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Vorstoß -er deutschen Hochseeflotte gegen die englische Küste Die englischen Küstenplätze Scarborough und Hartlepool beschossen.

" 19s Berlin, 16. Dezember. (WTB.) Teile unserer Hochseeflotte haben einen Vorstoß nach der englischen Küste gemacht und am 16. Dezember früh die beiden be­festigten Küstenplätze Scarborough und Hartlepool be­schossen. Ueber den weiteren Berlanf der Unternehmung kann znr Zeit noch keine Mitteilung gemacht werde«.

Der Chef -es Admiralstaves.

gez. v. P o h l.

Beide Küstenorte liegen an der englischen Ostküste. Scarborough ist Seestadt im Nordbezirk von Nork- shire. Die Stadt liegt malerisch in und auf Felsen­höhen und ist ein besuchter Badeort. Hartlepool liegt weiter nördlich von Scarborough in der Grafschaft Durham.

Der Bericht der englischen Admiralität.

es London, 16. Dezember. (WTB.) Die Admi­ralität teilt mit: Eine wichtige deutsche Flottenbewe- gung fand heute früh in der Nordsee statt. Scarborough und Hartlepool wurden beschossen. Unsere Flottillen sind an verschiedenen Punkten in Kämpfe verwickelt. Die Aktion wird fortgesetzt.

es Rotterdam, 17. Dezentber. (L.-A.) Aus der kurzen Mitteilung der britischen Admiralität über den Vorstoß der deutschen Flotte in der Nordsee ist zu schlie­ßen, daß die Engländer völlig überrascht wurden und ihr Patrouillendienst versagte. Sonst wäre es nicht möglich gewesen, daß die deutsche Flotte die beiden wich­tigen Punkte bombardieren konnte. Auch erwähnt die Mitteilung nur, daß englische Flottillen in dem Kampfe verwickelt sind. Dies Wort kann sich nur auf Torpe- doloote und Unterseeboote beziehen. Große Schiffe waren vermntlich vom Kampfplätze entfernt. Der Kampf kommt den Engländern sehr ungelegen in dem Augenblick, in dem einige ihrer besten Schiffe näch der Schlacht bei den Falklandsinseln im Atlantischen Ozean sind. (T.-U.)

Einzelheiten über das Bombardement.

es London, 17. Dezember. (WTB.) Nach einer Reutermeldnng war das Wetter neblig, als die Beschie­ßung von Scarborongh begann. Viele Frauen und Kinder eilten in Nachtkleidern anf die Straße. Es wer­den 50 Schüsse abgegeben worden sein. Die Behörden von Scarborough erhielten zn früher Stunde Nachricht von dem geplanten Angriff. Die Verteidigung wurde sorgfältig vorbereitet. Artillerie und Infanterie befand sich auf dem Posten. Evening Chronicle in Newcastle gibt an, daß drei deutsche Kreuzer an der Beschießung von Hartlepool teilnahmen. Kanm hätten sie das Feuer eröffnet, als sie von vier englischen Zerstörern angegrif­fen wurden.

»a^ Berlin, 17. Dezember. (WTB.) Nach einer englischen Meldung sind in Hartlepool über 20 Personen ?etötet, 80 Personen verwundet und beträchtlicher Scha- en angerichtet worden. Der Gasometer brennt. Dis Beschießung der Festung West-Hartlepool begann zwi­schen 8 und 9 Uhr morgens. In Scarborough sind zwei Kirchen beschädigt und mehrere Dächer eingestürzt. In Whitby soll die historische Abtei teilweise zerstört sein. Die Bevölkerung flieht in das Innere des Landes.

Aus Whitby wird gemeldet, daß zwei Kreuzer den Ort stark beschossen. Die Signalstation und eine An­zahl Häuser, zum Teil auch die historische Abtei, wurden zerstört. Eine Person sei getötet. Die Kreuzer hätten sich später in nördöstlicher Richtung entfernt.

