AtzW M Attfilili-Wern-EWes.
Alljährlich im Herbst versammeln sich die Vorstände der einzelnen zum Ober-Fulda-Werragau gehörigen Vereine zu einem Gauturntag, um auf diesem einem Rückblick über das verflossene Jahr zu werfen und weitere Beschlüsse für die Folgezeit zu fassen. Mit Rücksicht auf die Kriegszeit mußte aber in drefem Jahre von der Tagung abgesehen werden. Dafür waren die Vereinsvorstände zu einer Besprechung und zu einer Aussprache über die durch die Kriegslage in den einzelnen Vereinen eingetretenen Verhältnissen zu einer gemeinsamen Sitzung aus vergangenen Sonntag mittag 1 Uhr in die neue Turnhalle des Turnvereins Hersfeld eingeladen. Zu dieser Sitzung hatten sich Vereinsvorstände und Mitglieder aus dem gesamten Gaugebiet eingefunden,- freilich fehlte eine große Zahl der sonst regelmäßig erscheinenden,' sie waren zu den Fahnen einberufen. Der aus 14 Mitgliedern bestehende Gauvorstand und Gauturnausschutz waren nur durch 4 Mitglieder vertreten, da die übrigen ebenfalls im Felde stehen.
Zur festgesetzten Stunde eröffnete der Gauvertreter die Sitzung, wies in einer längeren Begrüßungsansprache aus die gegenwärtige ernste Zeit bin und legte dar, welche Aufgaben jetzt die Turnvereine vornehmlich zu erfüllen hätten. Er wies insbesondere darauf hin, daß der Turnbetrieb in den einzelnen Vereinen fortgesetzt und daß namentlich die eben aus der Schule entlassene Jugend zum Turnen angehalten werden müsse. Daneben aber sei es jetzt Aufgabe der Vereinsvorstände, mit allen Mitteln dahin zu streben, daß die an allen Orten gebildeten Kriegsjugendwehren im weitgehendsten Maße Unterstützung durch die Turner fänden. Es dürfe kein Jüngling in den Reihen dieser Wehren fehlen. Der Gauvertreter erwähnte in seinen einleitenden Worten ferner, daß schon eine große Anzahl junger Turngenossen aus dem Gau den Heldentod für das Vaterland erlitten hätten. Um die gefallenen Turner zu ehren, erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen.
Ueber die Arbeit in den Vereinen, insbesondere über die Kricgsjugendwehren folgte eine mehrstündige eingehende Besprechung. Hierbei wurde durchweg die Ansicht vertreten, daß die Bestrebungen der Kriegsjugendwehr, die sich zum guten Teil auch mit dem der Turnerschaft decken, auf das eifrigste gefördert werden
Amtliche Bekanntmachungen.
Hersfeld, den 16. Dezember 1914.
Der Landwirt Heinrich Croll zu Gittersdorf ist zum Bürgermeister der Gemeinde Gittersdorf gewählt worden.
Ich habe diese Wahl bestätigt und Croll am 14.
d. Mts. verpflichtet. (I. A. Nr. 9975.)
Der Vorsitzende des Kreisausschusses:
J. V.:
v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Bekanntmachung.
Die Zinsscheine Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der preußischen konsolidierten SbWotgen Staatsanleihe von 1905, 1906 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Januar 1915 bis 31. Dezember 1924 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden
vom 1. Dezember d. Js. ab ausgereicht, und zwar
durch die Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW 68, Oranienstraße 92/94,
durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) in Berlin W 56, Markgrasenstraße 38,
durch die Preußische Central-Genossenschaftskasse in Berlin C 2, am Zeughause 2,
durch die preußische Regierungshauptkasse, Kreiskassen, Oberzollkassen, Zollkasfen und hauptamtlich verwalteten Forstkassen,
durch die Reichsbankhaupt- und Reichsbankstellen und die mit Kasseneinrichtung versehenen Reichsbanknebenstellen.
Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigten Erneuerungsscheine (Anweisungen, Talons) den Ausreichungsstellen einzuliefern sind, werden von diesen unentgeltlich abgegeben.
Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn dre Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind.
Berlin, den 30. November 1914.
Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez.: vonBischoffshausen.
* *
Hersfeld, den 14. Dezember 1914. Wird veröffentlicht.
I. 12641. Der Landrat.
J. V.:
Funke, Kreisfekretär.
Herrliche Bitte!
. , Wenngleich der große Weltkrieg die Liebestätigkeit m hohem Maße m Anspruch nimmt, so wage ichs dennoch mit der Bitte hervorzutreten: ’
™ ^ GAnket der Kolonisten und Wanderer am lieben Menschen^^ ~ ^ure Lindigkeit lasset kund sein allen ™ mich nicht vergeblich bitten. — Jede Gabe an mtgenommen^ oder Schuhwerk wird dankend Ein herzliches „Vergelts Gott!- im Voraus.
Wanderer-Arbeitsstätte Bebra. Schulze, Inspektor.
müßten. Mehrere der Anwesenden trugen die gegenwärtigen Verhältnisse in ihren Vereinen und Gemeinden vor.
