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vlaIMchlEf 9% MMSttsttkömmell. Vor dem Früh­ling werde Million ausgezeichnet ausgebildeter und ^ehve begeisterter Soldaten das Expeditionsheer verstärkt

Verunglückter englischer Aufklärungsflug.

London, 23. Dezember. (T. U.) Ein norwegi­scher Dampfer hat im Kanal treibend ein verunglücktes englrsches Wasserflugzeug aitsgefunden. Der Pilot und ein begleitender Offizier waren bereits vollkommen er­schöpft und dem Tode nahe. Sie erklärten einen Auf- klärungsflug von Dover aus uach Ostende versucht zu haben, ihr Motor hatte jedoch nach einer halben Stunde Fluges plötzlich ausgesetzt und sei ins Wasser gestürzt. Der Apparat, ein Doppeldecker, konnte nicht geborgen werden.

Die Kriegslage in der Türkei.

»^ Konstantinopel, 23. Dezember. (T. U.) Die englische Nachricht von der Räumung der Sinaihalb­insel wird energisch dementiert.

Gestern sind in Konstantinopel Abordnungen in- discher Mohammedaner erschienen und mit beispiellosem Jubel von der Bevölkerung begrüßt worden, sie wer­den in den nächsten Tagen vom Sultan empfangen wer­den. Die Inder erklären im Namen ihrer Glaubens­genossen ihre unverbrüchliche Treue für das Haus des Kalifen und für die Sache des Heiligen Krieges. Sie erbitten Waffen und Geld zum Kampfe gegen England.

Ansehnliche türkische Streikräfte halten den Liba-

Aniehnl non besetzt.

Erfolge der Türken und Kurden in Persieu.

^ Petersburg, 23. Dezember. (T. U.) WieRuß­koje Slowo" nach derFrkf. Ztg." behauptet, haben die persischen Kurden mit den türkischen Truppen fast die gesamte Provinz Aserveiüschan besetzt.

Begeisterung im Kaukasus für die türkischen Truppen.

v-r- Konstanttnopel, 23. Dezember. (WTB.) Amt­lichen Nachrichten zufolge, die von den in der Kaza am Artwin im russischen Kankasus neu eingesetzten Behör­den bei der Pforte eingelaufen sind, wurde dort aus An­laß der Einholung der Fahne -es Hilfskorps, das an öen Kämpfen im Jahre 1907 teilgenommen hatte, eine großartige Feier veranstaltet. Tausende von Moham­medanern wohnten der Feier bei. Weitere authentische Nachrichten besagen, daß überall, wo die türkische Armee einrückt, die gesamte Bevölkerung die Truppen mit Freudentränen begrüßt und jeder, der Waffen tragen kann, sich ihnen anschlietzt, während die Frauen und al­ten Männer Liebesgaben -arbringen.

In Aegypten gärt es.

»sA> Zürich, 23. Dezember. (T. lt.) Aus Petersburg wird nach derFrkf. Ztg." gemeldet:Rutzkoje Slowo" berichtet von der allgemeinen Unzufriedenheit in Ae­gypten. Mord, Raub und Plünderung nehmen über- hand. Mehrere Polizeibeamte wurden auf furchtbare Weise ermordet.

JapanischeUneigennützigkeit".

das Gebiet nördlich des

Der Tätigkeitsdrang der Japaner scheint, wie der Nat.-Ztg." aus Kopenhagen gedrahtet wird, nun all­gemach bei ihren Verbündeten einiges Unbehagen zu erwecken. Wie die PetersburgerNowoje Wremja" aus Tokio meldet, hatte die australische Bundesregie­rung die Regierung in Tokio ersucht, Japan möge sich in seinen Operationen auf das Gebiet nördlich des Aequators beschränken. Die japanische Regierung hat dieses Ersuchen ablehnend beantwortet und zwar mit der Begründung, daß Japan sich bei seinem Vorgehen nicht von eigensüchtigen Motiven, sondern nur von seinen Bündnispflichten leiten lasse. Dem japanischen Parlament ist eine Kreditvorlage von 320 Millionen zur Uebernahme europäischer Bahnkonzessionen in

China vorgelegt worden.