Panik in den beschossenen Plätzen.

es Rotterdam, 17. Dezember. (L.-A.) In Hartle- Sool entstand eine Panik, die noch größer wurde, als ie Engländer die Schrecken des Krieges zum ersten Male am eigenen Leibe spürten. Der Kanonendonner war in der ganzen Umgegend vernehmbar. In Hartle­pool sind über 26 Personen getötet und 80 verwundet worden. (T.-U.)

es Rotterdam, 17. Dezember. (T.-U.) Das Bom­bardement Searboroughs durch die -entsche Flotte rief dort eine große Panik hervor. Die Bewohner stitrmten den Bahnhof, gerade, als ein dicht besetzter Zug zur Abfahrt nach Hull bereitstand. Die erregte Menge stürmte den Zug und es fpielten sich unbeschreibliche Szene» ab. Hunderte von wilderregten, schreienden Menschen hielten die Trittbretter der Wagen besetzt und verteidigten ihre Plätze, indem sie sich an den Dä­chern der Wagen anklammerten, um sich gegen die neu Anstiirmeuden behaupten zn können. Das Bombarde­ment scheint seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. Der Heizer des Zuges erklärte, er habe gesehen, wie kurz hintereinander drei Schornsteine großer Fabriken ein- stürzten.

Im feinen ©fielt.

Roman von O. Elster.

60) (Nachdruck verboten)

„Halt, mein Kind," sprach da Frau Melanie würde­voll. „Da hab' ich denn doch auch noch ein Wort mitzu- reden. Ich will Deine Gefühle nicht verletzen, Ellen, aber Du kannst doch nicht im Ernst daran denken, durch eine solche Heirat alle Rücksichten auf Deine Familie außer acht zu lassen? Alle Achtung vor Heinz Erichsen und seinen braven Eltern, aber die sozialen Unterschiede bestehen nun einmal."

„Ich sehe keine Unterschiede, Mama," entgegnete Ellen ruhig. „Daß wir — oder vielmehr Du und Fred —/ daß Ihr mehr Geld habt als Heinz, kann keinen Un­terschied machen. Ich bin ebenso arm wie er, ja vielleicht noch ärmer . .

„Welche Worte, Ellen? Was ich besitze, gehört auch Drr. Du kannst Ansprüche machen . . ."

„Ich verzichte darauf. Und da nun einmal die Sprmhe auf diese Dinge gekommen ist, so wollte ich um die Erlaubnis bitten, Mama, morgen zu Heinz zu rei- sen, der schwer erkrankt ist - da, bitte, lies den Brief seiner Mutter'

Jetzt wallte aber das Blut Frau Melanies empor. Zornig erwiderte sie: „Ich brauche den Brief nicht zu lesen. Aus Deiner Reise kann natürlich nichts werden." "Unglaublich!" lachte Fred höhnisch auf.

."JZ bitte Dich nochmals um die Erlaubnis, Mama," Ä mit bebender Stimme, sich zur Ruhe zwin­gend. „Es handelt sich hier um die Bitte eines Schwer- kranken — vielleicht eines Sterbenden," setzte sie hinzu, J^rc Stimme brach in einem krampfhaften Auf­schluchzen.

rättn^art ^ Redensarten," sagte die Kommerzien-

i Phantasie eines französischen Admirals.

Aus Kopenhagen meldet die „Frk. Ztg.":

Admiral Degouy behandelt in der „Revue des deux Mondes" die Frage eines Angriffs der Alliierten auf den Kieler Hafen: Der Verfasser meint, ein solcher An­griff könne notwendig werden, um einen Operations- punkt zu haben, der näher der deutschen Reichshaupt- staöt sei. Am schwierigsten sei die Landnngsfrage. Eine Landung an der Nordseeküste Schleswigs sei fast un­möglich wegen der vielen kleinen Inseln und des Feh­lens aller Seezeichen. Günstigere Landungsbedingun- gen biete die Ostseeküste Schleswigs, wo es viele Fjords mit niedrigen Gewässern gebe, doch sei es gefährlich, da die dänischen Bette durch Minen gesperrt werden könnten. Ganz anders würde sich die Sache stellen, wenn Dänemark sich unter den kriegführenden Staaten be­fände, doch sei diese Frage zu delikat, um näher er­örtert zu werden. Die Alliierten würden jedenfalls nicht die Neutralität Dänemarks ölrrch einen Landungs­versuch auf dänischem Gebiet verletzen.

