' " Die russischen Truppen sind kampfesmüde.
** Mailand, 22. Dezember. (T. U.) Der Veters- burger Korrespondent des „Secolo" telegraphiert nach einer Meldung des „L.-A.", daß die russischen Truppen müde von den seit zwei Monaten nnnnterbrochen andauernden Kämpfen sind.
Rußlands Unzufriedenheit über England.
»e* Petersburg, 22. Dezember. (T.-U.) Die russische Presse zeigt über das Gelingen des deutschen Angriffes auf die, englische Küste außerordentliches Erstarr neu, da man s
- . „ .euglrsche Küste außerordentliches Erstaunen, da man in Rußland geglaubt habe, den Bersiche- rungen Churchills, denen zufolge die deutsche Flotte fest in ihren Häfen eingeschloffen sei und von der englischen Flotte am Auslaufen verhindert werde, Glauben schenket: zu dürfen. Man habe sich davon überzeugt, daß der englische Marineminister zu optimistisch geurteilt habe.
Die türkischen Operationen im Kaukasus.
Die Nachrichten des türkischen Generalstabs über die Operationen im Kaukasus lauten nach wie vor günstig. Es ist der russischen Flotte bisher noch nicht ge- lungen, die zahlreichen türkischen Transportschiffe zu beunruhigen. Mehrere russische Kavallerieregimenter, die östlich des Wan-Sees auftauchten, sind in einen Hinterhalt gelockt und fast völlig aufgerieben worden. Der Rest wurde zu Gefangenen gemacht. Kriegsminister Enver Pascha hat selbst die Leitung der Operationen im Kaukasus übernommen, ihm zur Seite steht Generalmajor Bronsart von Schellendorf. Die türkischen Truppen im Kaukasus verfügen über allermodernste Kampfmittel, Panzerzüge, Panzerautomobile, schwere Mörserbatterien und Flugzeuggeschwader. Auch haben sie in Anbetracht des reichlichen Schneefalles große Mengen Schlittenmaterial nachgesandt bekommen.
Annexion von Tunis durch Frankreich?
Die römische „Corresponöenza" erfährt von guter Seite, daß die Annexion von Tunis durch Frankreich bevorstände. — Das wäre dann wohl die Folge der Annexion Aegyptens durch England.
Die Gärung unter den indischen Truppen.
^ Kalkutta, 22. Dezember. (T.-U.) Die Bewegung unter den indischen Truppen, die sich gegen die englische Herrschaft richtet, macht weitere Fortschritte. Sie äußert sich durch fortgesetzte Attentate auf englische Offiziere. Nachdem erst vor wenigen Tagen der Polizeimeister von Kalkutta erschossen worden ist, hat jetzt einem eingeborenen Offizier, der Major Mohamed Ali Mirza, der bei den Mohammedanern bereits feit längerer Zeit als abtrünnig galt, das gleiche Schicksal ereilt. Der Major wurde von einem seiner Lanzenrei- ter vor der Front erschossen.
Japan verlangt Entschädigungen für seine Teilnahme am inner-europäischen Kriege.
Kopenhagen, 22. Dezember. (T. U.) Eine Petersburger Agentur-Meldung berichtet aus Tokio: Im japanischen Parlament erklärte das Mmisterium, daß Japan ohne Entschädigungen sich nicht an dem inner- europäischen Krieg beteiligen werbe.
Der „Sortiere della Sera" erklärt, auf Grund von an bester auswärtiger Stelle eingezogenen Erkundr- gungen mitteilen zu können, daß man m Tokw zwar durch die Einladung Frankreichs sehr geschmeichelt fet, aber weder die Absicht, noch den Wunsch hege, Truppen nach Europa zu senden.
Der Balkan.
Neutralttätsverletzung durch Griechenland?
Koustantinopel, 21. Dezember. (WTB.) „Terdsch.- i-Hakikat" erfährt, Griechenland habe die Erlaubnis zur Errichtung von Stationen für drahtlose Telegraphie auf der kleinen Insel Fanar bei Mythilene und am Hafen von Mudros auf der Jnfel Lemnos erteilt, woraus Engländer und Franzosen Nutzen ziehen. Dre englischen Geschwader bedienen sich des Hafens von Sygriauf My- thilene als Nahrungsmitteldepots. Das Blatt betont, -atz dies eine Verletzung der Neutralität sei.
ahrungsmitteldepots. Das Blau oeronr, däß -ies eine Verletzung -er Neutralität sei.
