berichtet: Dem „: teilung seines „!
VMlon fördert, ist jedoch so enorm hoH,^baß'daS fratti zösische Krteasministerium bisher noch nicht gewagt hat die öffentliche Meinung ausführlicher über Hen Stand der Verhandlungen zu informieren. — Aus Rom wird Journal" zufolge schickt Japmr eine Ab- toten Kreuzes" nach Paris.
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440 Kilometer Frontlänge.
Wie aus Paris gemeldet wird, macht der „Matin" nähere Angaben über die Ausdehnung den französischen Front zwischen Armentiäres am Lys bis nach dem Col Sainte-Marie in den Vogesen, die in der Luftlinie 440 Kilometer Länge haben soll. Das von den deutschen Truppen besetzte französische Gebiet sei 20 100 Quadratkilometer groß. Von Belgiens 29 456 Quadratkilometern seien nur noch 40 nicht von den Dentßhen besetzt.
Die Neutralen.
„Eine gewisse Reaktion gegen England" in Amerika.
Die Londoner „Morning Post" berichtet aus Washington unter dem 13. d. M.: Der Zusammentritt des Kongresses ermöglicht es, die Stimmung des Landes abznschätzen. Die Kongreßmitglieder kommen frisch aus ihren Wahlkreisen; viele Geschäftsleute und Politiker, die ohne spezielle Verbindungen mit dem Kyngretz an seinen Arbeiten interessiert sind, versammeln sich hier und stehen in direkter Fsthlung mit ihrer engeren Heimat. Es ist klar, daß in den letzten Monaten eine gewisse Reaktion gegen England eingetreten ist. Vier Ursachen sind wirksam gewesen: die deutsche Ausklä- rnngsarbeit in Amerika, der Aerger über Eiuschrän- knngen durch die Eingriffe der englischen Zensur, der Eindruck, daß England die Vereinigten Staaten einfach zn seinem eigenen Vorteil benutze, und schließlich die Vorstellung, daß, während Belgien dnrch die britische Diplomatie leiden mußte nnd das Opfer des Kampfes wurde. England nichts für dieses Land getan hat. In Neuyork ist die Stimmung entschieden für die Verbündeten, doch nicht einstimmig. Und Neuyork ist nicht Amerika. Die Deutschen sind gut organisiert, ihre Tätigkeit hatte Erfolg, besonders nn mittleren Westen, wo sie ihre Arbeit konzentriert haben. Das Ergebnis der deutschen Propaganda ist, daß Gesetzentwürfe in beiden Häusern des Kongresses eingebracht worden sind, um den Verkauf militärischer Artikel an die Verbündeten zu verhindern; ferner ein starker Gewinn der Republikaner in den letzten Wahlen, indem sich der deutsche Einfluß gegen die Demokraten wendete, außer wenn der demokratische Kandidat ein Deutscher war. Die englische Zensur schadet der englischen Sache Wiz besonders durch die Unterdrückung des Berichtes über den Untergang des „Audacious . Sie schuf dadurch Mißtrauen gegen die Londoner Veröffentlichungen überhaupt.
Fort mit den Friedensschalmeien.
Unter dieser Ueberschrift schreibt der bekannte frei- konservative preußische Landtagsabgeordnete Freiherr
^ ®er®eban^ mit Großbritannien, der vor einiger Zeit zwar nicht m der Presse, aber dem Vernehmen nach in einflußreichen Kreisen anaereqt wurde, ist verdientermaßen gänzlich von der Bilöflache verschwunden. Im deutschen Volke gewinnt eben die Ueberzeugung, daß unser Hanptfemö b°‘ÄM reich, bald einem solchen mit Rußland das Wort geredet. Beides ist erklärlich. Die Franzosen sind von unseren Gegnern die weitaus am wenigsten gehaßien; wir empfinden eher Mitleid mit dem Vol^, das Eitelkeit zE Spielball der britischen und russischen deutschen Feindschaft gemacht hat. Was Rußland aber anbe- lanat, so macht die wachsende Ueberzeugung, daß wir unsern Hauptseind jenseits des Kanals zu suchen haben, den Wunsch erklärlich, unsere Ostfront frei zu bekommen, um alle Kraft gegen Westen zusammenfasien zu können. Hierzu kommt die weitverbreitete Auffassung, daß zwi- Ren dem Deutschen Reich und Rußland eigentlich Interessengegensätze von einer, einen so schweren Krieg recht erttgenden Bedeutung gar nicht beständen.