Englands größte Sorge.

Am Amsterdam meldet die „Voss. Ztg.": Die „Times" schreiben in einem Leitartikel über die Dauer des Krieges: England, Frankreich und Rußland haben in der Führung des Krieges Fehler begangen, und wenn wir diese nicht weiterhin unterlassen, kann die Kriegsdaner endlos werden. Selbstverständlich werden die Verbündeten gewinnen, weil — von Indien, den Kolonien und Japan abgesehen — 250 Millionen Men­schen über 115 Mill. Menschen eben siegen müssen. Das 'ist gar nicht anders möglich, aber wenn wir uns nicht beeilen, dann wird uns der Krieg so viele Opfer kosten, daß ei» Sieg keinen Gewinn mehr abwirft. Und wenn die Fehler von uns Engländern auch nur zum geringe­ren Teile begangen wurden, so müssen wir Verbündete doch alle mehr tun, als bisher geschehen ist, und wir müssen es besser tun. Die närrische Sucht nach Frieden muß aufhören, bis das Ziel vollkommen erreicht ist. — Die größte Sorge der Krämer an der Themse ist na­türlich, daß der „Sieg keinen Gewinn mehr abwirft": denn deshalb begann ja England den Krieg. Die üb­rigen Schlußfolgerungen schrecken nns nid)f; denn nicht die Menschenmasse allein bestimmt den Sieg.

Zum Untergang -es „Bulwark".

es Lon-on, 17. Dezember. (T.-U.) Die Admi­ralität veröffentlicht den Bericht der Kommission, die die Untersuchung über die Ursache des Unterganges des Kriegsschiffes „Bulwark" zu führen hatte. Die Kom­mission spricht die Ueberzeugung aus, daß -ie Explosion durch zufällige Entzündung -er Munition erfolgt sei. Es habe sich nichts ergeben, was die Explosion als eine Handlung des Feindes erscheinen lassen könnte.

Durch diese Bekanntmachung sollen augenscheinlich die Gemüter der englischen Bevölkerung beruhigt wer­den: man scheint aber in der Londoner Admiralität nicht daran gedacht zu haben, daß diese Erklärung erst recht geeignet ist, Besorgnisse hervorzurufen, wenn sich herausstellt, daß das eigene Pulver so gefährlich ist, um ohne Einwirkung des Feindes derartig furchtbare Fol­gen heraufzubringen.

Aus dem großen Hauptquartier

»^ Großes Hauptqnartier, 16. Dezember, vormitt. (Amtlich W.T.B.) Im Westen versuchte der Gegner erneut einen Vorstoß über Nienport, -er durch das Feuer seiner Schiffe von See her unterstützt wurde. Das Feuer blieb gänzlich wirkungslos. Der Angriff wurde abgewiesen. 450 Franzosen wurden zn Gefan­genen gemacht.

Von -er übrigen Front ist nur die Erstürmung einer von den Franzosen seit vorgestern zäh gehaltenen Höhe westlich Sennheim erwähnenswert.

Von -er ostprentzischen Grenze ist nichts Neues zu melden.

In Nordpolen verliefen unsere Angriffsvewegungen normal. Es wurden mehrere starke Stützpunkte des Feindes genommen und dabei etwa 3000 Gefangene ge­macht und vier Maschinengewehre erbeutet.

In Südpolen gewannen nnsere dort im Verein mit den Verbündeten kämpfenden Truppen Boden.

Oberste Heeresleitung.

„Dummheiten!" stieß Fred hervor. „Endlich solltest Du doch damit ein Ende machen, Ellen. Du hast des Lebens Ernst doch genugsam kennen gelernt, um solchen Sentimentalitäten nachzuhängen. Dazu bist Du denn doch zu alt geworden."

„Gerade, weil ich des Lebens ganzen Ernst kennen gelernt habe, gerade, weil ich eingesehen habe, wie schwankend und unsicher der Boden ist, auf den Ihr des Lebens Glück aufgebaut hattet und wieder aufbauerM wollt — gerade deshalb suche ich meines Lebens Glück auf festerem Boden aufzubauen — auf dem Boden der wahren Liebe und Treue."

