böM« Msrand über DSlttMMd tNumMereil und die Oberherrschaft zur See in Mißachtung der Rechte und Interessen Amerikas aufzurichten suchen, dann würde die amerikanische Nation wieder mit England Krieg führen.
Strikte Neutralität Spaniens.
os* Madrid, 24. Dezember. (T.-U.) Der Ministerrat hat beschlossen, alle Lebensmittel, die zum Export nach Frankreich bestimmt sind, mit einer erhöhten Steuer von 10 Prozent zu belegen. Die Verfügung erregt in allen deutschfreundlichen Kreisen große Genugtuung.
Krieasalleriel.
Eine weitere Ehrung des Generalfeldmarschalls von Hindenburg,
oe* Posen, 24. Dezember. (WTB.) Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde zum Ehrenmitglied der Posener Akademie ernannt.
Hindenburgs Dank an die Wiener.
»-ch- Wien, 24. Dezember. (T.-U.) Jüngst ist bei den verbündeten Armeen im Osten ein Transport von Weihnachtsliebesgaben aus Wien eingetroffen, von denen auch ein Teil für die Armee Hindenburgs bestimmt war. Der Feldmarschall sandte darauf folgendes Dank- telegramm nach Wien: „Ich erblicke hierin einen neuen Beweis treuer Kameradschaft der so eng verbündeten Armeen. Weiter vorwärts mit Gott! Dann wird uns im neuen Jahre der Sieg gewiß sein."
Ein französischer Flieger im Elsaß gelandet.
^ Basel, 24. Dezember. (T. lt.) Die französischen Flieger entfalten nach einer Meldung der „Berl. Mp." gegenwärtig im Elsaß eine rege Tätigkeit. Einer von ihnen, ein französischer Hauptmann, war gezwungen, wegen Motordefekts zwischen Weil und Haltingen (eine Stunde von Basel) zu landen. Er wurde sofort verhaftet und nach Lörrach gebracht.
Amiens von deutschen Tauben bombardiert.
Rom, 24. Dezember. (T. U.) Nach hierher gelangten Meldungen haben, wie das „B. T." meldet, zwei deutsche Tauben Amiens bombardiert. Angeblich ist kein Schaden angerichtet worden.
In Frankreich werden Darlehnskassen nach deutschem Muster angeregt.
^ Zürich, 24. Dezember. (T. U.) Die politischen Kreise in Frankreich regen die Organisation der Dar- lehuskafsen nach deutschem Muster an, um die Stockung im wirtschaftlichen Leben zu beseitigen.
Erschießung eines baltischen Pfarrers.
Nach einer Meldung der „Frkf., Ztg." aus Petersburg ist der „Nowoje Wremm" zufolge der protestan- tische Pfarrer Monden (?) ill Hältst bei Rrga erschossen worden, weil er angeblich aufrerzende Predigten gegen die Regierung gehalten Hätte. . .
Ein Aufruf des bayerischen Kriegsnnmstermms.
Nach der „Franks. Ztg." erläßt das bayerische Krieasministerimn folgende Bekanntmachung: Eure Väter, Brüder und Verwandten stehen im Felde und kämpfen in heldenmütiger Weise für das Vaterland. Wir Deutschen sind stolz auf unsere tapferen Soldaten. Gern werden auch die zu Hause arbeitenden Männer alles tun um unsere Truppen im Felde zu unterstützen.
tun dies, indem sie Waffen und Munition herstel- in großen Mengen, denn zahlreich sind unsere Feinde Auch während der bevorstehenden Feiertage und auch während der Feiertage für das Vaterland zu
roflegung und Mu- vJ Die Festung selbst noch nicht zu erkennen.
Hat mit dreizehn Schüssen t seiner Kräfte ausgehalten: er w»--^ Der fortgetragen und ist im Lasarettgestorben."^
arbeiten.
Gibraltar wird in Bereitschaft versetzt.
Die Turiner „Stampa" meldet, daß die Engländer damit beschäftigt sind, in Gibraltar ungeheure Borrate an Munition und Nahrungsmittel aufzustapelcu Ob Entsendung von großen Truppenmassen BevorfkBt, für die Gibraltar als Stützpunkt für Verpflegung und Munitionsersatz bestimmt ist, oder ob die Festung Mon sich bei Zeiten vorsehen will, ist noch man zu erunnut
Fremdenlegionäre für Aegypten.