Eine bulgarisch-rumänische Einigung.
Die „Köln. Ztg." meldet aus Zürich: Italienischen Berichten zufolge hat zwischen Rumänien und Bulgarien unter Zustimmung Italiens eine Emigung statt. gesunden. Tatsächlich Mint daran zuzutreffen, daß die Uebereinstimmung zwischen den belden Lmtöem mmer größer wird.' Rumänien hat nach diesen Berichten versichert, daß es neutral bleiben werde, auch wenn zmuchen Griechenland und Bulgarien sich ein ZtRschenfall ereignen würde. Rumänien ließ ferner die Durchfllhr bestimmter Waren nach Bulgarien zu.
*
firleasnlletlel
Englische Friedenswünsche.
Reuter meldet aus London : Der Erzbischof von York drahtete bei der Beerdigung der durch K Beschießung der englischen Küste Umgekommenen: ^DerTodoieser Menschen wird im ganzen Lande den Wunsch bestärken, daß England und die Bundesgenossen dem Krieg ein
ganzen LaE ^ Wunsch bestärken die Bundesgenossen dem Krieg ein
„Und ich bin glücklich in Deiner Liebe, meine Ellen!"
* * *
Herr von Wittkoven und Fred Diesterweg begleiteten nach einigen Wochen das neuvermählte Paar an Bord des großes Ueberseedampfers, der es der neuen Äwe'M
land sich mit den Tatsachen °»,'Ee °r doch -ug-tt-S-n,
ÄS «~^ s ^ ^Ä^erben uns herzlich freuen. Und Sie, Herr von Wittkoven — kommen Sie nicht auch einmal wieder nach ^n Osten? ^ ^ Rede davon, daß ich als
Gesandter nach Korea kommen soll. Dann steige ich auf ein paar Tage bei Ihnen ab, Frau Ellen.
ÄÄtoÄ »um Wen Mal. Die B-.
^WWMM SÄsÄ «ck-s lenkten.
schleuniges Ende bereiten, damit die Welt die Wohltaten des Friedens genießen kann."
Das Problem der Wiederbevölkerung Ostpreußens.
.Für Ostpreußen ist für die Zukunft wohl die be- deutendste und folgenschwerste Frage, wie viele der Ge- slüchteten nach dem Kriege in die verwüsteten Landesteile znruckkehren werden. Oberpräsident v. Batocki be- antwor ete dies dem „B. T." zufolge in der Beratung der KriegShilfskommisslvn für Ostpreußen dahin, daß man mit einem Verlust von 200 000 bis 300 000 Einwohnern rechnen müsse.
Der Haß gegen die „rücksichtslosen Mordbrenner".
Wut unb Entrüstung über die Engländer spricht
ben Erzählungen der in Rotterdam eintreffenden Flüchtlinge belgischer Küstenorte. In eisiger Nacht ver- • ließen sie bie um Ostende gelegenen Dörfer. Westende hat unter der Beschießung am stärksten gelitten. Seine Bewohner erzählten, daß sie aus Le Havre die Versicherung erhalten hätten, ein Bombardement der Küste wurde nicht mehr vorgenommell. Trotz des offiziellen Versprechens hätten die Eugländer deu Augriff wieder- ^c'lt-.. Der Haß gegen die „rücksichtslosen Mordbreuner" entladt sich in heftigen Beschimpfungen. Plan lobt dagegen das Vorgehen der Deiltschen, daß sich die Land- stnrmleute bescheiden und einfach benehmen: „Sie begnügen sich mit dem, was wir aufbringen können und machen uns die bösen Tage feindlicher Herrschaft so erträglich, wie es den Umstünden entspricht."
Vermischtes.
Eine Siegesnachricht als Todesursache. Regierungsrat Josef Folnesics, der Vizedirektor des österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien, ist in Reichenhall einem Schlaganfall erlegen. Die Ursache des Schlaganfalls war, wie die Todesanzeige au- gibt, die Freude über einen Sieg der Deutschen.