J Gleichwohl sind solche Anregungen durchaus verkehrt. Aus besonderen wie aus allgemeinen Gründen. In Frankreich zeigt sich, wie^offiziös zutreffend hervorgehoben ist, noch keinerlei Friedenssehn- sucht; es ist eben noch ganz im Schlepptau EnglandL. Betreffs Rußland braucht nur an unsere Verbüudeten, Oesterreich-Ungarn, und an die ganze Kriegsla^eer innert zu werden, um erkennen ö» lassen, daß me eines befriedigenden-Friedens noch entfernt ^
Grundsätzlich aber muß aufs entschiedenste oem Spielen mit dem Gedanken eines Sonderfriedens wid^. sprachen werden. Es könnte nur leicht Zweifel anim- serm une^chütterlichen Willen zum vollen Siege und an unserem felsenfesten Vertrauen auf einen solchen Sieg erregen und 'damit unsere mora^ schwachen. Weiter liegt darin die! Gefahder Ablen kung von dem, was uns zurzeit allein nottut. von oer Konzentration unserer ganzen Kraft onf die siegreiche Durchführung des Krieges bis zum vollen Erfolge im Westen wie im Osten. Deshalb fort mit allen Frievens. schalmeien, welcher Art sie sei« mögen: Mars allem re, giert für uns die Stunde, erst aus vollem Siege nuuA «ns die Palme des Friedens!
Kriegsallerlei.
Anshebung der Todesurteile von Cafablanca.
Eine Nachricht, die allgemeine Befried!gung erre - M&^ ”& VA« A™: Huf dieses Urteils ist nichts bekannt.
I»B^^ auf die Nichtbefolgung dieses Aufgebots.
Politische Rundschau.
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Ä$U @efM «A» ®«^ nach Naco abgesandt Morden.
,.„ Eine rusfisch-chinestsche Berstündignug über die Mongolei. Wie die „Frkf. Ztg." aus Petersburg mel- oet. besagen Berichte aus Kiachta, daß Rußland und Chma übereinkamen, die Mongolei als autonomes Land unter der Suzeränität von China anzuerkennen.
Japans Interesse am Suezkaual. Der juristische Berater Juanschikais Dr. Ariga erklärte, wie die ^Frkf Ztg." aus Tokio meldet, der Suezkanal müsse englisch bleiben, weil das eine Lebensfrage für Japan sei.
Kleine llacfirlcfite»
" Ein Prinz geboren. Die jüngste Tochter des verstorbenen Fürsten Heinrich XXII. Reuß a. L., Prin- zestin Jda, wurde in Potsdam von einem Söhne entbunden. Die junge Mutter ist die Gemahlin des Prinzen Christoph Martin zu Stolberg-Roßla, der als Garde-Oberleutnant durch eine Flieger-Bombe am Bein schwer verwundet wurde und zur Zeit in Potsdam liegt.
Opfer eines wild gewordenen Stieres. Aus Duisburg wird gemeldet: Ein einem Viehwärter entlaufener wild gewordener Stier spießte an der Bahnhaltestelle Gro- ßenbaum den Bahnwärter und zwei Frauen auf, die tödliche Verletzungen erlitten.
Ein sechzehnjähriges Mädchen aus Unvorsichtigkeit erschossen. Aus Fahrlässigkeit wurde ein 16jähriges Mädchen von einem 14% jährigen Jungen in der Breite- Straße in Gelsenkirchen mit einem Revolver erschossen. Der Junge hatte sich den Revolver seines beurlaubten Onkels, eines Vizefeldwebels, «»geeignet, unö sich damit auf die Straße begcbem Er begegnete dem Mädchen und ging mit dem Revolver so ungeschickt um, daß die Waffe sich entlud. Das Mädchen wurde so unglücklich getroffen, daß alsbald der Tod eintrat.