Nach Bekundungen von.Flüchtlingen, fi«; in An letzten Tagen aus Frankreich zurückgekeyrt unounu nach brieflichen Mitteilungen österreichischer Bwil; gefangener sind, der „Koln. Ztg. zufolge, die 6 . Fremdenlegionäre, die auf die bekarmte Art uud unter den deutschen und österreichischen^ genen angeworben worden sind, nach Aegypten gerow men, um dort gegen die Türken zu kampfen.
Bayern gegen Tnrkos.
Drei Unteroffiziere und fünf Schützenvom laye^ rischen Reserve-Jnfanterie-Regiment, die als träaer Deckungs- und Handgranatenichutzen behol l haben,' einen französischen Schützengraben sind durch einen Besonderen $ageößefet)l -er aenerals belobt worden. Der Infanterist rimnc», als Schildträger eine besonders gefährdete Stelle^ hat mit dreizehn Schüssen tm Leib bis MM letzten men seiner Kräfte ausgehalten,- er wurde baun fortgetragen und ist im Lazarett g^sivrben. f1:ntß.jrtz zösische Graben war 800 Meter lang un ^u ^ Sturm Seit TurkoS «ese«t. S«nrot Hefen »« MAVirieb gegen den Graben. Der Knt^osnzier mc Ztol- dann nachts gegen den Kindlichen Gr n Mann len, schlug die Wand durch und warf mu i tnö so viele Handgranaten in den Graben, van Mnn in völlige Verwirrung geriet, die Mrn « / eise noch Handgranaten unter die Eneyenoeu. ^terfjUnöert mußten sie förmlich über Tote r Mklen nach tote Turkos sowie drei Schwerverwu^ der Räumung im Graben, drei ^ nur ge=
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Der Sohn des Regiments.
Eine rührende Begebenheit aus den Kampfm auf dem russischen KriegsschauRatz ^^nnt Dieser Offi- lungen eines Wiener Offtst^ auf. Reqm- Lier war, Ec^-RÄen und entdeckte dabei ein völlig sitionen in Russisch-Polen uno » teilweise eingestürz- verödetes Dorf. Im Wtmer eines Knaben, der ten Gehöftes fand er einen DH ’j^^e Schreie aus- beim Anblicke des Ofnziers geueno in Händen heftig brach: „Rusowa! Rufsowa! um nm^^ ab um sich schM,' uls woll grmen Kinde an, daß es drängen. Man sah e ^ fiAßpH mußte. Der Ossizier furchtbare Stunden erle ) ßegte^-(t^z -aß es nichts machte dem Kinde durchGestenvu -^.g^szubekommen, zu fürchten haK und beE feien m§ Kind, heiße und wer ' nahm er es das Kind allmählich veruyig y Station, wo "StSÄ S
in Winkel eines teilweise eingestürz- er einen dreijährigen Knaben, der
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Mt Schutütz bedeckt. So seifte man denn den Kopf des Knaben ein und schor tön dann mit einem Rasierapparat kahl. Aus der Feldküche wurde warmes Wasser be- lorgt und das Kind einer gründlichen Reinigung unter- zogen. Inzwischen hatte sich unter den Offizeren die Nachricht verbreitet, daß der Leuluant-Rechnungssührer einen Russen gefangengenommen habe, und bald fanden sich viele Offiziere ein, die Beim Anblick des Knaben in schallendes Lachen ausbrachen. Man brächte Zwieback, Schokolade n. dergl., und bald war der „gefangene Russe" der Liebling des Regiments. Als Lagerstatt für den Kleinen wurde eine große Kiste herbeigeschafft, tu der Konserven versandt morden waren. Sie wurde mit Stroh gepolstert, und dieses „Bett" schien dem Kleinen sehr behaglich zu sein. Nun ging man daran, dem Kleinen einen Namen zu geben und ihn zu taufen. Der Felökurat bereitete den feierlichen Taufakt vor, wobei der Wiener Leutnants-Rechnungsführer als Taufpate fungierte und das gesamte anwesende Offizierkorps sich einfand. Der kleine Russe erhielt zu Ehren der Bünd- nistreue der beiden verbündeten Monarchen den Namen Franz Joseph Wilhelm Krieger, damit der Junge auch iu späteren Jahren sich der großen Ereignisse erinnere, unter denen er seine Taufe erhielt. Dann wurde unter den Offizeren eine Sammlung eiugeleitet, aus deren Ergebnis im nahen Städtchen für den Regimentsschützling passende Kleidung angeschafft wurde. Und jetzt sieht der Junge gar vornehm aus. Seinem Retter und dem Feldkuraten ist er mit kindlicher Liebe zugetan, und wenn zu einem anderen Standquartier übergesiedelt wird, thront der Junge in seiner Kiste hoch oben auf einem Gepäckwagen. Als Spielzeug wurde ihm eine kleine Ziege beschafft, die ihm wie ein Hündlein überall nachfolgt. Das Offizierkorps hat beschlossen, den Findling auf feine Kosten erziehen zu lassen.