Das japanische Volk ist nicht kriegsbegeistert.

»*t Wien, 23. Dezember. (T. U.) Wie dieArbeiter­zeitung" nach derFrkf. Ztg." meldet, führte der japa­nische Sozialist San Katayama aus, die japanische Kriegspartei habe den Krieg mit Deutschland begonnen, um den Schmutz abzuschütteln, den die Bestechungspro­zesse bei Heer und Flotte aufgeladen hatten. Das Volk wäre keineswegs kriegsbegeistert und leide furchtbar unter dem Steuerdruck. Die gebildeten Stände seien mit ihrer Sympathie auf Seiten Deutschlands.

u Kriegsallerlei.

Der Großherzog von Hessen vom Kriegsschauplatz in Darmstaöt eingetroffen.

»e* Darmstadt, 23. Dezember. (WTB.) Der Groß- Herzog von Hessen ist gestern nachmittag vom Kriegs­schauplatz hier erngetroffen.

Ordensanszeichnnng für Hindenburg.

Der König von Sachsen hat dem Oberbefehlshaber im Osten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, das Ritterkreuz und das Kommandeurkreuz erster Klasse des Militär-St.-Heinrich-Ordens und dessen Generatstabs- chef, Generalleutnant Ludendorff, das Ritterkreuz des­selben Ordens verliehen.

Ein Boot mit Offizieren und Mannschaften der

Emden" von -en Verbündeten genommen.

w> London, 23. Dezember. (WTB.) Zentral News melden ans Paris: Ein Schiff der Verbündeten nahm ein Boot, das 3 Offiziere nnd 14 Mann von derEm-

-en" an Bord hatte.

Frankreich rekrutiert die Jahresklasse 1916.

o^ Paris, 23. Dezember. (WTB.) DerMatin" meldet: In den Bürgermeistereien rn Frankreich Wur­den am 20. Dezember Rekrntiernngstafeln der Jah­resklasse 1916 angeschlagen.

Ein feindlicher Flieger über Straßburg.

Straßburg, 23. Dezember. (WTB.) Gestern nachmittag zwischen 2 und 4 Uhr erschien ein feindlicher Flieger über der Stadt und ließ in der Nähe der Jll- Krcher Mühlenwerke eine Bombe fallen, die einen lee­re« Schuppen nnd Fenster des Getreidespeichers beschä­digte Emige Sprengstiicke fielen in den Handelshafe»r, verletzt wurde aber niemand. Der Flieger, der stch in einer Höhe von 1500 bis 1700 Metern bewegte, wnrde beschossen.

Eine Kundgebnng portugiesischer Abgeordueter gegen den Krieg.

Aus Lissabon wird derKöln. Ztg." zufolge ge­meldet daß der Parteiführer Comacho und alle übrigen Ä Mitglieder der unionistischen Partei beschloßen haben, ^Donnerstag ihre Abgeordnetenmandate nteb, . r-^-^ Dn^m ihr Fernbleiben wird die Kammer am- IK Wußfähig zu ein Die unionistische Partei bezweckt mit ihrem Beschluß eine Kundgebung gegen den Kr-ieg^ Ezeihnachtsmann für unsere Helden.

her Nackt zum Dienstag sind über 800 Waggons siwÄ

13. November absesertist «UMLN» Der letzcs -wv j

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Beschluß eine Kundgebung gegen

"achtSzug anfangs nächster Woche ist für die Ofterreicht» bestimmt, die mit den unsrigen in un­mittelbarem Verbände stehen.

Herzog Ernst Günther über die Schlesmig-Holsteiuer.

Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein rühmt G emer Zuschrift an dieKieler Ztg." die hervorragen­den Leistungen der ichleswig-holsteiuischen Truppen. Der Mut wie das Bewutztseiii der Pflichterfüllung war unvergleichlich. Trotz übermenschlicher Ptarschleistungen, die mit Gefecht verbunden waren, lehnten einzelne die Aufforderung, bei völliger Erschöpfung gefahren zu werden^ ab, weil die anderen ebenso erschöpft waren. Eine Kompagnie des RegimentsHerzog Holstein" schwamm im feindlichen Kugelregen über den Fluß . . und jeder, der an das andere Ufer gelangte, hat sein ©ewehr mit lnnubergebracht. Ein gefangener fran- zostscher Offtzier erklärte, dort wo die Division staub, müsse die Elite der deutschen Armee vorhanden gewesen sein, denn das Feuer und die Angriffe von den Fran­zosen hatte keine Truppe aushalteu können."

Ein Burenheld.

rika vor.

Ueber die Verurteilung der beiden Brüder Fourie vor dem Kriegsgericht in Südafrika liegen folgende Wich düngen vor: Der Sichere der beiden Brüder warf in seiner Verteidigungsrede als Holländer den Engländern auf das Bitterste ihr Benehmen in Südafrika vor. Wenn sich nur immer Gelegenheit geboten habe, so hät­ten sie die Tradition der Buren verletzt. Er erklärte, kein Engländer könne andere Gefühle hegen wie er selbst, wenn diese Engländer unter eine andere Regie­rung gestellt würden, und er betrachte es als eine weit größere Ehre, hier als Gefangener zu stehen, als Offi­zier in der britischen Armee zu sein. Er sei der Ansicht, daß genug Leute in Südafrika vorhanden seien, um die Wiedergeburt Südafrikas zustande zu bringen. Er ver­schmähte es, Gnade vom Gerichtshof für sich selbst zu erbitten, aber er plädiere um Gnade für seinen jüngeren Bruder, der vollständig unter seinem Einfluß gestanden habe. Auch bat er um Gnade für andere Leute seines Kommandos, die ebenfalls seinem Einfluß unterlegen seien. Kapitän Fourie wurde, wie bereits mitaeleilt, zum Tode verurteilt und am folgenden Tage erschossen. Der Jüngere erhielt 5 Jahre Gefängnis.

Wie ein Deutscher 30 Russenumzingelte".

DerOberschlesische Anzeiger" erzählt folgendes Kriegsgeschichtchen: Der Schlossermeister Georg Goralc- zyk aus Beuthen, Brandmeister der dortigen freiwil­ligen städtischen Feuerwehr, stand als Gefreiter bet ei­ner Landsturm-Maschinen-Gewehrabteilung den Russen gegenüber und machte kräftigDampf" auf diese. In einem Treffen wurde die Abteilung Hart von den Russen bedrängt, weshalb sie sich zurückziehen mußte. Goralc- zyk nahm das schwere Maschinengewehr auf die Schul­ter und trug es zurück in das nächste Dorf. In einer Scheune fand er Unterkunft. Er legte den Tornister ab und streckte sich zur wohlverdienten Ruhe nieder. Plötz­lich wurde er von einer Anzahl Russen überrascht, die ihn gefangennehmen wollten. Goralczyk legte das Seitengewehr sowie den Revolver ab und begann, da er gut polnisch spricht, sich mit den Russen zu unter­halten. Diese hatten sämtlich mächtigen Hunger. Goralc­zyk holte aus seinem Tornister ein Stück echt oberschlcsi- schen Speck hervor, nebst einem Stück Brot und überließ beides den Russen, wobei er einen Plan zu seiner Be­

freiung erwog. Er erzählte den Russen, daß bei den Deutschen jeder Mann solchen schönen Speck nebst Brot neben der warmen Kost erhalte, obendrein noch Schnaps und reichliche Löhnung. Es gelang dem schlauen Wehrmann dadurch, die Russen zu überreden, mit ihm in bt" WWW WWWWWMWW