So berichtete -er Vorsitzende des Turnvereins Burghaun, Herr Förster Döring, daß er in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Ortsausschusses für Jugendpflege und des dortigen Turnvereins eine Jugendwehr, zu der auch die Jugendlichen einiger benachbarten Dörfer gehören, gebildet habe, die in erfreulicher Entwicklung begriffen sei. Die Uebungen finden Sonntags im Freien statt, und außerdem würden die jungen Leute an den Donnerstag-Abenden zum Turnen angehalten. Herr Stadtrat Seifert vom Turnverein Gersfeld erkannte ebenfalls den Wert der Kriegsjugendwehren an, mußte indessen bemerken, daß, während die Turnstunden nach wie vor gut besucht würden, die jungen Leute des Ortes trotz mehrfacher Anregung wenig oder gar keine Lust verspürten, eine Jugendwehr zu bilden. Herr Niebling-Philipps- thal mußte ebenfalls hervorheben, daß in seinem Ort trotz wiederholter Versuche die jungen Leute nur in geringer Anzahl sich an den Uebungen beteiligten. Demgegenüber konnte der Vorsitzende des Turnvereins Meckbach, Herr Keidel, erklären, daß in seinem Verein die gesamte Jugend des Ortes gesammelt und mit großem Eifer bemüht sei, an den Sonntag Nachmittagen zu üben. In ähnlichem Sinne äußerte sich der Vorsitzende des Turnvereins Blankenheim, Herr Ch. Reyer.
Der ebenfalls anwesende Kreisjugendpfleger, Herr Turnlehrer Heinemann, von hier, machte die Anwesenden mit dem Erlaß der Herrn Minister bekannt, erläuterte, in welcher Weise die jungen Leute ausgebildet werden sollten und betonte besonders, daß er bei Einrichtung der Jugendwehren im Kreise Hersfeld sich der Unterstützung aller Berufsstände zu sichern versucht habe. Er sprach dabei die Hoffnung aus, daß auch die Mithilfe der maßgebenden Personen der einzelnen Gemeinden wohl nicht versagen werde. Der Herr Gauturnwart Köhler aus Fulda berichtete, daß die Jugendwehr in Fulda nahezu 600 Jugendliche umfasse, die in 4 Kompagnien eingeteilt seien. Daneben seien jetzt die Vierzehn- und Fünfzehnjährigen mehr als bisher bestrebt, die Turnstunden zu besuchen. Herr Braun vom Turnverein Heringen sowie Herr Schwarz vom Turnverein Vacha konnten Günstiges über den Betrieb der Jugendwehren melden. Ebenso Herr Lange vom Turnverein Bad Salzschlirf,.
Zur anderweiten Verpachtung der zu Michaeli d. J. pachtlos gewordenen städtischen Grundstücke, als: Kartenbl. Ea Nr. 235 a 84,01 ar Wiese auf der Oberau, „ „ „ „ " 16,55 „ Weiden u.Grasnutzung a. d. Fuldaanfluß das.',
„ L. „ 46 Grasnutzung hinler'm Rottland am Lengsfelder Weg,
„ U. „ 339 8,19 ar Land auf der alten Leimen- kaute, haben wir Termin auf
Montag, den 21. d. Mts.,
vormittags 9 Uhr
in das Stadtkaffeulokal anberaumt.
Hersfeld, am 17. Dezember 1914.
Der Magistrat:
Strauss.
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der außerdem erwähnte, daß die militärische Ausbildung der Jugend in den Händen des Turnvereins liege. Es sprachen weiter noch in längeren Ausführungen die Herren Zimmermann von Theobalds- Hof, Kaufmann von Asmushausen, Küch-Hönebach u. a.
Die gründliche Aussprache fand in folgender einstimmig gebilligten und zur Richtschnur dienen sollenden Erklärung des Gauvorstandes beredten Ausdruck:
„Es sind seitens der Gauleitung und der Vereinsvorstände, die den Turnvereinen des Ober-Fulda- Werragaues angehörigen Turner vom 16. Lebensjahr ab mit allen Mitteln zur Teilnahme an den Uebungen der Jugendwehren anzuhalten, einerlei, ob diese Uebungen in den Turnvereinen oder in anderen Vereinigungen abgehalten werden. Daneben bleibt für die Turnvereine die ihnen durch die Satzung der deutschen Turnerschaft gestellte Aufgabe bestehen, nämlich die Förderung des deutschen Turnens als eines Mittels zur körperlichen und sittlichen Kräftigung, sowie die Pflege deutschen Volksbewußtseins und vaterländischer Gesinnung."
Der Gauvertreter wies dann noch auf die in der Gauzeitung eingerichtete Ehrentafel für die gefallenen Turner und für diejenigen Turner hin, welche mit dem Eisernen Kreuz oder auf ähnliche Weise ausgezeichnet worden sind. Ferner wurde bekannt gegeben, daß die Geschäfte des Gaues von den zurückgebliebenen Vorstandsmitgliedern einstweilen weitergeführt werden sollen. Wetter wurde auch zur Kenntnis gebracht, daß in einer Anzahl von Turnvereinen neben den Vereinsvorständen auch fast alle aktiven Turner zu den Fahnen einberufen worden seien. Von dem bisherigen Gauschriftwart, Amtsgerichtsekretür Rotten- bach von Friedewald, der als Unteroffizier d. L. bei Kriegsausbruch in das Feld gezogen, war ein Karten- gruß aus den Schützengräben vor Wer» eingegangen, in dem er seine Ernennung zum Offizier-Stellvertreter mitteilte.
Die in jeder Weise schön verlaufene und von echt patriotischem Geiste getragene Versammlung schloß der Ganvertreter mit einem dreifachen „Gut Heil" auf das deutsche Vaterland und dessen tapferen Streiter.
Da der Wunsch laut geworden ist, von Zeit zu Zeit ähnliche Sitzungen abzuhalten, so ist eine solche im April k. J. in Burghaun vorgesehen.
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