Ein Turnverein im Felde.
Die Deutsche Turnzeitung veröffentlichte eine Feld- postkarte, in welcher Mitteilung von der Gründung eines Turnvereins im Felde gemacht wird. Es heißt da: Befinde mich auf Feldwache und habe soeben unsere Turnstunde Beendet. Unser Verein trägt den Namen „Graf Haeseler". Exzellenz ritt vor einigen Tagen hier vorbei und sah uns üben. Wir bauten dann eine Pyramide, darunter sechs Handstände. Die Sache klappte vorzüglich und wir erhielten ein Lob. Ich fragte nun, ob wir den Verein „Graf Haeseler" nennen dürften. Es wurde uns erlaubt: zum Dank brachten wir dem Grafen ein kräftiges Hurra. Dieses Ereignis wurde nun bekannt, und der Turnverein „Graf Haeseler" steht jetzt auf der Tagesordnung.
Sie tage Ses Velikrieger zu weihnachien.
Es steht gut.
Ein Rückblick über den augenblicklichen Stand der Dinge auf allen Kriegschauplätzen des Welttrieges in dieser Weihnachtszeit zeigt, wie der Korrespondenz „Heer und Politik" von militärischer Seite geschrieben wird, wie erfreulich auf allen Seiten unsere Angelegenheiten stehen. Im Osten find wir nach dem großen Siege vollkommen der Herren der Lage. Zwar leisten die Russen, wie wir bei der Besprechung des Sieges schon gemutmaßt hatten, noch hartnäckigen Widerstand, zu dem sie das große Menschenmaterial fähig macht, über das sie verfügen. Aber der Widerstand ist schon einmal von uns gebrochen worden und ist heute wohl nur noch ein letztes Aufbäumen gegen den unabwendlichen Unter- nang. Wir haben bereits an mehreren Stellen den Bsura-Rawka-Abschnitt überschritten und nähern ims in kräftigem Anmarsch der Festung Warschau. Die Oesterreicher haben die Runen bereits bis zu dem un» teren Dunajec zurückgedrängt und scheinen auch im Vorteil zu sein. Die von dem russischen Generatstabe als großartige Leistung gemeldete Verkleinerung der Front ist durch den Druck unserer Heere auf die beiden Flü- qel erzwungen worden und zeigt gerade, daß die Rüsten bereits im Unterliegen sind. Die Folge der weiteren deutsch-österreichischen Vorstöße wird noch ein weiteres Zusammenpressen der russischen Front sein. Wenn auch bei der ungeheuren Größe des ru,suchen Heeres der Krieg im Osten noch viel Arbeit erfordern wird, so ist doch, was die Hauptsache ist, hier die Gewißheit unseres ^'^Jm"Westen^ steht heute die Sachlage so günstig wie nur möglich. Die Offensive des Generals ^offre ist Mwn zum Teil gescheitert und wird mit jedem Tage mehr ^usammenbrechen. Zwischen ©ngläudern und <rrau- wfcn besteht weder in der Führung noch unter den Mannschaften Einigkeit, sondern eine immer heftigere KiieSft wird offenbar. Eifersucht und Vorwürfe Sit dk str egführung für die Verbündeten sehr chwie?ig Die eWischen Hilfstruppen haben sich, das wih'en wir heute genau, nur sehr wenig bewahrt. ^Äli daaeaen stehen mit begeisterten und todesmutigen Söhnen des Felde und haben moralich wertvollere Mannschaften und eine Einigkeit, die Führung und Heer zu einem unwiderstehlichen Ganzen oer- sänuelzt. Aus dem Lande drängen können uns die Frau- infen nicht mehr, sondern sie müssen warten, bis nur mit übermächtigem Andrang ihre Front. durchbrechen. A ° auch Mr -°«°n wir dir Mach,, um««. S-mde ” M^Ä ist MC W
Russen und Engländer sehr ungimstig. Die genannte auch bereits am 18. begonnen, lige Krieg macht L ^ländern Schwierigkeiten, die wir
noch die Lage auf dem serbischen Krieas- &u^| gSÄden" KLoA^ &Snf“Ä neue Offen&Än I-«-- ge; hlwCunaMo^ feiif""Nach der Besiegung des russische»
?nch?8r^t Befriedigung feststellen, daß wir nicht nÄ nnsprr^abnen siegreich in die Länder unserer Geg- K V-e-rk-e» f°!°n. ^°»^ VaAioch «nchf Erbest ÄÄ^ einem endgültigen Sieg 8er deutäen Waffen nicht mehr gezweifelt werden kann.