Vermischtes
Mit der Portokasse nach dem Kriegsschauplatz ans- gerückt sind zwei 16 und 15 Jahre alte Lehrlinge Hellmuth T. und Max S. aus Schöneberg bei Berlin. Die beiden unternehmungslustigen Burschen hatten schon seit Beginn des Krieges keine Ruhe mehr. Tagtäglich sannen sie darauf, wie es wohl möglich wäre, ins Feld und wenigstens dem Kampfplatz etwas näher zu kommen. Endlich entschloß sich T., der ältere der beiden, die mit 150 JL gefüllte Portokasse zur Kriegskasse 31t machen und mit seinem Freunde den lange gehegten Plan aus- zuführen. Plötzlich waren beide Burschen- verschwunden. Wie jetzt feststeht, haben sie den westlichen Kriegsschauplatz gewählt und sich vorläufig nach Belgien begeben. Dort werden sie jetzt auf Veranlassung der Eltern, die über den Streich der Jungen untröstlich sind, gesucht.
Eine jugendliche Hochstaplerin. Im vorigen Jahre lernte ein Rechtspraktikant in München ein junges Fräulein kennen, das sich als Baronesse R. ausgab. Die flüchtige Bekanntschaft wurde später fester getnüpft; der Rechtspraktikant vertraute den Angaben des Fräuleins, obwohl ihn Bekannte warnten. Als nach einiger Zeit der Rechtspraktikant erfuhr, daß die junge Dame keine Baronesse sei, versicherte sie, sie sei die Tochter eines reichen Fabrikbesitzers in Nürnberg. Das Mädchen, die Eisenbahnschassnerstochter Elisabeth Schell aus Nürnberg, zog mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern vor sechs Jahren nach München; die Mutter lebte von einer monatlichen Pension von 60 ,//. und ihrem Verdienst aus Zugehplätzen. Der Rechtspraktikant glaubte Elisabeth Schell, die sich auch als Schauspielerin ausgab, aber nur an einer kleinen Provinzbühne vorübergehend aufgetreten ist, verlobte sich mit ihr und mietete eine Fünfzrmmerwohnung, worauf Elisabeth Schell bei einer Möbelfabrik die Einrichtung bestellte,- die Firma lieferte eine Wohnzimmereinrichtung für 6000 JL und wurde, Transportkosten, Abnützung usw. gerechnet, um 1400 Ä geschädigt. Die Braut des Rechtspraktikanten bestellte auch in einem Weißwarengeschäft Wäsche im Betrage von 2000 X erhielt sie aber nicht geliefert, da die Firma so vorsichtig war, vorher Erkundigungen eitt- zuziehen. In einer Pension, in der sie als Tochter eines sehr reichen Oberlandesgerichtsrats galt, machte Elisabeth Schell 187 ^ betrügerische Schulden. Sie wurde später in Stuttgart verhaftet und hatte sich nunmehr wegen Betruges vor der Strafkammer zu verantworten, die sie zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilte.
„Vom Musketier z«m Leutnant". Durch die deutsche Presse laufen noch immer die Schilderungen der Heldentaten eines Musketiers der es zum Leutnant gebracht haben soll, obgleich der Held schon seit^vierzehn Tagen als Schwindler entlarvt und hinter Schloß und Riegel sitzt. Otto Fricke, angeblich der Sohn eines ehemaligen Zollaufsehers in Krossen, soll erst im Westen gesümpft und dann durch einen Zufall bei einem ^1-ansvort nach dem Ölten geraten, dort sein Haupt- beldenstück geleistet haben. Er rettete, wie es heißt, bei Suwalkt ein österreichischer General aus russischer Gefangenschaft, nahm dabei den Russen wichtige Papiere, die sie von dem General erbeutet hatten, wieder ab und batte so einen erheblichen Anteil an dem Siege von Su- walki D-'r „Held" wurde natürlich von Hindenburg bealückwünscht/ zum Feldwebel befördert, erhielt das (Sterne Kreuz zweiter und erster Klasse, und ebenso die erste und zweite Klasse der österreichischen Tapser- k?itsmedaille und sollte schließlich sogar zum Leutnant SfSrt morben sein. Der Musketier-Leutnant Otto Ricke ist wie Berliner Blätter berichten, in Wirklichkeit Soln eines Feitungshändlers und von Jugend auf ein Taugenichts, zweimal wegen EigentumsvergehenE A Tagen entlarvt und festgenommen wurde. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
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Befenntnis eines Petersburger Hofbeamleu.
