschien auch ein deutscher Flieger über der Themse- mündung und versetzte durch sein Erscheinen die Bevöl­kerung in große Aufregung. Es wird darüber gemeldet:

Aus London meldet Reuters Bureau: Freitag mit­tag um 12^ Uhr wurden die Bewohner von Southend an der Themsemündung in furchtbaren Schrecken dnrch sehr heftiges Gewehrfcner versetzt. Sie glaubten, ein deutsches Geschwader sei in der Themse erschienen und beschieße die Stadt. Tausende stürzten an den Strand, wo sich ergab, das deutsche Flieger Bomben geworfen hatten. Englische Flugzeuge aus Sheernetz versuchten, den beiden deutschen Fliegern den Rückflug abzuschuec- öen, diese entkamen jedoch im Nebel. Ob und wo tue Bomben Schaden verursacht haben, wird von Reuter nicht gemeldet. .

Nach einer weiteren Meldung hat sich dabei ein interessanter Kampf in den Lüsten abgespielt. 6 w Amsterdam, 28. Dezember. (T. IL) Ueber ei­nen Kampf in der Luft, der sich an der Theinsemündung auf der Höhe von Sherneß abspielte, meldet nach der „B. Z." der Telegraaf aus Lvirdou: ES war ein mit zwei Personen bemannter deutscher Albatros-Doppetz decker, der über Sherneß erschien und wieder verschwand. Erst als er in Gravesend auftauchte und offeiisichtlich die Reise nach London fortfetzte, konnte die Verfolgung ausgenommen werden. Der Albatros erreichte Erith und folgte dem Laufe der Themse. Drei englische Flug­zeuge folgten hier dem deutschen. An verschiedenen Punkten sahen angesammelte große Volksmengen, wie Granaten von Ballonabwehrkanonen dicht bei dem Al­batros-Doppeldecker platzten und wie die Dentschen mit ihren Verfolgern Schüsse wechselten. Der deutsche Flug­zeugführer lenkte seine Maschine vorzüglich. Zwei der englischen Flieger, die über ihm hinzogen, versuchten ihn zu der mit einem Schnellfenergeschütz ausgerüsteten dritten englischen Maschine hinüberzuörangerr. Aber der Albatrosflieger war zu geschickt. Er manövrierte so glänzend, daß es seinen Verfolgern fast unmöglich wurde, zu schießen, ohne Gefahr zu laufen, die Kamera­den zu treffen, doch dann hatten sich zu den drei Eng­ländern noch eine Anzahl anderer Flieger gesellt und die deutsche Maschine schien verloren. Da kam der rettende Nebel, und der Albatros fauste mitte» durch die Flotte und entkam. Die Engländer flogen nun schleu­nigst östlich, um den Gegner zwischen Sherneß und Sout-

glänzende Verhältnisse befriedigt, einige Jahre lang mit Turnau in kinderloser Ehe.

Sie war Hermann von Eggeruck jedesmal begegnet, wenn sie nach Morse gekommen, und hatte bei jedem Wiedersehen eine leise Herzeusregung empfunden, er­kennend, daß einstmalige große Liebe nie ganz stirbt, aber sie sah zugleich immer deutlicher ein, daß sie, deren Wesen sich selbständiger entwickelt hatte, mit diesem Mann nie hätte im Frieden leben können,' so segnete sie die rechtzeitige Trennung.

Schon vor Jahren Witwe geworden, hatte Josefine mit reichen Mitteln ihr Leben nach ihrem Sinne ein­gerichtet. Sie war viel gereist, besaß in Berlin eine elegante Wohnung und lebte gesellig und auf großem Fuß.

Ein flottes Genußlebeu rächte sich indes an ihrer Gesundheit. Sie fühlte auch neben den körperlichen Leiden etwas wie Uebersättigung, und es war ihr eine Qual, zu seherc, daß sie nicht mehr gefalle.

In Morse war sie immer gern; als daher ihr Bru­der bat, sie solle bei seiner Trennung von der Frau zu ihm kommen, willigte sie ein, das Zusammenleben zu versuchen. Vielleicht nützte auch dieses ruhige Landleben ihrer Gesundheit.

Sie behielt ihre glänzend eingerichtete Wohnung in Berlin, so blieb ihr jederzeit der Rückzug offen, aber i sie liebte ihren polternden Bruder und das kleine kind ■ liche Ding, die Adele, die sie nach ihrem Sinn für da : Leben erziehen wollte: eine interessante Aufgabe. C , waren diejenigen Menschen, die ihr nach vielen Ti 1 ödeten und zärtlichen Beziehungen noch lieb geblie' : und mit denen es ihr lohnend erschien, zu leben.

Noch ein Dritter stand vor ihren geistigen Slu ; wenn sie den Lebensgewinn summierte.

(Fortsetzung folgt.)