VermiFdites.
Drei Kinder erstickt. In der Wohnung des zu den Fahuell einberufenen Wehrmanns Romanowski in Bochum entstand Feuer. Drei Kinder, die von der Mutter eingeschlvsscn waren, und von denen das älteste 5 Jahre und das jüngste 6 Monate war, erstickten.
Eine traurige Ueberraschyng wurde dem Bank- beamten und Hauseigentümer Gauß in Berlin zu teil, als er von seiner Arbeitsstelle nach Hause kam. Er fand in seiner Wohnung seine 30jährige Frau und sein IlLjähriges Löblichen in der mit Gas angefüllten Küche regungslos auf. Wiederbelebungsversuche waren bei dem Kind vergebens, doch gelang es, die Frau ins Leben zurückzurufen. Wa die Frau zu der unseligen Tat veranlaßt Hat, steht noch nicht fest.
Berurteilnug einer Mittionen-Erpresserin. Die Altonaer Strafkammer verurteilte nach mehrtägiger Verhandlung die gemiedene Ehefrau des Hotelbesitzers Rickert in Bremen wegen Erpressung in Höhe von dreiviertel Millionen Mark, deren Opfer der Heidelberger Privatdozent Dr. Schaeffer wurde, zu vier Jahren drei Monaten Gefängnis und zehn Jahren Ehrverlust. Der Mitangeklagte frühere ©Bemann der Angeklagten, Kaiser, erhielt fünf Jahre Gefängnis und zehn Jahre Ehrverlust.
Das Totenfeld von Nieuport. Ein belgischer Gene- ralstabsvffizier hat im offiziellen belgischen Militär- wochenblatt das Gebiet zwischen Dixunliden und Nieu- port, auf dem sich die erbitterten Stampfe der letzten Zeit abgespielt haben, wie folgt beschrieben: „Das Gelände, das sich in einer Länge von fünf bis sechs Kilometer parallel zum Aserkaual hinziebt, ist ein Totenfeld im wahren Sinne des Wortes. Die Häuser liegen fast alle in Trümmern. Von dem reichen Baumwuchs des Landes geben nur noch einige verstümmelte kahle Stämme traurige Kunde. Es ist eine sich ins Endlose dehnende weite Fläche, die von Wassergräben durchfurcht ist und aus der noch hier und da die helleu Flecken der Ueber- schwemmung hervorschimmern. Pferdekadaver uud enorme, in den Boden gewüliüe schwarze Trichter, Schützengräben, kleine Lanfstege und ungezählte leere Konservenbüchsetl, die überall verstreut sind, bilden die einzigen Spuren menschlicher Lebenstätigkett. Man sieht nichts. Aber man wird überall gesehen. Es genügt, daß drei Menschen in einer Gruppe zusammenstehen, um sofort das heftigste Feuer des Feindes auf sich zu richten. Und in der Nacht erfüllt sich die Dunkelheit mit Schatten. Fahrzeuge mit ausgelöschten Laternen ziehen langsam ihres Weges und bringen Munitivll und Kriegsmaterial aller Art an die Front. Dazwischen die Ablösungs- mannschaften, die in langen Zügen schweigend und erschöpft ins Quartier ziehen."