„Verschone mich mit solchen Ueberschwänglichkei- ten," stieß Fred erregt hervor. „Ist das der Dank, daß mein ganzes Streben, meine ganze Arbeit dem Ziele gilt, Euch wieder eine sichere, glänzende Stellung im Leben zu erringen? Jetzt stehe ich am Ziel — meine Arbeit trägt bereits die schönsten Früchte — und in Jahr und Tag stehen wir größer da denn je. Und Du willst das alles aufopfern einer Sentimentalität wegen? Du bist undankbar, Ellen!"

„Ich wüßte nicht, worin nichte Undankbarkeit be­stünde. Ich verlange nichts von Dir — ich verzichte auf deinen Reichtum . . ."

Er lachte auf.

„Willst Du vielleicht als brave Kapitänsfrau mit Deinem Gatten zur See gehen?" fragte er spöttisch.

„Wenn es nicht anders sein kann, allerdings . . ." „Gratuliere, — dann habe ich hier nichts weiter zu sagen. . . ." Er wollte gehen, aber seine Mutter hielt ihn zurück. Sie bebte vor Zorn und Entrüstung. Alle ihre schönen Pläne drohte der Eigensinn Ellens umzu- stoßen. Sie hatte sich schon als Schwiegermutter des Legationsrates Freiherrn von Wittkoven in die erste Gesellschaft ausgenommen, vielleicht gar bei Hofe vor- aestellt, gesehen. Wittkoven war beim Auswärtigen

Dom österr-ungar. Generalstab

Erfolgreicher Ausfall aus Przemysl.

es Wie», 16. Dezember. (WTB.) Amtlich wird gemeldet, 16. Dezember, mittags:

In Galizien nnd Südpolen wird -er zurückgehende

Feind anf der ganzen Front verfolgt. Bei Lisko, Kros- no, Jaslo nnd im Viala-Tal leisten starke russische Kräfte Widerstand. Im Dunajetztale -rangen unsere Truppen kämpfenb bis Zakliczyn vor. Auch Bochnia ist wieder von uns genommen. In Südpolen mußten die feind­lichen Nachhuten überall nach kurzem Kampfe vor den Verbündeten weichen.

In den Karpathen haben die Russen die Borrückung im Latorcza-Tal noch nicht aufgegeben. Im oberen Teil der Nadwornaer Bystrzyca wurde ein Angriff des Fein­des znrückgewiesen. Die Besatzung von Przemysl un­ternahm einen neuerlichen großen Ausfall, bei dem sich ungarische Landwehr durch Erstürmung eines Stütz­punktes mit Drahthindernissen auszeichnete. Wie ge­wöhnlich wurden Gefangene und erbeutete Maschinen­gewehre in die Festung gebracht.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Hoefer, Generalmajor.

Ein „Zeppelin" über Warscha«.

Wie die „Nowa Reforma" aus Lodz meldet, be­richtet „Barfavsky Korrjer" über den Besuch eines „Zeppelins" über Warschau am 9. Dezember: Heute früh gegen 7 Uhr erschien ein „Zeppelin" über unserer Stadt. Die Artillerie eröffnete ein heftiges Feuer ge­gen das Luftschiff, das auch von einem unserer Forts beschossen wurde, ohue sich aber in seiner Fahrt beirren zu lassen. Erst machte es eine kühne Rundfahrt über die Stadt, dann warf es an mehreren Stellen Bomben, die viel Materialschaden anrtchteten. Die telegraphische Verbindung mit Petersburg ist unterbrochen. Das Luft­fahrzeug warf 18 Bomben, und flog nach mehr als ein- stündiger Tätigkeit in der Richtung Lodz fort. An Menschenleben kostete der Besuch etwa 90 Tote nnd mehr als 140 Verwundete. In der Stadt herrscht große Panik.

Die Serben in Belgrad.

Aus Nisch wird über Mailand der „Frkf. Ztg." ge­meldet: König Peter ist an der Spitze seiner Truppen mit den Prinzen Gk.org und Alexander in Belgrad wie­der eingezogen. Im Dom fand ein feierliches Tedeum statt. Alle serbischen Flüchtlinge wurden zur Rückkehr aufgefordert.