sie als Gefangene diese vortreffliche Verpflegung fi würden. Sie warteten die.Abenddämmerung ab und marschierten, hübsch ordnungsmäßig in zwei Glieder rangiert, 30 Mann hoch, unter dem Kommando Goratc- zyks zu den Deutschen. Vor dem Quartier des Feld­webels ließ Goralczyk die Gefaugenen einschwenken und erstattete dem Vorgesetzten Bericht. Der Feld­webel wollte es anfänglich nicht glauben, daß Goralc­zyk allein 30 Mann Russen gefangen habe und fragte ihn:Wie haben Sie das angestellt?" worauf Goralc­zyk lachend erwiderte:Ich habe sie umzingelt!" Die Schlauheit Goralczyks brächte ihm das Eiserne Kreuz und die Beförderung zum Unteroffizier ein.

as Lager der Deutscheren gehen, wo auch

Vermischtes.

Wie König Wilhelm im Jahre 70 Weihnachten feierte. König Wilhelm I. hat, wie der Korrespondenz Heer und Politik" von militärischer Seite geschrieben wird, wie heute sein Enkel das Weihnachtsfest des Jahres 70 inmitten seiner Truppen verlebt und zwar im Hauptquartier zu Versailles. Die größte Freude bereitete es ihm, seine treuen Helfer durch Aufmerk­samkeiten zu überraschen. Als besonderes Wechnachts- aeschenk für Bismarck hatte er das Eiserne Kreuz erster Klasse bestimmt. Bismarck faß gerade in seinem Quar- tier in der Rue de Provence mit Abekon und Keuöell zu Tisch, als ihm in einem schmuckvollen Kästchen das Weihnachtsgeschenk des Königs überbracht wurde. Das gleiche Geschenk erhielt Waldersee. Für den Kronprin­zen brauchte König Wilhelm nicht zu sorgen, denn an ihn hatte die Königin Augusta ein Paket geschickt, das hm der König überreichte. Als Aufschrift trug das Vaket folgendes:Für Fritz! ein militärischer Schoko- ladenkasten Augusta." Der König ließ es sich nicht nehmen am Weihnachtsabend der Bescherung der ver­wundeten Soldaten beizuwohnen, die in dem großen Lazarett des Schlosses zu Versailles lagen. Hier waren schon tagelang vorher alle Vorbereitungen getrosten worden um den Verwundeten ein würdiges Weihnachts- fest zu bereiten. Mehrere Christbäume waren aufge- stellt? und von den Liebesgaben, die aus der Heimat an­gekommen waren, war für jeden ein Paket bestnnnft worden. Für manchen Krieger hatte der äouig noch besondere Ueberraschungen, die in der Gestalt von Eisernen Kreuzen oder anderen Auszeichnungen be- standen Unernüdlich war er am Weihnachtsabend tät a die Leute, gleichviel, ob verwundet ober nichtver- winibet zu erfreuen. Auch noch nach dem Kriege wußte Kaiser Wilhelm l tapfere Soldaten auf sinnige Weise 511 ^Eine^russische Zigaretteutasche als Geschenk für Hindenburg. Ein dem deutschen Kaiserhaus verwandter Fürst verkaufte jüngst eine Zigarettentaiche, die er von Znem Mitglied des russischen Kaiserhauses als Präient erhalten "hatte, zum Besten des Roten Kreuzes. Der Erwerber Dr. F.-W., übermittelte das Etui Hinden- vurg^als Geschenk mit der Widmung,damit er in der Lage sei, bei seinem Einzug in Petersburg die Zaren- familie aus einer ihr wohlbekannten Zigarettentasche bewirten zu können." Hindenburg hat dem Spender nunmehr seine Freude und seinen herzlichen Dank aus- ^^rft Lettner, dann Bauk-irektor, dann ins Ge- fäugnis. Früher war er Kellner, dann kam Herr A. Lud- wia in Berlin auf die Idee, Bankdirektor zu werden. Er^ verschaffte sich durch einen Pump 95 X und mit