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können, die uns vordem aus dem Lande unseres Feindes geliefert wurden.
Ich glaube heute beinahe, daß wir zu Neujahr mit unseren Vorräten fertig sein werden. Wenn wir bis dahin nicht in Feindesland so fest stehen, daß uns von dort niemand mehr Heraustreiben samt, dann wäre der große historische Moment gekommen, wo wir einen schmählichen Frieden schließen müßten, der uns die deutschen Provinzen, Finnland, damit den Zugang zur Ostsee mtb auch den Zugang zum Schwarzen Meere kosten mürbe, ganz abgesehen davon, daß Polen, dieser Todfeind, neu aus der Asche erstehen würde. Ein solcher Friedeu wäre „Finis Russiae". Darin sind wir alle eines Sinnes, lind barmn müssen wir das Aeußerste daran setzen, daß das Verhängnis nicht hereinbricht. llud darum sollte auch Frankreich endlich etwas mehr leisten in Taten als in Worten und belanglosen schöuredncrt- schen Phrasen. Von England reden wir hier in Petrograd erst gar »licht mehr. Wir haben London im starken Verdacht, daß es zur richtigen Zeit einlenken mtb uns aufsitzen lassen wird. Findest Du nicht auch, daß es ein Skandal ist, wenn die englische Flotte, die mit der französischen der deutschen doppelt mtb dreifach überlegen ist, sich auf eine bloße Verteidigung ihrer Küste und ihrer Transportdampfer beschränkt'? Nun, der Vertreter Sir Edward Greys bekommt hier bei uns Dinge zu hören, die sich in London gewisse Stellen gewiß nicht als anmutige Deukwürdigketten zurücklegen werden.
Ich gehöre nicht zu den Pessimisten. Aber als mit dieser Tage mein Vetter Alexei — er geht wieder in geheimer Missiotl zurück nach Warschau — erklärte, er vervollkommne sich im Deutschen, um „den Anschluß nicht zu verlieren, da war ich nahe daran, alle Hoffnungen zu begraben. Unser Vetter war die Siegeszuversicht selber noch vor vier Wochen. Heute lacht er mich aus, wenn ich ihm von den künftigen Aufgaben der russischen Regierung spreche. Er meint, die Deutschen würben schon wissen, wie sie Rußland urbar 31t machen hätten. Und so wie er sind Tausende unserer höchsten Beamten.
Füllt Warschau ober bringt die Kunde von dein Fall von Warschau ius Volk, bann hätten die Deutschen wahrhaftig nicht nötig, noch weiter vorzudringen. Die übrige Arbeit verrichten alsdann die inneren Feinde Rußlands. Soll ich Dir das Elend beschreiben, das bei uns herrscht? Nein, meine Feder strüllbt sich. Wir haben ja nicht einmal in Friedeuszeiten genügend gut vorgebildete Aerzte. Wir leiden schon in normalen Zeiten, wenn die Cholera grassiert, unter dem Mangel an Medikamenten und an Lazarettell. Was sich aber jetzt vor uns auftut, ist der Abgrund, Hunderttausende von Verwundeten gehen einfach darum so elendiglich zu Grunde, weil keine Aerzte, keine Pfleger da sind. Schwerverletzte überläßt man dem Befreier Tod. Leichtverletzte sollen sich selber helfen. Und nur die Offiziere können unter günstigen Umständen auf Pflege rechnen. Fort mit den Bildern! Schreib Dil mir Tröstlicheres! . . . Dein M. . . ."
Erlebnisse eines Arztes.
