Hersfelder Tageblatt
Amtlicher Anzeiger
Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig-Funks Buchdruckerei Hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.
Weiber
für den Kreis Hersfeld
fireisblull
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Fernsprech-slnschlutz Nr. 8
Nr. 396.
Freitag, den 18. Dezember
1914
Brlnol EuerGolil zur RelchsiianK!
Bus der Heimat.
*(VerjäbrungvonForderunge n.) Ohne ;
Zweifel wird in diesem Jahre ein rechtzeitiger Hin- । weis auf die zum Jahresschluß einsetzenden Verjährungsfristen für Forderungen aller Art unseren Geschäftsleuten von besonderem Interesse sein. Der Kriegszustand unterbricht diese Verjährungsfristen * nicht. Am 31. Dezember 1914 verjähren alle im Laufe ■ des Jahres 1912 entstandenen Forderungen von - Handwerkern, Kunstgewerbetreibenden, Fabrikanten und Kaufleuten für die Lieferung von Waren und die Aufführung von Arbeiten, sowie für die Erledigung sonstiger geschäftlicher Aufträge, soweit, ste au Privatkunden erfolgt sind. Sind diese Arbeiten und Lieferungen an Gewerbetreibende erfolgt, so verjähren sie erst in vier Jahren. Danach verjähren also am 31. Dezember 1914 erst die aus dem Jahre 1910 aus der Lieferung an Gewerbetreibende entstandenen Forderungen. Es prüfe somit jeder betreffs der aus dem Jahre 1912 stammenden Rückstände seine Geschäftsbücher und tne als bald die notwendigen Schritte zur Vermeidung der Verjährung. Solche Schritte dürften diesmal vielfach aus Schwierigkeiten stoßen, da zweifelsohne mancher Schuldner im Felde steht und dadurch einen gewissen Rechtsvorteil genießt und andererseits in diesen ernsten Zeiten der Gläubiger nur höchst ungern gerichtlrch vorgehen wird. Immerhin gilt es, einem völligen Verlust der ganzen Forderungen vorzubeugen und heißt es zunächst die Leistung einer Abschlagszahlung oder einer sonstigen Anerkennung der Schuld zu erhalten, rote z. B. Wechselakzept, Zinszahlung etc. Ist dies nicht zu erreichen und man will nicht gerichtlich vorgehen, so empfiehlt sich der Versuch auf gütlichem Wege eine Unterbrechung der Verjährung zu erreichen, indem man den Schuldner einen Schuldschein unterschreiben läßt. Glückt dies nicht, so wäre das nächste Mittel für Unterbrechung der Verjährung der Zahlungsbefehl. Sollte auch letzteres Hilfsmittel nicht möglich oder angebracht sein, so bleibt nur noch der Klageweg, und müßte die Klage vor dem 1. Januar 1915 gemacht sein, wenn eine Unterbrechung der Verjährung bezweckt werden soll. — Hierzu ist jedoch zu erwähnen, daß für den gegenwärtigen Krieg besonders erlaßene Gesetze, im Falle Gläubiger oder Schuldner im Felde stehen bet. der Verjährung von Forderungen, Erleichterungen dahin vorsehen, daß für die Dauer de» Krieges diese Verjährung unterbrochen ist.
* Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten im 11. Armeekorps: Hauptmann v. Vahlkampf im Generalstabe des 11. Armeekorps, Hauptmann Kaupisch im Generalstabe des 11. Armeekorps, Hauptmann Freytag, Flieger-Abteilung 28, Generalmajor Gronau, 22. Feldart.-Brig., Oberst Frhr. von Preuschen, von der Armee, Oberst v. Standrat, Feldart -Regt. ", Major Schmedes, Infanterie-Regiment 167, Major v. Joeden, Infanterie-Regiment 167, Major Nehrung, Feldartillerie-Regiment 19, Oberstleutnant Frhr. v. Wangenheim, Infanterie-Regiment 32, Haupwann Dieterichs,Infanterie-Regiment 82, Hauptmann S I ), Infanterie-Regiment 82, Hauptmann Aschoff, J fanterie-Regiment 32, Hauptmann Strauß, Feldartz^ Regiment Nr. 11, Hauptmann Garcke, L gwnt« Bataillon 11, Oberleutnant Dreterich, Jn^ Regiment 167, Oberleutnant Peters, Flieger-Abteilung 28, Oberleutnant Weucher, Flieger-Abteilung Leutnant d. Res. v. Lüderitz, beim. Stäbe der :2-. jn fanterie-Division, Gefreiter Schreiber, 2. Komp. J T Regt. 82. ,
kä.:.,«
sind durch die Art ihrer «-E«W?Aner wostwse« alten Beruf herausgeristen,sie ich zu heilen, Zukunft entgegen, und ebenso wicht g ' «^nützliche ist, ihnen die Zuversicht einzufloß , bleiben. Viele Mitglieder der menschlichen Ge'^ ruchbare einstige Handarbeiter können "Ew^Rt Burckhardt, Bürobeamte werden, und so EMpf Y Patienten es daß sobald das Allgemeinbefinden des p alten gestattet, ihm Gelegenheit geboten L^» zu ver- Schulkenntnisse aufzufrischen, leme -> ^Maschinen- beffern, vielleicht auch StewogrAtbazaretbaufenthalt schreiben zu lernen. Dauert der - hje 3ln= lehr lange, so können vielleicht auch M werden, fangsgründe geeigneter H^n Beruf anschließe» die sich tunlichst an den früheren. ^ Beruf beiwerden. Ist es überhaupt möglich, den Bestre- zubehalten, so wird der Verwundete m
Den möglichst zu unterstützen sein. Gerade die Lazarettzeit ist sehr geeignet, den ersten Schritt zn einer neuen Berufswahl zu tun. Sind die Patienten erst als geheilt entlassen, so werben die meisten sich mit ihrer Rente begnügen, aus sich heraus kaum die nötige Energie zur Weiterbildung entfalten. Der Verfasser schlägt eine Zentralorganisation vor, in der Lehrkräfte und Kenner des Arbeitsmarktes vertreten sein sollen. Es wäre zu wünschen, daß die Anregnng auf fruchtbaren Boden fällt. Wir müssen alles fördern, was Verzagen und Mißmut entgegenarbeitet.
):( Hersfeld, 17. Dezember. Für Postanweisungen nach den Niederlanden und nach niederländischen Kolonien gilt von jetzt ab Einzahlungskurs 186 M.-100 Gulden.
):( Hersfeld, 17. Dezember. Zum Hauptmann befördert wurde Oberlt. d. L. a. D. K a n z o w, zuletzt bei den Landwehr Jägern 2. Aufg. (Düsseldorf,) jetzt bei der mob. Etapp. Kommantr. Nr. 6 des 11. A.-K.
):( Hersfeld, 17. Dez. (A u s d e r V e r l u st l i st e 102.) Res. Ins. Rgt. 71 bisher vermißt in franz. Gefangenschaft. Gesr. W i l h. L e y Oberlengsfeld; Res. K. Wiegand Oberstoppel, Res. Karl Langenberg Wehrda, Res. H. W i t z e l Wehrda)— Res.Jnf. Rgt. Nr. 83. Wehrm. Konrad Jäger Reckerode l. verw. — Garde-Pionier-Batl; Berlin: Pionier Heinrich S t e i n b e r g, Niederaula, leicht verw. Gef. Joseph B o s o l d, Steinbach l. verw.
Rotenbnrg, 15. Dezember. In dem im Land- gräflichen Schloß errichteten Genesungsheim von 20 Betten ist seit Anfang Dezember ein weiteres Genesungsheim von 15 Betten hinzugekommen, zu dem Herr Apotheker Uhrbahn die obere Etage seines Wohnhauses zur Verfügung gestellt hat. Beide Anstalten stehen unter der ärztlichen Leitung des Herrn Medizinalrats Dr. Faber.