Eine gute Verivendung des Goldenen Hochzeitsgeschenks. Ein pensionierter Bahnwärter aus Tungendorf, der in nächster Zeit seine Diamanthochzeit feiert, erhielt zur Feier der goldenen Hochzeit das kaiserliche Ehrengeschenk von 50 .^. in Gold. Wie ein Heiligtum bewahrte der Alte dieses Geschenk auf und war nicht zu bewegen, sict^davon zu trennen. Jetzt, nachdem er gelesen, wie sehr ber Staat des Goldes bedarf, hat er es gegen Kassenscheine umgewechselt. „Denn," sagte er, „ich möchte es doch nicht auf dem Gewissen haben, das Gold behalten zu haben, wo mein Kaiser, der es mir so großmütig schenkte, es dringend notwendig braucht, um uns damit den Sieg zu erringen."
Gefängttisstrafen für Kriegsschwätzer. Vor dem außerordentlichen Kriegsgericht in Straßbnrg i. E. hatten sich wiederum mehrere Personen zu verantworten, die sich durch die bisher verhängten schweren Strafen von der Bekundlmg ihrer deutsch-feindlichen Gesinnung nicht abhalten ließen. Unter den Angeklagten befindet sich die unverehelichte Mary Spaeth, die sich jungen Pensionärinnen gegenüber in schamloser Weise über die Person des deutschen Kronprinzen ausließ. Das Urteil lautete auf sechs Wochen Gefängnis. Gleichzeitig ordnete das Gericht die sofortige Verhaftung der Angeklagten an. In einem zweiten Falle hatte sich der Prokurist Rosenstiehl aus Straßburg zu verantworten wegen Verbreitung falscher Kriegsgerüchte. Er wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
Gegen die ehrlosen Feldpostbriefmarder gehen die Strafkammern mit unerbittlicher Strenge vor. Die Strafkammer des Landgerichts 1 in Berlin hatte sich schon wieder mit einem solchen Burschen zu beschäftigen, der eine für die Feldgrauen bestimmte Liebesgabe entwendet hatte. Der 22jährige Wilhelm Mathees wurde trotz einer im jugendlichen Alter erlittenen Strafe we= gen Diebstahls und Betruges im Jahre 1912 als Postaushelfer im Postamt 87 angeftellt. Am 7. Oktober hatte er die ihm zugewiesenen Briefkästen zn leeren und nach der Rückkehr ins Amt den Inhalt des Briefsackes auf den Tisch des Sortierraumes ausgeschüttet. Unbemerkt hatte er sich einen Feldpostbrief, in dem nach seiner Behauptung Zigarren waren, angeeignet. Der Staatsanwalt beantragte 1% Jahre Gefängnis. Der Gerichtshof ging über diesen Antrag noch weit hinans und verurteilte den Angeklagten zu 2% Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust bei sofortiger Verhaftung.
Die „Vergeßlichen" in — Ruhleben. Bet der Jn- Haftnahme der Engländer hat die Staatsangehörigkeit zu viele bemerkenswerte Zufälle ergeben, als das biete „Kufälle", wie der „Türmer" schreibt, nicht zum Nachdenken anregen sollten. Hier war es ein über zwanzig Jahre in Deutschland ansässiger Ingenieur, der „vergessen" hatte, sich naturalisieren zn lassen, dort em harmloser Buchhalter, der nicht einmal ein Wort Englisch versteht, und dessen englische Staatsangehörigkeit daraus hergeleitet werden muß, daß sein Vater, nach längerem Aufenthalt in England vor sechzig Jahren zurückgekehrt, seine Naturalisation verabsäumt hatte. Es mag ja wirklich manch armen Teufel geben unter den eingesperrten Engländern, der im Herzen gut deutich, nur der Form nach Engländer ist. Aber man hat noch nie etwa» von den berühmten Drückebergern gehört, sollte sich niemand von den Herrschaften in seinem zwanzigsten Lebensjahre bewußt gewesen sein, daß er als Engländer aar keiner Dienstpflicht unterliegt, während seine rechtzeitige Naturali ation die Dienstpflicht in Deutschland bedinat hätte! Es mag manch einem auch ganz gut zu- stat en aekommen sein, in Deutschland als Deutscher an- aesehetl 2 werden und wenn ihn sein Beruf ins Aus- führte dort immer, wenn es für ihn von Vorteil war als Engländer aufzutreten und sich als solchen aufzuweisem Diese Herrschaften müssen eben jetzt - nachzahlen.
Gespröch mit Tirpitz.