Einsame Weihnachten im Kaiserhanse. „Der Kaiser ist wieder zur Front abgereist," so lautete vor einigen Tagen die kurze Mitteilung, die besagt, daß der Kaiser das Weihnachtsfest inmitten seines Heeres verleben werde. Unser Kaiserschloß wird an diesem Weihnachtsabende recht einsam seht, was um so auffälliger in die Erscheinung treten wird, als sonst der Weihnachtsabend alle Angehörigen der STaifcrltcheu Familie von nah und fern im Kaiserlichen Schlosse vereinigte. Jetzt werden nur die Gemahlinnen der Angehörigen des Kaiserhauses und die Kinder hier um die Weihnachtsbäume versammelt sein: denn alle Prinzen stehen, wie der Kaiser, im Felde. Nichtsdestoweniger hat der Kaiser an seine Lieben daheim gedacht, und die Geschenke rechtzeitig Bereit stellen lassen. Am interessantesten ist das Weihnachtsgeschenk, das die Tochter des Kaisers, die jetzige Herzogin Viktoria Luise von Braunschweig, erhält, und zwar aus dem Grunde, weil es sich alljährlich gleich bleibt. In jedem Jahre erhielt bisher die Herzogin eine schöne Perle, die die Kaiserin bei einem Berliner Hoffumelier kauft, gleicheriveise wie au jedem Geburtstage. Die Kaiserin ist nämlich im Einkäufen von Juwelen sehr bescheiden und liebt es nicht, auf einmal für solche Zwecke große Ausgaben zu machen. Um aber ihrer einzigen Tochter auch ein schönes Perlenhalsband zu verschaffen, hat sie von dem ersten Geburtstage und Weiünachtstage an der Prinzessin je eine Perle von gleicher Größe, Schönheit und Farbe geschenkt und dadurch das Perlenhalsband in jedem Jahre um ein Stückchen verlängert.
Das Granatensprengsttick im Rockfutter. Von einer seltsamen Lebensrettung berichtet ein Lichtenberger Volksschullehrer in einem Feldpostbrief au feine Schü- lerinnen, den das „Lichtenberger Tageblatt" wiedergißt. Es heißt darin: „. . . Zwei Nieter vor meinem Standorte ist eine Granate in den Unterstand hineiligefahren. Ich stehe wie ange,ragelt vor Entsetzen und bin fest überzeugt, daß da nicht ein .Kamerad lebend davon- getommen ist. Aber siehe, schon kriechen sie heraus, einer nach dem anderen, nicht einer fehlt, alle sind sie noch am Leben. Ihr könnt Euch kaum denken, wie man da aufatmet: alle gerettet! Nachher wurde ein ganz wunderliches Ding bekannt: ein Sprengstück dieser Granate ist durch den Eingang eines ganz anderen Unterstandes einem am Telephon arbeitenden Unteroffizier gegen den Leib geflogen. ES durchschlug den Sloct die Hose, traf auf eine stählerne Uhr, prallte zurück, wieder in den Rock hinein, und hier fand er das gefährliche Ding nach einigen Tagen ganz zufällig zwischen Tuch und Futter. Am Tage vorher hatte der Unteroffizier die Uhr fortwerfen ivollen, weil sie nichts taugte, und nur das Zureden der Kameradeit, doch zu warten, bis er eine bessere Uhr habe, hatte ihn veranlaßt, der Uhr eine Gnadenfrist zu lassen. Diesem llmstand allein hat er nun sein Leben zu verdauten. Ist das nicht wunderbar? — Liest man derartiges in einem Buch, so ärgert man sich darüber, wie plump es erfunden ist. Aber die Wirklichkeit ist manchmal größerer Wunder voll."
Der größte Geldschra<t der Welt. Mit einem Un- terton des Triumphes, daß in diesen Zeiten den Aine- rikanern so etwas möglich ist, teilt die „Scientific American" mit, daß soeben eine gewaltige Pauzerttir in Stahl in South Bethlehem in Penttsylvanien für den größten Kassenschrank der Welt, der sich in Neuyork befindet, gegossen worden ist. Der Bau dieser Tür mit ihrem Verschluß hat ein Jahr gedauert und einen Kostenaufwand von 300 000 Mark erfordert. Der ganze Kassenschrank kostet 1112 000 Mark. Die Tür und der Korridor, die zu dem gepanzerten Zimmer führen, sind ganz aus Stahl in einem Stück und wiegen 120 Tonnen. Die ganze Stahlkammer soll völlig unzerstörbar sein und würde selbst in Kriegszeiten keinerlei Gefahren ausaesetzt sein. Sie wurde von einer großen Zahl von stnaenieuren und von den Kassierern der Hauptbanken in Neuyork besucht, die alle die höchste Bewunderung für dieses Meisterwerk der Stahlfabrikation in Penn- sylvanicn erfüllt waren.
Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande und macht sich strafbar.
Köpft,