Cassel, 15. Dezember. Laut Bekanntmachung des stellvertretenden kommandierenden Generals ist die entgeltliche wie unentgeltliche Ueberlaffung von Gegenständen jeglicher Art an Kriegsgefangene verboten, soweit nicht an der zuständigen Stelle die Erlaubnis erteilt ist.
Der Krieg null Die Wifserkriftliiilggeii.
Für die Dauer des gegenwärtigen Weltkrieges sind die im Lande vorhandenen zahlreichen Wasserkraftanlagen von größter Wichtigkeit, um den Kraftbebarf für die vielfältigen Zwecke von Industrie und Ge- werbe befriedigen zu können. Die Einfuhr von Kohlen ist unterbunden, andererseits find die Belegschaftender heimischen Kohlenzechen durch Einberufung der Mannschaften zu den Fahnen vielfach stark gelichtet, sodaß auch die Kohlenlieferungen aus den deutschen^Zechen ernstlich stocken, von den durch Inanspruchnahme der Transportmittel seitens der Militärverwaltung verursachten Verzögerungen und ilnstcherheiten der Zu- s.iin nnialickkeit ganz abgesehen. Die vielfach in Aufnahme gekommene Benutzung flüssiger Brennstoffe für den Motorenbetrieb war bis in die letzten Tage hinein ebenfalls starken Beschränkungen unterworfen und ihre nunmehr erfolgte Freigabe ist noch keine endgültige, da jeden Tag neue Beschränkungen wieder eintreten können Angesichts dieser Unsicherheit in der Be- nnüunä der Brennstoffe zur Krafterzeugung bilden die «nrhnnhe^^ im Lande eine sichere Büraschaft für das Vorhandensein des zum Maschinenbetriebe nötigen Kraftvorrats und ist es nur im natio- nalen Interesse gelegen, diese Waperkras anlagen zu erhalten und ihre Ästungsmöglichkeit ,n derselben Weise ^u fördern, wie solches gegenüber der ^andwirt- LLt Lecks ausreichender Lebensmittelerzeugung ge- W?Mt unser Land nicht allein hinsichtlich Getreide L^Ln ändern auch hinsichtlich der Betriebskraft für ü?e ErwerÄ vom Auslande nach. Möglichkeit unabhängig wird. Btan sollte dieser^
Ane! ulanmästiaen Ausnutzung alles noch in ihren Retr^iebsmMen vorhandenen Gefälles und des bisher noch nutzlos!n den Wehren weggeflossenen Wapers bieten denn jede auf diese Weise mehr gewonnene Pferdestärke Wasserkraft macht uns unabhängiger von den englischen Kohlen nnd dem ruptschen Rohol vergrößert demnach unser Uebergewicht und un,ere Stoßkraft gegenüber unseren ärgsten Feinden.
Ausnutzung der großen in den Projekten der Kanalisierung unserer Flüsse wie Weichsel, Noaat Elster Saale, Werra vorgesehenen Staustufen un? der in den Projekten von Kanalverbindungen enthaltenen Wasserkräfte, ferner der für denHarz projektierten Talsperren und an bieten zu ichanendcn Wasserkräften sollte nunmehr energisch in Angriff genommen werden und ließe sich deren Ausführung fehr
gut in den Milliardenkredit zur Ausführung von Not- standsarbeiten während der Kriegsdauer aufnehmen. Bessere Notstandsarbetten als solche znrSchaffung neuer Wasserkräfte und damit gleichzeitig der Unabhängigkeit von englischeil und russischen Brennstoffen gibt es wohl kaum. Also frisch auf zur Tat! Die preußische Landesanstalt für Gewässerkundehat geradezur rechten Zeit ein großangelegtes Werk „Die Wasserkräfte des Berg- und Hügellandes in Preußen und benachbarten Staatsgebieten herauszugeben, worin ausführliche Tabellen für jeden einzelnen Flußlauf einen Vergleich der vorhandenenund der ausgenntztenWasserkräfte geben und aus denen ersichtlich ist, daß in dein behandelten Gebiete (Preußen nebst eingeschlossenen Staaten iinb Thüringen, 1811050 PS an Wasser kraft vorhanden sind, von denen 600194 PS während 9 Monaten nicht unterschritten werden. Belegt durch vorhandene (Wasser- kraftanlagen sind hiervon erst 446 633 PS bezw. 155074*,2 PS, mithin sind erst ein Viertel der vorhandenen Wasserkräfte ausgenutzt, sodaß noch volle drei Viertel der Ausnutzung harren — wie gesagt, eine höchst lohnende Notstandsarbeit während der Kriegsdauer! Eine Sammelstelle für diese der Ausnutzung der Wasserkräfte dienenden Bestrebungen hat der Verband deutscher Wasserkraft- iinb Motorenbesitzer in Duderstadt (Harz) errichtet, der auf alle Anfragen eingehende Auskunft erteilt.