Einblick in die Gedanken des Großadmirals von ^irviiT aestattet eine soeben in Amerika veröffentlichte Unterredung die der Staatssekretär Herrn Karl H. von Wieaanö dem Berti Vertreter der „United Preß, die amerikanische Blätter mit Nachrichten versieht, AP^rthrf hm öerr von Wiegand schreibt nach der „Voss. Zeitung"^ aus dem ^Großen Hauptquartier, Ende No- vember, u. a.: Stimme zum Proteste nicht er- hnh/n unb wenig oder gar nichts unternommen gegen ü?e Schließung der Nordsee für die neutrale Schisfahrt
cJSnb Was wird Amerika nun tagen, wenn DeÄschMnd einen Unterseebootkrieg gegen alle feind- ti^eSo9fragÄ von Tirpitz, der Staatssekretär des Reichsmarineamts, dessen bewunderungs- ^ai-d^ew Organisationstalent zum größten Teil Deutschlands Motte zu verdanken ist, als ich ihn n ^inev Amtswohnung zu einer Unterredung aufsuchte. ^^^Erwäaen Eure Exzellenz derartige Maßnahmen?"
"Warum nicht? England will uns aushungern,- wir kRnen dasselbe Spiel treiben, England umzingeln i^des englische Schiff oder jedes seiner Verbündeten, das sich irgendeinem Hafen Englands oder Schottlands
nähert, torpedierest und dadurch den größeren Teil bei Nahrungsmittelzufuhr abschuetoen."
Er wiederholte: „Was würde Amerika dazu sagen? Hieße es nicht, England mit demselben Maß messen, mit dem es uns mißt?"
„Hat Deutschland genug Unterseeboote, um durch- zuführeu, was auf eine teilweise Unterseebootsblockade Englands hinauslauft?"
„Ja, in Unterseebooten größeren Typs sind wir England überlegen."
*
„England, ja England allein ist für diesen Krieg verantwortlich. Wollte Deutschland irgendetivas haben, stellte Deutschland an irgendjemand irgendwelche Forderungen? Hatte Deutschland mit irgendjemand eilten Streit? Nein, es wollte nur in Ruhe gelassen sein, um sein friedliches Wachsen und seine friedliche Entwicklung sortsetzen zn können. Englands deutschfeindliche Politik geht bis auf 1870 zurück, bis auf unsern Sieg über Frankreich. Immer herrisch, wie ein Diktator, wollte es nicht, daß Deutschland sich wirtschaftlich auSdehne oder in der Welt den Platz einnehme, auf den es als Macht ein Recht hatte. England wirb jedem die Kehle durchschneiden, der ihm in den Weg fommt oder der ihm nach seiner Ansicht in den Weg fommeu könnte. England hat nicht die Gewissenhaftigkeit der weißen Rasse, wie das Bündnis mit Japan zeigt. Wenn eS daraus Nutzen ziehen kann, wirb es mit jedem ein Bündnis schließen, ohne Rücksicht auf Rasse oder Farbe."
„Der Eindruck ist entstanden," sagte ich, „als ob der deutsche Militarismus dazu betgetragelr hätte, den Krieg zuwegezubringen."
„Ja, das ist Englands Geschrei über unfern Mili- tarismus. Und wie steht es mit seinem Marinismns, der seit Jahren scholl die Alleinherrschaft über die Meere für sich in Anspruch nimmt? Bei uns gibt eS keinen Militarismus, wenn Sie nicht gerade die allgemeine Wehrpflicht als solchen anseheu, und diese wiederum ist notwendig zur Verteidigung unseres Landes, das Jett Jahrhunderten der Kampfplatz für die europäischen Völker gewesen ist. Meiner Ansicht nach führt die allgemeine Wehrpflicht zum Frieden und nicht zum Kriege. Ich war einer von denen, die nicht glauben wollten, daß dieser Krieg kommen würbe. Ich konnte es mir nicht vorstellen, daß europäische Völker sich gegenseitig ab« schlachteu würden."
*
„Was finb Ew. Exzellenz Ansichten über das japanische Problem?"
„Das ist ein Problem für Sie Amerikaner; Sie werben sich damit beschäftigen müssen. Dann werden wir Zuschauer sein." Großadmiral von Tirpitz richtete sich bet diesen Worten auf. Seinen Finger hatte er auf mich gerichtet. Er fuhr fort: „Ich meinte das mit unserer Zuschauerrolle natürlich nur im Spaß. Das würbe ganz von den Umständen abhängeN, von beu Umständen . . .! Eines kann ich Sie versichern, Deutschland wird niemals die weiße Rasse aufgeben! Japan wirb China zu seinem Vasallen machen unb seine Millionen von Leuten militarisieren. Dann wird Ihr Land auf der Hut sein müssen. Admiral Togo sagte einmal einem Europäer: „Der nächste Krieg wirb ein allgemeiner europäischer sein, und damit kommt der große Krieg zwi- schen meiner Rasse unb der Ihren." Exzellenz von Tirpitz ist der Ansicht, daß das Hineinzteyen der Japaner in den Krieg ein Hochverrat an der weiften Rasse sei. Exzellenz von Tirpitz zollte der amerikanischen Flotte, die nicht nur au Zahl, sondern auch qualitativ der japanischen überlegen sei, hohe Allerkennung.