diesemAnlagekapital" gründete er dieDeutsche Wechsel- und Kreditbank", Direktion Schonensche Straße 1. Die Bank verfügte über großartige Werbebriefe. Da war angegeben, daß die Deutsche Wechsel- und Kredit­bank mit den verschiedensten Großbanken in Verbindung stehe, natürlich hatte sie auch ein Retchsbankgirvkonto und dergleichen. Die Verwaltungsräume beschränkten sich auf eine kleine Dreizimmerwohnung, doch das war in den Werbebriefe» nicht erwähnt. Zum Betrieb der Wechselgeschäfte auf Gegenseitigkeit, die derBank- direktvr" unternahm, stellte er vieleJnkassvbeamten" an, die Kantionen bis 800 und mehr stellen mußten. Von diesen Kautionen lebte der HerrBankdirektor" herrlich und in Freuden, bis einer der Geneppten Ver­dacht schöpfte und die Krimtnalpviizei für die Bank inter­essierte. Die hat nun nach Untersuchung des Betriebes den Bankdirektor Ludwig unter ihre Obhut genommen. Geld war in der Bank nicht mehr zu finden, aber für 24 000 jl Wechsel konnten beschlagnahmt werden, die wenig Wert haben werden.

~ Humor in der Kriegszeit. In einer Piittelstadt Wachsens zog eine Abteilung großer Schulkitaben, aus­gerüstet mit Helm und Säbel, in edler Begeisterung in den Krieg. Niemand aber wollte ben Franzosen mar­kieren, weil diesem immer die übliche Portion Prügel verabreicht worden war. Aber auch den Russen wollte "lemand barstellen. Nach längerem Hin und Wider trat endlich der Korporal mit dem üblichen Schneid auf einen kleinen Knirps zu mit den Worten:Du mußt den Russen machen. Du hast schon einmal Lause gehabt." Gegen diese Beweisführung war nichts einzuwenden, und so hatte die kleine Armee wenigstens ihren Russen. Verblaut haben sie ihn darin auch.

Unsere Feuertaufe.

Aus dem Feldpostbriefe eines Artilleristen.

Nachdem wir am . . August hinter . . . (Belgien) die belgisch-französische Grenze mit dreimaligem Hurra überschritten hatten, bezogen wir gegen 9 Uhr abends tu ... . (Frankreich) Quartier. Am . . . rückten ivir Morgens? Uhr ab. Kurz nach dem Abmarsch hörten wrr Gestlstitzseuer. Bei dem ersten Halt, wo die Pferde getränkt wurden, sahen wir schon an verschiedenen Häu­sern die Wirkung der Artillerie-geschosse vom vorher- gehenden Tag. Plötzlich kam der Befehl zum Aufsitzen und schon ging es im Trab vorwärts. Vorbei an Ba- 6^6en, Infanterie und Jägern, die schnell vorwärts Uebten Es kam schon eine ganz begeisterte Stimmung "ber uns, endlich an den Feind zu lommen. Das Ge- schutzfeuer hörten wir immer deutlicher.

Nachdem wir ungefähr 1% Stunde im Trab gefahren waren, kamen wir durch ein iu Brand geschossenes Dorf, immer im Trab durch die brennenden Häuser­reihen. Am Ende des Dorfes standen schon die ersten gefangenen Franzosen, 6 Offiziere, 24 Unteroffiziere und ungemhr ooo Mann. Weiter vor sahen ivir neben gefangenen Franzosen die ersten gefangenen Engländer. Est wurden mir gewahr, daß wir das englische Erpe- dittonsheer vor uns hatten. Uns packte gleich der Zorn über die hinterlistigen Engländer, es beherrschte uns nur das eine Gefühl, recht schnell an den Gegner heran zu summen,. um mit zur Entscheidung des Tages bet- tragen zu können. Das nächste Dorf war.... In deniselben trafen wir neben Jägern, die den ganzen Tag im Feuer gestanden hatten, Kavallerie und Infan­terie, die froh waren, endlich Artillerie zur Unter* stätzulig 3» bekommen. Sie reichten uns im Fahren Wein auf die Geschütze und Mmftttvnswagen. Auf der Eisenbahnbrücke hinter dem Ort machten wir Halt und scholl sausten die Schrapiiells mit dem ihnen eigentüm­lichen zischenden Geräusch über unsere Köpfe hinweg.