Verzeichnis
der bei L. Pfeiffer, Depositenkasse Hersfeld ferner eingegangenen Spenden, worüber wie nachstehend dankend quittiert wird:
Für dar Rote Krem, Seltio» berrfeld
von Reinertrag aus einem kinomato- graphischen Abend, den ober- schlesische junge Leute in Schenk- lengsseld veranstalreten . . . . M. 23.90
„ Herrn Hegemeister Finke, hier . . . „ 10.—
„ Frau Barbara Goßmann, Friedlos . „ 3.— „ Herrn Adam Eisenbach, Metsenbach . „ 10.— „ Ungenannt aus Reilos......„ 3.— „ R. K.........- . - - „ 4.05 „ Büchse Nr. 45 v. Herrn Eydt, Kirchheim „ 6.48 „ Herrn Richhard Kaulke, hier . . . . „ 10.— „ Büchse Nr. 29. Herrn Gastwirt Stein, Niederaula......... 17.38 „ Büchse Nr. 30 Herrn Gastwirt Nuhn, Niederaula.........„ 50.94 „ HerrnBernh.Oppenheim, Schenklengsf. „ 3.— „ „ Jacob Plaut „ „ 1.— „ Spielgelder von Doppelkopf im Deutschen Haus.......„ 22.95 „ Spielgelder von Skattisch im Gesellschaftsverein .........„ 10.43
Bestand „ 21.818.— E 21.489.13 davon verausgabt für: Beerdigungskosten, Lazarettpflege
Bahnhofspflege etc......M. 1.451.20 für die Krieger im Felde . . . . „ 8.500.— Weihnachtsgaben für die Krieger im Felde.......... 1.500.- M. 6.451.20
heutiger Bestand „ 15.037.93
Für die Krieger im Felde: „ Herrn Adam Eisenbach, Meisenbach . M. 10.—
„ „ Gastwirt Hewig, Kemmerode . „ 10.— „ Rädchenklub bei Gebr. Steinweg am Markt..........„ 10.— „ Herrn Gastw. Richberg, Goßmannsrode „ 10.— „ Vergütung vom Roten Kreuz . . . „ 3500.—
„ „ " .. " * " Weihnachtsgeschenke .... . . „ 1500.—
M. 5.040.— Bestand „ 4.885.55 M. 9.925.55 davon verausgabt „ 7.124.52 heutiger Bestand Ps. 2^01.03
Für die notleidenden Ostpreußen: „ Herrn Adam Eisenbach, Meisenbach . M. 10.— „ Gem. Gershausen laut Aufstellung . „ 121.50 „ Herrn Gastwirt Hewig, Kemmerode . „ 10. - „ Gemeinde Gerterode....... „ 34. M. 175.50 Bestand „ 949.59
i.125.09 an die Stadt Hersfeld abgeführt „ 900. -
M. 225.09
„ Herrn Ludwig Auel, Hersfeld . . . ,, 300.— heutiger Bestand M. 525.09