Die Kölnische Zeitung (Nr. 1321) druckt folgenden Feldpostbrief ab, um einmal daran zu erinnern, unter welchen Gefahren und mit welcher Selbstverleugnung unsere Aerzte im Felde ihr schweres Amt ausüben:
. . . Nun zu eigenen Erlebnissen! Weiß nicht, ob ich Ihnen schon mitteilte, daß wir aus dem alten, stets durch die Feuerlinie bedrohten, von uns zu guterletzt aber immerhin behaglich umgemodelten Neste schließlich doch durch die feindliche Artillerie noch herausgeschmissen worden sind. Schon mehrere Nächte durch in nächster Nähe unserer Behausung krepierende Granaten beunruhigt, flogen wir nicht gerade in rosigster Stimmung von unserem Lager, als in einer Nacht schwerste Kaliber 2 Meter von unserer schwachen Hütte, vor und hinter ihr niedersausten, und uns nnd unser armes Dach mit Schmutz und Steinen überschütteten. Eilte eigenartige Stimmung, wenn man so dasteht, den nächsten dumpfen Knall der feindlichen Batterie hört mtb sich sagen muß, die jetzt heransurrende, dumpfheulende Granate samt im Augenblick die Hütte treffen, auf die der Feind so ausgezeichnet eingeschossen zu sein scheint! Wie soll ich die Stimmung beschreiben! Eine dllmvfe Gleichgültigkeit, eine gewisse Ergebenheit, in der die Sorge um das eigene Ich schließlich gar nicht mehr auf« kommt. Und dann doch wieder nach kurzem Abwarten ein erleichtertes Aufatmen: man ist »wieder einmal verschont geblieben. In jener unvergeßlichen Nacht betrug der Verlust drei Tote, acht Schwerverwundete, die natürlich umgehend versorgt wurden. Und der praktische Erfolg: am nächsten Tage Divisionsbefehl: „Die Sant- tätskompaanie bezieht ein weniger gefährdetes Quartier" und so sitzen wir jetzt in einem anbertt Dorf, sicherer und wohnlicher wie je zuvor. Ab mtb zu, wenn größere Gefechte sich entwicfeln, rücken wir bis zur Feuerstellung vor. ,
Hier haben wir ein kleines nettes Lazarett eingerichtet, in dem ich wie in geordnetem Betrieb täglich meine Visiten abhalte, meine Operationen erledige und unsere Verwundeten versorge. Als Krankenpfleger dienen mir tüchtige Sanitätssoldaten, die trotz rauhen Kriegerhandwerks eine mitunter wunderbar milde Hand haben; als Operations- und Jnstrumentenschwe- stern zwei äußerst geschickte Zahntechniker, die jede ärztliche Assistenz entbehrlich erscheinen lassen. Gewiß, auf manche, in geordnetem klassischen Betrieb schließlich selbstverständliche Annehmlichkeiten lernt man Gott sei Dank frühzeitig genug verzichten, umso größer ist aber natürlich die Befriedigung darüber, daß, auch ohne Unterstützung durch geschickte weibliche Hände, der ganze mir unterstellte chirurgische Betrieb — und der war oft ganz ungeheuer -- klappt.
Vorige Woche ein interessanter Fall, weniger wegen der Art der Verletzung, als wegen der Jugendlichkeit des Patienten. Kommt da ein Bürschchen von 15% Jahren im Pfadpftnderkoftüm, auf den Schultern stolz zwei richtige Achselstücke! Als Metzgerlehrling lernte er einen Hauvtmann, an besten Familie er täglich Fleisch zu liefern hatte, verehren; steht am ersten Mobilmachungs- tage den Hauptmann an der Spitze feiner Kompagnie inS Feld ziehen. Der Bengel flugs hinterher; wird zu- rückgejagt, kommt wieder, wohl, bis der Hauptmann nicht anders konnte, als ihn seiner Bagage anzuglie- dern. Die Stimmung der Mannschaft war naturgemäß bald für den Ausreißer, der Hauptmann erwählte ihn zu seinem Letbtrabanten, und so machte denn der Bengel zahlreiche Gefechte mit, mit einem Karabiner in der Hand, zur Seite seines Beschützers. Bei Löwen erkrankte er an typhösen Erscheinungen; wird nach Hause, seinen Eltern zugeschickt und — sitzt nach vier Wochen wieder in seiner Kompagnie. Am Tage vor seiner Ein- lieferung in unser Lazarett Besam der Junge den Auftrag, eine Artilleriestellung auszukundschaften, und er bringt die gewiß nicht leichte Aufgabe zuwege. Von einem französischen Posten angehalten, sagt dieser noch wie ein Kind aussehende und von jenem auch als solches bewertete Abenteurer: Bon jour, monsieur, und der Posten: Bon jour und — genauestens orientiert kehrt er zu seiner Truppe zurück; soll zum Eisernen Kreuz eingegeben sein.