Es waren aufregende Minuten, hier im feindlichen Feuer zu halten, ohne sich wehren zu können. Wie eine Erlösung kam denn auch das Zeichen zum Niltraben. Ammer im feindlichen Feuer gingen wir in Stellung. Bis setzt hatten wir noch keme Verluste. Kaum halten wir abgeprotzt, so folgte ichmt Gruppe auf Gruppe von Schrapnells, die dicht über uns krepierten, da die feind- liche Artillerie sich schon vormittags eingeschossen hatte. Als die Protzen in Deckung fuhren, fragten ihnen die feindlichen Geschosse und schlugen direkt zwischen die Pferde, von denen sofort fünf P,erde tot waren und Aivci Mann verwundet. Scholl nach einigen Schüssen hatten wir die feindliche Batterie gefaßt und nun hagelte es Gruppe auf Gruppe abwechselnd Schrapiiells und Gra­naten, ebenso nahmen wir abwechselnd Artillerie und Infanterie unter Feuer. Aber auch der Feind war nicht faul und antwortete prompt. Manchmal war es, als wenn die Hölle sich aufgetan hätte. Dazwischen das Pfeifen der Jufantertekugeln. Während des Schießens verschanzten wir uns. Ein Glück war es für uns, daß die Geschosse zum größten Teil etwas hinter uns kre­pierten, sonst hätten wir schwere Verluste gehabt. Im Ganzen hatten wir zwei Schwer- und acht Leichtver­wundete.

Nachdem das Gefecht von K3 bis 7 Uhr gedauert hatte, ging der Feind zurück, verfolgt von unseren Schrapnells. Gegen 8 Uhr war vom Feind nichts mehr zrl sehen. Etwa 100 Meter vor uns auf einem Stoppel­feld lagen noch unverwundete und verwundete Eng­länder zum Teil hinter den Kornhaufen versteckt und lag die Bermntuug nahe, daß von diesen noch auf uns geschossen war. Es wurde eine Kompagnie Infanterie herbeigeholt, um das Terrain vor uns zu säubern. Ich schloß mich ihnen an. Das Bild, das sich uns da bot, vergißt man nicht so leicht wieder. Die Engländer la- gen hier wie gemäht. Das Stöhnen und jammern war herzzerreißend. Ganz jugendliche Personen waren da­runter,- dankend nahmen sie einen Schluck aus unseren Feldflaschen an. Die Verwundeten taten uns doch leid, trotzdem wir so erbittert über die Engländer waren.

Als die Dunkelheit angebrochen war, übernachteten wir in der Nähe des Gefechtsfeldes. In der Frühe des anderen Tages machten wir uns »ur Verfolgung des Feindes auf, konnten ihn aber nicht mehr einholen. Seine ganzen Ausrüstungsgegenstände hatte er wcgge- worfen, wahrscheinlich um besser ausreißen zu können. Das nächste Dorf, das wir mitbeschossen hatten, war nur noch ein brennender Trümmerhaufen. Vor dem Dorf und in den Straßen lagen die toten und verwundeten Engländer haufenweise, dazwischen auch von unserer eigenen Truppe. Wir mußten oft zur Seite fahren, da­mit die Geschütze nicht über sie binweggingen. Wenn wir auch den Feind nicht mehr fasten sonnten, so hatten wir doch die Genugtuung, daß das englische Erpeditions- korps aufgerieben war und von den Deutsche,t eine Be­grüßung erhielt, die sicher nicht erwartet war und ihre Wirkung nicht verfehlen dürfte. So hat auch unser. . . Korps und vor allem unser Regiment großen Anteil an der Niederlage der Ermländer. Nun immer weiter vor­wärts! Mit Gott für Kaiser und Reich!

Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande und macht sich strafbar.