*
„Ew. Exzellenz, wir haben in letzter Zeit so wenig von den Zeppelinen gehört. Wie haben sie sich in diesem Krieg als Waffe für die Marine bewährt?"
„Persönlich bin ich der Ansicht, daß auch die Flugzeuge für Marinezwecke außerordentlich geeignet sind. Aber zum Tragen großer Lasten auf wette Entfernungen sind die Zeppeline selbstverständlich wett überlegen.
„Dann sind die Zeppeline in der Marine wohl nicht ohne Konkurrenz geblieben?"
„Ich kann jetzt noch nicht sagen, welche von den beiden Arten sich voraus s den jeweiligen Wetterbe
rine zu arbeiten hat, erwe, ........
gesagt werden, daß beide ganz verschiedenen Zwecken dienstbar gemacht werden."
Dann kamen wir auf die Erfolge der Unterseeboote
ssichtlich als die beste Waffe unter rbedtngungen, unter denen die Marsen wird. Aber soviel kann
zu spreche«. Ich fragte daher, ob eine der Lehren des Krieges die sei, daß Großkampfschiffe sich überlebt hätten.
„Es ist schwierig, schon jetzt Schlüsse zu ziehen. Daß die Unterseeboote ein neues und großes Kampfmittel in der Seekriegsführung sind, ist nicht zu bestreiten. Man darf indes nicht vergessen, daß die Unterseeboote am besten an den Küsten und in flachen Gewässern operieren, und daß aus diesem Grunde der englische Kanal besonders dafür geeignet ist. Die bisherigen Erfolge berechtigen noch nicht zu der Schlußfolgerung, daß große Schiffe sich nun überlebt haben."
„Wird die deutsche Flotte sich der englischen zur Schlacht stellen?"
„Wenn die Engländer uns Gelegenheit zur Schlacht geben, gewiß. Kann man aber erwarten, daß unsere Flotte, die an Zahl nur ein Drittel der englischen aus- macht, eine für sie ungünstige militärische Gelegenheit benutzt, und die englische zur Schlacht herausfordert? Soviel wir wissen, liegt die Flotte der englischen Grotz- kampfschiffe auf der Westseite Englands in der Irischen See."
„Ist etwas Wahres an den Berichten, baß eine Invasion Englands mit Zeppelin-Lnftschiffen vorbereitet wird?"
Ich glaube, ein Unterseebootskrieg gegen englische Handelsschiffe ist eher noch wirksamer."
In diesem Augenblick wurde Graf Tisza, der ungarische Ministerpräsident, der beim Kaiser war, ange« meldet. __________________________________
Weitere Drahtnachrichten.
• Schweres Einsturzunglück in Monastir.
w Sofia, 22. Dezember. (T. U.) Aus Saloniki wird gemeldet: Reisende aus Monastir erzählen, daß sich dort in der alten Artilleriekaserne, der sogenannten Weißen Kaserne, ein altes baufälliges Gebäude, ein großes Unglück zugetragen hat. In der Kaserne sind gegenwärtig mehrere hundert Rekruten im Alter von 17—20 Jahren, die aus Altserbien dorthin eingerückt sind, untergebracht. Nachts stürzte plötzlich der Fußboden eines großes Schlafgemaches im ersten Stockwerke ein und alle daselbst untergebrachten Soldaten wurden unter den Trümmern begraben. Die Zahl der hierbei ums Leben gekommenen Rekruten ist nicht bekannt. Die Zahl der Verwundeten beträgt 70, unter ihnen sind die meisten schwer verletzt. t
Die Angelegenheit Weilt vor dem Partei- und Fraktionsvorstand.
»-r Berlin, 22. Dezember. lWTB.) Laut „Bor- wärts" werden sich Partei- und Fraktionsvorstand mit der Angelegenheit Weill noch beschäftigen.