Anzeichen revolutionärer Stimmung in Rußland.

es Kopenhagen, 17. Dezember. (Köln. Ztg.) Die „Petersburger Bettung" vom 8. Dezember bringt fol­gende kurze Notiz: Durch Verfügung der Verwaltung ist die Tätigkeit der Moskauer Gesellschaft der Druckerei- arbeiter eingestellt worden.

Wie bekannt, ist die Organisation der Druckereiar­beiter in Rußland eine der fortgeschrittensten. Die Ver­fügung läßt danach Rückschlüsse auf die revolutionäre Stimmung unter der Arbeiterbevölkerüng in Rußland zu. (T.-U.)

Das Bombardement der belgischen Küste.

es London, 17. Dezember. (Jnd. T.-U.) Wie die „Daily Mail" über das neue Bombardement der bel­gischen Küste vom Sonntag nachmittag noch meldet, er­folgte der Angriff zwischen Nienport und Ostende. Das Manöver war verbunden mit einem Vorstoß englischer Truppen über Nienport hinaus gegen die Deutschen, um dem drohenden Angriffe der Deutschen zuvorzukommen. Die strategische Bewegung der Engländer mußte jedoch zu Wasser wie zu Lande aufgegeben werden, da die deutschen Küstenbatterien das Fener der englischen Flotte prompt anfnabmen und mit größter Sicherheit erwiderte». Sie wurde dabei von schweren Mörserbat­terien unterstützt, deren Standpunkt jedoch nicht erkun­digt werden konnte. Die Landtruppen stießen anf so überlegene Streitkräfte, daß sie sich nach kurzem Fener- gefecht vom Feinde loslöste».

Japans Preis für eine Expedition nach Europa.

In Mailänder gutinformierten Kreisen erhält sich mit Hartnäckigkeit das Gerücht, daß die französische Re­gierung in Anbetracht der schweren Verluste der Armee mit Japan in fieberhafter Eile die Verhandlungen über die Entsendung mehrerer japanischer Armeekorps nach dem westlichen Kriegsschauplätze weiter betreibt. Der Preis, den die japanische Regierung für eine solche Ex-

Amt und beim Reichskanzler sehr gut angeschrieben — er würde über kurz oder lang Gesandter, Botschafter, Staatssekretär — ja, vielleicht sogar Reichskanzler wer­den! Die Herrlichsten Aussichten boten sich dar. Und alles das sollte geopfert werden, weil sich Ellen in einen armseligen Steuermann verliebt hatte? Mochte sie ihn lieben — aber an eine Heirat war nicht zu denken, und ihre Liebe würde in dem glänzenden Treiben der Gesellschaft bald vergessen sein.

In heftigen Worten hielt sie Ellen dies alles vor. Ihre Erregung steigerte sich zur hellen Wut, und schließ­lich schleuderte sie Ellen die zornigen Worte entgegen: „Wenn Du diese unsinnige Reise nicht aufgibst, erkenne ich Dich als meine Tochter nicht mehr an. . ." und dann sank sie mit einem Aufschrei in einen Sessel, die Hände auf das wild schlagende Herz pressend.

„Da hast Du's," sagte Fred finster zu Ellen und beugte sich über die Mutter, ihre Stirn mit Eau de Co- logne einreibend.

„Es tut mir leid, daß Mama sich so sehr aufregt," entgegnete Ellen. „Aber ich kann nicht anders han­deln —."

Und traurig, aber unerschüttert in ihrem Borsatz, verließ sie das Zimmer.

19.

Weihnachten! — Unaufhörlich rieselten die weißen Flocken nieder und bedeckten die Welt weich und warm, wie sanfte Mutterhände ihr Kind abends in das weiche, warme Bettchen hüllen.

Die halbfertigen Bauten in dem früheren Diester- wegschen Park standen gleich vereisten und verschneiten Trümmerhaufen da, und das kleine Häuschen des alten Kapitäns Erichsen duckte sich unter dem weißem Feder­bett des Schnees so recht behaglich und warm, als woM es einen langen, tiefen Winterschlaf halten.

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